Archiv der Kategorie: Messen&Conventions

[insert reißerischen Titel über die gamescom]

Da war sie wieder. Die gamescom. Kam auf einmal hinter der sommerlichen Ecke hervor und zerrte mich in ihre heiligen Hallen. Wie jedes Jahr. Und wie immer, wie jedes verdammte Jahr, frage ich mich: Was mache ich eigentlich hier? Wer sind diese ganzen Leute? Und warum stehen sie drölfzig Stunden für einen Trailer an, den man ein paar Tage später auch bequem vom heimischen Sofa aus begutachten kann? Hach, diese Gamer… verrücktes Völkchen. Ich selber bin natürlich kein Gamer. Ich habe auf der gamescom nur geputzt.

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Nein, an sich habe ich natürlich schon Spaß an dieser Messe, sonst wäre ich dort ja nicht aufgelaufen! Pünktlich nur zwei Tage zu spät kam ich am Freitag an und lief herrenlos im Pressebereich herum, um mir auf den letzten Drücker den ein oder anderen Termin zu ergaunern. Hat funktioniert! Ich durfte zum Beispiel Injustice 2 anzocken und trug ein gar fürchterlich grausames Duell mit einem Franzosen aus! Wir bekämpften uns als Harley, Deadshot und Batman, belaserten uns gegenseitig als Superman und hatten definitiv unseren Spaß mit diesem famosen Stück Spiel. Kurzweilig, optisch unglaublich ansprechend und zackig – so mag ich Prügelspiele. Fürderhin labte ich mich an The Surge, dessen futureske Exoskelette ebenfalls hübsch anzusehen sind und das darüber hinaus über ein interessantes Kampfsystem verfügt. Horizon: Zero Dawn ist für mich ohnehin ein Highlight und Star Trek kann mit VR auch kaum was falsch machen. Und das war’s auch schon. Das waren meine „großen“ Spiele auf der gamescom, die ich an gesonderter Stelle auch sicher nochmal ausführlicher beleuchten werde.

gamescomAn sich aber war ich wegen der Stimmung und Besucher dort. So traf ich nicht nur den für den Header verantwortlichen Retroluzzer, sondern natürlich auch meinen Lieblings-Moep0r, DaveProNoob2K und einige andere Youtuber, den ein oder anderen Blogger und auch ein paar Leser. Leser anderer Blogs natürlich, diesen Mist hier liest, wie man weiß, doch ohnehin niemand. Um es kurz zusammenzufassen: Das war spaßig. Auch und vor allem an den Abenden. Brauhäuser, Fressgelage mit Freunden und die Party der Indie-Arena, die ich Dank Sebastian auch besuchen durfte. Gute Stimmung, leckere Würstchen und natürlich bestes Kölsch in der illustren Gesellschaft Indieentwicklern aus der ganzen Welt! Yay! Dort spielte ich des Nächtens dann auch Giant Cop an(und habe mich in der kleinen Schlange Dank großartigstem Schnick Schnack Schnuck-Spiel an vorderste Stelle torpediert! Jubelt mir zu! Glück im Spiel und Glück in der Liebe! Bam! – Ja, ich bin ekelhaft. I know.), in dem man mittels VR-Brille und als riesiglicher Polizist betrunkene und pöbelnde Passanten in ein Tor schmeisst. Macht durchaus Spaß. Klar. Endlich darf sich Klein-Guddy auch mal groß fühlen. Außerdem mit als Spiele dabei: Ein wackliger Tetristurm und Frittenweitwurf. Letzterer fand allerdings im Real Life statt, wie ich zugeben muss.

Die gamescom also. Ich war dort. Und habe sie überlebt. Wie jedes Mal habe ich mich mit freundlichen Menschen – wie etwa Herren der Bundeswehr – unterhalten, durfte einige Spiele kennenlernen und antesten, hatte viel Spaß und bin, ebenfalls wie jedes Mal, auch heute nach Tagen noch un-glaub-lich müde! Alte Frauen brauchen ihren Schlaf!

Highlights: Die Indie-Party. Wegen der Menschen. Das Päffgen. Ebenfalls wegen der Menschen. Außerdem rocke ich als Harley Quinn.
Lowlights: Finde den Personenhype unnötig und nervig.

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gamescom, anyone?

Wie gewohnt bin ich auch dieses Mal unfassbar gut vorbereitet! Schließlich steht die gamescom kurz bevor und da hat man längst etliche Communitytreffen initiiert oder bei ihnen zugesagt, die – Moment. Der Rollbusch hatte mir kurzzeitig die Sicht auf meinen Terminkalender versperrt, der doch erschreckend leer ist. Dammit! Da ist man mal kurz für 2-3 Wochen außer Lande und zack, verliert man das Internetz und die Messe aus den Augen!

Doch nun, nun habe ich kurz Zeit, um jegliche Informationen bezüglich Communitytreffen in mich aufzusaugen! Wo seid ihr unterwegs? Welche Partys sind am Start? Wer von euch kommt überhaupt zur gamescom? Und habt ihr Interesse an einem Leser/Bloggertreffen? Vorzugsweise mit einem klar erkennbaren Treffpunkt. *hust* Wie etwa der altbekannte Ort zwischen Halle 5 und 6 dort: Genauer: Dort, wo das Bier ist. An dem Stand mit dem Kölsch. Oder besser: unter der Brücke. Das ist ohnehin mein natürlicher Lebensraum.

So oder so: Ich bin vermutlich ab Morgen Abend auf dem Gelände oder in Köln und werde bis Samstag dort zugegen sein. Sonntag „muss“ ich leider meiner Schreibgruppe auf die Nerven gehen. Auch in Köln. Ich kann euch also dann wenigstens aus der Ferne zuwinken.

10 Jahre RPC.

In Kürze würde meine Zusammenfassung folgendermaßen aussehen:

Waren auf der RPC. Geile Shirts gekauft. 2/3 davon instant verloren. Cosplayer waren da. Dann das Bloggertreffen. Zu viel Metbier. Bericht Ende.

Da ein Blog jedoch nicht der kleine, sondern vielmehr große Bruder von Twitter ist (wenn überhaupt. Aber die Familienverhältnisse finde ich ohnehin unübersichtlich. Vielleicht ist Twitter auch der Stiefsohn oder Busfahrer des Blogs.) muss ich mir wohl oder übel mehr Worte einfallen lassen. Ich schlage blind im Worthelfer Duden nach und tippe auf das Wort „drücken“.

Drücken passt. Drückend heiß war es draußen auf dem Mittelaltermarkt und drückend eng in den Menschenmassen. Doch bleiben wir geordnet und berichten von Anfang an: Mit meinem Freund und meiner besten Freundin fahren wir mit dem Zug zur RPC. Frohen Mutes, denn wir konnten nicht ahnen, wie heiß es werden würde. Der Wetterbericht hat uns angelogen. Hinein jedenfalls in die großen Hallen und gegen Verkaufsstände gepresst. Rollenspiele. Tabletops. Plüschdinger. Zeug. Geld loswerden will ich allerdings eher nicht, schließlich muss ich sparen und Uncharted 4 ist teuer für eine Studentin!

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Hoffend blicke ich in das Programmheft: Meh. Ich könnte eine Stunde lang mit der DSA-Redaktion plaudern, aber … nein. Besser könnte ich ihnen meinen Liebesbrief vorlesen. Oder doch lieber einer Lesung lauschen? Nein, das ist nicht mein ganz persönlicher Fall. Ich hatte auf interessante Vorträge oder Workshops gehofft, doch packen konnte mich kein Programmpunkt. Also vegetieren wir in der Halle herum und sind uns später einig: „Hilfe, irgendwie ist das hier doof.“ Der Meinung sind wir allerdings recht allein, so scheint es, als ich mich unauffällig umhorche. Auch die Cosplays können mich nicht vom Gegenteil überzeugen. Es sind nette dabei. Aber ich kann mich momentan nicht so ganz mit der Selbstdarstellung anfreunden. Vielleicht liegt meine schlechte Stimmung auch daran, dass ich etliche Male von überdimensionierten Waffen, Rüstungsteilen und Schwänzen umgehauen, angestoßen oder gepeitscht wurde. Klar sind die Kostüme geil. Aber dann darf man dennoch noch an andere denken und ein Mindestmaß an Rücksicht zeigen, statt nur sich im Fokus zu sehen. Trotzdem: Der Großteil der Besucher ist sehr nett, sympathisch und humorvoll!

Da die vielen Spieltische leider die meiste Zeit besetzt waren, schafften wir nur eine Runde zum Brettspiel „Mysterium“: Als Medium hilft man einem Geist, den Mörder ausfindig zu machen. Das Spielprinzip ist recht spannend und innovativ, da es statt auf Glück und Würfel auf Kombinationsgabe und auch ein wenig auf die eigene Menschenkenntnis ankommt. Obgleich das Prinzip interessant ist und das Spiel unheimlich viele positive Kritiken bekommen hat, ist es uns jedoch leider zu simpel und wenig überraschend oder spannend. Amazonlink samt der ausführlicheren Reviews gibts hier.

Ich finde mein kurzzeitiges Glück in einem Kettenbikini, den ich anprobiere und dessen Hersteller mir von seinem Werk vorschwärmt. Noch mehr Glück empfinde ich allerdings, als ich in meiner Verzweiflung doch noch shoppen gehe und drei T-Shirts kaufe. Ein König der Löwen-Shirt, das ich direkt anziehe da mein Pullover, den ich bis dahin getragen hatte, dezent zu heiß wurde, ein Shirt mit Star Wars-Motiv und dieses Exemplar hier. Dean Winchester! <3 Ehm ja.

RPC 16Pünktlich zum Bloggertreffen verabschieden sich mein Freund und meine Freundin in den wohlverdienten, kühlen Feierabend und nehmen leider nicht meine Tüte mit den neuen Shirts mit. Diese verliere ich nämlich später glorreich. Ich trauere dem Supernatural-Shirt noch immer hinterher. Das passiert allerdings stets, wenn ich Thilo vom Nerd-Wiki treffe: Ich verliere Dinge. Zum Glück dieses Mal keine Wertsachen. Hurra.

Da das Bloggertreffen perfekt geplant war, fanden auch hunderte Blogger den einen Metstand von fünfen. Never trust a Zeitzeugin. Neben Thilo war noch das Orakel anwesend, dessen Bericht von der RPC hier nachgelesen werden kann, sowie ein Leser von mir. Weitere 9 Nachrichten ereilten mich im Laufe des Abends mit den Inhalten: „Guddy, wo seid ihr?!?“, „Mein Gott, welchen Metstand meinst du?!?“ und „Ich stehe hier seit 30 Minuten am Metstand, wo BIST du?“ Never trust a Zeitzeugin². Es tut mir wahnsinnig leid, doch ich hatte wirklich angenommen, dass es nur den einen geben würde! Vor Halle 10.2! Dummerweise war der ganze Außenbereich „vor Halle 10.2“. Ich lerne daraus und werde es nächstes Mal besser machen! :)

Hallo. Ich bin eine Serienkillerin @orakelofdeath #rpc

Ein von Guddy (@zeitzeuginguddy) gepostetes Foto am

Den Abend verbrachten wir lustig debattierend, biermettrinkend und Albernheiten/Dummheiten anstellend. Ich mag Blogger und Youtuber. Meistens. Doch, ab 16 Uhr hat die RPC durchaus Spaß gemacht! Allerdings bin ich dieser Veranstaltung tatsächlich müde geworden. Ich will nichts kaufen. Das kann ich auch online oder wenn ich gemütlich durch die Stadt schlendere. Ich möchte Leute treffen und Workshops, sowie Vorträge anhören! Leider hat die RPC gerade von letzterem nur sehr wenig zu bieten und ich hoffe, dass im kommenden Jahr nachgezogen wird. Dennoch hat sich die RPC gelohnt: Freunde und Bekannte treffen, sowie neue Menschen mit ähnlichen Interessen kennenlernen – darum gehe ich zur RPC. Und dafür ist sie ok.

Deutlich positivere Berichte meiner geschätzten Bloggerkollegen

RPC

Das war die FedCon 25

Wie kann man 50 Jahre Star Trek gebührend feiern? Mit einer zu großen Teilen diesem Franchise gewidmeten Convention beispielsweise! Kein Wunder also, dass es zwei Zeitzeuginnen-Generationen letztes Wochenende auf die FedCon verschlug. Anbei nun mein äußerst subjektiver Erlebnisbericht:

9:00 Ich bin von Congängern umgeben. Nein, ich bin noch nicht im Bonner Maritim Hotel angekommen, sondern habe einen ersten Schritt in die morgendliche Straßenbahn gesetzt. Das, was nun folgt, wird einigen nicht gefallen: Doch ja, es gibt tatsächlich einen Grund für die Erfindung des Deodorants und ich finde es nicht OK, dass manche offenbar wieder und wieder Gefallen daran finden, gewisse Klischees zu unterstützen. Möge der Stinkstorm beginnen. Ich bin gewappnet und stehe zu meinem Anliegen.

9:30 Wenig später bin ich dann endlich auch tatsächlich auf der FedCon und fühle mich plötzlich wie ein heimelig in „Chief’s Special“ eingewickeltes Nerdwesen. Neben Trekkies und Reys nehmen wir den ersten Kaffee zu uns, um uns für die nächsten Stunden zu wappnen – ich freue mich! Die Umstehenden offenbar auch, denn ich sehe in fast ausschließlich begeisterte Gesichter! Bis ich an einem Spiegel vorbeilaufe natürlich. „Die FedCon. Unendliche Weiten.“ – Kaum etwas wäre unzutreffender als solch eine Aussage. Kaum von Düsseldorf nach Bonn umgezogen, fühlt sich die FedCon irgendwie eng an. Kennt ihr die Shirts von der Ärzte-Tour? „Es war eng.“ So eines hätte ich gerne von der FedCon. Dank der Verlosung „Geeeewinnegewinnegewinne!“ mitten im Gang fühle ich mich auch spontan auf die gamescom versetzt. Mein Stresspegel steigt und wir flüchten in die erste Etage zu den wunderbaren Ausstellungen. Raumpatrouille Orion! Kunstwerke! Miniaturausgaben der Enterprise! Hurra!

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12:00 Schwupps, renne ich in einen Blogleser. „Hey, dein Gesicht kenne ich doch!“ Hurra, jetzt kennst du auch meine unglaubliche Spontaneität bei diesen Dingen! Für das nächste Mal werde ich einen Text auswendig lernen, der mich intelligent erscheinen lässt! „Hey, nett, dich kennenzulernen! Ach, wusstest du eigentlich, dass in der Quantenmechanik der Zustand durch einen Vektor im Hilbertraum wiedergegeben wird? Dabei ist zu berücksichtigen, dass zwei verschiedene Vektoren genau dann denselben physikalischen Zustand bezeichnen, wenn sie sich nur um einen konstanten Zahlenfaktor unterscheiden! Cool, oder? Viel Spaß noch auf der Con!“ [/überhaupt nicht aus der Wikipedia zitiert]

Schlange213:30 Nach Kaffee Nummer 2 machen wir uns zu den Panels auf – und landen am Ende einer erstaunlich langen Schlange. Bauen sie noch immer um? Dürfen wir noch nicht rein? Doch. Also halb. Die ebenfalls zahlenden (fast 50€) Tagesgäste müssen erstmal draußen bleiben, während die Wochenticketbesitzer fröhlich winkend an uns vorbei in den Saal schlendern. „Bei Überfüllung kann es sein, dass Tageskartenbesitzer die Panels nicht besuchen dürfen.“ Gut. Das ist eine Sache für sich, die ich an sich nicht OK finde, aber immerhin so an der Kasse zu lesen ist. Der Punkt ist der: Es war nicht überfüllt. Die Plätze wurden en masse für imaginäre Wochenendler freigehalten. Warum kommt man plötzlich auf die Idee, dass der obere Saalbereich für Wochenticketbesitzer wäre, wo es doch all die Jahre zuvor anders gehandhabt wurde? Unverständnis und offener Unmut auch bei den anderen Wartenden um uns herum. Verständlich, wie ich finde. Letztlich werden einige aus der Schlange dann doch – reichlich verspätet – in den Saal – unten zu den Wochenticketbesitzern – verfrachtet und durften Marina Sirtis bewundern.

14:30 Marina Sirtis, bekannt als Deanna Troi aus TNG, erweist sich als wunderbar selbstironische, unterhaltsame Person, der ich gerne zuhöre! Sie erzählt, dass man sie ob ihrer lauten, direkten Art sicher schon mehrfach umgebracht hätte, wenn sie nicht zufälligerweise auch noch witzig wäre, sie plaudert über das „Je mehr Ausschnitt, desto weniger Hirn“ -Phänomen und plädiert lautstark dafür, dass die Tagesgäste auch endlich reinkommen dürfen. Ich mag die Frau! Mit ihr kann man sich sicher an die Bar setzen und ein Bierchen trinken! Die nach ihr kommende Chase Masterson (Leeta, DS9) ist dagegen nicht ganz mein Fall, weshalb mein herzallerliebster Nerdblogkompagnon Thilo und ich die Zeit nutzen und wichtige Handpuppen entwerfen. George Takei letztlich ist ein gewohnt netter Herr, der über wichtige Dinge wie Diversität in der Filmindustrie, #oscarssowhite und gay rights spricht. Sehr interessantes Panel einer ebenso interessanten und engagierten Person!

16:00 Wir setzen uns zu Stefan in die höchst angenehm ruhige Bar und werden zum epischen Geek-Quartett. Es gibt Kölsch. Für 3€ das Gläschen. Das Speiseangebot ist in Ordnung, trifft jedoch nicht meinen Geschmack und vermisst habe ich ein paar Snacks oder Kuchen. Wir verbringen die nächsten beiden Stunden damit, intelligente Dinge zu tun. [Womit ich nicht vertuschen möchte, dass wir in Wahrheit alberne und infantile Witze machen.]

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18:00 Wir wandern zu den letzten Panels. Überraschung: Die Schlange ist fort. Einfach so! Wir spazieren wie gewohnt auf die Tagesticketplätze. Die Sicht war schonmal besser. Aber hey, wofür hat man denn den Zoom der Kamera! Eben! Außerdem hätten wir uns auch früher Plätze suchen können, aber stattdessen mussten wir ja herumtrödeln! Karl Urban (HdR, die neue Star Trek-Verfilmung) gibt sich souverän und zurückhaltend-charmant und Terry Farrell (DS9) offen wie kritisch. So berichtet sie beispielsweise in sehr klaren Formulierungen und aus ihrer Sicht über ihre vermeintliche Kündigung bei DS9 und die Rolle der Frau in Hollywood. Wenig später zeigt sich William Shatner, Highlight für viele. Ein Mensch, der die Bühne auskostet und ausfüllt. Ausschweifend („Mr Shatner, wie haben Sie es geschafft, beim Kampf mit dem Gorn ernst zu bleiben?“ – „Tja, damals hatten wir wirklich wenig Geld zur Verfügung, die Episoden kosteten damals nur einen Bruchteil […] Und dann kam Star Trek V, bei dem ich Regie führte [… 15 Minuten später] Um jetzt mal wieder zum Gorn zurückzukommen…“) beantwortet er die Fragen der Fans und thematisiert dabei nicht nur Star Trek V, sondern auch die eigene Sterblichkeit und den Clinch mit George Takei.

20:00 Es wird spät im Geekland. Meine Mutter verabschiedet sich und hinterlässt ein tiefes Loch im Geek-Quartett, das wir aber bald mit Nici auffüllen. Ich bestelle mir einen „Uhura“. Weizen mit Blue Curacao. Der Grund ist simpel: Es ist grünes Bier und sieht erfrischend aus! Betonung auf „sieht“, denn ich habe selten etwas ekligeres getrunken. Doch viele scheinen es zu mögen, daher hat es seine Daseinsberechtigung! Ich steige auf Kölsch um.

~22:00 Obwohl es hier vermutlich aufgrund meiner Deokritik so wirkt, als würde ich Congänger verabscheuen: Das stimmt nicht! Absolut nicht! Ich mag Geeks! Hey, ich bin selber einer und die Macht ist mit dir, Gandalf! Also freue ich mich auch auf die Party nach der Con. Man tanzt. Nicht immer gut, aber ja, es macht Spaß! So lässt man Conventions ausklingen! Ein schöner Abschluss einer insgesamt schönen Con!

Ein cooles Video hat Nici hinterlassen. Ab 10.30 oder so kann man mich am Rande auch tanzen sehen. Haha. „Tanzen“. Nennen wir es lieber „zappeln“.

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FedCon, anyone?

„Gee, Guddy. What do you want to do next weekend?“ – „The same thing we do every con-weekend, Pinky – try to take over the FedCon!“

Ihr habt wahrscheinlich schon von ihr gehört, dieser „FedCon„, schließlich erzähle ich euch jedes Jahr um diese Zeit von diesem Event. Mein erstes Mal war ich 2012 in ihr, 2013 konnte ich auch nicht auslassen, 2014 hielt ich ihr noch immer die Treue und an die FedCon 2015 kann ich aufgrund des anwesenden BSG-Casts nur mit fangirlymäßig wild klopfendem Herzen zurück denken.

2016 also, an diesem langen Pfingswochenende vom 13. bis zum 16. Mai. Leider, leider diesmal in Bonn, statt Düsseldorf. William Shatner wird dort sein, George Takei, Karl Urban, Walter Koenig und noch ein paar mehr illustre Gäste, die ich nicht alle nennen möchte, da ich meinen einzigen, tippfähigen Finger nicht allzu sehr abnutzen möchte. (Deswegen diktiere ich meiner Katze auch das Roman-Manuskript.) Das vollständige Programm könnt ihr hier einsehen.

Doch zur Masterfrage: Wird jemand von euch dort sein? Ich werde definitiv am Sonntag dort aufschlagen, mich in ein paar Panel setzen und mehr oder weniger medienwirksam an einem Kaffee nuckeln, da ich Samstag Abend Cocktails trinken muss und Koffein brauchen werde. Mein Leben ist hart und grausam, ich weiß. Und wen ich ganz viel Glück habe… werde ich an jenem Sonntag Abend auf der FedCon Party (so denn eine stattfindet) auch tanzen können und nicht von einem garstigen Herrn mit silberner Mähne kackendreist versetzt werden, nur weil seine alten Knochen zu müde waren! (Ich sagte ja: Mein Leben ist schlimm.)

Impressionen von der Leipziger Buchmesse ’16

Frisch aus dem ICE geplumpst mache ich mich am Donnerstagnachmittag mit dem gefühlt 100kg schweren Gepäck auf zur Buchmesse. Was ich erwarte: Teeschlürfende Intellektuelle, die sich auf kaum verständlichem Sprachniveau über die feinsten Geister der literarischen Welt unterhalten, tiefenentspannte Besucher, die lesend durch die Gänge schlurfen und Bücher, Bücher, Bücher. Und glaubt mir – da ich die gamescom, die ich übrigens sehr mag, gewohnt bin wirkt die Buchmesse die meisten Zeit auch genau so auf mich. Obwohl ich der Fairness halber auch erwähnen muss, dass das alles eine Frage der Relation ist.

Doch zuerst komme ich in Halle 1 an, der Mangahölle. Es ist dieser eine Moment – mein Fuß tritt über die Schwelle hinein in eine Lache aus vergossenen Mangamädchentränen und meine Ohren versinken im zarten Dummdumm des verkaufsfördernden Basses – der mich zweifeln lässt. Bin ich hier richtig? Oder doch versehentlich durch Zeit und Raum zur RPC gereist? Ich blicke auf einen penetranten Reigen aus Verkaufsständen: Manga, Figuren, Shirts, wohin das Auge reicht. Irgendwo, so weiß oder vielmehr ahne ich, müssen sie doch sein, die Bücher. Oder zumindest Comics! Ich hieve meine alternde Seele zum Stand mit den Splittercomics und lade meinen piepsenden, von der ewigen Zugfahrt gebeutelten Akku auf, indem ich mich am Blut und Gedärm der gezeichneten Comicseiten ergötze. Dort treffe ich auf einen kleinen Jungen, vielleicht 8 oder 9, der konzentriert in einem Elfquestband blättert. Ich bin schier begeistert und frage ihn, ob ihm Elfquest gefällt. Ich hätte nicht fragen sollen.

Frei nach „Junge den ich vergessen habe nach dem Namen zu fragen“(~8): „Ne, ich finde das irgendwie doof. Da sind ja gar keine Farben drin und alles ist nur schwarz weiß. Die reden die ganze Zeit auch nur. Ich warte eigentlich nur auf meine Mama. Außerdem ist das Mädchenkram und Elfen sind zu kindisch.“

Federica de CescoKindischer Mädchenkram?! Empört blättere ich vor zu den Seiten, in denen sich die Elfen nach einer exzessiven Partnertausch-Sexorgie bald blutend im Schnee wiederfinden – doch der Blick seiner Mutter lässt mich mitten im Blättern innehalten und den unschuldig pfeifenden Rückzug antreten. Nein, ich bin nicht hier, um die arme Jugend zu verderben! Zumindest nicht, wenn die Eltern daneben stehen. An halbherzig verkleideten Leuten vorbei falle ich geradewegs in ein schwarzes Sofa, das mich wie eine Sirene zu locken weiß. Das wiederum war unverschämtes Glück, denn der kleine Ort entpuppte sich als Lesebühne. Nächster Gast: Federica de Cesco. Ich wiederhole: Federica de Cesco! „Wüstenmond“! „Malika und das weisse Mehari. Ein Märchen aus der Sahar“! „Samira“! …

Nein? Gut, dann doch noch kurz erläutert: Federica de Cesco ist, neben Käthe Recheis und Astrid Lindgren, meine persönliche Jugendbuchheldin. Ihre Bücher, in die sie viele Impressionen ihrer eigenen Weltreisen miteinfließen lässt,habe ich als Kind und Teenagerin verschlungen! Hier nun, inmitten der schrillbunten Manga- und Comicconvention, ausgerechnet hier liest sie aus ihrem Buch „Die neunte Sonne„. Ein Roman über den ersten Weltkrieg in und um Japan, der Japan und Deutschland miteinander verknüpft. Deplatziert in dieser Halle? Ich finde schon. Und genau das gibt sie nach der Lesung auch zu: Man müsse bei der Wahl der Szene das Publikum beachten, weshalb eine gewählt worden war, die nicht ganz dem Geist des Buches entspricht.Sehr schade. Ein kurzes, begeistertes Telefonat mit meiner Mutter, von der ich diese Autorenliebe vererbt bekam, und ich kämpfte mich durch in das Labyrinth der Bücher.

Frei nach Messebesucher 6429 (~12): „Hihi guckt mal, da ist ein Mann, der sich als Prinzessin verkleidet hat!“ [Anm.: Es war ein Saiunkoku Monogatari-Cosplay eines männlichen Charakters.]

In den übrigen Hallen herrscht der Mono- und Dialog, der auf den kleinen Lesebühnen gehalten wird. Lesungen und Diskussionen finden sich hier, zu denen zumeist kleine, selten auch große Scharen an Zuhörern herbei geströmt kommen. Es ist ruhiger als auf den einschlägigen Geek-Messen, aus den Lautsprechern dröhnt keine Musik sondern plätschert das gesprochene Wort, das fast von dem Geblätter der Umstehenden übertönt wird. Wohlgemerkt: Wir befinden uns hier in einem Messen-Donnerstag. Bald treffe ich auf ein paar liebe Menschen aus meinem Stammautorenforum und – hier blenden wir aus. Der weitere Tag, der den literarischen Höhepunkt einer Lesung Christian von Aster trägt, wird bestimmt von Schnaps, Cards against Humanity, Hugo und eher weniger geistigen Hochgenüssen. Aber ihr lest dies hier ja auch auf meinem Blog. Die Höhepunkte sehen hier ohnehin anders aus und haben selten noch einen IQ zu bieten. Gerüchteweise hängt das mit dem Intalekth der Autorin zusammen.

Frei nach Markus, (31): „Bei den Fachbesuchern geht eh nur alles um das Feiern und die Partys am Abend.“ [Anm.: Ich bin keine Fachbesucherin! Ha! Bei mir geht es um.. äh ja.]

OrkDer Messefreitag wird mit viel zu wenig Schlaf bestritten und bei mir beherrscht von Verlagsterminen. Mit vielen netten Verlagsleuten und Autoren plaudere ich über ihre Programme oder eigenen Werke, lasse mir ihre erlesensten Stücke zeigen [All das wird in einzelnen Artikeln näher besprochen werden.] und bekomme hier und dort den Eindruck, es könne tatsächlich um die Inhalte gehen. Goodies gibt es keine, ebenso wenig wie aufgeregte Gockel umher hüpfende Presseleute oder Blogger. Letztere trifft man bevorzugt in der Blogger Lounge in Halle 5, wo sie Kaffee und Tee schlürfen. Von dem zugehörigen Bloggertreffen hatte ich mir im Vorfeld etwas mehr erhofft. Vielleicht, dass man sich über die Messe und die dargebotenen Bücher unterhält? Immerhin: Ich als Neuling der Buchbloggerszene weiß bald alles über Visitenkarten, Aufrufzahlen und Blogthemen der Umstehenden. Als die Rede auf den scheinbar meistgehasstesten Buchblog kommt, entfleuche ich jedoch wieder. Ich bilde mir lieber selber eine Meinung über mir Unbekannte.

Immer wieder tanke ich ein wenig Ruhe bei den Forumsleuten, von denen mich eine bereits „unter Speed oder auf Drogen“ genannt hat. Stimmt, denn solch ein Messetag bedeutet für mich positiver Stress, sodass ich am Samstag auch schon dezent fertig bin. Zu wenig Schlaf bei zu vielen Terminen und definitiv zu überfüllten Hallen und Gängen (Besucherrekord btw.: 260.000 Besucher, sprich 9.000 mehr als im Vorjahr), die nun tatsächlich an die gamescom erinnern, wenngleich der Altersdurchschnitt deutlich höher und der Kreischpegel deutlich niedriger ist. Gut. Es sei denn, man befindet sich in der Mangahalle.

Am Mittwochabend wird es bei der Eröffnung mit „Für das Wort und die Freiheit“-Parolen auf schwarzem Pappgrund bereits eingeläutet: Die Buchmesse will nicht nur der schnöden Unterhaltung dienen, hier geht es auch um Haltung, Politik und Werte. Ob in Dankesreden, Podiumsdiskussionen oder im direkten Protest gegen vereinzelte, als braun geltende Verlage: Es geht auch um die Flüchtlingskrise, um Hass und Gewalt, um Toleranz und das Miteinander.

Auf der Messe geben sich Leser, Autoren, Verlagsmenschen und unbeteiligte Mitgereiste die Klinke in die Hand, es wird engagiert diskutiert, begeistert zugehört, gelacht und Kontakte geknüpft. Dafür sind Messen da, dafür lieben wir sie. Auf jeden Fall war die Leipziger Buchmesse auf vielen Ebenen eine Bereicherung für mich und sie wird definitiv nicht meine letzte gewesen sein!

Was bleibt?

  • viele spannende Eindrücke
  • ein Kreativ-Schub
  • Die Meinung, dass die Mangaconvention gerne woanders sein darf. Zum Beispiel in Krefeld. Also weit weg von der Buchmesse. Ja, ich mache mich unbeliebt.
  • viele, viele tolle Kontakte
  • … ich muss jetzt weiter an meinem Manuskript arbeiten. Sofort!

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Das war: Die RingCon 2015

Die RingCon des vergangenen Wochenendes soll die letzte sein und so wurde es auch zu einer Abschiedsfeier, deren Stimmung meinem Gefühl nach gedrückter war als in den Jahren zuvor. Elben, Zwerge, einige Schottenröcke Dank dem Schwerpunkt auf die neue Serie „Outlander“ (Mit dabei: Sam Heughan, Graham McTavish, Gary Lewis und Duncan Lacroix, sowohl die Autorin Diana Gabaldon) – nicht, dass die Besucher weniger Enthusiasmus zeigten. Nein, die Stimmung schlug sich viel mehr in den Gesprächen nieder.

Frei nach Susanne, 24: „Meine dritte RingCon und jetzt ahbe ich gehört, dass sie schon die letzte sein soll? Sie hat doch noch gar nicht richtig angefangen! Sehr schade, ich hatte mich auf viele weitere Jahre mit ihr gefreut!“

Nichtsdestotrotz wurde auch in diesem Jahr viel geboten. Logisch. Man ist schließlich nicht dort, um gelangweilt Tee zu trinken, sondern um die Gemeinschaft und die Gaststars zu genießen, die sich hier die Klinke in die Hand drücken! Game of Thrones (Finn Jones, Gemma Whelan, Ian Beattie, Carice van Houten, Amrita Acharia und Jack Gleeson) war ebenso Teil des Programms wie Harry Potter (Harry Melling und Jessie Cave) oder Buffy (Sarah Hagan). Jedes dieser Panel war auf seine eigene Art unterhaltsam, informativ oder einfach nur schön. Es wurde viel gesungen, ziemlich viel gescherzt und sicherlich schlug das ein oder andere Fanherz höher.

Was die Organisation angeht bin ich allerdings zwiegespalten; die Kommunikation schien mitunter nicht allzu gut zu funktionieren, die Besucher ein ums andere Mal im Unklaren gelassen, was es mit Stargast XY auf sich hat und wer nun im folgenden Panel auftreten wird. Kleine Fehlerchen im ansonsten sehr erholsamen Ganzen.

 

gamescom – Das Videospielfestival

„Guddy. Die gamescom ist kein Festival. Sie ist eine Messe.“ Wenn du das sagst, bist du wohl noch nie dort gewesen.

Mittwoch, 9 Uhr. Aufgeregte Grundschüler – oder klein geratene YouTuber, ich kann sie so schlecht auseinander halten – mit pink bebänderten Presseausweisen flitzen an mir vorbei und ich fühle mich plötzlich alt. Sehr, sehr alt. Warum habe ich mich als Kind nur für den NES interessiert, anstatt an seriösen Artikeln für renommierte Magazine zu schreiben? Vielleicht hatte ich auch einfach kein gescheites Netzwerk.

Noch ist alles beunruhigend leer, die einzige nennenswerte Schlange hat sich vor dem Kaffeeausschank gebildet. Ganze 5 Minuten stehe auch ich an und werde, kaum dass ich das Lebenselixier in den Händen halte, von einem jungen Herrn angesprochen. Wieder altere ich gefühlt um 5 Jahre, als er mich augenscheinlich alte, weise Frau um Pressetipps bittet. Während ich die Fragen denkbar fachmännisch beantworte, beschließe ich, das schwarze und wohl viel zu seriös wirkende Hemd, das ich trage, in den hintersten Teil meines Kleiderschrankes zu verbannen. Kaum ist der erste, sehr nette Kontakt geknüpft und der Kaffee eingeflößt, widme ich mich der eigentlichen gamescom.

Eine für meine Greisenhände viel zu schwierige Partie Cuphead verliere ich gemeinsam mit einer Bloggerbekannten – optisch ein unheimlich interessantes Indiespiel, das mich auf der E3 bereits sehr beeindruckt hat, spielerisch jedoch zumindest an der Anspielstation meinem Anspruch nicht gerecht wurde. In der Zwischenzeit ist es merklich voller geworden, ich gehe an meterlangen Schlangen vorbei und falle Thorben in die Hände.

(frei nach Thorben, Mitte 20) Unverschämt, wirklich unverschämt! Ich stehe schon 20 Minuten hier bei Bethesda an! Dabei bin ich von der Presse! Dass die einen so abspeisen, ist unfassbar! Es ist doch Fachbesuchertag und trotzdem sind so viele Leute da, ist das denn zu fassen?! Was machst du denn hier überhaupt? Ah, du bist Bloggerin? Und wegen sowas bekommt man einen Presseausweis?!“

Als ich ihn frage, ob er denn Termine mit den Publishern vereinbart hätte, sieht er mich erst verständnislos und nach meiner Erklärung beschämt an. „Ach so“, nuschelt er in seine drei Barthaare, „Das wusste ich nicht.“ Obviously. Ich gebe ihm beschwichtigend lächelnd einen Fastpass von mir und flüchte zu Frank. Der gute Herr Sirius, seines Zeichens Senioren-YouTuber, hat bei Ubisoft einen unfassbar anstrengenden Job zu erledigen. Theroretisch. Praktisch sitzt er twitternd vor dem Stand und grinst mich breit an, als er mich trotz seriösem Hemd endlich erkennt. Kurz zeigt er mir seine Briefmarkensammlung seinen Arbeitsplatz. Diese Begegnung beschafft mir wertvolle Moralpunkte – die ich gar nicht gebraucht hätte, denn schon bald treffe ich meinen Lieblingsnerd Thilo und meinen Lieblings-Conpartykollegen Basti. Videospiele? Nein, im Fokus steht nun erstmal das Zusammentreffen und gutes Bier. Nämlich Kölsch. Gemeinsam hüpfen wir händchenhaltend durch Regenbögen und über die gamescom, Thilo besiegt mich bei meiner ersten Partie Hearthstone und nach einem kleinen Bloggertreffen und Sichtung der Besucherhallen finden wir uns an einem Bierstand wieder. Die Sonne scheint uns in den Nacken, wir plaudern über Videospiele und Satansbraten, genießen unsere seit Jahren währende Confreundschaft (♥)und trennen uns letzten Endes im Guten.

GamescomBier

Das Freunde treffen – Freunde, die man nur oder besonders auf Conventions antrifft, da sie viel zu weit entfernt wohnen – ist das, was bei vielen der Hauptgrund ist, zur gamescom zu kommen.

(frei nach Hasan, Anfang 20) Ja klar, Spiele kann man hier kaum gucken. Da sieht man eh nur Trailer und so. Nein, ich treffe hier meine Battlefield-Community und hoffe, dass ich Gleichgesinnte treffen kann! Man kommt einfach eh sehr gut ins Gespräch, weil alle das gleiche Interesse haben! Und was spielst du so?

Auch die YouTuber, die ich hier ab Donnerstag treffe, halten kaum nach Spielen Ausschau. Die What’s App-Gruppe ist da im Einklang: „Äh, Podcast über die gamescom? Naja also, ich habe halt kein Spiel gezockt und kann nichts darüber sagen… aber so generell über die gamescom: Kein Thema!“ Sehr verständlich, ist die Messe doch ein wunderbarer Ort, um sich auszutauschen, ein Grund, mehrere hundert Kilometer zu fahren und Hotels zu buchen. Es ist ein Videospiel-Ball, getanzt wird auf dem Gamerparkett, die Luft ist geschwängert von glühenden Pixeln und dem ein oder anderen Eau de Gameu.

gamescom 2015aDen relativ leeren Mittwoch habe ich genutzt, gamescom-Luft zu schnuppern, mir einen Überblick zu verschaffen und Fotos zu schießen. Nur einen einzigen Termin habe ich mir an dem Tag gesichert: Blizzard. Die folgenden Tage sind deutlich terminlastiger: Daedalic, EA, Warhorse Studio, CCP, um nur ein paar zu nennen. Wie gut klimatisiert diese Räumlichkeiten doch sind, wie entspannt die Leute, die sichtlich aufatmen, sobald sie aus dem Dunstkreis der Entertainment- und in die erfrischende Oase der Business Area treten. Hier treffe ich auf größtenteils gut gelaunte Spieleentwickler, die ihre Spiele anpreisen als handle es sich um frisch geschlüpften Küken. Hier erfahre ich aus erster Hand von dem Kampfsystem von Kingdom Come: Deliverance und erliege bei einer Partie Back to Dinosaur Island meiner Höhenangst. Gestützt durch VR, klettere ich an einer Felswand hoch, lobe in blumigen, lieblichen Worten („Hey! I love that Dinosaur Shit on the rock!“ – „Hehe, that’s the best comment so far!) die detaillierte Grafik des Spiels und stelle am Ende fest, dass ich auch gerne so eine Oculus Rift zu Hause hätte. Mehr zu den ganzen Spielen werde ich im Lauf der nächsten Tage schreiben. Keine Sorge: Ich habe in den Messehallen nicht nur Champagner geschlürft und mich auf Normaltemperatur klimatisieren lassen, sondern werde die Eindrücke von den Spielen tatsächlich im Laufe der Woche auch niederschreiben.

Es folgen ein sehr interessantes und gesprächiges Bloggertreffen, ein YouTuber-Sehen-und-bei-den-meisten-vor-allem-Gesehen-Werden, sehr viele andere, kleinere Treffen, zu viele Parties, viele, viele Spiele und noch mehr YouTuber.

(frei nach Luisa, fürimmer20) Ich freue mich so auf Gronkh! Gronkhgronkhgronkh! GRONKH!

Böse Zungen munkeln, die gamescom verkomme zu einer YouTuber-Show und ziehe kleine Kiddies an, die von Spielen eigentlich keine Ahnung haben. Den Internetstars wird im wahrsten Sinne des Wortes eine Bühne gegeben und viele fordern ihre Fans vorab dazu auf, doch zur Messe zu kommen, um sie dort zu treffen. Ist das verwerflich? Was kann so schlimm daran sein, Menschen die gamescom – und somit Videospiele – näher zu bringen? Es gibt ein festes Kartenkontingent, ist dieses erschöpft, gelangt erstmal niemand mehr auf die Messe. Ob nun Stars anwesend sind, oder nicht.

Freizeit. Die gamescom bietet neben Trailern und kurzen Anspielsessions auch ein Ambiente, das für sich spricht. Seien es Konzerte wie das von Jan Hegenberg, die Fanaktionen wie Cosplays und Treffen, die vielen Events wie das Last Man Standing oder andere Bühnenshows. Man kann solch eine Messe, die – nicht immer nur auf positive Weise – auf Superlative setzt, nicht auf den reinen Publisheraspekt reduzieren. Nicht mehr. Die Besucher strömen nicht mehr ausschließlich dort hin, um Spiele anzuzocken.

Mein Fazit

Mir persönlich geht es sowohl um die Spiele, als auch darum, Freunde, Bekannte und Menschen mit den gleichen Interessen zu treffen. Ich habe unglaublich viele Spiele gesehen und angespielt und mich mit Entwicklern unterhalten. Doch für die breite Masse ist es vermutlich mehr ein Treffen, ein Gamerfestival. Man hat gemeinsam Spaß am Hobby, hier ist man unter Gleichgesinnten und die Stimmung finde ich hervorragend. Wo sonst kommt man so schnell mit Gamern ins Gespräch, in dem beruhigenden Wissen, dass der Gegenüber zumindest eines deiner größten Hobbys teilt? Die Atmosphäre ist entspannt, durchbrochen vielleicht von „Uuh ist das heiß!“ und „Uuh ist die Schlange lang!“-Rufen, doch letztlich hört man auch immer wieder Liebesgeschichten von Männern, die ihren besten Freund in der „Jahrhundertschlange von AAA-TitelXY“ kennengelernt haben.

Die gamescom schweisst irgendwie zusammen. Manchmal leider auch im wörtlichen Sinne. Aber ich, ich habe in diesem Jahr fast ausschließlich die positiven Aspekte dieser Zusammenkunft erfahren.

Danke an alle, die ich getroffen habe und für die schöne Zeit, die ich mit euch auf der Con und den Parties hatte! Es waren viele, so viele und ich habe mich über jeden einzelnen sehr gefreut! Doch wenn ich versuchen würde, jeden aufzulisten, würde ich immer Vereinzelte vergessen und das möchte ich auf keinen Fall riskieren! Fühlt euch alle geherzt und gedrückt! :)Gamescom

Gamescom Tag1

Der ultimative Gamescom-Guide

Nicht mehr lange und die Gamescom wird wieder ihre Tore öffnen, um vor Aufregung sabbernde und schwitzende Besucherströme in ihre heiligen Hallen zu lassen. Lange Wartezeiten stehen bevor, um Trailer sehen zu können, die es entweder bereits auf Youtube gibt oder dort in baldiger Baldesbälde auftauchen werden – ihr kennt das Prinzip.

Um euch ein wenig durch den Gamescom-Dschungel zu helfen, habe ich euch drei kleine Guides zusammengestellt.

Für Besucher

Trinke ausreichend Wasser. Es wird heiß. Ansonsten mach den wichtigen Leuten der Messe Platz, bete sie an und lass sie sich wie Stars fühlen. Wer die wichtigen Leute sind? Na die Stars der Szene: Youtuber, Streamer und Blogger. Und jetzt geht aus dem Weg, ich muss einen Guide für eben jene schreiben!

Für „Journalisten“

Das Presseticket ist mehr als nur eine Eintrittskarte! Es ist eine Auszeichnung, eine Trophäe, die ganz ohne das Erlegen eines majestätischen Tieres auskommt! Trage sie mit Stolz. Immer. Morgens, mittags, abends, aber vor allen Dingen nach der Messe im Restaurant und auf den Parties. Jeder soll sie sehen können, um vor Neid zu erblassen. Trage daher schwarze, unauffällige Kleidung – das Ticket soll hervor stechen! Poste Selfies mit dir und dem Presseticket Wochen vor der Messe. Du und das Ticket vor dem PC. Du und das Ticket beim gemeinsamen Bad mit Kerzenschein. Du und dein Ticket in inniger Umarmung vor den Niagarafällen. Wenn du am Eingang an der Schlange des Pöbels vorbei flanierst, lächle und winke, zeige unaufgefordert auf dein Ticket und rufe: „Ich habe ein Presseticket! Ich darf den Mastereingang nutzen! Ein Pre-sse-ticket! Bitches!“

Da du kein ordinärer Messebesucher bist, hast du Zugang zu Pressekonferenzen, geheimen Events und dem Fachbesucherbereich. Das ist der Kern deines Besuchs! Berichte über die geile Party, den kühlen Backstagebereich und die coolen Goodies. Poste mindestens halbstündlich ein neues Selfie auf Facebook und Instagram und schreibe ausführliche Berichte über deinen privilegierten Messebesuch.

Halte dich, auch wenn du keine Termine hast, möglichst häufig im Fachbesucherbereich auf. Beachte: Sieh wichtig und geschäftig dabei aus! Auch wenn du dich gerade langweilst weil für dich einfach nichts zu tun ist: Steh mitten im Weg und tippe „wichtige Dinge“ in dein Handy oder schüttle, während du auf deine Uhr siehst, schwer seufzend den Kopf und murmle immer mal wieder Unverständliches vor dich hin. Du hast hier eine Mission und das soll jeder sehen!

Dein großer Auftritt kommt freilich dann, wenn dich jemand zufällig länger als 1,5 Sekunden mustert. Er hat dich und/oder deine wahre Größe erkannt! Gehe zu ihm und reiche ihm feierlich deine selbst ausgedruckte Visitenkarte. Erzähle, wie viele Besucher dein Blog oder wie viele Abonnenten dein Kanal hat und wie unglaublich wichtig dein Tun doch für die Branche ist. Es heißt schließlich nicht „Celebrate the games!“ sondern „Celebrate me! Me, yes me!“.

„Games“. Ach ja. Es geht ja eigentlich um die Spiele. Egal: Du hast ein fucking Presseticket!

Für Journalisten

Sex sells. Neben deinen Berichten über die neusten und weniger neuen Spiele der Messe ist es also deine Pflicht, mindestens einen Artikel über die im wahrsten Sinn des Wortes geilsten Cosplays zu schreiben. Als Header eignet sich hierfür einzig und allein ein Bild der Dame mit der besten Oberweite. Die Formel lautet wie folgt: Körbchengröße + Ausschnitt in cm² = Headertauglichkeitsfaktor.

Die berichtenswerten Spiele werden nicht einfach nur vorgestellt, sondern medienwirksam in Szene gesetzt. Stimme dich auf Superlative ein! „Das beste Rollenspiel der Messe!“ ist da nur die langweiligste aller möglichen Formulierungen. Wichtig: Seriöse Berichterstattung war gestern. Spiele sind nur der Mittel zum Zweck und dieser lautet: Klicks! Um dich selber auf den Wahnsinn vorzubereiten, trage alles an Gaming-Merchandise was geht! Shirts, Schlüsselanhänger, Käppis! Deine Uniform lautet „Fanboy“. Um dieser gerecht zu werden, kreische bei Presseaufführungen unkontrolliert Dinge wie „Der Hammer!“ oder „Läuft bei euch!“.

Da du trotzdem ein ernst zu nehmender Journalist bist, hast du natürlich auch Visitenkarten dabei – bringe die unter das Volk! Immer, überall. Gerade die Toiletten sind da ein beliebter Ort, die Gäste dort sehr entspannt und stets bereit, auch die unleserlichsten Visitenkarten zu beäugen. Merke: Grenze dich von dem „Journalisten“ ab. Du stehst in der Hackordnung über ihm! Du brauchst dem Gegenüber gar nicht erst zu erzählen, was du machst – dein Auftreten ist selbsterklärend und der Name des populären Magazins steht dir auf der Brust geschrieben. Als ans Shirt gepinnter Tag gleich über dem Witcher-Fanshirt.

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Ob „Journalist“ oder Journalist: Genieße die Gamescom im immerwährendem Wissen darüber, etwas Besseres zu sein. Viel Spaß!

 

 

Wie eine „Farcecon“ doch noch frakking awesome wurde

Wenn Stargäste einer Convention kurzfristig absagen, ist das nie schön. Manch Fan kommt extra wegen einem bestimmten Schauspieler seiner Lieblingsserie angereist, zahlt Fahrt, Tickets und Unterkunft. Meistens halten sich die Absagen im Rahmen – bei der im Moment in Seattle stattfindenden Galacticon4 ist der Rahmen definitiv gesprengt worden. Nur wenige Tage vor Constart hat der Veranstalter selbst ganze elf Gäste, hauptsächlich vom Maincast der neuen Battlestar Galactica-Serie, von der Con gestrichen. Das kam nicht nur für die Fans überraschend, sondern auch für die Darsteller selbst. Offiziell ist von Raumstornierungen seitens der Hotels die Rede, doch darf dieses angezweifelt werden. Weiter ins Detail möchte ich hier nicht gehen – der Drops ist gelutscht und es ist zu aktuell, als dass man voreilige Urteile fällen kann.

Was tut man also als „abgesagter“ Schauspieler? Sich ein paar Tage Urlaub gönnen? Aber nein! „Chief Tyrol“-Darsteller Aaron Douglas buchte sich – man höre und staune! – in Seattle ein Hotelzimmer und  rief kurzerhand zu einem Fantreffen in den Pubs Seattles auf, deren Planung und Verlauf man unter dem Hashtag #findchief mitverfolgen konnte.

Hey all.Due to blah blah blah frakking blah I will not be attending the VoldemortCon this weekend.I am filming a…

Posted by Aaron Douglas on Donnerstag, 30. Juli 2015

Erschienen sind letztlich nicht nur „hunderte“ Fans, sondern neben Aaron Douglas auch Michael „Samuel T.Anders“ Trucco und Leah „Racetrack“ Cairns. Fotos und Autogrammwünsche waren ausdrücklich gestattet, auch ohne dafür bezahlen zu müssen- gebeten wurde nur um eine Spende völlig gleich welcher Höhe an das Kinderkrankenhaus in Vancouver oder an die Canadian Cancer Society. „There are no „sales“ going on with this, you have all spent bloody well enough on this con, both in actually money and in mental anguish.“

Natürlich kann man jetzt den Miesmacher spielen und sagen, dass das ganze aus Publicitygründen auf die Beine gestellt wurde. Aber ich denke, dass da wirklich einiges an gutem Willen hintersteckt! Bei vielen kühlen Bieren,Karaoke, lustigen Gesprächen rund um BSG und Science Fiction mit Darstellern oder Fans – das klingt einfach verdammt geil! Aaron Douglas habe ich selbst auf der letzten Fedcon auf ein Bier kennenlernen dürfen. Die ganze Aktion nehme ich ihm mehr als ab.  Momentaufnahmen von der Kneipentour kann man unter dem Hashtag, auf Aarons Profil oder seiner Facebookseite sehen.

So etwas darf es ruhig häufiger geben!

via Aarons Twitter

Treffen auf der Gamescom, anyone?

(Freizeit!-)Geekblogger und die Gamescom: Das schließt sich irgendwie aus. Auf jeder anderen Convention, und sei sie noch so klein, knubbeln sie sich zu kleinen Grüppchen zusammen, um sich zumindest einmal kurz Hallo zu sagen. Gut. Eventuell habe (oder hatte?) ich auch nur die „falschen“ Blogger in meinem unmittelbaren Umfeld. Doch vielleicht bin ich ja innerhalb des letzten Jahres über Blogger und Leser gestolpert, die sich in die Massenhöhle des Gamers wagen und auf ein kleines Treffen Lust hätten?

Schaffen wir es also in diesem Jahr? Wer kommt noch und an welchen Tagen zur Gamescom?

Ich selber bin Mittwoch bis Freitag und eventuell Samstag dort, bin terminlich dieses Mal jedoch ziemlich eingeschränkt. Zeit habe ich nur noch Donnerstag Nachmittag/Abend, sowie am späten Mittwoch Nachmittag, wobei ich diese Zeit am relativ ruhigen Mittwoch eigentlich nutzen wollte, um mir die Gamescom an sich in Ruhe ansehen zu können.

Wer von euch ist denn auf der Gamescom und hätte Lust auf ein kühles Kölsch? (Gemeinsam mit einem Strohhalm aus dem selben Reagenzglas getrunken! Nein, ok. Jeder kriegt ein eigenes.) Bitte mit bevorzugtem Tag und Uhrzeiten. Am Ende können wir ja nach einem exakteren Termin gucken! Ihr müsst übrigens keinen eigenen Blog führen und ich lerne auch gerne Leute kennen, deren Blogs ich (noch?) nicht lese. Das nur, falls ihr Sorge habt, ich sei eine arrogante Sau.

Am Freitag um 16 Uhr ist davon abgesehen ein Youtubertreffen veranschlagt – allerdings weiß ich nicht, ob das für Nichtyoutuber so interessant wäre und ob das jetzt von einer Horde Blogger „gejiackt“ werden sollte. Außerdem wüsste ich dann gar nicht mehr, ob ich nun von Diskussionen über Leser-, oder über Abonnentenzahlen genervt sein soll und diese Verwirrung könnt ihr mir nicht antun! *g*. (Sorry, ich bin wirklich kein guter Gesprächspartner was diese Themen angeht.)  Aber wenn euch das Treffen auch interessiert: Es findet am Freitag, den 7.8. um 16 Uhr zwischen Halle 5 und 6 statt. Siehe auch hier:

 

Über die FeenCon und das Voyager

Die FeenCon war meine erste Convention überhaupt. Damals war ich 16 und unfassbar beeindruckt von den vielen, vielen Rollenspielern, Lesungen und Ständen. Jetzt bin ich ein wenig älter, habe bereits Massenconventions miterlebt und kann sagen: Die FeenCon ist eine sehr kleine, aber auch eine feine Con.

Sie findet im schönen Städtchen Bonn statt, wunderbar gelegen direkt an einem kleinen Park, der das Vogelgezwitscher an die Spieltische trägt. Bekannte und unbekannte, deutsche Fantasyautoren lesen aus ihren Büchern vor, Rollenspielverlage bewerben ihre Produkte, es gibt leckeres Met und verdammt viele bespielbare Tische, um dort RPGs oder Gesellschaftsspiele zu zocken. Früher habe ich mich gerne zu fremden Leuten gesetzt, mittlerweile schätze ich das Spiel mit mir bekannten Leuten einfach mehr. Gestern bzw. vorgestern hätte ich es allerdings ohnehin keine Stunde in den Spielräumen durchgehalten: Es war un-glaub-lich heiß! Und mit „heiß“ meine ich nicht Jensen Ackles-heiß, sondern Schicksalsberg-heiß! Spontan wurden spärlich aufgebaute Ventilatoren zu Göttern erklärt, Umarmungen fielen denkbar karg aus und die körperlichen Ausdünstungen… lassen wir das.

Wir wälzten uns also ächzend durch die niedlichen Hallen, ich kaufte mir unkontrolliert ein Behind the Scenes-Buch über Battlestar Galactica und ein Met mit Thymian und Salbei von der Metwabe, bis wir uns schließlich in einem Workshop zum Thema „Eis&Dampf in Fate“ wiederfanden. Die beiden hochgradig charmanten Autoren Judith und Christian kannten wir bereits von Judiths Geister des Landes-Trilogie sowie einem Spielabend, bei dem wir eigentlich besagtes Eis&Dampf-Fate spielen wollten, dann jedoch der allgemeinen Liebe zu BSG erlagen und letztlich doch das Brettspiel zocken mussten. Fate hatte dabei jedoch keinerlei Schuld getroffen!

Fate: Eis & Dampf

zerbrochene PuppeBasierend auf dem Roman Die zerbrochene Puppe und nachfolgend der Anthologie Eis und Dampf hat sich das Setting seitdem einiges an Futter angefressen und wird im kommenden August innerhalb eines Rollenspiels auf Fate-Basis beim Uhrwerk-Verlag erscheinen. Von der Sonne mürbe gebrannt erfuhren wir während des Workshops dann auch einen kleinen Wachschub. Hey, immerhin geht es um kaltes Eis! Die Eiszeit ist innerhalb dieses alternativen Europa des 19. Jahrhunderts angebrochen, die das nördliche Europa von einer Eisschicht bedeckt hält und Afrika zu einem Hort der wogenden Gräser hat werden lassen. Dampfend mischt sich der Steampunk in diese Kulisse, Luftschiffe und Dampfmaschinen fleuchen über das Eis.

Vorgestellt wurden in diesem Workshop das Regelwerk, die Welt inklusive Archetypen und einige Zeichnungen. Insgesamt kann es sich sehen lassen. Voraussichtlich auf der RatCon im August wird es zu erstehen sein, bis dahin und darüber hinaus kann man sich auf der Website auf dem Laufenden halten.

Von verrückten Juggern und einem Fiasko

juggerKinners, es ist heiß! So verdammt heiß! Warum macht ihr den dann noch Sport? Unfassbar! Nahezu anbetungswürdig! Zombieschützen hüpften quirlig – und vielleicht teilweise zu spärlich bedeckt – durch den Sonnenschein, Jugger kämpften um ein ballähnliches Gebilde und – Moment, Jugger? Ja, ein wahrlich possierliches Spielchen, bei dem auf martialische Weise Fußball gespielt wird. Nur ohne Fuß. Dafür jedoch mit Waffen und einem Hundeschädel. So zumindest in der dystopischen Filmvorlage Die Jugger – Kampf der Bestendie reale Version ist natürlich ungleich harmloser, dafür jedoch ähnlich nett anzusehen. Unter dumpfen Trommelschlägen schwitzten die Jugger über die Wiese.

Ähnlich rotgesichtig stellte sich mir Thilo vom Nerd-Wiki in den Weg, der später angereist war, dafür jedoch bereits nach 5 Minuten aussah, als wolle er ein Bad in einer Eistonne nehmen. Ich hätte mich ihm ohne zu zögern angeschlossen! Wir bemitleideten uns gegenseitig in großen Tönen, bevor ich mich auf den Weg zu meiner letzten Station, einem Fiaskospiel, machte. Draußen. Auf der Wiese im Schatten. Hurra!

Siegfried Müller taufte ich meinen deutschen, drogenabhängigen, raffgierigen, tumben Cowboy, der eine Postkutsche überfallen will, nebenbei von seiner fetten Ex-Frau malträtiert wird und am Ende doch wieder am Anfang steht. Fiasko ist ein Erzählrollenspiel für 3-5 Personen, wobei man in die Rollen von zumeist dezent aheroischen Persönlichkeiten schlüpft, für deren Generierung man nicht viel Zeit, dafür jedoch die Interaktion mit seinen Mitspielern braucht. Das ganze Spiel dauert kaum länger als 2 Stunden, ist dabei extrem spaßig und gipfelt klassischerweise in einem für alle Beteiligten haarsträubendem Fiasko! Sehr zu empfehlen für Leute, die gerne One-Shots spielen.

Auf zum kühlen Bier!

11121035_999520590066632_1511243794_nNach kaum 6 Stunden waren wir durch. Im wahrsten Sinne des Wortes. Ich darf über die Hitze meckern, denn ich bin ein Kältekind das es liebt, in Stiefeln durch die Weltgeschichte zu wandern! Schnell verließen wir also den Kessel an vor sich hin garenden Rollenspielern und fuhren zum Voyager, über das ich vor einiger Zeit noch vor seiner Realisierung geschrieben hatte. Ein Rollenspiel-Geek-Brettspiel Pub im Herzen von Bonn, zu dem es mich „immer schon“ hingezogen hatte. Die lange Anfahrt nach Bonn bei unglaublich miesen Rückfahrzeiten (Ich fahre doch nicht um 9 Uhr abends wieder nach Hause!) hatte mich bislang davon abgehalten.

Den ersten Pluspunkt bekam das Voyager durch die Klimatisierung. Den zweiten durch die gute Bierauswahl. Den dritten durch die vielen und interessanten Spiele, den vierten durch die Superheldentische, den fünften durch die Bedienung, den sechsten durch die fantastischen Burger… kurzum: Wir waren positiv überrascht, hatten doch gerade meine Mitstreiter eine klassische, unschöne Rollenspielkaschemme erwartet.

Das Voyager bietet unter anderem Themenabende an, Näheres erfahrt ihr natürlich auf der Website. Ich bin jedenfalls angetan von dem Pub und habe mir bereits einen Tisch für den kommenden Cocktailabend reserviert, um mich dort mit einem Freund durch die Cocktails zu kosten! Wie wäre es zum Beispiel mit dem „Shrek“? Saure Gurken mit Gurkenwasser und, ich glaube, Vodka… wer wird da schon widerstehen können?

Die kommenden Comic Cons in Deutschland

Nächstes Jahr wird es in Stuttgart die erste deutsche Comic Con geben! Oder doch bereits in Dortmund im Dezember? Ja was denn nun?

Fast zeitgleich und mit sehr ähnlichem Namen sind in den letzten Wochen bzw. Monaten zwei Veranstaltungen aus dem Boden geploppt, die sich auf Facebook gemütlich gemacht haben und aufgrund der Ähnlichkeiten für einige Verwirrung gesorgt haben. Nach der erst jüngst ins Wasser gefallenen – mit den beiden Comic Cons in keinem Verhältnis stehenden –  Blood Relations Convention, bei der etliche Leute um ihr bereits überwiesenes Geld bangten, macht sich verständlicherweise nicht nur Verwirrung, sondern auch Skepsis breit. Ich möchte die beiden Conventions daher hier ein wenig aufdröseln:

Comic Con Germany

11705406_845561872204392_8274791922366267040_oFür die in Stuttgart am 25. und 26 Juni  stattfindende Comic Con Germany zeichnet sich die  Comic Con Germany GmbH verantwortlich, deren Geschäftsführer Dirk Bartholomä man von seit über zwei Jahrzehnten erfolgreich laufenden Events wie der FedCon und RingCon kennt. Nach dem großen Vorbild der San Diego Comic-Con soll man hier in den Messehallen Stuttgarts auf über 30.000qm verteilt auf Comicverlage, Comic Zeichner und Stars aus Serien und Filmen treffen, garniert mit Workshops, Signierstunden und natürlich den allseits beliebten Panels. Bereits zugesagt haben James Marsters (Buffy), Nicole de Boer (Star Trek DS9) und Robert Picardo (Star Trek Voyager). Auch der Panini Verlag sowie CrossCult werden als große Comicverlage aus Deutschland anwesend sein.

Auf Facebook erstellt wurde die Veranstaltung im April dieses Jahres, dort wird die Seite auch aktuell gehalten. Eine eigene Website wurde vor einigen Tagen online gestellt. In der bereits vorliegenden Pressemitteilung äußert sich der Veranstalter Dirk Bartholomä:

Wir sind alle schon unheimlich aufgeregt und können es kaum erwarten bis die erste Comic Con Germany ihre Pforten öffnet. Die Nachfrage nach einer deutschen Comic Con war so groß, dass wir jetzt schon dutzende von Anfragen haben. Die Veranstaltung wird mit einer Menge an fantastischen Aktivitäten aufwarten. Die Mischung aus bekannten Gästen, Fangruppen, Kostümen, Firmen, Ausstellungen und Special Events hat es bis jetzt in dieser Größe noch nicht gegeben. Wir haben Comic Künstler aus der ganzen Welt eingeladen, Schauspieler, Musiker, Cosplayer und Leute aus der Unterhaltungsindustrie.“

Kosten soll ein Tagesticket 17€, ein Wochenendticket 30€ und der VIP Pass 199€. Weitere Preise sowie Ermäßigungen können hier eingesehen werden.

Fast ein Jahr lang muss man sich noch gedulden. Man darf allerdings erwarten, dass noch etliche Ankündigungen erfolgen werden und auch, dass noch genug Zeit bleibt, um es ordentlich zu planen.

German Comic Con

11390053_899714440074670_8628786568778362732_nEs sind nur noch 153 Tage bis zur German Comic Con, die am 5. und 6. Dezember in der Dortmunder Westfalenhalle stattfinden wird. Diese Convention wurde von der Cool Conventions UG ins Leben gerufen, die unter der Leitung von Markus Borchert am 15 Mai dieses Jahres gegründet wurde. Auch hier richtet man sich ganz nach dem San Diego-Vorbild: Über 20 Stars werden versprochen, Photoshoots, Autogrammsessions, Panels und Workshops, sowie natürlich ein großer Raum für Händler. Zusagen seitens der Stars gibt es jedoch bislang noch nicht und auch aus deutschen Comicverlagslanden ist noch keine Zusage eingegangen. Aus einem Forumsbeitrag wurde jüngst deutlich, dass Panini Comics, immerhin die Anlaufstelle in Deutschland speziell wenn es um Superheldencomics geht, nicht auf der German Comic Con vertreten sein wird.

Auf Facebook wurde die Veranstaltung am 1. April erstellt, wobei diese Seite jedoch aufgrund von Namensähnlichkeit mit der Comic Con Germany freiwillig gelöscht wurde. Die neue Facebookseite startete Ende Mai. Dort wird deutlich, dass bereits Tickets versendet werden, der Vorverkauf also gut zu laufen scheint. Erste Starankündigungen wurden für den Juli versprochen, man darf also gespannt sein.

Eine Pressemitteilung liegt noch nicht vor, auf der Website wird jedoch Großes versprochen:

Wir arbeiten aktuell mit Hochdruck an einem extrem spannenden und interessanten Line-Up! Schließlich wollen wir uns nicht lumpen lassen und machen auch kein Geheimnis daraus: es soll richtig knallen! Sobald die ersten Gäste final bestätigt sind, aktualisieren wir dies auf unserer Website und natürlich auf unserer Facebook Seite.“

Tickets können hier bestellt werden, Vorbesteller erhalten einen Rabatt. Regulär kostet ein Tagesticket 25€, ein Wochenendticket 45€ und ein Platin VIP Ticket 129€. Weitere Tickets und Preise können auf der Seite eingesehen werden. Schön ist, dass gleich aufgelistet wird, was man bei einem der VIP Tickets für Specials erhält.

 

Fazit

Ein alter Conventionshase – Dirk Bartholomä  mit seiner neu gegründeten Comic Con Germany GmbH – trifft auf eine Jungfrau – Cool Conventions UG. Beide versprechen natürlich viel, inwieweit diese Versprechungen eingelöst werden können, wird man wohl erst vor Ort sehen. Ich persönlich bin gespannt , würde jedoch davon abraten, ein Ticket vorzubestellen, wenn noch keine Gäste angekündigt sind und keine weiteren Informationen vorliegen – vor allem dann, wenn man wegen der Stars und nicht wegen der Atmosphäre dorthin geht. Ich glaube, dass es die German Comic Con aufgrund fehlender Reputation schwer haben dürfte, Größen an Land zu ziehen, doch lasse ich mich da gerne eines Besseren belehren. Ich persönlich werde das ganze erst ein wenig beobachten und auf offizielle Statements warten.

 

Nachtrag:

Auf Facebook schreibt die German Comic Con:

facebookcomment

Es wirkt, als habe die Comic Con Germany den Umstand, dass viele Medien die Comic Con Germany als direkten Ableger der SDCC sehen, bewusst forciert. Dazu hier relevante Auszüge aus der Pressemitteilung:

Endlich ist es soweit, Deutschland bekommt seine eigene Comic Con. Der erste Event dieser Art startete 1970 in San Diego (Heimat der ursprünglichen Comic Con) mit gerade mal 300 Besuchern. Mittlerweile gibt es in vielen US Städten Comic Cons, die jährlich viele 100.000 Besucher anziehen. In Deutschland ist es im Juni 2016 soweit. In der modernsten und größten Messehalle der Stuttgarter Messe findet am 25. und 26. Juni 2016 die erste Comic Con Germany statt. Der Veranstalter ist seit 1992 auf dem deutschen Markt tätig mit den bekannten Events FedCon und RingCon, Conventions zum Thema Science Fiction und Fantasy, die seit mehr als 20 Jahren erfolgreich in großen Hotels in NRW stattfinden. Der Panini Verlag, als in Stuttgart ansässiger Comic-Bigplayer, wird das neue Comic-Top-Event mit einem fulminanten Auftritt, mit internationalen und nationalen Zeichnern, Aktionen und messe-exklusiven Publikationen für Sammler unterstützen.“

Meines Erachtens nach hat hier eher die Presse schlampig gearbeitet und nicht der Pressevertreter der FedCon GmbH. Von einem „Event dieser Art“ und „Der Veranstalter ist seit 1992 auf dem deutschen Markt tätig“ auf einen offiziellen Ableger zu schließen, halte ich für etwas gewagt. Beide Veranstaltungen nutzen die Bekanntheit amerikanischer Comic Cons, setzen bewusst auf den Vergleich – allein schon mit ihren Namen. Diese Comic Cons als Vorbild zu nehmen und dieses auch zu benennen, halte ich auch nicht für falsch. Schließlich werden beide Comic Cons auch genau das sein: Cons nach dem Vorbild der SDCC.

Copyright der Bilder: 1.: Kevin Dooley via Flickr 2.: Comic Con Germany GmbH 3.:Cool Conventions UG)

Update vom 8.7.: Nicht die FedCon GmbH ist für die Comic Con Germany verantwortlich, sondern die Ende Juni gegründete Comic Con Germany GmbH, deren Geschäftsführer u.a. nichtsdestotrotz FedCon-Veranstalter Dirk Bartholomä ist.

FedCon 24 – Impressionen

Vom 21. bis 24. Mai 2015 konnten sich die Mitarbeiter des Düsseldorfer Flughafens wieder an drollig verkleideten Gestalten erfreuen, denn ganz in deren Nähe fand, vielleicht zum letzten Mal an diesem Ort, die FedCon statt. 4 Tage lang gaben sich Wookies, Dr. Whos und Vulkanier die Klinke in die Hand, stießen Jedi und Sith mit Cardassianischem Ale an und standen renommierte Schauspieler aus diversen Serien auf der Bühne, um den ein oder anderen Schwank von ihren Drehs zu erzählen. Trotz der Last Minute-Absagen war die Reihe der Stargäste noch reichlich besetzt. Von, um nur ein paar zu nennen, Star Trek („Seven of Nine“ Jeri Ryan, Jonathan Del Arco und Manu Intiraymi) über Defiance („Joshua Nolan“ Grant Bowler und „Bio Man“ Rob Archer) bis zu Battlestar Galactica („Papa Adama“ Edward James Olmos, „Six“ Tricia Helfer, „Dr. Gaius Baltar“ James Callis und „Chief Galen Tyrol“ Aaron Douglas) waren einige Serien vertreten.

Für den recht unwahrscheinlichen Fall, dass ich noch Leser habe, die noch nie etwas von der FedCon gehört habe: Folgend die kurze Erläuterung. Der Rest darf diese gerne überspringen. 

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Die Fed(eration) Con(vention) findet seit 1992 jährlich statt. Nebst den Vorträgen von Experten zu Science-Fiction Themen wie etwa das Beamen bilden vor allen Dingen Schauspieler aus Film und insbesondere Serien den Mittelpunkt, die in den sogenannten Panels den Gästen Rede und Antwort stehen. In eine umrahmende, kleine Show gebettet, präsentiert sich hier Entertainment, das man längst nicht überall finden kann. Diese besonderen Momente mit den „Stars“ lassen sich zudem noch auf Autogramme und gemeinsame Fotos ausweiten, die für ein paar Sekunden das Fanherz deutlich höher schlagen lassen. Seit Beginn der Con waren unter anderem Leonard Nimoy, Wil Wheaton, William Shatner und Summer Glau zu Gast.

An dieser Stelle möchte ich euch an meiner Zeit auf der diesjährigen FedCon teilhaben lassen.

 

Der erste Eindruck

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Kaum betrete ich die Eingangshalle des Düsseldorfer Maritim Hotels, rammt mir ein Andorianer den Ellbogen in die Seite. Sein linker Fühler hängt traurig auf Halbmast, geradezu verzweifelt versucht er, diesen Umstand Vergangenheit werden zu lassen. Dass er mich dabei fast die Treppe heruntergeschupst hätte, hat er nicht mitbekommen. Meine erste (und zugegebenermaßen einzige) gute Tat des Tages besteht folgerichtig darin, ihm aus seinem schrecklichen Dilemma zu retten, ehe ich mich mit meinem Ticket bewaffnet in die Menge stürze. Immerhin ist die Macht nun sicher mit mir.

Schrieb ich tatsächlich Menge? Wenn die RPC besuchertechnisch der kleine Bruder der Gamescom ist, so ist die FedCon dessen kleines Schoßtier. Ein edles Schoßtier mit glorreichem Stammbaum, wohlgemerkt, man will ja hier nicht lügen. Mehr als die etwa 6.000 Besucher könnte das Hotel allerdings auch kaum fassen, es ist bereits jetzt an diesem Freitag ein kleines Wunder, dass mir bis auf diesen anfänglichen Unfall niemand auf die Füße tritt. In Ruhe gönne ich mir einen Cappucchino bei dem freundlichen Mitarbeiter von nebenan und unterhalte mich mit einem jungen Mann im Fireflyshirt. Das gülden auf seiner Brust prangende „Shiny“ – kaum etwas könnte bei ihm treffender sein!

Frei nach Markus (Mitte 20): „Ja, ich war gestern schon hier. Nicht alleine, siehst du die Gruppe da? [er deutet auf fünf Männer in Starfleet Uniformen, die eine Tüte Nerds herum reichen. Noch treffender als das Shirt.] Zu der gehöre ich. Wir haben uns vor vier Jahren alle auf der FedCon kennengelernt und sehen uns einmal im Jahr hier. Ein tolles Ritual! Momentan finde ich die Con allerdings etwas träge. Ich weiß noch nicht so genau, woran es liegt, Besucher gibt’s hier ja genug! Vielleicht am Master of Ceremonies? Das wirkt alles nicht so spritzig diesmal.

Wir verstricken uns in ein Gespräch über das Für und Wider von Master of Ceremonies, bei dem wir feststellen, dass wir beide zumindest gerne Garrett Wang zurück und Nessi bitte nicht weit weg als Co-MOC hätten und verabschieden uns congerecht mit einem „Live long and prosper“.

Die nächsten Minuten verbringe ich damit, leer auf die vorbei laufenden Besucher zu starren. Der Anteil Verkleideter erscheint mir deutlich höher als der anderer Conventions. Generell wirkt das Klientel nicht erst in diesem Jahr reifer auf mich. Gesetzter, ruhiger, ernsthafter als auf jugendlichen Messen, bei denen man alle drei Meter mit einem Hörsturz rechnen muss, da definitiv irgendjemand seinen Stimmbruch noch nicht unter Kontrolle hat. Hier geht es schließlich auch nicht darum, schnell x-beliebige Spiele anzuzocken oder herrenlos durch die Gänge zu irren, sondern um wesentlich mehr. Mein erster Programmpunkt beginnt erst in einer halben Stunde und so bin ich froh, dass ich auf moep0r treffe. Ein Blogger, den ich schon seit geraumer Zeit im Visier habe und den ich heute entjungfern darf. Auf Bloggerart, versteht sich: Es ist das erste Mal, dass er auf einen anderen Blogger trifft, doch dafür wirkt er sehr souverän! Wir schaffen es, uns alles andere als anzuwidern und beginnen, gemeinsam die ersten Programmpunkte abzugrasen.

Das Programm

wurchePrinzipiell ist das Programm voll. Voller Panels, Vorträgen, Workshops… das Erwartete. Manchmal hat man mit terminlichen Überschneidungen zu kämpfen und manchmal mangelt es am eigenen Interesse. Logisch: Man kennt nicht jede einzelne Serie oder ist zumindest nicht begeistert von einer jeden und mancher Vortrag geht auch einfach an einem vorbei. Ich persönlich habe dieses Jahr Glück: Mit gleich vier Gästen ist Battlestar Galactica gut vertreten und auch die Vorträge finde ich besonders am Freitag spannend. Doch gerade der Samstag sorgt tagsüber für einige lange Gesichter.

Frei nach Maria (59): „Ich bin schon seit Jahren auf der FedCon, doch ich fand es selten so „leer“. Heute alleine habe ich einige Stunden Leerlauf. Das liegt natürlich an den Autogrammstunden, die so ausgedehnt sind und auch sein müssen, aber daneben interessiert mich einfach nichts. Ich hatte um 10 Uhr einen Vortrag und dann erst um 17 Uhr ein Panel. Um 15 Uhr habe ich mich auch noch in den Vortrag von Bettina Wurche gesetzt. Sehr schade und ich kann mich nicht erinnern, dass es schon einmal so war.“

Das ist nicht die einzige Meinung dieser Art, die ich im Laufe der Tage zu Ohren bekomme. Ich persönlich finde gerade den Samstag auch etwas mau, dafür jedoch geht es für mich ab 17 Uhr erst richtig los und das alles andere als zu knapp! Unglaublich viel Spaß habe ich letztlich in den Panels und auch die Party, bei der ich dieses Jahr zum ersten Mal dabei bin, hat es mir sehr angetan. Ich mag dieses Gefühl, unter Nerds zu sein, die alle ähnliche Interessen haben wie man selbst. Dass das Programm nicht nonstop Interessantes zu bieten hat, gibt dafür Raum, sich mit den anderen Congängern zu unterhalten und sich in Ruhe umzusehen. Über die Vorträge und die BSG-Panels werde ich hier auch noch eigene Beiträge verfassen.

Fanliebe

r2Ich hatte es bereits kurz angeschnitten: Hier geht es um Fans. Viele der Mitarbeiter sind selber Fans, die Besucher sind es sowieso und alles hier schreit „Oh mein Gott, ich liebe es!“ Da ist die Liebe zum Cosplay, die Liebe zu einzelnen Fandoms, die Liebe zu den Stars oder zumindest dem, was man sich unter dem jeweiligen Menschen vorstellt und das Miteinander. Wenn man sich mit langjährigen Congängern unterhält, fällt vor allem das Wort „Familie“.

Frei nach David (35): „Es ist schon ein ganz anderes Gefühl hier als auf anderen Cons. Ich gehe auch regelmäßig zur Gamescom, aber die ist natürlich viel größer und anonym. Hier kennt man sich untereinander. Man hat viele schon gesehen oder getroffen. Ich weiß, wer Dirk [der Veranstalter] ist und was Nessis Geschichte ist. Jedes Jahr kommen neue Insider dazu, die auch nach Jahren noch gelten. Ich finde es toll, es ist immer ein bisschen wie nach Hause kommen, das klingt jetzt cheesy, aber irgendwo ist es eben doch eine Confamilie.

Naja, ich konnte es bislang verstehen, aber für mich nicht nachvollziehen. Leider hatte ich nie richtigen Anschluss, was ich wirklich bedauere. Alleine auf die Party danach zu gehen ist auch irgendwie abschreckend (Und das, obwohl ich alles andere als schüchtern bin), so fehlte mir das Confeeling. Das war dieses Mal ein wenig anders und ich kann es auch jedem empfehlen, sich abends nicht direkt abzusetzen.

exterminateDoch zurück zur Fanliebe: Die wird auf alle Fälle bedient. Das Merchandise lasse ich außen vor. Es ist jedes Jahr das gleiche, es ist nett, man kauft vielleicht was und es ist ok, zumal die Händler auch wirklich kommunikativ und unterhaltsam sind. Viel erwähnenswerter finde ich allerdings bspw. die ArtShow und den Costume Contest. „Exterminaaaaaaate!“ ♥ Verzeiht das Herzchen. Ich bin auch nicht unbedingt die kinderfreundlichste Person auf der Welt. Aber… aber dieser junge Mann in seinem Dalekcosplay, das er zusammen mit seiner Mutter aus Küchengeräten gebastelt hat, ist einfach herzig! Himmel, er braucht noch nicht mal seine Stimme zu verstellen, um richtig zu klingen! Ein „exterminate!“ und das ganze Publikum schmilzt dahin! Leider wurde er von der Moderation zum Ende hin meines Erachtens nach „verheizt“. „Cosplay, dafür werden Kinder gemacht“. Nachdem mir der vorangegangene Satz wohl einige sogenannte Hater beschert hat, komme ich lieber schnell zum nächsten und letzten Punkt:

Der Conblues

winterFür mich endet die FedCon leider bereits Sonntag Morgen um 4:30, da sich die hoffnungsvoll und extra für die Con verdrängte Erkältung mit aller Macht zurück meldet und mich ins Bett schmettert. Doch ich vermisse die Con denoch ein bisschen. Übertroffen werde ich aber wohl definitiv von dem müde, aber sehr glücklich lächelnden Mann mit den Vulkanierohren, dem ich noch in meiner letzten Bahn begegne. Ihm gebührt auch das Schlusswort für diesen Artikel.

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Frei nach Andreas (23): „Warst du auch auf der FedCon? Wow! Ich meine, ich habe Adama gesehen! Also, den, den… [schnipst mit den Fingern] Olmos, genau! Gerade an der Bar. Also vor drei Stunden oder so. Der hat real eine genau so starke Ausstrahlung wie in der Serie, das hätte ich ja nicht gedacht. Ich war jetzt von Donnerstag an hier und fahre morgen Nachmittag zurück nach Berlin. [Sieht plötzlich sehr, sehr traurig drein und ich bilde mir ein, dass seine Vulkanierohren beginnen, ebenso sentimental herabzuknicken] Weißt du, das ist meine zweite FedCon und ich habe hier so tolle Menschen kennengelernt, die ich wieder monatelang nicht sehen werde. Ich wünschte, FedCon wäre öfter.

 

olmos3 aaron zidz wurche2 tricia trio russ olmos2 ohren jeri guddy duo2 cylon defiance archer duo

 

 

FedCon: Kannst du nicht hin, guck ich für dich

Ab morgen beginnt die FedCon. Gibt es etwas aus dem Programm, seien es Vorträge, Panels oder Workshops, die euch besonders interessieren und in die ich für euch hineinschnuppern oder genauer berichten soll? Gibt es Schauspieler oder Vortragende, denen ihr gerne mal eine Frage stellen würdet oder von denen ihr unbedingt ein frisches Autogramm haben wollt? Das kann ich, wie auch bereits im letzten Jahr, für euch übernehmen, schließlich bin ich mit dem Presseticket flexibel und kann es selbstverständlich auch dafür nutzen, eure Interessensgebiete abzudecken. Solange es nicht mit den Battlestar Galactica-Panels kollidiert, natürlich. Die haben Vorrang, aber das versteht ihr sicher. So say we all!

Das Programm der FedCon: Hier

Ansonsten sei noch gesagt, dass die nächsten Tage auf dem Blog und auf meinem Facebook– und Instagramprofil conlastig sein werden. Ob ihr das als Warnung oder Versprechen verstehen wollt, sei euch überlassen ;)

Lass mich deine Conzeitzeugin sein! *räusper*

RPC ’15 – meine Eindrücke

Die RPC, die Role Play Convention, die sich als Messe von Spielern für Spieler versteht, ist gerade zu Ende gegangen und lässt eine Vielzahl glücklicher, aber auch ratloser bis genervter Gesichter zurück. Dabei hat sich in den letzten Jahren gar nicht so viel geändert: Es ist nach wie vor laut, die Workshops und Lesungen fanden in abgesteckten Arealen mehr oder minder abseits des Hauptgeschehens statt und es gab einiges zu sehen, hören und erleben.  Ich selbst war am Samstag dort und möchte euch hier meine Eindrücke schildern.

Ein Video habe ich auch erstellt. Mit leicht selbstironischem Einschlag.

Pünktlich eine halbe Stunde nach Messebeginn verschlägt es meinen werten Gefährten und mich in die Messehallen, die einem, wenn man sozusagen frisch von der Gamescom vor einem 3/4 Jahr kommt, nahezu lächerlich leer vorkommen. Noch taumeln uns keine erschöpften Conbesucher entgegen, niemand, der schluchzend nach seiner Mutter ruft, nein, hier scheint alles normal, fast angenehm. Dass es aus einer der hinteren Hallen zart „Roccaaat“ ruft lasse ich lächelnd über mich ergehen. Frohen Mutes wandern wir direkt in die offenen Arme der Helden für Herzen, mit denen ich mich bald in einem Plausch wiederfinde.

Helden für herzenDie Helden für Herzen: Das sind Cosplayer, die sich für schwer kranke  Kinder einsetzen. Als Thor, Frozens Anna oder Spiderman besuchen sie bspw. Kinderhospize oder Behindertenwerkstätten, um den Kindern ein Lächeln auf’s Gesicht zu zaubern. Sie verkleiden sich nicht nur als die jeweiligen Charaktere, sie spielen sie auch. Ich finde es ganz wunderbar, was sie leisten und habe die beiden Damen auch als sehr sympathische Menschen kennengelernt. Bist du zufällig auch ein Cosplayer? Vielleicht fasst du dir auch ein Herz? Helden werden immer gesucht! Hier geht’s zu ihrer Website.

Kaum den Stand verlassen und ins Getümmel gestürzt, holt uns der Conalltag wieder ein, denn die wohlbekannte Duftwolke schlägt uns entgegen. Verzeihung. Aber wir sollten morgens vor dem Conbesuch einfach gesammelt und aktiv gegen das Klischee vorgehen, anstatt uns geruchstechnisch allzu sehr am gelobten Mittelalter zu orientieren. Genug des mahnenden Zeigefingers, es ist schließlich nicht so, als würde ich mich nahtlos in die Gemeinschaft einfügen. Die ersten irritierten Blicke treffen mich auch schon, als ich beim Anblick eines in ein Einhornkostüm geschmiegten Mannes laut über den Sinn und Unsinn eines Kopfdildos nachdenke. Lang und breit kann ich allerdings nicht darüber nachdenken, da ein weiterer Stand meine Aufmerksamkeit erregt:

aetherangelegenheitenDas Amt für Aetherangelegenheiten hat seine steampunkigen Accessoirs ausgebreitet und lädt zum illustren Miteinander ein. Pfanni heißt der Mann wohl, mit dem ich mich kurz unterhalte. Dieses ominöse Amt kümmert sich um die eines Tages aufgetauchte Substanz und hat es nicht nur mit dieser, sondern auch mit Chimären und Fabelwesen zu tun. Stoff genug für eine Webserie? Auf jeden Fall erscheinen sie sehr ambitioniert, allein der RPC-Stand hat bereits Lust auf mehr gemacht. Die Website ist sicher einen Blick wert. Sobald ich mich eingehender damit befasst habe, wird sicherlich auch ein ausufernderer Beitrag über das Amt mit dem dezent sperrigen Namen folgen.

Es folgen dann doch die erwarteten Besucher oder zumindest werde ich mir dessen bewusst, dass ich nicht einfach vor mich hin hüpfen kann, sondern tatsächlich auf fremde Füße achten muss. Die Welt ist gemein und ungerecht. Bei einer auf Leinwand übertragenen Runde LoL bleiben wir kurz hängen und lauschen den Worten eines zufälligen Passanten, der seinem Freund das Spiel erklärt. So ganz verstehe ich die Faszination noch immer nicht. Muss ich aber auch nicht – ich glaube, die drei Bühnenspieler haben das Spiel nachher gewonnen. Ich werde es vermutlich nie erfahren. Wichtiger ist mir zu dem Zeitpunkt längst das Bier und die Menschen, die ich zum eben diesem Zeitpunkt treffe: Nach dem freundlichen Leser meines Blogs, dem ich hoffentlich einige Tipps über Comicläden geben konnte, trifft  auch Georg Lucas ein, der natürlich meinen Biermord von 2013 petzen musste. Ich bitte dich, pfui! Es sind Blogleser anwesend, da möchte man einen guten Eindruck hinterlassen! Nicht, dass ich dies je getan hätte. Aber irgendwann will man damit ja anfangen.

Doch zurück zur RPC. Die gibt es schließlich auch, aber illustre Gesellschaft kann schon mal vergessen lassen, wo man sich befindet. Es folgt ein völlig überteuerter Kaffee in nur leicht romantisch angehauchtem Nieselregen. Nicht so schön. Also führt uns unser Weg zurück hinein in die dunkle Grotte, auf der Suche nach der Künstlermeile. Künstler um Künstler zieht an unseren suchenden Augen vorbei. Schöne Bilder, Mangabilder, Skizzen. Gerne würde ich selber dort sitzen um meine Werke zu präsentieren, doch bis dahin wird noch viel Wasser den Dergel  hinunter fließen. Übrigens: So teuer sind Charakterportraits gar nicht, ein Besuch in der Künstlermeile lohnt sich für jene, die ein Portraits ihres Schützlings angefertigt haben wollen, also durchaus!

PhantagrafieSo auch bei Melanie, die hinter einem Berg von Stiften, Blöcken, Zeichnungen und Auslegware sitzt und derart konzentriert zeichnet, dass sie mich gar nicht bemerkt. Dabei stehe ich schon seit drölf Stunden dort und warte auf eine Audienz! Gut, zugegebenermaßen bin ich selber sehr vertieft in ihre Zeichnung. Melanie „kenne“ ich bereits seit ein paar Jahren, seit sie noch ein kleiner Zeichennob war. Sie hat sich so gut entwickelt, dass selbst ich fast ein wenig stolz auf sie bin – und sie mittlerweile für Größen wie DSA oder Earthdawn arbeitet. Ich freue mich extrem über dieses lang ersehnte Gespräch und wir verbleiben mit einem Bierversprechen! Hier geht’s zu Melanies Künstlerblog.

Cosplays gibt es erschreckend wenige zu sehen – oder bilde ich mir das nur ein? Habe ich bereits zu viele Cons besucht, ist mein Anspruch an ein Cosplay zu hoch? Vielleicht, doch vor meine Linse schaffen es nur vier. Unter ihnen zwei Jack Sparrows, die ich mit einer Interviewanfrage ein wenig überrumple. Logisch. Piratengerecht nuckeln sie schon seit einer geraumen Weile am Alkohol herum, während ihre beiden Freunde uns Fotos ihrer Flitterwochen zeigen. Auf einem verdammten Metalschiff irgendwo im südlichen Meer! Kreuzfahrt mit Bier und Metal! Mein Neid steigt bei den Erzählungen und ich hoffe, dass mir mein Freund bald mal einen Heiratsantrag macht, damit wir das Konzept kopieren können! Nicht, dass man nur deswegen heiraten würde. Oder? Lieber das Thema wechseln.

NerdpolWir befinden uns mittlerweile wieder im Innengelände und stellen fest, dass wir eigentlich schon alles gesehen haben. Einen kurzen Abstecher schaffen wir zum Nerdpol, einer Rollenspielcommunity, die gerade Neulingen den Einstieg ins Rollenspiel erleichtern möchte und den Schwerpunkt auf Youtube gelegt hat. Kann man mal machen!

Wir sprechen noch mit einigen mehr Leuten, gucken uns diverse Dinge an, kaufen drei Comics aus deutschen Landen, trinken nochmal überteuerten Tee, sehen Gronkh unter einer Traube Menschen ersticken und sind am Ende ein wenig überreizt…

– was mich an einen Blogartikel Arkanils erinnert. „RPC und das schale Gefühl der Enttäuschung“ nennt sich dieser und bemängelt die Themenvielfalt der RPC, die es schwer mache, einzelne Themen tiefergehend zu behandeln. Die RPC bestünde sozusagen aus kleinen, wahllos zusammen gewürfelten Häppchen, statt aus einem satt machenden, gehaltvollen Steak. Mhm, Steak.

Verstehen kann ich ihn. Es ist ein großer Mix aus diversen Genren und Thematiken, es ist kein wirklicher roter Faden erkennbar. Vieles wird angerissen,während anderes unter den Tisch gekehrt wird. Es ist ein riesiges Sammelsurium, ein Fundus an unterschiedlichsten Ideen. Ich selber zelebriere ein ähnliches Prinzip auf diesem Blog: Viele Themen, denn ich habe viele Interessen, versuche jedoch, die einzelnen Themen tiefer auszuleuchten. Ich mag das Konzept der RPC – an sich, denn auch ich finde, dass sie recht verwässert wirkt. Ich würde mir wünschen, dass mehr „Biss“ hinein kommt und dafür Roccat und Ähnliches fortgelassen wird. Hat nicht ohnehin jeder bereits eine Maus zu Hause? Da brauche ich niemanden, der mir eine an den Kopf schmeisst.

Wie dem auch sei: Ich hatte meinen Spaß, gerade aufgrund der Menschen, die ich getroffen habe. Man knüpft neue Kontakte, pflegt alte und kann Networking betreiben. Neue Aussteller sind leider selten, auch interessante Workshops habe ich an jenem Samstag nicht sichten können. Ein wenig mehr Inhalt wäre auch dort schön. Kontroverse Themen, die beleuchtet werden, neue Blickwinkel… Vielleicht nächstes Jahr.

Wart ihr dort? Wie habt ihr es erlebt?

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Riese

Im Gespräch: FedCon Pressesprecherin Brigitte Scherr

Bereits in den 90ern hätte ich die Möglichkeit gehabt, mich am Rockzipfel meiner Mutter in FedCon-Gefilde zu begeben. Ich hatte es jedes Mal abgelehnt – verdammt sei mein damaliges „anti alles“- Teenager-Ich! So hatte ich meine ersten FedCon Erfahrungen auch erst vor drei Jahren sammeln können. Viel zu spät, denn zu erfahren gibt es dort viel. Es ist keine Messe, die sich primär um die Produkte rankt; Dreh- und Angelpunkt sind vielmehr die Darsteller aus den einzelnen Serien, die Insiderinfos geben, Einblicke in ihre Arbeiten und Persönlichkeiten. Man ist über die gesamte Con hinweg insgesamt gefühlt näher am Fandom als bei anderen Events.

Ab Donnerstag nächster Woche wird man wieder die Gelegenheit haben, die FedCon in Düsseldorf zu besuchen und nicht nur so manchen Darsteller von bspw. BSG oder Star Trek zu erleben, sondern auch Workshops beizuwohnen und den Worten des ESA-Astronauten Reinhold Ewald zu lauschen. Um euch einen kleinen Einblick hinter die Kulissen zu gewähren, steht mir FedCon-Pressebetreuerin Brigitte  Scherr Rede und Antwort.

Brigitte Scherr arbeitet seit rund zehn Jahren für die FedCon GmbH, was nicht nur die FedCon, sondern auch HobbitCon und RingCon einschließt. Neben der Pressebetreuung ist sie auch als Chefredakteurin des Clubmagazins FedCon Insider tätig und betreut Website und Forum. In diesem Interview erzählt sie, was ihr persönliches Stargast-Highlight der letzten Jahre war, wie man sich selber als Vortragender bewerben kann und wie sie ihre ersten Schritte in der FedConwelt erlebte.


Wie kamen Sie zu diesem Job und seit wie vielen Jahren sind Sie bereits Teil der FedCon? Wie viel Leidenschaft für Science-Fiction und spezielle Serien spielt bei dieser Arbeit bei Ihnen mit?

Ich mache den Job als Pressebetreuerin seit ca. 10 Jahren, zuerst als ehrenamtliche Helferin, seit 2009 bin ich bei der FedCon GmbH angestellt. Nach meiner Festanstellung kamen natürlich noch weitere Aufgaben dazu, wie beispielsweise die Pflege der Websites, eine sehr umfangreiche Arbeit, denn dazu gehören u.a. auch alle Stargastankündigungen. Die Chefredaktion des FedCon Insider kam vor ca. 1 ½ Jahren dazu.

Zu diesem Job gekommen bin ich als Fan, meine ersten FedCons (2001 bis einschließlich 2004) habe ich noch als normaler Gast und Fan besucht. Dann wollte ich selbst aktiv dabei sein und bekam schon zur RingCon 2004 den Helferposten in der Pressebetreuung. Bevor jetzt vielleicht der Gedanke kommt, dass das einfach so ging – das war natürlich nicht der Fall. Ich habe mich schon in meinen Zeiten als Besucherin aktiv eingebracht.

Bei mir spielt sehr viel Leidenschaft für Science Fiction und Fantasy mit. Ich bin der Meinung, dass man einen Job nur wirklich gut machen kann, wenn man voll dahintersteht, eine Liebe zur Materie hat und sich damit identifizieren kann. Alles andere wäre vergeudete Lebenszeit und die Qualität der Arbeit würde durch Lustlosigkeit leiden.

Wie der Name bereits andeutet, lag der klare Schwerpunkt einstmals auf Star Trek. Mittlerweile sind sehr viele andere Fandoms anzutreffen: Im letzten Jahr war Stargate bspw. ein Schwerpunkt und in diesem Jahr  werden wir das Vergnügen haben[mit „Dr. Gaius Baltar“ James Callis, „Cylon Six“ Tricia Helfer, „Papa Adama“ Edward J. Olmos und „Chief Galen Tyrol “ Aaron Douglas], gleich vier BSG-Darsteller auf der Bühne sehen zu können. Wie schwer fiel diese Entscheidung, das Thema der Convon Star Trek verstärkt auf das gesamte Genre auszudehnen und wie zufrieden sind Sie mit dieser Entscheidung?

Die Ausdehnung auf andere Genres fing bereits im Jahr 1997 an, als mit Mira Furlan der erste Stargast aus Babylon 5 auf die FedCon geholt wurde. Wir richten uns natürlich immer weitgehendst nach den Wünschen der Fans und es ist schon seit Jahren so, dass man nur mit Stargästen aus Star Trek keine Convention mehr erfolgreich durchführen kann. Beispiele für Con-Pleiten dazu gibt es genug. Die Entscheidung fiel auch nicht schwer, da wir alle selbst auch Fans der anderen Genres sind. Serien wie Stargate, BSG, Doctor Who usw. sind einfach zu gut, um sie außen vor zu lassen. Und natürlich gibt uns der Erfolg der vergangenen Jahre recht, man muss nur an die ausverkauften FedCons mit Richard Dean Anderson als Stargast denken.

 

Im Forum haben die Mitglieder zum Beispiel die Möglichkeit, ihre Gästewünsche anzugeben und für diese zu „voten“. Wie sehr richten Sie sich danach, welche anderen Aspekte spielen bei der Entscheidung mit und wie viele Wünsche können im Schnitt umgesetzt werden?

Diese Gästewünsche werden genau ausgewertet und entsprechende Anfragen an die Agenten der jeweiligen Schauspieler gestellt. Diese Anfragen sind natürlich nicht immer von Erfolg gekrönt, aber ohne diese Wunschlisten hätten wir keinen vernünftigen Ansatz und nur nach eigenem Gutdünken die Gästeliste zu füllen, bringt natürlich gar nichts. Die Wünsche der Fans haben absoluten Vorrang vor unseren eigenen Wünschen.

Gibt es Stars, auf die Sie sich persönlich besonders freuen, oder überwiegt das professionelle Convention-Interesse bei Ihnen?

Ich bin ja auch Fan, also habe ich immer meine Highlights bei den Stargästen. In diesem Jahr ist das als Star Trek Fan der ersten Stunde natürlich Jeri Ryan. Auf sie bin ich besonders gespannt. In den vergangenen Jahren waren das u.a. William Shatner (schließlich war ich ja als Teenager in Captain Kirk verliebt), Richard Dean Anderson (hier lässt der MacGyver-Fan in mir grüßen) und natürlich Leonard Nimoy im Jahr 2005.

Die FedCon gibt es seit mittlerweile 23 Jahren. Walter Koenig war der erste und bei der ersten FedCon einzige Stargast. Was hat sich abgesehen vom reinen Umfang und vom Bekanntheitsgrad seitdem verändert? Haben Sie einen Wandel innerhalb der Congemeinschaft feststellen können? Ist der „gemeine Congänger“ heute anders, hat bspw. andere Anforderungen?

Natürlich gab es einen Wandel. 1992 in Augsburg gab es nur wenig Programm, Panels und Autogrammstunden. Irgendwann sind die Fotosessions dazugekommen, die mehr und mehr die Autogramme ablösen. Ein persönliches Foto mit dem Lieblingsstar ist für viele Congänger das Highlight schlechthin geworden.

Was ist bei der Planung einer Convention die größte Herausforderung?

Die größte Herausforderung ist das Gesamtpaket, eine Convention erfolgreich zu veranstalten und darin stecken jedes Mal rund 1 ½ Jahre Arbeit, also wesentlich mehr und umfangreicher, als man sich vorstellen kann. Mitglieder des FedCon Geeks Club können im aktuellen FedCon Insider No 15 dazu einen ausführlichen Artikel lesen.

Der Erfolg einer Convention steht und fällt natürlich mit den Stargästen. Aus diesem Grund ist uns die Wunschliste der Fans im Forum so wichtig. Diese Gäste dann nach Deutschland zu holen ist eine der ganz großen Herausforderungen. Hier stehen langwierige Verhandlungen an, die oft über Jahre gehen. Der Termin muss passen und man kann nicht jede Gagenforderung akzeptieren.

Was war Ihr spannendstes oder lustigstes Erlebnis auf einer FedCon?  Im Gegenzug dazu: Was war das böseste Erlebnis? Gab es besondere Pannen?

Die Pressekonferenz der FedCon 2005. Das war meine erste PK und ich konnte die ganze Nacht zuvor kein Auge zumachen. Zum einen, weil das meine Premiere vor der Presse und mein erster öffentlicher Auftritt war und zum anderen natürlich, weil ein Held meiner Jugend, Leonard Nimoy, an dieser Pressekonferenz teilnahm.

Ein richtig böses Erlebnis oder eine besondere Panne gab es für mich bisher nicht. Ich hoffe natürlich, dass das so bleibt. Gerade in meinem Job plane ich alles akribisch im Voraus und schließe weitgehend alle Eventualitäten mit ein. Kleinere Pannen wie ein totes Mikrofon bei einer PK sind nicht der Rede wert, weil unsere Technik hier blitzschnell reagiert.

An welchen Stargast haben Sie besonders positive Erinnerungen?

Peter Jurasik aus Babylon 5. Als großer Fan der Serie war ich in seinem Panel auf der FedCon 2008 und hier habe ich zum ersten Mal gesehen, wie schnell ein wirklich guter Schauspieler „einen Schalter umlegen kann“ und zu dem Charakter wird, den er gespielt hat. Peter Jurasik war in Babylon 5 Londo Mollari, ein arroganter und nicht gerade der sympathischste Zeitgenosse. Auf der Bühne ist er kurz in diese Rolle geschlüpft und bereits am Gesichtsausdruck und ohne auch nur ein Wort zu sagen, sah ich plötzlich Londo Mollari und keine Spur mehr von Peter Jurasik. Das hat mich unheimlich beeindruckt.

Nach diesem Panel bin ich ihm noch kurz auf der Treppe begegnet, er hat mich in den Arm genommen und mir für meine Arbeit gedankt. So etwas bleibt besonders in Erinnerung. Auf späteren Cons haben noch weitere Stargäste meine Arbeit gelobt, sich für die PK bedankt usw., aber Peter Jurasik blieb mir einfach ganz besonders in Erinnerung.

Nun, da Sie bereits einige bekannte Schauspieler/Personen kennenlernen durften: Hat sich Ihr Verhältnis zu sogenannten „Stars“ verändert („Sie kochen auch nur mit Wasser“ vs. „Oh mein Gott es ist XY, fächert mirLuft zu!“)

Man wird gelassener, die Aufregung lässt – bis auf wenige Ausnahmen – nach. Für mich sind das ganz normale Menschen, der eine nett, der andere weniger.

Abseits von den Stars sind auch viele Fachleute verschiedenster Richtungen vertreten, die Workshops anbieten und Vorträge halten. WählenSie diejenigen grundsätzlich gerne selber aus oder könnenInteressenten/Leute, die „etwas zu sagen haben“ sich einfach bei Ihnen melden und ihren Vortrag oder Workshop anbieten? Welche Voraussetzungen sollten dafür erfüllt werden, wonach suchen Sie?

Die Leute bewerben sich bei uns mit Beschreibungen der angedachten Vorträge. Workshops gibt es auf der FedCon nicht, das sind jedoch wichtige Programmpunkte der RingCon und HobbitCon.

Diese Bewerbungen werden gesichtet und dann eine entsprechende Auswahl getroffen. Die Vielfalt ist hier wichtig, denn es macht keinen Sinn z.B. 3 Vorträge zum selben Thema anzubieten. Bewerben kann sich natürlich jeder, der eine Idee zu einem interessanten und vom Thema her zur Convention passenden Vortrag hat.

Welche Tipps würden Sie Conneulingen mit auf den Weg geben?

Auf der Con als erstes den Con Guide lesen. Darin sind wichtige Informationen über die Abläufe enthalten, sodass nahezu alle Fragen beantwortet werden.

Ansonsten einfach ins Getümmel stürzen und Spaß haben.

Und stellt euch darauf ein: Der Con-Blues wird ganz schlimm werden .

 

Die FedCon findet vom 21. bis 24 Mai im Düsseldorfer Maritim Hotel statt. Website | Facebook | Forum

Cosplay ist keine Einladung

Es erscheint mir wie ein Armutszeugnis, dass das überhaupt notwendig ist: Auf der nun gestarteten Comic Con in New York wurde eine Erklärung abgegeben und Banner aufgestellt, die den Besucher und Mitarbeiter an die simple Tatsache erinnern, dass jeder Mensch mit Respekt behandelt werden soll, ob er nun in einem „sexy“ Cosplay steckt oder nicht. Die Vergangenheit hat leider oft genug gezeigt, dass ein Cosplay für mancheiner einer Einladung gleichkommt, die betreffende Person (sexuell) zu belästigen. (Teilweise geht es sicher in Richtung Rape Culture – wenngleich glücklicherweise äußerst selten mit derart krassem Ausgang oder Intention.)

(…) Remember: Cosplay is not consent. Keep your hands to yourself. If you would like to take a picture with or of another NYCC Fan, always ask first and respect that person’s right to say no. When at NYCC, be respectful, be nice, be cool and be kind to each other. (…)

Damit folgt die Con in New York dem Beispiel etwa der Emerald City ComicCon und deren Anti-Harassment Policy. Etwas, das die größte Comic Con (San Diego) noch nicht allzu enst nehmen will.

Ich persönlich bin mir der Problematik nicht ganz bewusst, wie ich ehrlich gestehen muss. Vielleicht ist dies dem Umstand geschuldet, dass die Conkultur in Amerika eine andere ist, vielleicht liegt es auch einfach daran, dass ich zu wenige Cosplayer persönlich kenne und noch nie direkt mit Belästigungen oder fehlendem Respekt in Verbindung mit Cosplay in Kontakt getreten bin. Doch wenn bereits kurze Röcke, die ich ja selber gerne trage, als Einladung gesehen werden, wird dies bei einer „leicht bekleideten Elfe“ wohl noch prominenter sein. Oder auch bei männlichen Conans. Ja, ich bin mir sicher, dass auch manche Frau ihre Hände nicht bei sich lassen kann und auch männliche Cosplayer mitunter belagert und genervt werden.

Ich finde es jedenfalls sehr gut, dass etwas getan wird, denn dass Cosplayer mit Belästigungen etc. zu kämpfen haben, glaube ich aufs Wort. Ich hätte nur nicht gedacht, dass eine derartige Policy wirklich notwendig ist, ist das Problem wohl schlichtweg größer, als mir bewusst war.

Ist eigentlich jemand von euch ein Cosplayer und kann mir erzählen, wie das hierzulande mit Belästigungen, Übergriffen etc. auf Cons ist und wie die Cons ggf. darauf reagieren?

Bloggertreffen – so war’s

Yes! Da war es wieder! Das Treffen, das über 100 Blogger auf einem Platz zusammenfinden lässt. An die letzten Bloggertreffen habe ich gute bis großartige Erinnerungen und das gestrige steht dem in nichts nach. Gefeiert wurde dieses Jahr endlich wieder im Jugendpark. Auf der falschen Rheinseite zwar, aber immerhin hübsch an selbiger gelegen. Statistiken habe ich leider noch keine zur Hand, doch es waren mehr Blogger anwesend, als ich zählen wollte. Also mehr als 10.

Leider waren so viele Blogger anwesend, dass ich von jedem zweiten mehr oder minder ernst zu hören bekommen habe, dass ich sie oder ihn vernachlässige. Das tut mir wirklich, wirklich leid! Ich habe mit jedem von euch zu wenig geredet, das weiß ich, aber ich habe zumindest versucht, mit jedem ein paar Worte zu wechseln. Das Treffen war zu kurz bei gleichzeitig zu vielen Themen und tollen Menschen!

Da war bspw. wieder Mareike, meine persönliche AAA-Bloggerin. Oder Darya, die ich ohnehin viel zu lange nicht mehr gesehen habe. Die Thilos und Andy natürlich, Sebastian und Anni. Und Olli, dessen Blog unverschämterweise brach liegt. Endlich, endlich habe ich Torsten kennengelernt, den ich immerhin schon seit Jahren über’s Netz kenne. Ebenso NinaApfelkern und Karo Kafka, sowie Steph und Daniel. Ach ich sollte vermutlich zu jedem ein paar nette Worte dalassen, aber dann säße ich vermutlich noch morgen an dem Blogbeitrag und das möchte ich niemandem zumuten. Auch nicht meiner neuen Tastatur. Ich möchte auch gar nicht erst versuchen, alle aufzuzählen. Sorry. Das kann ich nicht und dann würde ich auch garantiert genau den einen vergessen, der sich davon auf den Schlips getreten fühlen würde. Auf den Schlips getreten bin ich gestern aber ohnehin einigen, meist aufgrund mangelnder Zeit. Und das als Zeitzeugin. Scheiße! Fühlt euch genannt, ihr Geek-, Lifestyle-, Fashion-, Beauty-, und Wasweißichnochblogger! Ihr wart toll!

Es gab Kickerturniere, Kleinfehden (I’m looking at you, Charles-biatch!), Musik, sehr gute Gespräche und rauchiges Starkbier. Und dubioses Vitaminwasser, das wie aufgelöste Gummibärchen geschmeckt hat. Es gab Beef unter Fashionbloggern, den ich nicht mitbekommen,  und Beef auf dem Grill, das ich wiederum sehr genossen habe. Ach ja, und übermäßig gut gewürztes Tofu natürlich. Am Ende bot ich zwei einsam herum irrenden, Berliner Bloggern  für den Rest der Nacht Asyl und konnte meiner Katze nach all den Jahren endlich einen Namen geben. Sagt hallo zu „Senf“. Wenn mir jetzt noch bitte einer sagen könnte, wie der ominöse Blog der Dame heißt, die als „Baumbloggerin“ in die Annalen eingehen wird, wäre ich wunschlos glücklich!

Du willst bspw. im nächsten Jahr auch mal dabei sein, ob als Leser oder Blogger, dann verfolge doch einfach die Facebook– oder Twitterseite des Bloggertreffens und bleib dort erstmal auf dem Laufenden.

Bamberg.jpgPirgofabrik.jpgWasserstoff.jpgSumiPirgo.jpgGeeks.jpgKafkakerne.jpgFlaschendrehen.jpgCaro.jpg

Blogger VS. Fremdenfeindlichkeit

Der Vorwurf, alteingesessene Blogger würden unbekannte und/oder fremde Blogger ausschließen, hält sich hartnäckig und wurde auch heute wieder laut. Dabei kann ich es persönlich nicht bestätigen. Zumindest nicht per se. Sowohl habe ich neue, mir fremde Blogger kennengelernt, als habe ich dies auch bei anderen beobachten können. Nicht, dass ich aktiv geforscht hätte. Sorry, mein Fernglas und mein Stalkernotizbuch habe ich gestern mal zu Hause gelassen. Auf jeden Fall fand definitiv ein Austausch statt.

fuckyouNatürlich: Wer alleine anreist und selber niemanden beim Treffen kennt, wird es schwierig haben, vor allen Dingen dann, wenn er eher schüchterner Natur ist. Doch bedenkt dabei, dass nur sprechenden Menschen geholfen werden kann. Traut euch! Sprecht Leute an! Auch ich habe mich zu mir völlig fremden Menschen gesetzt und geplaudert. Mit Mirella beispielsweise. Ich bin eigentlich keine Testblogleserin, werde bei ihrem Blog aber auf jeden Fall eine Ausnahme machen, einfach auch weil Mirella eine so coole Persönlichkeit ist! Und ja,ich rede „sogar“ mit Fashion- und Beautybloggern. Hat sich gelohnt! Auch Miss Layas Blog ist in meinen Feedreader gewandert.

Nein, ich will mich nicht als noble Samaritherin aufspielen, sondern aufzeigen, dass diese „Fremdenfeindlichkeit“ vielleicht auf Einzelne zugetroffen hat, aber nicht auf alle, denn ich stand damit längst nicht alleine da. Und letztlich habe nicht nur ich mich mit den beiden unterhalten, sondern sie sich im Umkehrschluss auch mit mir, obwohl ich auch nicht in deren Blogschema passe.

Die Teilnehmer des Bloggertreffens sind keine Unterhalter, die andere Leute an die Hand nehmen müssen. Manchmal setzt man sich natürlich zu jemandem, wenn der alleine herumsitzt, um mit ihm zu plaudern. Aber meistens ist man eben doch beschäftigt. Mit Diskussionen, Essen, lachen, Tischfußball zocken. Wir sind auch nur Gäste und möchten Kontakte knüpfen – oder bereits bestehende ausbauen. Das sollte legitim sein, zumal das Bloggertreffen oft die einzige Möglichkeit ist, mit seinen „Bloggerbuddies“ zu quatschen.

Da dieses Thema jedes mal aufkommt, könnte man vielleicht trotzdem versuchen, eine Lösung für die nächsten Jahre finden. Eine Art Patenschaft? Drei, vier „Alteingesessene“, die „die Neuen“ in das Treffen integrieren? Ganz im Ernst, da könnte ich mich gerne anbieten.

Insgesamt jedoch finde ich nicht, dass es einen geschlossenen, elitären Kreis gibt. Manchmal muss man sich als „Neuling“ auch einfach trauen, denn man kann nicht erwarten, dass der Gegenüber auch weiß, dass man sich verloren vorkommt. Von einer Bloggerin, die sich über diese Fremdenfeindlichkeit beschwert hat, habe ich bspw. ganz und gar nicht den Eindruck gehabt, dass sie sich ausgeschlossen fühlte: Sie war selber in einer Gruppe von vier oder fünf Leuten unterwegs, die sich sogar ganz bewusst abseits aufgestellt hatten. Beisst sich hier die Katze in den eigenen Schwanz?

Dass einzelne Leute abweisend reagieren, will und kann ich gar nicht leugnen, schließlich war ich nicht überall. Auch ist es klar, dass man bei so vielen Gästen nicht mit jedem klar kommt. Manchmal eckt eine Art von Humor an, manchmal die ganze Art einer Person. Das ist völlig ok. Man sollte es dann nur nicht auf die gesamte Veranstaltung beziehen.

Blogger VS. Livebands

Hochmotiviert zeigte sich die Orga in diesem Jahr. Neben diversen Getränken, Sponsoren und Schnabulierprodukten fanden sich auch einige Bands ein. Leider kamen sie nicht halb so gut an wie erwartet, was mir vor allen Dingen für die Bands selber sehr leid tat. Vor maximal 10 Leuten zu spielen – häufiger auch vor weniger – erscheint mir doch dezent bedauerlich. Bei Monkey on Fire habe ich gegen  Ende vorbei geschaut. Gute Musik, ging ins Ohr und ich hätte auch gerne dazu getanzt – aber alleine? Vor Bloggern, die am nächsten Tag Fotos meines ForeverAlone-Tanzes gebloggt hätten? Nope. ;)

Dazu muss ich allerdings auch sagen, dass ich die Integration von Livebands in ein Bloggertreffen als wenig sinnvoll erachte. Die meisten sind gekommen, um sich mit anderen Bloggern auszutauschen und nicht, um schweigend einer Band zuzuhören. Sorry. Auch wenn die Bands an sich ganz cool waren, gehören sie für mich einfach nicht auf solch eine Veranstaltung. Da hätte ich lieber in eine klassische Anlage investiert. Denn dass später nur noch Musik aus unseren Handys gelaufen ist, fand ich auch nicht so berauschend.

Mein Fazit

Trotz dieser Negativpunkte war es ein für mich rundum gelungener Abend! Ich hatte Spaß, habe viel und gut gelacht, habe endlich alte Gesicht wiedergesehen und neue kennengelernt. Die Orga – vielen Dank an Natascha, Andi und Florian – hat echt gute Arbeit geleistet! Ich freue mich aufs nächste Jahr. Auf Fashionblogger, fremde Menschen und Freunde.

Gamescom: Erste Eindrücke

Das obige Foto suggeriert: Einer schläft mehr als der andere. Teilweise mag das auch stimmen, denn trotz Fachbesuchertag der gamescom waren einige Schlangen nicht gerade kurz und über viele Minuten hinweg nahezu unbeweglich. Kein Wunder, dass die dortigen Besucher nicht allzu enthusiastisch wirkten.

Ganz so katastrophal war es im Gesamten natürlich nicht. Obwohl ich den heutigen Tag wirklich primär damit verbracht habe, mir die Spiele anzusehen und mit Gästen über eben jene Spiele zu plaudern, konnte ich doch schon überwiegend positive Eindrücke sammeln. Von den lärmenden Hallen, den aufgeregten Menschen und der Mannigfaltigkeit der dargebotenen Spiele an sich. Das schnatternde Miteinander, die vielen glücklichen und enttäuschten Gesichter nach dem Verlassen einer Präsentation und natürlich der Spaß in den Augen, wenn gerade etwas angezockt wird. Manches wiederholt sich, anderes ändert sich. EA ist noch immer genauso laut wie eh und je, die Bereiche der einzelnen Spiele sind wie immer blickdicht abgeschottet, dafür jedoch fehlt mein Roccaaaaat-Tinnitus im linken Ohr.

Die gamescom ist ein ganz eigenes Ländchen voller Wunderlichkeiten. Wer hätte gedacht, dass Gamer so kommunikativ sein können? RTL sicher nicht. Und doch ist und bleibt kaum jemand alleine. Selbst ich – ihr wisst, ich bin unfassbar schüchtern! – habe mir einen NPC angeln können, nachdem wir beide in der Evolve-Schlange zwei Quickpässe geschenkt bekommen und den Rest des Nachmittags glückstrunken gemeinsam durch die Gänge gegangen sind. Plötzlich waren die Schlangen auch gar nicht mehr so lang.

Dank der großen Vielfalt an Spielen ist auch in diesem Jahr für jeden etwas dabei[/generischer Werbetext]. Konzentriert habe ich mich heute natürlich auf meine persönlichen Spiele von Interesse. Ob ich die Präsentationen und/oder das Gameplay lohnend genug finde, sich dafür längere Zeit in eine Schlange anzustellen, erzähle ich euch jetzt:

  • The Witcher 3: Wild Hunt von CD Project Red war mein erstes, angesteuertes Spiel. Zwei sympathische Herren zeigten uns Geralts Jagd auf einen Greifen, sowie einen kleinen Stadtrundgang. Das Gameplay sieht definitiv nett aus, das Fährtensuchen mithilfe Geralts besonderer Sinne scheint gut gelöst und auch die blutigen Zerstückelungen der Körper ist ganz nach meinem Geschmack. Ein zögerliches Lachen ging durch die kleine Menge Schaulustiger, als der nette Entwicklermensch meinte, dass Geralt auch in diesem Teil wieder „ganz besondere Belohnungen“ erwarten kann. Alles in allem eine gelungene Präsentation eines Spieles, die man sich definitiv antun kann, wenn man zumindest ein bisschen mit Geralt liebäugelt; zumal man das investierte Herzblut wirklich herausgehört hat.
  • Dead Island 2: Das letzte Mal einen Nicht-N64-Controller in der Hand gehalten habe ich vor ein paar Jahren. Zu erwarten also, dass ich die erste halbe Minute des Anspielens damit verbracht habe, fröhlich gegen Wände zu hampeln und meilenweit an Zombies vorbeizuschießen. Dann jedoch hat es nicht nur erstaunlich gut geklappt (Stolz muss ich berichten, dass mein Zombiekillcounter weit über dem der anderen ~10 Spieler in meiner Reihe lag! Vielleicht habe ich ein Minus vor der Zahl übersehen? Hm.), es hat auch weniger erstaunlich verdammt viel Spaß gemacht. Klar, es ist kein Meilenstein, denn gehackt und geslayt hat man immer mal wieder und auch die Optik ist nichts, was einen davon träumen lässt. Das ist allerdings auch gar nicht der hier geltend gemachte  Anspruch. Dead Island 2 anzuzocken hat mich aus einem kleinen Mittagstief heraus gerettet!
  • Dragon Age: Inquisition: 1,5 Stunden stand ich an und wenn man in das kleine Räumchen hinein blickt, wird auch klar, wieso: Es sind gefühlt drei Plätze vorhanden. Vielleicht auch vier. Komma fünf. Ist man erst einmal im viel zu bequemen Kinosessel versunken, fällt es schwer, die Augen offen zu halten bei dem, was sich bietet. Ein irgendwann einmal aufgenommenes, englisch untertiteltes, in meinen Augen recht fades Gameplay, das sehr bemüht auch auf deutsch vorgelesen wird. Ja, der EA-Mitarbeiter war sympathisch, doch konnte er über die vielen unfreiwillig komischen Szenen nicht hinweg täuschen. „Oh! Na da bin ich ja mal gespannt, was wir da jetzt wohl finden werden!“ Vorgelesen. Vor einem tagealten Gameplay. Vielleicht lag es auch daran, dass mich die Szenen an sich nicht gepackt haben. Irgendwelche Charaktere waten durch sumpfige Einöde, bekämpfen nebenbei stöhnende Untote, um am Ende… was war es doch gleich? Ach ja, um irgendwelche Freunde oder Bekannte zu retten. Ihr seht, es kam bei mir einfach nicht an. Leider. Ich bin nämlich nach wie vor so begeistert von den Trailern. Die Präsentation allerdings muss man sich nicht antun. Den neuen Trailer natürlich schon. Bitteschön.
  • Evolve: Nie was davon gehört – sofort verliebt! Ein Koop-Shooter, bei dem bis zu 4 Spieler die mehr oder minder menschlichen Jäger, und ein Spieler das zu bekämpfende Monster, den Endboss, spielt. Einer gegen vier! Nach dem Video, das uns gezeigt wird, bekommen wir Bändchen, das zeigt, welcher Klasse wir angehören oder ob wir gar das Monster spielen dürfen. Ich hatte kaum Zeit, enttäuscht über mein tristes Dasein als Supporter zu sein, da wurden wir schon vor die wunderschönen Tastaturen und Bildschirme gesetzt und konnten uns einloggen. Hell yeah! Das war ein wunderschönes Gameplay! Es hat wirklich irre viel Spaß gemacht und ich kann jedem empfehlen, sich genau dort in die Schlange zu stellen! Das Bändchen darf man übrigens behalten. „Supporter“. Pf. Morgen stelle ich mich erneut an und hole mir das besser zu mir passende Monster! Hier übrigens die Map Gameplay Demo.
  • Risen 3: Titan Lords: Hihi. Verzeihung, doch ich habe wirklich Minuten damit vergeudet, mich vor eine Wache zu stellen und meinen Säbel abwechselnd zu zücken und wieder einzustecken. Nicht nur ist das Emote dazu unheimlich possierlich, auch die Sprachausgabe ist super. Vermutlich wird niemand mein Amusement verstehen, aber… seht es euch einfach an! Anstellen musste man sich dafür heute nicht. Es waren 6 PCs aufgestellt und fertig. Nichtsdestotrotz spielt es sich flüssig und nett, auch wenn das nach keinem Titel aussieht, den ich mir holen würde.
  • Borderlands: The Pre-Sequel: Auch nett. Sofort nach der Schlange findet man sich vor einem Bildschirm wieder und darf das tun, wofür man eigentlich hier ist: Zocken. Ich liebte meinen Charakter – damn it! Leider vergessen, welcher Klasse sie angehörte! – und ihre präzisen Headshots. Es spielt sich nicht groß anders als der Vorgänger, sieht jedoch ähnlich hübsch aus. Für jemanden, der nach Borderlands dürstet, ist es sicher wert, dafür Schlange zu stehen. Ein wenig vermisst hatte ich ein vorangegangenes Video dennoch. Irgendwie.  Hier der Last Hope Trailer.
  • Destiny: Hat vermutlich jeder 2. schon in der Beta gespielt. Ich nicht, daher fand ich es sehr interessant, vor Release nochmal reinschnuppern zu können! Hat mich wider Erwarten absolut kalt gelassen, was vielleicht auch am Controller gelegen hat, ich PC-Kind. Dennoch: Die Trailer wirkten so episch, so dicht, so wunderbar gänsehautheischend! Und das Gameplay? Meh. Ein Shooter eben. Das ist absolut nicht schlecht, ich mag Shooter! Aber… hm. War vielleicht auch nur ein zu kurzer Ausschnitt und eine zu dubiose Map für mich.

Ihr seht, es gibt viel, das sich anzuspielen lohnt. Leider war der Tag nicht lang genug, als dass ich mehr, auch die kleineren Spiele, hätte anzocken können, doch wofür gibt es weitere gamescom-Tage? Eben. Letztlich sind es auch nicht unbedingt die Spiele an sich, die paar Minuten Trailer oder Gameplay, die den vollen Reiz des gamescom ausmachen. Es sind die Menschen. Wegen des Flairs und wegen der kollegial-kameradschaftlichen Atmosphäre gehe ich auch morgen wieder sehr gerne dorthin und freue mich jetzt schon wie ein kleines Schokoladenschnitzelchen!

Kommende Gamescom-Artikelchen werden zum Teil präziser auf die einzelnen Spiele eingehen und zum anderen Teil die Besucher an sich näher beleuchten.

Und ihr? Wart ihr dort? Was hat euch besonders gefallen, was nicht? Und wenn ihr noch vorhabt, dort aufzutauchen: Worauf freut ihr euch besonders?

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