Kategorie-Archiv: Artikel

Lebendige NPCs

kanevalDer Karneval der Rollenspielblos geht in eine neue Runde und trägt diesmal, organisiert von Engor, das Thema “Lebendige NSCs – wie man (Nichtspieler)Figuren Tiefe verleiht“. Dieses Thema beinhaltet eine Vielzahl an möglichen Herangehensweisen und Unterthemen, sodass es sich eigentlich für mehrere unterschiedliche Karnevalsthemen eignen würde. Wie baut man NPCs inhaltlich auf? Wie stellt man sie dar? Wie viel Raum und Liebe zum Detail darf man ihnen einräumen? Undundund. Da Charaktere, sei es nun im direkten Rollenspielbezug oder unter schriftstellerischen Aspekten, meine persönlichen Steckenpferde sind, mache ich natürlich gerne mit und trage meinen Teil dazu bei. Natürlich wie stets sehr subjektiv geprägt. Es sind und bleiben Tipps, keine festen Regeln, die den Anspruch auf vollkommene Richtigkeit erheben.

Thema heute: Die Darstellung eines NPCs am Spieltisch

Die Spieler haben ihren Char, den sie verkörpern müssen, für den sie eine Hintergrundgeschichte erstellt haben und auf den sie sich in der Darstellung konzentrieren können. Der Spielleiter allerdings muss in der Regel in der Lage sein, mehrere Charaktere an einem Abend darzustellen und das möglichst so, dass keiner stiefmütterlich behandelt wird und blass bleibt. Diesen Facettenreichtum, gepaart mit einer gewissen Multitasking-Funktion sehe ich als einzigen wirklichen Unterschied zwischen SC und NSC an. Für mich sollte jeder NSC die gleiche Gewichtung, die gleiche Liebe zum Detail haben wie ein SC. Er sollte “voll” wirken, nicht wie ein x-beliebiger Statist. Dabei geht es mir nicht darum, dass jeder NPC eine seitenlange Hintergrundgeschichte vorweisen kann, sondern vielmehr um eine Darstellung, die ihn wirken lässt, als sei er eine ausgearbeitete Person. Unabhängig davon, ob es sich um einen unwichtigen Händler oder den storyrelevanten Auftraggeber handelt.

Wenn man die Zeit hat, sollte man natürlich insbesondere für die storyrelevanten NPCs einen Hintergrund erstellen, sich die Eckdaten und wichtige Informationen wie Herkunft, Beruf überlegen. Der Charakter, die Motivation zu erstellen – das ist alles ein ganz anderes Thema und im Grunde eine herkömmliche Charaktergenerierung mit Abstrichen. Ich persönlich brauche für jeden NPC etwa zwei bis fünf Minuten, in denen ich meine Fantasie schweifen lasse und mir überlege, was für einen Typen ich vor mir habe. Die Charaktergenerierung soll nun aber nicht Gegenstand dieses Postings werden.

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The Real Life – Eine Rezension

The Real Life“ ist eines der wenigen Spiele, dessen Genre man nicht genau definieren kann. Es zeigt sowohl Anleihen von Adventure und Action, als auch von Simulation und Strategie. Offiziell released wurde es noch nicht, wahrscheinlich befindet es sich noch in der Open Beta. Ob es jemals ein Release Datum erfahren wird, bleibt leider im Unklaren, da sich das Entwicklerstudio bis heute nicht dazu geäußert hat.

Um dieses Entwicklerstudio rankt sich ein besonderes Mysterium, da es sich völlig anonym präsentiert und auch keinerlei Statement zu diesem Grafikgiganten abgeben möchte. Diese Anonymität veranlasst zu mannigfaltigen Theorien über den Ursprung des Studios. Ist es nur eines oder sind gar mehrere an der Schöpfung beteiligt? Manche glauben sogar, den Namen herausgefunden zu haben: So stehen etwa „Gott“ und „Spaghettimonster“zur aktuellen Debatte. Doch so wenig bewiesen diese Theorien sind, so konnten doch einige andere bereits widerlegt werden: Zeus etwa wurde dementiert.

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prinzen

Klassisches Märchen – mal andersrum

prinzenVor wenigen Tagen erst habe ich mich gefragt, ob es eigentlich auch homosexuelle Pärchen in Märchen und märchenhaften Geschichten gibt. Immerhin haben wir schon eine dunkelhäutige Disneyprinzessin.

Tatsächlich wurde ich fündig und entdeckte das vor wenigen Wochen veröffentlichte, englische Kinderbuch “The Princes and The Treasure” des Wirtschaftswissenschaftsprofessoren Jeffrey Miles, das zunächst eine handelsübliche Geschichte zu erzählen scheint. Eine schöne Prinzessin wird von einer garstigen, alten Frau entführt und zwei Prinzen ziehen aus, um sie zu retten, damit einer von ihnen möglicherweise am Ende den “größten Schatz des Landes” heiraten kann. Dazu kommt es dann auch. Nur anders, als man es gewohnt ist.

Die Idee zu diesem Kinderbuch fand der seit fünf Jahren mit einem Mann verheiratete Miles beim Besuch eines Freizeitparks. Vor einem Schloss sah er eine Show, in der glückliche Märchenpaare miteinander tanzten und sangen. Nach strenger Mann-Frau-Paarung, versteht sich.  “Warum sind dort keine schwulen Prinzen oder lesbische Prinzessinnen? Warum kann der hübsche Prinz keinen anderen hübschen Prinzen heiraten? Warum kann die Maid in Not nicht von einer schönen Prinzessin gerettet werden?”¹ Fragen, die ihn schon seit der Kindheit beschäftigten und die letztlich dazu führten, dass er selber den Stift in die Hand nahm, um eine entsprechende Geschichte zu erschaffen. Ein Nachfolgebilderbuch ist zumindest bereits geschrieben: “The Princes and The Dragon“, in dem die beiden Prinzen eine Regenbogenfamilie gründen und Zwillinge – ein Mädchen und einen Jungen – großziehen.

Ich begrüße es sehr, dass es solche Geschichten gibt, die man einfach unaufgeregt zwischen die anderen Bilderbücher legen kann; die etwas Selbstverständliches haben, ohne gleich trocken aufklärende Ratgeber zu sein.

Beziehen kann man es bislang nur auf englisch beispielsweise über Amazon, wobei man zwischen einer Kindle Edition und der gebundenen Ausgabe wählen kann. In eine ähnliche Kerbe schlägt auch das Buch “König & König” von Linda de Haan und Stern Nijland, in dem ein König verheiratet werden soll und dafür scharenweise hübsche Prinzessinnen angekarrt werden. Das Glück findet er, wer hätte es gedacht, natürlich nicht in einer von ihnen, sondern in einer anderen Person.

¹ Das komplette (englische) Interview kann man hier bei Advocate.com nachlesen.

FedCon 23

grtgrgtrtgrVom 29.Mai bis zum 1. Juni fand sie wieder statt: Die FedCon. Ja, ich bin Wiederholungstäterin und doch kann ich mich von einer gewissen Faszination und jugendlichem Staunen nicht ganz freisprechen. Es geht mir nicht nur um die Cosplays und das feilgebotene Merchandise, denn das sind Dinge, die man auch auf ordinären Conventions finden kann. Nein, es ist schon das ganz besondere FedCon-Feeling, das in Kombination mit den vielen Gaststars eine wunderbare Mischung ergibt.

Der mehr oder minder treu ergebene Blogleser wird bereits wissen, um was es sich bei der FedCon handelt, für die Neulinge sei sie kurz erklärt:

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Die Fed(eration) Con(vention) findet seit 1992 jährlich statt, wobei sich der Austragungsort in den letzten Jahren auf Düsseldorf eingependelt hat. Nebst Vorträge von Experten zu Science-Fiction Themen wie etwa das Beamen bilden vor allen Dingen Schauspieler aus Film und insbesondere Serien den Mittelpunkt, die in den sogenannten Panels den Gästen Rede und Antwort stehen. In eine umrahmende, kleine Show gebettet, präsentiert sich hier Entertainment, das man längst nicht überall finden kann. Diese besonderen Momente mit den “Stars” lassen sich zudem noch auf Autogramme und gemeinsame Fotos ausweiten, die für ein paar Sekunden das Fanherz deutlich höher schlagen lassen. Seit Beginn der Con waren unter anderem Leonard Nimoy, Wil Wheaton, William Shatner und Summer Glau zu Gast.

000Auch in diesem Jahr war die Schar an Stargästen und die damit verbundenen Fandoms breit gefächert: Alexander Siddig und Nana Visitor etwa aus DS9, Richard Dean Anderson und Amanda Tapping aus Stargate, Holly Marie Combs und Shannen Doherty aus Charmed und Nichelle Nichols aus TOS, um nur einen kleinen Teil zu nennen. Besonders Nichelle Nichols, die das Publikum zu Standing Ovations hinriss und Richard Dean Anderson, dessen Autogramm fast 100€ kostete waren gern gesehene Gäste. Auf ihre Panels werde ich auch noch eingehen, allerdings in einem gesonderten Blogartikel, bevor das hier noch Ausmaße einer Masterarbeit annimmt!

Da ich an zweien der vier Tage alleine unterwegs war, habe ich mich ein wenig unter das lustige Völkchen gemischt und mich mit den Gästen unterhalten. Besonders gefreut hat es mich natürlich, nicht nur Raine kurz beim Burgeressen beobachten zu können, sondern auch zwei Youtubeabonnenten von mir getroffen zu haben. Falls ihr das hier lest: (natürlich tut ihr das! ;) ) Das Bier war eine gute Wahl! Beide waren Con-Newbies, wobei sie besonders die Aussicht auf die Stargate-Gäste nach Düsseldorf gelockt hat. Über 150€ hat jeder von ihnen allein für Fotos mit ihren Stars ausgegeben. Was für andere vollkommen unverständlich ist, erklärt einer von ihnen mit leuchtenden Augen:

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Let’s Playerinnen und der Tittenbonus

Natürlich geht es, wenn man vom Tittenbonus spricht, nicht nur um Let’s Playerinnen. Übertragbar ist es auf so ziemlich jede Sparte, die sich als Männerdomäne versteht.

Das Video funktioniert hier eigentlich nur als Video, nicht als Text, daher fasse ich es an dieser Stelle nur zusammen: Gerne wird erfolgreichen Let’s Playerinnen vorgeworfen, sie haben es nur aufgrund ihres Geschlechts so weit geschafft. Das ist eine Farce, wenn man bedenkt, dass selbst diese weiblichen Wesen Arbeit, Herzblut und Leidenschaft in ihre Videos stecken – nicht unbedingt weniger als ihre männlichen Kollegen. Frauen müssen sich doppelt beweisen. Bei Männern dagegen wird gerne hingenommen, dass sie aufgrund ihrer Persönlichkeit und Kreativität erfolgreich geworden sind. Kann das in Ordnung sein? Ich denke doch nicht.
Vielleicht sollte man wirklich aufhören, überall nur die Geschlechter untereinander zu vergleichen und sich voller Neid an irgendwem zu messen. Man sollte lieber nach Leistung beurteilen. Und die kann man sowohl bei Männern, als auch bei Frauen finden – oder eben auch nicht.

Besonders bitter ist es für mich, wenn solch eine Aussage von Menschen kommt, von denen ich dachte, sie würden mich schätzen – ohne meinen “Erfolg” relativieren zu müssen. Dabei müssten gerade sie es besser wissen.