1. 9. Oktober 2014 | Veröffentlicht unter Filme, Filmvorstellungen.

    After the Dark

    Von

    Lasst uns doch einfach mal über die Apokalypse… reden.

    Genre: Science-Fiction, Drama
    Regisseur: John Huddles
    Darsteller: James D’Arcy, Sophie Lowe
    Erscheinungsjahr: 2014
    Spieldauer:
    107 Minuten
    Originalton: Englisch
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    Inhalt

    Sie stehen kurz vor ihrem Abschluss, die gebildeten, gutaussehenden und etwas affektierten Philosophiestudenten der internationalen Schule in Jakarta. In der letzten Stunde gibt ihnen ihr Lehrer eine besondere Fragenstellung vor: Wenn just in diesem Moment ein Atomapokalypse eintreten würde und man einen Bunker zur Verfügung hätte, der exakt für ein Jahr und zehn Personen konzipiert wurde – wem gibt man einen Platz? In einer Art imaginärem Rollenspiel werden den 20 Schülern per Losverfahren zunächst je ein Beruf zugeteilt, um die Entscheidungen fundierter begründet treffen zu können. Ist ein Harfenspieler weniger wert, gerettet zu werden, als eine Gouverneurin?

    Kritik

    Kann das funktionieren? Eine Diskussion zu verfilmen, die genau genommen in einem einzigen Raum stattfindet und somit nicht gerade viele spannende Settings bietet? Doch, das geht. Die Vorgaben des Lehrers und die Gedankenspiele werden visualisiert, die Schüler förmlich in das neue Setting gesetzt. Drei Mal spielt der Lehrer das Gedankenexperiment durch, wobei er jedes Mal eine leicht veränderte Ausgangssituation vorgibt. So finden sich die Schüler im ersten Fall noch in einer Art Tempelarreal wieder, der Charakter definiert durch einen Beruf. Im nächsten Fall ist es eine karge Landschaft, in der der Bunker steht, wobei sich zum Beruf nun auch noch eine bestimmte Charaktereigenschaft oder ein biologischer Faktor gesellt. Zum Fortbestand der Menschheit, die aufgrund des Atomkriegs natürlich drastisch dezimiert sein würde, wäre bspw. ein unfruchtbarer Mensch vielleicht nicht ganz so „nützlich“.

    Die Fragen, die sich stellen, sind durchaus interessant – und hapern an ihrer Ausführung. Solche philosophischen Fragen auf die Kinoleinwand zu bannen hat zumindest in diesem Fall nicht auf mich gewirkt, die gegebenen Antworten bzw. Lösungsvorschläge erscheinen zu flach und die dubiosen Eingriffe in das Geschehen durch den Lehrer von den Schülern zu wenig hinterfragt, was zur Eindimensionalität des Inhaltes beiträgt. Der sich erzählerisch bietende Raum ist einfach nicht groß genug, um die Fülle an philosophischen Gedanken zum Thema gebührend zu erfassen. Man kratzt an der Oberfläche, ohne abzuwägen, ohne wirklich zu diskutieren.

    Es ist kein typischer Endzeitfilm, da er den Umständen entsprechend nicht miterleben lässt, sondern lediglich darüber spricht, weshalb er an Spannung, jedoch leider auch an Plausibilität mangelt. Manche Vorgabe des Lehrers ist zu sehr an den Haaren herbei gezogen. Ich möchte nicht zu konkret spoilern (und tue es wohl doch ein bisschen), doch ein Lehrer, der eine zwar imaginäre, jedoch möglicherweise triggernde Handlung an einer Schülerin durchführen möchte, ist… undenkbar. Gedankliches Rollenspiel hin oder her. Zumal diese Situation jede Relevanz zur ursprünglichen Aufgabenstellung – was tun wir im Falle einer Apokalypse – missen lässt.

    Auch ist mir die Optik zu glatt. Dass sowohl Schüler, als auch Lehrer einem beliebigen Hochglanzmagazin entsprungen sein könnten, lasse ich durchgehen. Es ist Fiktion, da dürfen die Menschen gut aussehen. Doch vom Klassenzimmer über die erdachten Settings bishin zum Bunker… verdammt, ich habe noch nie einen so schönen Atompilz gesehen! Alles ist zu glatt. Jedes Staubkorn sieht gewollt drapiert aus, jeder Lens Flare Effekt schreit förmlich: „Ich will gescreenshotet werden und als Wallpaper enden!“

    Zuletzt sei noch die Atmosphäre zu nennen, die sich irgendwo zwischen „spirituell“ und „angestrengt intellektuell“ bewegt. Mancher Protagonist redet mir zu sanft. Und dann gibt es da noch die Rahmenhandlung, die man jedoch erst ganz zum Schluss erfährt und keinen direkten Bezug mehr zur philosophischen Frage hat, mehr noch, sehr deplatziert wirkt. Ohne diese Rahmenhandlung wäre der Film für mich runder gewesen.

    Fazit

    Insgesamt ist After the Dark kein schlechter Film. Er ist innovativ und besitzt gute Ansätze, die bei mir jedoch schlichtweg die Wirkung verfehlt haben. Es werden wunderschöne Bilder geboten und Fragen, die man gut und ausführlich diskutieren kann. Leider halte ich einen Film wie diesen für die falsche Plattform, um solche Thematiken in dieser Form zu debattieren. Als Aufhänger für eine Diskussion im Freundeskreis taugt er jedenfalls allemal!

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  2. 2 Kommentare

    1. Momo sagt:

      Habe den film auch gesehen und habe ähnliches gedacht. diskussionen gehören nicht auf die leinwand, oder man muss es beser machen

    2. nefycee sagt:

      War da nicht auch ein einfacher Logik Fehler das die Schüler durch Metaspiel den Lehrer ausgetricks haben?
      Zumindest hat mich der Film zu einer „im Bunker“ Runde animiert, und die war lustig.

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