1. 1. Dezember 2015 | Veröffentlicht unter Bücher, Bücher schreiben.

    Mein NaNo 2015

    Von

    Überraschung: Der November ist vorbei und damit einhergehend auch der für mich vermutlich schreibintensivste Monat des Jahres! Dies wird nun auch der letzte Beitrag zum NaNo ’15 sein, versprochen, doch Revue passieren lassen möchte ich ihn trotzdem. Immerhin hat er meine letzten Wochen beherrscht!

    Begonnen hatte ich pünktlich am 1. November mit Restalkohol im Blut, jedoch jungfräulich mit einem halbgaren Plot im Kopf, ein paar mehr oder minder hübschen Charakteren und einem Plan, der größtenteils leer war. „Wunderbar!“, zwitscherte ich damals also naiv, „Der ganze Restplot und die Kapitelaufteilung wird schon irgendwie von selbst kommen!“ Ich schrieb also fröhlich vor mich hin. Und das eigentlich sogar ganz gut, zumindest wenn man nach den reinen Zahlen geht: Ich war kein einziges Mal im Rot, lag also nie unter Soll und hatte im Schnitt jeden Tag mindestens 1.667 Wörter geschrieben.

    Nano2015

    Es folgten Tage und Wochen der absoluten Euphorie. Ganz im Ernst: Es ist ein verdammt geiles Gefühl, zu wissen, dass man wirklich jeden Tag an die 2k Wörter schreiben kann, die nicht nur aus „Bla“, „Gurkensalat“ oder „Gurkenblalat“ bestehen! Zumal ich mit dem Tintenzirkel auch eine Community gefunden habe, in der man den NaNo richtiggehend zelebrieren kann. Dort gibt es einen eigenen, für Nichtmitglieder nicht einsehbaren Bereich, in dem man Romanthreads anlegen und täglich einen Schnipsel mit maximal 200 Wörtern posten kann. Meinen persönlichen Liebling kann ich eben posten: Er ist einer der am wenigsten atmosphärischen Schnipsel, aber er beinhaltet Blut, vulgäre Sprache und zumindest ein klitzekleines Bisschen Gewalt, also fasst es den Roman schon ganz gut zusammen. Oder so. (Und nein. Es ist keine Romantasy und kein Erotikroman, da kann Damura noch so oft Schwanz in den Mund nehmen. Also, das Wort. Finde die Anführungsstrich-Taste nicht. Sorry. Außerdem ist dieser Schnipsel gut für Google. Penis.)

    Gebannt beobachtete sie den Blutstropfen, der über seine Schläfe rollte, sich in seinen Bartstoppeln teilte und in seinem Mundwinkel verendete, wo er ihn mit der Zungenspitze aufleckte – und sofort angewidert die Oberlippe kräuselte. Kätzchen.
    (…)
    Sie könnte das Blut von ihnen [den Lippen] lecken, die Konturen mit der Zunge nachzeichnen… ihr Blick glitt tiefer über sein blutbespritztes Oberteil, das die darunter liegenden Muskeln erahnen ließ, über den flachen Bauch weiter hinab. (…)
    „Zeig mir deinen Schwanz.“
    „Was?!“ Er hob nicht nur den Blick, sondern auch in genervter Skepsis eine Augenbraue. „Ich bin mir nicht sicher, ob du so viel Großartigkeit ertragen könntest.“
    Sie lachte leise. „Zu winzig, ihn zu zeigen?“
    „So unfassbar winzig, dass du noch ein paar Schritte Abstand nehmen solltest, um ihn vollständig sehen zu können.“
    (…)
    Sie lehnte sich an ihn, legte die Hand auf seinen Bauch und grub ihre Fingerspitzen unter seinen Hosenbund. (…)
    Ohne Vorwarnung schnellte seine Hand vor, packte ihr Gelenk und verdrehte es hart (…)
    „Hör mir mal zu, Mädchen.“ Zorn loderte in seinen unnatürlich hellen Augen und sein Griff brannte sich in ihre Haut. „Wenn du noch einmal versuchst, mich anzutatschen, wird es dein Blut sein, das an meinen Händen kleben wird!“

    Geschrieben habe ich insgesamt knapp über 60k Wörter, was über 200 Seiten entspricht. Die Worte mussten schnell fließen, meinen inneren Lektor hatte ich in den Urlaub geschickt – sonst hätte ich wohl nur die Hälfte geschafft.

    Aber: Ist das gut? Masse statt Klasse? Eigentlich nein. Hierbei vielleicht doch: Ja. Man hat ein Gerüst, an dem man arbeiten kann, eine Skizze, die es auszuarbeiten gilt. Meine Zeichnungen sind auch nicht von Beginn an detailliert. Ich bin froh, dass ich so schnell geschrieben habe, denn so sind mir einige Plotlöcher zumindest zeitlich früher aufgefallen. Einige Szenen werde ich streichen müssen.

    Gleichzeitig habe ich gemerkt, wie viel mir das Schreiben wirklich bedeutet. Mehr als der Blog, mehr als das Zeichnen mir je bedeutet hat. Und das, obwohl das hier mein erstes Projekt ist, das über 200 Seiten geht und mein zweites überhaupt. Meine erste Kurzgeschichte habe ich im Oktober geschrieben. Doch das Schreiben brodelt seit Jahren in mir, nur getraut hatte ich mich nie. Und das, liebe Kinder, ist dumm. Wenn ihr früh den Drang verspürt, zu schreiben, just fucking do it! Man wird nicht jünger, sondern nur älter.

    Der November war eine Achterbahnfahrt für mich, eine Fahrt voller unglaublicher Höhen, jedoch auch unglaubliche Tiefen. Selbstzweifel ist da nur eine dieser Tiefen gewesen. Dabei verliert man leider manchmal das Ziel aus den Augen und den Spaß am Schreiben selbst.

    Insgesamt hat mir der NaNo viel über mich selbst gelehrt. Ich bin noch immer unheimlich gefrustet, aber Frust treibt irgendwie auch an. Und irgendwann werde ich ein „Ende“ (Huch. Da sind sie ja, die Anführungsstriche, schön euch zu sehen!) drunter setzen. Vielleicht erst 2078. Aber das Ende wird ohnehin nur für mich sein.

  2. 19 Kommentare

    1. Nerd Wiki sagt:

      Nice! Glückwunsch und Respekt!

      Du darfst meinen Schwanz jederzeit sehen.

    2. Tina sagt:

      Wie schön, dass du das Schreiben wieder für dich entdeckt hast.

      Und das jungfräulich glaub ich dir nicht. http://zeitzeugin.net/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/icon_wolverine.png

      (Boah, in dem Kommentaren hier singt das Niveau aber auch im Sopran) http://zeitzeugin.net/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/pinkiehappy.png

    3. Hm, also hast du Twilight geschrieben, so, wie es hätte sein sollen, wenn die Autorin keine Mormonin gewesen wäre? :D
      Ach, ich beneide dich, ich hatte nicht so recht Zeit und Disziplin, mich ernsthaft um den NaNo zu kümmern. Und das, obwohl du mit dem „Man wird nicht jünger“ so recht hast und Rothfuss es so treffend gesagt hat: Sit on your ass and write!

      Jedenfalls: Bleib am Ball, auch wenn du vielleicht hier und da vielleicht überarbeiten musst! Oh, und: Penis! :P

    4. Gratulation! Ich habe es bisher nicht auf die Reihe bekommen, und blicke voller Neid auf deinen Wordcount. Okay, nicht wirklich voller Neid, bloß voller Anerkennung. Chapeau!

    5. Dir auch Gratulation zu sogar über 60.000 Wörtern! Klasse.

      Und: Lass dich von deinem inneren Kritiker nicht aufhalten. Der erste Entwurf ist immer scheiße, sagt man so schön :D Ich merke immer, wie sich mein Schreibstil auch innerhalb eines Projekts verändert und wenn ich am Ende angekommen bin, kann ich eigentlich vorne mit der Überarbeitung wieder anfangen. Egal, hauptsache dranbleiben und ich hoffe du kannst dir den Elan bewahren! :)

    6. Glückwunsch zu deinem NaNo-Sieg! Ich freue mich aufrichtig für dich <3.
      Und aaaaah, der Tintenzirkel. Da will ich mich auch seit WOCHEN anmelden, aber ich verplane es immer. Schande über mich…
      Naja. Im Januar dann :D.

    7. moep0r sagt:

      Colle Sache, wie lange hast du pro Tag ungefaehr daran gesessen? Ich kenne es von meinem Blog so, dass ich fuer 500 Woerter gern mal ’ne oder laenger Stunde brauche, aber da haengt dann auch Recherche etc mit drin. Keine Ahnung in wie fern man bei einer Geschichte „einfach drauf los“ schreiben kann.. :o

    8. Nina sagt:

      Super, dass du es geschafft hast! Und dann noch über 60.000 Wörter O__O Herzlichen Glückwunsch!!! :)
      Ich fand auch, dass der NaNo eine Achterbahnfahrt war. Streckenweise lief es dabei recht gut für mich, und dann kamen wieder diese frustigen Momente … -.- Aber wahrscheinlich gehören die zum Schreibprozess dazu ;)
      Die Stelle, die du eingebunden hast, finde ich super. Ich will das lesen ^^ Aber dein letzter Satz sagt ja schon, dass du deine Geschichte wohl nicht für die breite Masse zugänglich machen wirst…? Schade! :/

      • Zeitzeugin Guddy sagt:

        Naja, ich glaube nicht, dass ich gut genug für die breite Masse bin ;) Wollen: Klar.Sofort. Aber da ich erst dieses Jahr richtig mit dem Schreiben angefangen habe (und letztes Jahr erste Versuche unternommen hatte) wird es noch lange dauern, wenn überhaupt. LEarning by doing eben, geht ja nicht von heute auf morgen *g*

        Und bei dir?

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