Star Trek beyond

Star Trek Beyond: 5 gute Gründe, doch noch ins Kino zu gehen

Viel spricht gegen diesen dreizehnten Star Trek-Film: Regie führt Justin Lin, der sich für „Fast and Furious“ verantwortlich zeigt und dem manche höchstens ihre Star Trek-Actionfiguren anvertrauen würden, es ist ein Film „ungerader Nummer“ und irgendwie stehen ohnehin viele Trekkies mit dem Reboot auf Kriegsfuß. Es sei zu glatt, zu neu, zu uncharmant, zu wenig Star Trek. Kann man sich Beyond dennoch ansehen? Dieser Film, in dem es Kirk und Co getrennt voneinander auf einen fremden Planeten verschlägt, in dem die Enterprise zerstört, nahezu vernichtet wird und in dem es wieder gegen einen übermächtigen Antagonisten geht? – Ich war im Kino. Und kann euch zumindest meine bescheidene Meinung darlegen:

Ja. Der Film lohnt sich. Warum? Darum:

  • Das Trio Infernale ist wieder da. Kirk, Pille, Spock, das Triforce star trekscher Macht wird hier gekonnt und in altbekannt augenzwinkernder Manier in Szene gesetzt. Wir erleben hier eine erwachende Bromance zwischen Pille und Spock live mit, können über diesen und jenen Schlagabtausch herzlich lachen und gerade diese drei Figuren sind es, die besonders Leben in die Riege der Crew einzuhauchen vermögen. Besonders betonen möchte ich an dieser Stelle Karl Urban, der Pille auf den Punkt verkörpert. Er lässt McCoy mit dessen trockenem Humor wiederaufleben, dass es eine wahre Freude ist. Pille for president!
  • Es gibt (humorvolle) Referenzen. Stein und Fels aus Pappmaché. Kirk mit zerrissenem Shirt. „Ich bin Arzt, kein …!“. Aufgeplusterte Lebensformen, die insbesondere mit Masse beeindrucken. Ein schmales Retrofeeling schiebt sich durch den Hochglanz der Optik und verbreitet ein wohliges Flair. Charmant werden Brücken zu TOS geschlagen, die unterhaltsam durch die zuweilen lose wirkende Handlung tragen. Es ist neu – und zugleich dezent alt. Und das ist gut so.
  • Die Bildgewalt ist Wahnsinn. Ja, „Buh“, Effekte sind die glitzernd triefenden Arschlöcher der Filmkultur. Doch weshalb sollte nicht etwas gewürdigt werden, das essentiell für dieses Medium ist? Sehenden Auges gehen wir ins Kino, optische Reize sind es, die uns die zwei Stunden hinweg begleiten. Wuchtig, brillant, dreckig und beeindruckend; so wird der Weltraum, wird der fremde Planet visualisiert, in all ihrer Pracht. Weltraumschlachten, die rasant und spannend wirken selbst wenn man das Ende bereits erahnt. Doch wen kümmert es, wenn man bereits auf das befreite Gelächter der Crew am Ende des Films wartet, wenn man das Ende bereits zu kennen glaubt – wenn der Weg dorthin doch das Ziel ist? Die Bilder sind schlichtweg beeindruckend und machen Spaß.
  • Die Figuren machen Spaß. Nicht nur die bereits bekannten Gesichter, auch neu hinzugekommene wie die Kriegerin Jaylah, gespielt von Sofia Boutella sind es wert, betrachtet zu werden. Es sind keine flachen Figuren, seien sie weiblich, homosexuell oder weiß; keine Abziehfigürchen, sondern Menschen mit Profil und ohne großes Klischee. Sicher: Wir finden hier Archetypen vor: Den Draufgänger, die kühle Intelligente, den Zyniker, doch sind es die Facetten, die sie zum schillern bringen. Gerade Jaylah hat mich überzeugt. Ich mag ihr Charakterkonzept, ihr Auftreten, ihren Stil. Selbst der Antagonist Krall, gespielt von Idris Elba, bildet da keine Ausnahme. er ist der bislang für mich beste Schurke des Reboots. Mit Abstand.
  • Er ist kurzweilig. Er macht Spaß. Raumschiffe werden originell eingesetzt. Ich habe mich nicht gelangweilt. Kurz: Ich fand ihn gut.

Nein,

Beyond ist keine Offenbarung. Hier werden keine philosophischen Fragen aufgeworfen oder gar tiefgründig erschürft. Auch steht eher die Optik im Vordergrund denn der Plot, der an mancher Stelle recht dünn daherkommt und bei dem Spock sicher ab und an skeptisch die Augenbraue erheben würde. Gut unterhalten gefühlt habe ich mich allemal und er hat die beiden bisherigen Filme des Reboots überholt.

Das Reboot ist noch immer, trotz aller Referenzen, nicht das „alte Star Trek“. Das will es aber auch gar nicht sein. Und das ist ok – wenn man sich darauf einlassen kann und Actionkino nicht grundsätzlich verteufelt.


Genre: Sci-Fi, Action
Regisseur: Justin Lin
Schauspieler:
 Chris Pine, Zachary Quinto, Anton Yelchin, Simon Pegg
Erscheinungsjahr:
2016
Spieldauer:
123 Minuten
Originalton: Englisch
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4 Gedanken zu „Star Trek Beyond: 5 gute Gründe, doch noch ins Kino zu gehen“

  1. Ich finde es schon merkwürdig, wie irgendwie plötzlich alle so tun, als wäre „Beyond“ ein nonstop Actionfest, wenn es eigentlich dort weniger Action gab, als in den beiden vorherigen Filmen. Und ich muss auch nochmal eine Lanze für die Wahl von Justin Lin als Regisseur brechen. Vermutlich wurde er engagiert, weil seine letzten paar Filme richtig Kasse machten, aber da, seitdem er die Regie übernahm, die „Fast & Furious“ Reihe ihren Fokus auf eine Gruppe Charaktere unterschiedlicher Herkunft legte, die sich selber als Familie betrachten und ihre Probleme mit Cleverness und der Technologie, die ihnen zur Verfügung steht lösen, ist er in meinen Augen eine perfekte Wahl.

    Abgesehen davon, fand ich den Film ganz okay, aber es ist einer der schwächeren Filme der Reihe. Kein Totalausfall wie „Am Rande des Universums“ oder der letzte Akt von „Into Darkness“, aber eigentlich „nur“ ein nettes Abenteuer ohne Relevanz. Zudem mit einem etwas eindimensionalen Schurken, der einfach nur böse ist, weil dieser Film halt einen Schurken braucht. Kein Vergleich mit der Tragik von Nero oder dem völlig fehlgeleiteten Beschützerinstinkt von Khan und Admiral Marcus aus den letzten beiden Teilen.

    Immerhin: Die erste Szene ist herrlich „Galaxy Quest“-esque und ich liebe, liebe, liebe, liebe wie die aktuelle Reihe eine Lanze für die Popmusik unserer Gegenwart bricht (und den Hatern Kirks Liebe für die Beastie Boys diesmal regelrecht in die Fresse schlägt).

  2. Ich werde mir den Film auf alle Fälle noch ansehen. Ich gebe zu das mir das Reboot sehr gut gefallen hat und es meiner Meinung nach auch kaum einen andere Wahl gab den die alten Star Trek Filmen wurden von Teil zu Teil schlechter ( Ausnahme ist Star Trek 6 der mit weiten Abstand der mieseste aller Filme ist). Bin mal gespannt ob mir dieser Teil genauso zusagt wie die letzten beiden

  3. Also ich muss ehrlich sagen, ich fand die neuen Filme nie so schlecht, weswegen ich eigentlich den neuen auch unbedingt sehen will. Jetzt hast du mich noch neugieriger gemacht, verdammt…

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