Archiv der Kategorie: rund um Comics

Einmal auf einem Comiccover zu sehen sein…!

Die Träumchen eines handelsüblichen Comicliebhabers:

♠ Besitzer eines Comicbuchladens zu sein
♣ Dort bei einem gemütlichen Käffchen und in bestem Ambiente Comics genießen
♥ In regem Austausch mit Gleichgesinnten zu stehen
♦ Dominant auf dem Cover einer geliebten Comicserie zu sehen sein

Nachdem wirf nun gemeinschaftlich in jene so phantastischen wie imaginären Gefilde gedriftet sind, lasst mich euch Ariell Johnson vorstellen: Sie ist die stolze Besitzerin eines Comicbuchladens in Philadelphia mit dem schmuckvollen Namen Amalgam Comics & Coffeehouse,Inc., der gleichzeitig als Coffeehouse sein Dasein fristet. Sie steht gleichwohl in kreativem Kontakt mit Comicfans, als auch mit Schaffenden des Geektums und – sie ist in wenigen Tagen auf einem Variantcover von Invincible Iron Man #1 zu sehen.

Als sie, 32jährig, im Dezember letzten Jahres als erste Schwarze an der Ostküste ihren Comicladen eröffnete, hätte sie sich letzteres vermutlich nicht vorgestellt. Sie, die ohne die Comicreihe „Magik“ mit Storm Dank fehlender Diversität fast das Interesse an Comics verloren hätte, ist jahrelang dennoch ihrer Passion gefolgt. Ihre Liebe zu Comics und Geektum in all seinen Facetten führte sie letztendlich auf das Cover neben Riri Williams aka Ironheart aka „neue Ironman“ und versinnbildlicht damit nicht nur, dass Leidenschaft gerne auch mal zu persönlichem Erfolg führt, sondern auch, dass die Balance der Repräsentation auch in Comics Einzug hält.

Realisiert wurde das Variant Cover für ihren Shop von der Künstlerin Elizabeth Torque.

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Der Iron Suit bekommt neuen Inhalt

„Es ist ein neuer Held in der Stadt. Und sie wird das Marvel-Universum im Sturm erobern.“

Marvel übt sich nach Spider-Man, Hulk, Ms. Marvel und Thor nun ein weiteres Mal um Diversität im Superheldenuniversum. Rundumerneuert wird dieses Mal Iron Man, der ab Oktober von einer afroamerikanischen jungen Frau verkörpert werden darf. Nein, Tony Stark hat sich keiner multiplen Umwandlung unterzogen, sondern wird im Zuge der Reihe „Civil War II“ den Anzug an den Nagel hängen – oder in ihm dahinscheiden, denn die genauen Umstände sind noch nicht bekannt. Und selbst wenn: Hier herrscht spoilerfreie Zone. (Wusstet ihr eigentlich, dass Aryas Direwolf Nymeria in der aktuellen 6. Staffel von Game of Thrones Königin des Mushroom Kingdoms wird? HA!)

Die neue Iron Man, die noch auf der Suche nach einem passenderen Namen ist, heißt bürgerlich Riri Williams, besitzt einen bemerkenswert hohen IQ und studiert bereits jetzt, mit 15, an dem renommierten Massachusetts Institute of Technology. Selbstverständlich hat sie sich selber auf ihrem eigenen Zimmer einen Iron Man-Anzug gebastelt, schließlich darf man nicht einfach so Iron Man werden. Dafür verantwortlich zeichnet sich Brian Michael Bendis, der bereits Miles Morales als Spider-Man auf den Weg geschickt hat.

„(…) there was a part of an audience crawling through the desert looking for an oasis when it came to representation, and now that it’s here, you’ll go online and be greeted with this wave of love. (…) I think what’s most important is that the character is created in an organic setting. We never had a meeting saying, “We need to create this character.” It’s inspired by the world around me and not seeing that represented enough in popular culture.“ Brian Michael Bendis

Ein an sich löbliches Unterfangen, doch natürlich kann es keine Ankündigung ohne kritische Stimmen geben, die beispielsweise bemängeln, dass die Figuren zwar divers werden, die kreativen Köpfe dahinter jedoch nicht. Und natürlich das allgegenwärtige, geseufzte „Muss das schon wieder sein…?“

Ich persönlich bin da noch immer zwiegespalten. Einerseits finde ich es gut, wenn man die Popularität bereits gestandener Superhelden nutzt, um Diversität einzugliedern. Andererseits bin ich nicht ganz zufrieden damit, eben jene Helden einfach mit anderen Figuren zu ersetzen. Ich sollte mich vielleicht bei einer Metzgerei bewerben, denn: Frischfleisch, ich brauche Frischfleisch!

Im Herbst wird Riri Williams offiziell in den Anzug steigen, von Bendis geschrieben und von Stefano Caselli gezeichnet.

„Wer rockt härter: Batman oder Superman?“ Endlich geklärt!

Dieser Kampf ist älter als jener zwischen David gegen Goliath, härter als der zwischen Cylonen und Menschen und tragischer als das Verhältnis zwischen Dr. Cox und J.D.: Batman vs. Superman.

Während es mir persönlich schon seit Jahrhunderten klar ist (It’s Batman.) bekämpfen sich die Anhänger der wandelnden Fledermaus mit jenen der omnipotenten Schmalzlocke mit leidenschaftlicher Inbrunst.

Auch Kerry Callen hat sich mit dieser weltbewegenden Thematik beschäftigt und eine Lösung entwickelt, die eines Einsteins würdig wäre: Er hat die Cover der beiden Helden genommen und den jeweils anderen durch den Battlepartner ersetzt. Wo einst Superman seine Frisur korrigierte, darf nun Batman grummeln und umgekehrt.

For decades, fans have argued who is the better superhero, Superman or Batman. It recently occurred to me that the best way to determine this is to see how they’d fare if one replaced the other on their comic covers. Will one fare better than the other? This should decide once and for all who’s superior! I selected six covers and then created six alternative images.

Ein idiotensicheres System! Nur: Wer wird tatsächlich gewinnen? Das forscht ihr am besten in Callens Blogartikel nach. Meine Lieblingsbilder habe ich hier angefügt.

Guckt euch nur mal Banes Gesichtsausdruck an! Herzallerliebst! ♥

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[Hörbuch] Locke&Key

Vor vielen, vielen Jahren, als der Blog noch jung und mein Schreibstil noch jungfräulich war, ja damals schrieb ich über einen Comic, der es mir unheimlich angetan hatte: Locke&Key von Joe Hill. Eine dezent horroreske, mystisch anmutende Geschichte um ein Haus, das geheimnisvolle Türen beherbergt, die nur durch spezielle Schlüssel geöffnet werden können. Tut man einen Schritt hindurch, verwandelt man sich: Wird größer, unterzieht sich einer Geschlechtsumwandlung oder- Nein, das solltet ihr selber lesen oder… hören. Denn die mittlerweile in sieben Bänden abgeschlossene Comicreihe wurde als Hörspiel realisiert.

Bei Audible könnt ihr das komplette, 13-stündige Hörbuch ab heute und bis zum 4. November gratis herunterladen. Für Erstkunden wird noch unfassbar freundlicherweise ein Abo mit in den Einkaufwagen gepackt, doch kann man dieses auch wieder herauslöschen. Es ist derzeit nur in englischer Sprache erhältlich, wobei über 50 Sprecher verpflichtet wurden. Unter anderem Haley Joel Osment (Entourage, The Sixth Sense), die großartige Tatiana Maslany (Orphan Black) und Kate Mulgrew (Orange Is the New Black, Star Trek: Voyager).

Die ersten zwei Stunden, die ich mir bislang zu Gemüte geführt habe, fangen die Atmosphäre der Comics gut ein und lassen Gutes hoffen. Die Sprecher machen ihre Sache bislang gut und authentisch. Vielleicht wird es das Hörspiel auch schaffen, zum Ende hin den Spannungsbogen zu halten, statt abzuflachen, wie es mir mit den Comics ergangen ist. Zu sehr drifteten diese ins Jugenddrama ab und ließen den leisen Horror auf der Strecke. Doch gerade die ersten Bände kann ich nach wie vor sehr empfehlen – und das Hörbuch bislang auch.

Den Link gibt’s hier

Zwischenzeitlich war auch von einer Serie und einem Film die Rede, doch wurden beide Projekte bereits abgebrochen und für tot erklärt. Die Rechte der Comics liegen derzeit wieder friedlich schlummernd bei IDW Comics.

Am Samstag ist Gratis Comic Tag

Am Samstag hat man wieder die Gelegenheit, beim Comicladen seines Vertrauens kostenlose Comichefte zu ergattern. Rund 240 Händler nehmen an dieser Aktion teil – ob auch in eurer Nähe, könnt ihr hier sehen. Diese bieten nicht nur die insgesamt 34 Comics diverser namhafter Verlage an, sondern teilweise auch Aktionen wie Signierstunden oder Zeichenwettbewerbe.

Da ich gerade die 34 Comics erwähnt habe: Natürlich kann man nicht in die Läden marschieren und sich wahllos mit Comics eindecken. Nein, zum Angebot des Gratis Comic Tages gehören besagte rund 3 Dutzend Comichefte, die hier aufgelistet sind. Meine besonderen Empfehlungen dabei sind das wunderschön gezeichnete Love, das ohne Worte auskommt und pro Issue eine Tierart in den Fokus stellt, Futures End, das für sich selbst sprechen sollte und natürlich Elfquest: The Final Quest, das ich hier bereits vorgestellt hatte. Insgesamt wird eine breite Auswahl angeboten, die von Superhelden über Klassiker bishin zu wenig bekannten Figuren und Künstlern reicht.

Vielleicht ist dieser Tag die richtige Gelegenheit, mal wieder oder auch zum ersten Mal einen Comicladen zu besuchen und in die dortige Auswahl hineinzuschnuppern? Auf auf! Lest in Elfquest rein! Das ist die Gelegenheit!

Ms. Marvel gegen Islamophobie

Kamala Khan ist eine der ersten muslimischen Superheldinnen, die Marvel zu bieten hat. Als Ms. Marvel bekämpft sie allerlei garstiges Gezücht, wobei sie allerdings auf die Fiktion beschränkt wurde. Nun macht sie auch noch einen Schritt in unsere Dimension hinein und drückt islamfeindlichen Busbannern ihren Stempl auf.

Gestartet vor etwa einer Woche von der American Freedom Defense Initiative durch die islam“kritische“ Aktivistin Pamela Geller, fahren die Busse fröhlich durch San Francisco. Botschaften verbreitend, die meines Erachtens nach dem Verständnis des Islam nicht gerade dienlich sind; mehr noch, die Furcht und den Hass gegenüber dem Islam im Generellen  schüren sollen. Natürlich geschützt durch den 1. Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten, der bspw. die Meinungs- und Pressefreiheit in den Fokus stellt. (Zu Recht.  Redefreiheit gilt es in der Tat zu schützen. Von Hassreden u.ä. bin ich trotzdem kein wirklicher Freund.)

Hier kommt Ms. Marvel ins Spiel, die mit ihrem Gesicht die Banner verschönert und die Botschaften durch aufgeklebte, zusätzliche Sätze deutlich verbessert. Wer auch immer dafür verantwortlich ist: Vielen Dank dafür!
Mist. Jetzt bin ich doch ein wenig politisch geworden auf dem Blog.

( . )( . ) Die Boob Window Ära geht zu Ende!

pgboohooKara Zor-L aka Kara Starr aka Power Girl landet nach einer Explosion zurück auf ihrem Heimatplaneten – und lässt ihre Super-Identität zurück. Schwupps, wird diese auf Tanya Spears übertragen, ihres Zeichens schnöde Bewohnerin des uns so gut bekannten Planeten Erde. Tanya ist eine hyperintelligente Siebzehnjährige. Ganz im Gegensatz zur manchmal dezent grenzdebil wirkenden Kara Starr: „Ich wollte auch ein Heldensymbol haben, wie du, Superman… aber.. mir ist nichts eingefallen.. und somit.. habe ich nun dieses Loch.. hier.. diese Leere direkt über meinem Herzen…“

Tanya trägt nun also diese bezaubernde Kombination aus Jäckchen und Engchen, die sehr der ähnelt, die sie bereits hier getragen hat. Ich vermisse das Tittenfenster. Ganz im Ernst. Das war doch das, was Power Girl ausgemacht hat! Zumindest ein wenig. Viel wichtiger ist natürlich die Auswertung der Antworten zur Frage, die ich beim letzten Super-Umstyling gestellt hatte: Wer wird die nächste Heldin sein? Ich hatte auf She-Hulk getippt, Momo auf Tony Stark und Stefan auf Cpt. Marvel. Wir sind alle Kackboobs und hätten es besser wissen müssen! Offiziell den Teen Titans beitreten wird die schwachbrüstige neue Power Girl Ende Januar mit Numme #6.

Falls jetzt noch ein Superheld meint, sich verjüngen und neu ausstatten zu müssen,darf er das gerne ohne mein Wissen tun. Langsam werden die mir doch alle zu jung! Sind wir hier im Superheldenkindergarten? Unverschämtheit! Und jetzt entschuldigt mich, ich muss meinen Gehstock suchen, damit ich die Jungspund-Zeichner verkloppen kann!

Ausgerechnet das Boob Window! Es hat euch doch nichts getan!

POWER-GIRL
Image Credit: DC Comics

 

Spider-Womans neue Kleider

Nach Batgirl geht es nun auch Jessica Drew a.k.a. Spider-Woman an den Kragen – im wahrsten Sinn des Wortes. Auch sie wurde zum Shoppen geschickt, um ein realistischeres Girl-Next-Door-Kostümchen zu kaufen, das die vermutlich  mottenzerfressene Spandexkluft ersetzen soll, die sie immerhin 40 Jahre lang getragen hat.

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Kris Anka zeichnet sich für das Design verantwortlich, das heute im Mobile Game Spider-Man Unlimited, in dem Spider-Woman ein spielbarer Charakter ist, an den Start geht. In den Comics wird das Kostüm mit der im März erscheinenden Spider-Woman #5 zum ersten Mal zu sehen sein, für dessen Zeichnungen Javier Rodriguez verpflichtet wurde. Zum Warum hat Spider-Woman Reakteur Nick Lowe immerhin eine gute Erklärung: „Spider-Man isn’t really a detective — he swings around looking for trouble, whereas Jess needs to go and figure stuff out and dig things up, and you can’t really do that head to toe in spandex very well

Ich persönlich sehe natürlich auch, dass es eine realistischere, bequemere Variante ist, die ich auch selber tragen würde. Vermutlich eher als Spandex, bei dem ich wohl drei Tage bräuchte, um mich anzuziehen. Und das ist noch vorsichtig ausgedrückt. Aber irgendwie… gefällt mir der Trend nicht so recht. Wann dürfen Comichelden eigentlich wieder „echte“ Comichelden sein? Super-Man statt Alltags-Man? Ich alte, verbohrte Schachtel, ich! Aber gut, auf das Kostüm allein kommt es zum Glück nicht an.

Davon abgesehen ist das neue Kostüm nun auch nicht extrem weit – es könnte fast immernoch Spandex sein. Und es ist sexy geblieben! Finde ich. So als Frau. Wie findet ihr den Trend hin zum Realismus und zum Joggingoutfit?

Ich nehme auch gerne Wetten an! Wer wird die nächste umgestylte Heldin sein? Ich tippe ja auf She-Hulk. Gekleidet in fancy Leggins mit Joggingjacke und Chipskrümeln! (Nur echt mit dem grünen Nagellack. Yeah.)

Spiderwomanprofile

Bilder: Marvel

Batman: Es nippelt wieder!

Joel Schumacher, jener Amerikaner, der sowohl bei Batman Forever, als auch Batman&Robin (Schwarzenegger als ominöser Kühlschrank) Regie geführt und uns die nippelbewehrten, heiß diskutierten Kostüme geschenkt hat, wird weiter an seiner Version des Fledermausmannes arbeiten. Jener Regisseur also, der vieler Leute Meinung nach den Batman der 90er zerstört hat. Immerhin hat er sich vor einigen Jahren dafür entschuldigt, die Fans enttäuscht zu haben.

Wait. Ist nun also ein weiterer Batmanfilm Joel Schumachers in Planung? Nicht ganz. Es handelt sich vielmehr um einen zwölf Ausgaben umfassenden Comic, der vom einstigen Regisseur geschrieben und von Dustin Nguyen gezeichnet werden soll. Die Comicreihe wird voraussichtlich die Story des für ’99 geplanten – und aufgrund der Reaktionen fallen gelassenen – Sequels von Batman&Robin umfassen, die den Titel Batman Triumphant trägt und dessen Script von Mark Protosevich geschrieben wurde.

Hauptantagonist sollte Scarecrow sein, während Harley Quinn als Tochter des Jokers nach Rache sinnt. Eigentlich gar keine so schlechte Ausgangslage, zumal damals wohl unter anderem EwanMcGregor als Scarecrow in Erwägung gezogen wurde. Die erwartete Anheuerung Madonnas als Harley Quinn jedoch… lasse ich kommentarlos so mal stehen.

Nun wird es ohnehin ein Comic und kein Film, Schauspieler (oder Popsänger) müssen also gar nicht erst gecastet werden. Und, unter uns gesagt: Ich mochte Batman&Robin, dessen „Sillyness“ und das Comichafte. Ja, wirklich. Das ist einer meiner vielen Guilty Pleasures. Daher freue ich mich, dass nun zumindest in Comicform am Sequel gearbeitet wird! Ernsthaft. Ob die fertige Fassung nun Nippel beinhalten wird, bleibt freilich abzuwarten.

(via)

Comicläden im Profil: Fantastic Store in Köln

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Wie so viele Comicläden ist auch der Fantastic Store ein von außen unscheinbarer, klein erscheinender Laden, der erst beim Betreten seine volle Wirkung entfaltet. Reihenweise gut sortierte Comics, von Marvel und DC über Graphic Novels bishin zu Manga; das comicliebende Herz hüpft beim Anblick dieses Sortiments, das kaum Wünsche offen lässt.

RüdigerEbenso freundlich wie vom überraschend hellen Ambiente wird man auch vom Ladenbesitzer Rüdiger selbst empfangen. Er, der den Laden nun bereits im fünften Jahr führt und der von sich selber gerne zugibt, auf den ersten Blick ertwas ruppig zu wirken. Man merkt jedoch schnell, dass sich hinter dieser Art kein allgemeiner Griesgram verbirgt, sondern vielmehr eine ehrliche Haut, die andere schlichtweg ungerne „umtanzt“; wie er es nennt. „Hier ist jeder Du, egal ob 6 oder 66, da mache ich auch keinen Unterschied. Ich versuche, immer straight zu sein, was manchmal auch etwas ruppig wirkt. Ich umtanze niemanden, obwohl es Leute gibt, die umtanzt werden wollen.“ Ja, das kann ich vom ersten und zweiten Eindruck gerne so unterschreiben.

Es ist ein kameradschaftlicher Ton, der hier herrscht, Gespräche werden auf Augenhöhe geführt. Mit vielen der Stammgäste ist er mittlerweile privat befreundet, kennt zumindest die meisten Pappenheimer gut. Gut genug jedenfalls, um auf den regelmäßigen Flohmarktbummeln auch mal den ein oder anderen Comic für Stammkunden mitzunehmen, denn Wünsche behält er gerne mal im Hinterkopf. Dabei ist es ihm wichtig, nicht mit der Wohlfahrt verwechselt zu werden. Oftmals kämen Kunden zu ihm, die von ihm wohl Berge versetzt und etwa einen Comic zu einem Kurs haben wollen, der utopisch sei.  2 von 10 Wünschen seien nicht realisierbar, stellt er klar und wirkt dabei doch recht rigoros.  Verständlich, ist der Beruf eines Comicbuchhändlers doch ohnehin ein Vollzeitjob, der zwar gerne und mit Liebe geführt wird, aber nichtsdestotrotz härter ist, als man es sich vorstellen mag.

comicsZwar waren für meine Begriffe viele Besucher anwesend, doch erklärt mir Rüdiger schnell, dass es einen herben Kontrast zwischen Besuchern und tatsächlichen Kunden gibt. Die finanzielle Basis des Comicladens bildet das Abosystem. Rund 220 Abonnenten verzeichnet der Fantastic Store derzeit. Bei dem Abonnement-Service kann man sich für eine oder mehrere aktuelle Manga- und Comicreihen einschreiben, deren neu erschienene Bände man bequem in ein bereit gestelltes Fach im Laden gelegt oder geich per Post zugeschickt bekommt. Auf Wunsch wird man auch per Anruf benachrichtigt. Ein unverbindliches System, das scheinbar gut funktioniert. Von diesen 220 Abonnenten sind übrigens ~50 weiblich. Keine typischen Mangaleserinnen, wie mir Rüdiger versichert, sondern auch Leserinnen von beispielsweise Superheldencomics. Dieser hohe Frauenanteil sei jedoch eher untypisch, scheinbar fühlen sich die Mädels im Fantastic Store gut aufgehoben. Etwas, das Rüdiger gerade im Messebereich schon ganz anders erlebt hat. „Manche Männer werden schon mal hysterisch. – Oh guck mal, ’ne Frau! – Das habe ich schon öfter erlebt, ja.“

Interessierte (Neu)Kunden werden natürlich auch individuell beraten. Mangabegeisterten wird er nicht unbedingt den neusten Spiderman empfehlen oder ihm automatisch seinen eigenen Lieblingscomic nahe legen. Auch neuen Trends unterwirft er sich nicht. Zwar laufe aktuell gerade Guardians of the Galaxy aufgrund des Blockbusters sehr gut, erzählt Rüdiger, doch relativiert er gleich im nächsten Satz: „Sonst merkt man die neuen Trends aber nicht. Spider-Man zum Beispiel. Da kam nach den Filmen vielleicht mal einer vorbei. Aber dran bleiben tun dann die wenigsten.“

IComicangeboten seiner 35 jährigen Laufbahn im Comicsektor hat er übrigens auch schon einige menschliche Dramen miterlebt. So berichtet er: „Es gibt die zwei ganz schlimmen Faktoren, an denen du Kunden verlierst. 1.: Er verliert den Job. Das ist das übelste. 2.: Er lernt eine Frau kennen. Es ist eine Katastrophe!  90% der Kerle, die eine kennenlernen, bekommen gesagt: „Hör auf mit der Kinderkacke“ Wie bei Nicolas Cage damals. Der hat wegen der Presley-Tochter seine US- ComcSammlung abgegeben -Hör auf mit dem Quatsch! – Einzelfälle, aber sie kommen immer wieder vor.“

Insgesamt wirkt der Comicladen sehr gut organisiert, Rüdiger in seinen Funktionen als Verkäufer, Berater und Inhaber sehr kompetent. Hier findet man nicht nur einige alte und neue Comicschätzchen, sondern auch das ein oder andere interessante Pläuschchen, denn Rüdiger ist niemand, der hinter seiner Theke gelangweilt an seinem Kaffee schlürft und Nägel feilt, allerdings auch niemand, der sich aufdrängen und einen damit aus dem Laden nerven würde.

Es wird mit Sicherheit nicht das letzte Mal gewesen sein, dass ich dort gewesen bin. Der nächste Besuch ist fest eingeplant, schließlich muss ich auch mal im Keller bei den tausenden Comicheftchen herum stöbern! Finden kann man den Comicladen im Süden Kölns, direkt an der Haltestelle Chlodwigplatz. (Anfahrtsbeschreibung hier) Sehen wir uns irgendwann mal dort? ;)

Im Überblick

Angebot: Querbeet, „quasi alles, was an deutschen Sachen publiziert wurde und wird“, US-Ware wird importiert
Events: Kooperationen mit dem Cöln Comic Haus, an das der Fantastic Store anschließt. Unter anderem Workshops und Signierstunden. Nächste Signierstunde mit Disneyzeichner Don Rosa am 13.Oktober
Teuerster Comic im Sortiment: Marvels Amazing Adventures 1 von 1961 (graded). Preis: 600€
Besonders gut verkauft sich aktuell: Attack on Titan, Naruto, Guardians of the Galaxy
comicladenTipp: „Kauft euch mal den ersten Guardians Band; a) ist der nicht teuer, b) ist er sowohl super geil geschrieben, als auch gezeichnet. Das kannst du lesen, ohne besondere Vorkenntnisse haben zu müssen. Das ist wichtig, du musst nicht alles andere vorher schon gelesen haben. Das ist das Problem mit den Superheldensachen, die  alle über Jahrzehnte hinweg ineinander greifen.“
Facebook-Präsenz: Wird gepflegt, allerdings: „Man darf Facebook nicht überstrapazieren, das nervt die Leute.“ Der Fantastic Store stellt auf Facebook bspw. die Neuanschaffungen des Ladens vor. Hier geht’s zur Facebook-Präsenz
Allgemeiner Eindruck: Familiärer Unterton, sehr aufgeräumt, große Vielfalt
Mein persönlicher Tipp: Geht in den hinteren Bereich zu den älteren Comicheftchen. Man kann unter tausenden amerikanischen und deutschen (Superhelden)Comics nach Herzenslust stöbern und für nicht viel Geld einige mitnehmen!

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Die Turtles im Wandel der Zeit

Halloweencostumes.com hat die verschiedenen Looks der Turtles durch die Jahre hübsch in einer Infografik zusammengefasst. Dass es die Turtles je zu einem – natürlich von PizzaHut gesponsorten – Musical geschafft haben, habe ich wohl verdrängt. Meiner Meinung nach haben sie sich insgesamt jedoch optisch ganz gut geschlagen. Lediglich die Musical-, Anime- und TVShowversionen fallen für mich stark ab. Wenig populär dürfte mein Geschmack sein, was die neuen Turtles angeht: Ich mag ihren neuen, individuellen Style sehr. Ich hoffe nur, dass ich das auch über den Film sagen können werde… wer weiß?

Welche Version gefällt euch optisch denn am besten oder vielleicht auch gar nicht?

Teenage Mutant Ninja Turtles Infographic
Infographic Created by HalloweenCostumes.com

Marvels neue Thor

„Haha Guddy, du hast ein R im Titel vergessen!“ Nope. Thor wird tatsächlich weiblich.

Wie gerade in der amerikanischen Sendung The View zu erfahren war, bekommt das Thoriversum ab Oktober eine neue Galionsfigur. Dem Thor, den wir kennen, wird nach einem noch nicht näher definierten Patzer das Recht abgesprochen werden, den Hammer Mjölnir zu tragen. Stattdessen wird ihn zum ersten Mal eine Frau in die Hand nehmen. Und das wohl nicht nur einen abgesteckten Zeitraum lang.

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Batman: Strange Days

Vor 75 Jahren erschien der erste Batman Comic. Grund genug, zu feiern und dem Fledermaushelden zu huldigen. Natürlich gibt sich auch Namensvetter Bruce Timm die Ehre, seines Zeichens Designer, Autor und Regisseur diverser Heldenserien inklusive Batman: The Animated Series.

Mit „Batman: Strange Days“ ist ihm ein schönes Minifilmchen gelungen, das nicht nur grafisch angenehm „back to the roots“ geht, sondern Batman auch mit einem seiner frühesten Antagonisten zusammenführt: Dr. Hugo Strange.

Batman vs. Joker – mal anders

Wie viele gute Batman vs. Joker Bilder gibt es? Fünfzig? Hundert? Das, was ich nun bei den Daily Deviations auf DeviantArt gesehen habe, ist definitiv eines der besten dieser Art. Im mittelalterlich-mystischen Setting angesiedelt, hat dieses Bild von der Singapurerin „Sandara“ meine Fantasie beflügelt. Benutzt der Joker-Drache die ihn umgebenen, grinsenden Ritter als Marionetten? Natürlich. Wie verbreitet diese Kreatur den Wahnsinn, der den Joker schließlich auszeichnet? Und wie verdammt soll der nur mit einem Speer bewaffnete Batman dieses gigantische Monster besiegen?!

Für mich sah der Joker noch nie furchteinflößender aus. Natürlich folge ich nun nicht nur Sandaras DeviantArt-Profil, sondern werde auch ihren Kindern und Kindeskindern folgen! Muhahaha! Ehm ja.

Hier geht’s zu Sandaras DeviantArt-Profil

Mittelalterliche Joker-Rüstung

Ja, ich hab’s zur Zeit mit „Medieval XY“, aber es ist auch einfach großartig!

Dieses Mal möchte ich euch diese Lederrüstung präsentieren, die, wie man unschwer erkennen kann, den batmanschen Joker portraitiert. Vom Helm bis zur Fußspitze wurde mit viel Sinn für die Details eine funktionstüchtige Rüstung geschaffen, die sich definitiv sehen lassen kann. Vielleicht hat jemand von euch bereits den mittelalterlichen Batman von derselben Rüstungswerkbank gesehen. Hier kann man übrigens ein paar WIPs der Jokerrüstung begutachten.

Diese „Rüstungswerkbank“ nennt sich „Prince Armory„, besteht seit 2007 und versteht sich als kreative Werkstatt für individuelle Rüstungen. Jedem Auftraggeber ein Unikat. Kopf des Ganzen ist der US-Amerikaner Samuel Lee, der bereits eine beachtliche Kollektion an Rüstungen zusammengestellt hat. Aquaman, Loki, Sylvanas Windrunner – einige Figuren, denen eine Lederrüstung verpasst worden ist. Ein Blick in die Galerien lohnt sich definitiv!

DeviantArt | Facebook | Website | Commission Info

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Mittelalterliche X-Men gehen in Petition

Ach verdammt, da fängt man einmal an zu studieren und zack, huschen solche Kleinode an einem vorbei wie schlittschuhfahrende Schlümpfe auf Speed. Obiges Foto zeigt bereits die Quintessenz des Ganzen: Ein begabter Künstler interpretierte die X-Men auf mittelalterliche Weise neu und modelte die Hintergrundgeschichte in den Details gleich mit um.

Nate Hallinan heißt der in Californien hausende Mann, der Folgendes dazu zu sagen hat:

This is a personal fan-fiction variation on the X-Men. I thought it would be a fun exercise to do the X-Men in an alternate medieval/fantasy reality. Prejudice and discrimination were rampant in our history. Being a darker and less civilized time, fear and hatred ran deeper making it an interesting setting for the X-Men. The task to protect and defend the ‘gifted’ would be near insurmountable.  I’ve created short background stories for each character and I will be posting those along with the final images. [Link zum Zitat]

Ich liebe diese finalen Bilder sehr! Offenkundig bin ich damit nicht allein: Lucas Martins schickte eine Petition ins Rennen, die die Realisierung dieser alternativen X-Men unter Marvels Fittichen zum Ziel hat. Unterschreiben schadet da denke ich nicht. Zum Schluss: meine vier Lieblingsbilder, sowie die obligatorischen Links zum Künstler selbst.

Website | Facebook-Fanpage | DeviantArt

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Goodbye, my brothers…

Vor einigen Monaten sah ich das erste Bild einer geplanten Reihe, die jeden der vier Turtles-Brüder einzeln in den Fokus stellen sollte. „Was wäre, wenn einer der vier übrig bleiben würde?“ Unter dieser Prämisse stehen die Werke, die ich künstlerisch unglaublich schön und eindringlich finde und euch deshalb nicht vorenthalten möchte, zumal er heute endlich den letzten Part – Leonardo – veröffentlich hat.

Gezeichnet und digital angepinselt wurden sie von dem Portugiesen DeadPea, der auch noch ein paar andere TMNT-relevante Arbeiten auf seinem DeviantArt-Profil verewigt hat. Ich glaube, Splinter soll auch noch in der dezent melancholisch angehauchten Reihe seinen Platz finden, bin mir jedoch gerade nicht sicher. Bei Klick auf die folgenden Thumbnails gelangt ihr sofort auf die entsprechende DeviantArt-Seite.

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Was passiert eigentlich wenn… Superman Dir in die Fresse schlagen würde?

Also wirklich, von den gefühlten drölfbillionen Videos, die ich in den letzten Tagen auf Facebook, Blogs und in meinem Kopf gesehen habe, ist dieses zweifellos das informativste und interessanteste. Denn: wer will bitte nicht wissen, was passiert, wenn man von Superman einen ungebremsten Kinnhaken bekommen würde? Dabei liegt diesem Video sogar eine nette Recherche zugrunde und die „Glaubhaftigkeit“ wird durch diverse Fakten und Zahlen untermauert. Auf Basis der Lichtgeschwindigkeit wird gerechnet, was das Zeug hält und zum Glück auch noch anhand anschaulicher Beispiele auch für Zahlenlaien schön verdeutlicht.

Zu welchem kurzen Fazit sie übrigens kommen? „Don’t piss off Superman“. Seems legit.

Heute ist „Read Comics In Public Day“

2010 von Brian Heater und Sarah Morean ins Leben gerufen, ist es noch eine recht junge Aktion, die so simpel wie nett ist: man konsumiere in aller Öffentlichkeit schamlos einen Comic, fotografiere sich unter Umständen sogar dabei und poste es bspw. auf der zuständigen Facebookseite oder wo man es sonst zeigen möchte und schwupps, hat man ein kleines Zeichen gesetzt. Dass Comics nicht nur für Kinder sind und nicht nur von eben jenen gelesen werden, beispielsweise. Dass Comicleser gar nicht mal so selten sind. Und letztlich zeigt man in der Masse auch, wer die Leserschaft ist – nämlich nicht nur der Klischeenerd.

Natürlich kann man Comics auch an einem anderen Tag in der Öffentlichkeit lesen. Morgen zum Beispiel. Oder, wenn man einen bestimmten DeLorean besitzt, auch gestern. Trotzdem finde ich solche Aktionen immer mal wieder nett, sie verbinden und man kann sich ein wenig mit anderen Comiclesern dieser Welt kurzschließen und seinem Voyeurismus frönen, indem man sich die Photos der Leute ansieht. Übrigens gibt es auch die Schwesteraktion „Women Read Comics in Public.“

Mein Photo ist ganz bescheiden, allerdings war nach dem einen mein Akku leer und wenn ich das nächste Mal hinaus in die weite Welt gehen werde, wird es erst am Abend sein, sodass ich jetzt kein besseres mehr nachlegen werde. Derzeit lese ich „Supergods“ von Grant Morrison. Ach, wo wir gerade bei Männern und Frauen sind (waren wir? In meinem Kopf war ich es!): diesen tumblr finde ich ganz possierlich: „Men reading women in comics„.

[„Make-Up“] Crossed

Angelehnt an Crossed(kann man das schon Cosplay nennen? *g*). Ich würde das gerne (mit passender blutbespritzter Kleidung und einem blutigen Phallussymbol in der Hand) zu Halloween kostümtechnisch nachempfinden, habe jedoch keine Lust, allen Leuten erklären zu müssen, wen ich darstellen soll und was für ein ominöses Kreuz ich da im Gesicht trage. Vielleicht nehme ich den Comic dann einfach mit, oder so. Achso, und sorry, wenn ich Fantasien entflügeln muss: ich trage auf dem einen Bild ein Tubetop. Und ich fühle mich hübsch. Das Make-Up sollte ich häufiger tragen.

[„Make-Up“] Crossed weiterlesen