1. 25. Mai 2015 | Veröffentlicht unter FC '15, FedCon, Messen&Conventions.

    FedCon 24 – Impressionen

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    Vom 21. bis 24. Mai 2015 konnten sich die Mitarbeiter des Düsseldorfer Flughafens wieder an drollig verkleideten Gestalten erfreuen, denn ganz in deren Nähe fand, vielleicht zum letzten Mal an diesem Ort, die FedCon statt. 4 Tage lang gaben sich Wookies, Dr. Whos und Vulkanier die Klinke in die Hand, stießen Jedi und Sith mit Cardassianischem Ale an und standen renommierte Schauspieler aus diversen Serien auf der Bühne, um den ein oder anderen Schwank von ihren Drehs zu erzählen. Trotz der Last Minute-Absagen war die Reihe der Stargäste noch reichlich besetzt. Von, um nur ein paar zu nennen, Star Trek („Seven of Nine“ Jeri Ryan, Jonathan Del Arco und Manu Intiraymi) über Defiance („Joshua Nolan“ Grant Bowler und „Bio Man“ Rob Archer) bis zu Battlestar Galactica („Papa Adama“ Edward James Olmos, „Six“ Tricia Helfer, „Dr. Gaius Baltar“ James Callis und „Chief Galen Tyrol“ Aaron Douglas) waren einige Serien vertreten.

    Für den recht unwahrscheinlichen Fall, dass ich noch Leser habe, die noch nie etwas von der FedCon gehört habe: Folgend die kurze Erläuterung. Der Rest darf diese gerne überspringen. 

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    Die Fed(eration) Con(vention) findet seit 1992 jährlich statt. Nebst den Vorträgen von Experten zu Science-Fiction Themen wie etwa das Beamen bilden vor allen Dingen Schauspieler aus Film und insbesondere Serien den Mittelpunkt, die in den sogenannten Panels den Gästen Rede und Antwort stehen. In eine umrahmende, kleine Show gebettet, präsentiert sich hier Entertainment, das man längst nicht überall finden kann. Diese besonderen Momente mit den „Stars“ lassen sich zudem noch auf Autogramme und gemeinsame Fotos ausweiten, die für ein paar Sekunden das Fanherz deutlich höher schlagen lassen. Seit Beginn der Con waren unter anderem Leonard Nimoy, Wil Wheaton, William Shatner und Summer Glau zu Gast.

    An dieser Stelle möchte ich euch an meiner Zeit auf der diesjährigen FedCon teilhaben lassen.

     

    Der erste Eindruck

    tribbles

    Kaum betrete ich die Eingangshalle des Düsseldorfer Maritim Hotels, rammt mir ein Andorianer den Ellbogen in die Seite. Sein linker Fühler hängt traurig auf Halbmast, geradezu verzweifelt versucht er, diesen Umstand Vergangenheit werden zu lassen. Dass er mich dabei fast die Treppe heruntergeschupst hätte, hat er nicht mitbekommen. Meine erste (und zugegebenermaßen einzige) gute Tat des Tages besteht folgerichtig darin, ihm aus seinem schrecklichen Dilemma zu retten, ehe ich mich mit meinem Ticket bewaffnet in die Menge stürze. Immerhin ist die Macht nun sicher mit mir.

    Schrieb ich tatsächlich Menge? Wenn die RPC besuchertechnisch der kleine Bruder der Gamescom ist, so ist die FedCon dessen kleines Schoßtier. Ein edles Schoßtier mit glorreichem Stammbaum, wohlgemerkt, man will ja hier nicht lügen. Mehr als die etwa 6.000 Besucher könnte das Hotel allerdings auch kaum fassen, es ist bereits jetzt an diesem Freitag ein kleines Wunder, dass mir bis auf diesen anfänglichen Unfall niemand auf die Füße tritt. In Ruhe gönne ich mir einen Cappucchino bei dem freundlichen Mitarbeiter von nebenan und unterhalte mich mit einem jungen Mann im Fireflyshirt. Das gülden auf seiner Brust prangende „Shiny“ – kaum etwas könnte bei ihm treffender sein!

    Frei nach Markus (Mitte 20): „Ja, ich war gestern schon hier. Nicht alleine, siehst du die Gruppe da? [er deutet auf fünf Männer in Starfleet Uniformen, die eine Tüte Nerds herum reichen. Noch treffender als das Shirt.] Zu der gehöre ich. Wir haben uns vor vier Jahren alle auf der FedCon kennengelernt und sehen uns einmal im Jahr hier. Ein tolles Ritual! Momentan finde ich die Con allerdings etwas träge. Ich weiß noch nicht so genau, woran es liegt, Besucher gibt’s hier ja genug! Vielleicht am Master of Ceremonies? Das wirkt alles nicht so spritzig diesmal.

    Wir verstricken uns in ein Gespräch über das Für und Wider von Master of Ceremonies, bei dem wir feststellen, dass wir beide zumindest gerne Garrett Wang zurück und Nessi bitte nicht weit weg als Co-MOC hätten und verabschieden uns congerecht mit einem „Live long and prosper“.

    Die nächsten Minuten verbringe ich damit, leer auf die vorbei laufenden Besucher zu starren. Der Anteil Verkleideter erscheint mir deutlich höher als der anderer Conventions. Generell wirkt das Klientel nicht erst in diesem Jahr reifer auf mich. Gesetzter, ruhiger, ernsthafter als auf jugendlichen Messen, bei denen man alle drei Meter mit einem Hörsturz rechnen muss, da definitiv irgendjemand seinen Stimmbruch noch nicht unter Kontrolle hat. Hier geht es schließlich auch nicht darum, schnell x-beliebige Spiele anzuzocken oder herrenlos durch die Gänge zu irren, sondern um wesentlich mehr. Mein erster Programmpunkt beginnt erst in einer halben Stunde und so bin ich froh, dass ich auf moep0r treffe. Ein Blogger, den ich schon seit geraumer Zeit im Visier habe und den ich heute entjungfern darf. Auf Bloggerart, versteht sich: Es ist das erste Mal, dass er auf einen anderen Blogger trifft, doch dafür wirkt er sehr souverän! Wir schaffen es, uns alles andere als anzuwidern und beginnen, gemeinsam die ersten Programmpunkte abzugrasen.

    Das Programm

    wurchePrinzipiell ist das Programm voll. Voller Panels, Vorträgen, Workshops… das Erwartete. Manchmal hat man mit terminlichen Überschneidungen zu kämpfen und manchmal mangelt es am eigenen Interesse. Logisch: Man kennt nicht jede einzelne Serie oder ist zumindest nicht begeistert von einer jeden und mancher Vortrag geht auch einfach an einem vorbei. Ich persönlich habe dieses Jahr Glück: Mit gleich vier Gästen ist Battlestar Galactica gut vertreten und auch die Vorträge finde ich besonders am Freitag spannend. Doch gerade der Samstag sorgt tagsüber für einige lange Gesichter.

    Frei nach Maria (59): „Ich bin schon seit Jahren auf der FedCon, doch ich fand es selten so „leer“. Heute alleine habe ich einige Stunden Leerlauf. Das liegt natürlich an den Autogrammstunden, die so ausgedehnt sind und auch sein müssen, aber daneben interessiert mich einfach nichts. Ich hatte um 10 Uhr einen Vortrag und dann erst um 17 Uhr ein Panel. Um 15 Uhr habe ich mich auch noch in den Vortrag von Bettina Wurche gesetzt. Sehr schade und ich kann mich nicht erinnern, dass es schon einmal so war.“

    Das ist nicht die einzige Meinung dieser Art, die ich im Laufe der Tage zu Ohren bekomme. Ich persönlich finde gerade den Samstag auch etwas mau, dafür jedoch geht es für mich ab 17 Uhr erst richtig los und das alles andere als zu knapp! Unglaublich viel Spaß habe ich letztlich in den Panels und auch die Party, bei der ich dieses Jahr zum ersten Mal dabei bin, hat es mir sehr angetan. Ich mag dieses Gefühl, unter Nerds zu sein, die alle ähnliche Interessen haben wie man selbst. Dass das Programm nicht nonstop Interessantes zu bieten hat, gibt dafür Raum, sich mit den anderen Congängern zu unterhalten und sich in Ruhe umzusehen. Über die Vorträge und die BSG-Panels werde ich hier auch noch eigene Beiträge verfassen.

    Fanliebe

    r2Ich hatte es bereits kurz angeschnitten: Hier geht es um Fans. Viele der Mitarbeiter sind selber Fans, die Besucher sind es sowieso und alles hier schreit „Oh mein Gott, ich liebe es!“ Da ist die Liebe zum Cosplay, die Liebe zu einzelnen Fandoms, die Liebe zu den Stars oder zumindest dem, was man sich unter dem jeweiligen Menschen vorstellt und das Miteinander. Wenn man sich mit langjährigen Congängern unterhält, fällt vor allem das Wort „Familie“.

    Frei nach David (35): „Es ist schon ein ganz anderes Gefühl hier als auf anderen Cons. Ich gehe auch regelmäßig zur Gamescom, aber die ist natürlich viel größer und anonym. Hier kennt man sich untereinander. Man hat viele schon gesehen oder getroffen. Ich weiß, wer Dirk [der Veranstalter] ist und was Nessis Geschichte ist. Jedes Jahr kommen neue Insider dazu, die auch nach Jahren noch gelten. Ich finde es toll, es ist immer ein bisschen wie nach Hause kommen, das klingt jetzt cheesy, aber irgendwo ist es eben doch eine Confamilie.

    Naja, ich konnte es bislang verstehen, aber für mich nicht nachvollziehen. Leider hatte ich nie richtigen Anschluss, was ich wirklich bedauere. Alleine auf die Party danach zu gehen ist auch irgendwie abschreckend (Und das, obwohl ich alles andere als schüchtern bin), so fehlte mir das Confeeling. Das war dieses Mal ein wenig anders und ich kann es auch jedem empfehlen, sich abends nicht direkt abzusetzen.

    exterminateDoch zurück zur Fanliebe: Die wird auf alle Fälle bedient. Das Merchandise lasse ich außen vor. Es ist jedes Jahr das gleiche, es ist nett, man kauft vielleicht was und es ist ok, zumal die Händler auch wirklich kommunikativ und unterhaltsam sind. Viel erwähnenswerter finde ich allerdings bspw. die ArtShow und den Costume Contest. „Exterminaaaaaaate!“ ♥ Verzeiht das Herzchen. Ich bin auch nicht unbedingt die kinderfreundlichste Person auf der Welt. Aber… aber dieser junge Mann in seinem Dalekcosplay, das er zusammen mit seiner Mutter aus Küchengeräten gebastelt hat, ist einfach herzig! Himmel, er braucht noch nicht mal seine Stimme zu verstellen, um richtig zu klingen! Ein „exterminate!“ und das ganze Publikum schmilzt dahin! Leider wurde er von der Moderation zum Ende hin meines Erachtens nach „verheizt“. „Cosplay, dafür werden Kinder gemacht“. Nachdem mir der vorangegangene Satz wohl einige sogenannte Hater beschert hat, komme ich lieber schnell zum nächsten und letzten Punkt:

    Der Conblues

    winterFür mich endet die FedCon leider bereits Sonntag Morgen um 4:30, da sich die hoffnungsvoll und extra für die Con verdrängte Erkältung mit aller Macht zurück meldet und mich ins Bett schmettert. Doch ich vermisse die Con denoch ein bisschen. Übertroffen werde ich aber wohl definitiv von dem müde, aber sehr glücklich lächelnden Mann mit den Vulkanierohren, dem ich noch in meiner letzten Bahn begegne. Ihm gebührt auch das Schlusswort für diesen Artikel.

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    Frei nach Andreas (23): „Warst du auch auf der FedCon? Wow! Ich meine, ich habe Adama gesehen! Also, den, den… [schnipst mit den Fingern] Olmos, genau! Gerade an der Bar. Also vor drei Stunden oder so. Der hat real eine genau so starke Ausstrahlung wie in der Serie, das hätte ich ja nicht gedacht. Ich war jetzt von Donnerstag an hier und fahre morgen Nachmittag zurück nach Berlin. [Sieht plötzlich sehr, sehr traurig drein und ich bilde mir ein, dass seine Vulkanierohren beginnen, ebenso sentimental herabzuknicken] Weißt du, das ist meine zweite FedCon und ich habe hier so tolle Menschen kennengelernt, die ich wieder monatelang nicht sehen werde. Ich wünschte, FedCon wäre öfter.

     

    olmos3 aaron zidz wurche2 tricia trio russ olmos2 ohren jeri guddy duo2 cylon defiance archer duo

     

     


  2. 20. Mai 2015 | Veröffentlicht unter FC '15, FedCon, Messen&Conventions.

    FedCon: Kannst du nicht hin, guck ich für dich

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    Ab morgen beginnt die FedCon. Gibt es etwas aus dem Programm, seien es Vorträge, Panels oder Workshops, die euch besonders interessieren und in die ich für euch hineinschnuppern oder genauer berichten soll? Gibt es Schauspieler oder Vortragende, denen ihr gerne mal eine Frage stellen würdet oder von denen ihr unbedingt ein frisches Autogramm haben wollt? Das kann ich, wie auch bereits im letzten Jahr, für euch übernehmen, schließlich bin ich mit dem Presseticket flexibel und kann es selbstverständlich auch dafür nutzen, eure Interessensgebiete abzudecken. Solange es nicht mit den Battlestar Galactica-Panels kollidiert, natürlich. Die haben Vorrang, aber das versteht ihr sicher. So say we all!

    Das Programm der FedCon: Hier

    Ansonsten sei noch gesagt, dass die nächsten Tage auf dem Blog und auf meinem Facebook– und Instagramprofil conlastig sein werden. Ob ihr das als Warnung oder Versprechen verstehen wollt, sei euch überlassen ;)

    Lass mich deine Conzeitzeugin sein! *räusper*

  3. 15. Mai 2015 | Veröffentlicht unter FC '15, FedCon, Messen&Conventions.

    Im Gespräch: FedCon Pressesprecherin Brigitte Scherr

    Von

    Bereits in den 90ern hätte ich die Möglichkeit gehabt, mich am Rockzipfel meiner Mutter in FedCon-Gefilde zu begeben. Ich hatte es jedes Mal abgelehnt – verdammt sei mein damaliges „anti alles“- Teenager-Ich! So hatte ich meine ersten FedCon Erfahrungen auch erst vor drei Jahren sammeln können. Viel zu spät, denn zu erfahren gibt es dort viel. Es ist keine Messe, die sich primär um die Produkte rankt; Dreh- und Angelpunkt sind vielmehr die Darsteller aus den einzelnen Serien, die Insiderinfos geben, Einblicke in ihre Arbeiten und Persönlichkeiten. Man ist über die gesamte Con hinweg insgesamt gefühlt näher am Fandom als bei anderen Events.

    Ab Donnerstag nächster Woche wird man wieder die Gelegenheit haben, die FedCon in Düsseldorf zu besuchen und nicht nur so manchen Darsteller von bspw. BSG oder Star Trek zu erleben, sondern auch Workshops beizuwohnen und den Worten des ESA-Astronauten Reinhold Ewald zu lauschen. Um euch einen kleinen Einblick hinter die Kulissen zu gewähren, steht mir FedCon-Pressebetreuerin Brigitte  Scherr Rede und Antwort.

    Brigitte Scherr arbeitet seit rund zehn Jahren für die FedCon GmbH, was nicht nur die FedCon, sondern auch HobbitCon und RingCon einschließt. Neben der Pressebetreuung ist sie auch als Chefredakteurin des Clubmagazins FedCon Insider tätig und betreut Website und Forum. In diesem Interview erzählt sie, was ihr persönliches Stargast-Highlight der letzten Jahre war, wie man sich selber als Vortragender bewerben kann und wie sie ihre ersten Schritte in der FedConwelt erlebte.


    Wie kamen Sie zu diesem Job und seit wie vielen Jahren sind Sie bereits Teil der FedCon? Wie viel Leidenschaft für Science-Fiction und spezielle Serien spielt bei dieser Arbeit bei Ihnen mit?

    Ich mache den Job als Pressebetreuerin seit ca. 10 Jahren, zuerst als ehrenamtliche Helferin, seit 2009 bin ich bei der FedCon GmbH angestellt. Nach meiner Festanstellung kamen natürlich noch weitere Aufgaben dazu, wie beispielsweise die Pflege der Websites, eine sehr umfangreiche Arbeit, denn dazu gehören u.a. auch alle Stargastankündigungen. Die Chefredaktion des FedCon Insider kam vor ca. 1 ½ Jahren dazu.

    Zu diesem Job gekommen bin ich als Fan, meine ersten FedCons (2001 bis einschließlich 2004) habe ich noch als normaler Gast und Fan besucht. Dann wollte ich selbst aktiv dabei sein und bekam schon zur RingCon 2004 den Helferposten in der Pressebetreuung. Bevor jetzt vielleicht der Gedanke kommt, dass das einfach so ging – das war natürlich nicht der Fall. Ich habe mich schon in meinen Zeiten als Besucherin aktiv eingebracht.

    Bei mir spielt sehr viel Leidenschaft für Science Fiction und Fantasy mit. Ich bin der Meinung, dass man einen Job nur wirklich gut machen kann, wenn man voll dahintersteht, eine Liebe zur Materie hat und sich damit identifizieren kann. Alles andere wäre vergeudete Lebenszeit und die Qualität der Arbeit würde durch Lustlosigkeit leiden.

    Wie der Name bereits andeutet, lag der klare Schwerpunkt einstmals auf Star Trek. Mittlerweile sind sehr viele andere Fandoms anzutreffen: Im letzten Jahr war Stargate bspw. ein Schwerpunkt und in diesem Jahr  werden wir das Vergnügen haben[mit „Dr. Gaius Baltar“ James Callis, „Cylon Six“ Tricia Helfer, „Papa Adama“ Edward J. Olmos und „Chief Galen Tyrol “ Aaron Douglas], gleich vier BSG-Darsteller auf der Bühne sehen zu können. Wie schwer fiel diese Entscheidung, das Thema der Convon Star Trek verstärkt auf das gesamte Genre auszudehnen und wie zufrieden sind Sie mit dieser Entscheidung?

    Die Ausdehnung auf andere Genres fing bereits im Jahr 1997 an, als mit Mira Furlan der erste Stargast aus Babylon 5 auf die FedCon geholt wurde. Wir richten uns natürlich immer weitgehendst nach den Wünschen der Fans und es ist schon seit Jahren so, dass man nur mit Stargästen aus Star Trek keine Convention mehr erfolgreich durchführen kann. Beispiele für Con-Pleiten dazu gibt es genug. Die Entscheidung fiel auch nicht schwer, da wir alle selbst auch Fans der anderen Genres sind. Serien wie Stargate, BSG, Doctor Who usw. sind einfach zu gut, um sie außen vor zu lassen. Und natürlich gibt uns der Erfolg der vergangenen Jahre recht, man muss nur an die ausverkauften FedCons mit Richard Dean Anderson als Stargast denken.

     

    Im Forum haben die Mitglieder zum Beispiel die Möglichkeit, ihre Gästewünsche anzugeben und für diese zu „voten“. Wie sehr richten Sie sich danach, welche anderen Aspekte spielen bei der Entscheidung mit und wie viele Wünsche können im Schnitt umgesetzt werden?

    Diese Gästewünsche werden genau ausgewertet und entsprechende Anfragen an die Agenten der jeweiligen Schauspieler gestellt. Diese Anfragen sind natürlich nicht immer von Erfolg gekrönt, aber ohne diese Wunschlisten hätten wir keinen vernünftigen Ansatz und nur nach eigenem Gutdünken die Gästeliste zu füllen, bringt natürlich gar nichts. Die Wünsche der Fans haben absoluten Vorrang vor unseren eigenen Wünschen.

    Gibt es Stars, auf die Sie sich persönlich besonders freuen, oder überwiegt das professionelle Convention-Interesse bei Ihnen?

    Ich bin ja auch Fan, also habe ich immer meine Highlights bei den Stargästen. In diesem Jahr ist das als Star Trek Fan der ersten Stunde natürlich Jeri Ryan. Auf sie bin ich besonders gespannt. In den vergangenen Jahren waren das u.a. William Shatner (schließlich war ich ja als Teenager in Captain Kirk verliebt), Richard Dean Anderson (hier lässt der MacGyver-Fan in mir grüßen) und natürlich Leonard Nimoy im Jahr 2005.

    Die FedCon gibt es seit mittlerweile 23 Jahren. Walter Koenig war der erste und bei der ersten FedCon einzige Stargast. Was hat sich abgesehen vom reinen Umfang und vom Bekanntheitsgrad seitdem verändert? Haben Sie einen Wandel innerhalb der Congemeinschaft feststellen können? Ist der „gemeine Congänger“ heute anders, hat bspw. andere Anforderungen?

    Natürlich gab es einen Wandel. 1992 in Augsburg gab es nur wenig Programm, Panels und Autogrammstunden. Irgendwann sind die Fotosessions dazugekommen, die mehr und mehr die Autogramme ablösen. Ein persönliches Foto mit dem Lieblingsstar ist für viele Congänger das Highlight schlechthin geworden.

    Was ist bei der Planung einer Convention die größte Herausforderung?

    Die größte Herausforderung ist das Gesamtpaket, eine Convention erfolgreich zu veranstalten und darin stecken jedes Mal rund 1 ½ Jahre Arbeit, also wesentlich mehr und umfangreicher, als man sich vorstellen kann. Mitglieder des FedCon Geeks Club können im aktuellen FedCon Insider No 15 dazu einen ausführlichen Artikel lesen.

    Der Erfolg einer Convention steht und fällt natürlich mit den Stargästen. Aus diesem Grund ist uns die Wunschliste der Fans im Forum so wichtig. Diese Gäste dann nach Deutschland zu holen ist eine der ganz großen Herausforderungen. Hier stehen langwierige Verhandlungen an, die oft über Jahre gehen. Der Termin muss passen und man kann nicht jede Gagenforderung akzeptieren.

    Was war Ihr spannendstes oder lustigstes Erlebnis auf einer FedCon?  Im Gegenzug dazu: Was war das böseste Erlebnis? Gab es besondere Pannen?

    Die Pressekonferenz der FedCon 2005. Das war meine erste PK und ich konnte die ganze Nacht zuvor kein Auge zumachen. Zum einen, weil das meine Premiere vor der Presse und mein erster öffentlicher Auftritt war und zum anderen natürlich, weil ein Held meiner Jugend, Leonard Nimoy, an dieser Pressekonferenz teilnahm.

    Ein richtig böses Erlebnis oder eine besondere Panne gab es für mich bisher nicht. Ich hoffe natürlich, dass das so bleibt. Gerade in meinem Job plane ich alles akribisch im Voraus und schließe weitgehend alle Eventualitäten mit ein. Kleinere Pannen wie ein totes Mikrofon bei einer PK sind nicht der Rede wert, weil unsere Technik hier blitzschnell reagiert.

    An welchen Stargast haben Sie besonders positive Erinnerungen?

    Peter Jurasik aus Babylon 5. Als großer Fan der Serie war ich in seinem Panel auf der FedCon 2008 und hier habe ich zum ersten Mal gesehen, wie schnell ein wirklich guter Schauspieler „einen Schalter umlegen kann“ und zu dem Charakter wird, den er gespielt hat. Peter Jurasik war in Babylon 5 Londo Mollari, ein arroganter und nicht gerade der sympathischste Zeitgenosse. Auf der Bühne ist er kurz in diese Rolle geschlüpft und bereits am Gesichtsausdruck und ohne auch nur ein Wort zu sagen, sah ich plötzlich Londo Mollari und keine Spur mehr von Peter Jurasik. Das hat mich unheimlich beeindruckt.

    Nach diesem Panel bin ich ihm noch kurz auf der Treppe begegnet, er hat mich in den Arm genommen und mir für meine Arbeit gedankt. So etwas bleibt besonders in Erinnerung. Auf späteren Cons haben noch weitere Stargäste meine Arbeit gelobt, sich für die PK bedankt usw., aber Peter Jurasik blieb mir einfach ganz besonders in Erinnerung.

    Nun, da Sie bereits einige bekannte Schauspieler/Personen kennenlernen durften: Hat sich Ihr Verhältnis zu sogenannten „Stars“ verändert („Sie kochen auch nur mit Wasser“ vs. „Oh mein Gott es ist XY, fächert mirLuft zu!“)

    Man wird gelassener, die Aufregung lässt – bis auf wenige Ausnahmen – nach. Für mich sind das ganz normale Menschen, der eine nett, der andere weniger.

    Abseits von den Stars sind auch viele Fachleute verschiedenster Richtungen vertreten, die Workshops anbieten und Vorträge halten. WählenSie diejenigen grundsätzlich gerne selber aus oder könnenInteressenten/Leute, die „etwas zu sagen haben“ sich einfach bei Ihnen melden und ihren Vortrag oder Workshop anbieten? Welche Voraussetzungen sollten dafür erfüllt werden, wonach suchen Sie?

    Die Leute bewerben sich bei uns mit Beschreibungen der angedachten Vorträge. Workshops gibt es auf der FedCon nicht, das sind jedoch wichtige Programmpunkte der RingCon und HobbitCon.

    Diese Bewerbungen werden gesichtet und dann eine entsprechende Auswahl getroffen. Die Vielfalt ist hier wichtig, denn es macht keinen Sinn z.B. 3 Vorträge zum selben Thema anzubieten. Bewerben kann sich natürlich jeder, der eine Idee zu einem interessanten und vom Thema her zur Convention passenden Vortrag hat.

    Welche Tipps würden Sie Conneulingen mit auf den Weg geben?

    Auf der Con als erstes den Con Guide lesen. Darin sind wichtige Informationen über die Abläufe enthalten, sodass nahezu alle Fragen beantwortet werden.

    Ansonsten einfach ins Getümmel stürzen und Spaß haben.

    Und stellt euch darauf ein: Der Con-Blues wird ganz schlimm werden .

     

    Die FedCon findet vom 21. bis 24 Mai im Düsseldorfer Maritim Hotel statt. Website | Facebook | Forum