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Extended takes am Beispiel von “Children of Men”

(Sowohl Artikel, als auch Video enthalten Spoiler zum Film!)

Der dystopische Sci-Fi-Film Children of Men zählt zu meinen absoluten Lieblingen. Die Geschichte rund um eine alternde Menschheit, die aus unbekanntem Grund keine Nachkommen mehr zeugen kann und daher in Chaos, Terror und Unterdrückung versinkt, wird unglaublich eindringlich erzählt und von fantastischen Darstellern getragen. Doch möchte ich hier keine Rezension schreiben, sondern auf ein besonderes Stilmittel eingehen, das die besondere, gefühlte Realität des Werkes unterstreicht.

Was ist der Extended Take?

Gemeint ist der Extended Take, also eine Aufnahme, die in einem Rutsch aufgenommen wird, ohne Cut. Er dauert oftmals mehrere Minuten und somit deutlich länger als ein gewöhnlicher Take. Die Schwierigkeit, die sich durch dieses Stilmittel ergibt, liegt auf der Hand: Schauspieler, Sound, allgemeine Optik, eventuelle Stunts(!), alles muss über einen relativ langen Zeitraum funktionieren, der Druck, der auf diesen wenigen Minuten liegt, ist höher als bei gewöhnlichen Szenen.

Nun denkt man vielleicht “Was? Eine Länge von ein paar Minuten ist lang für einen einzelnen Take? Seriously?” Achtet mal drauf. Solche Shots sind tatsächlich absolut nicht häufig.

Und was hat das jetzt mit Children of Men zu tun?

Children of Men indes nutzt diesen Kniff relativ häufig und zieht den Betrachter damit regelrecht in den Film hinein. Das wird gerade bei der Szene im Auto deutlich, die ihr euch im obigen Video ab Minute 3:33 ansehen könnt. Sie dauert geschlagene 247 Sekunden, also etwas über 4 Minuten. In der Zeit passiert unglaublich viel. Nicht nur, dass die Schauspieler ihre Arbeit leisten müssen, wird hier auch noch mit einem kleinen Tennisball punktgenau gespielt, ein Auto brennend herangerollt, einige Stuntmen bemüht, die teilweise unsanft zu Boden plumpsen, zwei Männer fallen von einem Motorrad, Leute werden erschossen, Blut fließt – und das alles von einer Kamera gefilmt, die sich mitten im Auto befindet und exakt und auf den Punkt bedient werden muss.

Von der emotionalen Seite her gesehen, war es eine der intensivsten im gesamten Film. Von einer heiteren Stimmung aus geht es rapide abwärts bis zum Knall des Todes Julians. Eine Frau, die man als Hauptcharakter angesehen hatte, die vor wenigen Sekunden noch gescherzt und Zärtlichkeiten ausgetauscht hatte – plötzlich tot. Das war für mich damals im Kino ein wirklicher Schock und auch eine mich nachhaltig beeindruckende Szene.

Dadurch, dass man als Zuschauer durch die auf den Beifahrersitz positionierte Kamera mitten im Geschehen sitzt, dadurch, dass es ohne jegliche Unterbrechung geschieht und die Blickrichtung der Kamera authentischer wirkt, fühlt es sich echt an.

Mir war das vorher einfach nicht bewusst. Ich hatte nie darauf geachtet, warum genau – abgesehen von der Story – dieser Film auf mich so stark gewirkt hat, welche Stilmittel hier benutzt wurden. Der Extended Take ist eines davon.

Vielleicht ist es euch bewusster gewesen als mir. Aber durch das obige Video habe ich ein kleines Aha-Erlebnis bekommen. Außerdem möchte ich meine Lust, Children of Men nochmal zu gucken, mit euch teilen. Los! Auf zum DVD-Regal und den Film einlegen!

I dare you!

Die Herausforderung ist simpel: Schaffst du es, das gesamte Video anzugucken? Kein Multitasking, kein gelangweiltes Klicken durch andere Tabs oder Aufrufen einer Twitternachricht. Nein, einfach dieses Video gucken. Keine Sorge: Am Ende wartet kein Schreckmoment auf euch.

Natürlich ist der Gedankengang, der hier präsentiert wird, nicht neu. Dass man viel Zeit im Netz verschwendet, möglicherweise mit Dingen, die man nach drei Sekunden wieder vergisst; dass man die zeit mit etlichen nebeneinander laufenden Dingen beschleunigt und am Ende den halben Tag mit Surfen vergeudet hat… wir alle kennen das. Ich selber ertappe mich immer wieder mal dabei, wie ich durch den Feedreader “lese”, nebenbei ein Youtubevideo höre, twittere und per Skype chatte. Es ist wieder an der Zeit, dass ich mein Internetleben ein bisschen entschleunige.

Das oben genannte Video ist tatsächlich nett, ich mag es generell sehr, wenn in Büchern oder Videos die “vierte Wand” durchbrochen wird.

Und? Habt ihr’s geschafft?

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A Link To The Mashup


Game of Thrones” ist ein kleines Nervthema für mich. Ich finde die Serie nicht nur leicht überschätzt, sondern das Internet auch zu überfüllt mit Bildern, Artikeln… tbc. Gut, beides geht ja auch irgendwie Hand in Hand. Dennoch bin ich nun verliebt! Verliebt in dieses Mashup aus GoT und Zelda, das definitiv Lust auf mehr macht. Zu schade, dass man auf keine Realisierung hoffen kann.

Auf Steves Youtubekanal lassen sich noch mehr kurzweilige Videos zu pixeligen Spielen finden. Ein Klick vorbei lohnt sich definitiv!

Den Link zum Mashup spare ich mir nun doch. Das Video seht ihr schließlich oben gut genug.

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Let’s Playerinnen und der Tittenbonus

Natürlich geht es, wenn man vom Tittenbonus spricht, nicht nur um Let’s Playerinnen. Übertragbar ist es auf so ziemlich jede Sparte, die sich als Männerdomäne versteht.

Das Video funktioniert hier eigentlich nur als Video, nicht als Text, daher fasse ich es an dieser Stelle nur zusammen: Gerne wird erfolgreichen Let’s Playerinnen vorgeworfen, sie haben es nur aufgrund ihres Geschlechts so weit geschafft. Das ist eine Farce, wenn man bedenkt, dass selbst diese weiblichen Wesen Arbeit, Herzblut und Leidenschaft in ihre Videos stecken – nicht unbedingt weniger als ihre männlichen Kollegen. Frauen müssen sich doppelt beweisen. Bei Männern dagegen wird gerne hingenommen, dass sie aufgrund ihrer Persönlichkeit und Kreativität erfolgreich geworden sind. Kann das in Ordnung sein? Ich denke doch nicht.
Vielleicht sollte man wirklich aufhören, überall nur die Geschlechter untereinander zu vergleichen und sich voller Neid an irgendwem zu messen. Man sollte lieber nach Leistung beurteilen. Und die kann man sowohl bei Männern, als auch bei Frauen finden – oder eben auch nicht.

Besonders bitter ist es für mich, wenn solch eine Aussage von Menschen kommt, von denen ich dachte, sie würden mich schätzen – ohne meinen “Erfolg” relativieren zu müssen. Dabei müssten gerade sie es besser wissen.