1. 4. Januar 2016 | Veröffentlicht unter Gaming, rund um Gaming.

    Was wäre, wenn ich eine Simsfigur wäre?

    Von

    Dieser Frage bin ich nachgegangen und habe mir eigens dafür Sims 3 installiert. Für mehr als diesen überaus wissenschaftlichen Test (für den ich auch keine grafischen Höchstleistungen gescheut habe. Hust. Hust. Das passiert, wenn man nicht screenshottet, sondern nur filmt.) reicht es für mich jedoch nicht. Der Titel befindet sich nicht mehr auf meiner Platte. RIP. Doch zurück zu dem Versuch: Die Charaktergenerierung. Eine Frisur ist schnell gefunden, ein „irgendwievielleichthalbwegspassendes“ Shirt ebenso und die Charaktereigenschaften gesetzt. Hier lasse ich Ehrlichkeit walten! Ordnung und Fleiß werden tief angesetzt, dafür die Nettigkeit zumindest auf ein Normalmaß. Aus diesen Charakterpunkten rechnet das Spiel automatisch das Sternzeichen aus. Überraschung: Mir wird tatsächlich die Waage zugeordnet! Da ich am 14.10.1995 (Hihi. An diesem Punkt endet die Ehrlichkeit) Geburtstag habe, passt es hervorragend! Das Spiel ist ein Hellseher. Bestimmt. Zuletzt definiere ich die „Laufbahn“. Gestatten: Ich bin natürlich ein „Freundschaftsmensch“ mit dem Lebensziel, viele gute Freundschaften zu knüpfen und zu festigen.

    Tadaa! Mini-me ist erschaffen. [insert irres Wissenschaftlerlachen. Muhahar.] Der eigentliche Test kann beginnen.

    Tag  1      

    Nun setze ich Klein-Guddy in ihre erste eigene, virtuelle Wohnung und gucke einfach zu.(per Schnelldurchlauf, versteht sich)
    Erstaunlicherweise tut sie das, was ich auch tun würde: sie setzt sich vor den Fernseher. Und sitzt. Und sitzt immer noch. Sie wäre wohl verhungert(ok, unwahrscheinlich. Es gibt schließlich Chipstüten im Kühlschrank.), würden nicht nach Stunden Nachbarn an ihrer Tür klingeln um sie in der Nachbarschaft willkommen zu heißen.
    Müde steht Guddy auf, streckt sich und watschelt Richtung Haustür. Kaum ist die Tür geöffnet, scheint alle Müdigkeit verflogen und ein heiteres Gespräch, mal mit dem einen, mal dem anderen der drei Gäste nimmt seinen Lauf.
    Zwischendurch macht sich einer der Gäste in die Hosen, weil Groß-Guddy vergessen hat, eine Tür zum Badezimmer samt Klo zu bauen. Zum Glück ist diese erbaut, bevor Klein-Guddy das gleiche Schicksal ereilen kann.
    Am Ende des Abends hat sie zwei echte, tiefgehende Freundschaften mehr. Das ging schnell. Nicht mehr lange, und alle werden friedlich lächelnd gemeinsam Freundschaftsbändchen knüpfen und Kumbaya singen.
    Es wird Nacht, ihre Müdigkeitsanzeige nimmt schwindelerregende Ausmaße an, gegen die sie sich standhaft wehrt. Lieber sitzt sie vor dem PC. Seems legit.
    In letzter Sekunde – ich hatte schon Angst, sie würde vor dem PC zusammenbrechen – springt sie auf und hechtet mit einem meisterhaften Sprung ins Bett.guddy

    Tag 2

    Sie schläft bis 12 Uhr Mittag und macht sich dann doch noch etwas zu Essen. Viel zu viel übrigens, vier weitere, randvolle Teller stellt sie auf alle möglichen Ablageflächen in der Küche und im Wohnzimmer. Sie isst vor dem Fernseher, stellt den Teller auf den Boden und geht duschen.
    In der Zwischenzeit wirft der Postbote einen Brief in den Briefkasten.
    Der restliche Tag verläuft komplett ereignislos. Aber man erzählt sich, das in China ein Sack Reis umgefallen sei und irgendjemand Toastbrote verkauft.

    Tag 3

    Sichtlich durch den vorhergegangenen, entspannten Tag ausgeruht, steht sie heute sogar bereits gegen 11 Uhr auf und schlendert nach der Dusche im Nachthemd an den mit grüner, stinkender Aura umgebenden Tellern vorbei nach draußen, um dort nicht etwa die Post hervorzuholen, nein, sondern sich ins Gras zu setzen (ein Schneidersitz macht sich wie man weiß hervorragend bei einem kurzen Nachthemdchen) und Löcher in die Luft zu starren. Das lässt ihre Laune langsam, aber stetig ansteigen – immerhin ist es im Simsland immer Sommer.
    Nach ein paar Minuten kommt ein noch unbekannter Nachbar vorbei, der sich einige Momente lang orientierungslos neben sie stellt. In trauter Zweisamkeit starren sie sicherlich eine Stunde lang Löcher in die Luft, bis Guddy aufsteht und den „Neu“ankömmlich überrascht ansieht. „Na wo kommst du denn so plötzlich her?“, scheinen ihre weit aufgerissenen Augen zu sagen, bevor sich die beiden kichernd begrüßen. Der Neue – nennen wir ihn der Einfachheit halber „Horst“ – redet den Sprechblasen nach zu urteilen über Fußball, seine Exfreundin und seine Oma, was Guddy dazu veranlasst, ungerührt über Basketball, Kinder und Dinosaurier zu fachsimpeln.
    Während Guddy die nächste halbe Stunde auf dem Klo verbringt, geht Horst ungefragt an den Fernseher und schaltet eine Soap ein, die Guddy, kaum dazugestoßen, wegdrückt und Nachrichten laufen lässt.
    Warum lade ich  – also sie, also ich, also sie – eigentlich jeden nach Hause ein?!
    Irgendwann geht Horst, dafür schrillt das Telefon und Freundin Berta meldet sich zum Dienst.
    Irgendwie haben es in der Zwischenzeit zwei Bücher auf den Boden geschafft und Guddy bewegt sich telefonierend, doch mit traumwandlerischer Sicherheit, durch das Labyrinth an aufgeschlagenen Büchern, schmutzigem, stinkendem Geschirr und alten Zeitungen.

    UnbenanntTag 4

    Während Groß-Guddy einen Augenblick lang nicht hinsieht, ist Mini-Guddy bereits um 9 Uhr aufgestanden – doch wer hätte diese spontane Eskalation an Bewegung auch erahnen können?! – und an den Herd geschlichen, um sich etwas Lustiges zu brauen. Dort begab es sich, dass sie den Herd Herd sein ließ und sich lieber zockenderweise an den PC setzte. Das Essen dampfte. Es wurde schwarz. Und brannte. Lichterloh. Aufgeschreckt von den seit einer halben Stunde im Zimmer schwebenden, dicken Rauchwolken rennt sie in die Küche und geradewegs in ihr Verderben. Ich kann gerade noch „Khaaaaaaaaaaaaaan!“ rufen, ehe sie theatralisch  zusammenbricht.

    Mini-Guddy wurde nur vier Tage alt.

    Rückblick

    Guddy hat geschlafen, gegessen und sich immerhin auch geduscht (habe da schon ganz andere Sachen bei den Sims erlebt). Durch ihre neu erworbenen Freundschaften und anregenden Gespräche hat sie Bonuspunkte bekommen und ihr entspannter Lebensstil lässt ihre körperlichen Anzeigen nie in den roten Bereich gelangen – wenn wir mal beide Augen zudrücken, was die Müdigkeit angeht.
    Von alleine hat sie sich leider keinen Job gesucht. Sie hätte aber mit Sicherheit großartig im Bereich Medizin brillieren können! Wenn sie nicht gestorben wäre.

    Vergleich

    Erschreckende Ähnlichkeiten von Klein- zu Groß-Guddy sind deutlich erkennbar. Ich meine sogar, aus der Simssprache das Wort „Scheiße“ gehört zu haben, als sie an Tag 1 wild gestikulierend vor der zugemauerten Wand des Badezimmers stand.
    Trotzdem: Ich bin natürlich ordentlicher! Zumindest stelle ich keine fröhlich vor sich hin schimmelnden Essensreste auf den Boden. Und eine Arbeitsstelle habe ich auch! Außerdem vergesse ich niemals etwas auf dem Herd. Wirklich nicht. Darum ist auch kein einziger Topf und keine einzige Pfanne bis in alle Ewigkeit von schwarzem Ruß zerfressen. Keine.
    Ein wenig verzerrt wurde das ganze natürlich noch dadurch, dass weder Freund, noch Katze dabei waren. Aber dann hätte ich ja doch eingreifen müssen, um zumindest Freund wohl gesättigt und ausgeruht zur Arbeit zu schubsen. Außerdem bin ich gegen Tierversuche.

    Und bin noch fähig, diese Zeilen zu tippen. Vielleicht sollte ich mich fortan nur von Herdplatten fernhalten.

    Ähnlich großartige Postings:

  2. 6 Kommentare

    1. ok, ich lese jetzt erst mal den Artikel, aber das Lächeln kommt schon mal überhaupt nicht hin!

    2. Markus sagt:

      Wie süß beschrieben! :´D

    3. AniMage sagt:

      Verdammt, wenn ich das Spiel hätte, würde ich das jetzt auch nur zu gerne ausprobieren. xD
      Schöne Idee!

    4. Mein Alter-Ego-Sim hat sich mit einem elektrischen Schlag am kaputt gegangenen Fernseher beim reparieren selbst gegrillt – danach habe ich es nie wieder versucht :D

    5. Zeitzeugin Guddy sagt:

      Danke :)

      AniMage, mittlerweile sind sie ganz günstig. Gibt ja auch Leute, die länger daran Spaß haben ;)
      Aber ich würde es auch nicht extra deswegen anschaffen *g*

    6. Nina sagt:

      Coole Idee und wie immer sehr unterhaltsam geschrieben! Das müsste ich auch mal ausprobieren, mit dem guten alten Sims 2.
      Schön, dass du zurzeit so blogmotiviert bist <3

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