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Teenage Mutant Ninja Turtles 2 Trailer

Die späte Guddy isst die Pizza! Doch nun habe selbst ich trotz Zeitnot den Trailer sehen können. Es ist einer jener Trailer, die ich unbedingt teilen muss und das kommt, wie ihr nachvollziehen könnt, sehr selten vor. Aber warum? Wie kann der Trailer eines zweiten Teiles gut sein, wenn doch der Vorgängerfilm eine Katastrophe war? Recht eindeutige Antwort: Weil der Trailer endlich das zeigt, was ich mir vom ersten Film erhofft hatte.

Die gezeigten Bilder wirken irgendwie vertrauter, versetzen einen zurück in eine Zeit, in der man mit Eiscreme und einem Haufen Freunde auf dem Boden vor dem Fernseher gesessen hat, um Cartoons zu gucken. (Also in die prähistorische Zeit des letzten Wochenendes.) Da ist der Turtles-Van, der in Kleinformat auch in meinem Wohnzimmer steht, da sind Bebop und Rocksteady, die endlich wirklich auch aussehen wie sie selbst und da ist ein leider kurzhaariger, aber zum Glück witziger Casey Jones, hier verkörpert durch Stephen Amell. Natürlich macht der Trailer keinen Sinn. Natürlich ist er an mancher Stelle albern. Und genau dadurch kommt er der Cartoonserie schon ziemlich nahe. Nicht, dass die Cartoons meine Lieblings-Turtles-Comicadaption sind, denn das wäre tatsächlich der Film von 1990. Aber hey, auf eine Turtlesverfilmung für das erwachsene Publikum werden wir vermutlich ohnehin ewig warten müssen.

Auf jeden Fall bin ich von dem Trailer positiv überrascht, hoffe auf das Beste und erwarte wohl trotzdem das Schlimmste. Und ganz vielleicht werde ich ihn mir im Juni kommenden Jahres auch im Kino antun. Aber nur ganz vielleicht. Aber urteilt selbst:

#boycottstarwarsVII oder: Hurra, im Kino ohne Rassisten!

Ich bin mir ziemlich sicher, dass fast jeder von euch bereits den neuen Trailer gesehen hat. Aber zur Sicherheit: Bitteschön.

Basierend auf dieser bevorstehenden, wunderbaren News (Ja gut, in Internetzeitrechnung ist das schon eine Olds)  reihten sich seit Sonntag Abend auf Twitter auf wundersame Weise einige Buchstaben zusammen, die gemeinsam den Hashtag „#boycottstarwarsVII“ formten. Was war geschehen?

Von Haus aus empörte Bürger witterten und schlussendlich sahen den Trailer, mussten entsetzt miterleben, wie der „schwarze Stormtrooper“ Finn, gespielt von John Boyega, eine unfassbar prominente Rolle einnimmt und zählten samt des allgemeinen Eindrucks gekonnt 1 und 1 zusammen: Soll hier etwa der „Genozid“ des Weißen beworben werden? Darf es sein, dass den armen Kindern unserer Zeit Filme voller ekelhaft triefender political correctness vorgesetzt werden, in denen weiße Männer nur eine untergeordnete Rolle spielen? Verdammt, wo ist denn hier das whitewashing?! Empörend!

Das ist so überzogen, dass es doch eigentlich nur Trolling sein kann und der Aufschrei war demzufolge lauter als die ursprüngliche Meldung. Die Macht ist stark in diesen da, diesen Twitterern, die den Hashtag mittels Tweets schier bombardierten und dessen Message binnen kürzester Zeit umkehrten. Diese ganze Sache finde ich sehr possierlich.

Was den Trailer an sich angeht bin ich noch zwiegespalten. Die ganze Geschichte ist in Vergessenheit und ins Reich der Legenden geraten? Darth Vader-Remastered? Hm. Doch an sich sieht es nett aus, es ist eine schöne Mischung aus Effekten, Action und ruhigeren Storymomenten. Auf jeden Fall bin und bleibe ich gespannt!

Alles steht Kopf

Genre: Familienfilm, Animation
Regisseur: Pete Docter, Ronnie del Carmen
Deutsche Synchronsprecher:
 Nana Spier, Olaf Schubert, Bettina Zimmermann
Erscheinungsjahr:
2015
Spieldauer:
94 Minuten
Originalton: Englisch
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Handlung

Die elfjährige Riley hat es nicht leicht: Ihre Eltern ziehen vom wunderschönen Minnesota ins graue San Francisco. Auf Riley prallen neue Eindrücke ein, sie muss mit Verlust und Heimweh kämpfen, mit Trauer, Wut und Enttäuschung. Doch ihr selbst folgen wir nur peripher. Es sind die Emotionen in ihr, die wir personifiziert sehen und denen wir beiwohnen dürfen, wie sie, die bereits seit Rileys Säuglingszeit bei ihr sind, mit den neuen Eindrücken umgehen. Besonders Frau Freude, die Rileys Gefühle dominiert, ist um ihr Wohlergehen besorgt und schier entsetzt, als die pummelige Kummer versehentlich eine fröhliche Erinnerung Rileys berührt, ihr somit eine andere Färbung verleiht und Riley einen kleinen „Blues“ verpasst.

Ein Kette unglücklicher Ereignisse in Rileys Emotionenzentrale führt dazu, dass Freude und Kummer samt wichtiger Kernerinnerungen per Luftpost aus der Zentrale zur Erinnerungssammelstelle gesaugt werden und nun Müh und Not haben, in die Kommandozentrale zurückzukehren. Denn was wäre Rileys Leben ohne Freude?

Meine Meinung

Wäre ich eine Emotion, ich wäre zur Zeit wohl „Missfallen“, auch bekannt als „Frau Dr. Nörgel. Fast tut es mir auch leid, denn eigentlich bin ich doch so leicht zu begeistern! Wer hätte auch ahnen können, dass mir nach „Fear the Walking Dead“ ausgerechnet „Alles steht Kopf“ missfallen würde, wurde doch gerade Letzterer mit Lob schier überschüttet: Derzeit steht es bei 98% positiver Bewertung bei Rotten Tomatoes. Zu Recht, erscheint es, denn die Idee dahinter ist selten innovativ: Die Prozesse in „Herz und Hirn“ so zu visualisieren und abstrahieren, dass sie sowohl familientauglich, als auch verständlich und zu guter Letzt auch noch humorvoll sind, das hat kaum jemand zuvor in dieser Art und Weise versucht. Doch zwischen „Versuch“ und „Realisierung“ liegt ein weiter Weg. Und auf dem ist Pixar meiner Meinung nach auf halber Strecke verendet.

Nun aufzulisten, was mir alles nicht gefallen hat, wäre ein zu tristes Unterfangen. Ich könnte schreiben, dass ich die beiden Hauptpersonen Freude und Riley unerträglich fand, Kummer schrecklich dumm, Rileys ehemaligen, imaginären Freund Bing Bong zu albern und den Film über weite Strecken einfach nur öde, in weiteren Passagen erschreckend einfallslos, kindisch und flach. Die witzigen Szenen kann ich an einer Hand abzählen. Es sind die Szenen, in denen die Emotionszentralen verschiedener Menschen miteinander zu agieren versuchen oder, wie im Abspann, komplett losgelöst präsentiert werden: Spannend! (Die Katzenszene war episch!) Oder die paar wirklich wahren Witze wie dieser (frei nacherzählt):

[Freude haut zwei Boxen um, die Inhalte mit einmal „Meinungen“ und einmal „Fakten“ purzeln durcheinander auf den Boden]“Oh nein! Lass uns sie aufsammeln! Aber.. nooo! Ich kann die Plättchen nicht auseinander halten!“ – „Mach dir keine Sorgen. Das passiert hier eh andauernd.“

Hihi. So true!

Überhaupt ist das Innenleben Rileys wunderbar animiert. Von der Schaltzentrale der fünf Emotionen über die Gedankendeponie bis hin zu den vergessenen Erinnerungen, all das hat Hand und Fuß, ohne dabei zu kompliziert zu sein. Erinnerungen werden in Kügelchen verpackt, die entweder ins Langzeitgedächtnis wandern, um dort über mehr oder weniger lange Zeit archiviert zu werden, oder als Kernerinnerungen gespeichert, die persönlichkeitsbildend sind. Dass Riley mit ihrem Fantasiereich sehr mädchenhaft ist: geschenkt. Zu leugnen, dass es Mädchen gibt, die sich glitzernde Prinzessinennschlösser vorstellen, hielte ich für gewagt. Zumal Riley an sich kein Klischeemädchen ist. Nicht, dass sie mir dadurch sympathischer wird.

In diesem hübsch visualisierten Innenleben Rileys hampeln die fünf Emotionen herum und versuchen, Rileys Gedanken zu strukturieren und zu leiten. „Hampeln„, denn sonderlich kompetent wirken sie nicht, müssen sie auch nicht sein, schließlich sind es Emotionen und keine Beamten. (Das muss ich sagen, da mir eine Beamtin gerade die Pistole auf die Brust setzt und ich mit einer Kugel so schlecht tippen kann.)  Diese fünf Kollegen sind  selbstredend stark auf „ihre“ Emotion reduziert: Freude ist ein fröhliches Wesen, Kummer(speck) ein verkappter „I-Aah“, Wut ein leicht entflammbarer Zornknubbel, Angst sehr ängstlich und Ekel ist irgendwo zwischen „Disgust“ und „weiblicher Arroganz“ anzusiedeln. Zwar arbeiten sie gemeinsam, doch das Sagen hat eindeutig Freude, die insbesondere Kummer unterdrückt und vergisst, dass auch Trauer zu einem erfüllten Leben dazu gehört. Dass diese Erkenntnis sehr spät kommt, ist natürlich ganz im Sinne eines Familienfilmes, schließlich muss irgendwann gegen Ende die Moral auftreten. Immerhin ist diese originär.

Erwähnenswert ist sicher auch die Tatsache, dass die Ideen nicht allein auf Interpretation der kreativen Pixarköpfe fußen, sondern auch auf Studien realer Psychologen. So wurde Paul Ekman zu Rate gezogen, der in seinen Arbeiten sieben Basisemotionen definiert: Fröhlichkeit, Wut, Ekel, Furcht, Verachtung, Traurigkeit und Überraschung. Dass Verachtung und Überraschung für „Alles steht Kopf“ gestrichen wurden, ist der Erzählbarkeit und Dramaturgie geschuldet. Auch werden diese beiden Emotionen teilweise durch die fünf übernommenen Personifikationen in deren Handeln abgedeckt.

Fazit

Insgesamt finde ich „Alles steht Kopf“ zwar originell, aber nicht halb so tiefgründig, wie es mancherorts erzählt wird. Die meisten Ideen finde ich sehr nahe liegend, leider jedoch auch nicht sonderlich unterhaltend und besonders die Passagen mit und über Bing Bong nervig. Dessen Werdegang habe ich allerdings sehr begrüßt und macht für mich sehr viel Sinn. Es ist ein schön anzusehender Film, der gänzlich andere Wege beschreitet als die meisten Animationsfilme zuvor und wohl deswegen auch so gute Kritiken einheimsen konnte, für mich jedoch nur unterer Durchschnitt bleibt.

Eine (sehr) gute Idee alleine macht noch keinen grandiosen Film.

Diese Besprechung stützt sich auf die deutsche Version, da die Kinos meiner Umgebung die OV nicht zeigen.

Ant-Man

Genre: Sci-Fi, Action
Regisseur: Peyton Reed
Darsteller:
 Paul Rudd, Evangeline Lilly, Michael Douglas 
Erscheinungsjahr:
2015
Spieldauer:
115 Minuten
Originalton: Englisch
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Handlung

Als der intelligente Einbrecher Scott aus dem Gefängnis entlassen wird, hat er vor allen Dingen eines im Sinn: Fortan rechtschaffen leben, um nicht nur ein normales Leben führen, sondern auch seiner kleinen Tochter ein gutes Vorbild sein zu können. Dass er wenige Tage später doch noch von seinem Freund dazu überredet wird, den Safe des vermögenden Hank Pym zu knacken, steht er dort nicht etwa vor einem Sack voller Geld und Juwelen, sondern vor einem ominösen Anzug. Kaum probeweise angezogen und sich im Spiegel bewundert, entfaltet sich das wahre Potential des Anzuges: Scott schrumpft auf possierliche Ameisengröße und entwickelt eine in Relation zur neuen Körpermasse unwahrscheinliche Kräfte.

Während Scotts Odyssee durch die plötzlich viel zu große Stadt lacht sich Anzugbesitzer Hank Pym ins Fäustchen: Die Einbruchsmöglichkeit in sein Haus war von seiner Seite aus initiiert, ein krudes Rekrutierungsmanöver. Denn Scotts Diebes-Fähigkeiten werden von ihm dringend benötigt, um die Pläne der garstigen Organisation Hydra zu vereiteln, die eine zweite Version des Verkleinerungsanzuges für ihre Zwecke beanspruchen will und bereits krude Pläne damit schmiedet. Scott hat nur noch wenig Zeit, von einem semi-ordinären Kriminellen zum Superhelden Ant-Man zu werden.

Meine Meinung

Ant-Man ist nun längst nicht der bekannteste oder gar beliebteste Superheld, dennoch ist er bekanntermaßen einer der Gründungsmitglieder der Avengers und hat zumindest im Comickosmos eine kleine Bedeutung. Die ist in den Marvel Verfilmungen bislang leider untergegangen, daher freut es mich sehr, dass ihm nun die Aufmerksamkeit zuteil wird, die er verdient! Natürlich fragt man sich nach den letzten Marvelfilmen: Was kann ausgerechnet der kleine Ant-Man bieten, was nicht zuvor bereits zehnfach durch die Actionmaschinerie gejagt worden ist und man nicht von Iron Man, Captain America und Co. nicht schon imposante kennt? Kann ein neu eingeführter Superheld da überhaupt noch die Krone aufsetzen? Die Antwort ist simpel: Nein, kann er nicht. Nicht, wenn es ihm nach Größerem strebt.

Und so ist der Ameisenmann auch deutlich geerdeter. In bester Spiderman-Manier muss er sich nicht nur vom Otto Normalbürger hocharbeiten und lernen, die neuen Fähigkeiten zu zähmen und letztlich zu meistern, sondern er agiert auch in deutlich minimalistischerer Szenerie. Haupthandlungsorte sind zum einen das Labor mit dem obligatorischen Bösewicht und der anziehenden Vernichtungswaffe, zum anderen aber auch und vor allen Dingen das bodenständige Häuschen des früheren „Ant-Man 1“ Hank Pym, der nun aufgrund seines voran geschrittenen Alters den Ameisenanzug  erst an den Nagel, und nun an Scotts Schultern gehängt hat. Nicht einmal steht die unmittelbare Vernichtung der Menschheit durch fiese Aliens in unmittelbarer Aussicht, sondern zunächst „nur“ das Besitzrecht des gelben Minianzuges an Hydra.

Die Welt um Scott erscheint kleiner und das nicht nur aufgrund des Umstandes, dass er auf Augenhöhe mit dem liebenswerten Krabbelvieh ist. Dieses ist wunderbar in Szene gesetzt, sowohl optisch, als auch auf narrative Weise. Die Interaktionen mit den Ameisen wirkt erstaunlich plausibel, deuten militärisch anmutende Strukturen an und fokussieren auch auf einzelne Individuen ihrer Art, die auf ihre Weise irgendwie sympathisch wirken, ohne dass sie romantisch verklärt vermenschlicht werden.

Während die Ameisen sicher eine solide Basis für die Darstellung des Ant-Man bilden, schaffen es auch die humanoiden Charaktere, zu überzeugen. Sieht man von dem schablonenartigen Bösewicht ab, haben die anderen Personen in Scotts Umfeld Substanz. Da ist der neue Freund von Scotts Exfrau, der zunächst wie der Stereotyp des „Arschloch-Neuen-Freundes“ wirkt und wider Erwarten doch ein ganz cooler Typ ist. Oder der Minikriminelle Luis, der zwar ein Sidekick ist, aber nicht etwa durch andernorts bereits durchgekaute Albernheiten auffällt, sondern vielmehr durch witzige Einfälle glänzt und so ganz nebenbei auch den Humor des Filmes unterstreicht und in Form von Scotts ironischer Art ihren Höhepunkt findet. Ich mag es sehr, dass er von sich aus bestimmte, kitschige Momente entschärft.

Ant-Man ist nämlich vor allem eines: Ein sehr kurzweiliger, fast komödiantischer Film, der zwar Action bietet, sich jedoch nicht darauf ausruht. Hier möchte ich den Bogen zurück zur Frage schlagen, ob Ant-Man die bisherigen Marvelfilme toppen kann. Die Explosionen werden nicht größer, können es gar nicht werden und das ist den Machern vollends bewusst. Seine Sternstunden hat der Film in den geschrumpften Kämpfen. Etwa, wenn Scott durch Miniaturmodelle rennt,um Schüssen zu entfliehen  oder im Endkampf, bei dem eine Spielzeugbahn zweckentfremdet wird. Der Kontrast zur fulminanten, lauten Action innerhalb Ant-Mans Perspektive und der immer wieder eingeblendeten  Sicht der Außenwelt auf das Geschehen ist großartig!

Ebenso großartig wie die gesponnene Marvelwelt, die sich von Film zu Film immer weiter entfaltet und verdichtet. Die Figuren nehmen Bezug zueinander, spielen auf vergangene Ereignisse an, die in anderen Filmen passierten und verknüpfen all das zu einem Kinoerlebnis, das in dieser Form zur Zeit wohl nur Marvel bieten kann. Und es funktioniert! Verdichtet wird all dies durch die – bitte im Kino sitzen bleiben – after credit-scenes, die wieder einmal auf weitere Ereignisse hoffen lassen. Übrigens: Das Gesicht von „The Wasp“, die im Film einen Gastauftritt hat, wird nie gezeigt. Das lässt mich hoffen, dass sie doch noch.. ach ich will da nicht zu viel verraten.

Fazit

Als kurzweilig und erschreckend innovativ würde ich ihn beschreiben. Zwar bleibt das Storykonstrukt sehr marvelesk, der Antagonist schablonenhaft, doch die Art, wie die „kleine Welt“ visualisiert und die Action minimalisiert wird, gefällt mir sehr. Man ist keinen konträren Weg gegangen, doch hat einen guten Weg gefunden, der neben den ausgetretenen Pfaden entlang läuft und genug Abwechslung bietet. Ich möchte sogar so weit gehen, dass ich sagen würde, dass „Ant-Man“ neben „The Avengers“ die bislang beste Marvelverfilmung ist. Aber ich mag auch Ameisen. Ungelogen. Ich glaube, ich werde mir eine Anthony-Plüschfigur basteln. Natürlich in Originalgröße, damit mein Basteldilettantismus nicht groß auffällt.

 

Super Mario Bros. – The Movie? Awesome!

Kein Scherz. Ich finde diese Videospielverfilmung großartig. So sehr, dass ich nicht einmal finde, dass es eines dieser „Guilty Pleasures“ ist, von denen peinlich schnell berührte Leute hinter vorgehaltener Hand tuscheln. Ihr habt doch alle keine Ahnung! Gut. Ich streng genommen auch nicht, denn ich bin weit davon entfernt, eine professionelle Filmenthusiastin zu sein. Ich bin einfach nur eine Enthusiastin. Dafür jedoch eine mit eigenem Geschmack. Obviously.

Die Großartigkeit des Filmchens zeigt sich bereits in den groben Zügen seiner Umsetzung: Es ist alles andere als eine 1:1 Kopie des bekannten Stoffes, sondern nutzt diesen nur als Basis, um lose darauf aufbauend etwas eigenes zu erschaffen. Mutig stürzt man die Geschichte rund um Mario und Luigi um, fügt Facetten hinzu und lässt dafür andere Fakten weit hinter sich zurück. Plötzlich geht es um Dinosaurier, die sich in einem Paralleluniversum zur dominierenden und grotesk humanoid wirkenden Rasse der Erde behauptet haben. Plötzlich ist der mario’sche Pilz wirklich ein Pilz: Schleimig, irgendwie ansteckend und eklig. „Ich bin Darkwing Duck, der Pilz am Fuße des Verbrechens!“ Oder so. Nein, der Pilz ist hier keine Droge, die Marios Ego größer werden lässt.

Diese Unterschiede zur Spielevorlage halte ich für gewagt, aber unglaublich interessant. Realisiert wurde mit diesen Ideen ein Film, der kontinuierlich zwischen Trash und Müll pendelt und dabei eine überraschend gute Figur macht. Warum? Weil er mir beim Zugucken Spaß gemacht hat und noch immer macht! Weil Mario Mario Mario und Luigi Luigi Mario heißt! Weil die Prinzessin zu einer coolen Damsel in Distress wird! Weil Mario hier ironischerweise nicht springen möchte. Mein Herz verloren hatte ich spätestens an Yoshi und die Minibombe. Beide sind trotz nicht vorhandenem Plüsch oder Rosa zuckersüß, was an sich bereits eine kleine Kunst ist.

Diese Dinosaurier-Dystopie mit den grobschlächtigen, aber drolligen Goombas (Die Mundharmonika! Aaaw!)hat es mir angetan und in eine Welt entführt, die konträr zu der bunten, vergnüglichen Welt des ursprünglichen Marios ist. Hey, knallbunte Sitcom hatten wir in der kleinen Serie Ende der 80er bereits genug! (Ich danke mir selbst zum Ohrwurm. Mist.) Hier läuft Mario nicht von links nach rechts, sondern sogar auch mal von rechts nach links. Klingt komisch, ist aber so.

Der ganze Film ist ein surrealer Fiebertraum, der ganz ohne knallbunte Farben auskommt, dabei das Wagnis eingeht, sich kreativ von der Vorlage zu lösen – und im Allgemeinverständnis kläglich dabei gescheitert ist. Ich kenne kaum jemanden, der den Film nicht gerne vergessen würde – allen voran natürlich die Darsteller und Verantwortlichen selbst. Falls ihr den Film ebenfalls bereits verdrängt habt, habe ich hier den neusten Honest Trailer für euch, der, oh welch Zufall, Super Mario Bros. thematisiert. Hurra!

Und falls ihr euch den Film zulegen wollt… Tadaa.

Every Single Word

Wie würden Filme eigentlich aussehen, wenn man sie auf die Sprechpassagen der people of color reduzieren würde? Definitiv eines: Ziemlich kurz.

Der Schauspieler und Autor Dylan Marron hat sich dessen angenommen und ein kleines Projekt gestartet, das er Every Single Word nennt und ein wunderbares Beispiel von „show, don’t tell“ ist. Aus einigen Filmen – die er, nebenbei gesagt, selber mag und schätzt – hat er die von farbigen Menschen gesprochenen Worte extrahiert und zu Clips zusammengeschnitten, die jeweils keine Minute lang sind. Viele der Beispiele zeigen keinen oder nur einen einzigen farbigen Protagonisten, der in dem Film „etwas zu sagen hat“.

Das Ergebnis ist recht traurig und soll auf den Mangel an bedeutenden Rollen für Nichtweiße in Hollywood aufmerksam machen. Wer sich näher für diese Thematik interessiert, kann auch gut und gerne einen Blick auf die USC Annenberg study werfen, in der man Prozentzahlen sprechen lässt.

Website | Youtube



Besonders possierlich mutet es bei dem Film Noah an, der immerhin auf biblischen Quellen basiert und demnach eher nicht derart von Weißen bevölkert sein dürfte. Aber gut. Vielleicht sind die auch die einzigen, die zufälligerweise kein Schweigegelübde abgelegt haben.

Jurassic Park – wie er sein sollte!

Die existierenden Jurassic Park (oder World) Filme sind alle nett. Mehr oder weniger. Wir haben Abenteuer, Dinosaurier, Herz und anderes Gedärm und ein paar Schreckmomente. Das funktioniert gut und möchte ich auch gar nicht missen – nur wie verdammt geil wäre es bitte, wenn man Jurassic Park mit DayZ kreuzen würde? Oder The Last of Us? The Walking Dead? Man nehme undurchdringliches Gestrüpp, längst überwucherte Pfade und Ruinen, deren ehemals chromglänzenden Wände von Efeu überrankt sind und, skelettgleich, rostzerfressene Autos. Der Schweiss hat die Hemden der Protagonisten längst verfärbt, Morast klebt ihnen fast bis zum Hals und sie sind gefärbt von Entbehrung, Anstrengung und einer immerwährenden Bedrohung.  Ich könnte mir verdammt gut eine Serie oder ein Videospiel vorstellen, die darauf aufbauen und weniger die Dinosaurier, sondern die menschlichen Figuren in den Fokus stellen.

Wie ich darauf komme? Der niederländische Concept Artist  Jorry Rosman hat, nebst seiner Arbeit bei Guerilla Games, jüngst an einem persönlichen Kunstprojekt gearbeitet, das er passenderweise DayD getauft hat. Es enthält einige Konzeptzeichnungen seiner Version von Jurassic World – oder seine Vision von Jurassic World 2? Wie auch immer: Ich bin ein bisschen verliebt! Ich als kleine Archäologin sehe schon ein paar Geheimnisse, die in den moosbewachsenen Gemäuern auf mich warten, angenagte Knochen, die eine Geschichte zu erzählen haben und ganz, ganz viel Dreck.

Kommen die Bilder euren Vorstellungen auch nah? Oder hättet ihr es lieber ganz anders?

!Diese und einige weitere Bilder könnt ihr natürlich nicht nur hier auf meinem Blog bewundern, sondern insbesondere und in voller Größe auf Jorry Rosmans eigenem Tumblr oder seinen ArtStation-Profil. Es lohnt sich.¡

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Jurassic World


Genre: Science-Fiction, Action, Abenteuer
Regisseur: Colin Trevorrow
Darsteller:
 Chris Pratt, Bryce Dallas Howard, Vincent D’Onofrio
Erscheinungsjahr:
2015
Spieldauer:
124 Minuten
Originalton: Englisch
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Handlung

Zwanzig Jahre sind ins Land gestrichen, seit die Dinosaurier im ursprünglichen Jurassic Park am ein oder anderen Menschenknochen geknabbert haben. Nun wurde, geschmackvoll auf den Ruinen des alten Parks, ein neuer errichtet. Noch größer, noch gigantischer und noch atemberaubender soll er sein, um die Zuschauer an die Scheiben zu fesseln und in die Giftshops zu treiben. Was bietet sich da besser an als ein neu kreierter Supersaurier? Der Indominus Rex ist eine wundervolle Mischung aus einem T-Rex und… nein, so ganz genau will man das noch nicht sagen. Den willigen Parkbesuchern wurde er als neuste Attraktion noch nicht gezeigt und natürlich wird es auch nicht dazu kommen. Zumindest nicht im geplanten Sinne, denn Jurassic World wäre nicht Jurassic World, wenn der Indominus Rex nicht entfleuchen würde und sich, statt sich begaffen zu lassen lieber an armen Unschuldigen vergreifen würde. Denn er tötet nicht, um zu fressen… sondern… aus Spaß. Hier bitte dramatische Musik einfügen.

 

Besprechung

Die fiktive Isla Nublar ist heute wie damals Schauplatz des Geschehens rund um unbefiedertes, semiausgestorbenes Großwild. Heute wie damals ist es auch der Dummheit der Menschen – oder dem Drehbuch – zu verdanken, dass die Lage eskaliert und nicht nur wehrlose Ziegen den Carnivoren zum Opfer fallen. Es bleibt also alles beim Alten bei gleichzeitiger Politur des alten Stoffes; der Fokus liegt gleich in der ersten Einstellung auf Nostalgie und Dinosauriern. Ist es ein Kinderzimmer aus den 90ern, das man sieht oder doch die prähistorisch eingerichtete Bude eines modernes Kindes? Letzteres ist der Fall und der betreffende Junge tritt bald darauf in die wissbegierigen Fußstapfen von Tim, dem nervigen Blag Jungen aus Jurassic Park. Staunenden Auges betritt er den Jurassic World, um dort, gemeinsam mit seinem älteren Mädchenschwarm-Bruder, auch seine Tante zu besuchen, die zufällig Leiterin des Dinoparks ist.

Als Zuschauer beginnt nun der faszinierendste Teil: Der kleine Rundgang durch den Jurassic World. Man erhält wunderbaren Einblick in die Welt des Kommerzes, in der Tiere als Unterhaltungsprodukt betrachtet werden und sich der Parkbesucher als tumber Vergnügungssüchtiger präsentiert. Größer, besser, gefährlicher ist nicht nur das Motto des Parks, sondern auch das des Filmes: Gesellschaftskritik und Fanservice gehen hier Hand in Hand. Nicht, dass es ein philosophischer Film wäre, nein, er fährt klassische Popcornkinogeschütze auf. Man sieht arme Babytriceratopse, die von kleinen Menschenkindern geritten werden können und vermutlich die nächsten Monate dazu verdammt sind, blöd im Kreis herum zu laufen, man sieht den gewaltigen Mosasaurus, der in einem von fast jedem Blickwinkel aus einsehbaren Aquarium haust und für den Haifische lediglich kleine Snacks sind und man kann in einer Art hypermoderner Hamsterkugel durch die riesigen Gehege der Pflanzenfresser rollen. Zudem gibt es den T-Rex zu beobachten, sowie Velociraptoren. (Sidenote: Bedenkt man bspw. die Größe, handelt es sich eigentlich um Deinonychus‘. Aufgrund des deutlich medienwirksamer klingenden Namen des Raptors hat sich Spielberg seinerzeit jedoch dazu entschieden, die auf den Deinonychus‘ basierenden Modelle nach den Velociraptoren zu benennen.) Kurz: Hat man alles schon gesehen. Das würde weder Parkbesucher, noch Kinozuschauer von den Sitzen hauen.

Wie gut, dass der Park nun mit genmodifizierten Arten arbeiten. Man kreuze einen T-Rex mit allerlei nicht handelsüblichem Getier und erhalte einen Supersaurus, namentlich den Indominus Rex. Der I-Rex ist gefährlicher, größer und schlauer als der T-Rex – und die überbordende Intelligenz merkt man. Zumindest dann, wenn er nicht gerade zugunsten der Story einen spontanen Intelligenzabfall erlebt. I-Rex bricht nämlich aus, indem er die Wärter hinterlistig täuscht. Was folgt, ist eher mit Teil 2 der Jurassic-Trilogie zu vergleichen, denn gestorben wird viel. Es sind keine prägnanten, erzählerisch geschickt eingefädelten Tode wie im originalen Film, sondern mutet zeitweilig sogar generisch an, das Bild eines Ego-Shooters wird bewusst forciert. Spannung kommt dabei jedoch kaum auf, es ist weniger subtil und dadurch beliebig.

Neben dem I-Rex sind es die Velociraptoren, die für die nötige Dinoaction sorgen und die Dank des eingeführten Trainings eine neue Facette erhalten. Trainiert werden sie von Owen, der die vier Raptoren hingebungsvoll großgezogen hat und damit in den Genuss eines Semi-Alphastatus kommt – wenn die Raptoren gerade einen freundlichen Tag haben. Wild sind und bleiben sie, zahm geworden sind sie trotz aller Streicheleinheiten absolut nicht. Zu einer besonders ikonischen Szene diesbezüglich gibt es übrigens einige Minipersiflagen seitens realer Tierpfleger.

Die Raptoren sind übrigens, man muss es leider so sagen, die Figuren mit der glaubhaftesten Charakterentwicklung. Die menschlichen Charaktere bestehen größtenteils aus Klischees und bleiben, von einigen holprig eingeführten Sidestories, sehr eindimensional. Ist das schlecht, lenkt es ab? Nun ja. Manche Entscheidung sind selten dämlich, doch bin ich keinesfalls derart vom Sessel aufgesprungen wie ich es immer, von Zorn erfüllt, tue, wenn „Jurassic Park“-Lex mit un-fass-barer Blödheit glänzt. Insgesamt wirkt Jurassic World zwar flacher, aber dadurch nicht schlecht. Die Optik ist grandios, die vielfach bemängelten CGI-Effekte sind mir kaum bis gar nicht aufgefallen. Man hat sehr unterhaltsame Action, einen wunderschönen Park mit zumeist freundlichen Sauriern, ein wenig Heldenromantik, den obligatorischen Bösewicht und Gruselmomente. Nicht etwa, wenn das Blut derart spritzt, dass man sich fragt, ob man bei Supernatural gelandet ist. Sondern dann, wenn  man etwa sieht, wie ein armer kleiner Babytriceratops an seinem Reitsattel gepackt und von einem Flugsaurier in die Lüfte gehoben wird. Trau-rig! Erst von den Menschen von Geburt an versklavt und zum Vergnügen benutzt und jetzt auch noch weinendes Futter eines Fleischfressers! Das war ungelogen mein schrecklichster Filmmoment. Für viele war der schlimmste Moment aus völlig anderen Gründen das famose Finale. Viele beschreiben es als „over the top“ – ich finde gerade das klasse!

Kurzzusammenfassung

Charaktere: Der Umstand, dass ich sie im Fließtext kaum erwähnt habe, ist wohl Urteil genug. Ich würde sie unauffällig nennen. Es sind Stereotype, die mir nicht groß negativ, aber auch nicht positiv aufgefallen sind. Am meisten Charme hatten für mich die Raptoren.
Story: Gutes Popkornkino ohne überraschende Wendungen. Sehr unterhaltsam, jedoch erzählerisch nicht ganz rund. Die Perspektive wurde zu inkonsequent gewechselt, die Wechsel zwischen den Akten sind teilweise zu abrupt.
Bild: Für mich ein definitives Highlight. Großartige Dinosaurier, ein wunderschöner Park und ein unaufdringliches 3D.
Schönste Momente: Die komplette Einführung in den Park, zu sehen, was alles möglich wäre und eine super Umsetzung der Idee. Die Parkleiterin, wie sie sich überzeugt das Hemd knotet und versucht, resolut auszusehen. „I have a boyfriend“. Blue. Der Tod einer bestimmten Frau, die von zwei Tieren nacheinander gefressen wird.

Fazit

Lohnt sich der Kinobesuch? Ja! Mit 3D? Ja. Lohnt sich eine Doktorarbeit über den Film? Nö. Lohnt sich die Blu-Ray? Auf jeden Fall! Ist er ein „Guilty Pleasure“? Aber nein. Ist er Trash? Nein.

Photo: Universal

Age of Ultron: Ein Loblied auf den massenkompatiblen Film

Die Welt der Superhelden ist – zumindest meistens – bunt und actionreich. Selten sitzen sie debattierend, mit tiefen Furchen in der sorgengefüllten Stirn, zusammen. Dafür ist ja auch selten Zeit! Jungfrauen und -männer müssen gerettet werden und manchmal sogar die ganze Welt! Dass ein Superheldenfilm da nur in den seltensten Fällen zu einem tiefgründigen Drama verkommt, ist obligatorisch.

Aktuell gibt sich im Kino eine ganze Truppe aus Superhelden die Ehre: Die Avengers, die nun im zweiten Teil gegen ein selbst verschuldetes Übel, der künstlichen Intelligenz Ultron antreten müssen. Um, wie sollte es auch anders sein, das Ende der Menschheit zu verhindern. Dabei hat Ultron doch nur Gutes im Sinn! Von Tony Stark alias Iron Man erschaffen, um die Welt vor Bedrohungen zu schützen, interpretiert die zur Blechbüchse mutierte Intelligenz das alles ein bisschen anders: Die Welt wird geschützt, sehr wohl, nur dass Ultron das Chaos durch den Menschen verursacht sieht. Und die gehört konsequenterweise zerstört. Also doch ein wenig philosophisch.

Solch ein Detail zählt für den Intellektuellen  natürlich nicht. Was zählt sind die schwingenden Fäuste, die lockeren Sprüche und die Schablonenhaftigkeit. Die zumindest wird gerne kritisiert. „Kennste einen Actionfilm, kennste alle“. Aber sie funktionieren ja gut. Dort in der Masse. „Massenkompatibel“ nennt man das, es klingt wie ein Schimpfwort, das der kluge Alte den blöden Kindern von heute vor die Füße speit. „Massenkompatibel“ bedeutet ihnen so viel wie Bedeutungslosigkeit, die ganz im Gegensatz zu den ach so anspruchsvollen Dramen, Tatorten und Nazifilmen steht. Damit wir uns nicht falsch verstehen: Ich meine die ernsten Nazifilme und keine Trashperlen wie Dead Snow oder Iron Sky.

Age of Ultron ist das Paradebeispiel eines massenkompatiblen Films. Die Brillanz des 3D-gestützten Bildes ist in Perfektion vollendet und trägt die charismatischen Helden in wunderbarer Choreographie durch die Handlung. Das Zusammenspiel von Schauspielern und Charakteren erreichte mich noch einen Hauch mehr als noch im ersten Teil, der Spaß steht im Vordergrund und der lässt auch einige Running Gags zu. Kleine Details, die nichts mit der Story an sich zu tun haben, runden die Geschichte ab und werden gekonnt in Szene gesetzt: Das Selfie hinter Iron Man, Thors Gesichtsausdruck als sein Hammer fast von fremder Hand angehoben wird… ein Fest. Ein Knaller. Ich liebe den Film von vorne bis hinten.

Weil er massenkompatibel ist. Zumindest ist dies ein Mitgrund. Ich mag Filme, die sich nicht zu schade dafür sind, zu protzen. Sei es mit Effekten, mit Humor oder mit Action. Solange die Realisierung in meinen Augen gut und passend ist, natürlich. Während eines Filmes kann, muss ich aber nicht nachdenken müssen. Viel mehr als Holzhammer-Intellektualität schätze ich ohnehin die feineren Nuancen philosophischer Ansätze. Oder eher: Jene, die  selbst in profane Storys gewoben wurden und bei denen man die Wahl hat, ob man sich gedanklich selber damit befassen möchte.

In meinen Augen ist es ohnehin eine Farce, „Massenkompatibel“ per se als Nachteil zu sehen. Etwas ist schlecht, weil es viele anspricht? Der Mensch ist im Mittel nicht außerordentlich intelligent, sprich das Produkt sollte seichter sein als die durchschnittliche Doktorarbeit. Nicht massenkompatibel zu sein kann dann natürlich sehr positiv ausgelegt werden: Meine Arbeit/der Film ist zu anspruchsvoll, um der breiten Masse verständlich zu sein. Das ist sicher ein Aspekt unter vielen, ich jedoch ziehe daraus keinen Umkehrschluss.

Natürlich sehe selbst ich, die Trashfilme gut findet, „anspruchsvolle“ Filme, wobei auch die im Sci-Fi Genre annzusiedeln sind. Gesellschaftskritische Dramen gucke ich dagegen so gut wie nie. Dafür ist mir das Medium „Film“ zu schade. Es lebt – für mich – von (schönen) Bildern, von Emotionen und einer anderen Art von Tiefe, die nicht unbedingt von (Pseudo)Intellektualität lebt.

Klar, Age of Ultron ist kein Film, für den man ein abgeschlossenes Studium zum vollständigen Verständnis braucht. Zum Glück kann man ihn auch nebenher sehen und Spaß dabei haben. Und Spaß ist mir persönlich wichtiger als das scheinheilige Gefühl, mich beim Filmgucken zu bilden oder dabei Earl Grey trinken zu müssen.

Jared Letos Joker

In einem Tweet wurde die neue Optik des Jokers für den 2016 erscheinenden Schurkenparty-Film Suicide Squad offenbart. Die Fans waren nicht unbedingt amused, denn der Look ähnelt eher einem coolen Gangster, denn dem Joker. Dem Ledger-Joker, wohlgemerkt, denn das ist die Latte, an die vermutlich alle kommenden Joker gemessen werden. Leider, denn Ledgers Interpretation des grinsenden Bösewichts ist nur eine unter vielen.

Dabei ist der Leto-Joker momentan auch nicht das, was ich mir unter dem Joker vorstelle. Er wirkt zu schön. Der Körper: gemeisselt. Der Haaransatz: jugendlich frisch. Die Haut: welche Creme benutzt er bloß, die will ich auch! [Psst. Gibt’s bei Photoshop] Dabei ähnelt das Bild im Groben Alan Moores The Killing Joke. Die Komposition ist deutlich daran angelehnt, auch zeigen die in geduldigster Sorgfalt gefertigten  Tätowierungen einige Anlehnungen an diverse Comics und deren Cover.

Ich kann mich gut daran erinnern, was die Leute damals nach Heath Ledgers ersten Bildern gesagt haben und wittere genau diese ablehnende Haltung nun auch hier. Letztlich ist es nur ein Foto unter vielen, das erste unter vielen. Möglich, dass die sauberen Tätowierungen auch nur die Charakteristika des Jokers aufzeigen sollen und gar nicht wirklich auf dem Körper zu sehen sein werden.

Zu clean ist er mir dennoch. Ich habe ihn mal so bearbeitet, wie ich es ganz nett finden würde. Die Hahahas wären hier nur in die Haut geritzt, um den Wahnsinn zu akzentuieren. Hach ja. Das wär für mich ein Traum…

joker

Und was denkt ihr über ihn?

Kurzfilm: Artoo in Love

R2D2 schafft es trotz seiner mülleimeresken Optik und seiner Unfähigkeit, menschliche Wörter zu formen, emotionaler zu wirken als sein humanoider Kompagnon C-3PO. Ein Piepsen sagt schließlich mehr als tausend Worte! So ist es kaum verwunderlich, dass R2 als Stargast in einem Liebeskurzfilm auftaucht.

Dort trifft er am Wegesrand auf einen liebreizenden Mülleimer, der ihn bezirzt. gemeinsam stehen sie an einer Blümchenwiese, gucken romantische Filme wie Star Wars und lassen sich zeichnen – doch kann das Glück ewig währen?

In altbewährter Farbenlehre – schwarz ist böse, rosa ein süßes Mädchen – erschafft die kleine Crew rund um Computeringenieur Evan Atherton ein traurig-schönes Filmchen, dessen Requisiten zu großen Teilen aus dem 3D-Drucker stammen.

Solch eine Geschichte ist nicht neu, doch R2 ist derart schön gefilmt, dass man es sich dennoch sehr gut ansehen kann! Behind the Scenes-Fotos findet man auf der offiziellen Website des Films.

Ein Film mit Profil: Rubber

„Ein Profiler hätte den Ermittlungen gutgetan.“

Genre: WTF-Horror-Kunstfilm
Regisseur: Quentin Dupieux
Darsteller: Stephen Spinella, Jack Plotnick, Wings Hauser
Erscheinungsjahr: 2010
Spieldauer:
82 Minuten
Originalton: Englisch (bei französischer Produktion)
Trailer | „Rubber“ auf Amazon


Inhalt

Einer Gruppe wird eine Art Livefilm gezeigt, den sie in einer trockenen, kargen Landschaft mit Ferngläsern beobachten können. Dort, einsam und halb unter Staub begraben, erwacht ein Autoreifen zu neuem Leben. Auf wackligem Gummi blinzelt er in die Welt – nur um wenig später sein wahres Gesicht zu zeigen. Denn unter dem abgeschliffenem Profil vebirgt sich ein erbarmungsloser Killer!

Rubber-03

Kritik

Der Film beginnt mit einer Demonstration über die Willkürlichkeit der Filmemacher: Der Protagonist, Lieutenant Chad, steigt aus dem Kofferraum eines Polizeiautos, gießt ein Glas Wasser vor den mit Ferngläsern bewaffneten Zuschauern aus und beginnt einen Monolog über eben jene Willkürlichkeit, bei der er die vierte Wand durchbricht und den Zuschauer vor dem Fernseher direkt anzusprechen scheint.  Dieses Mittel – Reflektion und unterschwelige Kritik am (Hollywood)Film zieht sich durch den gesamten Streifen. Ist am Ende die ganze Handlung lediglich Kritik am Filmbusiness und dessen Willkürlichkeit?

Eingebettet in diese Rahmenhandlung, die einen immer wieder zu den Zuschauern zurückkehren lässt, dreht sich „Rubber“ um den Killerreifen Robert. In seiner Anfangssequenz noch furchtbar unbeholfen wirkend wie Bambi, der zum ersten Mal das Laufen lernt,  erlebt man sein Erwachen zum Mörder hautnah mit. Er arbeitet sich hoch: Erstes Opfer ist eine Dose, die er überfährt, es folgt ein Skorpion. Als er eine Flasche nicht überfahren kann, sie zu kompakt ist für ihn als Reifen, lernt er seine eigentliche Fähigkeit kennen: Per Telekinese kann er Objekte – und später auch Menschenköpfe – zum Zerplatzen bringen. Wenig später zählt auch ein Kaninchen zu seinen Opfern – und man sieht Robert glücklich und von fröhlicher Musik begleitet durch die Wüste schunkeln.

Robert wirkt, obwohl er keinerlei Gesicht hat um seinen Gefühlen Ausdruck zu verleihen,  erstaunlich emotionsgeladen. Kleinste Nuancen in seinen Bewegungen lassen dies ebenso zu wie die musikalische Untermalung. Nie hat mich ein Reifen so berührt! (Zum Glück.) Ich habe mit ihm gelitten, mich mit ihm gefreut und am Ende… tja. Am Ende hat er mir doch zu viele Menschen umgebracht.

„Rubber“ ist ein skurriler Film nicht nur über einen Killerreifen, sondern auch über Zuschauerarchetypen und fungiert nicht nur als Horrorpersiflage, sondern auch als Kritik am Filmsystem. Ob die Längen, die zwischendurch auftauchen, beabsichtigt sind? Keine Ahnung. Der Reifen nutzt sich schlichtweg mit der Zeit ab, da das Anschleichen an die Opfer stets einem gleichen Konzept folgt. Spannung kommt selten auf, dafür ist der Film wirklich niedlich. Die Idee des Films gefällt mir sehr. Sollte man zumindest mal quergeguckt haben!

The Hobbit: The Battle of the Stupid Eyebrows

Vor mir auf der großen Leinwand entfaltete sich eine wunderbare, eine fantastische Geschichte. Die Geschichte mutiger Zwerge und eines gemütlichen Hobbits vor der schönsten Kulisse, die man sich als Fantasyfreund nur vorstellen kann. Ich sah Freude, ich sah Schmerz; ich sah eine Geschichte, die mich zum Träumen brachte.

Das war 2012.

Nun, im Jahre 2014 und beim nunmehr dritten Film der Hobbitreihe, war mein Erlebnis ungleich nüchterner. Hineingeschmettert in die Handlung und vor das aufgerissene Maul eines güldenen Drachen geworfen, waren diese ersten Minuten – das Bindeglied zwischen dem zweiten und dritten Film – noch die nettesten. Ich fragte mich zwar, warum man diese zehn Minuten nicht noch in den zweiten Teil integriert hatte, aber hey, Spaß gemacht hat der kurze Kampf gegen den samtbestimmten Smaug dennoch.

Was dann folgte, war ein Film, der mich schlichtweg enttäuschte. Ein Wirrwarr in der Story, bei der ich mich gefragt habe, ob Jackson sein Handwerk, seine Erzählkunst verloren hat. Oder eher: Wann? Keine Sekunde lang habe ich mit den Zwergen gefiebert,  keine Sekunde mich mit den Menschen gefürchtet, keine Sekunde auch nur mit den Elben… was eigentlich? Hatte man mit den Elben die Zwerge hassen sollen? Viel mehr als das ist mir bei den elbischen Emotionen und der Charakterisierung nicht im Gedächtnis geblieben. Da war nichtmal mehr Platz für Arroganz oder Erhabenheit. Sie waren einfach… golden und mochten die Zwerge nicht. Ui, toll.

Was mich jedoch am meisten gestört hat, war, dass es Fantasy war. Die Art von belangloser und seichter Fantasy, die außer viel Lametta nichts zu bieten hat und die leider in den Köpfen der breiten Masse feststeckt. Es hatte, von der Optik abgesehen, D-Moviequalität. Es war generisch aufeinander nicht abgestimmter Storymüll. Gut, hier übertreibe ich. Ich kann mich vage daran erinnern, dass ich gestern, just als ich aus dem Kino gegangen bin, nicht ganz so enttäuscht gewesen bin. Irgendwie hat sich da mein Eindruck über Nacht wohl dezent verstärkt. Aber gestern hatte ich auch den Eberzwerg noch besser im Gedächtnis gehabt. Hach. Der Eberzwerg… (mit seinen unfassbar schlecht bearbeiteten Kopfstößen)

Kurz rekapituliert: Es geht um eine Schlacht, bei der fünf Armeen beteiligt sind. Um einen Zwergen, der von der Macht des Schatzes und des Drachens langsam seine Vernunft verliert (und dem ich nichts davon abgenommen habe). Um Menschen, die ihre Stadt, ihr ganzes Hab und Gut verloren haben und nun auf der Suche nach einer neuen Heimat sind. Das ist Stoff für eine großartige Geschichte! Doch man bleibt nicht bei einzelnen Personen, betrachtet die Schlachten derart oberflächlich, dass man (oder: Dass ich) keinerlei Mitgefühl aufbauen konnte. Ich hatte den Eindruck, dass die Eckpunkte einfach abgefrühstückt worden sind. Wo bleiben die epischen Schlachten? Die Heroen, die man nicht nur sieht, sondern bei deren Auftauchen und Aktionen einem eine Gänsehaut über den Rücken läuft?

Und warum hat man Alfrid, den Berater des Bürgermeisters, kreiert? Den albernen Sidekick mit den zusammengewachsenen Augenbrauen, der mich an Jar Jar Binks erinnert hat und dem man wirklich jedes optische Klischee verpasst hat. Warum musste man die bekloppte Emanzenszene einfügen, bei der die Frauen – die noch nie in ihrem Leben ein Schwert in der Hand gehalten haben – pseudoheroisch nach den Waffen greifen? Warum musste man den Ork drölfzig Sekunden lang in Andacht verharren lassen, nur damit sich zwei Liebende in Ruhe verabschieden können? Warum…?

Ach. Es ist mir eigentlich auch  egal. The Battle of the Five Armies war für mich Fantasy der Unterklasse. Und das sage ich als Fantasyfan.

Trainierte Raptoren ftw!

Da der Trailer bereits seit gestern online ist, habt ihr ihn wahrscheinlich schon letzte Woche drölf Mal gesehen. Aber das macht mir überhaupt nichts! Denn es ist: Jurassic Park! Während das Original von 1993 ein Kultfilm ist und man das Mögen desselben zugeben kann, ohne mit faulen Dinoeiern beworfen zu werden, sieht es mit den bislang zwei fertig gestellten Nachfolgern schlechter aus. Da ich gerne mal die Königin des schlechten Geschmacks bin (Hach, die Supermario-Verfilmung! ♥ Öhm ja.) gebe ich es allerdings auch jetzt gerne zu: Ich liebe beide Fortsetzungen!

Klar, dass ich auch gerade eben den Bildschirm angequietscht habe. Endlich wieder blutrünstige Dinosaurier, panische Parkbesucher und in Bernstein gehüllte Urzeitinsekten! Und, natürlich, schlechte Entscheidungen. Nachdem jedes bisherige Projekt mit den Dinosauriern schief gelaufen ist und einige Todesopfer gefordert hat, lautet die logische Konsequenz nun: „Wir eifern dem Disneykonzern nach und bauen einen Jurassic World! YAY! Und da wir heute ganz besonders supi-duper drauf sind, basteln wir uns einen Superdino! Doppel-YAY!“ Der, selbstverständlich, nicht brav im Käfig sitzen bleibt um zu stricken. Vielleicht hat er ja auch einfach zu kurze Arme.

Der Trailer hat alles, was man braucht: Parkidylle, einen sexy Ex-Galaxiensurfer, ein halb im Dunkeln bleibendes Monster, trainierte Raptoren, eine verlangsamte und doch so vertraute Melodie, „Oh noes, wie dumm kann man sein?“- Gedanken und Menschen in Hamsterkugeln.

Der Trailer macht mir Lust auf den kommenden Juni!

Guck „The Portal“ jetzt!

Alar, ein durch die Dimensionen reisender Magier, verteleportiert sich ins Toronto des 21. Jahrhunderts. Sein Portal zurück funktioniert nicht mehr, die Halblinge sind irgendwie unfreundlich und verdammt nochmal, warum sind seine magischen Fähigkeiten hier gestört? Zum Glück entdeckt er bald eine Einrichtung, die Reisen in andere Welten verspricht. Ein magischer Ort mit sich auf wundersame Weise drehenden Türen, heiligen Artefakten, die das Bildnis eines Menschen fassen können – und Kim, eine holde Maid, die doch dezent verwirrt zu sen scheint.

10007503_265651786950263_1784707868_nZu Recht, denn dass Alar wie ein verstörter LARPer wirkt, ist obligatorisch und die Szenen, in denen er versucht, mit der Welt, wie wir sie kennen, zurecht zu kommen, sind fantastisch. Die Naivität, die Tahmoh Penikett dabei ausstrahlt, ist ebenso erfrischend wie die sympathische Darstellung der Reisefachangestellten Kims durch Erin Karpluk. Bislang war nur der Trailer bekannt, nun kann man sich nach kurzer Registrierung auch den 11minütigen Kurzfilm ansehen. Er ist zu kurz. Ich möchte eine Serie davon sehen! Zum Glück ist genau diese in Produktion. Stay tuned. Zum Beispiel auf Facebook.

Hier geht’s zum Film

Perfect Sense

„Das hat doch alles keinen Sinn!“ – Oder?

Genre: Science-Fiction, Drama
Regisseur: David Mackenzie
Darsteller: Ewan McGregor, Eva Green
Erscheinungsjahr: 2011
Spieldauer:
92 Minuten
Originalton: Englisch
Film auf Amazon


Inhalt

Ja, es ist trotz der prominent auf sämtlichen Plakaten präsentierten Lovestory eine apokalyptische Geschichte. Eine der etwas anderen Art, versteht sich, denn weder wird die Menschheit von hirnrünstigen Zombies, noch von Atomkraft bedroht. Nein, es ist eine rätselhafte Krankheit, die, ungeachtet jeglicher Vorsichtsmaßnahmen, bald die gesamte Menschheit ergreift und einem nach und nach die Sinne schwinden lässt.

Der erste Sinn, der sich sang- und klanglos verabschiedet, ist der Geruchs- bzw. Geschmacksinn. Es folgen in einigen Stunden/Tagen Abstand der Gehör- und schließlich der Sehsinn. Klingt auf den ersten Blick nicht sonderlich endzeitlich: Doch was bleibt einem noch vom Sein, wenn man letzten Endes nur noch spüren kann? Und wer sagt, dass dieser Sinn bleiben wird? Unantastbar ist er bei dieser Krankheit vermutlich nicht. Ja, ich finde, dass das eine fast noch beängstigendere Vorstellung ist als eine Zombiekalypse.

Kritik

Perfect-Sense-TrailerDie Hervorhebung der Liebesgeschichte macht hier tatsächlich Sinn, lenkt es doch den Fokus auf sowohl die großen Gefühle, als auch die winzigen Berührungen, die durch zwei Liebende mehr Bedeutung zu erhalten scheinen. Dabei ist Susan als Epidemiologin eigentlich dafür prädestiniert, den Zuschauer durch das Geschehen zu führen – doch wie soll sie dies können, wenn kein Wissenschaftler Rat weiß oder auch nur die Quelle des Geschehens benennen kann? Dagegen übernimmt Michael, mit dem sie zu Beginn des Filmes lediglich ein One Night Stand vereint, eine filmerisch wesentlich wichtigere Rolle – und das als Koch. Durch sein Wirken in der Küche werden die Auswirkungen gezeigt: Fehlt der Geschmacksinn, schalten sich die Menschen vielleicht eher um, konzentrieren sich auf Konsistenz und die Optik.

Über große Strecken hinweg ist Perfect Sense ein eher ruhiges Drama, das nur in den Höhepunkten der Epidemie Verzweiflung, überbordende Emotionen und Katastrophe ersichtlich werden lässt. Die Katastrophe gipfelt dabei in introvertierter Weise, es ist die Katastrophe des Individuums, nicht die der Masse. Lediglich, wenn eine weitere Stufe der Krankheit erreicht wird, etwa kurz vor dem Verlust des Hörsinns, drehen die Menschen im Kollektiv durch. Sie schreien aus vollster Kehle, werden aggressiv, zerstören ihr ganzes Mobiliar; als giere ihr Hirn danach, ein letztes Mal noch etwas zu hören, ein letztes Mal die Ohren zu strapazieren bevor es vorbei ist.

Die fehlende Action macht es für mich nicht langweilig, sondern im Gegenteil „angenehm“ beklemmend. Die Verflechtung von (Charakter)Drama und Apokalypse scheint mir stimmig und gut durchdacht, auch wenn es garantiert nicht Jedermanns Geschmack trifft. Zwar sind beide Protagonisten keine Sympathieträger: Im Laufe des Filmes bezeichnen sie beide sich bezeichnenderweise auch als „Mr. und Mrs. Asshole“. Dennoch sind die Charaktere in sich stimmig und wirken gerade durch die beiden Hauptdarsteller sehr lebendig.

Die feinen Nuancen, die der Film anschlägt, mag ich sehr. Dazu mag die Stimme aus dem Off für mich nicht so ganz passen, die jegliche Subtilität im Keim erstickt. Zwangsläufig denkt man darüber nach, wie es wäre, wenn einem auch nur ein Sinn verloren ginge. „Kann“ ich auf einen Sinn verzichten, auf zwei, auf drei? Wie wird es meine Wahrnehmung ändern, wie meine Beziehung? Erhalten Kleinigkeiten mehr Bedeutung? Der Film liefert keine allgemein gültige Antwort, was meines Erachtens auch eine Farce wäre.

Am Ende bleibt Dunkelheit.

After the Dark

Lasst uns doch einfach mal über die Apokalypse… reden.

Genre: Science-Fiction, Drama
Regisseur: John Huddles
Darsteller: James D’Arcy, Sophie Lowe
Erscheinungsjahr: 2014
Spieldauer:
107 Minuten
Originalton: Englisch
Film auf Amazon


Inhalt

Sie stehen kurz vor ihrem Abschluss, die gebildeten, gutaussehenden und etwas affektierten Philosophiestudenten der internationalen Schule in Jakarta. In der letzten Stunde gibt ihnen ihr Lehrer eine besondere Fragenstellung vor: Wenn just in diesem Moment ein Atomapokalypse eintreten würde und man einen Bunker zur Verfügung hätte, der exakt für ein Jahr und zehn Personen konzipiert wurde – wem gibt man einen Platz? In einer Art imaginärem Rollenspiel werden den 20 Schülern per Losverfahren zunächst je ein Beruf zugeteilt, um die Entscheidungen fundierter begründet treffen zu können. Ist ein Harfenspieler weniger wert, gerettet zu werden, als eine Gouverneurin?

Kritik

Kann das funktionieren? Eine Diskussion zu verfilmen, die genau genommen in einem einzigen Raum stattfindet und somit nicht gerade viele spannende Settings bietet? Doch, das geht. Die Vorgaben des Lehrers und die Gedankenspiele werden visualisiert, die Schüler förmlich in das neue Setting gesetzt. Drei Mal spielt der Lehrer das Gedankenexperiment durch, wobei er jedes Mal eine leicht veränderte Ausgangssituation vorgibt. So finden sich die Schüler im ersten Fall noch in einer Art Tempelarreal wieder, der Charakter definiert durch einen Beruf. Im nächsten Fall ist es eine karge Landschaft, in der der Bunker steht, wobei sich zum Beruf nun auch noch eine bestimmte Charaktereigenschaft oder ein biologischer Faktor gesellt. Zum Fortbestand der Menschheit, die aufgrund des Atomkriegs natürlich drastisch dezimiert sein würde, wäre bspw. ein unfruchtbarer Mensch vielleicht nicht ganz so „nützlich“.

Die Fragen, die sich stellen, sind durchaus interessant – und hapern an ihrer Ausführung. Solche philosophischen Fragen auf die Kinoleinwand zu bannen hat zumindest in diesem Fall nicht auf mich gewirkt, die gegebenen Antworten bzw. Lösungsvorschläge erscheinen zu flach und die dubiosen Eingriffe in das Geschehen durch den Lehrer von den Schülern zu wenig hinterfragt, was zur Eindimensionalität des Inhaltes beiträgt. Der sich erzählerisch bietende Raum ist einfach nicht groß genug, um die Fülle an philosophischen Gedanken zum Thema gebührend zu erfassen. Man kratzt an der Oberfläche, ohne abzuwägen, ohne wirklich zu diskutieren.

Es ist kein typischer Endzeitfilm, da er den Umständen entsprechend nicht miterleben lässt, sondern lediglich darüber spricht, weshalb er an Spannung, jedoch leider auch an Plausibilität mangelt. Manche Vorgabe des Lehrers ist zu sehr an den Haaren herbei gezogen. Ich möchte nicht zu konkret spoilern (und tue es wohl doch ein bisschen), doch ein Lehrer, der eine zwar imaginäre, jedoch möglicherweise triggernde Handlung an einer Schülerin durchführen möchte, ist… undenkbar. Gedankliches Rollenspiel hin oder her. Zumal diese Situation jede Relevanz zur ursprünglichen Aufgabenstellung – was tun wir im Falle einer Apokalypse – missen lässt.

Auch ist mir die Optik zu glatt. Dass sowohl Schüler, als auch Lehrer einem beliebigen Hochglanzmagazin entsprungen sein könnten, lasse ich durchgehen. Es ist Fiktion, da dürfen die Menschen gut aussehen. Doch vom Klassenzimmer über die erdachten Settings bishin zum Bunker… verdammt, ich habe noch nie einen so schönen Atompilz gesehen! Alles ist zu glatt. Jedes Staubkorn sieht gewollt drapiert aus, jeder Lens Flare Effekt schreit förmlich: „Ich will gescreenshotet werden und als Wallpaper enden!“

Zuletzt sei noch die Atmosphäre zu nennen, die sich irgendwo zwischen „spirituell“ und „angestrengt intellektuell“ bewegt. Mancher Protagonist redet mir zu sanft. Und dann gibt es da noch die Rahmenhandlung, die man jedoch erst ganz zum Schluss erfährt und keinen direkten Bezug mehr zur philosophischen Frage hat, mehr noch, sehr deplatziert wirkt. Ohne diese Rahmenhandlung wäre der Film für mich runder gewesen.

Fazit

Insgesamt ist After the Dark kein schlechter Film. Er ist innovativ und besitzt gute Ansätze, die bei mir jedoch schlichtweg die Wirkung verfehlt haben. Es werden wunderschöne Bilder geboten und Fragen, die man gut und ausführlich diskutieren kann. Leider halte ich einen Film wie diesen für die falsche Plattform, um solche Thematiken in dieser Form zu debattieren. Als Aufhänger für eine Diskussion im Freundeskreis taugt er jedenfalls allemal!

Hell – „Besonders wertvoll“?

Habt ihr „Hell“ gesehen? Nein? Gut so.

Das Filmdebut des Schweizers Tim Fehlbaum ist eine dubiose Chimäre bestehend aus Survival, Endzeit-Thriller und Texas Chainsaw Massacre. Ein blutleerer,ein trockener Film. Meines Erachtens nach. Die Filmbewertungsstelle Wiesbaden sieht das ganze freilich etwas anders und gab „Hell“ das Prädikat „besonders wertvoll“. „Besonders wertvoll“: Das beinhaltet laut Bewertungskriterien Originalität, zeitkritischer Inhalt, ein gewisser Anspruch… Kunst. Interessant.

Dieses außerordentlich wertvolle Werk also handelt von einer nicht allzu fernen Zukunft im Jahre 2016, in dem die globale Erwärmung sein vorläufiges Maximum erreicht hat. Die Erde verdorrt, hinterlässt trockenen Staub und brüchige Gebeine am Wegesrand. Die Luft flirrt vor Hitze, die Sonne verbrennt Sträucher, Gräser, Haut. Man verfolgt die Spuren von drei Überlebenden dieser hyperaktiven Sonnenparty, die auf der Suche nach Wasser, Nahrung und Benzin Nena-hörend durch das verlassene Land fahren. Der größte Feind ist natürlich nicht die Sonne, sondern der Mensch. Kidnapper, Diebe, Kannibalen – die Liste an Widersachern ist lang.

Doch zurück zu dem Prädikat. Was hat dieser Film, das ihn von anderen abhebt? Eine kleine „Analyse“.

10 Dinge, an denen man einen „besonders wertvollen“ Film erkennt

  1. Der Titel birgt ein Synonym. Der ordinäre Filmgänger wird bei „Hell“ in Kombination mit dem Genre und Setting an die beliebte Hölle denken. Doch – Obacht und großes Augengezwinker – „hell“ ist auch ein Adjektiv. Verstehste? Es ist hell dort, wo die Sonne so stark scheint! Touché!
  2. Diffuse Kameraführung, Zoom auf triste Objekte, die an eine tiefere Bedeutung glauben lassen. Farben so verblichen wie die Seiten eines Mathematikbuches. Helle, sandige Töne, die künstlerisch wirken und die Szenerie zu einem Bildnis verstörender Schönheit werden lassen. So wundervolle Bilder, dass man den Ton ausmachen möchte, um sie besser genießen zu können. Den Ton ausschalten sollte man ohnehin. Dann muss man die flachen Dialoge nicht ertragen.
  3. Menschen werfen sich bedeutende Blicke zu. Blicke, die man selbst als empathischer Mensch kaum zu deuten weiß. Intellektueller Kniff des Regisseurs – oder doch eher schauspielerisches Unvermögen? Besonders eindringlich sind jene Blicke, so der Protagonist „99 Luftballons“ einwirft: Ist ihm schlecht? Ja, es sieht fast so aus, als müsse er sich aus dem Auto heraus übergeben. Eine versteckte Botschaft, eine Diffamierung Nenas? Warum sonst sollten diese Momente, immerhin auch zwei an der Zahl, so akzentuiert werden?
  4. Schwermut ist das oberste Gebot. Jedes Zucken eines Mundwinkels in höhere Gefilde kann das Verschwinden des Prädikats zur Folge haben. Die Welt ist schlecht, so schlecht. So schlecht, dass jede Freude aus den Protagonisten gesaugt wurde und auch der Zuschauer die Macht der Tristesse zu spüren bekommen soll. Schwermut: Das bedeutet Anspruch! Schade nur, dass diese tristen Themen so schnell daher rasen, dass man als Zuschauer kaum hinterher kommt. Setting: trist. Auf geht’s zum Dieb: Wie schlimm. Schnell weiter zum Kidnapping: Hach diese bösen Menschen! Huch, denkst du immer noch ans Kidnapping? Nein, los, wir reden hier bereits über die scchlimme Verletzung des einen! Lasst ihn ruhig zurück! Man kann es auch ohne ihn schaffen! – Habe ich schon erwähnt, wie schwermütig das macht? Zack, Kannibalen. Schlimm, schlimm. Wo waren wir doch gleich? Ach ja, bei den traurigen Gesichtsausdrücken. Ob ich meine eigenen Mundwinkel je wieder gen Himmel bewegen kann? Vermutlich nicht.
  5. Charakterentwicklung? No need for this. Ist die dicke Staubschicht erst einmal vom Charakter gewischt, erstrahlt er auch schon im plötzlichen, neuen Glanz. Einer so schönen, „wertvollen“ Entwicklung habe ich noch nie folgen dürfen.
  6. Sonnenbrillen werden üblicherweise mit „coolen Menschen“ assoziiert. Jegliche Verbindung zu solchen Individuum ist natürlich zu vermeiden, wenn man einen anspruchsvollen Film drehen will. Also lässt man sie einfach weg. Auch wenn die Sonne so heiß brennt, dass einem der Arm in Flammen aufgeht, sobald man ihn für zwei Stunden in der Sonne vergisst. Das menschliche Auge gewöhnt sich sehr schnell an horrende Sonneneinstrahlung, ganz bestimmt, also braucht auch niemand, der in der prallen Sonne steht, zu blinzeln oder die Augen zusammenzukneifen.
  7. Der Zuschauer soll sich offenbar noch im Kinosessel verdammt klug fühlen dürfen. Anders ist es kaum zu erklären, dass die Protagonisten sich klug wie vertrocknete Herbstblätter im Wind verhalten. Man wurde eben erst aus dem Kofferraum heraus beklaut? Macht nichts! Parken wir keine halbe Stunde weiter entfernt und verlassen es wieder, um zu dritt nach Parfum zu suchen, während das schwache Mädchen ohne Führerschein(kenntnis) im Auto sitzen bleibt! Eine adäquate Verteidigung für das Auto, denn – huch. Da fährt das Auto ja auch schon ohne uns weiter. Surprise.
  8. Schwierige Themen gehören oberflächlich und unsensibel behandelt! Kannibalentum? Jemand wird geschlachtet? Na ja, macht nichts. Man ist unter der Sonne ja auch schon ausgehärtet, da haut die Protagonistin von heute nichts mehr um. Wird lieber Zeit für einen heroischen Auftritt ohne Reue.
  9. „Los! Verfolgen wir das Auto!“ [halbe Stunde Wanderung] „Oh, hier ist ein Lager von irgendwem – und da kommt ja auch schon das Auto angebraust, das wir verfolgt haben!“ Merke: Logiklöcher in Raum und Zeit sind ein Zeichen von Qualität, denn es lässt einen philosophieren über das Raum-Zeit-Kontinuum! (Drölfzig Staffeln Star Trek wären auch zu anstrengend dafür)
  10. Langsam. Laangsam. Sind philosophische Abhandlungen spannend geschrieben? Nein. Folglich braucht man auch in einem besonders wertvollen Film keinerlei Spannung aufrecht erhalten. Verknüpft mit Schwermut, bezaubernden Bildern und staubiger Tristesse ergibt sich ein Film, der … oh, Verzeihung. Ich muss eingeschlafen sein.
  11. Bonus: Jeder, der den Film schlecht findet, hat ihn selbstverständlich einfach nur nicht verstanden.

 

Ich erwarte wahrlich kein Splatterfest, keine Gewaltorgie und kein Spannungsfeld gigantischen Ausmaßes. Ich mag sehr wohl auch ruhige Filme, Filme, die etwas „zu sagen haben“ und Filme, die einen zum Nachdenken anregen. Das hat der Film jedoch nicht geschafft. Er „rusht“ in einer bemerkenswerten Langsamkeit durch das Geschehen; und diese Diskrepanz ist etwas, das mich nicht nur irritiert, sondern gleichzeitig ärgert.

Die Prämisse ist nett, doch will „Hell“ wohl zu viel, bedient sich zu vieler Klisches, ohne gekonnt zu persiflieren und kupfert bei zu vielen Filmen ab, ohne dabei an Originalität zu gewinnen oder sie beizusteuern.

Diesen Film kann man meiner Meinung nach getrost in Treibsand werfen oder von der Sonne noch weiter ausbleichen lassen. Oder wollt ihr euch selber von der besonders wertvollen Qualität überzeugen?

Guardians of the Galaxy

Wie man sich unbeliebt macht#1: Man erzählt, dass man Guardians of the Galaxy nicht ganz soo knusprig fand.

Genre: Science-Fiction, Action, Comicverfilmung
Regisseur: James Gunn
Darsteller: Chris Pratt, Zoë Saldaña, Dave Bautista
Erscheinungsjahr: 2014
Spieldauer:
121 Minuten
Originalton: Englisch
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Inhalt

Ende der 80er verliert ein Junge seine Mutter an Krebs. Mit seinem Walkman und der Awesome Hits-Kassette rennt er schockiert aus dem Krankenhaus und wird prompt von Außerirdischen entführt, die mit ihm im Schlepptau in die Galaxie düsen. Dieser Junge heißt Peter Quill. Und er wird 26 Jahre später ein Guardian of the Galaxy sein.

Der Weg dorthin ist steinig und beginnt mit einer Metallkugel – dem Orb-  die Peter, mittlerweile unter seinem einstigen Entführer und nun Ziehvater Yondu Udonta zum Schmuggler herangereift, beschaffen soll. Doch ist nicht er alleine hinter dieser unscheinbare Kugel her: Auch Ronan, seines Zeichens fanatischer Anhänger der Weltenzerstörungstheorie (Rache wird am besten kalt auf dem zerstörten Planeten serviert) möchte dieses Kleinod in seine blaugeäderten Fänge bekommen. Eigentlich, um damit Thanos zu bezahlen, der für Ronan einen Planeten zu zerstören – bis sich später herausstellt, dass der Orb wesentlich mehr kann, als lediglich als Zahlungsmittel zu dienen.

Ein heißer Kampf um den Orb entbrennt, in dessen Zuge sich ein hyperintelligenter Waschbär, ein wenig sprachseeliges Baumwesen, ein Haudrauf und eine Assassinin Peter anschließen. Mit Widerworten zunächst, versteht sich, denn eigentlich war zu Beginn fast ein jeder der Truppe erpicht darauf, Peter aufgrund eines Kopfgeldes zu jagen oder ihm schlicht den Orb zu entluchsen. Werden sie es schaffen? Werden sie sich zusammenraufen und gemeinsam die Galaxie retten?

Kritik

Die ersten Szenen machen Lust auf mehr: Peter vermag es, Tränen zu forcieren. Zunächst, als er als Junge seine Mutter verliert und in der nächsten Szene, als er, zur Musik der 80er tanzend, kleine Reptilienwesen als Mikrofone missbraucht und eine gewisse, charmante Arschlochattitüde an den Tag legt. Leider versprach mir der Einstieg zu viel.

Gespickt mit auf mich teils angestrengt wirkenden, teils wirklich großartigen One-linern und angereichert durch Charaktere, die vermutlich in verschiedene Töpfe mit Graustufen geplumpst sind, präsentiert sich ein Film, der zwar gutes Popcornkino ist, jedoch sowohl an Story, als auch durchgehender Spannung und Witz verliert. Die Action ist nicht rasant genug, um über die flachen Antagonisten hinwegzutäuschen, die Optik nicht brillant genug, um vergessen zu lassen, dass die Assassinin Gamora so plausibel wirkt wie ein tanzendes Toastbrot und das Baumwesen Groot ist nicht… doch. Es ist in der Tat grandios genug, um mich vergessen zu lassen, dass mir Peter vorkommt wie eine schlechte Han Solo-Kopie.

Groot und der Hamster – Verzeihung, der Waschbär (übrigens jemand, der sich mit Peter um den Titel „Han Solo des neuen Filmjahrtausends“ streitet) Rocket sind zwei wirklich wunderbare Charaktere. Nicht nur von fantastischer CGI, sondern auch absolut liebenswürdig und hauptverantwortlich für den Großteil der wirklich witzigen Szenen und Zitate. Groot ist – trotz seiner Eigenheit, lediglich einen einzigen Satz „I am Groot.“ sprechen zu können – die Person, die mich am meisten berührt hat. Jeder Satz ist anders betont, von einer Mimik getragen, die wirklich ein bisschen mein Herz berührt hat. Groot freut sich, hasst, und liebt wirklich mit jeder Holzfaser seines Körpers. Großartig! Ähnliches gilt für Rocket.

Dagegen wirkt nicht nur Peter blass, sondern insbesondere die grünhäutige Gamora, die ihr Dasein bislang als herangezüchtete Auftragskillerin fristete und plötzlich, pünktlich zu Beginn des Filmes auf die Idee kommt, nun endlich den Schritt in Richtung Abnabelung von Thanos zu wagen. Ihre Charakterentwicklung ist fast so schnell wie ihre Fäuste und gipfelt, wie soll es anders sein, in einem Catfight sowie in einem… Spoiler, den ich hier nicht nennen möchte. Peter tritt übrigens in die Fußstapfen von u.a. Iron Man. Ein Held ist vermutlich nur der, der bereit ist, sich zu opfern.

Nein, der Film ist nicht schlecht. Über die Tatsache, dass er keine Story besitzt, die über ein „Bösewicht XY will die Welt vernichten, indem er Artefakt YZ benutzt! Heldenkameraden, lasst uns dies verhindern!“ hinausgeht, kann ich hinwegsehen. Ein Film muss mich unterhalten. Das hat er getan, nur manchmal etwas zu plump und zäh. Er hat für mich einige sehr schöne Momente. Gerade die Gefängnisszene finde ich genial, ebenso das Zusammenspiel der verschiedenen Figuren. Aber es fehlen für mich ein paar Funken. Einer, der mich träumen lässt. Einer, der mich endgültig mitreisst. Einer, der mein Herz langfristig berührt und einer, der mich wünschen lässt, dass der Film niemals enden möge.

Zuletzt noch eine kleine Anmerkung zur Musik: Ich bin ein großer Fan von der Musik der 80er. Ehrlich. Zumindest wenn es um Rock generell und um 80er Jahre „Trash“ geht. Daher hatte ich gehofft, dass Peters Kassette, die einige Male als musikalische Untermalung dient, meine Füße wippen lässt. Tut sie jedoch nicht. Die Musik lässt mich kalt. Hat man einfach versäumt, „bekanntere“ Musikstücke zu finden, die an die Emotionen und Erinnerungen appellieren können? Oder schrammt sie einfach nur knapp an „meiner“ Musik vorbei? Meiner Meinung nach wurde gerade dort enorm viel Potential verschenkt!

Insgesamt ist Guardians of the Galaxy ein wirklich netter und größtenteils unterhaltsamer Film, von dem ich mir jedoch aufgrund der Kritikerlorbeeren wesentlich mehr versprochen hatte. Ob es sich lohnt, ihn sich im Kino anzusehen? Definitiv! Der Schlusssatz gebührt nun auch der Optik des Films: Es war der visuell schönste bzw. best gemachteste Film, den ich je gesehen habe.


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Quasi jetzt gleich im Kino: Katakomben

Vielleicht sollte ich lieber mal Rezensionen über bereits gesehene Filme schreiben, statt auf bald erst in die Kinos kommende Filme hinzuweisen. Aber hey! Hier geht’s um Archäologen! [Sidenote: Mein Studienfach] Oder sagen wir lieber so: Es geht um das, was sich AlrikNormalBürger unter „Archäologen“ vorstellt. Ein paar junge Menschen- Archäologen und Entdecker- steigen die Katakomben von Paris hinab, um diese weiter zu erforschen. Was sie dort unten finden werden, ist wohl das, was man von einem Horrorthriller erwartet: Das Grauen. Ein uraltes Mysterium wartet auf sie, gepaart mit den dunklen Vergangenheiten jeder einzelnen Person.

300 km weit erstreckt sich der unterirdische Komplex, beherbergt die Überreste von rund 6 Millionen Menschen. Bis heute ist noch nicht alles erforscht und kartographiert, löst nicht allein deshalb eine morbide Faszination aus und veranlasst bspw. illegal agierende Hobbyforscher dazu, den Katakomben einen ungewollten Besuch abzustatten. Die aufgetürmten Schädel und Knochen, die man in dem nur etwa 2km messenden, der Öffentlichkeit zugänglichen Museumsabschnitt zu sehen bekommt, sowie die Enge und Dunkelheit der Gassen bringen längst nicht nur kleine Mädchen zum Schwitzen.

Ich mag diese Art von Horror, wie ihn der Trailer suggeriert, sehr gerne, ebenso wie das fiktive Erforschen unbekannter Höhlen und Orte. Daher wird dieser Film wohl ein „Pflichtguck“ für mich sein, auch wenn ich noch daran zweifle, dass die Umsetzung so gut wird wie mir mein Kopf vorgaukelt. Dazu wird es dann definitiv ein Rezension von mir geben! Zum Film. Nicht zu den Stimmen in meinen Kopf.

Der Kinostart ist auf den 11.9. datiert. Ob ich den Film, der übrigens unter der Regie von John „Quarantine“ Erick Dowdle steht, wirklich im Kino sehen kann oder später auf DVD, steht leider in den Sternen, da die Kinos in Köln Websites haben, die fast so unterirdisch sind wie die Katakomben selbst. Möglicherweise wurden sie auch vom Fantasy Filmfest unterjocht, man weiß es nicht. Falls also jemand von euch in diesen Film geht: Sagt mir gerne Bescheid, wie ihr ihn fandet! Mehr über den Film selbst erfahrt ihr auf der offiziellen Facebook-Präsenz.