1. 23. Oktober 2012 | Veröffentlicht unter Gaming.

    Angespielt – Dishonored

    Von

    „Ihre Unwissenheit meine Existenz  betreffend amüsiert mich. Besonders da ich so nah bei ihnen lauere, dass ich Ihre Alkoholfahne riechen kann. Sobald sie ihr Gespräch über die Brüste des Zimmermädchens vom Chef beendet haben, werden sie sich wieder trennen und dann werde ich sie mir holen. Einen nach dem Anderen. Lautlos und schnell. Wie ich die Wachen einschätze, werden sie wieder die übliche Route ablaufen. Das bedeutet Nummer Eins werde ich von meiner Position hier oben mit einem beherzten Sprung und dem Messer voraus ausschalten und die Leiche dann ins nahegelegene Meer werfen. Nummer Zwei wird kurz darauf um die Ecke kommen und, wie er es alle halbe Stunde tut, sich bei der Klippe erleichtern. Das viele getrunkene Bier macht ihn sehr berechenbar. Diesmal wird er nicht erleichtert sein, sondern, um Schreie zu verhindern, mit durchtrennten Stimmbändern die Klippe hinunterfliegen. Nummer Drei wird es erwischen, sobald er sich wieder auf den Tisch im Wachhaus setzt. Er wird sich wundern, wenn er feststellt, dass ich unter dem Tisch auf Ihn gewartet habe. Dann werde ich dem Boss einen Besuch abstatten, den er nicht vergessen wird….Wenn dann noch Zeit ist, schaue ich vielleicht noch beim Zimmermädchen vorbei. Da bin ich jetzt doch ein bisschen neugierig geworden.“ 

    Jaha, meine Lieben, so läuft das im Attentätergeschäft. Naja, eigentlich wollte ich das Spiel durchspielen ohne jemandem die Lichter auszuknipsen, aber als ich nach der vierten Mission eine getötete Person auf meiner Endabrechnung hatte, habe ich den Plan verworfen und seitdem wird alles weggenatzt was den Fehler macht sich nicht genau umzugucken. Wie oder wen ich da von der Schwere des Lebens befreit habe, ist mir nicht klar. Kann sein, dass eine der betäubten Wachen, die ich auf einen Häuservorsprung vor den anderen Wachen versteckt habe, Bekanntschaft mit dem Steinboden 20 Meter tiefer gemacht hat. Vermutlich ist er mit Kopfschmerzen aufgewacht, ist aufgestanden und vor Schreck aufgrund des seltsamen Ortes, an dem er sich befindet in die Tiefe gestürzt. Sei’s drum. Das Spiel ist zwar nicht wirklich schwer, aber wenn man genau überlegen muss, wie man seine Widersacher nicht-letal beiseiteschafft, bzw. Wege entdecken muss, die einen an den Bumsbirnen vorbeiführt, kann es schnell frustrierend werden. Besonders wenn man dann am Ende einen Kill bekommt und nicht weiß wieso!!!1!!eins!!

    So, nun aber von vorne: Dishonored. Eine Mischung aus Thief, Bioshock und Assassin’s Creed im Steampunk-Design mit Cyberpunk Einflüssen. Das ist auch gleich mal die größte Stärke des Spiels. Das Design ist wunderbar frisch und unverbraucht. Die Welt bietet viel zum entdecken und die Charaktere sehen herrlich einmalig aus. Dafür ist die Geschichte eher so „meh“. Kaiserin tot, Kaisertochter entführt, Hauptdarsteller konnte es nicht verhindern, Hauptdarsteller sucht entführte Kaisertochter mit Hilfe einer Widerstandsgruppe. So weit, so unaufregend. Die wahre Stärke liegt im angesprochenen Design und darin, dass Schleichspiele ein eher unterrepräsentiertes Genre darstellen. 

    Wie spielt es sich denn nun? Unser Held bekommt vom ominösen Außenseiter recht schnell seine ersten übernatürlichen Fähigkeiten, die sein Leben als Attentäter enorm erleichtern. Hier kann man sich in typischer Rollenspielmanier überlegen in welche der Talente man seine hart verdienten Punkte steckt. Die Punkte sind eigentlich Runen, die überall in den Levels zu finden sind und in neue oder verstärkte Fähigkeiten investiert werden können. Die Auswahl der Fähigkeiten bestimmt auch den Spielstil, den man einschlägt. Ist man eher der Schleicher, der lieber einer direkten Konfrontation aus dem Weg geht? Dann bietet sich „Beherrschung“ an, damit kann man für kurze (sehr kurze) Zeit in den Körper einer Ratte schlüpfen und so Wege benutzen, um Wachen zu umgehen, für die man(n) sonst zu groß wäre. Wenn dann noch mehr Punkte reingesteckt werden, lassen sich sogar Wachen übernehmen, um Gegenstände wegzutragen oder verschlossene Türen zu öffnen.

    Willst du eher den rustikalen gleich-wirst-du-die-Radieschen-von-unten-sehen-Weg gehen, ist z.B. „tödlicher Schwarm“ die bessere Wahl. Damit lässt sich ein Rattenschwarm auf die Gegner hetzten, der diese dann, in einer sehr detaillierten Animation, komplett wegfrisst. Zur weiteren Auswahl stehen Dinge wie mehr Lebenspunkte, Teleportation mit einer größeren Reichweite (zu mächtig für meinen Geschmack), oder die Möglichkeit in der Dunkelheit zu sehen und, viel wichtiger, Gegner und deren Sichtradius durch Wände zu erspähen.

    Die große Stärke, neben dem Design, ist eben jene spielerische Freiheit. Es gibt zig Wege wie man vorgehen kann, lieber leise schleichen, oder stilvoll metzeln? Einen Hintereingang suchen, oder mit Bums durch die Vordertür? Vergifte ich nur den Obermotz, oder seinen Kumpanen dazu, oder warte ich bis sie sich wieder trennen und schnappe ihn mir, wenn er alleine ist, und würge ihn bis er rosa Einhörner sieht und sich schlafen legt? Es gibt auch viel zu entdecken in den einzelnen Levels. Seien es Charaktere mit Nebenquests, Bücher und Tonaufzeichnungen, die auf einzelne Aspekte der Geschichte eingehen, oder versteckte Knochenartefakte, die einem einen Bonus geben.

    Wie ich vorher schon anklingen lassen habe variiert der Schwierigkeitsgrad sehr mit der Spielweise. Ohne jemanden zu töten zum Ziel zu kommen setzt einiges an Planung und Trial & Error voraus. Die Schnetzelvariante ist da einfacher, zum Teil zu einfach, besonders mit den richtigen Fähigkeiten. Oder ihr seid wie ich und spielt mal so und mal so, Hauptsache stylisch. Das hatte ich zuletzt bei Max Payne. Vor jedem Raum schnellspeichern und dann versuchen den Raum so elegant wie möglich zu räumen/umgehen. 

    Insgesamt gebe ich meine klare Empfehlung, solange man was mit dem Setting anfangen kann. Es soll ja angeblich so Leute geben die nicht auf Steam-/Cyberpunk stehen.

     

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  2. 11 Kommentare

    1. Ich fühle mich als würde ich meine eigenen Sachen liken, hier muss echt was am Avatar und Benutzernamen geschehen *g*

    2. Kann ich gar nicht verstehen, solche Leute. Wie kann man Steampunk nicht mögen? Naja.
      Schöne Wortwahl, übringens. Der bemeucheltberühmte Gleich-wirst-du-die-Radieschen-von-unten-sehen-Weg, jaja! http://zeitzeugin.net/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/neu-4.png

    3. Nerd Wiki sagt:

      ich zocke das auch gerade ^^

      I rofled @ „Was ist das da in der Eck … arglblarg“

    4. George sagt:

      Mein Computerspiele-Go-To-Guy hat das auch schon angepriesen, als eines der wenigen Higlights, die dieses Jahr noch kommen. Mich haut es noch nicht um, obwohl ich Steampunk sehr mag.

      • Zeitzeuge TypeO sagt:

        Nach ein paar weiteren Stunden muss ich auch sagen, dass die anfängliche Begeisterung weniger wird. Dazu kommt noch ein hervorragendes XCOM – Enemy Unknown. Mehr dazu bald im Blog.

    5. Skatze sagt:

      Klingt sehr gut, Danke für den Tipp! Mochte damals schon Thief etc.

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