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Unravel

Kennt ihr Yarny? Sicher habt ihr ihn sich schon durch irgendwelche Bilder auf Facebook schwingen sehen und seine Präsenz in den sozialen Netzwerken ist völlig gerechtfertigt! Das kleine, rote Garnmännchen ist Protagonist von Unravel aus der schwedischen Schmiede von Coldwood Interactive.

Yarny besteht aus Garn und genau mit eben jenem müsst ihr euch durch die Welt bewegen: Es dient euch als Trampolin, als Seilakt, als Transportpunkt und, natürlich, als Weg. Doch das Garn ist beschränkt, limitiert durch die eigene Körpermasse. Geschick ist gefragt, Taktik, sowie gewisse Garnpunkte, an denen man seine Vorrat auffüllen kann. Denn Yarny ist nicht begrenzt einsatzfähig, sondern beschränkt durch seine eigene Masse.

Wie mir der nette, zuständige Herr beim EA-Stand versichert, ist es vor allem Taktik, die das Spielprinzip ausmacht. Wie nutze ich die Gegenstände, um von A nach B zu kommen? Denn: Yarny muss die Schicksale zweier Menschen im wahrsten Sinne des Wortes miteinander verknüpfen. Dabei kommt er gänzlich ohne Worte aus, die Geschichten der beiden Familien werden in stummen Rückblenden erzählt. Und diese Rückblenden sind schön. Sehr schön. Die Graphik alleine ist wundervoll, reiht sich ein in die sagenhaft anmutende Welt von Ori and the Blind Forest ohne davon abzukupfern. Nein, Yarny webt hier seine eigene Welt. Zwischen Realismus und Märchen bewegt sich die Graphik,doch letztlich ist es das Gameplay, das zählt.


Und dieses ist nett. Zwar scheint es, als gäbe es nur eine Rätsels Lösung – was ich als recht einschränkend empfinden würde – doch spielt es sich ansonsten sehr flüssig und interessant. Mal muss man sein Garn als Hüpfburg benutzen, mal als Drahtseilakt. An wieder anderen Orten entpuppt es sich als weniger einfach als gedacht: Mal müssen Objekte bewegt und mal ein oder gar zwei Bilder zurück bewegt werden.

Insgesamt ist es vor allem die Szenerie, die einem im Gedächtnis bleibt. Die wundervollen Bilder, das hoffnungsvolle Yarny und die sich langsam entfaltende Story, die sich dem Spieler erst nach und nach entblößt.

Insgesamt erscheint mir „Unravel“ als sehr vielversprechendes, kleines Adventure, das zwischen Jump’n’Run und Adventure einiges zu bieten hat. Im Trailer erfahrt ihr mehr:

gamescom – Das Videospielfestival

„Guddy. Die gamescom ist kein Festival. Sie ist eine Messe.“ Wenn du das sagst, bist du wohl noch nie dort gewesen.

Mittwoch, 9 Uhr. Aufgeregte Grundschüler – oder klein geratene YouTuber, ich kann sie so schlecht auseinander halten – mit pink bebänderten Presseausweisen flitzen an mir vorbei und ich fühle mich plötzlich alt. Sehr, sehr alt. Warum habe ich mich als Kind nur für den NES interessiert, anstatt an seriösen Artikeln für renommierte Magazine zu schreiben? Vielleicht hatte ich auch einfach kein gescheites Netzwerk.

Noch ist alles beunruhigend leer, die einzige nennenswerte Schlange hat sich vor dem Kaffeeausschank gebildet. Ganze 5 Minuten stehe auch ich an und werde, kaum dass ich das Lebenselixier in den Händen halte, von einem jungen Herrn angesprochen. Wieder altere ich gefühlt um 5 Jahre, als er mich augenscheinlich alte, weise Frau um Pressetipps bittet. Während ich die Fragen denkbar fachmännisch beantworte, beschließe ich, das schwarze und wohl viel zu seriös wirkende Hemd, das ich trage, in den hintersten Teil meines Kleiderschrankes zu verbannen. Kaum ist der erste, sehr nette Kontakt geknüpft und der Kaffee eingeflößt, widme ich mich der eigentlichen gamescom.

Eine für meine Greisenhände viel zu schwierige Partie Cuphead verliere ich gemeinsam mit einer Bloggerbekannten – optisch ein unheimlich interessantes Indiespiel, das mich auf der E3 bereits sehr beeindruckt hat, spielerisch jedoch zumindest an der Anspielstation meinem Anspruch nicht gerecht wurde. In der Zwischenzeit ist es merklich voller geworden, ich gehe an meterlangen Schlangen vorbei und falle Thorben in die Hände.

(frei nach Thorben, Mitte 20) Unverschämt, wirklich unverschämt! Ich stehe schon 20 Minuten hier bei Bethesda an! Dabei bin ich von der Presse! Dass die einen so abspeisen, ist unfassbar! Es ist doch Fachbesuchertag und trotzdem sind so viele Leute da, ist das denn zu fassen?! Was machst du denn hier überhaupt? Ah, du bist Bloggerin? Und wegen sowas bekommt man einen Presseausweis?!“

Als ich ihn frage, ob er denn Termine mit den Publishern vereinbart hätte, sieht er mich erst verständnislos und nach meiner Erklärung beschämt an. „Ach so“, nuschelt er in seine drei Barthaare, „Das wusste ich nicht.“ Obviously. Ich gebe ihm beschwichtigend lächelnd einen Fastpass von mir und flüchte zu Frank. Der gute Herr Sirius, seines Zeichens Senioren-YouTuber, hat bei Ubisoft einen unfassbar anstrengenden Job zu erledigen. Theroretisch. Praktisch sitzt er twitternd vor dem Stand und grinst mich breit an, als er mich trotz seriösem Hemd endlich erkennt. Kurz zeigt er mir seine Briefmarkensammlung seinen Arbeitsplatz. Diese Begegnung beschafft mir wertvolle Moralpunkte – die ich gar nicht gebraucht hätte, denn schon bald treffe ich meinen Lieblingsnerd Thilo und meinen Lieblings-Conpartykollegen Basti. Videospiele? Nein, im Fokus steht nun erstmal das Zusammentreffen und gutes Bier. Nämlich Kölsch. Gemeinsam hüpfen wir händchenhaltend durch Regenbögen und über die gamescom, Thilo besiegt mich bei meiner ersten Partie Hearthstone und nach einem kleinen Bloggertreffen und Sichtung der Besucherhallen finden wir uns an einem Bierstand wieder. Die Sonne scheint uns in den Nacken, wir plaudern über Videospiele und Satansbraten, genießen unsere seit Jahren währende Confreundschaft (♥)und trennen uns letzten Endes im Guten.

GamescomBier

Das Freunde treffen – Freunde, die man nur oder besonders auf Conventions antrifft, da sie viel zu weit entfernt wohnen – ist das, was bei vielen der Hauptgrund ist, zur gamescom zu kommen.

(frei nach Hasan, Anfang 20) Ja klar, Spiele kann man hier kaum gucken. Da sieht man eh nur Trailer und so. Nein, ich treffe hier meine Battlefield-Community und hoffe, dass ich Gleichgesinnte treffen kann! Man kommt einfach eh sehr gut ins Gespräch, weil alle das gleiche Interesse haben! Und was spielst du so?

Auch die YouTuber, die ich hier ab Donnerstag treffe, halten kaum nach Spielen Ausschau. Die What’s App-Gruppe ist da im Einklang: „Äh, Podcast über die gamescom? Naja also, ich habe halt kein Spiel gezockt und kann nichts darüber sagen… aber so generell über die gamescom: Kein Thema!“ Sehr verständlich, ist die Messe doch ein wunderbarer Ort, um sich auszutauschen, ein Grund, mehrere hundert Kilometer zu fahren und Hotels zu buchen. Es ist ein Videospiel-Ball, getanzt wird auf dem Gamerparkett, die Luft ist geschwängert von glühenden Pixeln und dem ein oder anderen Eau de Gameu.

gamescom 2015aDen relativ leeren Mittwoch habe ich genutzt, gamescom-Luft zu schnuppern, mir einen Überblick zu verschaffen und Fotos zu schießen. Nur einen einzigen Termin habe ich mir an dem Tag gesichert: Blizzard. Die folgenden Tage sind deutlich terminlastiger: Daedalic, EA, Warhorse Studio, CCP, um nur ein paar zu nennen. Wie gut klimatisiert diese Räumlichkeiten doch sind, wie entspannt die Leute, die sichtlich aufatmen, sobald sie aus dem Dunstkreis der Entertainment- und in die erfrischende Oase der Business Area treten. Hier treffe ich auf größtenteils gut gelaunte Spieleentwickler, die ihre Spiele anpreisen als handle es sich um frisch geschlüpften Küken. Hier erfahre ich aus erster Hand von dem Kampfsystem von Kingdom Come: Deliverance und erliege bei einer Partie Back to Dinosaur Island meiner Höhenangst. Gestützt durch VR, klettere ich an einer Felswand hoch, lobe in blumigen, lieblichen Worten („Hey! I love that Dinosaur Shit on the rock!“ – „Hehe, that’s the best comment so far!) die detaillierte Grafik des Spiels und stelle am Ende fest, dass ich auch gerne so eine Oculus Rift zu Hause hätte. Mehr zu den ganzen Spielen werde ich im Lauf der nächsten Tage schreiben. Keine Sorge: Ich habe in den Messehallen nicht nur Champagner geschlürft und mich auf Normaltemperatur klimatisieren lassen, sondern werde die Eindrücke von den Spielen tatsächlich im Laufe der Woche auch niederschreiben.

Es folgen ein sehr interessantes und gesprächiges Bloggertreffen, ein YouTuber-Sehen-und-bei-den-meisten-vor-allem-Gesehen-Werden, sehr viele andere, kleinere Treffen, zu viele Parties, viele, viele Spiele und noch mehr YouTuber.

(frei nach Luisa, fürimmer20) Ich freue mich so auf Gronkh! Gronkhgronkhgronkh! GRONKH!

Böse Zungen munkeln, die gamescom verkomme zu einer YouTuber-Show und ziehe kleine Kiddies an, die von Spielen eigentlich keine Ahnung haben. Den Internetstars wird im wahrsten Sinne des Wortes eine Bühne gegeben und viele fordern ihre Fans vorab dazu auf, doch zur Messe zu kommen, um sie dort zu treffen. Ist das verwerflich? Was kann so schlimm daran sein, Menschen die gamescom – und somit Videospiele – näher zu bringen? Es gibt ein festes Kartenkontingent, ist dieses erschöpft, gelangt erstmal niemand mehr auf die Messe. Ob nun Stars anwesend sind, oder nicht.

Freizeit. Die gamescom bietet neben Trailern und kurzen Anspielsessions auch ein Ambiente, das für sich spricht. Seien es Konzerte wie das von Jan Hegenberg, die Fanaktionen wie Cosplays und Treffen, die vielen Events wie das Last Man Standing oder andere Bühnenshows. Man kann solch eine Messe, die – nicht immer nur auf positive Weise – auf Superlative setzt, nicht auf den reinen Publisheraspekt reduzieren. Nicht mehr. Die Besucher strömen nicht mehr ausschließlich dort hin, um Spiele anzuzocken.

Mein Fazit

Mir persönlich geht es sowohl um die Spiele, als auch darum, Freunde, Bekannte und Menschen mit den gleichen Interessen zu treffen. Ich habe unglaublich viele Spiele gesehen und angespielt und mich mit Entwicklern unterhalten. Doch für die breite Masse ist es vermutlich mehr ein Treffen, ein Gamerfestival. Man hat gemeinsam Spaß am Hobby, hier ist man unter Gleichgesinnten und die Stimmung finde ich hervorragend. Wo sonst kommt man so schnell mit Gamern ins Gespräch, in dem beruhigenden Wissen, dass der Gegenüber zumindest eines deiner größten Hobbys teilt? Die Atmosphäre ist entspannt, durchbrochen vielleicht von „Uuh ist das heiß!“ und „Uuh ist die Schlange lang!“-Rufen, doch letztlich hört man auch immer wieder Liebesgeschichten von Männern, die ihren besten Freund in der „Jahrhundertschlange von AAA-TitelXY“ kennengelernt haben.

Die gamescom schweisst irgendwie zusammen. Manchmal leider auch im wörtlichen Sinne. Aber ich, ich habe in diesem Jahr fast ausschließlich die positiven Aspekte dieser Zusammenkunft erfahren.

Danke an alle, die ich getroffen habe und für die schöne Zeit, die ich mit euch auf der Con und den Parties hatte! Es waren viele, so viele und ich habe mich über jeden einzelnen sehr gefreut! Doch wenn ich versuchen würde, jeden aufzulisten, würde ich immer Vereinzelte vergessen und das möchte ich auf keinen Fall riskieren! Fühlt euch alle geherzt und gedrückt! :)Gamescom

Gamescom Tag1

Fragments of Him

 

„We meet hundreds of people in our lives. We only truly love a few. Love brings us together. Love tears us apart.“

Jeder von uns kennt die Trauer um den Tod eines geliebten Menschen, kennt das Gefühl des Verlustes, das das Leben eine gefühlte Ewigkeit beschattet. Die Trauer und deren Bewältigung stehen im Fokus von „Fragments of Him“ des niederländischen SassyBot Studios.

Gleich zu Beginn stirbt der Protagonist Will bei einem Autounfall und hinterlässt schockierte Verwandte und Freunde. Was von ihm im Leben der Hinterbliebenen bleibt, sind Fragmente: Erinnerungen, die an Erlebnisse oder Alltagsgegenstände gekoppelt sind und noch spürbare Veränderungen, die er bewusst oder unbewusst im Laufe der Zeit bewirkt hat. Als Spieler lernt man nicht nur Will in seinen letzten Momenten und Vergangenheit kennen, sondern auch drei Menschen seines nächsten Umfeldes: Seinen Freund, seine Ex-Freundin und die Großmutter. Man taucht in deren Leben ein, erlebt deren Trauer und das Gefühl der Ohnmacht.

Die triste Farbgebung soll nicht etwa Melancholie beim Spieler hervorrufen, sondern durch das Fehlen ablenkender Elemente vielmehr den Blick für Details schärfen. Es ist keine endlose Abwärtsspirale in Depressionen, die gezeigt wird, letztlich sollen am Ende Hoffnungsschimmer zu sehen sein. Das Leben geht weiter.

Was das SassyBot Studio auf der diesjährigen gamescom gezeigt hat, lässt auf ein emotional sehr eindringliches Spiel hoffen. Bereits die ersten, spielbaren Minuten berührten mich sehr. Erscheinen soll es 2016 für den PC und die XBox One.
 

Der ultimative Gamescom-Guide

Nicht mehr lange und die Gamescom wird wieder ihre Tore öffnen, um vor Aufregung sabbernde und schwitzende Besucherströme in ihre heiligen Hallen zu lassen. Lange Wartezeiten stehen bevor, um Trailer sehen zu können, die es entweder bereits auf Youtube gibt oder dort in baldiger Baldesbälde auftauchen werden – ihr kennt das Prinzip.

Um euch ein wenig durch den Gamescom-Dschungel zu helfen, habe ich euch drei kleine Guides zusammengestellt.

Für Besucher

Trinke ausreichend Wasser. Es wird heiß. Ansonsten mach den wichtigen Leuten der Messe Platz, bete sie an und lass sie sich wie Stars fühlen. Wer die wichtigen Leute sind? Na die Stars der Szene: Youtuber, Streamer und Blogger. Und jetzt geht aus dem Weg, ich muss einen Guide für eben jene schreiben!

Für „Journalisten“

Das Presseticket ist mehr als nur eine Eintrittskarte! Es ist eine Auszeichnung, eine Trophäe, die ganz ohne das Erlegen eines majestätischen Tieres auskommt! Trage sie mit Stolz. Immer. Morgens, mittags, abends, aber vor allen Dingen nach der Messe im Restaurant und auf den Parties. Jeder soll sie sehen können, um vor Neid zu erblassen. Trage daher schwarze, unauffällige Kleidung – das Ticket soll hervor stechen! Poste Selfies mit dir und dem Presseticket Wochen vor der Messe. Du und das Ticket vor dem PC. Du und das Ticket beim gemeinsamen Bad mit Kerzenschein. Du und dein Ticket in inniger Umarmung vor den Niagarafällen. Wenn du am Eingang an der Schlange des Pöbels vorbei flanierst, lächle und winke, zeige unaufgefordert auf dein Ticket und rufe: „Ich habe ein Presseticket! Ich darf den Mastereingang nutzen! Ein Pre-sse-ticket! Bitches!“

Da du kein ordinärer Messebesucher bist, hast du Zugang zu Pressekonferenzen, geheimen Events und dem Fachbesucherbereich. Das ist der Kern deines Besuchs! Berichte über die geile Party, den kühlen Backstagebereich und die coolen Goodies. Poste mindestens halbstündlich ein neues Selfie auf Facebook und Instagram und schreibe ausführliche Berichte über deinen privilegierten Messebesuch.

Halte dich, auch wenn du keine Termine hast, möglichst häufig im Fachbesucherbereich auf. Beachte: Sieh wichtig und geschäftig dabei aus! Auch wenn du dich gerade langweilst weil für dich einfach nichts zu tun ist: Steh mitten im Weg und tippe „wichtige Dinge“ in dein Handy oder schüttle, während du auf deine Uhr siehst, schwer seufzend den Kopf und murmle immer mal wieder Unverständliches vor dich hin. Du hast hier eine Mission und das soll jeder sehen!

Dein großer Auftritt kommt freilich dann, wenn dich jemand zufällig länger als 1,5 Sekunden mustert. Er hat dich und/oder deine wahre Größe erkannt! Gehe zu ihm und reiche ihm feierlich deine selbst ausgedruckte Visitenkarte. Erzähle, wie viele Besucher dein Blog oder wie viele Abonnenten dein Kanal hat und wie unglaublich wichtig dein Tun doch für die Branche ist. Es heißt schließlich nicht „Celebrate the games!“ sondern „Celebrate me! Me, yes me!“.

„Games“. Ach ja. Es geht ja eigentlich um die Spiele. Egal: Du hast ein fucking Presseticket!

Für Journalisten

Sex sells. Neben deinen Berichten über die neusten und weniger neuen Spiele der Messe ist es also deine Pflicht, mindestens einen Artikel über die im wahrsten Sinn des Wortes geilsten Cosplays zu schreiben. Als Header eignet sich hierfür einzig und allein ein Bild der Dame mit der besten Oberweite. Die Formel lautet wie folgt: Körbchengröße + Ausschnitt in cm² = Headertauglichkeitsfaktor.

Die berichtenswerten Spiele werden nicht einfach nur vorgestellt, sondern medienwirksam in Szene gesetzt. Stimme dich auf Superlative ein! „Das beste Rollenspiel der Messe!“ ist da nur die langweiligste aller möglichen Formulierungen. Wichtig: Seriöse Berichterstattung war gestern. Spiele sind nur der Mittel zum Zweck und dieser lautet: Klicks! Um dich selber auf den Wahnsinn vorzubereiten, trage alles an Gaming-Merchandise was geht! Shirts, Schlüsselanhänger, Käppis! Deine Uniform lautet „Fanboy“. Um dieser gerecht zu werden, kreische bei Presseaufführungen unkontrolliert Dinge wie „Der Hammer!“ oder „Läuft bei euch!“.

Da du trotzdem ein ernst zu nehmender Journalist bist, hast du natürlich auch Visitenkarten dabei – bringe die unter das Volk! Immer, überall. Gerade die Toiletten sind da ein beliebter Ort, die Gäste dort sehr entspannt und stets bereit, auch die unleserlichsten Visitenkarten zu beäugen. Merke: Grenze dich von dem „Journalisten“ ab. Du stehst in der Hackordnung über ihm! Du brauchst dem Gegenüber gar nicht erst zu erzählen, was du machst – dein Auftreten ist selbsterklärend und der Name des populären Magazins steht dir auf der Brust geschrieben. Als ans Shirt gepinnter Tag gleich über dem Witcher-Fanshirt.

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Ob „Journalist“ oder Journalist: Genieße die Gamescom im immerwährendem Wissen darüber, etwas Besseres zu sein. Viel Spaß!

 

 

Treffen auf der Gamescom, anyone?

(Freizeit!-)Geekblogger und die Gamescom: Das schließt sich irgendwie aus. Auf jeder anderen Convention, und sei sie noch so klein, knubbeln sie sich zu kleinen Grüppchen zusammen, um sich zumindest einmal kurz Hallo zu sagen. Gut. Eventuell habe (oder hatte?) ich auch nur die „falschen“ Blogger in meinem unmittelbaren Umfeld. Doch vielleicht bin ich ja innerhalb des letzten Jahres über Blogger und Leser gestolpert, die sich in die Massenhöhle des Gamers wagen und auf ein kleines Treffen Lust hätten?

Schaffen wir es also in diesem Jahr? Wer kommt noch und an welchen Tagen zur Gamescom?

Ich selber bin Mittwoch bis Freitag und eventuell Samstag dort, bin terminlich dieses Mal jedoch ziemlich eingeschränkt. Zeit habe ich nur noch Donnerstag Nachmittag/Abend, sowie am späten Mittwoch Nachmittag, wobei ich diese Zeit am relativ ruhigen Mittwoch eigentlich nutzen wollte, um mir die Gamescom an sich in Ruhe ansehen zu können.

Wer von euch ist denn auf der Gamescom und hätte Lust auf ein kühles Kölsch? (Gemeinsam mit einem Strohhalm aus dem selben Reagenzglas getrunken! Nein, ok. Jeder kriegt ein eigenes.) Bitte mit bevorzugtem Tag und Uhrzeiten. Am Ende können wir ja nach einem exakteren Termin gucken! Ihr müsst übrigens keinen eigenen Blog führen und ich lerne auch gerne Leute kennen, deren Blogs ich (noch?) nicht lese. Das nur, falls ihr Sorge habt, ich sei eine arrogante Sau.

Am Freitag um 16 Uhr ist davon abgesehen ein Youtubertreffen veranschlagt – allerdings weiß ich nicht, ob das für Nichtyoutuber so interessant wäre und ob das jetzt von einer Horde Blogger „gejiackt“ werden sollte. Außerdem wüsste ich dann gar nicht mehr, ob ich nun von Diskussionen über Leser-, oder über Abonnentenzahlen genervt sein soll und diese Verwirrung könnt ihr mir nicht antun! *g*. (Sorry, ich bin wirklich kein guter Gesprächspartner was diese Themen angeht.)  Aber wenn euch das Treffen auch interessiert: Es findet am Freitag, den 7.8. um 16 Uhr zwischen Halle 5 und 6 statt. Siehe auch hier: