1. 11. Juni 2015 | Veröffentlicht unter Comics, Comicvorstellungen.

    The unbeatable Squirrel Girl!

    Von

    Genre: Superhelden
    Autoren:
     Ryan North
    Illustratoren:
    Erica Henderson
    Erscheinungsform: 
    112 Seiten,  Softcover
    Enthält: The Unbeatable Squirrel Girl 1-5
    Verlag: Marvel
    Für 14,00 vorbestellen


    Inhalt

    Doreen Green ist eigentlich ein ganz normales Mädchen. Ein  bisschen Tomboy, ein bisschen zu größenwahnsinnig, ein wenig tierverliebt und einen großen Hintern hat sie auch. Das hat auch seinen Grund, denn irgendwo muss man seinen Eichhörnchenschweif ja auch verstecken! Doreen ist nämlich Squirrel Girl, proportional ausgestattet mit der Stärke und Schnelligkeit eines Eichhorns. Gemeinsam mit ihrem Sidekick Tippy sagt sie Superschurken wie dem garstigen Jäger Kraven, der in seiner Leoleggins ein wenig aussieht wie ein verunglückter Zirkusdompteur, den Kampf an. Mit geballter Eichhornkraft, versteht sich, denn die sollte man auf keinen Fall unterschätzen!

    Photo-Jan-11-5-56-50-PM-1024x437Neulich, im Comiclager, stieß ich auf die wunderbare Comicwelt des Squirrel Girls und nahm sofort einen kleinen Stapel dessen mit. Dabei kannte ich sie zuvor kaum, war lediglich auf die vier Variantcovers der ersten Issues und auf ein putziges Cosplayvideo aufmerksam geworden, die allesamt Lust auf mehr gemacht hatten. Nicht, dass Squirrel Girl ein neuer Charakter wäre, tatsächlich existiert sie schon seit 1992, hat bereits Wolverine gehörig den Hintern versohlt (s. New Avengers Vol. 2 #15) und sich ihren Zusatz „Unbeatable“ redlich verdient.

    Nun hat sie Anfang dieses Jahres eine eigene Serie bekommen und unter Erica Hendersons Zeichenfeder auch einen neuen Look. Nicht sexy sollte es sein, sondern so, wie sich die Künstlerin ein Eichhornmädchen vorstellt: Knuffig, robuster als die 08/15 zierliche Superheldin und aufgeweckt, was sich sehr gut in ihrer Mimik widerspiegelt. Insgesamt ist der Stil sehr comiclastig und bunt, dynamisch nicht nur innerhalb der Action, sondern auch in ruhigeren Abschnitten. Es ist keine düstere Dystopie und kein melancholischer Batman, sondern kurzweiliger Spaß.

    qci5g6m7k6xacdp7derxUnd ja, es macht verdammt viel Spaß! Die Seiten sind voller Witz in Wort und Bild, die Charaktere mannigfaltig statt inspirationslose Abziehbildchen anderer Helden und die Methoden Squirrel Girls ausgefallen und dadurch spannend zu lesen. Auch die Art, wie sie sich ihren Widersachern nähert: Tipps zur Bekämpfung findet sie in Deadpool’s Guide to Super Villains, in dem die  Schurken charakterisiert und deren Stärken und Schwächen aufgezeigt werden. Unter den Superheldenkarten findet man übrigens zu 99% Karten von Deadpool selbst, wie er sich im Spiegel grinsend thumbs up gibt. Überhaupt gibt es einige Referenzen zu anderen Comics und Superhelden und wenn Tippy in einem „Anzug“ bestehend aus der Maske und dem Handschuh Iron Mans ins Weltall fliegt, hat es etwas unfassbar Possierliches!

    .

    Die Dynamik zwischen den Eichhörnchen, Doreen und den Nebencharakteren hat es mir absolut angetan und vor allem Doreens Wesen ist etwas, das ich herausragend finde. Ich mag auf liebenswerte Art größenwahnsinnige Charaktere sehr. Wobei, wieso eigentlich größenwahnsinnig? Sie ist nunmal unschlagbar! Akzentuiert wird diese fiktive Persönlichkeit noch durch die Leserbriefe und vor allem die Antworten seitens Ryans und Ericas, die am Ende der Heftchen zu finden sind. Eines noch, bevor ich zum völlig überraschenden Fazit komme: Hier ist die englische Version wirklich die einzig richtige Wahl. Es gibt einfach zu viele Wortspiele, die in der Übersetzung verloren gingen.

    Fazit

    The unbeatable Squirrel Girl hat für mich etwas Außergewöhnliches. Die Heldin, die Geschichte, der Humor sticht unter den vielen anderen Comicserien deutlich hervor. Vielleicht wirken Eichhörnchen nicht, als könnten sie Grundlage eines Superhelden sein – aber hier wird deutlich gezeigt, dass sie sehr wohl super sein können.


  2. 7. Mai 2015 | Veröffentlicht unter Comics, rund um Comics.

    Am Samstag ist Gratis Comic Tag

    Von

    Am Samstag hat man wieder die Gelegenheit, beim Comicladen seines Vertrauens kostenlose Comichefte zu ergattern. Rund 240 Händler nehmen an dieser Aktion teil – ob auch in eurer Nähe, könnt ihr hier sehen. Diese bieten nicht nur die insgesamt 34 Comics diverser namhafter Verlage an, sondern teilweise auch Aktionen wie Signierstunden oder Zeichenwettbewerbe.

    Da ich gerade die 34 Comics erwähnt habe: Natürlich kann man nicht in die Läden marschieren und sich wahllos mit Comics eindecken. Nein, zum Angebot des Gratis Comic Tages gehören besagte rund 3 Dutzend Comichefte, die hier aufgelistet sind. Meine besonderen Empfehlungen dabei sind das wunderschön gezeichnete Love, das ohne Worte auskommt und pro Issue eine Tierart in den Fokus stellt, Futures End, das für sich selbst sprechen sollte und natürlich Elfquest: The Final Quest, das ich hier bereits vorgestellt hatte. Insgesamt wird eine breite Auswahl angeboten, die von Superhelden über Klassiker bishin zu wenig bekannten Figuren und Künstlern reicht.

    Vielleicht ist dieser Tag die richtige Gelegenheit, mal wieder oder auch zum ersten Mal einen Comicladen zu besuchen und in die dortige Auswahl hineinzuschnuppern? Auf auf! Lest in Elfquest rein! Das ist die Gelegenheit!


  3. 3. Mai 2015 | Veröffentlicht unter Comics, Comicvorstellungen.

    Teenage Mutant Ninja Turtles #6: „Vier Freunde“

    Von


    Genre: Action
    Autoren:
    Erik Burnham, Mike Costa, Barbara Kesel
    Illustratoren:
    Mike Henderson, Marley Zarcone
    Erscheinungsform: 
    108 Seiten,  Softcover
    Enthält: The Micro Series 5-8
    VerlagPanini Comics Leseprobe
    Für 12,99 bestellen


    Inhalt

    Einer alten Tradition folgend stellt die Micro Series von 2012 pro Ausgabe einen Charakter in den Fokus. Nachdem die Ausgaben 1-4 die vier Turtles vorgestellt haben, werden nun in den Ausgaben 5-8, die hier in diesem Band zusammengefasst werden, vier ihrer Verbündeten vorgestellt: Casey Jones, Splinter, April und Fugitoid.

    Während sich Splinter zurück an sein früheres Leben in Japan erinnert, lernen wir aus Casey Jones‚ Sicht über dessen zerrütteten Familienverhältnisse, folgen April in die zwielichtigen Abteilungen des Stockgen Labs und erfahren mehr über die Hintergründe des Androiden Fugitoid. Vier in sich abgeschlossene Geschichtchen, die einen tieferen Einblick in den Kosmos der Ninjaschildkröten gewähren.

    Kritik

    Die vier Geschichten wurden von verschiedenen Autoren und Künstlern realisiert, dennoch schwankt die Qualität in keinster Weise. Natürlich – und auch zum Glück – unterscheiden sich die Zeichenstile jedoch, unterstreichen jeder für sich die Inhalte. Die Vergangenheit Splinters wird in schmutzigen Farben gehalten und es ist auch keine, die allzu viel rosa Zuckerwatte verspricht. Immerhin taucht auch Oroku Saki auf, und wer das ist, muss an dieser Stelle vermutlich nicht erklärt werden. Oder doch: Er ist oder wird Shredder, das sympathische Kerlchen mit den Käsereibenschultern. [Funfact: Die Rüstung war tatsächlich von diesem Küchengerät inspiriert.] Splinter wird hier Raum gegeben, seine väterlichen Eigenschaften werden durch negativere ergänzt, die zu großen Teilen in seiner Jugend verankert sind.

    caseyjonesEin besonderes Schätzchen ist in meinen Augen die zweite Geschichte, dieses Mal aus der Zeichenfeder von Mike Henderson. Hier steht ein junger Casey Jones im Mittelpunkt, dessen familiärer Background alles andere als quietschfidel ist und der sich im wahrsten Sinn des Wortes durchs Leben schlagen muss. Definitiv ist es keine leichte Kost, nichts, bei dem man wirklich „Spaß“ beim Lesen hat. Dafür lässt die Geschichte an sich keinen Raum. Die Alkohol- und Aggressionsprobleme des Vaters, die Krankheit der Mutter, ihre Aussage, Casey möge seinem Vater gegenüber immer den Schwächeren geben, damit dieser sich besser fühle… alles nicht so schön. Schlecht ist sie allerdings keinesfalls, im Gegenteil. Sie ist auf eine sehr graue Weise emotional und hart, lässt dabei allerdings keinen der relevanten  Charaktere wirklich schlecht erscheinen.

    Im Gegensatz dazu sind die kommenden Stories rund um April und Fugitoid nicht nur lustig gezeichnet, sondern auch ebenso gut gelaunt erzählt. Gerade Aprils Part ist in meinen Augen auch nicht besonders gut, sondern belanglos. Im Gegensatz zu den anderen drei Geschichten zeigt diese auch keine wirklich neue oder tiefer gehende Facette Aprils und auch das Setting ist keines, das mich besonders interessiert. Der ehemals menschliche Fugitoid reisst es am Ende des Bandes wieder raus. Das Charakterkonzept alleine ist ein sehr interessantes und wird hier dem Leser hervorragend transportiert.

    Insgesamt gefällt mir dieser Band sehr gut, da er Figuren beleuchtet, die ich ohnehin sehr schätze. Die Welt der Turtles wurde in den letzten Jahren bei IDW wieder einmal ein wenig überarbeitet und durch die Bände erhält man einen sehr guten Einblick über die neuen Geschehnisse. In Amerika ist auch längst die achtteilige Mikroserie rund um die Schurken veröffentlicht. Ich hoffe doch sehr, dass auch diese es nach Deutschland schafft.


  4. 21. April 2015 | Veröffentlicht unter Comics, Comicvorstellungen.

    Kamala Khan ist die neue „Ms. Marvel“ – Bd. 1

    Von

    Genre: „Superhelden“
    Autor:
     G. Willow Wilson
    Illustrator:
    Adrian Alphona
    Erscheinungsform: 
    124 Seiten,  Softcover, Band 1 von ?
    Enthält: Ms. Marvel (2014) 1-5
    VerlagPanini Comics 
    Amazonlink Leseprobe


    Bis 2012 war sie Ms. Marvel: Carol Danvers, ein blondes, optisches All-American Girl. Dann, nach Mar-Vells a.k.a. Captain Marvels Tod übernahm sie dessen Superheldenidentität und der Name „Ms. Marvel“ schien Geschichte.

    Doch nicht für lange. Bereits Ende 2013 wurde bekannt, dass im Zuge des allgemeinen Umbruchs jemand Neues Ms. Marvels Nachfolge antreten würde. Die Wahl war ungewöhnlich und wurde kontrovers aufgenommen, passt jedoch hervorragend in die momentan herrschende Suche nach mehr Diversität: Kamala Khan, sechzehnjährige Tochter einer pakistanischen Einwandererfamilie. Ms. Marvel ist fortan eine Muslima mit eigener Heftreihe, die zum jetzigen Zeitpunkt bereits 15 amerikanische Ausgaben umfasst. Die ersten 5 Ausgaben hat Panini Comics nun in deutscher Übersetzung herausgegeben.

    Handlung

    Kamala wächst als Teenager zwischen den Welten auf: Als muslimische Amerikanerin steht sie zwischen zwei Stühlen, scheint zu keiner hundertprozentig zu gehören. Für ihre Familie ist sie nicht konservativ genug, während sie von ihren Mitschüler nicht selten mit Klischees beworfen wird, was in Teilen auch auf ihre geekigen Hobbies zurückzuführen ist. So schreibt sie Fan Fictions, spielt Rollenspiele und ist Fan der – in ihrer Welt schließlich auch real existierenden – Superhelden. Ihre Lieblingsheldin ist Captain Marvel. Und in genau die scheint sie sich während einer schiefgelaufenen Partynacht zu verwandeln.

    Dem zugrunde liegt das – bei Ms. Marvel nicht näher erläuterte –  Crossover „Infinity„. In dieser Heftreihe zündet Black Bolt eine Bombe, welche überall auf der Welt den Terrigen-Nebel freisetzt. Menschen, welche das Inhuman-Gen in sich tragen, bekommen durch den Kontakt mit dem Nebel Superkräfte. Von alldem weiß Kamala natürlich nichts und muss fortan, ähnlich wie einst Spiderman,  alleine zusehen, wie sie mit den neu erworbenen Kräften umzugehen hat. Und das ist im normalen Teenager-Alltag alles andere als einfach.

    Kritik

    ms marvelDie Aufmerksamkeit, die die neue Ms. Marvel bereits vor Veröffentlichung der ersten Ausgabe erfahren hat, kommt natürlich nicht von ungefähr. Zwar ist sie nicht die erste muslimische Superheldin (man beachte etwa Dust von den X-Men), doch die erste, die als Titelheldin fungieren darf. Wer hier nun einen klischeebeladenen,  harsch demonstrierenden Krampf erwartet, wird hier allerdings nicht fündig werden. Die Religion soll nur eine Facette Kamalas sein und nicht das, was sie alleine ausmacht. Zwar werden Erwartungen bedient – so werden die gläubigen Eltern strenger dargestellt und etwa die Essensgebote thematisiert – doch wirkt es nicht plakativ, sondern natürlich. Dass die Autorin G. Willow Wilson nicht nur vor einiger Zeit selbst zum Islam konvertiert ist und somit keine Außenstehende mehr ist, sondern auch einige Muslime und diverse Ansichten kennt, merkt man deutlich. Die Religion nimmt eine angenehme Nebenrolle ein und erdrückt den eigentlichen Plot nicht, sondern dient als Unterstützung des Charakters.

    Der steckt in einer Identitätskrise zwischen Freunden, Familie und den Kulturen. Die Verwandlung geschieht auf eigenen Wunsch hin, als sie, im wahrsten Sinne des Wortes benebelt, Captain Marvel, Captain America und Iron Man vor sich sieht. Kamala beteuert, Captain Marvel sein zu wollen. Beliebt, hübsch, das Böse bekämpfend. Angekommen in ihrer Welt. Der Wunsch wird prompt erfüllt, die drei nebulösen Gestalten verschwinden zurück im Nebel und lassen Kamala in Captain Marvels Gestalt inklusive Superkräften zurück. Aber ist das alles? Ist sie nur dann „super“, wenn sie eine lange blonde Mähne hat, die im Wind wehen kann und lange Beine, an denen sich sexy Overknees schmiegen? Ist es so erstrebenswert, tatsächlich jemand anderes zu sein und dafür seine eigene Identität zu verleugnen? Das zum Glück nicht, denn das wäre definitiv ein Schritt in die falsche Richtung. Sie ist zur Verwandlungskünstlerin geworden, kann Gliedmaßen, Körpergröße, die ganze Gestalt verändern. Die Captain Marvels ist lediglich temporär, auch wenn es sie zugegebenermaßen zunächst sehr reizt, in Gestalt des Vorbildes zu agieren. Dass sie letztlich sich selbst treu bleibt, ist obligatorisch.

    kamala khan unicornMit diesen Fähigkeiten weiß sie zunächst natürlich wenig anzufangen und hat in den ersten Ausgaben viel damit zu tun, zu trainieren. Wenn man die dilettantischen Versuche mit ihrem dezent bekifft anmutenden Freund wirklich „Training“ nennen darf. Wofür sie ihre Kräfte einsetzen will, ist jedoch sofort klar, denn das ist schließlich das, was sie nicht nur in ihren Fan Fictions bereits betreibt, sondern auch von ihren Eltern beigebracht bekommen hat: Hilfsbereitschaft, selbst wenn es heißt, sich selber zu gefährden, die Schwachen zu schützen und an das Allgemeinwohl zu denken. Wenn nicht jetzt, wann dann?

    In den ersten Einzelausgaben sind es kleine Rettungsaktionen, die zum Teil sogar schiefgehen. Keine Endbosse, wie man sie von den „Originalen“ gewöhnt ist. Der Fokus liegt noch auf Kamalas Person, ihrem Alltag und ihrer Art, mit der Verwandlung und der neuen Verantwortung umzugehen, dort hineinzuwachsen. In späteren Ausgaben, das hat die Autorin versprochen, wird es auch Interaktionen mit anderen Superhelden geben, die schließlich ebenfalls durch Jersey flattern. Dass aus dem pubertierenden Nerd in nicht allzu ferner Zukunft eine schlagkräftige Ms . Marvel werden wird, davon gehe ich stark aus!

    Fazit

    Die Story ist sehr kurzweilig und führt neben Kamala auch interessante Nebenfiguren ein, über die ich ebenfalls gerne mehr erfahren würde und die über ausgearbeitete Hintergrundgeschichten zu verfügen scheinen. Eine Feel good – Coming of Age – Superhero-Symbiose die echt cool ist, um mal tief in die Anglizismuskiste zu greifen. Sie ist an ein jugendliches Publikum gerichtet, doch ich denke, dass sich auch ältere Semester gut mit der neuen Ms. Marvel anfreunden können. Die Zeichnungen Adrian Alphonas runden das ganze gekonnt ab, bilden eine gute Mischung aus überzeichneten, humorvollen Passagen und rauer Federführung, der es an Dynamik nicht mangelt.

    Fotos: Panini Comics

  5. 16. April 2015 | Veröffentlicht unter Comics, Comicvorstellungen.

    ElfQuest: The Final Quest Vol. 1

    Von


    Genre: FantasyAbenteuer
    Autor:
     Wendy&Richard Pini
    Illustrator:
    Wendy Pini; Coloration:  Sonny Strait
    Erscheinungsjahr:
    2015
    Erscheinungsform: 
    192 Seiten,  Softcover, Band 1 von ?
    Verlag: Dark Horse Books
    Amazonlink


    Inhalt

    [The Final Quest ist die neuste Reihe innerhalb des Elfquest-Universums. Wer wissen will, was Elfquest überhaupt ist, den verweise ich zu diesem Video von mir und natürlich auf die offizielle Seite.]

    Nach den Ereignissen in Shards  sollte eigentlich Ruhe eingekehrt sein, doch leider sind es wieder die Menschen, die mit dem Frieden nicht so ganz einverstanden sind. Der Sohn des Grohmul-Djun, Angrif Djun giert nicht nur nach Macht, sondern auch und vor allen Dingen nach Unsterblichkeit. Diese erhofft er sich vom blondgelockten Wolfreiter Mender, der nicht nur heilen, sondern Körper auch verändern und dementsprechend altersresistent gestalten kann. Zudem ist es auch der magische Palast der Hohen, der Veränderungen innerhalb der Sippen forciert.

    Kritik

    Elfquest ist meine erste große Comicliebe, insofern kann ich hier absolut nicht objektiv sein: Ich liebe Elfquest und bekomme regelmäßig beim Lesen der bekannten Werke eine Gänsehaut. Dennoch möchte ich euch hier The Final Quest vorstellen und ein wenig näher beleuchten. Unter der rosaroten Brille, versteht sich, dessen müsst ihr euch bewusst sein.

    In dem vorliegenden ersten Band enthalten sind die Issues 1-6 inklusive dem prologartigen Special und den Covern der einzelnen Ausgaben im Anhang. In Amerika bislang erschienen sind 8 Issues, der neunte ist auf dem Weg der Veröffentlichung. Nahtlos reiht es sich an Hidden Years an und beinhaltet direkte Verknüpfungen nicht nur zu dieser Reihe, sondern ebenso zu seinen Vorgängern: Als Neuling hier einzusteigen, halte ich für eine denkbar schlechte Wahl. Hier wäre es definitiv besser, mit den klassischen Abenteuern in der Elfenwelt zu beginnen, die den Anfang der kompletten Reihe markieren und die große Reise der Wolfsreiter auf der Flucht vor den Menschen und der Suche nach anderen Elfenstämmen zeigen. Lesen kann man alle bisherigen Publikationen mit Ausnahme der final Quest auf der ofiziellen Website. Für lau. Fangt doch mit The Original Quest an!

    RuffelSkywiseFinal Quest jedenfalls gibt nach all den anderen – nicht immer „guten“ – Künstlern, die Elfquest bislang neben Wendy Pini mit Zeichnungen versorgt haben, ein Back to the Roots- Feeling. Wendy Pini zeichnet sich endlich wieder verantwortlich für die Zeichnungen und das steigert die Qualität meiner Meinung nach erheblich. Es gibt ein Wiedersehen mit einigen tot geglaubten Charakteren sowie mit Charakteren, die tatsächlich gestorben sind – in der Erinnerung oder mit Hilfe des Palastes. Die Frage, woher Teir stammt, wer seine Eltern sind, wird geklärt und somit sein loser Handlungsfaden in das großen Geflecht geknüpft. Dabei beginnt der Band ruhig und würdevoll. Die Elfen werden in ihrer natürlichen Umgebung gezeigt, sodass man auch nach einiger Zeit der Elfquestabstinenz gut einsteigen und in die Welt der beiden Stämme – Cutters und Embers – eintauchen kann.

    Positiv

    • Das ewige Thema „Leben und Tod“, der Kreislauf wird durch die Geburten und Todesfälle gut unterstrichen und passen gut hinein. Durch den Tod der beiden Elfen wird deutlich gemacht, dass es kein Zuckerschlecken ist. Denn nein, es handelt sich nicht nur um Redshirts. Durch die beiden Geburten indes wird der Zugang der Elfen zum Thema Leben klarer und das Detail rund um Moonshade läutet eine ganz andere Ära von ihrer Seite aus ein, die ich mir so nicht erwünscht hätte. Und das ist gut. Endlich eine traurige Liebesgeschichte, die ihre Hofnungslosigkeit nicht aus den bekannten Puzzlestücken zusammen setzt
    • Nicht nur der Zeichenstil, auch die Geschichte selbst ist „back to the roots“. Alte Storyelemente werden aufgegriffen, ohne sie abzunutzen oder zu kopieren. Elfquest hat vor rund 40 Jahren mit der Gefangenschaft eines Elfen und einem schwierigen Erkennen begonnen und genau das tut es auch jetzt. Ember opfert sich gewissermaßen für ihren Stamm, gibt sich in die Hände des Grohmul Angrif, damit sich ihre Wolfsreiter in Sicherheit begeben können
    • Die Beziehungen finde ich großartig. Es ist nicht das klassische Schema, nicht die klassischen Probleme, die auftauchen, sondern solche, die aus der Kultur der Elfen entspringen. Konflikte zwischen dem Weg der Wolfsreiter und der unweigerlichen Veränderung steht ebenso im raum wie das Erkennen, das zwar vom Leser gerne mit Liebe gleichgesetzt wird, aber davon absolut nicht abhängt und, wie in diesem Fall, auch zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt kommen kann.
    • Ich persönlich bin absolut zufrieden mit der Dynamik, die in den ersten sechs Issues herrscht. Actionlastige Momente sind ebenso vorhanden wie die ruhigen, in denen „nur geredet wird“.Gerade in den Actionsequenzen trumpft Wendy Pini auf, kann mit ihren Panels überzeugen. Die Geschichte ist spannend, denn ich bin mir wirklich nicht sicher, wie es enden wird, was vor allen Dingen die inneren Konflikte betrifft.
    • Vollkommene Zufriedenheit bei mir als Elfquestfan: Endlich wieder neue Abenteuer, endlich sehen, wie es mit den Elfen weitergeht, endlich wieder Elfquest, so wie es sein soll!!
    • Strongbow! ♥ Ember! ♥ Teir! ♥ Freetouch! ♥ Ehm ja. Verzeihung.

    Negativ

    • [Kleiner Spoiler] Mit der Art, wie eine der beiden Elfen gestorben ist, bin ich unzufrieden. Es war so… sinnlos auf die denkbar ungünstigste Art: Es war nicht nur selbstverschuldet, sondern sogar gewollt. Kein Suizid, doch wir kennen ja die Einstellung der Go-Backs, heroisch im Kampf zu sterben. Doch warum dort? Warum nicht in einer Schlacht, die wirklich zählt? Es war so… häh? Nö, nicht einverstanden.
    • [Kleiner Spoiler] Meines Wissens nach sind Elfendamen zwei Jahre lang schwanger. Dass das Erkennen also aufgeschoben wird, nur um zu verhindern, dass das Kind unter widrigen Umständen groß wird oder die Frau in der härtesten Episode schwanger ist… Hm. Gerade weil ein Krieg bevor steht, wäre doch eine Schwangerschaft gut. Wer weiß, ob das mit dem Erkennen überhaupt so astrein aufgeschoben werden kann oder es beide überleben? Die Fruchtbarkeit der Elfen ist solch ein zartes Pflänzchen…
    • Brokeback-Pose. Tsts, Wendy, und dann noch solch eine extreme! ;)

    ember

    Insgesamt bin ich also höchst zufrieden. Ich hatte ja auch lange genug auf neuen Stoff gewartet! Die einzelnen Ausgaben zu bestellen gestaltete sich für mich als Nichtkreditkartenbesitzerin eben etwas schwierig. Volume 2 der Sammelausgabe wird erst 2016 erscheinen, doch so lange werde ich nicht mehr warten können, zumal ich mich auch selber immer bei der offiziellen ElfQuest-Facebookseite spoiler (JA, ich tue es gerne!). Also müssen die Einzelbände wohl bei Ebay bestellt werden. (Schon getan! Bis Band 8 zumindest, der neunte wird erst noch erscheinen). Sollen ElfQuestfans also hier zugreifen? Definitiv! Ist es etwas für Neueinsteiger? Nein. Zumindest nicht, bevor ihr nicht die früheren Comics auf der Website nachgelesen und euch etwas EQ-Wissen angehäuft habt!

    Es sprach: Guddy, ein Fan.


  6. 8. Februar 2015 | Veröffentlicht unter Comics, Comicvorstellungen.

    Badlands: Band 1. Kuckuckskind

    Von

    Genre: Abenteuer
    Autor:
    Eric Corbeyran
    Illustrator:
    Piotr Kowalski
    Erscheinungsjahr:
    2015
    Erscheinungsform: 
    48 Seiten,  Hardcover, Band 1 von 3
    Verlag: Splitter-Verlag
    Leseprobe AmazonlinkOriginalsprache: Französisch


    Inhalt

    Perla Ruiz-Tenguillo ist im Amerika des 19. Jahrhunderts auf den Spuren ihres Ahnen Hernan unterwegs. Eine von den Indianern verborgen gehaltene, unsichtbare Welt gilt es, zu entdecken, einem mysteriösen Würfels die Geheimnisse zu entlocken, die er birgt, und nebenbei noch garstigen Wesenheiten zu begegnen, die im Zwischenreich umher kreuchen und Perla nicht unbedingt wohlgesonnen sind. Andererseits… verübeln kann man es ihnen nicht.

    Kritik

    Der wilde, wilde Westen präsentiert sich hier in schönen, teilweise ausufernden Bildern, die das spröde Wesen der Prärien und Wüstenabschnitte gekonnt einzufangen wissen. Unweigerlich fühlt man sich in die Cowboyfilme der 60er zurück versetzt, in denen Schießereien und knallharte Jungs an der Tagesordnung waren und auch der ein oder andere Rollbusch durch das Bild gehüpft ist.

    Die stimmigen Zeichnungen der Westernidylle sind das eine, die Zeichnung der Charaktere das andere. Die Gruppe um Perla, bestehend aus Stereotypen wie den weichen Wissenschaftler und den spröden, dezent spirituellen Indianer, dessen Name „Viele-Tode“ zumindest viel verspricht, ist ganz nett, weiß es aber trotz putzig inszenierter Kabbeleinheiten untereinander nicht, mich zu überzeugen. Dafür ist Perla eine Damsel out of Distress. Oder nein, nicht ganz: Sie zieht sich nur selber aus dem selbst auferlegten Distress an den Haaren wieder heraus.

    westernIhre Attitüde ist die eines typischen Revolverhelden, der sein Geld versoffen hat und aufgrund dessen nur ein paar Münzen für den halben Stoff der Oberbekleidung erübrigen konnte. Ja, Perla ist ziemlich sexy und das beißt sich mit der ansonsten recht authentischen Optik, es will mir nicht ganz ins Bild passen. Andererseits schlägt sie mit ihrem Auftreten die Brücke zwischen Oldschool-Western und handelsüblichen Comics. Das, was mich an Perla primär stört, ist Folgendes: Ich finde sie un-fass-bar unsympathisch. Zumindest im vorliegenden ersten Band bleibt sie für mich formlos, eine Aneinanderreihung von negativen Aktionen und Eigenschaften, die vielleicht mit dem nächsten Band ein tieferes Ganzes ergeben können. Dann, wenn sie durch Rückblenden oder ruhigere Momente etwas mehr Profil gewinnen könnte.

    Dafür spricht mich die Story an sich umso mehr an. Die Suche nach einer anderen, geisterhaften Ebene, durchwirkt von Sagen und Legenden, denen auf wunderbare Weise Leben eingehaucht wird, bilden eine verdammt gute Grundlage. Hey, es geht um Archäologisches! Zumindest peripher. Gleich von der ersten Seite an brennt man darauf, zu erfahren, was es mit dem ominösen Würfel auf sich hat, möchte wissen, was die Schattenwesen mit der ganzen Sache zu tun haben – und wie gefährlich sie wirklich sind oder noch werden können. Denn der Showdown… nun, davon hätte ich mir deutlich mehr versprochen.

    An sich ist Badlands recht spannend, bezieht seine Spannung bei mir in erster Linie durch das, was man noch nicht weiß statt aus dem, was aktuell wirklich passiert. Und das, obwohl einer der Gruppe von den anderen getrennt wird und sich seines Schicksals nicht mehr ganz so sicher sein kann.

    Zusammengefasst ist der Comic flüssig und gut zu lesen, doch bildet er wohl nur die Grundlage für die beiden folgenden Bände, die noch eine Schippe mehr drauflegen müssen, um die komplette Geschichte zu einer wirklich guten werden zu lassen. Eine klassischerweise noch unreife Einführung mit einer leider auf mich sehr unsympathisch wirkenden Heldin. Das Westernthema ist auf alle Fälle eine willkommene Abwechslung für mich.

     


  7. 27. Januar 2015 | Veröffentlicht unter Comics, rund um Comics.

    Ms. Marvel gegen Islamophobie

    Von

    Kamala Khan ist eine der ersten muslimischen Superheldinnen, die Marvel zu bieten hat. Als Ms. Marvel bekämpft sie allerlei garstiges Gezücht, wobei sie allerdings auf die Fiktion beschränkt wurde. Nun macht sie auch noch einen Schritt in unsere Dimension hinein und drückt islamfeindlichen Busbannern ihren Stempl auf.

    Gestartet vor etwa einer Woche von der American Freedom Defense Initiative durch die islam“kritische“ Aktivistin Pamela Geller, fahren die Busse fröhlich durch San Francisco. Botschaften verbreitend, die meines Erachtens nach dem Verständnis des Islam nicht gerade dienlich sind; mehr noch, die Furcht und den Hass gegenüber dem Islam im Generellen  schüren sollen. Natürlich geschützt durch den 1. Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten, der bspw. die Meinungs- und Pressefreiheit in den Fokus stellt. (Zu Recht.  Redefreiheit gilt es in der Tat zu schützen. Von Hassreden u.ä. bin ich trotzdem kein wirklicher Freund.)

    Hier kommt Ms. Marvel ins Spiel, die mit ihrem Gesicht die Banner verschönert und die Botschaften durch aufgeklebte, zusätzliche Sätze deutlich verbessert. Wer auch immer dafür verantwortlich ist: Vielen Dank dafür!
    Mist. Jetzt bin ich doch ein wenig politisch geworden auf dem Blog.


  8. 8. Januar 2015 | Veröffentlicht unter Comics, rund um Comics.

    ( . )( . ) Die Boob Window Ära geht zu Ende!

    Von

    pgboohooKara Zor-L aka Kara Starr aka Power Girl landet nach einer Explosion zurück auf ihrem Heimatplaneten – und lässt ihre Super-Identität zurück. Schwupps, wird diese auf Tanya Spears übertragen, ihres Zeichens schnöde Bewohnerin des uns so gut bekannten Planeten Erde. Tanya ist eine hyperintelligente Siebzehnjährige. Ganz im Gegensatz zur manchmal dezent grenzdebil wirkenden Kara Starr: „Ich wollte auch ein Heldensymbol haben, wie du, Superman… aber.. mir ist nichts eingefallen.. und somit.. habe ich nun dieses Loch.. hier.. diese Leere direkt über meinem Herzen…“

    Tanya trägt nun also diese bezaubernde Kombination aus Jäckchen und Engchen, die sehr der ähnelt, die sie bereits hier getragen hat. Ich vermisse das Tittenfenster. Ganz im Ernst. Das war doch das, was Power Girl ausgemacht hat! Zumindest ein wenig. Viel wichtiger ist natürlich die Auswertung der Antworten zur Frage, die ich beim letzten Super-Umstyling gestellt hatte: Wer wird die nächste Heldin sein? Ich hatte auf She-Hulk getippt, Momo auf Tony Stark und Stefan auf Cpt. Marvel. Wir sind alle Kackboobs und hätten es besser wissen müssen! Offiziell den Teen Titans beitreten wird die schwachbrüstige neue Power Girl Ende Januar mit Numme #6.

    Falls jetzt noch ein Superheld meint, sich verjüngen und neu ausstatten zu müssen,darf er das gerne ohne mein Wissen tun. Langsam werden die mir doch alle zu jung! Sind wir hier im Superheldenkindergarten? Unverschämtheit! Und jetzt entschuldigt mich, ich muss meinen Gehstock suchen, damit ich die Jungspund-Zeichner verkloppen kann!

    Ausgerechnet das Boob Window! Es hat euch doch nichts getan!

    POWER-GIRL

    Image Credit: DC Comics

     


  9. 18. Dezember 2014 | Veröffentlicht unter Comics, rund um Comics.

    Spider-Womans neue Kleider

    Von

    Nach Batgirl geht es nun auch Jessica Drew a.k.a. Spider-Woman an den Kragen – im wahrsten Sinn des Wortes. Auch sie wurde zum Shoppen geschickt, um ein realistischeres Girl-Next-Door-Kostümchen zu kaufen, das die vermutlich  mottenzerfressene Spandexkluft ersetzen soll, die sie immerhin 40 Jahre lang getragen hat.

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    Kris Anka zeichnet sich für das Design verantwortlich, das heute im Mobile Game Spider-Man Unlimited, in dem Spider-Woman ein spielbarer Charakter ist, an den Start geht. In den Comics wird das Kostüm mit der im März erscheinenden Spider-Woman #5 zum ersten Mal zu sehen sein, für dessen Zeichnungen Javier Rodriguez verpflichtet wurde. Zum Warum hat Spider-Woman Reakteur Nick Lowe immerhin eine gute Erklärung: „Spider-Man isn’t really a detective — he swings around looking for trouble, whereas Jess needs to go and figure stuff out and dig things up, and you can’t really do that head to toe in spandex very well

    Ich persönlich sehe natürlich auch, dass es eine realistischere, bequemere Variante ist, die ich auch selber tragen würde. Vermutlich eher als Spandex, bei dem ich wohl drei Tage bräuchte, um mich anzuziehen. Und das ist noch vorsichtig ausgedrückt. Aber irgendwie… gefällt mir der Trend nicht so recht. Wann dürfen Comichelden eigentlich wieder „echte“ Comichelden sein? Super-Man statt Alltags-Man? Ich alte, verbohrte Schachtel, ich! Aber gut, auf das Kostüm allein kommt es zum Glück nicht an.

    Davon abgesehen ist das neue Kostüm nun auch nicht extrem weit – es könnte fast immernoch Spandex sein. Und es ist sexy geblieben! Finde ich. So als Frau. Wie findet ihr den Trend hin zum Realismus und zum Joggingoutfit?

    Ich nehme auch gerne Wetten an! Wer wird die nächste umgestylte Heldin sein? Ich tippe ja auf She-Hulk. Gekleidet in fancy Leggins mit Joggingjacke und Chipskrümeln! (Nur echt mit dem grünen Nagellack. Yeah.)

    Spiderwomanprofile

    Bilder: Marvel

  10. 11. Dezember 2014 | Veröffentlicht unter Comics, Comicvorstellungen.

    Mit einem Comic gegen Indiens Rape Culture

    Von

    Viele Veränderungen in dieser Welt haben mit einer Idee angefangen.“ Urvashi Butalia, indische Historikerin und Verlegerin

    Solch eine Idee kann auch daraus bestehen, mittels unschuldiger, ungewöhnlicher Medien auf eine tiefergehende Problematik hinzuweisen. Wie etwa einen Comic herauszubringen, der das Thema „Rape Culture“ aufgreift und Aufmerksamkeit bei Menschen generieren will, die mitunter schwieriger zu erreichen sind: Kinder und Jugendliche. Primär an diese Gruppe richtet sich Ram Devinenis Comic „Priya’s Shakti„, den er zusammen mit Co-Autor Vikas Menon und Künstler Dan Goldman kreiert hat. Auf der offiziellen Website kann er kostenlos heruntergeladen werden.

    Im Mittelunkt steht Priya, die Opfer einer Gruppenvergewaltigung wurde und sich in ihrer Verzweiflung an die Göttin Parvati wendet, die ihr prompt zur Hilfe eilt. Nichtsahnend, dass ihr Göttergatte Shiva resoluter ans Werk geht und mit seiner Strafe Weltkriege forciert. Dies ist natürlich nicht das Ende des Comics, denn dort steht letztlich Priya selbst, die auf ihrem Tiger durch die Lande reitet, um das Denken der Menschen auf friedlicher Ebene zu verändern und einen Wandel stattfinden zu lassen.

    Und genau an die- die innere Haltung, die Einstellung gegenüber dieser Thematik – appelliert der Comic. Er spricht über eine Gesellschaft, die der indisch-amerikanische Filmproduzent Ram Devinenis selbst als misogyn beschreibt, wo das Opfer sexueller Gewalt nicht selten zum Täter gemacht wird. Vermutlich kennt auch ihr noch die Schlagzeilen etwa die über die Gruppenvergewaltigung im Jahre 2012 in Delhi, die im Land eine Grundsatzdebatte etwa über Strafmaß und Auffassung solcher Taten, sowie einige Demonstrationen ausgelöst hat. Im Zuge eines dieser Straßenproteste wurde in ihm die Idee zum Comic geboren. Hier könnt ihr mehr über die Hintergründe lesen.

    Ich persönlich bin mit der indischen Gesellschaft nicht vertraut. Ich war noch nie dort und „kenne“ sie nur aus den Medien, daher möchte ich an dieser Stelle keine Grundsatzdiskussion lostreten, da ich mir nicht anmaße, solch eine Diskussion auch nur im Ansatz fundiert betreuen zu können. Dass solch eine Thematik im Medium „Comic“ angesprochen wird, finde ich allerdings sehr gut, unabhängig davon, ob nun Rape Culture oder ein anderes Thema im Fokus steht.

    Für mich mitteleuropäischer Comicleser ist Priya’s Shakti übrigens auch sehr interessant zu lesen. Er ist… „anders“. Ich glaube auch nicht, dass man ihn mit „normalen“ Comics vergleichen kann oder sollte.


  11. 27. Oktober 2014 | Veröffentlicht unter Comics, rund um Comics.

    Batman: Es nippelt wieder!

    Von

    Joel Schumacher, jener Amerikaner, der sowohl bei Batman Forever, als auch Batman&Robin (Schwarzenegger als ominöser Kühlschrank) Regie geführt und uns die nippelbewehrten, heiß diskutierten Kostüme geschenkt hat, wird weiter an seiner Version des Fledermausmannes arbeiten. Jener Regisseur also, der vieler Leute Meinung nach den Batman der 90er zerstört hat. Immerhin hat er sich vor einigen Jahren dafür entschuldigt, die Fans enttäuscht zu haben.

    Wait. Ist nun also ein weiterer Batmanfilm Joel Schumachers in Planung? Nicht ganz. Es handelt sich vielmehr um einen zwölf Ausgaben umfassenden Comic, der vom einstigen Regisseur geschrieben und von Dustin Nguyen gezeichnet werden soll. Die Comicreihe wird voraussichtlich die Story des für ’99 geplanten – und aufgrund der Reaktionen fallen gelassenen – Sequels von Batman&Robin umfassen, die den Titel Batman Triumphant trägt und dessen Script von Mark Protosevich geschrieben wurde.

    Hauptantagonist sollte Scarecrow sein, während Harley Quinn als Tochter des Jokers nach Rache sinnt. Eigentlich gar keine so schlechte Ausgangslage, zumal damals wohl unter anderem EwanMcGregor als Scarecrow in Erwägung gezogen wurde. Die erwartete Anheuerung Madonnas als Harley Quinn jedoch… lasse ich kommentarlos so mal stehen.

    Nun wird es ohnehin ein Comic und kein Film, Schauspieler (oder Popsänger) müssen also gar nicht erst gecastet werden. Und, unter uns gesagt: Ich mochte Batman&Robin, dessen „Sillyness“ und das Comichafte. Ja, wirklich. Das ist einer meiner vielen Guilty Pleasures. Daher freue ich mich, dass nun zumindest in Comicform am Sequel gearbeitet wird! Ernsthaft. Ob die fertige Fassung nun Nippel beinhalten wird, bleibt freilich abzuwarten.

    (via)


  12. 24. Oktober 2014 | Veröffentlicht unter Comics, Comicvorstellungen.

    TMNT: Change is constant

    Von

    Genre: „Superhelden“
    Autor:
    Kevin Eastman, Tom Waltz
    Illustrator: Dan Duncan
    Erscheinungsjahr:
    2012
    Erscheinungsform:
    104 Seiten, Band 1 von X
    Verlag: IDW Publishing | Panini
    AmazonlinkOriginalsprache: Englisch


    Inhalt

    Die mutierte Katze Old Hob mit seiner Gang stehen ihnen gegenüber: Den drei Ninja Turtles und ihrem Meister Splinter. Was folgt, ist klassisches Gangsterbashing wie wir es von den Turtles kennen. Doch Moment: Drei Turtles? Waren es nicht eigentlich 4? Richtig, Raphael fehlt, und das seit bereits einem Jahr. Nur wenige Momente vor ihrer Mutation wurden die vier Brüder getrennt, gewaltsam auseinander gerissen, grausam entzweit, entsetzlich ge- ok, das reicht.

    Der Comic erzählt die Suche der drei Turtles mit ihrem Meister nach Raphael, ausgeschmückt mit zahlreichen Rückblenden, die die Entstehungsgeschichte der Turtles und ihr Zusammentreffen mit Casey Jones und April zeigen.

    Kritik

    turtles2Back to the Roots. Nicht nur der raue Zeichenstil und die Farben der Augenbinden – allesamt Rot – deuten darauf hin, sondern auch das Mitwirken von Kevin Eastman, seines Zeichens Mitschöpfer der vier bewaffneten Schildkröten. Dieses Oldschool-Gefühl setzt sich durchaus auch in der Story selbst fort. Es ist brutaler als die klassische Serie ohne dass es in einer Blutorgie ausarten würde. Die Kämpfe sind rasant und die Sprüche gerne auf dem Punkt, wie man es von den Turtles erwarten würde. Die Änderungen, die im Vergleich zu anderen Turtles-Storys vorgenommen wurden, sind weder zu penetrant, noch wirken sie deplatziert – wie auch, ist es doch endlich wieder an die originale Story angelehnt. So ist bpw. April statt einer rasenden Reporterin eine Biologie-Studentin, die den Schildkröten auch ihre Namen verleiht.

    Erlebte Nostalgie kann und darf natürlich nicht alles sein und glücklicherweise ist es das auch nicht. Es ist ein eigenständiger Comic mit frischen, neuen Ideen, die sich perfekt an das alte Schema schmiegen und dieses sogar ein wenig zu persiflieren wissen. Referenzen finden sich zum Beispiel in Form eines Shirts mit Cowabunga-Schriftzug, womit sich die neue Serie auch ganz klar von der alten Zeit abgrenzt.

    Ein wenig schwächelt die Charakterzeichnung. Noch wirken die Turtles relativ flach, speziell Michelangelo und Donatello wirken zum Zeitpunkt der ersten Ausgabe noch generisch und austauschbar. Auch ist mir die Beziehung zu Splinter zu wenig ausgereift. Es reicht mir nicht, wenn er sich gleich zu Beginn direkt als ihr Vater erklärt und sie ihm sang- und klanglos folgen. Da fehlt mir mehr Tiefgang.

    turtles 012Gerade bei Splinter jedoch merkt man gleichzeitig auch das Geschick Dan Duncans, der die Mimik von Ratte und Schildkröten vor allem im nicht mutierten Stadium sehr schön eingefangen hat. Ich halte es für schwierig, Tieren zeichnerisch eine Seele zu verleihen, hier hat man es definitiv geschafft. (Aaaw, wie possierlich die Turtles doch sein können! ♥  Verzeihung.)

    Da es der Anfangsband ist, darf man noch gespannt sein, wie sich die Beziehung zum Antagonisten Old Hob noch entwicken wird, schließlich fußt sie auf den tatsächlichen Wurzeln der Mutanten und hat viel Potential. Auch Krang findet Erwähnung, doch hat man ihn noch nicht zu Gesicht bekommen. Lange warten muss man freilich nicht, sind im Amerikanischen doch bereits 9 Bände erschienen und bei Panini 4, wobei Nr. 5 nun im November folgt.

    Fazit

    Ja, das sind definitiv die Ninja Turtles. Unterhaltsam, cool gezeichnet und mit vielversprechender Zukunft.


  13. 4. Oktober 2014 | Veröffentlicht unter Comics, Comicvorstellungen.

    6 Seiten des „neuen“ Batgirls

    Von

    Mit dem Umzug Barbara Gordons aka Batgirl nach Burnside, einem Stadtteil von Gotham City, wird nun das „Soft-Reboot“ der Batgirl Serie begründet das mit Issue #35 nächste Woche an den Start gehen wird.

    She’s leaving it [Gothams Darkness etc.] all behind her. We really wanted to make this a book with a light tone, of fun and adventure and mystery, and let the rest of the Bat-family deal with the darkness. She’s got problems, and conflict, and enemies to fight, but our priority was to make this a really fun, rollicking read.

    Und genau so sieht es aus. Fern jeglicher Gotham-Melancholie hüpft Barbara Gordon durch die quietschbunte Stadt. Ihr Ziel: Miete bezahlen, Hangover überwinden und nebenbei für Gerechtigkeit sorgen. Der Zeichenstil ist ebenso jugendlich-modern wie der Einsatz von Smartphones und ihr Kostüm. Das wurde, ebenso wie die Prämisse des Comics, bereits im Juli vorgestellt und scheint bequemer zu sein als herkömmliche Kostümchen von Superheldinnen, bei denen man nach jedem Kampf Brüste, Strings und Arschbacken zurecht rücken muss.Oder zumindest müsste. Denn die Superheldin an sich benutzt offensichtlich ohnehin doppelseitiges Klebeband und/oder Sekundenkleber.

    Wie auch immer: Ich war gespannt auf dieses „Reboot“, doch gerade die ersten sechs Seiten wirken eher wie ein Comic für Teenager. Eine Mischung aus Buffy und W.i.t.c.h.? Werde das mal im Comicladen meines Vertrauens durchblättern, wenn ich ohnehin mal zufällig dort bin. Und was haltet ihr von dieser preview?

    Lies hier die ersten 6 Seiten


  14. 14. September 2014 | Veröffentlicht unter Comics, rund um Comics.

    Comicläden im Profil: Fantastic Store in Köln

    Von

    fantastic store

    Wie so viele Comicläden ist auch der Fantastic Store ein von außen unscheinbarer, klein erscheinender Laden, der erst beim Betreten seine volle Wirkung entfaltet. Reihenweise gut sortierte Comics, von Marvel und DC über Graphic Novels bishin zu Manga; das comicliebende Herz hüpft beim Anblick dieses Sortiments, das kaum Wünsche offen lässt.

    RüdigerEbenso freundlich wie vom überraschend hellen Ambiente wird man auch vom Ladenbesitzer Rüdiger selbst empfangen. Er, der den Laden nun bereits im fünften Jahr führt und der von sich selber gerne zugibt, auf den ersten Blick ertwas ruppig zu wirken. Man merkt jedoch schnell, dass sich hinter dieser Art kein allgemeiner Griesgram verbirgt, sondern vielmehr eine ehrliche Haut, die andere schlichtweg ungerne „umtanzt“; wie er es nennt. „Hier ist jeder Du, egal ob 6 oder 66, da mache ich auch keinen Unterschied. Ich versuche, immer straight zu sein, was manchmal auch etwas ruppig wirkt. Ich umtanze niemanden, obwohl es Leute gibt, die umtanzt werden wollen.“ Ja, das kann ich vom ersten und zweiten Eindruck gerne so unterschreiben.

    Es ist ein kameradschaftlicher Ton, der hier herrscht, Gespräche werden auf Augenhöhe geführt. Mit vielen der Stammgäste ist er mittlerweile privat befreundet, kennt zumindest die meisten Pappenheimer gut. Gut genug jedenfalls, um auf den regelmäßigen Flohmarktbummeln auch mal den ein oder anderen Comic für Stammkunden mitzunehmen, denn Wünsche behält er gerne mal im Hinterkopf. Dabei ist es ihm wichtig, nicht mit der Wohlfahrt verwechselt zu werden. Oftmals kämen Kunden zu ihm, die von ihm wohl Berge versetzt und etwa einen Comic zu einem Kurs haben wollen, der utopisch sei.  2 von 10 Wünschen seien nicht realisierbar, stellt er klar und wirkt dabei doch recht rigoros.  Verständlich, ist der Beruf eines Comicbuchhändlers doch ohnehin ein Vollzeitjob, der zwar gerne und mit Liebe geführt wird, aber nichtsdestotrotz härter ist, als man es sich vorstellen mag.

    comicsZwar waren für meine Begriffe viele Besucher anwesend, doch erklärt mir Rüdiger schnell, dass es einen herben Kontrast zwischen Besuchern und tatsächlichen Kunden gibt. Die finanzielle Basis des Comicladens bildet das Abosystem. Rund 220 Abonnenten verzeichnet der Fantastic Store derzeit. Bei dem Abonnement-Service kann man sich für eine oder mehrere aktuelle Manga- und Comicreihen einschreiben, deren neu erschienene Bände man bequem in ein bereit gestelltes Fach im Laden gelegt oder geich per Post zugeschickt bekommt. Auf Wunsch wird man auch per Anruf benachrichtigt. Ein unverbindliches System, das scheinbar gut funktioniert. Von diesen 220 Abonnenten sind übrigens ~50 weiblich. Keine typischen Mangaleserinnen, wie mir Rüdiger versichert, sondern auch Leserinnen von beispielsweise Superheldencomics. Dieser hohe Frauenanteil sei jedoch eher untypisch, scheinbar fühlen sich die Mädels im Fantastic Store gut aufgehoben. Etwas, das Rüdiger gerade im Messebereich schon ganz anders erlebt hat. „Manche Männer werden schon mal hysterisch. – Oh guck mal, ’ne Frau! – Das habe ich schon öfter erlebt, ja.“

    Interessierte (Neu)Kunden werden natürlich auch individuell beraten. Mangabegeisterten wird er nicht unbedingt den neusten Spiderman empfehlen oder ihm automatisch seinen eigenen Lieblingscomic nahe legen. Auch neuen Trends unterwirft er sich nicht. Zwar laufe aktuell gerade Guardians of the Galaxy aufgrund des Blockbusters sehr gut, erzählt Rüdiger, doch relativiert er gleich im nächsten Satz: „Sonst merkt man die neuen Trends aber nicht. Spider-Man zum Beispiel. Da kam nach den Filmen vielleicht mal einer vorbei. Aber dran bleiben tun dann die wenigsten.“

    IComicangeboten seiner 35 jährigen Laufbahn im Comicsektor hat er übrigens auch schon einige menschliche Dramen miterlebt. So berichtet er: „Es gibt die zwei ganz schlimmen Faktoren, an denen du Kunden verlierst. 1.: Er verliert den Job. Das ist das übelste. 2.: Er lernt eine Frau kennen. Es ist eine Katastrophe!  90% der Kerle, die eine kennenlernen, bekommen gesagt: „Hör auf mit der Kinderkacke“ Wie bei Nicolas Cage damals. Der hat wegen der Presley-Tochter seine US- ComcSammlung abgegeben -Hör auf mit dem Quatsch! – Einzelfälle, aber sie kommen immer wieder vor.“

    Insgesamt wirkt der Comicladen sehr gut organisiert, Rüdiger in seinen Funktionen als Verkäufer, Berater und Inhaber sehr kompetent. Hier findet man nicht nur einige alte und neue Comicschätzchen, sondern auch das ein oder andere interessante Pläuschchen, denn Rüdiger ist niemand, der hinter seiner Theke gelangweilt an seinem Kaffee schlürft und Nägel feilt, allerdings auch niemand, der sich aufdrängen und einen damit aus dem Laden nerven würde.

    Es wird mit Sicherheit nicht das letzte Mal gewesen sein, dass ich dort gewesen bin. Der nächste Besuch ist fest eingeplant, schließlich muss ich auch mal im Keller bei den tausenden Comicheftchen herum stöbern! Finden kann man den Comicladen im Süden Kölns, direkt an der Haltestelle Chlodwigplatz. (Anfahrtsbeschreibung hier) Sehen wir uns irgendwann mal dort? ;)

    Im Überblick

    Angebot: Querbeet, „quasi alles, was an deutschen Sachen publiziert wurde und wird“, US-Ware wird importiert
    Events: Kooperationen mit dem Cöln Comic Haus, an das der Fantastic Store anschließt. Unter anderem Workshops und Signierstunden. Nächste Signierstunde mit Disneyzeichner Don Rosa am 13.Oktober
    Teuerster Comic im Sortiment: Marvels Amazing Adventures 1 von 1961 (graded). Preis: 600€
    Besonders gut verkauft sich aktuell: Attack on Titan, Naruto, Guardians of the Galaxy
    comicladenTipp: „Kauft euch mal den ersten Guardians Band; a) ist der nicht teuer, b) ist er sowohl super geil geschrieben, als auch gezeichnet. Das kannst du lesen, ohne besondere Vorkenntnisse haben zu müssen. Das ist wichtig, du musst nicht alles andere vorher schon gelesen haben. Das ist das Problem mit den Superheldensachen, die  alle über Jahrzehnte hinweg ineinander greifen.“
    Facebook-Präsenz: Wird gepflegt, allerdings: „Man darf Facebook nicht überstrapazieren, das nervt die Leute.“ Der Fantastic Store stellt auf Facebook bspw. die Neuanschaffungen des Ladens vor. Hier geht’s zur Facebook-Präsenz
    Allgemeiner Eindruck: Familiärer Unterton, sehr aufgeräumt, große Vielfalt
    Mein persönlicher Tipp: Geht in den hinteren Bereich zu den älteren Comicheftchen. Man kann unter tausenden amerikanischen und deutschen (Superhelden)Comics nach Herzenslust stöbern und für nicht viel Geld einige mitnehmen!

     Website | Facebook

     


  15. 8. September 2014 | Veröffentlicht unter Comics, Comicvorstellungen.

    Siberia 56 – Die 13. Mission

    Von

    Genre: Science-Fiction
    Autor:
     Christophe Bec
    Illustrator:
    Alexis Sentenac
    Erscheinungsjahr:
    2014
    Erscheinungsform: 
    48 Seiten,  Hardcover, Band 1 von X
    Verlag: Splitter-Verlag
    Verlagsseite AmazonlinkOriginalsprache: Französisch


    Inhalt

    Bis zu -200°C, eisige Winde von gut und gerne 300km/h und von immerwährendem Schnee und scharfen Klippen geprägte Landschaften: Nein, Siberia, der 56. Planet der Präkolonisierung, ist nicht unbedingt der beliebteste Urlaubsort. Seit fast 100 Jahren wird dieser Planet erforscht, alle acht Jahre findet sich ein neuer Forschungstrupp von fünf Wissenschaftlern ein, die die Alteingesessenen verstärken und ablösen sollen. Dies ist nun bereits zum 13. Mal der Fall. Doch Mission 13 hat es nicht leicht. 250km von der Basis entfernt, müssen sie mit ihrem Raumschiff notlanden und sind nun gezwungen, ihren Weg gen Basis zu Fuß zurückzulegen. Quer durch endlose Eiswüste, vorbei an feindlich gesonnenen Kreaturen und mit der mörderischen Kälte im Nacken.

    Kritik

    Der Überlebenskampf in Form einer Reise quer durch die unwirtliche Landschaft ist weniger eine ausdauernde Charakterstudie, denn stellt sie den Planeten und dessen Besonderheiten in den Fokus. Gleich zu Beginn wird deutlich, dass die Realität an diesem Ort eine harte ist: Die Bruchlandung erfordert ein Menschenleben, dem mit trauriger Sachlichkeit ein Ende gesetzt wird. So dezimiert und mit der Gewissheit, dass die Reise keine schöne werden wird, ist die Beklemmung der Gruppe spürbar und wird durch die schroffe Linienführung des Zeichners verstärkt. Wenig wird mit Farben gearbeitet, eine hohe Sättigung erfährt meist nur die mitgebrachte Technik. Diese spendet nicht nur Licht, sondern gibt auch Sicherheit, indem sie Raubtiere, sowie Fluchtorte zu erkennen gibt.

    Zwar bleiben die Charaktere blass. Sowohl was das zeichnerische Vermögen anbelangt, denn man kann sie teilweise kaum voneinander unterscheiden, als auch wenn man sich die Persönlichkeiten an sich betrachtet. Farblos wie sie sind, verschmelzen sie fast mit der sie umgebenden Landschaft. Lediglich der glatzköpfige Gans übernimmt eine Rolle: Die des Unsympathen, der gerne seine Fäkalien und sexuelle Potenz thematisiert. Aber die Tatsache, dass die Charaktere größtenteils austauschbar bleiben, ist in diesem Falle für mich keine wirkliche Schwäche. Vielmehr lässt es den Blick auf Siberia selbst frei und akzentuiert dessen Grausamkeit. Die Wissenschaftler erscheinen nur als Beobachter, durch die man den Planeten erleben kann und durch die man erkennt, dass jeder Fehler ein tödlicher sein kann. Wer jedoch Wert auf Charaktere und Entwicklungen diesbezüglich legt, wird mit Siberia vermutlich nicht glücklich werden.

    siberiapageZwischen all der Ungastlichkeit finden sich auch Momente der Ruhe, in denen die aparte Schönheit der Landschaft bewundert wird oder man an einem warmen Rückzugsort den zeitlich stark begrenzten Frieden genießen kann. Hinter Raubtieren und Stürmen verbirgt sich zudem ein Geheimnis, das längst vom Erdboden verschlucktes, intelligentes Leben beinhaltet, von dem nurmehr Höhlenmalereien und Obelisken verblieben sind. Genau diese Paarung – Geheimnis, Gefahr, Eis und menschliche Forscher – ist es, die mich an diesem Comic sehr fasziniert. Doch gerade bei den folgenden Bänden sollte eine Steigerung bezüglich der Charaktere vorhanden sein, um der Story mit mehr emotionaler Bindung folgen zu können.

    Auch sind mir ein paar logische Schnitzer aufgefallen. Warum können die Geräte zwar Höhlen und lebendige Wesen orten und benutzen eine Art Sonarsystem, doch scheitern bei der Ortung von Unsichtbarem? Verdrängt nicht auch Unsichtbares Luft und sollte durch hochtechnisierte Geräte zu erkennen sein, zumal auch auf einem anderen Planeten eine ähnliche Lebensform katalogisiert worden ist? Ich verstehe jedoch, dass damit ein gutes Maß an Spannung verloren gegangen wäre. Auch sind mir zwei, drei Zufallsfaktoren etwas negativ aufgestoßen, die zu offensichtlich dazu dienten, sie abstürzen zu lassen und ihnen das Leben schwerer zu machen.

    Die Zeichnungen Sentenacs unterstreichen in großen Teilen den Inhalt hervorragend. Auch hier schwächelt die Darstellung der Charaktere in Proportionen und Wiedererkennbarkeit, doch Siberia ist detailreich in Szene gesetzt und wunderschön charakterisiert. Von den kantigen Felsen über die garstigen Kreaturen und grausamen Stürmen bis hin zu den magisch anmutenden Polarlichtern. Die Kälte wird deutlich.

    Fazit

    Meines Erachtens nach ist der eigentliche Charakter in diesem ersten Band der Planet Siberia selbst. Ein faszinierender Charakter, über den ich gerne gelesen habe und über den ich mehr erfahren möchte. Durchgelesen habe ich den Band in einem atemlosen Rutsch. Es ist kein gewöhnlicher Comic und auch keiner, der jedem gefallen wird. Aber ich kann ihn definitiv empfehlen.


  16. 3. September 2014 | Veröffentlicht unter Comics, Comicvorstellungen.

    [Webcomic] Satan Ninja

    Von

     

    Versetzen wir uns kurz in die 80er. Damals, als Arcade-Automaten noch hochmodern, Pixelgrafik der heißeste Shit und alles irgendwie voll des cheesy Glam war. Damals, als Actionhelden vor Testosteron nur so strotzten, leichtbekleidete Maiden auf ihren Retter warteten und die Bösewichter noch in knappen Strings herum liefen. Das ist das Setting des Webcomics Satan Ninja, in dem der schmächtige Nerd Eddie Dank eines mysteriösen Handschuhs Ninjakräfte erlangt und fortan in blutige Kämpfe verwickelt wird. Nachteil des Handschuhs: Er zieht die Aufmerksamkeit dämonischer Mächte auf sich. Und wenn es nach ihm ginge, hoffentlich auch bald die der Highschool-Schönheit Veronica, die sich für einen Loser wie ihn bisher nicht begeistern konnte. Dafür hat sie gerne Oralsex während der Autofahrt. Mit dem Coolsten der Schule, versteht sich.

    Autor Adam Dravian und Comiczeichnerin Jessica Safron spielen mit so ziemlich jedem Klischee, das die 80er zu bieten haben und lassen auch den ein oder anderen Seitenhieb auf jene Zeit nicht aus. Die Inspiration von Filmen wie Return of the Living Dead, Teen Wolf und The Toxic Avenger merkt man den knatschig bunten Seiten an. Bislang wird gut die Waage zwischen Action und Story gehalten, den Gewaltanteil würde ich als nicht dramatisch einschätzen, empfohlen wird der Comic trotzdem – vielleicht auch wegen des einen zu sehenden Penisses – ab 18.

    Bis jetzt sind 34 Seiten in zwei Kapiteln erschienen, weitere werden noch folgen und (fast) regelmäßig Samstags auf der offiziellen Website veröffentlicht.

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    satanninja

     


  17. 23. August 2014 | Veröffentlicht unter Comicdiskussionen, Comics.

    The Case of Spider-Womans Ass

    Von

    Es ist wieder passiert: Eine unschuldige Superheldin wurde sexualisiert an den Coverpranger gestellt. Das zarte Pflänzchen, besser bekannt als Spider-Woman, siecht nun beschämt dahin, den Blicken geifernder Männer ausgesetzt, die ob ihres in die Höhe gereckten Hinterns nach dem Comic greifen. Um, vermutlich, im Bad zu verschwinden. Natürlich.

    Eine Diskussion entbrannte, die wohl nur die Sexismus-Debatte auszulösen vermag. Der Künstler – nennen wir ihn beschützend Milo M. oder M. Manara – wurde als Erotikkünstler entlarvt. Welch Wunder, ist er doch als Italiener prädestiniert dafür, Frauen als Objekte zu betrachten. Doch nicht nur er, auch das Coverart an sich hatte sich einer Diskussion zu stellen. Anatomisch völlig unkorrekt, in seinem Detailgrad unterirdisch und ohnehin selbst von Kindergartenkindern besser hätte gezeichnet werden sollen. Künstlerinnen wie Karine Charlebois fassten sich ein Herz und nahmen den kleinen Milo an die Hand. „So macht man das“, zwitscherte sie und zeigte ihm ihre liebevoll gezeichneten Änderungen. Yes! That’s anatomisch korrekt per Excellence!

    Nachdem sich nun etliche Weltenverbesserer zu Wort hatten melden können, schaffte es auch der Schmuddelkünstler selbst, die Aufmerksamkeit an sich zu reissen. In einem Italienisch, das einige Onlinemedien mutmaßlich richtig übersetzten, legte er ein Statement ab, das erneut für Tränen des Amusement sorgte. Doch man lässt nun Gnade walten im Falle Manara: Er kann ja auch anders! Wenn er denn wollte. Und keine Frau, sondern ein Mann im Mittelpunkt des Covers stünde. Wie hier der gute Thor.

    Ist der Fall nun beschlossene Sache? Wurde Manara endgültig der gar fürchterlichen Sexualisierung überführt? Es darf nur zu hoffen sein, dass er nie wieder seinen Finger an einen Zeichenstift legt, dieser Lümmel!

    Echt jetzt?

    Meine eigene Reaktion auf dieses „Coverdisaster“war denkbar dürftig: Ich hatte, als ich das Cover zum ersten mal gesehen hatte, einmal geblinzelt. Was man Manara auf keinen Fall absprechen kann, ist künstlerisches Verständnis. Vielleicht ist Spider-Womans Hintern tatsächlich zu stark im aufgereckten Fokus, doch man erkennt Manaras eigenen Stil – was man von vielen anderen Künstlern leider nicht unbedingt sagen kann. Anatomische Korrektheit hin oder her, für mich zählt auch die Dynamik.

    Ich persönlich sehe auch keine übermäßige Sexualisierung. Vor allem nicht in Hinblick auf den erwähnten Vergleich zum Thor-Cover. Dieses würde ich auch nicht als komplett unsexualisiert abtun. Ist es schlichtweg nicht. Männer werden anders sexualisiert als Frauen. Ja, das Cover soll erotisch und vermutlich auch provokant sein.  Ja, Manara lässt Spider-Woman aktuell aussehen, als erwarte sie hinter sich einen akuten Gangbang-Andrang und sonderlich bequem sieht ihre Pose wohl auch nicht aus. Ob sie tatsächlich unbequem ist, ist wohl eine Frage der individuellen Beweglichkeit. Schlimm finde ich das zumindest nicht.

    Allerdings hatte ich gedacht, dass der Titel eher an die weibliche Leserschaft gerichtet war. Ich glaube nicht, dass diese Zielgruppe bei dem Cover wirklich angesprochen wird. An kostenlose Werbung für diesen Comic sind sie jedoch definitiv gekommen! Wenn man einen Erotikkünstler einstellt, weiß man genau, was man will und bekommt. Insofern kann man Manara kaum einen Vorwurf machen.

    Meines Erachtens nach wird hier viel Wirbel um nichts gemacht. Was sagt ihr denn dazu? Ist Spider-Womans Hintern ein potentielles Ärgernis? Oder seht ihr das auch eher entspannt und die Sexismusdebatte in diesem Falle zu polemisch?


  18. 4. August 2014 | Veröffentlicht unter Comics, rund um Comics.

    Die Turtles im Wandel der Zeit

    Von

    Halloweencostumes.com hat die verschiedenen Looks der Turtles durch die Jahre hübsch in einer Infografik zusammengefasst. Dass es die Turtles je zu einem – natürlich von PizzaHut gesponsorten – Musical geschafft haben, habe ich wohl verdrängt. Meiner Meinung nach haben sie sich insgesamt jedoch optisch ganz gut geschlagen. Lediglich die Musical-, Anime- und TVShowversionen fallen für mich stark ab. Wenig populär dürfte mein Geschmack sein, was die neuen Turtles angeht: Ich mag ihren neuen, individuellen Style sehr. Ich hoffe nur, dass ich das auch über den Film sagen können werde… wer weiß?

    Welche Version gefällt euch optisch denn am besten oder vielleicht auch gar nicht?

    Teenage Mutant Ninja Turtles Infographic
    Infographic Created by HalloweenCostumes.com


  19. 15. Juli 2014 | Veröffentlicht unter Comics, News, rund um Comics.

    Marvels neue Thor

    Von

    „Haha Guddy, du hast ein R im Titel vergessen!“ Nope. Thor wird tatsächlich weiblich.

    Wie gerade in der amerikanischen Sendung The View zu erfahren war, bekommt das Thoriversum ab Oktober eine neue Galionsfigur. Dem Thor, den wir kennen, wird nach einem noch nicht näher definierten Patzer das Recht abgesprochen werden, den Hammer Mjölnir zu tragen. Stattdessen wird ihn zum ersten Mal eine Frau in die Hand nehmen. Und das wohl nicht nur einen abgesteckten Zeitraum lang.


  20. 10. Juni 2014 | Veröffentlicht unter Comics, Comicvorstellungen.

    Kennt ihr eigentlich schon… Crossed?

    Von

    Vor zwei Jahren hatte ich den ersten Band bereits vorgestellt, doch da seitdem so viel Zeit vergangen ist und ich erst heute auf den Webcomic gestoßen bin, krame ich das Thema wieder aus seiner blutigen Versenkung hervor.

    Ähnlich einer Zombiekalypse werden normale Menschen zu „Crossed“ – oder auch Plusfaced genannt – : Zu mordlüsternden, irren, vergewaltigenden Monstern, die darüberhinaus durch ein blutverschorftes Kreuz im Gesicht zu erkennen sind. Dieser erste Comic, damals noch geschrieben von Garth Ennis und illustriert von Jacen Burrows, bildete einen kleinen Meilenstein in meiner ganz persönlichen Geschichte als Horrorfan. Er hat mich nachhaltig durch Absurdität und Grauenhaftigkeit beeindruckt – und durch seine Erzähldichte mitgerissen. Die nachfolgenden Bände konnten da längst nicht heran reichen. Mir fehlte die Tiefe bei gleichzeitiger, auf mich uninspiriert erscheinender Gewaltexplosion.

    Warum ich nicht früher auf die Webserie „Wish You Were Here“ von Si Spurrier als Autor und Javier Barreno bzw.  Fernando Melek als Zeichner gestoßen bin, ist mir schleierhaft, denn sie begann bereits im Jahre 2012. Gut, man könnte es auch schlichtweg „gutes Timing“ nennen, denn sie endet nach 4 Kapiteln und bislang 88 Episoden in den nächsten Wochen. Nebst des kostenlosen Webcomics kann man sie natürlich auch in Print erstehen. Drei Bände liegen bereits vor, der finale vierte Band wird im August erscheinen.

    In „WishYou Were Here“ verfolgen wir die Geschichte von dem Autoren Shakey und dessen mehr oder minder freiwilligen Kameraden, die es auf eine Insel verschlagen hat, von der aus sie sich der Infizierten erwehren und versuchen, irgendwie zu überleben. Diese Story wartet nicht nur mit allseits beliebten, ekelhaften Momenten auf, sondern auch mit interessanten Charakteren und Wendungen, die man so nicht unbedingt vermutet oder erhofft hatte.

    Für mich ist es ein bisschen back to the roots und ich freue mich sehr auf die Auflösung des ganzen! Nachlesen könnt ihr die ganzen Kapitel hier. Ansonsten lege ich euch natürlich das noch immer unübertroffene Original von Garth Ennis ans Herz.