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Crossed +100 Volume 1

Genre: Horror
Autor: Alan Moore
Ursprungsidee:
Garth Ennis
Illustratoren:
Gabriel Andrade
Erscheinungsform: 
160 Seiten,  Softcover
Enthält: Crossed +100 #1-6
VerlagAvatar Press | Für 20,24 bestellen


Inhalt

Hundert Jahre nach dem Outbreak, hundert Jahre, nachdem der erste zombieeske „Crossed“ das unschuldige Licht der Welt erblickte, hat die Welt ein anderes Gesicht bekommen. Durch die Ruinen einstiger Hochburgen menschlichen Schaffens streifen Antilopen und aus dem Zoo entlaufene Elefanten, ranken sich längst die Wurzeln allerlei Pflanzen, deren Natur sich ihr Reich immer mehr zurückerobert. Die verbliebene Menschheit hat sich Festungen erbaut, wo sie mittlerweile recht friedlich haust. Die größte Bedrohung? Hungrige Wölfe. Die Crossed dagegen sind zur Gruselgeschichte verkommen, von denen die wenigsten Menschen je einen zu Gesicht bekommen haben: Durch Inzest degeneriert und durch Kannibalismus dezimiert, haben sich die Crossed scheinbar größtenteils selber ausgerottet.

Hier folgen wir der Archivarin Future Taylor, die sich auf den Spuren der Vergangenheit durch Videoschnipsel, Berichte und Tagebucheinträge wühlt und bald einer neuartigen Religion auf die Schliche kommt, deren Pläne alles bisherige Grauen in den Schatten stellt.


 

Kritik

Der wunderbare Alan Moore (Watchmen, The Killing Joke) hat eine postapokalyptische Welt erschaffen, die wirklich fundiert erscheint und durch die „archäologischen“ Elemente mehr Tiefe erlangt. Hier möchte ich konkret empfehlen, sich die englische Originalfassung anzueignen, da im Deutschen viele Wortschöpfungen verloren gehen und unnötig verkompliziert werden. Denn Sprache entwickelt sich, auch und besonders schnell, wenn die Zivilisation, wie wir sie kennen, zu Ende geht und neu strukturiert wird. Die Grammatik scheint nun nebensächlich zu sein, das Vokabular wurde umgewälzt, sodass man sich als Leser erst einlesen muss. Das ist nicht immer einfach oder spaßig, fördert jedoch die Authentizität der Geschichte und macht sie interessanter, zumal all diese Änderung nachvollziehbar und sinnig sind.

Die Erzählweise beginnt ruhig, plätschert sachte dahin und stellt einige Charaktere vor, deren Namen man sich in weiser Crossed-Tradition ohnehin nicht wirklich merkt – aber es vielleicht sollte? Man erhält einen Einblick in die veränderten sozialen Gefüge und die Gewichtungen, die einzelne Aspekte haben: So ist Scham den eigenen Körper betreffend nicht mehr wirklich anzutreffen, die Beziehungen sind oftmals eher sexueller, denn romantischer Natur, Science Fiction wurde zur Wishful Fiction und auch vor den Religionen haben die Veränderungen nicht Halt gemacht. Eine neue Zeitrechnung ist angebrochen und das im wahrsten Sinne des Wortes.

Nachdem die Crossed im Jahre 0 die Herrschaft an sich gerissen hatten , ging es bei ihnen jedoch, anders als bei den Menschen, scheinbar nicht weiter. Sie waren dort im Jetzt stark, doch evolutionstechnisch nur äußerst schwach: Wie vermehrt sich eine „Kultur“, die ihre eigenen Neugeborenen verspeist? Die derart selbstzerstörerisch ist, dass sie sich vor Lust die eigenen Arme abhackt? Der erste kalte Winter raffte viele dahin und durch mangelnde Intelligenz wird weder Getreide angepflanzt, noch Kleidung genäht. Nein, als Crossed hat man es wahrlich nicht leicht gehabt.

Doch wäre es kein Comic dieser Welt, würde man durch eben jene Infizierte nicht doch bedroht werden. Hätten sich keine Hillbilly- Crossed kleine Zufluchtsorte gesucht und, tja, gäbe es nicht besondere Infizierte, die anders sind als der minimalintellektuelle Crossed. Die einen Kult begründen und einen Plan hecken, einen Plan, der genau diese Zeit des trügerischen Frieden beinhaltet.

Es bleibt verstörend, in eindringlichen Bildern, die klar, statt künstlerisch sind und eben so viel Raum für Fantasie frei lassen, dass es unangenehm bleibt. Die Diskrepanz zwischen dem Grauen auf der einen und dem kalte Kalkül auf der anderen Seite arbeiten den Beginn des Outbreaks nochmal auf besondere Weise auf.

Ich persönlich finde, dass man sich nicht von den blutigen Bildern und der Gewalt täuschen lassen sollte, denn es ist nichtsdestotrotz eine intelligent erzählte Geschichte, die endlich wieder an die Qualität des Ursprungscomics von Garth Ennis anknüpfen kann. Ich will und kann nicht sagen, dass es ein Genuss ist, ihn zu lesen und doch lohnt es sich meiner Meinung nach sehr. Gerade durch die Erforschung der fiktiven Vergangenheit (oder Zukunft) durch Future Taylor wird nochmal ein Aspekt und eine Ebene hinein gebracht, den ich persönlich äußerst spannend finde.

Fazit

Definitiv ein Muss für unsere Comicsammlung.

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