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Gastbeitrag: Lass die Idee schlafen, damit sie träumen kann.

Gastbeitrag von Mona Nagel

Es ist das Wintersemester 2008 an der FH Vorarlberg, Studiengang Mediengestaltung, 3. Semester, Konzeption und Entwurfstheorie, Dozent: Hubert Matt. Während es draußen beginnt Herbst zu werden, befinde ich mich in der ersten Phase eines kreativen Prozesses, an dessen Ende – so hoffe ich – ein gut durchdachter Essay und ein akzeptables Poster stehen werden.

Seit dem ersten Moment da mein Dozent die Inkubationsphase, die zweite Phase des kreativen Prozesses beschrieben hat, faszinierte mich dieses Thema und ich fing an Informationen darüber zu sammeln. Die erste Schwierigkeit ist die Tatsache, dass das Wort „Inkubation“ aus dem Bereich der Medizin kommt, wo die „Inkubationszeit“ die Zeit angibt, die vom Infekt, dem Eindringen eines Erregers in den Körper, bis zum Auftreten der Symptome, zum Ausbruch der Krankheit, vergeht. Selbst Wikipedia – oh, du Quell des globalen Halbwissens, gepriesen seiest du! – spuckt zu diesem Thema keine weiteren Informationen aus. Aber lässt sich nicht auch damit schon etwas anfangen? Die Zeit, von dem Moment, da mir die Idee zum ersten Mal kommt und ich Informationen darüber sammle, bis zu dem Augenblick, da mir die entscheidende Erleuchtung kommt, was ich tatsächlich aus diesem Rohmaterial machen möchte. Aber wann genau wird aus der Idee eine Vision, ein Bild, ein Entwurf, den ich vor mir sehe? Und was genau passiert in der Zwischenzeit – in der Inkubationsphase? Das sind die Fragen die mich beschäftigen.

Und so beginne ich, mich wieder auf die Suche nach Informationen zu machen. Ich brauche Fakten, Aussagen, Belege! Die erste Phase des kreativen Prozesses, so lerne ich später, ist eine Phase der Spannung, wenn man neugierig ist und nach immer neuem Input sucht, begierig alles über das Thema herauszufinden was es gibt. Diese klugen Worte finde ich in einem Buch mit dem klingenden Titel „Psychologie der Kreativität“ von Erika Landau aus dem Jahre 1974. Weiter ist dort zu lesen, dass die folgende Phase, die Inkubationsphase eine unruhige und frustrierende Zeit ist, die oft von Minderwertigkeitsgefühlen begleitet wird und eine hohe Frustrationstoleranz erfordert … Wunderbar! Genau das richtige für mich, denke ich mir und nehme das Buch mit nach Hause. Wo es die nächste Zeit ganz oben auf einem Stapel auf meinem Schreibtisch thront und mir immer wieder mahnend entgegenleuchtet mit seinem orangefarbenem Einband, weil ich nur ab und an die Zeit finde einen Blick hinein zu werfen. Aber mit dem Vergehen des Monats November schrumpft die Zahl der Seiten, die ich noch zu lesen habe, und irgendwann habe ich es geschafft.

Und sitze da.

Und starre in die Luft.

Auf eine Erleuchtung wartend.

Hat die Inkubationsphase schon begonnen?

Die Kommunikation mit der Innenwelt ist wichtig für den kreativen Prozess, erinnert mich Frau Landau. Denn die Inkubationsphase vollzieht sich im Unbewussten, wenn wir unbewusst das Problem abwägen und eine Lösung zu finden versuchen. Ja, danke auch Frau Landau, das wusste ich bereits. In dieser Phase braucht die Idee Ruhe, wie ein Hefeteig, den man nicht anschauen darf bevor die Pilze in ihm genügend gegärt haben. Frau Landau hebt nur die Schultern und schaut mir zu wie ich auf meine Notizen starre. Ob sie nicht irgendwo anders eine Einbildung sein könne, frage ich höflich. Ich mag es nicht bei der Arbeit beobachtet zu werden. Nein, könne sie nicht, sonst wäre sie ja keine Einbildung mehr, bekomme ich zur Antwort. Dann könne sie zumindest nützlich sein und an meinem Weihnachtsgeschenk weiterstricken, schlage ich vor, solange ich mich zu konzentrieren versuche. Das sei der Fehler, erklärt mir Frau Landau und verweist auf ein Zitat aus ihrem Buch, indem sie Sigmund Freud zitiert, der wiederum Schiller zitiert, der wohl zu einem Freunde, der sich über mangelnde Kreativität beklagte, sagte, er ließe sich zu sehr von seinem Intellekt beherrschen, das sei dem kreativen Prozess nicht förderlich. Mit anderen Worten, man muss die Idee, an der man arbeitet, aus dem Intellekt verbannen und ins Unbewusste versetzen, wo sie mit allen möglichen anderen Erfahrungen in Berührung kommt.

Bei diesen Worten steigt in mir ein Bild auf – meine ordentlich gekleidete Hochschulidee, die aus der Oberstadt in die Slums fährt um dort in einer Hafenkneipe ein paar Bier mit einigen abgerissenen Punkerfahrungen aus meiner Jugend zu trinken. Man muss sie ziehen lassen, sage ich mir, wie es sich auch meine Eltern irgendwann wohl mal gedacht haben müssen. Frau Landau bestätigt mir diese Einstellung. Umso mehr Erfahrungen ungebunden seien, umso kreativer ist der Prozess. Werden sie nach Stereotypen geordnet kommt es zu keiner Inkubationsphase. Also ist es wichtig, dass meine schöne glänzende Idee vom Essay über die Inkubationsphase, sich in den Höhlen und Gängen meines Unterbewusstseins herumtreibt, sich dort ein wenig die Hörner abstößt, ein paar Punkerfahrungen aufs Kreuz legt, vielleicht die große Liebe findet und mit ein paar Tätowierungen irgendwann wieder nach Hause kommt. Aber ich weiß wie gefährlich diese Gegend ist. Ich selbst habe mich schon einige Male dort unten verlaufen und die ein oder andere Idee verloren. Das Unbewusste kann ein Sumpf sein, dunkel und tief, an der Oberfläche vielleicht schön grün und ein mit paar regenbogenbunt schillernden Schlieren auf dem Wasser, aber unten drunter voller Schleim, Schwebeteilchen und Schlangen.

Wer kann es mir also verübeln, dass ich unruhig werde, während meine Idee sich aus meinem Kopf zurückzieht und tiefer hinab sinkt. Ich habe ein paar Erfahrungen damit gemacht, Ideen auszubrüten. Ich weiß wie es sich anfühlt, wenn ein Gedanke, ein Vorstellung nicht mehr im Kopf ist. Wenn sie hinabrutscht und irgendwo in meinem Magen, meinem Bauch, meinen Eingeweiden liegt und ich sie nicht mehr berühren kann. Dann beginnt es in mir zu blubbern, wie eben in einem Sumpf, in dem etwas zu Boden gesunken ist und langsam vor sich hin gärt und dabei kleine Luftblasen an die Oberfläche steigen lässt, die mir als Visionen und Tagträume erscheinen.

Um mich zu beruhigen blättert Frau Landau ihr Buch durch und zeigt mir ein weiteres Zitat, dieses Mal von Carl Gustav Jung, einem der Begründer der Analytischen Psychologie, der sagt dass das Werk dem Erzeuger entwächst wie das Kind seiner Mutter. Der kreative Prozess hat „weibliche Qualitäten“, steigt aus dem Unbewussten, aus dem Bereich der Mutter auf. Dankbar nicke ich Frau Landau zu. Das sind Worte, die ich verstehe, ein Bild, das auch ich schon einige Male hatte. Eine Idee kann für das betreffende Individuum, indem sie entsteht und heranreift, wie ein Kind sein. Ein ungeborenes Kind, das unter dem Herzen schläft und von den Dingen, die wir tagtäglich in uns aufnehmen, genährt wird. Wir dürfen es nicht stören, und wollen es auch gar nicht, weil wir uns vorstellen wie es dort liegt, eingebettet, weich und warm, und sachte träumt. Träumt von den Dingen, die es irgendwann erreichen wird.

Also beruhige ich mich wieder, gehe meiner Arbeit nach und lass die Idee in mir ruhen, trage sie aus wie eine Mutter. Ab und an frage ich mich, ob ich es je schaffen könnte, einem Mann diese Vorstellung begreiflich zu machen. Ich frage Frau Landau was sie davon hält und sie verweist auf einen Vertreter der humanistischen Psychologie, Herrn Abraham H. Maslow, der sagte dass alles, was mit Imagination, Phantasie, Farbe, Poesie, Musik und Zärtlichkeit, alles wichtige Voraussetzungen der Kreativität, zu tun hat als feminin gilt. Und offenbar haben sich gerade in der Vergangenheit sehr viele Männer von diesem Bild abschrecken lassen, haben lieber die Kreativität verneint als diese feminine Seite zu zeigen. Inzwischen dürfte das zum Glück nicht mehr so sein, sage ich zu Frau Landau, auch wenn ich das nicht mit aktuellen Studien belegen kann. Sie lächelt nur, sitzt weiter auf meinem Sofa und beobachtet mich bei meiner Arbeit.

Es gibt noch einiges für mich zu tun in diesem Semester, Projekte müssen fertiggestellt, Dokumentationen geschrieben, Prüfungen abgelegt werden. Ich bin beschäftigt, manchmal zu sehr, geradezu gestresst. Und die ganze Zeit über liegt die Idee in mir, brütet leise vor sich hin und ab und an spüre ich wie sie sanft andere Ideen berührt und etwas von sich abgibt. Ich beobachte den Prozess schweigend und ohne einzugreifen. Ich weiß, dass ich mich in der Inkubationsphase befinde, und ich weiß auch, dass es mir nicht möglich ist sie vollkommen zu erfassen. Auch wenn ich gerne glaube, dass ich mein Unterbewusstsein recht gut kenne, gibt es immer noch ein paar Teile, die ich noch nie betreten habe, die sich mir nur ab und zu halbwegs offenbaren, wenn ich nachts aufwache und in der Tintenschwärze versuche eine weiße Wand anzustarren. Dann frage ich mich, welche Erfahrungen, alte Ideen, welche in mir abgespeicherten Informationen, die ich schon seit Jahren nicht mehr beachtet habe, gerade durch mein Unterbewusstsein schweben und auf meine Idee einwirken. Ich habe mich immer bemüht sie nicht einzusperren, wie es Frau Landau empfohlen hat, um möglichst kreativ zu sein, neue Verbindungen herstellen zu können. Aber wie viel davon ist inzwischen nicht mehr nur Information, sondern elementarer Bestandteil meines Ichs? Wie viel von meinem Selbst gebe ich in eine Idee, wenn ich sie tief in mir ruhen lasse? Das sind die Fragen, auf die ich bei meiner Recherche gerne eine Antwort gefunden hätte. Aber bisher scheint niemand eine klare Aussage treffen zu können, welche Kanäle sich da tatsächlich auftun, ob mehr aus der frühkindlichen Phase mit in den Prozess hineinwirkt, oder eher Bestandteile des Kurzzeitgedächtnisses. Wie weit kategorienübergreifend funktioniert die Inkubationsphase?

Diese Fragen, die sich noch immer rund um mich herum auftürmen, wachsen mir langsam über den Kopf. Ich spüre die Frustration, welche die Inkubationsphase mit sich bringt, die Unruhe die mich umtreibt, ziellos und ungeduldig. Ist es überhaupt möglich klare Antworten auf diese Fragen zu finden? Das Unbewusste trägt seinen Namen nicht umsonst. Was genau dort wirklich geschieht, wusste wahrscheinlich nicht einmal Sigmund Freud, der diesem Kind einen Namen gab. Und ob moderne Forscher mit Elektroden und langen Nadeln bewaffnet, in den Gehirnen von Tieren und Menschen herumstochernd, jemals eine eindeutige Antwort finden werden, wage ich auch zu bezweifeln. Aber was genau soll dann die Aussage meines Essays sein? Wenn ich hierauf keine Antwort geben kann, zu welchem Schluss soll ich dann kommen?

Wie ein schwarzes Loch tut sich dieser Gedanke vor mir auf und saugt das letzte bisschen Motivation aus mir heraus. Dies ist der Kern der Inkubationsphase, wenn sich alle Daten, die ich gesammelt habe, zusammenballen, von Informationsströmen aus anderen Teilen meines Bewusstseins elektrisiert werden wie Frankensteins Monster und doch noch immer nicht bereit sind endgültig zu erwachen.

Frustration überwältigt mich. Ich frage mich ob ich nicht doch das Thema wechseln, die Idee vergessen, vergraben, verdorren lassen sollte und eine andere, frischere wählen.

Gedankenverloren und müde sitze ich ein weiteres Mal in der Vorlesung und höre nur halbherzig zu, was der Dozent zu sagen weiß. Das meiste kommt mir inzwischen ziemlich bekannt vor. „Lasst die Idee schlafen, damit sie träumen kann.“ rät er uns. Ja, das habe ich getan. Ich habe sie lange schlafen lassen, habe sie durch mein Unterbewusstsein ziehen lassen, habe sie all die Erfahrungen, all das Wissen, das sich dort herumtreibt berühren lassen. Aber sie will einfach nicht aufwachen!

Und da ist es. Mit einem Schlag ist die Inkubationsphase vorbei. Was so lange in mir gewachsen ist, ist endlich reif. Wie eine Knospe geht die Idee auf und präsentiert mir eine Blüte. Das Kind wird geboren und seine ersten Worte sind:

„Ich muss erwachen um zu leben.“

Dies ist es, was ich sagen möchte, der Kern meiner Idee. Die Inkubationsphase ist wichtig, um eine Idee heranreifen zu lassen, sie muss schlafen, um zu träumen. Aber irgendwann muss sie erwachen, die Frucht muss gepflückt, das Kind geboren werden. Es muss ein Wechsel stattfinden. Und hier stehe ich im Augenblick, an der Schwelle zwischen der zweiten und der vierten Phase des kreativen Prozesses. Man nennt sie auch die dritte Phase, der Moment der Erkenntnis, der Erleuchtung. Es ist der Aha-Effekt, der mich aus der frustrierenden Inkubationsphase herausholt. Er verpasst mir einen Adrenalin-Schock, löst Freude aus und gibt mir neue Motivation. Ich habe gefunden wonach ich unbewusst die ganze Zeit gesucht habe. Ich weiß nicht wie genau ich zu diesem Ergebnis gekommen bin, aber das ist auch nicht Sinn der Sache. Der einzige Zweck der vergangenen Wochen war es, die Idee heranreifen zu lassen, um sie jetzt umzusetzen. Ich muss sie jetzt nehmen, aus ihrem Kokon, indem sie so lange geschlafen und sich entwickelt hat, herausholen und mit ihr arbeiten, von ihr lösen was nicht mehr gebraucht wird, sie schleifen wie einen Rohdiamanten.

Das ist meine Aufgabe in der vierten Phase des kreativen Prozesses, in der ich mich in dem Moment befinde, da ich nun hier an meinem Rechner sitze und fleißig versuche einen Essay zu verfassen, indem ich darstelle, was die Inkubationsphase ist. Dies ist die Phase der Arbeit, der Konzentration, wenn die Ziele klar sind und erreicht werden müssen.

Ich habe vor mehr als zwei Monaten damit begonnen, Interesse an der Inkubationsphase zu entwickeln. Ich habe Informationen und Fakten zu diesem Thema gesammelt, sie aufgenommen, verarbeitet und abgespeichert. Ich habe mich bemüht sie nicht in festgefahrene Kategorien zu verstauen, sondern sie frei durch mein Bewusstsein schweben zu lassen, damit sie sich mit anderen Daten und Erfahrungen austauschen und bereichern können. Ich habe die Idee und all die Informationen, die ich mit ihr gesammelt habe, in mein Unterbewusstsein sinken lassen, wo sie still und ruhig lagen und reifen konnten, indem sie sich mit anderen Teilen meiner Erfahrung, meines Bewusstseins, meines Wissens austauschen konnten. Die Idee hat nicht nur von diesen Dingen genommen, sie hat auch gegeben. Der Prozess dem sie unterlag ähnelt wirklich dem eines heranwachsenden Kindes im Mutterleib – Nährstoffe werden ausgetauscht um das körperliche Wachstum des Kindes zu ermöglichen. Gleichzeitig aber läuft auch ein Prozess ab, den keine Wissenschaft vollständig erklären kann, der eine emotionale Verbindung zwischen Mutter und Kind entstehen lässt, die für das Überleben und das Wohlergehen des Kindes genauso wichtig ist wie Nahrung und Wärme. Auch zwischen der Idee und ihrem Träger findet nicht nur ein Austausch von Informationen statt. Die Idee, die in der Inkubationsphase in mir schläft und heranreift, ist nicht nur ein Bündel aus Daten und Gedanken. Sie berührt Teile meines Ichs, nimmt sie in sich auf und wird somit ebenfalls zu einem Teil meines Selbst. Hier liegt auch die Gefahr, der die Idee in der Inkubationsphase ausgesetzt ist – dauert der Prozess zu lange an, wird die Verbindung zwischen Idee und Träger zu stark, zu persönlich. Irgendwann ist die Idee keine eigenständige, klar abgetrennte Einheit mehr, sondern wirklich ein fester und integraler Bestandteil meines Bewusstseins, den ich nicht weiterverarbeiten kann. Solch eine „überreife“ Idee wird für immer in mir bleiben. Ich werde aus ihre nichts Neues mehr erschaffen können. Das weiß ich aus persönlicher Erfahrung.

Aus diesem Grund ist der wichtigste Teil der Inkubationsphase nicht das Heranreifen, sondern das Erwachen. Erst wenn die Idee wieder aus dem Unterbewussten aufsteigt, kann ich mit ihr weiter arbeiten und aus ihr ein Produkt entwickeln, und so ihren Lebenszweck, den Grund ihrer Existenz, erfüllen.

Wir müssen die Idee schlafen lassen, damit sie träumen kann.

Aber wir müssen sie auch wieder aufwecken, damit sie leben kann.


Mona NagelMona Seiffert, geboren in Deutschland, angestellte Grafikerin, freie Illustratorin, Comiczeichnerin und Fantasy-Autorin, lebt und arbeitet in Österreich, zwei Kinder.

Weiterführende Links: Link zu ihrem Buch

 

Dieser Gastartikel erscheint im Rahmen der „Wir schreiben“-Essaysammlung. Weitere Artikel zu diesem Thema können hier aufgerufen werden.

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6 Gedanken zu „Gastbeitrag: Lass die Idee schlafen, damit sie träumen kann.“

  1. Es ist immer aufregend zu erfahren, wie andere Menschen mit ihren Ideen umgehen. Ob ich auch eine Inkubationsphase habe? Wahrscheinlich nicht. Suche ich Fakten? Ganz bestimmt nicht. Ist das, was mit meinen Ideen geschieht, feminin? Das sollen andere entscheiden. Für mich ist es kindlich, weil nichts heranreift, ich aber ständig damit spiele. Und dann weglege. Und wieder nach ihnen greife. Und weglege. Ins Unterbewusstsein. Und ja, dort träumen sie vor sich hin.

  2. Mona, ich fand deinen Dialog so witzig, dass ich fast nicht auf den Inhalt achten konnte ;D

    Eine Inkubationsphase habe ich eigentlich nicht, oder sie ist so kurz, dass es mir nicht auffällt. Dafür habe ich andere Probleme beim Schreiben, offensichtlich *g*

      1. Mit der Argumentation kannst du ja alles behaupten. ;)
        Bei mir ist es wie bei Trippelschritt. Wenn man das inkubationsphase nennen möchte, in Ordnung.

  3. Toller Titel! Der hat mich direkt zum Nicken gebracht. – Klasse geschrieben.

    Ich muss sagen die Beobachtung – „Mit anderen Worten, man muss die Idee, an der man arbeitet, aus dem Intellekt verbannen und ins Unbewusste versetzen, wo sie mit allen möglichen anderen Erfahrungen in Berührung kommt.“ – habe ich selbst mehrfach erlebt. Wenn ich versuche zu sehr an etwas herumzudenken fällt mir nur das Naheliegende ein. Es ist dann selten sonderlich kreativ, neuartig oder spannend. Aber wenn ich mein Unterbewusstsein arbeiten lasse, dann fügen sich plötzlich Fäden zusammen, die ich zuvor nicht für möglich gehalten habe. Es ergibt Sinn und ist gut.

    Der Vergleich mit dem Sumpf ist super. Dein Satz „Ich muss erwachen um zu leben.“ erinnert mich sehr an meinen Weltengarten. Wo ich meine Ideen sammle und betrachte. Aus Keimlingen, die unterschiedlichst behandelt, irgendwann zu blühen beginnen.
    Bei meiner eigenen Arbeitsweise bin ich mir sicher, dass ich nicht nur eine Inkubationsphase habe sondern viele. Zu Beginn, bevor ich überhaupt ein Wort zu Papier bringe. Aber auch immer wieder zwischendurch. Sei es eine Handlung, die sich scheinbar in eine Sackgasse geschrieben hat, aber nach einiger Traumzeit ganz neue Möglichkeiten offenbart usw. Manche dieser Inkubationsphasen sind kurz, andere dauern länger. Manche Stunden, andere Tage, Wochen oder sogar Jahre.

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