1. 18. September 2016 | Veröffentlicht unter Rollenspiel, rund um Rollenspiele.

    RPG-Blog-O-Quest #012 – Geld

    Von

    Greifenklaue fragt: Wie sieht’s eigentlich mit den Ausgaben für euer Rollenspielhobby aus? Und da ich natürlich antworten muss, wenn mich jemand etwas fragt (Dammit! Irgendjemand hatte mich vor ein paar Wochen getaggt, wer von euch war das nochmal?!) , ist es mir auch hier eine Freude, dies zu tun.

    Wie groß ist Dein durchschnittliches monatliches Rollenspielbudget?

    0€. Wirklich rein gar nichts. Es sei denn, man zählt die Kosten für Bleistifte anteilig dazu. Dann belaufen sich meine monatlichen Ausgaben auf ebenso geschätzte wie unglaubliche 0,003€. Ja, das Hobby ist un-glaub-lich teuer für mich. Mir bedeuten Rollenspielsysteme nichts (mehr). Alles, was ich diesbezüglich besitze, habe ich entweder geschenkt bekommen oder mir im zarten Unterstufenalter gekauft. Hintergrundbücher, andere Systeme – brauche ich alles nicht. Letztlich würden mir auch Stift, Papier, drei Werte, ein selbst ausgedachtes System und meine Fantasie vollkommen ausreichen. Kreatives Erzählrollenspiel > Sklavisches Würfelwertesystem.

    Wieviel gibst Du typischerweise für eine Sitzung aus und wo ist Deine Schmerzgrenze (z.B. für Essen, Knabbereien, Trinken, Anfahrt, Material)?

    Da ich mit meinem Semesterticket in ganz NRW kostenlos herumfahren kann, belaufen sich meine Fahrtkosten auf 0€. Das Essen, was ich während einer Session vertilge, würde ich so oder so essen, eventuell kämen dann noch ~5€ für zusätzlichen Knabberkram (meist Nüsse) und Getränke hinzu. Aber sonst… ? Da fällt mir nichts ein.

    Für welche Art von RPG-Gimmicks würdest Du Geld ausgeben (z.B. im Rahmen eines Kickstarts, vielleicht magst Du aber auch die DSA-Notizbücher oder Cthulhu-Plüschies)?

    Momentan für keines – vielleicht noch für die uralte DSA-Meistermaske, damit ich eines der nächsten (Fate-)Abenteuer stilecht hinter meinem Meisterschirm leiten kann. Cthulhu-Plüschies fallen für mich auch eher unter Buch-Merchandise. Das, was ich besitzen möchte, besitze ich längst: Eine große Aventurienkarte, eine Vielzahl an Würfeln und … ja. That’s it. Ich bin eine schlechte Rollenspielerin. :/

    Bei DSA oder Earthdawn gab es zuletzt drei unterschiedliche Ausgaben: die saugünstigen Sparausgaben mit wenig Illus, die Normalausgabe und die teurere Sammlerausgabe, z.B. in {Pseudo}-Schlangenleder für Earthdawn. Welche Art Ausgabe bevorzugst Du für Dein Lieblingssystem, welche für ein System, welches Du mal eben ausprobieren möchtest? Und wo wir gerade dabei sind: Numenera hat es vorgemacht … Box oder Hardcover? Oder ganz anders?

    Mal sehen, ob ich die Antwort derart gestreckt kriege, dass ich sie länger als die Frage gestalten kann! Illustrationen finde ich immer nett, aber „Schlangenleder“ muss es für mich wirklich nicht sein. Mir reicht ein schlicht, aber schön gestaltetes Büchlein. Egal, ob es sich um mein Lieblingssystem, oder irgendein XY-System handelt. Zum „eben ausprobieren“ würde ich mir etwas ausleihen oder besser: Es direkt auf einer Con spielen. Dafür sind die ja auch da. Irgendwie. Boxen finde ich praktisch und hübsch, Hardcover mag ich grundsätzlich nicht, weder bei Rollenspielbänden, noch bei normalen Romanen. Softcover kann man einfach besser knicken und sind meiner Erfahrung nach langlebiger und robuster.

    Spendenaktionen im Rollenspiel, egal ob die Ulisses-Charity auf der Ratcon {viaNandurion}, das Bundle of Holding oder Spendenbundle bei DriveThru / RPG Now – wie stehst Du dazu?

    Öhm… ich stehe dem grundsätzlich positiv gegenüber, warum auch nicht? Allerdings spende ich dort aktiv nicht mit. Ich spende bereits andernorts und da ich ohnehin nichts mehr für das Hobby ausgebe, habe ich dafür persönlich keine „Verwendung“.


    Ihr seht also: Mein persönliches Hobby:Rollenspiel ist wirklich überaus günstig. Jawohl! Und ich betreibe es trotzdem noch!

    Würde mir die Aktualität „meines“ Systems wichtig sein, würde ich also auf den Kauf neuer Regelbücher etc. angewiesen sein, sähe das sicher anders aus. So allerdings habe ich einfach schon alles, was ich brauche.


  2. 30. Juni 2016 | Veröffentlicht unter Gaming, Rollenspiel, rund um Gaming.

    Was macht eine gute Rollenspiel-Figur aus?

    Von

    Gestern habe ich noch über die eher flachen Archetypen gesprochen, heute soll es in einen anderen Bereich gehen – den der „guten“ Figuren. Doch was heißt „gut“ in diesem Zusammenhang? Spontan käme mir Folgendes in den Sinn: Die Figur sollte „echt“ wirken, tiefgründig sowie vielschichtig und in sich schlüssig sein. Man sollte ihre Beweggründe und ihr Handeln nachvollziehen können. Ihr sollte Leben eingehaucht worden sein. Oder anders: Wann wird eine Figur zu einer Person?

    Creative Director Mike Laidlaw und Lead Writer Patrick Weekes von BioWare sind der Frage in einem Video nachgegangen und ziehen Solas aus Dragon Age: Inquisition und Mordin aus Mass Effect als Beispiele heran. (A.k.a.: Spoilers inside!)

    Die wichtigsten Aussagen fasse ich mal kurz zusammen: 

    • Die Figur sollte lebendig wirken. Mit Träumen, einer Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, Ängsten, vielleicht einer Familie. Sie sollte wirken, als würde sie auch außerhalb des Kontextes des jeweiligen Spiels tatsächlich existieren können. Mit all diesen Informationen im Hinterkopf beginnt man als Spieler, sich um diese Person zu kümmern – und ein etwaiger Verlust derselben lässt einen emotionaler zurück. „Captain. Redshirt Nr. 54 ist tot.“ vs. „Karl-Heinz ist tot! Er wollte doch eine Schmetterlingsfarm gründen und ach, wie hat er immer so gefühlvoll über seine Frau gesprochen! Was die wohl dazu sagen wird …?“
    • Kontraste sollten vorhanden sein; Antagonisten, Trauer im Kontrast zur Freude, Rückschläge, die einen Triumph intensiver erleben lassen. Eine Figur, die einem egal ist, die einen bar jeglicher Emotionen zurücklässt, bleibt grau. Auch wenn es bedeuten kann, dass die Figur gehasst oder verachtet wird. Das ist völlig ok. Wesentlich besser so, als gar keinen Bezug zu finden. in dem Fall hätten die Autoren versagt.
    • Auch oder gerade bei moralisch fragwürdigen Ansichten ist es doch sehr von Vorteil, diese in sich schlüssig darzustellen und mit der Person und deren Charakter zu verknüpfen. Stichwort Plausibilität.

    Dem kann ich mich anschließen. Romane erfordern natürlich andere Techniken und Vorgehensweisen als ein Videospiel – alleine schon, weil die interaktive Komponente fehlt – doch diese Punkte sind mir bei meinen Protagonisten und Nebenfiguren gleichermaßen essentiell. Ich finde es immer spannend, wenn andere Schaffende über solche Themen sprechen, daher möchte ich euch das kurze Video einfach empfehlen.


  3. 3. Juni 2016 | Veröffentlicht unter Rollenspiel, rund um Rollenspiele.

    Blogstöckchen: 11 Fragen

    Von

    Tjaa ich wurde getaggt. Und da ich heute wieder mal meinen freundlichen Tag habe, beantworte ich die mir gestellten Fragen natürlich auch. Ich bin so gütig. Es geht um Rollenspielwelten, mein eigenes imaginäres Videospiel und das nerdigste Objekt, Subjekt oder Prädikat in meiner Wohnung. Tadaa:

    In welcher Rollenspielwelt würdet ihr gerne mal selber als Person auf Erkundungstour gehen?

    In der Welt des Schwarzen Auges. Nicht, weil sie so unfassbar kreativ und aufregend wäre – sondern weil dort mittlerweile derart viele Spielercharaktere von meinen Gruppen herum kreuchen dass ich mindestens einem von ihnen über kurz oder lang begegnen müsste. Und das wäre großartig. Oder, sagen wir: Zumindest interessant. Aventurien ist zumindest der fiktive Kontinent, auf dem ich die meiste Zeit verbracht habe und dementsprechend viel mit verbinde.

    Gibt es irgendein Charakterkonzept, von dem ihr sagen würdet „Das kann ich nicht spielen“?

    Kurz und knapp: Nein. In meiner immerhin zwanzigjährigen Rollenspielerlaufbahn habe ich etliche Konzepte gespielt, so viele, dass ich nicht sagen kann, welches ich noch nicht ausprobiert habe. Prinzipiell kann ich alles darstellen bzw. probiere mich einfach gerne aus – manchmal hapert an an meiner derzeitigen Stimmung oder an der Gruppe. Boron-Geweihte etwa kann man in einer Gruppe, die IC wie OOC atheistisch unterwegs ist und eher weniger „echtes Rollenspiel“ betreibt, vergessen.

    PC oder Konsole?

    Rollenspiele und Adventures lieber am PC, alles andere auf der Konsole. Rennspiele bspw. könnte ich mir auf einem PC nicht vorstellen – ich brauche den Controller, der mir das Lenkrad ist.

    Nehmen wir mal an, ihr hättet das Geld, die Zeit und die Ressourcen und ihr könntet euer eigenes PC-/Konsolenspiel erstellen: Wie lautet der Titel und worum würde es gehen?

    „I’ll kick your ass“: Ein Rollenspiel-Beat ‚em up. Man spielt einen selbst erstellten Menschen auf der Suche nach dem Sinn des Lebens. Lakritze ist eine Power Up, das Blut spritzt in roten Fontänen und es wird an jeder Ecke geflucht. Sowohl als Single- als auch Multiplayer spielbar. Außerdem kann man auf Nashörnern und Hühnern reiten und auf Gummipuppen durch die Straßen cruisen. Das wird der Renner, ich sags euch!

    Nutzt ihr Cheats? Wenn ja, warum?

    Nur bei Sims und Age of Empires. Gründe: Bei den Sims wird das reguläre Spiel nach knapp 25,54 Minuten langweilig. Mit dem ercheateten Geld kann man dann zumindest eine lustige Villa bauen und die Sims am Ende dort einmauern. Bei Age of Empires mag ich einfach „Bigdaddy“ sehr gerne. Hey! Ein schwarzes, cooles Auto, das durch die antiken Armeen rast! Hurra!

    Habt ihr ein PC-/Videospiel schonmal nicht durchgespielt? (weil es zu schwer war oder ihr nicht weitergekommen seid etc.). Welcher Titel war das?

    Sicher. Etliche. Viele höre ich mittendrin auf, da sie mir zu fad werden. Zu schwierig fand ich bislang noch kein Spiel – obwohl, doch! König der Löwen auf dem Gameboy! Das habe ich bis heute nicht durchgespielt. Außerdem: Skyrim und The Witcher 3. Die beiden letztgenannten werde ich wahrscheinlich eines Tages durchspielen, ich habe da keine Eile und genieße einfach nur das Gameplay und die offenen Welten.

    Du hast zwei Stunden Zeit, um eine Rollenspielsitzung mit totalen Neulingen vorzubereiten. Welches System würdest du wählen?

    Fate to Go: Simpel, schnell, auf alle Settings übertragbar.

    Du darfst 100 Euro im Rollenspielladen deines Vertrauens verjubeln: Was würde in deinem Einkaufskorb landen?

    Kein Rollenspiel, sorry. Ich habe Fate. Das reicht mir. Systeme sind mir un-sag-bar egal geworden. Wichtig sind mir die Mitspieler und das Setting. Und das kann man sich selber ausdenken. Was würde ich also kaufen: Comics. In jedem Rollenspielladen gibt es Comics.

    Was ist das nerdigste, was man in deiner Wohnung findet?

    Mich.

    Wenn du in die Vergangenheit reisen könntest, wovor würdest du dein ahnungloses Vergangenheits-Ich bewahren wollen?

    „Vergangenheits-Guddy, stop! You no take candle!!!11“ Oder auch: „Blöde Kacknoob-Guddy, hör mir jetzt mal ganz genau zu: GENIEßE DEINE FUCKING JUGEND!“

    Hast du einen bevorzugten Charaktertypus im Rollenspiel? Was für Eigenschaften hat dieser?

    Krieger. Ich habe ein riesiges Herz für Krieger! Gerne mit einer dezenten Arroganz gepaart, kein stumpfer Haudrauf.

     

    Ich tagge

    Mareike, Steph, Pi und Sarah mit folgenden gar wunderbaren Fragen:

    1. Welche Superheldenfähigkeit hättest du gerne?
    2. Gibt es etwas im Leben, das du bereust?
    3. Wie würdest du dich stylen, wenn es keine gesellschaftlichen Normen und „Vorgaben“ gäbe? Oder bist du da jetzt schon so frei?
    4. Du bist ein Fußboden. Wie fühlst du dich dabei?
    5. Hast du ein Vorbild? Wenn ja, welches?
    6. Bist du stolz auf dich?
    7. Welche spitzohrigen, fiktiven Wesen sind dir am liebsten?
    8. Stell dir vor, es gibt Einhörner. Würdest du eins besitzen wollen?
    9. Welches Geek-Artefakt würdest du gerne besitzen?
    10. Welche griechische Gottheit wärst du am liebsten?
    11. Was ist dein Lieblingsparasit?

  4. 30. Mai 2016 | Veröffentlicht unter Rollenspiel, rund um Rollenspiele.

    Eure ersten Heldenbögen

    Von

    Neulich hatte ich ja gefragt, ob ihr noch euren ersten Heldenbogen besitzt. Häufigste Antwort:“ Nein. :( Aber ich habe einen gefunden, der fast so alt ist wie der erste!“ Aus dem traurigen Smiley lernen wir: Konserviert die ersten Heldenbögen eurer Kinder und Rollenspieljungfrau-Freunden! In dreissig Jahren werden sie euch dankbar sein, wenn ihr ihn auf der 40. RPC feierlich überreicht!

    2013 hatte ich übrigens nach dem häufigsten Einstiegscharakter gefragt und aus der Umfrage eine kleine Statistik gebastelt, deren Auswertung ihr hier sehen könnt. Die häufigste Spezies/Klassen-Kombination war demzufolge Mensch/Magier. Bei den hier nun eingesendeten Heldenbriefen steht eher der menschliche Krieger im Mittelpunkt. Ebenfalls auffällig: Ihr habt fast alle eine Sauklaue, ihr Ferkel! (Womit wir allerdings sooo viel gemeinsam haben!) Aber seht einfach selbst:


  5. 23. Mai 2016 | Veröffentlicht unter Rollenspiel.

    RPC – Treffen, anyone?

    Von

    Kaum wird es wärmer, sprießen sie alle aus dem Boden: Blümchen, schwitzende Bahnfahrer und Conventions. Hurra! Gut, hören wir lieber auf, schwitzende Pendler zu bejubeln, schließlich steht etwas ganz anderes an. Die RPC, die Role Play Convention, die kommendes Wochenende in Köln ihre Tore öffnet und Fantasy-, Rollenspiel-, und überhaupt Begeisterte einlädt. Wie die Jahre zuvor gilt es nicht nur, ein Fandom oder Genre abzudecken, sondern allen gleichermaßen irgendwie entgegen zukommen.

    Lesungen, Poetry Slams, diverse Spielerunden, Schaukämpfe, Cosplays… ja, es wird viel geboten. Ob die RPC aber auch wirklich spaßig wird? Das werde ich sehen. Und ihr vielleicht auch. Falls ihr also am Samstag zugegen sein werdet, sagt Bescheid, dann kann man sich sicher auf ein Wikingerbluth vor oder in den Hallen treffen! Ich habe leider auch den Überblick verloren, welche Blogger vor Ort sein werden. Außer Thilo natürlich. Hurra!

    Edit: Ach wisst ihr was? Samstag, 16 Uhr Treffen draußen vor dem Stand mit dem Met! Sonst wird das ja eh nie was mit dem Treffen! Und: ich beiße nicht, also braucht man nicht schüchtern zu sein!

    Mehr Infos zur RPC findet ihr entweder auf der offiziellen Website oder natürlich auch in meinem Erlebnisbericht von 2015.


  6. 19. Mai 2016 | Veröffentlicht unter Rollenspiel, rund um Rollenspiele.

    Zeigt eure ältesten Heldenbögen!

    Von

    Vor ein paar Monaten habe ich einen alten Rollenspielcharakter wiederbelebt: Meine halbelfische Taugenichtsin Adsiniliya Wüstenschnee. Heldenrecycling, sozusagen. Warum? Weil ich schlichtweg Lust auf diese Figur habe, die mir auch nach all den Jahren – 20 Jahre sind es nun her – noch immer die liebste ist. Natürlich habe ich zu diesem Zweck nach jenem prähistorischen ersten Heldenbogen gesucht… und leider nicht gefunden. Wie so viele Dinge sind auch meine alten Rollenspieldokumente über die Jahre und Umzüge verloren gegangen.

    Das ist so unglaublich schade, erzählen sie doch von unzähligen, aufregenden, lustigen, epischen Abenden mit Freunden! Hinter jeder Kritzelei steckt eine Geschichte, jede Radiergummiorgie wird vom Papier lebenslänglich gebannt und jeder Stufenanstieg kann zumindest teilweise noch hier oder dort nachvollzogen werden. Zumindest sind es Zeugnisse aus einer anderen Zeit! Schade, dass ich sie nicht besser archiviert habe.

    Zrasi

    Erhalten geblieben ist kein einziger aus den Jahren 1995-2010, dafür jedoch immerhin das „Hintergrundheftchen“ meines zweiten RP-Helden Zrasiramasas. Es dürfte aus dem Jahre 2001 stammen, als ich die Figur für die damals neu erschienene vierte Edition adaptiert hatte. Wirklich gebraucht habe ich diesen Hintergrundbogen allerdings nicht, weshalb er trotz der seitdem vergangenen Zeit noch recht jungfräulich aussieht.
    ShivannahaMein ältester noch existenter Heldenbogen wurde auf irgendeiner Feencon vor einigen Jahren für Deadlands erstellt. Vielleicht 2011? An die zugehörige Figur, die Büffellady Shivannah, kann ich mich noch ziemlich gut erinnern. Eine raubeinige Frau, die mit einer alternden Kuh durch den Wilden Westen zog und ihr Geld mit der Fotografie verdiente und mit der Silberbüchse verteidigte.

    ShivannahbGanz dezent erkennt man: Ich kritzel gerne in meinen Unterlagen herum. Ich mag es, wenn es benutzt aussieht, mit „clean“ kann ich hierbei nichts anfangen. Meine Heldenbögen brauchen Charakter! Oder so.

    Zeigt eure Heldenbögen

    So spannend finde ich meine eigenen Heldenbögen natürlich nicht, zumal sie auch nicht so fürchterlich alt sind. Dabei habe ich Archäologie studiert! Ich würde gerne alte Bögen ausbuddeln! Daher meine Frage/Aufforderung an euch: Zeigt doch mal eure eigenen, längst vergangenen Charakterbögen, gleich welchen Systems! Vielleicht habt ihr sogar noch euren allerersten zur Hand? (Falls ja: Dies hier ist mein neidisches Gesicht  ) Ihr könnt sie mir gerne per Mail schicken oder auf Twitter und Facebook hochladen. Die Bilder würde ich dann – mit Quellenangabe – in einem neuen Beitrag zeigen bzw. einbetten.

    Mein aktueller Heldenbogen ist übrigens ziemlich bunt.

    Aktueller Heldenbogen Ja. Leider DSA ;)

    Ein von Guddy (@zeitzeuginguddy) gepostetes Foto am

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  7. 16. April 2016 | Veröffentlicht unter Rollenspiel, rund um Rollenspiele.

    Würfeln – wann und wie oft?

    Von

    Würfel sind in vielen Rollenspielsystemen* unverzichtbar – ob als D20, D4, D12 oder gar D100. Talent- oder Eigenschaftsproben werden gewürfelt, ganz zu schweigen von den Kämpfen, die in dieser oder jener Gruppe zu wahren Würfelorgien ausarten. Der Würfel ist so manchen Spielers größtes Heiligtum, entscheidet er doch über den weiteren Fortbestand des Charakters: Glück oder Unglück, Sieg oder Niederlage, personifizierte Awesomeness oder Würstchen. Es kann um Leben und Tod gehen! So verwundert es nicht, dass nicht wenige zu Würfelaberglauben neigen.

    Doch wie oft sollte überhaupt gewürfelt werden? Bei jedem Hüpfer über eine Pfütze? Oder erst, wenn es hart auf hart kommt und es darum geht, ob Held XY den Pfeil nun genau ins Auge des Zyklopen schießen kann oder doch nur ins linke Nasenloch? Wie so vieles ist das geschmacks- bzw. typabhängig. Dennoch schadet es nicht, ein paar Möglichkeiten des Vorgehens vorzustellen und natürlich dann auch von euch zu erfahren, was ihr präferiert!

    *und um genau jene geht es mir hier natürlich. Nicht gemeint sind Systeme, in denen solch eine Fragestellung überhaupt nicht relevant ist.

    Schicksalsspiel

    Hier wird so gut wie jede Entscheidung, die über einen Pups hinausgeht, von den Würfeln getroffen. Das Schicksal und die bloßen Talente entscheiden; es ist ein Zufallsspiel, bei dem man sich schier ständig vor Patzern (der allseits beliebte Patzer beim Zähneputzen, bei dem aus Versehen das Auge gepflückt wird) fürchten muss.

    Vorteile

     Man bekommt nicht so leicht das Gefühl, als seien die Talente nur zur fragwürdigen Zierde des Charakterblattes vorhanden. Nein, sie werden auch eiskalt benutzt! Zudem wohnt man dem Spiel mehr als Beobachter bei, da das meiste fremdbestimmt wird – bishin zu den Ängsten, ob jene hervortreten oder eben nicht. Gerade „Powergamern“, die ich hiermit in keinster Weise schlechtreden will, ist das Schicksalsspiel zu empfehlen: Der Fokus liegt schneller auf den Kämpfen, die Würfel um Würfel geführt werden, auf bloßem Skill.

    Nachteile

    Ich für meinen Teil würde mich bevormundet fühlen und oft leidet das Rollenspiel unter dem dauernden Gewürfel,  wird auf Werte, Zahlen und Fakten reduziert und das Rollenspiel nicht selten dadurch ersetzt. Warum noch groß beschreiben, was man tut, wenn der Würfel es einem schon sagt? Würfelt man tatsächlich alles aus, vom kleinsten Flirt mit dem Stallburschen über einen Sprung über die ein Schritt hohe Mauer bishin zu dem Schlag ins Gesicht eines Gefesselten, kann es sich auch insgesamt ziehen und die Ergebnisse wider der gelungenen Dramaturgie sein. Gerade auch Kämpfe können so zu extrem langen Aktionen verkommen, in dem nicht der Kampf an sich, sondern nur die Schadenspunkte zählen.


    Das Erzählspiel

    Der Fokus liegt ganz klar auf den Worten; Würfel werden nurmehr bei haarigen Situationen und in Momenten inhaltlich größter Spannung benutzt. Hier redet sich nicht nur der Meister, sondern reden sich auch die Spieler den Mund fusselig. Gesellschaftswürfelproben werden durch das eigenen Können ersetzt, die Entscheidung, ob es gelingt oder nicht, trifft der Meister je nach Situation und/oder der Kraft der Worte des Spielers. Oft wird ein guter Erzählstil durch gelungene Aktionen des Charakters belohnt.

    Vorteile

    Lagerfeueratmosphäre wird gefördert, man webt gemeinsam an einer Geschichte, in deren Mittelpunkt nicht Werte, sondern Spannung und tatsächliche Vorstellungsgabe stehen. Die Erzähltiefe ist dichter. Von Nöten ist hier allerdings ein recht großes rollenspielerisches Können, was mMn. auch impliziert, dass der Spieler seinen Charakter nicht als Helden, sondern als Menschen/Wesen mit Fehlern betrachtet. Eine Art gedachter Realismus: ist es realistisch, dass mein Char es unter diesen Umständen schafft bzw. wie stehen die Chancen? Das direkte Zusammenspiel zwischen Spielern und jenen zum Spielleiter ist hierdurch gefördert.

    Nachteile

    Die Spannung könnte auf der Strecke bleiben, da das Fremdbestimmte schlichtweg gänzlich fehlt. Natürlich könnte man seine Figur auch selber über eine Klippe plumpsen lassen, doch ist das nur halb so dramatisch wie ein Würfelwurf, der das Schicksal besiegelt hat. Die Fassungslosigkeit, die einen ereilt wenn man bei einem wichtigen Wort auf den gar schröcklichen Patzer sieht, gehört rückblickend definitiv zu den einprägsamsten Dingen im Rollenspiel! („Weißt du noch… als ich damals bei der Schlafen-Talentprobe die drei 20er gewürfelt habe und meine Charakter aus dem Bett auf seinen Hamster gefallen ist? Hach ja… ♥ “ )


    Der Gemischtwürfelladen

    Entschieden wird je nach Lust und Laune, ob gewürfelt wird oder nicht. Manchmal nach System, andere Gruppen entscheiden es spontan. Hier ein vollständig ausgewürfelter Kampf, dort ein ausformuliertes Scharmützel. Und mittendrin die Würfel, die sich zwischendurch in den Pausen lustig miteinander unterhalten können. Ob Würfel in ihrer Freizeit wohl Kniffel spielen? Höchst wahrscheinlich.

    Vorteile

    Diese liegen ebenso auf der Hand wie die Würfel, bilden sie doch, ebenso wie die Nachteile, ein Gemisch aus den beiden vorherigen und befriedigt die Vorlieben beider Gruppen. Wo wir wieder bei Würfelorgien wären…

    Nachteile

    Ein nicht gänzlich geklärtes System dahinter könnte unter Umständen zu Zwist innerhalb der Rollenspielgruppe führen. „Mama, warum durfte er erzählen, während ich jetzt würfeln musste und überhaupt und sowieso?!“   Eine Klärung vorab bzw. die Suche nach einem gemeinsamen Nenner, auf den man sich später berufen kann, ist nicht nur hierbei ein immens großer Vorteil.


    Und mein Stil?

    Ich persönlich erzähle lieber, als dass ich würfel, bin eher eine Gemischtwürfelladen-Emma mit Tendenz zum Erzähler. Dennoch sind die Werte alles andere als unwichtig: ich sehe auf einem Blick, was mein Char kann. Ah, ein Strickenwert von 4? Na gut, wird keine so berauschende Socke, aber immerhin; sie wärmt. Vielleicht. Ein Schwimmenwert von 16? Tja, den Fluss wird er wohl durchqueren, ohne dass er dabei ertrinkt. Auch als Vergleichswerte taugen die Talentpunkte hervorragend: Mein Charakter mit Schwertern 7 kämpft gegen jemanden, dessen Wert glorreiche 14 ist? Schön, der Kampf wird recht kurz, der Gegner gewinnt aber hey, ich schmücke den Kampf wenigstens aus! Gerne würfel ich auch exemplarisch vorab ein paar wenige Kampfrunden mit dem Gegner aus, immerhin weiß man nie, was kommt. Besonderen Attacke- oder Paradeschnitzern gönne ich dann auch ihren Würfelauftritt.

    Das heißt nicht, dass ich mich weigere, zu würfeln, ich passe mich schlichtweg meiner Gruppe an (oder sagen wir: Meistens. Hust. Hust.) , wobei ich jedoch vorab meistens sage, wie ich es gerne hätte. Gegen Würfel habe ich schließlich nichts, und ausschließlich erzählen will ich auch nicht, will ich doch meine Würfel nicht umsonst zusammengesammelt haben und ein wenig Schicksal und Zufall sowie das Bangen während des Würfelschüttelns gehört für mich zum Rollenspiel dazu.

    Oder?


  8. 30. März 2016 | Veröffentlicht unter Rollenspiel, rund um Rollenspiele.

    [Blogparade/Karneval] Rassismus

    Von

    Der März ist fast vorbei; Grund genug, mit einem neuen Thema für den Karneval der Rollenspielblogs um mich zu werfen. Nach „Unter Druck“ , das von der pinken wie bezaubernden Clawdeen moderiert wird, dürfen wir uns nun mit Rassismus beschäftigen. Nicht nur, dass es wie eh und je leider in der Realität ziemlich aktuell ist, es bietet auch im Bereich des Rollenspiels Stoff für Diskussionen.

    Doch was kann man sich unter diesem Thema im Zusammenhang mit dem RP und dem Karneval überhaupt vorstellen? Muss es unbedingt ein kritischer Artikel sein? Die kurze Antwort: Nein. Die ausführlichere Antwort kann nach den possierlichen Listenknubbelchen nachgelesen werden:

    • Uralte Fehden zwischen bspw. Orks und Elfen, Gimli vs. Legolas: Auch Fantasyvölker kennen Vorurteile und Rassismus in unterschiedlichen Ausprägungen. Wie wäre es mit kleinen Recherchen und lustigen Darstellungen?
    • Die Frage „Darf mein Charakter rassistisch sein und wenn ja, wie stark darf ich es am Spieltisch ausreizen?“ kann ebenso behandelt werden wie andere Fragen rund um das Rollen-Spiel an sich.
    • „Das Thema nervt! Ich will nicht auch noch in meiner phantastischen Freizeit darüber nachdenken müssen!“ – auch durchaus legitim, solch einen Artikel zu verfassen!
    • Thema: „Rassistische Rollenspielsysteme“ gefällig?
    • Rassismus in Spielrunden/der Rollenspielcommunity

    Ich muss gestehen, dass ich mir noch nie tiefere Gedanken über Rassismus in und um Rollenspielen gemacht habe. Schön, dass ihr nun da seid! Schreibt spannende, lustige, kritische Artikel zum Thema und schreibt mir euren Link unten in die Kommentare! Ob ihr euch von den oben genannten Punkten inspirieren lasst oder nicht, bleibt vollkommen euch überlassen, ebenso, ob ihr es als Podcast, Video, Hangout oder Blogartikel veröffentlichen wollt. Am Ende werde ich wie gewohnt eine Zusammenfassung aller zusammengetragener Inhalte schreiben.

    Ich freue mich auf eure Beiträge!

    Für die, die den Karneval nicht kennen: es ist eine Blogparade, in der jeden Monat ein neues Thema in den Fokus gestellt wird, das die teilnehmenden Blogs bearbeiten und interpretieren können. Dabei kann jeder mitmachen, der etwas dazu zu sagen hat, sei er nun eingefleischter Rollenspielblogger oder Fashionista.

  9. 12. März 2016 | Veröffentlicht unter Rollenspiel, rund um Rollenspiele.

    Save the date: Gratisrollenspieltag am 19.03.

    Von

    Ihr wolltet schon immer einmal wissen, was es mit diesem ominösen „Rollenspiel“ auf sich hat? Ihr wolltet euch das immer schonmal angucken und antesten, habt bisher jedoch niemanden gefunden, der mit euch spielen möchte? Oder ihr wollt einfach freilaufende Rollenspieler in ihrer natürlichen Umgebung beobachten? Dann seid ihr beim GRT, dem deutschlandweiten Gratisrollenspieltag genau richtig!

    Kommende Woche, genauer am Samstag, den 19.03.2016 können bei vielen teilnehmenden (Rollenspiel)Läden und Vereinen Deutschlands kleine Goodies (hihi.) begutachtet und abgestaubt werden, die von einigen Verlagen gestellt werden und diverse Rollenspielsysteme abdecken. Hier kann man sich ein Unpacking-Video vom Carepaket des letzten Jahres ansehen und auf der Website des GRTs haben Moritz und Karsten einige Inhalte des aktuellen Pakets vorgestellt. Zusätzlich werden vielerorts Rollenspielrunden angeboten, an denen man teilhaben kann – ob aktiv als Spieler oder passiv als Zuschauer sei euch überlassen. Voranmeldung ist bei gewünschter aktiver Teilnahme natürlich meistens sinnvoll, schaut vorab doch einfach auf die Internetpräsenzen der entsprechenden Läden.

    Ich selber war beim GRT ’13 dabei, in den Jahren danach habe ich es nicht geschafft. Mir hat die Aktion Spaß gemacht und obwohl ich persönlich finde, dass die Organisatoren es dieses Jahr etwas schleifen gelassen haben, bin ich guter Dinge, dass er auch in diesem Jahr ein Erfolg wird. Geht für mich hin und erzählt danach, wie es war! Ich habe da nämlich ein paar Termine auf der Leipziger Buchmesse und werde mich leider nicht selber von den Inhalten des Pakets und der gebotenen Rollenspielrunden überzeugen können!

    Das ist die Gelegenheit, als Newbie einmal reinzuschnuppern. Scheut euch nicht! Man ist nie zu alt, um ein Rollenspieler zu werden!

    Anbei noch kurz das Bild oder eher die Bilder, die ich für den Flyer gezeichnet habe. Der Zusammenschnitt ist für mich, den eigentlichen Flyer des Gratisrollenspieltages samt Daten erhaltet ihr hier.

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  10. 25. Februar 2016 | Veröffentlicht unter Rollenspiel, Rollenspieldiskussionen.

    In Videospielen ein personifiziertes Herz – im P&P eine linke Schlange: Meine Gesinnungen.

    Von

    Ich bin gut! Nein, böse! Ach, ich weiß es selber nicht so genau, denn in meiner Brust schlägt nicht nur ein natürlich und selbstverständlich enorm großes Herz, nein, es ist auch noch dezent zweigeteilt. Doppelherz, sozusagen, nur auf eine denkbar abstruse Weise. Wäre ich ein D&D-Charakter, mein Spieler hätte seine liebe Mühe, mir eine Gesinnung zuzuschreiben. Zum Glück bin ich kein D&D-Charakter, die Novadi in mir wäre auch zu Recht entsetzt.

    Wie dem auch sei: Gesinnungen gibt es auch im Spiel, sei es in Videospielen mit einer gewissen Handlungsfreiheit oder eben Rollenspiele auf dem Papier. Die Option, einen Viehdieb nun auszuliefern oder aufgrund seiner Lage zu decken sei hier nur als winziges Beispiel angeführt. Die Entfaltungsmöglichkeiten in manchen Spielen ist grandios, all die Wege, die man bestreiten kann, all die unterschiedlichen Gesinnungen eines Helden – und ich wähle die gute Seite der Macht. Immer. Ich kann einfach nicht anders: Bittet mich ein armer Bauer um Hilfe, klicke ich automatisch auf die freundlichste Option: „Oh ja, mit größtem Vergnügen, hier habt Ihr außerdem noch eine Kuh und morgen helfe ich Euch obendrein bei der Apfelernte!“ Während nun also ein schillernder Regenbogen meinen Char und mich umhüllt, frage ich mich: warum? Warum kann ich nicht einmal der Böse sein? Einmal sagen: „Nä. Is‘ nich‘. Hilf‘ dir selber, Bauerntrottel – und wo wir schonmal dabei sind: her mit dem Geld!“ Einmal schwebte der Cursor sogar einige quälend langsam verstreichende Sekunden über einer mittelschweren Version. „Lass‘ mich erstmal ein Bier trinken, dann sehe ich weiter.“, nur um dann doch wieder die herzigste Antwort anzuklicken.

    Bei Rollenspiel-Videospielen denke ich mir stets, rein gewohnheitsmäßig, eine kleine Geschichte zum gewählten Helden aus – die meinetwegen auch mit der eigentlichen Story ab und an kollidieren darf, da stehe ich munter drüber. Und die ist nicht immer so nett, wie ich später tue. Wie ich bereits an anderer Stelle schrieb, wähle ich meist Krieger und, seltener, Schurken/Diebe/Halunken/Halsabschneider/Angestellte bei der DB. Diese sind allein schon vom Grundsatz her moralisch nicht ganz so korrekt. Und trotzdem: ich schaffe es nicht, dies dann auch in den Gesprächsoptionen umzusetzen! Sofort meldet sich mein unnötiges Gewissen. Besonders hart wurde es bei „Black&White“, bei der man seine Untertanen und sogar seine tierischen Handlanger ohrfeigen kann. Einmal, ein einziges Mal tat ich dies – und wäre kurz darauf beinahe weinend zusammengebrochen und habe meinen Bildschirm bzw. das winzige Männchen darin um Verzeihung angefleht. Trotzdem, und das mag vielleicht verwundern, spiele ich auch liebend gerne die Spiele, in denen man von vorneherein der „Böse“ ist: Dungeon Keeper etwa, um einen ganz alten Kandidaten zu nennen. Doch selbst dort bin ich die nette Version des Bösen. Bei jedem zur Nahrung auserkorenem Küken habe ich mich persönlich entschuldigt. Noch immer höre ich ihre peinvollen Schreie im Schlaf… aber lassen wir das.

    Anders sieht es dagegen dann wieder beim ordinären P&P aus: Meine Charaktere dürfen dort gerne Schattenseiten haben und es mit der Moral nicht ganz genau nehmen. Dort ist mir das Charakterspiel wichtiger, gleichzeitig fühle ich mich distanzierter. Und das, wo ich doch die Rolle in dem Moment mit Haut und Haar verkörpere. Ob Sklavenhändler oder Schmuggler, der die finstersten Drogen  an unschuldigste Lämmer verkauft, meine Gesinnung schwankt zumeist zwischen lawful und chaotic evil. Und ja: Sie schwankt in der Tat, denn das starre System, das viele Rollenspiele predigen, ist nicht meine erste Wahl.

    Mali hinnehmen, weil der Charakter im Laufe der Zeit – oder auch je nach Situation – seine Gesinnung „ändert“? Nope. Als wesentlich realistischer erachte ich es, wenn die Grenzen fließender sind. Manch Person ändert sich im Laufe des Lebens, erlebt Dinge, die ihn straucheln oder zweifeln lassen und nicht zuletzt kann es sein, dass ich beim Thema „Kükenverspeisung“ gerechter bin als in Sachen „Baumkuschler“. Ich persönlich lasse mich ungerne in das Gesinnungs-Korsett zwängen und möchte meinen Charakteren ebenso ungerne einen Stempel aufdrücken, an den er sich zu halten hätte. Ähnliches gilt übrigens auch für meine Romancharaktere. Hoch lebe das fidele Grau! Zumindest, nunja, in Rollenspielen und Romanen. Ich muss das an dieser Stelle nochmal betonen, da mich mein rosarot eingefärbter Skyrim-Charakter bereits ängstlich ansieht. Nein, Schätzchen, keine Sorge, du bleibst „gut“.

    Die Gesinnung ist für mich Bestandteil des P&P-Charakterkonzeptes und als solcher unterliegt er nur der fiktiven Person, dessen Hintergründen und Bauteilen. Es ist für mich jedoch nicht in Werte fassbar, nicht strikt kategorisierbar. Und verdammt, jetzt bekomme ich wieder Lust, einen richtig, richtig fiesen Charakter zu spielen. Einen Al’Anfaner vielleicht, denn Klischees werden nie alt.

    Wie sieht es bei euch aus? Badass oder Pussy wie ich?


    Der Karneval der Rollenspielblogs ist eine Aktion, bei der jeder interessierte Blogger, Youtuber oder Podcaster zu einem monatlich neu ausgewähltem Thema seinen Anteil beitragen kann, sodass am Ende des Monats eine möglichst große Bandreite an Beiträgen steht, die das jeweilige Thema bestenfalls vielseitig beleuchten. Der diesmonatige Karneval wird von Neue Abenteuer organisiert und läuft unter dem Motto: "Gesinnungen".

  11. 6. Februar 2016 | Veröffentlicht unter Rollenspiel, rund um Rollenspiele.

    Würfel-Liebe aus Metall

    Von

    Früher, als die Welt noch jung war, besaß ich eine ganze Sammlung an Würfeln jeglicher Farbe und Größe. Im Laufe unendlich vieler Umzüge ist meine Sammlung leider kleiner geworden. Vielleicht wird Zeit, etwas daran zu ändern. Vielleicht bin ich gerade aber auch nur dezent angefixt von der Arbeit der Familie Besser aus Hillsboro, Oregon.

    Ein Jahrzehnt der leichten Hobby-Schmiedearbeit vorrangig für LARP-Objekte waren Schuld daran, dass Aaron von einem Freund nach der Herstellung eines Würfels gefragt wurde. Doch es kann nicht nur einen geben! Die Leidenschaft für metallene Spielobjekte war geweckt und nach der positiven Resonanz bald ein Startup- Unternehmen namens Trayser Metal Works gegründet, in dem sie Aarons Schmiedegeschick mit den feinen Juwelierkünsten seiner Frau Golda kombinierten.

    Trayser MetalWorks

    Dutzende verschiedene Styles werden vorrangig im Wachsschmelzverfahren hergestellt, die kaum Wünsche offen lassen. W4? W20? Würfel mit Star Trek- oder Steampunkelementen? Von Atomen inspiriert? Damn it! Die Details! Vor allen Dingen sehen die Würfel aus, als könne man sie beim nächsten Barbarentreffen mitnehmen, um bei zünftigen Bieren epische Würfelschlachten auszutragen!

    4 Tage lang läuft die dazugehörige Kickstarter-Kampagne noch, mit deren Hilfe neue Gerätschaften gekauft werden sollen, die die Produktion von derzeit rund 200 Würfeln pro Woche ankurbeln würden.

    Mehr über die Würfel und das Produktionsverfahren könnt ihr entweder auf ihrer Facebookseite oder der offiziellen Website erfahren.

    DiceTrayser MetralWorks2würfel3würfel


  12. 30. Juli 2015 | Veröffentlicht unter Rollenspiel, Rollenspielnews.

    The Witcher bald als P&P

    Von

    Ist mit The Wild Hunt die Welt des Witchers abgeschlossen? Noch längst nicht! Gestern kündigte CD Project Red an, gemeinsam mit R.Talsorian Games an einer englischsprachigen Pen & Paper Rollenspieladaption zu arbeiten. Nicht mehr Geralt, sondern dein eigener Charakter wird im Fokus stehen und mit bekannten Persönlichkeiten der Welt interagieren können. Die Besonderheiten des Witcher-Universums sollen herausgearbeitet werden, was auch die Monster, Skills, besondere Waffen und Zauber beinhaltet. Erscheinen soll es 2016, mehr Informationen zum Regelsystem und den Preisen werden im Laufe der nächsten Zeit angekündigt werden.

    Für mich persönlich ist es eine großartige Meldung, da ich die kreativen Köpfe hinter dem Witcher schätze und große Hoffnungen auf ein stimmiges Rollenspiel mit vor allen Dingen einer vielschichtigen, interessanten Welt mit blutigem Gemetzel, harschen Worten und griffiger Fantasyrealität und -brutalität hege. Auf jeden Fall werde ich Meldungen diesbezüglich weiterverfolgen.

    In deutschen News ist übrigens teilweise – fälschlicherweise –  von einem Brettspiel die Rede. Pen&Paper ist natürlich kein Brettspiel,doch genau auf ersteres zielt der Text der Originalmeldung ab. Was ich mir noch vorstellen könnte, wäre eine Mischung aus P&P und Tabletop-Wargame. Ein Witcher-Brettspiel – das ich mir auch noch zulegen sollte möchte will –  ist übrigens bereits erhältlich, nämlich hier.


  13. 6. Juli 2015 | Veröffentlicht unter Diverse, Messen&Conventions, Rollenspiel.

    Über die FeenCon und das Voyager

    Von

    Die FeenCon war meine erste Convention überhaupt. Damals war ich 16 und unfassbar beeindruckt von den vielen, vielen Rollenspielern, Lesungen und Ständen. Jetzt bin ich ein wenig älter, habe bereits Massenconventions miterlebt und kann sagen: Die FeenCon ist eine sehr kleine, aber auch eine feine Con.

    Sie findet im schönen Städtchen Bonn statt, wunderbar gelegen direkt an einem kleinen Park, der das Vogelgezwitscher an die Spieltische trägt. Bekannte und unbekannte, deutsche Fantasyautoren lesen aus ihren Büchern vor, Rollenspielverlage bewerben ihre Produkte, es gibt leckeres Met und verdammt viele bespielbare Tische, um dort RPGs oder Gesellschaftsspiele zu zocken. Früher habe ich mich gerne zu fremden Leuten gesetzt, mittlerweile schätze ich das Spiel mit mir bekannten Leuten einfach mehr. Gestern bzw. vorgestern hätte ich es allerdings ohnehin keine Stunde in den Spielräumen durchgehalten: Es war un-glaub-lich heiß! Und mit „heiß“ meine ich nicht Jensen Ackles-heiß, sondern Schicksalsberg-heiß! Spontan wurden spärlich aufgebaute Ventilatoren zu Göttern erklärt, Umarmungen fielen denkbar karg aus und die körperlichen Ausdünstungen… lassen wir das.

    Wir wälzten uns also ächzend durch die niedlichen Hallen, ich kaufte mir unkontrolliert ein Behind the Scenes-Buch über Battlestar Galactica und ein Met mit Thymian und Salbei von der Metwabe, bis wir uns schließlich in einem Workshop zum Thema „Eis&Dampf in Fate“ wiederfanden. Die beiden hochgradig charmanten Autoren Judith und Christian kannten wir bereits von Judiths Geister des Landes-Trilogie sowie einem Spielabend, bei dem wir eigentlich besagtes Eis&Dampf-Fate spielen wollten, dann jedoch der allgemeinen Liebe zu BSG erlagen und letztlich doch das Brettspiel zocken mussten. Fate hatte dabei jedoch keinerlei Schuld getroffen!

    Fate: Eis & Dampf

    zerbrochene PuppeBasierend auf dem Roman Die zerbrochene Puppe und nachfolgend der Anthologie Eis und Dampf hat sich das Setting seitdem einiges an Futter angefressen und wird im kommenden August innerhalb eines Rollenspiels auf Fate-Basis beim Uhrwerk-Verlag erscheinen. Von der Sonne mürbe gebrannt erfuhren wir während des Workshops dann auch einen kleinen Wachschub. Hey, immerhin geht es um kaltes Eis! Die Eiszeit ist innerhalb dieses alternativen Europa des 19. Jahrhunderts angebrochen, die das nördliche Europa von einer Eisschicht bedeckt hält und Afrika zu einem Hort der wogenden Gräser hat werden lassen. Dampfend mischt sich der Steampunk in diese Kulisse, Luftschiffe und Dampfmaschinen fleuchen über das Eis.

    Vorgestellt wurden in diesem Workshop das Regelwerk, die Welt inklusive Archetypen und einige Zeichnungen. Insgesamt kann es sich sehen lassen. Voraussichtlich auf der RatCon im August wird es zu erstehen sein, bis dahin und darüber hinaus kann man sich auf der Website auf dem Laufenden halten.

    Von verrückten Juggern und einem Fiasko

    juggerKinners, es ist heiß! So verdammt heiß! Warum macht ihr den dann noch Sport? Unfassbar! Nahezu anbetungswürdig! Zombieschützen hüpften quirlig – und vielleicht teilweise zu spärlich bedeckt – durch den Sonnenschein, Jugger kämpften um ein ballähnliches Gebilde und – Moment, Jugger? Ja, ein wahrlich possierliches Spielchen, bei dem auf martialische Weise Fußball gespielt wird. Nur ohne Fuß. Dafür jedoch mit Waffen und einem Hundeschädel. So zumindest in der dystopischen Filmvorlage Die Jugger – Kampf der Bestendie reale Version ist natürlich ungleich harmloser, dafür jedoch ähnlich nett anzusehen. Unter dumpfen Trommelschlägen schwitzten die Jugger über die Wiese.

    Ähnlich rotgesichtig stellte sich mir Thilo vom Nerd-Wiki in den Weg, der später angereist war, dafür jedoch bereits nach 5 Minuten aussah, als wolle er ein Bad in einer Eistonne nehmen. Ich hätte mich ihm ohne zu zögern angeschlossen! Wir bemitleideten uns gegenseitig in großen Tönen, bevor ich mich auf den Weg zu meiner letzten Station, einem Fiaskospiel, machte. Draußen. Auf der Wiese im Schatten. Hurra!

    Siegfried Müller taufte ich meinen deutschen, drogenabhängigen, raffgierigen, tumben Cowboy, der eine Postkutsche überfallen will, nebenbei von seiner fetten Ex-Frau malträtiert wird und am Ende doch wieder am Anfang steht. Fiasko ist ein Erzählrollenspiel für 3-5 Personen, wobei man in die Rollen von zumeist dezent aheroischen Persönlichkeiten schlüpft, für deren Generierung man nicht viel Zeit, dafür jedoch die Interaktion mit seinen Mitspielern braucht. Das ganze Spiel dauert kaum länger als 2 Stunden, ist dabei extrem spaßig und gipfelt klassischerweise in einem für alle Beteiligten haarsträubendem Fiasko! Sehr zu empfehlen für Leute, die gerne One-Shots spielen.

    Auf zum kühlen Bier!

    11121035_999520590066632_1511243794_nNach kaum 6 Stunden waren wir durch. Im wahrsten Sinne des Wortes. Ich darf über die Hitze meckern, denn ich bin ein Kältekind das es liebt, in Stiefeln durch die Weltgeschichte zu wandern! Schnell verließen wir also den Kessel an vor sich hin garenden Rollenspielern und fuhren zum Voyager, über das ich vor einiger Zeit noch vor seiner Realisierung geschrieben hatte. Ein Rollenspiel-Geek-Brettspiel Pub im Herzen von Bonn, zu dem es mich „immer schon“ hingezogen hatte. Die lange Anfahrt nach Bonn bei unglaublich miesen Rückfahrzeiten (Ich fahre doch nicht um 9 Uhr abends wieder nach Hause!) hatte mich bislang davon abgehalten.

    Den ersten Pluspunkt bekam das Voyager durch die Klimatisierung. Den zweiten durch die gute Bierauswahl. Den dritten durch die vielen und interessanten Spiele, den vierten durch die Superheldentische, den fünften durch die Bedienung, den sechsten durch die fantastischen Burger… kurzum: Wir waren positiv überrascht, hatten doch gerade meine Mitstreiter eine klassische, unschöne Rollenspielkaschemme erwartet.

    Das Voyager bietet unter anderem Themenabende an, Näheres erfahrt ihr natürlich auf der Website. Ich bin jedenfalls angetan von dem Pub und habe mir bereits einen Tisch für den kommenden Cocktailabend reserviert, um mich dort mit einem Freund durch die Cocktails zu kosten! Wie wäre es zum Beispiel mit dem „Shrek“? Saure Gurken mit Gurkenwasser und, ich glaube, Vodka… wer wird da schon widerstehen können?


  14. 3. Juli 2015 | Veröffentlicht unter Rollenspiel, Rollenspieldiskussionen.

    Meinungen über Rollenspieler

    Von

    Vor geraumer Zeit endete die Umfrage zur Meinung über Rollenspieler, bei der eine, wie ich finde, große Anzahl an Leuten mitgemacht hat, danke dafür! Gewühlt habe ich mich bei der Auswertung durch etliche Liebesbriefe an die Rollenspielcommunity, allerdings auch durch einige Hasstiraden, die wenig überraschenderweise  primär die Spieler eines Systems treffen. Doch der Reihe nach.

    Kleine Randnotiz: Natürlich ist dies keine wissenschaftliche Umfrage, sondern eine Beschäftigungstherapie für alle Beteiligten. Nein Spaß. Natürlich waren sämtliche Wissenschaftler daran beteiligt. Außerdem: Die Zahlen habe ich gerundet.Falls also irgendwo über 100% erreicht wurden, wisst ihr, woran es liegt. 0;) Hier rede ich von „den Rollenspielern“, genauer gesagt bin ich natürlich selber eine. Ich wollte vom Kumpeltum „Wir sind so und so, ich gehöre zu euch!“ absehen und es vor allen Dingen auf keine persönliche Ebene schieben.

    rollenspieler statistik

    Folgend habe ich mir die Antworten der Rollenspieler und die der Nicht-Rollenspieler getrennt voneinander angesehen und dabei schnell festgestellt, dass das Bild, das die Nichtrollenspieler von RPlern haben, deutlich positiver ist als die Meinung von Rollenspielern über Rollenspieler. Natürlich muss dazu auch gesagt werden, dass der Link zur Umfrage vermutlich von jenen geteilt wurde, die sich ohnehin für die Thematik interessieren und daher potentiell Leute erreicht haben könnten, die entsprechend eher Bescheid wissen dürften als der Alrik-Normalbürger, der eventuell mehr Vorbehalte haben könnte. Zu viele Konjunktive! Wenden wir uns mal der hiesigen Statistik zu:

    nonrp2

    Die meisten von ihnen haben reale Erfahrungen in freier Wildbahn mit dem gemeinen Rollenspieler gemacht, nur wenige der Befragten stützten ihre Aussagen nur auf Hörensagen. Dabei sind – im Schnitt – die am häufigsten genannten Attribute, mit denen Spieler belegt wurden, positiv oder neutral wie bspw. lieb (35%), fantasievoll (30%), kreativ (26%) und intelligent (5%). Im Fließtext wurden bestimmte, eher negative Assoziationen wie „Stubenhocker“(21%) als liebenswerte Eigenheit dargestellt. Attestiert wird jedoch vor allem auch eines: Realitätsferne (37%). Die Flucht in fremde Welten wurde von zweien sogar als sehr besorgniserregend eingestuft, als Krankheit, die nicht jeden betrifft, aber für sie doch eine horrende Gefahr darzustellen scheint.

    Insgesamt haben eher Rollenspielersympathisanten die Umfrage ausgefüllt, der Grundtenor war in nahezu jeder Antwort trotz Nennung vereinzelter, negativer Attribute ein wohlwollender. Interessanterweise hat kaum jemand, der „überwiegend negative Erfahrungen“ angekreuzt hat, diese konkretisiert oder in Attribute gekleidet.

    Anders  sieht es bei Rollenspielern untereinander aus:

    rpler2

    Natürlich sind auch hier Kreativität (37%) und Intelligenz (36%) sehr häufig genannte Attribute, wobei sich Rollenspieler wohl insgesamt intelligenter finden als sie von außen wahrgenommen werden. Sehr häufig wurden Eigenschaften wie elitär(32%), arrogant(31%) und besserwisserisch (24%) genannt. Im Textfeld wurde einiges erläutert, ein Zitat trifft den allgemeinen Ton recht gut:

    Rollenspieler sind das schlimmste, aber auch tollste Pack der Welt. Menschen in all ihren schönen und hässlichen Facetten.

    Die gesammelten Erfahrungen sind mannigfaltiger als bei Nichtrollenspielern, da bedarf es auch keiner Umfrage, um das festzustellen. Der eher schlechte Ruf der Onlinerollenspieler (→Foren, Chat, Youtube)  spiegelt sich auch in den gegebenen Antworten wider.

    Am meisten schlägt sich die Meinung in den Antworten zu den verschiedenen Settings nieder. Die Spieler populärer Systeme (→DSA, D&D, Vampire und Konsorten) bekamen nicht nur das meiste Fett weg, ihnen galten auch die größten Lobeshymnen. Im Groben sind laut Umfrage DSAler „Regelanwälte“ und „Menschen voller Leidenschaft“, D&Dlern gebührt das Prädikat „arrogant“, aber auch „traditionsbewusst im positiven Sinne“, Shadowrun ist ein „Hort von Powergamern“ und Vampirespieler sind die „unverbesserlichen Pseudo-Emos“. Ich finde es ganz lustig zu sehen, dass einige Vorurteile scheinbar sehr tief in den Köpfen verankert sind und wie vehement speziell DSA angegangen wird. Zwei Dutzend Schimpfwörter habe ich allein aus Antworten zu DSA erhalten.

    Eigentlich alle großen Systeme (Savage Worlds,Fate, D&D und konsorten) haben halt recht Lautstarke Fangruppen die gerade im Internet häufig propagieren das ihr System am besten is“

    Gelobt wurde abseits der ausgestampften Pfade so gut wie gar kein spezielles System (mit Ausnahme von zB. Mondagor), sondern vielmehr die unbekannten Perlen im Gesamten:

    Spieler die abseits der ausgelatschten Pfade von DSA und Shadowrun spielen und neues ausprobieren. Sie sorgen dafür das neue Spiele etabliert werden und supporten ein breitgefächtertes Angebot aus dem man schöpfen kann“

    Auffällig war, dass vor allem „von unten nach oben“ oder „auf gleicher Ebene“ kritisiert wurde. DSA-Spieler kritisierten hauptsächlich andere DSA-Spieler und selten Spieler kleiner Systeme, während jene vermehrt Spieler großer Systeme ins Fadenkreuz setzten.

    Zuletzt seien noch Cons zu nennen:

    cons2

     

    Die letzte Frage hatte ich hinein genommen, da ich gerade von Conneulingen immer mal wieder gehört habe, dass sie sich auf Rollenspielconventions nicht willkommen fühlen. Konkret auf die Frage eingegangen ist jedoch kaum jemand, doch wenn, wurde die Conatmosphäre gelobt und insbesondere die RPC lobend erwähnt.

    Ich würde nicht sagen, dass untereinander Kleinkriege ausgefochten würden. Vielmehr glaube ich, dass einfach oft Unverständnis füreinander herrscht, der sich dann hochschaukelt. Was zieht man nun aus der Umfrage? Schön dass du fragst, Tastatur! Eine allgemeingültige Antwort will ich da gar nicht nennen. Vielmehr möchte ich einwerfen, dass ich das Attribut „unreflektiert“ niemals in solch einer Umfrage lesen möchte…  you know what I mean? ;)

    Meine Meinung

    Natürlich habe auch ich positive und negative Erfahrungen gesammelt, wie mit jeder anderen Hobbygruppe auch. Ob dieses oder jenes Attribut speziell auf Rollenspieler zugeschnitten ist, wage ich zu bezweifeln. Allerdings muss ich auch sagen, dass ich ungerne kontroverse Rollenspielthemen auf diesem Blog poste. Da habe ich selbst mit kontroversen Gamingthemen weit weniger „Probleme“ und das, obwohl „der Gamer“ doch als Harassment-Schleuder gilt. In RP-Foren mache ich mich ebenfalls schon seit Jahren rar.

    Doch sind die unangenehmen Leute immer die, die am lautesten krähen, daher würde ich auch nicht über einen Kamm scheren. Ich mag die Rollenspielcommunity – ja, auch die des Internets, obwohl das hier vielleicht anders klingt, doch schließlich ist der Großteil umgänglich. Und Cons? Ich liebe Rollenspielcons! Vielleicht sieht man sich ja auf der Feencon kommenden Samstag! Also quasi morgen.


  15. 3. Juni 2015 | Veröffentlicht unter Rollenspiel, rund um Rollenspiele.

    Beziehungskiste: Die Beiträge

    Von

    Achtung, überraschende Neuigkeit: Der Mai ist vorbei. Somit auch der „maische“ Karneval der Rollenspielblogs, der die Beziehungen jeglicher Art in den Fokus gestellt hat. Zeit also, die eingegangenen Beiträge Revue passieren zu lassen bzw. in Beziehung zueinander zu setzen. Auch wenn manche, wie der Malspöler, gar keine richtige Lust auf amouröse Beziehungen im Rollenspiel haben. Doch zu Malspölers und unser aller  Glück sind in erster Linie interessante Beiträge zu anderen Verbindungen verfasst worden – auch wenn Engors Ingame-Partnergesuche da ein wenig aus der Reihe fallen. Hier suchen auch mal Orks nach blondbefellten Damen.

    Beginnen wir doch ganz klassisch mit der Definition. Blut und Glas liefert davon gleich ein paar, die natürlich und selbstverständlich alle hochgradig ernst zu nehmen sind. Wobei: Vielleicht sind sie es ja wirklich. Schade eigentlich, dass sich innerhalb des Karnevals niemand – und da möchte ich gar nicht von meiner Untätigkeit ablenken –  der Dildokiste angenommen hat, denn so oder so ähnlich kann das Wort schließlich auch interpretiert werden. Vielleicht. Und es wäre ein wirklich interessantes Thema. Ob in Verbindung mit der Archäologie (Ja, auch zu prähistorischen Zeiten gab es „Spielzeuge“. Munkelt man. Da ich selber ein wenig Archäologen-Vorbildung habe, werde ich mich beizeiten mal darum kümmern. In theoretischer Form hier auf dem Blog.) oder mit futuristischen Überlegungen (Holodeck? Just kidding.), das „Wie“ ist zumindest im Weltenbau nicht ganz uninteressant. Gut, ob man im Rollenspiel wirklich Sexspielzeugen  die Bühne überlassen sollte, ist fraglich. Und ich verkneife mir hier mal das obligatorische Wortspiel.

    Nicht allzu weit entfernt von diesen gar schlüpfrigen Überlegungen sind Teile der Spielertipps, die gesammelt wurden. Gloria liefert mit ihren 10 unverzichtbaren Minnetipps gute Ratschläge für (angehende) edle Ritter, die um ihre holde Dame werben. Ob die auch für weibliche oder homosexuelle Ritter gelten, davon gehe ich mal aus! Wer solcherart Tipps allerdings wohl nicht mehr braucht, ist der allseits bekannte Odysseus. Zwar nicht ganz so umtriebig wie everywomens Darling Raidri Conchobair, hat auch der antike Reisende in jedem Hafen eine Frau. Wie das Beziehungsgeflecht genau aussieht hat fruehstuecksflocke in seinem Artikel deutlich gemacht. Wusstet ihr beispielsweise, dass Odysseus temporär als Sexsklave gehalten wurde?

    Um doch wieder den reinen Pfad zu bestreiten, lassen wir jegliche sexuellen Anspielungen hinter uns und begeben uns zu möglichen Beziehungsformen. Eine davon ist de Mutter-Kind-Beziehung, die laut Blut und Glas in Rollenspielen und Konzepten leider allzu oft negativ besetzt wird, was sie eigentlich nicht verdient. Folgerichtig hat er hier einige Möglichkeiten aufgelistet, die positiver sind und gut als Inspirationsquelle dienen. Ebenfalls eine Elternbeziehung oder vielmehr die Produkte dessen behandelt Michael. Hybride– seien es Halbelfen, Halborks oder Halbeidechsen – stehen hier im Mittelpunkt und werden auf Herz und Nieren geprüft, während der geneigte Weltenbauinteressierte einige Tipps zum Erstellen und der Darstellung eigener Hybride erhält.

    Nachdem nun einige Beispiele für Beziehungen gegeben wurden, wagen wir uns nun an handfeste Helferlein: Tabellen, praktische Tipps und noch mehr Tabellen. Gleich zwei Würfeltabellen helfen dem Unentschlossenen und Ratlosen wenn es darum geht, zwei oder gleich mehrere Charaktere untereinander zu verknüpfen. Das erleichtert schließlich nicht nur den Einstieg miteinander ins Abenteuer, sondern kann auch für die ein oder andere charakterliche Inspiration sehr nützlich sein. Während sich Greifenklaues Tabelle eher allgemein hält, geht Case ins Detail. Jede Tabelle hat seine Vor- und Nachteile im Vergleich mit der jeweils anderen, hilfreich sind jedoch fraglos beide. Ebenfalls eine Tabelle bietet Klaus, wobei er jedoch ein klar umrissenes Setting angibt: Das Anwesen des Herrn Cheng. Was genau es damit auf sich hat und wie ihr dort die Beziehungskonstrukte auswürfeln könnt, erfahrt ihr dort.

    Einen ganz allgemeinen Rat hat der Blechpirat parat. Als Spielleiter wichtige NSCs darzustellen, ist ohnehin eine Sache für sich (zu der ich bereits hier ein paar Tipps gegeben habe, anlässlich des Karnevals zum Thema NPCs). Doch was tun, wenn es auch noch ein NPC des anderen Geschlechtes ist und man zudem noch Gefahr läuft, andere Spieler, die mit der Liaison nichts zu tun haben, zu vernachlässigen? Genau das wird hier behandelt.

    Und wenn man doch keine Lust (mehr) auf Beziehungen hat: Anhand dieser Tabelle kann man einfach und schnell die Art des Beziehungsendes bestimmen.


  16. 1. Mai 2015 | Veröffentlicht unter Rollenspiel, rund um Rollenspiele.

    [Blogparade/Karneval] Beziehungskiste

    Von

    Ein neuer Monat ist angebrochen und damit steht auch ein neues Thema für den Karneval der Rollenspielblogs in den Startlöchern: Beziehungskiste. Passend zum Mai und doch hoffentlich mehr als ein herzchengeschwängertes Blumenmeer. Doch was daraus wird liegt nicht an mir, sondern an euch! Ich lade euch Rollenspiel- und auch Weltenbaublogger gerne dazu ein, zu diesem Thema den ein oder anderen Artikel beizusteuern!

    Was kann man sich unter dem Thema vorstellen?

    Hier ein paar Vorschläge:

    • Liebe unter SCs: Kann das gut gehen? Ist es eine nette Herausforderung, ein Muss oder vielleicht doch ein Tabu? Und wie viel Raum sollte dem gegeben werden?
    • Wie kann man als Spielleiter die Beziehungen eines SCs für seine Zwecke sinnvoll nutzen?
    • (Liebes)Beziehungen zwischen zwei verschiedenen Rassen oder Kulturen. Spieltipps, philosophische Gedanken oder das Aufzeigen konkreter Beispiele bei bekannten NSCs oder ganzen Welten
    • Mittelalterliche Fantasy = mittelalterliche Rollenbilder innerhalb von Beziehungen?

    Sicher gibt es noch etliche Themen mehr, die angeschnitten werden können. Im Fokus sehe ich persönlich die Liebesbeziehungen, doch möchte ich keinesfalls politische, platonische, religiöse Beziehungen ausschließen. Erlaubt ist, was ins Thema passt und als Blogartikel, Podcast oder Video aufbereitet werden kann.

    Dann haut mal in die Tasten! Fertige Beiträge könnt ihr entweder hier unter dem Beitrag verlinken, oder ins Forum setzen.

    Bisherige ArtikelFallstudie: Dem Odysseus seine Beziehungskisten | Mutter-Kind-Beziehung | Das Beste aus zwei Welten? Von Halbelfen und Halborks | Beziehungskiste? – Ohne mich! | 1W20 Beziehungen, um SC miteinander zu verbinden | Orkisch, ledig, jung sucht… | Howto: Beziehungskiste | Was ist … eine Beziehungskiste? | 10 unverzichtbare Minne-Tipps für verzweifelte Ritter | 2W6 kreative Beendigungen einer Beziehung36 cthuloide Beziehungen zwischen Charakteren | Das Anwesen des Herrn Cheng – Eine Kulisse für Fiasko

    Der Karneval der Rollenspielblogs ist eine Aktion, bei der jeder interessierte Blogger, Youtuber oder Podcaster zu einem monatlich neu ausgewähltem Thema seinen Anteil beitragen kann, sodass am Ende des Monats eine möglichst große Bandreite an Beiträgen steht, die das jeweilige Thema bestenfalls vielseitig beleuchten.


  17. 29. April 2015 | Veröffentlicht unter Gaming, Rollenspiel, rund um Gaming.

    Rollenspiel in LoL

    Von

    Rollenspiel in Videospielen zu betreiben, ist schwierig. Ich meine damit nicht das „Rollen-Spiel“, indem man bspw. die Rolle eines Tanks einnimmt oder in Dialogen unter diversen Antwortmöglichkeiten auswählt, sondern „echtes“ Rollenspiel. Das freie Spielen des Avatars etwa in dem vom Spiel mitgelieferten Chat, im TeamSpeak oder in Foren.

    Ich erinnere mich noch gut an meine Rollenspiele innerhalb SW:TOR und WoW. Auf den Rollenspielservern herrschte zu Beginn immer friedliche Einigkeit: „Jawohl, wir wollen für immer RP betreiben und nienienie OOC sein!“ Das kann man – vor allen Dingen als ganzer Server – natürlich nicht durchhalten. Ständig hüpfen jodelnd OOCler durch’s Bild, das visuelle Korsett der Spielmechaniken beengt und irgendwie ist man doch ohnehin primär hier, um Quests zu meistern. Trotzdem gibt es noch RP-Communities. Bei League of Legends zum Beispiel. Mit einem Bekannten, nennen wir ihn einfach mal anonym Stephan Meister, habe ich mich über eines seiner liebsten Hobbies unterhalten: Dem Briefmarkensammeln.

    Nein, natürlich über das Rollenspiel innerhalb des LoL-Universums. Die Lore, die Geschichte des Spiels, ist riesig. Das ist kein Geheimnis, bietet jedoch Stoff für allerlei Geschichten rund um die sogenannten Champions, die die Avatare darstellen. Deren Hintergrundgeschichten sind trotz ihres Daseins als Kampfmaschinen ausgearbeitet, die Beziehungen untereinander zu großen Teilen festgelegt. Das Rollenspiel an sich findet dabei nicht unbedingt innerhalb der Matches statt, sondern oft außerhalb des Spiels. In den (offiziellen) Foren, in Chaträumen und per Mail.

    [Stephan] Angefangen habe ich damals in den offiziellen Foren. Es gibt einen extra RP-Bereich, der früher aber besser besucht war als heute. Meistens, so war es mein Eindruck, geht es dabei aber mehr um den einzelnen Champion und nicht um das Zusammenspiel. Es gibt viele „Ask XY“-Threads, in denen der Champion befragt werden kann. Damit hatte ich angefangen und war gleichzeitig mein erstes RP überhaupt. (…) Anfänger haben es dabei nicht leicht. Es müssen unendlich viele Dinge beachtet werden und man steigt als Noob nicht so schnell in bestehende Spiele ein. Viele Threads sind geschlossen, wenige offen, also so, dass jeder einfach so einsteigen kann. Echtes Rollenspiel ist das Forenspiel aber selten.

    Wobei er als Ausgangspunkt für das Interesse am Rollenspiel ganz klar das Aussehen der Welt und der Champions nennt. Die Faszination, die dieses Spiel und das Aussehen der Champions auszulösen weiß, spiegelt sich schließlich auch in den unzähligen Cosplays wider. Und in den Zahlen. Spieler geben für das Aufhübschen der Avatare am meisten Geld aus, wie beispielsweise diese Studie zeigt. Dutzende Skins können gekauft werden, um das Aussehen zu optimieren. Beispielsweise und bequem per Paysafecard können diese erworben und auf den Avatar angewendet werden.

    Viel wichtiger als die Foren wurden für Stephan bald die Tumblrs. In denen toben sich einige Rollenspieler noch ein wenig mehr aus, die Abonnierfunktion ermöglicht zudem ein leichteres Folgen des jeweiligen Charakters. Hier ist es auch wieder die Optik, der bewusst viel Raum gegönnt wird. Fanfictions runden die Rollenspielbeiträge ab. Wobei: Rollenspiel über Tumblr? Ist das nicht auch ziemlich einseitig?

    [Stephan] Im Prinzip schreibt man in dem Tumblrs (wir nennen sie Champion-Blogs) seine eigenen Geschichten auf, auf die andere Blogger reagieren. Ich fand es komischerweise immer textbezogener als die Foren, es war persönlicher, obwohl es eigentlich öffentlicher ist. Es ist vor allen Dingen auch individueller, weil man seinen Blog selbst gestalten kann. (…) Man verschmilzt im Blog mehr mit dem Charakter, ist also mehr im Spiel drin. Man bekommt mehr Reaktionen und die Community ist ziemlich eng.

    Bei feststehenden Charakteren wie den Champions ist es natürlich eine Ecke schwieriger, den Charakter so darzustellen, dass er alle zufriedenstellt. Er ist nicht in einem Hirn zu Hause, sondern in mehreren. Jeder der Mitspieler kennt die Hintergrundgeschichte und hat womöglich ein anderes Bild vor Augen, andere Ansichten darüber, wie der Champion in dieser oder jener Situation zu reagieren hat. Deshalb ist zumindest Stephan bald auf einen Original Charakter, kurz OC umgestiegen. Ein selbst gefertigter Charakter, der obligatorischerweise in die Welt von LoL passen muss. Als ich mich selber im Netz diesbezüglich umgesehen habe, hatte ich den Eindruck, dass OCs stiefmütterlicher behandelt werden als Champions. Der einfache Grund, dass die Champions schließlich auch im Spiel selbst ihren Auftritt haben und man neben Blogs, Foren und Co auch noch während des Matches in der Rolle bleiben kann, ist sicher einer der wichtigsten Gründe dafür. So werden zumindest im offiziellen Foren die OCs von den „Ask XY“-Threads auch ausgeschlossen bzw. dürfen vielmehr keinen eigenen Thread erhalten. Und natürlich ist die Fangemeinde eines Champion-Chars in der Regel größer als die eines OCs irgendeines Spielers.

    Weshalb Stephan seinen Blog mittlerweile gelöscht hat, ist weder der Community, noch dem Tumblr an sich zu verschulden. Er hat vielmehr, was ich persönlich auch sehr gut verstehen kann, das Mailrollenspiel für sich entdeckt. Das trifft von seinen Möglichkeiten am ehesten meinen Nerv – wenn man jemanden gefunden hat, mit dem man schreiben kann. Es können so teilweise richtige Romane entstehen, die statt von einem Autor, von zwei oder auch dreien oder vieren geschrieben werden. Und das geht bekanntlich nicht nur mit LoL, sondern mit jedem anderen Genre, Fandom und Medium.

    Wo es Charaktere gibt, gibt es auch Rollenspiel und Fan Fictions. Das war so und wird immer so sein. Was mir neu war, ist der ganze Mikrokosmos, der sich bei LoL (und sicher nicht nur da) aufgetan hat. In meinen eigenen Spielen war ich mir dessen nie so ganz bewusst, vielleicht gab es bei SW:TOR auch einfach nichts Vergleichbares.

    Spielt von euch jemand LoL und hat Erfahrungen mit dem Rollenspiel dort gemacht? Gesagt werden muss natürlich noch, dass Stephan nicht unbedingt der Repräsentivste ist und sein muss. Aber er bot mir und hoffentlich auch euch einen netten Einblick.

     

    Dieser Artikel ist in Kooperation mit Paysafecard entstanden. Die Themenfindung und die Gestaltung liegt dabei bei mir. Die Paysafecard ist ein sicheres Prepaid-Zahlungsmittel im Internet, das man an vielen Verkaufsstellen wie bspw. Tankstellen erwerben kann. In Spielen wie bspw. LoL kann man dieses nutzen. In diesem Artikel erkläre ich es nochmal ein wenig genauer.

  18. 25. März 2015 | Veröffentlicht unter Rollenspiel, rund um Rollenspiele.

    Rollenspielgedöns – GRT und Vlog

    Von

    Beim Drehen der paar Szenen, die ich für das Video zu den Dingen, die Rollenspieler niemals nicht sagen würden (für die mich die Rollenspielcommunity mit größter Wahrscheinlichkeit „lieben“ wird) ist mir eingefallen, dass ich einen Termin um ein Haar verschwitzt hätte: Den Gratisrollenspieltag.

    An diesem jenem Tag, namhaft Samstag der 28.03., wird man in einigen Rollenspielläden und Vereinen mit Gratisprodukten versorgt und kann an diversen Spielrunden und Veranstaltungen teilnehmen, die eigens für den GRT angelegt worden sind. Vor zwei Jahren war ich selber in Düsseldorf unterwegs und hatte definitiv meinen Spaß.

    Kurz gesagt: Du hast dich schon immer für Rollenspiele interessiert und/oder dich bei meinen rollenspielrelevanten Artikeln gefragt, wovon die krude Tante da überhaupt redet? Du hast aber keine Zeit oder Gruppe gefunden, um in die Welt der Rollenspiele reinzuschnuppern? [insert dramatische Musik] Dann begib dich am kommeden Samstag in den Spieleladen deines Vertrauens und schaue den freundlichen Menschen über die Schulter! Die teilnehmenden Shops findest du hier.

    Notsofun-fact am Rande: Das Poster habe ich damals walte meines zeichnerischen Amtes beigesteuert. Und wo ihr schon mal hier seid, lege ich euch das Unpacking der werten Kollegin Yvi ans Herz. Dort könnt ihr sehen, was es an Gratisprodukten dieses Jahr zu erhaschen gibt. Auf etwaige Fragen hat die Website des Gratisrollenspieltages sicher eine Antwort.

     


  19. 13. März 2015 | Veröffentlicht unter LARP, Rollenspiel.

    BSG: Projekt Exodus – Rhoddy war Zeitzeuge

    Von

    Erinnert ihr euch noch an das Projekt Exodus, das ich euch im Januar vorgestellt hatte? Ein Bildungs-LARP, das im Battlestar Galactica – Universum angesiedelt ist und dem als Setting der Lenkwaffenzerstörer „Mölders“ dient. Damals war ich von der Idee sofort begeistert, doch leider war es für eine Anmeldung bereits zu spät. [Hier bitte Mitleid für mich einfügen. Danke.]

    Nun ist das LARP längst vorbei und auch Rhoddy von Nerdsblogthenet ist heil zu Hause angekommen und auch psychisch wieder im Hier und Jetzt angelangt. Moment: Wer und warum ist Rhoddy? Rhoddy ist Anfang 30, bereitet sich auf seinen Nachwuchs 2.0. vor und treibt sich für finanzielle Gefälligkeiten im Bereich „Soziale Arbeit“ herum. Das allein qualifiziert ihn natürlich nicht, hier als Interviewpartner zu fungieren. Nein, darüber hinaus ist er natürlich auch noch Blogger und war vor allen Dingen Teilnehmer des Projekt Exodus‘.

    Hier erzählt er ein wenig über das LARP – und begeistert mich mit seinen Erzählungen wirklich sehr. Sollte das Projekt irgendwann in eine zweite Runde gehen: Sagt mir rechtzeitig Bescheid! Ich will auch!

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    Seit wann LARPst du und welche Genres spielst du am liebsten? Welche sind deine bevorzugten Spielstile?

    Mein erstes LARP war 1994 das Dros Rock III (Oder war es IV? Oder gar II? ist schon so lange her…) Auf jeden Fall ein Fantasy LARP. Wir hatten damals ja nichts anderes… Mehr zu meiner persönlichen LARP-Geschichte findest du hier.

    Das Genre, welches ich mit Abstand am meisten gespielt habe ist das in Deutschland übliche „Grob ans europäische Mittelalter angelehnte Fantasy“. Dieses Genre ist in meinen Augen ein wenig wie ein Besuch im Fast Food Laden: Ich weiß, was ich für mein Geld bekomme und erlebe wenig Überraschungen. Die Qualität variiert immer ein wenig und ein echtes „WOW!“-Erlebnis hatte ich schon lange nicht mehr, aber solange ich es vermeide, kurz vor Feierabend irgendwas aus der Warmhalteschiene zu bestellen (bzw. das LARP-Äquivalent dazu: Das Vollverpflegungs Zeltcon für 150+ Personen einer mir unbekannten Spielleitung mit einem Altersschnitt von unter 20), ist das was ich für meine Geld bekomme zumindest „ganz in Ordnung“.
    Ansonsten habe ich einen nicht geringen Teil meiner LARPlebenszeit zuammen mit meinen Mitnerds Wolfskin und Hexarkun beim Vamire Live zugebracht (Vampire Live: Düsteres Rumsitzen bei Kirschsaft und Rotwein angerichtet mit Profilneurosen und Kerzenlicht) und habe „neulich“ (also 2012) das Endzeitgenre (Peniskompensation durch völlig überzogene Waffensammlungen und reichlich Ausreden für schlechtes Benehmen) ausprobiert und bin mir ansonsten auch für eher experimentelle Sachen nicht zu schade.

    Und auch wenn das vielleicht nicht so wirkt: Ich habe eine Menge Spaß am LARP und ich betrachte es zusammen mit Pen&Paper-Rollenspiel als eines meiner liebsten Hobbys.

    Auf einer Skala von 1 bis Adama: Wie cool findest du die Serie und was gefällt dir an ihr?

    Definitiv eine 11,75 und damit Viertel vor Tigh. Die neue Galactica gehört für mich zu den besten Serien, die ich jemals gesehen habe. Ich bin ein großer Fan der „naturalistischen Science-Fiction“ und finde die Art Weise, in der hochaktuelle Themen wie z.B. „Sicherheit und Freiheit“, „Militär und Zivilgesellschaft“ oder „Hoffnung, Glaube und Vernunft“ bearbeitet werden. Ich schätze es sehr, dass es in der Serie wenig bis gar keine Charaktere gibt, die als eindeutig „gut“ oder eindeutig „böse“ dargestellt werden.

    Warum nimmst du an dem Projekt teil (bzw. hast teilgenommen)?

    Kurz gesagt: Battlestar Galactica LARP! In meiner Nähe! Auf einem frakking Zerstörer! Ich konnte eigentlich nicht NICHT teilnehmen. Hinzu kam dann noch das für mich neue „Nordic LARP“ Format, das „Play to lose“-Konzept und die Einbettung in Workshops und eine Reflefktion zur Vor- und Nachbereitung. Das hat mich einfach alles sehr interessiert.

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    Wie waren die Vorbereitungen? Konntet ihr euch Rollen aussuchen oder wurden sie randommäßig verteilt? Wann wusstet ihr, was oder wen ihr spielt?

    Die Rollen konnten nicht frei gewählt werden, jedoch gab es im Rahmen der Anmeldung einen recht umfangreichen Persönlichkeitstest. In diesem Test wurden unter anderem persönliche Vorlieben und gewünschte Spielschwerpunkte abgefragt. Ausgehend von den Antworten wurden dann die Rollen verteilt. Laut Orga gab es ein Kontingent an Rollen, die man unbedingt besetzt haben wollte, der Rest wurde dann passend zu den Anmeldungen geschrieben.

    Die ersten Rolleninformationen habe ich am 12.01. erhalten. Also 5 Tage nach Ende der Anmeldefrist und 23 Tage vor Beginn des Projektes. Die ersten Informationen waren ausführlich genug, um mir meine Verkleidung zusammenzustellen und noch ein bisschen Tinneff zu besorgen. Ausführlichere Rolleninformationen kamen dann am 31.01. und enthielten mehrere mögliche Spielweisen für meinen Charakter, sowie einige vorgegebene Verbindungen zu anderen Charakteren. So kannte mein Charakter – Aaron Smith – beispielsweise schon vor dem Spiel seine Chefin, ihren Personenschützer und ihre Sekretärin, aber auch seinen „Love Interest“. Theoretisch hätten wir auch die Möglichkeit gehabt, uns per E-Mail abzusprechen, dafür hat die Zeit bei mir jedoch nicht gereicht. Schade.

    Wie waren die Unterkünfte? Kam durch die Räumlichkeiten BSG-Feeling auf?

    Untergebracht waren wir im Gästehaus des CVJM Wilhelmshaven, das eigentliche Spiel fand auf der „Mölders“ im Marinemuseum statt. Wir haben also nicht an unserem Spielort übernachtet und haben dementsprechend das Spiel mehrmals pausiert (tatsächlich wurde – wie geplant – in vier Episoden von jeweils sechs bis neun Stunden Länge gespielt). Das CVJM Heim hatte natürlich mit BSG in etwa so viel zu tun, wie eine Jugendherberge mit einem Kampfstern, aber das war ja auch gar nicht Sinn der Übung. Die „Mölders“ hingegen… Wow!

    Auf der Homepage von Projekt Exodus gibt es inzwischen über 100 Bilder, die für sich selbst sprechen. Die engen, tageslichtlosen Räume, die Kälte und die Schiffsausstattung waren einfach unglaublich immersiv.

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    Wie gestaltete sich das Abenteuer/die Geschichte? Habt ihr alle an einem Strang gezogen? Wie sah es mit etwaigen Zylonen aus? Wusste man (IC), dass welche herum kreuchen? Und wenn es welche gab: Habt ihr es aufdecken können oder wurdet ihr überrannt? Gab es Konflikte innerhalb der Gruppe?

    Die Geschichte“ gab es so gesehen eigentlich gar nicht, da jeder Spieler seine eigene Geschichte erlebt hat. Konstruktivismus und so, nech? Ganz grob gesagt: Ein alter, klappriger Raumfrachter – die „Hesperios“ wurde von einem Forschungsteam gechartert, um im Raum der Zylonen eine Fracht aufzunehmen. Auf dem Rückweg sammelt die „Hesperios“ ein Rettungsshuttle des Luxusliners „Sun Chariot“ auf und die völlig verstörten Überlebenden berichten von einem Angriff der Zylonen auf die „Sun Chariot“. Tja, und um das Desaster komplett zu machen, entert auch noch ein Trupp Marines vom Battlestar „Pegasus“ die Hesperios. Ihr Auftrag: Die geheima Fracht konfiszieren, die Besatzung festsetzen und das Schiff zum Flottenstützpunkt nach Picon bringen. Doch währenddessen bricht der Angriff der Zylonen über die 12 Kolonien herein…

    Dass es Zylonen gibt, die wie Menschen aussehen, wurde den Überlebenden der „Sun Chariot“ während des Zylonenangriffs bewusst, im eigentlichen Spiel gab es aus ganz nahe liegenden Gründen keine „Skinjobs“: Keiner der Zylonendarsteller aus der Serie hatte ausreichend Zeit und Deutschkenntnisse um teilzunehmen. Aber Tricia Helfer hat uns viel Spaß gewünscht. Das war nett. [Kurze Guddybemerkung am Rande: Starbuck war im Original ein Mann, wurde für die neue Serie also einer Geschlechtsumwandlung unterzogen – nebst anderer, allgemeiner Änderungen. Da hätte ein „verändertes“ Aussehen eines Skinjobs doch auch gepasst!]

    Aber nur weil wir als Spieler wussten, dass es keine „Skinjobs“ an Bord geben kann, tat das der Paranoia an Bord keinen Abbruch und auch sonst war es mit dem Zusammenhalt nicht weit her. Wie in der Serie waren sich auch beim „Projekt Exodus“ die letzten Menschen nicht zu schade, sich gegenseitig zu bedrohen, zu verletzen, zu unterdrücken, zu belügen und zu töten. Daher waren auch die letzten Minuten des Projektes sehr passend: Nach einer tagelangen Odyssee durchs Weltall endlich eine gute Nachricht: Wir haben Kontakt zu einem Schiff der kolonialen Flotte! Und zu einem Battlestar obendrein!

    Tja, Pech gehabt. Das Schiff war die Pegasus und wer die Serie kennt, weiß was das bedeutet. Für alle Anderen: Alles „wichtige“ Personal (Techniker, Ingenieure, Piloten, Soldaten) wird in den Dienst an Bord der Pegasus gepresst, alle verwertbaren Teile geplündert und das Schiff – zusammen mit allen verbleibenden Menschen – zurückgelassen. Als der entsprechende Funkspruch (Sinngemäß: “Wir kommen an Bord, alles militärische und politische Personal soll sich auf die Extraktion vorbereiten, der Antrieb und die Vorräte werden beschlagnahmt“) auf den Hesperios eintraf, brach auf der Brücke die Hölle los. Die Marines versuchten die Crew zu überwältigen, die Zivilisten griffen zu Waffen und das Ganze endete in einem Blutbad. Die Moral der Geschichte: Die Menschheit braucht keine Zylonen, sie ist sich selbst Feind genug.

    Klingt arg düster, nicht wahr? War es auch. Aber es gab auch immer wieder Szenen, die mich daran glauben lassen, dass der Mensch, auch wenn er zum Schlechten neigt, auch zum Guten fähig ist. Es gab freundliche Worte unter Fremden, es gab Bewaffnete, die ihr eigenes Leben aufs Spiel setzten indem sie eben NICHT abdrückten, es gab Menschen, die bis zum Schluss Mitgefühl und Hilfe für ihre Mitmenschen aufbringen konnten und es gab Menschen, denen es in ihren letzten Stunden gelang, ihre eigenen Dämonen zu vertreiben und ihrem Leben – und sei es noch so kurz – einen neuen Sinn zu geben. Menschen sind schon eine verdammt schräge Spezies.

    Das Projekt Exodus ist ein Bildungs-LARP. Inwiefern konnte das umgesetzt werden? Wie war die Nachbesprechung? Hat es sich im Grundsätzlichen vom ordinären LARP unterschieden? Wenn ja: Wie?

    Wenn man sich die Antwort auf die vorherige Frage durchliest, dann wird glaube ich relativ deutlich, dass wir ein sehr ernsthaftes und trotz des Science-Fiction Hintergrundes sehr realistisches Spiel gespielt haben. Viele der Situationen die wir erlebt haben, haben bei mir Fragen aufgeworfen, die ich definitiv mit nach Hause genommen habe. Fragen, die in meinen Augen auch Teil der politischen Bildung sind: „Gibt es einen „gerechten Krieg“ oder nur einen gerechtfertigten Krieg oder nur Rechtfertigungen für Krieg?“; „Darf Folter angewandt werden?“; „Darf eine Person gefoltert werden um die Sicherheit von 80 anderen zu gewährleisten?“; „Ist ein Mord weniger verwerflich, wenn das Opfer selbst ein Mörder ist?“; „Darf man das Überleben von Menschen von ihrem Nutzen für die Gesellschaft abhängig machen?“. Erwachsenenbildung darf solche Fragen aufwerfen und soll dazu anregen, sie für sich selbst und im Austausch mit anderen zu beantworten. Das ist gelungen. Ich bin da ein gutes Beispiel für. Ja, ich hatte zu den meisten dieser Fragen auch vorher schon eine Meinung und die hat sich auch nicht grundlegend verändert. Aber das Projekt Exodus hat diese – und noch viele, viele weitere – Fragen für mich aktuell und erlebbar werden lassen. Darüber hinaus habe ich als Multiplikator fungiert und in meinem Bekanntenkreis einige Diskussionen zu diesen Fragen angestoßen. Bildungsauftrag erfüllt würde ich sagen.

    Der große Unterschied zu anderen, „normalen“ LARPs lag für mich darin, dass es nicht nur sehr viele, sehr intensive Szenen in einer hochgradig immersiven Spielumgebung gab, sondern diese Szenen und die Inhalte des Spiels einen starken Bezug zu unserer Realität haben. Ja, intensive Szenen erlebe ich auch beim Fantasy-LARP oder beim Vampire-Live, sie sind aber durch das Szenario und die Spielweisen erheblich „weiter weg“ von der Realität. Das geschlossene Setting, das Episodenspiel und die vorgegebenen Charaktere haben dazu sehr beigetragen, ebenso wie das „Play2Lose“ Konzept.

    Play2Lose bedeutet, die Handlungen des Charakters so zu gestalten, dass die reelle Möglichkeit besteht zu scheitern. Das kann zum Beispiel ein Mord sein, der nicht klammheimlich in einer dunklen Ecke passiert, sondern mit einer wütenden Anklage vor aller Augen. Oder geheime Botschaften, die für eine Weile unbeaufsichtigt in der Messe der Hesperios herumliegen. Oder ein Spieler der seinen Charakter seine Schusswaffe verlieren lässt, um eine neue Dynamik ins Spiel zu bringen. Oder, oder, oder…)

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    Welches Fazit ziehst du?

    Mein Fazit: Wow! Ich bin immer noch – mehr als einen Monat nach dem Spiel – hellauf begeistert. Wenn es ein Exodus 2.0 geben sollte, ich wäre sofort dabei. Dieses Spiel war das intensivste, aufwühlendste und packendste, das ich in meiner LARP-Karriere erlebt habe. Mehr davon.

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    Mehr von Rhoddy zum Thema „Projekt Exodus“ findet ihr natürlich auch auf seinem Blog. 


  20. 3. März 2015 | Veröffentlicht unter Rollenspiel, rund um Rollenspiele.

    Den Rollenspielchar zeichnen lassen

    Von

    Auf’s Auge“ lautet das diesmonatige Thema des Rollenspielkarnevals. Gemeint sind nicht Schlachten oder DSA-Bashing (Och, wie schade…), sondern Visualisierungen in Form von bspw. Bildern am Spieltisch. Für mich liegt da nichts näher, als über das Zeichnen von Rollenspielcharakteren zu plaudern, immerhin produziere ich gerne das ein oder andere gepimpte Strichmännchen.

    Rollenspiel findet natürlich in erster Linie im Kopf statt. Dort, wo die Worte der Mitspieler Bilder entstehen lassen. Dennoch finde ich es nicht verwerflich, gerade den Spielercharakteren ein gezeichnetes Gesicht zu geben, das man bei der ersten Runde mit diesem Char durch die Runde gehen lassen kann. Doch woher so ein Bild nehmen? Zwar ist das Internet voller Photos und Artwork, doch etwas zu finden, das wie die Faus auf’s Auge passt, ist nahezu ein Ding der Unmöglichkeit. Doch zum Glück [Bis hierhin liest es sich wie ein schlechter Werbetext. Ich sollte zum Springerverlag gehen.] gibt es neben den Conventionzeichnern auch Künstlerseiten und (Rollenspiel)foren, in denen sich (Hobby)Künstler tummeln, die gerne Charakterbilder erstellen. Manche gestalten es gratis, während sich andere für ihre Mühen entlohnen lassen. Eine gute Anlaufstelle, um einen passenden Künstler zu finden, ist auch DeviantArt und auch die Avatarschmiede bietet Charakterportraits an – allerdings werden dort eigentlich Forenavatare erstellt.

    Oder man macht es selbst. Wie ich. Und wie ich das mache, das zeige ich euch jetzt. [Hey, die Sendung mit der Maus hat Geburtstag! Da habe ich auch noch einen weiteren guten Grund, im Tonfall von Springer auf die Maus umzusteigen!] Gezeichnet habe ich in diesem Fall den Charakter von Alex, seines Zeichens Anfang 20 und begeisterter DSA-Spieler. Sein Char:

    Sie heißt Vanka und ist 26 Jahre alt. Sie ist Gjalskerländerin, groß und stark. Ihre Muskeln sollen schon so aussehen dass sie die meisten Männer in den Schatten stellt. Ihre Haltung stelle ich mir so vor: Die Hände in die Seiten gestützt, nicht ganz frontal und ernst den Betrachter ansehend. Sie hat langes, rotes Haar, blaue Augen und volle Lippen. Sie trägt bauchfrei, einen Brustschutz mit Metallschuppen mit Fell darunter. Am rechten Arm trägt sie einen großen Armreif mit Kringelmuster und am linken ein einfaches Lederarmband, am Oberarm auch noch ein Armband. Sie trägt Ketten mit Knochenplättchen. Ihre Kriegsbemalung: Beide Schulter je zwei Dornen, quer über die Augen, vertikal über Lippe und Kinn, rechter Bauch. Drei Narben: Rechte Hüfte, von der rechten Wange bis zum linken Auge, das blind ist, und quer über die Brust. Sie ist resolut, sehr direkt.

    vanka2Das erste WIP

    Ich zeichne es immer erst sehr grob vor, damit etwaige Änderungen nicht allzu viel Zeit kosten. Der Körper ist ein Strichmännchen, darüber zeichne ich auf einer zweiten Gimp-Ebene die Kleidung, da ich gerade die sehr oft ändere und es mit der zweiten Ebene leichter geändert werden kann. Die Narben sind rot, das sind die schwierigsten Parts bzw. die Parts, die am häufigsten beim ersten WIP in der Position geändert werden müssen.

    Die Änderungswünsche

    Das Gesicht sollte kantiger werden, die Waffe fand er blöd (ich weiß im Nachhinein auch gar nicht mehr, warum ich sie überhaupt gezeichnet hatte. War ja gar nicht verlangt gewesen 0:) ) und die Kriegsbemalung auf der rechten Schulter sollte in Kreisformen geändert werden und die Farbe wechseln. Dass sie größere Brüste bekommen soll, war fast obligatorisch. Außerdem: Das Oberteil sollte Triangelform bekommen, die Narbe am Bauch sollte verschwinden und zwei Ketten waren eine zu viel!

    vanka3WIP Nr. 2

    Auch hier habe ich natürlich versucht, die Wünsche umzusetzen und schon die Schattierungen gesetzt. Das ist der Schritt, der am meisten Zeit kostet. Auch hier arbeite ich mit diversen Ebenen, jedes Accessoire, jedes Kleidungsstück erhält eine eigene.

    WIP Nr. 2 sollte nach den Änderungswünschen soweit mängelfrei sein. Manchen fällt dann allerdings noch ein, dass sie statt der langen Haare lieber kurze haben wollen – kein Problem, das kann ich noch ändern. Aber hier zu sagen, dass die komplette Pose doch eine andere sein soll, halte ich für unangemessen; kommt aber leider immer mal wieder vor. Bei Alex zum Glück nicht! :)

    Die Änderungswünsche

    Alex fand den Bauch komisch und natürlich fehlten noch die Narben. Ach und das Silberarmband war offensichtlich kein Lederarmband.

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    vanka4WIP Nr 3

    Von meiner Seite aus wäre das so fertig, aber natürlich würde ich noch Details ändern. Gleichzeitig schicke ich auch noch bei Bedarf eine Version mit drauf geklatschten Farben mit um zu sehen, ob sie so passen würden. Alex wollte es dann aber lieber in Grautönen behalten. :)

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     Und jetzt?

    Charaktere anderer Leute zu zeichnen finde ich  unglaublich spannend! Zu sehen, ob die eigenen Vorstellungen, die man aufgrund einer simplen Beschreibung erhält, auch ungefähr den Kern der Sache trifft. Meistens liegt man auch erstaunlich richtig! Das sehe ich nicht nur an mir, sondern besonders an anderen Zeichnern oder 3D-Künstlern. Je mehr man über den Char erzählt, desto besser ist es natürlich.

    Habt ihr denn schonmal euren Charakter zeichnen lassen oder habt ihr es vor? Oder seid ihr dem grundsätzlich eher negativ eingestellt?