1. 31. Juli 2013 | Veröffentlicht unter Bücher, Buchvorstellungen.

    Die Geister des Landes – „Das Erwachen“

    Von

    Sparte: Phantastik
    Verlag: Ammianus-Verlag
    Autorin:
    Judith C. Vogt
    Seiten:
    325
    Originalsprache:
    Deutsch

    Website der Autorin
    Amazonlink

    Für Fans von: Phantastik meets Realität,  geekigen Charakteren, deutsche Sagengestalten

    Inhalt

    Die Geister des Landes erwachen – was ausgerechnet von Fiona, ihres Zeichens Quotenstufenschönheit, in prophetischen Träumen als erstes bemerkt wird. Träume von weißen Ochsen mit güldenen Schlüsseln am Horn, Träume, die sowohl einen Brand in einer Scheune voraussagen als auch schlammige Hövelsmänner – und noch mehr. In ihrer Unruhe wendet sich Fiona an die Freaks der Stufe, allen voran Dora, die nicht nur solch dubiose Rollenspiele wie DSA spielt, sondern auch als Wicca ihr Dasein fristet und gemeinsam mit ihren beiden besten Freunden Edi und Gregor die klare Außenseiterrolle innerhalb der Stufe einnimmt.

    Was sie jedoch nach und nach entdecken, ist weitreichender und gefährlicher als zunächst gedacht. Es sind nicht nur lose Zufälle, die an manchen Orten die Fabelwesen, alten Mythen und Geister in die moderne Welt treten lassen. Es entpuppt sich vielmehr als ein Symptom eines von merkwürdigen, gesichtslosen Anzugträgern initiierten Planes, dessen Vereitelung nicht nur von unerwarteter Wichtigkeit ist, sondern auch unmöglicher erscheint als gedacht.

     Kritik

    Unzweifelhaft handelt es sich bei „Die Geister des Landes“ um eine Jugendbuch-Trilogie: die Protagonisten sind Oberstufenschüler, die Geschichte ist sehr fantasievoll und zahm in Sachen Gewalt und Liebe – und der Schreibstil ist, für mich ungewohnt, sehr „jung“. Aufgrund des Schreibstiles, der von einer Häufung von Adjektiven, sowie neu erschafften metaphorischen und vergleichenden Elementen geprägt ist und dadurch leider sehr angestrengt und zu gewollt jugendlich-spritzig wirkt, kam ich nur sehr schwer in den Roman hinein. Vielleicht findet die Autorin im Laufe der Geschichte zu einem geerdeteren Schreibstil zurück, vielleicht habe ich mich im Lesefluss daran gewöhnt, definitiv jedoch ist mir der Schreibstil von Kapitel zu Kapitel weniger negativ aufgefallen, weshalb ich mich auch nicht näher mit diesem Punkt aufhalten möchte.

    Die Story nämlich ist es, durch die der Roman besticht. Ich persönlich liebe die Verknüpfung von Phantastik und realer Welt, wie sie etwa bei Hohlbeins „13“, Endes „Momo“ oder auch der großartigen „Die Schlüssel zum Königreich“ – Reihe von Nix Hauptbestandteil ist. Wenn Fabelwesen und Co unsere Welt betreten und dadurch die Grenzen verschwimmen, übt das einen besonderen Reiz aus. So auch hier. Schule, ein Fischersee und andere reale Örtlichkeiten werden kurzerhand zu den Schauplätzen des fabelhaften Geschehens umfunktioniert.  Hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang natürlich der generelle Schauplatz selbst: die Eifel, Heimatort der Autorin. Es sind reale Örtlichkeiten und Fabeln, man könnte theoretisch jeden der im Buch besprochenen Platz bereisen und eine persönliche „Die Geister des Landes“-Tour durchführen, was die verschwommenen Grenzen sozusagen um eine dritte Dimension erweitert – Phantastik, fiktionale und reale Realität in einem Werk verknüpft.

    Die Geschichte selbst beginnt gleich mit der eigentlichen Handlung und lässt wenig Raum zum Ausruhen oder Gedanken schweifen lassen, was zum einen sehr löblich, zum anderen auch schade ist. Es bleibt relativ oberflächlich und auf das Geschehen selbst fokussiert, was jedoch bei diesem Genre wohl angebracht ist. So passiert unglaublich viel in diesem ersten Buch, man rast von Schauplatz zu Schauplatz, vonFabelwesen zu Fabelwesen und lernt praktisch im Vorbeilaufen die eigentlichen Gegner – die momoesken Schattenmänner, kennen, deren Rolle sich im Laufe des Buches mehr ausformuliert und akzentuiert. Diese Schnelligkeit der Handlung lässt einem als Leser kaum Zeit, um das Buch fortzulegen, zu gerne will man wissen, was als nächstes kommt und wie sich die Jugendlichen aus diesem Schlamassel wieder hervorkämpfen werden.

    Die vier Hauptprotagonisten sind in ihrem Wesen relativ stereotyp, dadurch jedoch nicht weniger authentisch oder gar unsympathischer. Dass drei absolute Geeks die Hauptpersonen sind, ist ein Punkt, der nicht nur mir sehr gefallen dürfte. Man findet sich in mancher der Personen in dem ein oder anderen Punkt wieder und ich finde es fantastisch, wenn ich etwa DSA-Relevantes in einem nicht-aventurischen Roman entdecke. Darüberhinaus kann ich mich an keine Szene eines anderen Buches erinnern, in dem eine Rollenspielszene vorgekommen wäre. Pluspunkt für Die Geister des Landes. Die vier Jugendlichen haben nicht nur mit ihren Alltagsproblemen wie Abiklausuren oder Stress mit den Eltern zu kämpfen, sondern auch mit den übernatürlichen Begebenheiten. Erstaunlich gut schafft es die Autorin hier, eine Balance zwischen der Normalität der Charaktere und ihrer Kompetenz zu finden. Es sind keine omnipotenten Personen wie man sie leider zu Hauf in anderen Romanen findet, sondern, trotzdessen was sie bewerkstelligen, normale, authentische Charaktere mit ihren Stärken und Schwächen. Niemand, der beim ersten Schwertkampf direkt auf dubiose Weise hervorragend kämpfen kann (s. Hohlbein) oder die allumfassende Weisheit mit Löffeln gefressen hat.

    Diese Authentizität findet nicht nur ihre Sonnen- sondern auch ihre Schattenseiten. Ich persönlich habe absolut keinen Sinn mehr für jugendliche Liebesprobleme, die ein erwachsener Mensch innerhalb von einer halben Minute erfolgreich ausdiskutieren könnte. Diese Zwischenmenschlichkeiten, die eingeworfen werden und den dilettantischen Umgang der Jugendlichen damit zeigen, haben mich ziemlich genervt. Leider schwant mir auch Übles für den weiteren Verlauf der Liebesgeschichte in den nächsten beiden Teilen der Trilogie. Ich wittere sozusagen schon den nächsten Clinch, ein Beziehungs-Dreieck und natürlich neue Konstellationen untereinander, auf die die momentane Handlung zuzulaufen scheint. Ich hoffe, dass ich mit diesen Vermutungen Unrecht habe.

    Als fünften Charakter allerdings wird Frau Wolter eingeführt – die man sich meines Erachtens nach hätte schenken können, da sie einen Typ verkörpert, den ich in Romanen absolut nicht mag. Eine hohlbeinsche Mary Sue, sozusagen, jemand, der viel Ahnung hat, hervorragend kämpfen kann, gut aussieht, nebenbei noch Kinder versorgt und im Übrigen auch noch zwischen „geheimnisvoll“ und „überfreundlich“ schwankt. Gut, das ist eine persönliche Sache und es tut mir leid. Aber: Frau Wolter soll nach Hause fahren!

    Fazit

    Nichtsdestotrotz sind es die positiven Dinge, die hier für mich überwiegen. Die fantasievolle Geschichte voller Geekreferenzen, die keine wirkliche Langeweile kennt und einen zwischen Realität und Fantasy schweben lässt. Ein toller Roman einer sympathischen Autorin, der noch auf zwei Steigerungen in Form von weiteren Bänden hoffen lässt. Ich für meinen Teil möchte unbedingt wissen, was genau es mit den Gesichtslosen auf sich hat und wie das ganze generell weitergeht!

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  2. 7 Kommentare

    1. Chibiusa sagt:

      Danke für den Tipp, hab es mir vorgemerkt^^

    2. Lirulin sagt:

      Das hört sich spannend an, auch wenn es nicht mein Genre ist. Aber ich werde es mir für den baldigen Geburtstag meiner Freundin merken http://zeitzeugin.net/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/icon_wink.gif

    3. Trooper sagt:

      Also lohnt sich das Buch? Auf Amazon sind ja auch nur positive Kritiken. Habe eigentlich Buchkaufverbot. Hm

    4. Zeitzeugin Guddy sagt:

      Ob sich das Buch lohnt oder nicht kommt darauf an, ob du auf die angesprochenen Dinge stehst, nehme ich an ;)

      Warum sagt mir eigentlich niemand, dass ich „eine Sympton“ geschrieben habe? *g*

    5. Annika war in unserer Rezension auch nur mäßig begeistert

    6. Jacitin sagt:

      Klingt gut. Habe ich mir vorgemerkt. Ich würde Dir auch die Elbenthal-Saga von Ivo Pala empfehlen. Spielt in Dresden. Hat mir persönlich sehr gut gefallen.

    7. Nathalie sagt:

      Ein tolles Buch.Kann ich nur weiter empfehlen.

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