1. 30. Mai 2016 | Veröffentlicht unter Rollenspiel, rund um Rollenspiele.

    Eure ersten Heldenbögen

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    Neulich hatte ich ja gefragt, ob ihr noch euren ersten Heldenbogen besitzt. Häufigste Antwort:“ Nein. :( Aber ich habe einen gefunden, der fast so alt ist wie der erste!“ Aus dem traurigen Smiley lernen wir: Konserviert die ersten Heldenbögen eurer Kinder und Rollenspieljungfrau-Freunden! In dreissig Jahren werden sie euch dankbar sein, wenn ihr ihn auf der 40. RPC feierlich überreicht!

    2013 hatte ich übrigens nach dem häufigsten Einstiegscharakter gefragt und aus der Umfrage eine kleine Statistik gebastelt, deren Auswertung ihr hier sehen könnt. Die häufigste Spezies/Klassen-Kombination war demzufolge Mensch/Magier. Bei den hier nun eingesendeten Heldenbriefen steht eher der menschliche Krieger im Mittelpunkt. Ebenfalls auffällig: Ihr habt fast alle eine Sauklaue, ihr Ferkel! (Womit wir allerdings sooo viel gemeinsam haben!) Aber seht einfach selbst:


  2. 3. März 2015 | Veröffentlicht unter Rollenspiel, rund um Rollenspiele.

    Den Rollenspielchar zeichnen lassen

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    Auf’s Auge“ lautet das diesmonatige Thema des Rollenspielkarnevals. Gemeint sind nicht Schlachten oder DSA-Bashing (Och, wie schade…), sondern Visualisierungen in Form von bspw. Bildern am Spieltisch. Für mich liegt da nichts näher, als über das Zeichnen von Rollenspielcharakteren zu plaudern, immerhin produziere ich gerne das ein oder andere gepimpte Strichmännchen.

    Rollenspiel findet natürlich in erster Linie im Kopf statt. Dort, wo die Worte der Mitspieler Bilder entstehen lassen. Dennoch finde ich es nicht verwerflich, gerade den Spielercharakteren ein gezeichnetes Gesicht zu geben, das man bei der ersten Runde mit diesem Char durch die Runde gehen lassen kann. Doch woher so ein Bild nehmen? Zwar ist das Internet voller Photos und Artwork, doch etwas zu finden, das wie die Faus auf’s Auge passt, ist nahezu ein Ding der Unmöglichkeit. Doch zum Glück [Bis hierhin liest es sich wie ein schlechter Werbetext. Ich sollte zum Springerverlag gehen.] gibt es neben den Conventionzeichnern auch Künstlerseiten und (Rollenspiel)foren, in denen sich (Hobby)Künstler tummeln, die gerne Charakterbilder erstellen. Manche gestalten es gratis, während sich andere für ihre Mühen entlohnen lassen. Eine gute Anlaufstelle, um einen passenden Künstler zu finden, ist auch DeviantArt und auch die Avatarschmiede bietet Charakterportraits an – allerdings werden dort eigentlich Forenavatare erstellt.

    Oder man macht es selbst. Wie ich. Und wie ich das mache, das zeige ich euch jetzt. [Hey, die Sendung mit der Maus hat Geburtstag! Da habe ich auch noch einen weiteren guten Grund, im Tonfall von Springer auf die Maus umzusteigen!] Gezeichnet habe ich in diesem Fall den Charakter von Alex, seines Zeichens Anfang 20 und begeisterter DSA-Spieler. Sein Char:

    Sie heißt Vanka und ist 26 Jahre alt. Sie ist Gjalskerländerin, groß und stark. Ihre Muskeln sollen schon so aussehen dass sie die meisten Männer in den Schatten stellt. Ihre Haltung stelle ich mir so vor: Die Hände in die Seiten gestützt, nicht ganz frontal und ernst den Betrachter ansehend. Sie hat langes, rotes Haar, blaue Augen und volle Lippen. Sie trägt bauchfrei, einen Brustschutz mit Metallschuppen mit Fell darunter. Am rechten Arm trägt sie einen großen Armreif mit Kringelmuster und am linken ein einfaches Lederarmband, am Oberarm auch noch ein Armband. Sie trägt Ketten mit Knochenplättchen. Ihre Kriegsbemalung: Beide Schulter je zwei Dornen, quer über die Augen, vertikal über Lippe und Kinn, rechter Bauch. Drei Narben: Rechte Hüfte, von der rechten Wange bis zum linken Auge, das blind ist, und quer über die Brust. Sie ist resolut, sehr direkt.

    vanka2Das erste WIP

    Ich zeichne es immer erst sehr grob vor, damit etwaige Änderungen nicht allzu viel Zeit kosten. Der Körper ist ein Strichmännchen, darüber zeichne ich auf einer zweiten Gimp-Ebene die Kleidung, da ich gerade die sehr oft ändere und es mit der zweiten Ebene leichter geändert werden kann. Die Narben sind rot, das sind die schwierigsten Parts bzw. die Parts, die am häufigsten beim ersten WIP in der Position geändert werden müssen.

    Die Änderungswünsche

    Das Gesicht sollte kantiger werden, die Waffe fand er blöd (ich weiß im Nachhinein auch gar nicht mehr, warum ich sie überhaupt gezeichnet hatte. War ja gar nicht verlangt gewesen 0:) ) und die Kriegsbemalung auf der rechten Schulter sollte in Kreisformen geändert werden und die Farbe wechseln. Dass sie größere Brüste bekommen soll, war fast obligatorisch. Außerdem: Das Oberteil sollte Triangelform bekommen, die Narbe am Bauch sollte verschwinden und zwei Ketten waren eine zu viel!

    vanka3WIP Nr. 2

    Auch hier habe ich natürlich versucht, die Wünsche umzusetzen und schon die Schattierungen gesetzt. Das ist der Schritt, der am meisten Zeit kostet. Auch hier arbeite ich mit diversen Ebenen, jedes Accessoire, jedes Kleidungsstück erhält eine eigene.

    WIP Nr. 2 sollte nach den Änderungswünschen soweit mängelfrei sein. Manchen fällt dann allerdings noch ein, dass sie statt der langen Haare lieber kurze haben wollen – kein Problem, das kann ich noch ändern. Aber hier zu sagen, dass die komplette Pose doch eine andere sein soll, halte ich für unangemessen; kommt aber leider immer mal wieder vor. Bei Alex zum Glück nicht! :)

    Die Änderungswünsche

    Alex fand den Bauch komisch und natürlich fehlten noch die Narben. Ach und das Silberarmband war offensichtlich kein Lederarmband.

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    vanka4WIP Nr 3

    Von meiner Seite aus wäre das so fertig, aber natürlich würde ich noch Details ändern. Gleichzeitig schicke ich auch noch bei Bedarf eine Version mit drauf geklatschten Farben mit um zu sehen, ob sie so passen würden. Alex wollte es dann aber lieber in Grautönen behalten. :)

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     Und jetzt?

    Charaktere anderer Leute zu zeichnen finde ich  unglaublich spannend! Zu sehen, ob die eigenen Vorstellungen, die man aufgrund einer simplen Beschreibung erhält, auch ungefähr den Kern der Sache trifft. Meistens liegt man auch erstaunlich richtig! Das sehe ich nicht nur an mir, sondern besonders an anderen Zeichnern oder 3D-Künstlern. Je mehr man über den Char erzählt, desto besser ist es natürlich.

    Habt ihr denn schonmal euren Charakter zeichnen lassen oder habt ihr es vor? Oder seid ihr dem grundsätzlich eher negativ eingestellt?

     


  3. 8. Juli 2014 | Veröffentlicht unter Rollenspiel, Rollenspieltipps.

    Lebendige NPCs

    Von

    Der Karneval der Rollenspielblos geht in eine neue Runde und trägt diesmal, organisiert von Engor, das Thema „Lebendige NSCs – wie man (Nichtspieler)Figuren Tiefe verleiht„. Dieses Thema beinhaltet eine Vielzahl an möglichen Herangehensweisen und Unterthemen, sodass es sich eigentlich für mehrere unterschiedliche Karnevalsthemen eignen würde. Wie baut man NPCs inhaltlich auf? Wie stellt man sie dar? Wie viel Raum und Liebe zum Detail darf man ihnen einräumen? Undundund. Da Charaktere, sei es nun im direkten Rollenspielbezug oder unter schriftstellerischen Aspekten, meine persönlichen Steckenpferde sind, mache ich natürlich gerne mit und trage meinen Teil dazu bei. Natürlich wie stets sehr subjektiv geprägt. Es sind und bleiben Tipps, keine festen Regeln, die den Anspruch auf vollkommene Richtigkeit erheben.

    Thema heute: Die Darstellung eines NPCs am Spieltisch

    Die Spieler haben ihren Char, den sie verkörpern müssen, für den sie eine Hintergrundgeschichte erstellt haben und auf den sie sich in der Darstellung konzentrieren können. Der Spielleiter allerdings muss in der Regel in der Lage sein, mehrere Charaktere an einem Abend darzustellen und das möglichst so, dass keiner stiefmütterlich behandelt wird und blass bleibt. Diesen Facettenreichtum, gepaart mit einer gewissen Multitasking-Funktion sehe ich als einzigen wirklichen Unterschied zwischen SC und NSC an. Für mich sollte jeder NSC die gleiche Gewichtung, die gleiche Liebe zum Detail haben wie ein SC. Er sollte „voll“ wirken, nicht wie ein x-beliebiger Statist. Dabei geht es mir nicht darum, dass jeder NPC eine seitenlange Hintergrundgeschichte vorweisen kann, sondern vielmehr um eine Darstellung, die ihn wirken lässt, als sei er eine ausgearbeitete Person. Unabhängig davon, ob es sich um einen unwichtigen Händler oder den storyrelevanten Auftraggeber handelt.

    Wenn man die Zeit hat, sollte man natürlich insbesondere für die storyrelevanten NPCs einen Hintergrund erstellen, sich die Eckdaten und wichtige Informationen wie Herkunft, Beruf überlegen. Der Charakter, die Motivation zu erstellen – das ist alles ein ganz anderes Thema und im Grunde eine herkömmliche Charaktergenerierung mit Abstrichen. Ich persönlich brauche für jeden NPC etwa zwei bis fünf Minuten, in denen ich meine Fantasie schweifen lasse und mir überlege, was für einen Typen ich vor mir habe. Die Charaktergenerierung soll nun aber nicht Gegenstand dieses Postings werden.


  4. 25. November 2013 | Veröffentlicht unter Diverser Geekkram, Dreckiger Rest.

    A point about: Dual Wielding

    Von

    Ich liebe den „Zweischwerter“-Kampf! Videospiele? Gebt mir zwei Schwerter! P&P-Rollenspiele? Los, gebt meinen Lieblingschars die Fähigkeit dazu! Filme? Oh mein Gott, der Typ kämpft mit zwei Schwertern!

    Ob meine Vorliebe für diese Art des Kämpfens von Leonardo herrührt, der in meiner Kindheit einer meiner Lieblingshelden war und bekannterweise mit seinen beiden Katanas kämpft? (Übrigens kämpft mit Ausnahme von Donatello jeder der Brüder beidhändig) Oder liegt es einfach an der eleganten Schnelligkeit und der Attraktivität, die die Beherrschung einer solch schwierigen Kampfkunst auslöst? Wie dem auch sei, ich bin eine Verfechterin jenes Kampfstils. Dabei ist er doch so unrealistisch und ungünstig im realen Kampf – oder?

    Gestern wurde ich auf zwei Videos aufmerksam, die dieser Frage nachgingen. Natürlich kann jeder auch selber darauf kommen: Soldaten wollen nicht ungeschützt in den Kampf und mit einer Waffe in jeder Hand ist ein Schutz eher schwierig. Zudem muss man seinen Körper besonders gut beherrschen, um alles ausreichend koordinieren zu können. Aber: für mich unterliegt Fantasy – und ja, ich spiele auch im Rollenspiel nicht mit sturem Blick auf obersten Realismus – auch zu einem guten Stück meiner romantischen Vorstellung der Welten, der Kämpfe und auch der Kleidung, Waffen- und Rüstungswahl. Daher werde ich auch weiterhin mit Hingabe Dual Wield – Charaktere spielen!

    Nichtsdestotrotz sind diese beiden Videos durchaus sehr interessant, schließlich kann man nicht nur die fantastischen Welten im Blick haben.

    hzLloyd erzählt, weshalb er Dual Wielding für unrealistisch hält. Übrigens ein Kanal, der sich mit allerlei falschen Vorstellungen rund um das Mittelalter beschäftigt und sehr kritisch Fantasy- und Mittelalterfilme begutachtet. Link zum Dual Wielding –  Video

     

    mqdefaultSchola Gladiatoria erstellte eine Videoantwort auf obiges Video und erklärte, dass sehr wohl Dual Wielding praktiziert worden sein kann. Zudem gibt er an, wie und mit welcher Waffenkombination dies bevorzugt angewendet worden ist. Link zum Video


  5. 25. Oktober 2013 | Veröffentlicht unter Rollenspiel, rund um Rollenspiele.

    Gesucht: Der Rollenspielszene häufigster Einstiegscharakter

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    [Update: Die Umfrage ist geschlossen, die Auswertung findet ihr hier]

    In der Uni-Mensa wurde wild herumdiskutiert, welcher Charaktertypus wohl der beliebteste bei Anfängern sei. Ich bin der felsenfesten Überzeugung, dass kriegerische Charaktere, gerne in Kombination mit dem Prädikat „gutaussehend“ bei vielen Neurollenspielern die erste Wahl ist, während ein Freund auf schusselige Magier tippt. Wir stützen uns dabei jeweils auf eigene Erfahrungen mit Rollenspielfreunden, lassen uns jedoch auch gerne eines Besseren belehren – beispielsweise, indem ihr unten stehenden, kleinen Fragebogen ausfüllt.

    Gerne dürft ihr auch mehr erzählen! Wie kamt ihr auf euren ersten Char? In welchem System wurde er gespielt? Was war (bzw. ist) seine Hintergrundgeschichte? Habt ihr vielleicht sogar ein Charakterportrait? Gerne her damit! Falls es euch für die Kommentare zu lang erscheint, nehme ich auch gerne eine E-Mail entgegen. Am Ende, in zwei, drei Wochen, werde ich das ganze natürlich wie gewohnt auswerten.

    Dass dies keine repräsentative Umfrage wird, ist mir durchaus bewusst, doch je mehr mitmachen, desto sinnvoller wird es. Grundsätzlich interessiert es mich einfach sehr und ich freue mich auf eure Teilnahme und Erstchar-Geschichten! Von meinem eigenen Erstchar bzw. meinem Rollenspielbeginn werde ich demnächst in einem eigenen Posting erzählen. Außerdem kann ich ein Snickers gewinnen, wenn sich meine Vermutung des beliebtesten Einsteigercharaktertypus‘ als richtig herausstellen sollte!


  6. 27. Juni 2013 | Veröffentlicht unter Rollenspiel, Rollenspieldiskussionen.

    Charisma vs. Schönheit

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    Diese Thematik ärgert mich schon seit Jahren: aus irgendeinem Grund scheinen viele Rollenspieler, denen ich begegnet bin, diese beiden Begriffe synonym zu verwenden. Warum?!

    Schnell auf Facebook nachgefragt und eine für mich schockierende Entdeckung gemacht: offenbar kenne ich die falschen Leute, denn zumindest 100% derer, die sich getraut hatten dort ihre Meinung abzugeben, sahen den Unterschied zwischen Charisma und Aussehen ganz klar vor sich. Und es ist wirklich so leicht:

    Charisma: besondere Ausstrahlung[skraft] eines Menschen

    Aussehen: äußere Erscheinung, Beschaffenheit; Erscheinungs- bild, Gesicht[sausdruck]“ [Quelle: duden.de]

    Charisma bezeichnet, grob gesagt, die innere Ausstrahlung, während das Aussehen die äußere Schönheit beschreibt. Ein Mensch mit geringem Charisma kann dennoch schön (jedoch vielleicht aufgrund mangelhafter Ausstrahlung möglicherweise dennoch unattraktiv) sein, umgekehrt kann ein weniger schöner Mensch trotzdem Dank großer Ausstrahlung hochattraktiv sein. Attraktivität vereint diese beiden und mehr („Finanzkraft“ sei hier unauffällig eingeworfen) Attribute zu einem einzigen Eindruck, den Fokus darauf legend, welches man persönlich für wichtiger erachtet.

    Nun ist es bei manchen Rollenspielensystemen, etwa bei der 3. Edition des Schwarzen Auges, der Fall, dass das Aussehen mit in den Charisma-Wert hineinfließt. Hier setze ich persönlich mich über diesen Fakt hinweg und betreibe weiterhin Wertetrennung. Es ist doch wunderbar, den Charakter differenzierter zu wissen! Bestimmen zu können, dass er zwar das Charisma einer seekranken Weinbergschnecke besitzt, aber dafür aussieht als wäre er von einem Meisterkünstler gemeisselt worden – oder meinetwegen auch umgekehrt. (Das Charisma eines Meisterkünstlers und aussehend als wäre man von einer Weinbergschnecke gemeisselt worden? Lieber weiter im Text.) Oder natürlich beides hoch oder beides „armselig“. Und ich werde jedem weiteren Chat-Rollenspieler, der mir sagen will „He! Meine Trulla hat aber „herausragendes Aussehen“, dein Char muss voll auf meinen stehen so voll so! Ach und vergiss das Charisma 5, das ist eh unwichtig so“ oder „Mein Char hat Charisma 25, sieht also total wie ein Model aus so!“ den Hals umdrehen.

    Sagt mal, bin ich denn wirklich die Einzige, die in ihren (Chat)Rollenspielen ständig mit diesem Problem zu kämpfen hat? Ich fühle mich benachteiligt! ;)


  7. 21. November 2012 | Veröffentlicht unter Allgemein, Kunst.

    Projekt : „Hässliche“ Helden – fernab der Norm

    Von

    Wer kennt das nicht? Man schlendert „in character“ samt Heldengruppe durch Gareth und wird alle drei Straßenecken von Modelscouts angefallen, die einen dazu überreden wollen, das Heldenleben doch endlich an den Nagel zu hängen und stattdessen für die neuste Modelinie des Vinsalters Leonardo daVinola zu laufen? Oder man klickt sich durch eine der diversen FantasyArt-Galerien und verliebt sich jedes Bild auf’s neue wieder in die jeweils dargestellte Person, weil alle verdammt heiß aussehen und einem durch den Bildschirm hinweg lasziv entgegenzwinkern? Ganz zu schweigen von den wohlproportionierten Damen und Herren in Videospielen, Filmen und Comics. Ja, Menschen in der Fantasywelt, das sind schon geile Schnitten und Schnitzel.

    Laangweilig. Wo sind die Hakennasen, wo die entstellenden Narben (nein, die typische Final Fantasy-Narbe, die zwar über das Auge geht, selbiges jedoch nicht verletzt und auch generell nur dazu dient, den Char noch „sexier“ zu machen, zählt nicht)und wo die irren Frisuren, die zwar hierzulande niemand tragen würde, dafür jedoch die Barbarin von nebenan? Popelschnippser, Triefaugen, Augenklappen – ich suche euch!

    Habt ihr ein nettes, dementsprechendes Charakterkonzept, das ihr vorstellen könnt? Seid ihr vielleicht selber Künstler und wollt mir dabei helfen, die Heldenwelt etwas realistischer zu gestalten? Her mit den Bildern, ob per Link in die Kommentare gesetzt oder per E-Mail . Ob alt, ob neu, ob von euch oder von Fremdkünstlern (mit entsprechender Namensnennung) – ich bin hochgradig daran interessiert! Man sieht so selten „echte“, schmutzige, ungewaschene und/oder unschöne Helden. Sollte ausreichend viel Feedback kommen, wird das ganze natürlich zu einem Beitrag aufbereitet werden, damit auch jeder etwas davon hat und nicht nur ich.

    (dieser Artikel will weder die Moralkeule schwingen, noch sich sonstwie in Moralfragen einbringen. Er ist lediglich Produkt meines neutralen Interesses.)


  8. 19. Oktober 2012 | Veröffentlicht unter Kunst.

    Lieblingskünstler #1: Phantagrafie

    Von

    Melanie war eine der ersten Künstlerinnen, die ich auf DeviantArt „verfolgt“ habe und das natürlich nicht ohne Grund. Die passionierte Rollenspielerin haucht ihren eigenen und den Chars von Freunden oder Messebesuchern Leben ein, indem sie sie zeichnerisch auf Papier bringt. Hierbei  bedient sie sich eines sehr eigenen, interessanten Stils, der sich nach eigenen Angaben zwischen amerikanischen (speziell jenen von Michael Turners) und japanischen Comics bewegt. An ihren Arbeiten gefällt mir besonders die Vielfalt, sowohl was die Motivwahl – seien es Kreaturen, Menschen oder Szenerien – als auch die Gesichtszüge der einzelnen Charaktere angeht. Zudem erlebe ich sie in dem, was und wie sie schreibt, als sympathischen Menschen.

    Im folgenden, schon lange Zeit geplanten Interview  erfahrt ihr unter anderem, wie sich bei ihr RP und die Kunst die Hand reichten, welchen künstlerischen Herzenswunsch sie sich erfüllen konnte und was eigentlich Filmsoundtracks mit all dem zutun haben.

    .

    DeviantArt | Blog


  9. 21. September 2012 | Veröffentlicht unter Kunst.

    Heldenzeichnen #5

    Von

    Thema heute: ein Regenmonster. Welches genau? Es gibt nur eines und das gehört Raine. Sie selber zeichnet es zwar selber auch gerne und das auch noch sehr schick im Comicstyle, trotzdem wollte sie eine andere Version sehen und dem kam ich gerne  nach. Auch wenn man sieht, dass ich es nicht so sehr mit Monster habe, hat mir die Arbeit daran viel Spaß gemacht :) Die Bauchschuppen wollte ich in ihrem Glanz etwas hervorheben.

    Nach dem Klick: die Tochter eines meiner DSA-Chars, eine 12jährige, angehende Kriegerin. Halbtulamidin. Auf dieses Portrait bin ich eigentlich ziemlich stolz. Langsam bin ich zufrieden mit meiner Art, Portraits bzw Menschen zu zeichnen, es wird!  (Achtung, beim Anklicken wird das Bild riesig ;) )


  10. 25. August 2012 | Veröffentlicht unter Rollenspiel, rund um Rollenspiele.

    Von Art-Trades und Zeichenleichen

    Von

    Im DSA4-Forum kann man ein Unterforum finden, in dem sich der ein oder andere künstlerisch begabte Mensch herumtreibt und ab und an wagemutigen Heldenbesitzern ihre DSA-Chars zeichnet. „Heldenatelier“ nennt sich dieses mysteriöse Forum und auch ich habe dort schon ein, zwei Chars gezeichnet. Das ist zwar nett, aber.. hey, ich habe auch Charaktere! Die von irgendwem zeichnerisch realisieren zu lassen, das hatte ich noch nie. Warum eigentlich? Verrückt. Nur, weil ich selber drei Striche nebeneinander setzen kann, heißt das nicht, dass die Interpretation der eigenen Chars völlig unsinnig oder gar uninteressant ist, ganz im Gegenteil. Also bat ich in dem Heldenatelier um Art-Trades. Malst du mir, male ich dir.


  11. 27. Juli 2012 | Veröffentlicht unter Offtopic.

    Heldenzeichnen #4

    Von

    Ja ich weiß, es verläuft ein wenig schleppend ;) Allerdings hatte ich ja auch schon vorab angedroht, dass es länger dauern kann – und wer sein Bild noch nicht hat, kann sich freuen, schließlich kann es, also die Zeichnung, nur besser werden *g*


  12. 19. Mai 2012 | Veröffentlicht unter Diverser Geekkram, Dreckiger Rest.

    Heldenzeichnen #2

    Von

    Ich hatte damals angeboten, eure Helden nach euren Vorgaben zu zeichnen und ein paar warten vermutlich noch auf ihr Bild. Nein, ich habe euch nicht vergessen.  Nur ein bisschen vielleicht ;) 4 habe ich fertig, zwei zwischendurch zwar fertig gestellt, dann aber doch aus Gründen der Schmach wieder verworfen. Insgesamt 5 fehlen noch und die werden beizeiten auch noch erstellt, keine Sorge ;)

    Seit Januar habe ich mein neues Grafiktablett wirklich stark strapaziert, habe ein paar Bilder gemalt, noch mehr wutentbrannt wieder gelöscht  und bin über mehrere während des Zeichenvorgangs schier verzweifelt. Dennoch stellt sich langsam eine Besserung ein und darauf bin ich echt ein wenig stolz :) Der Comicstil ist noch immer sehr schwierig für mich, ich bin einfach im „realistischen“ Portraitgewerbe zu Hause. Bei letzterem bin ich mittlerweile auch fast soweit, dass ich sagen kann: „Jo. Dat gefällt mir!“ Besser geht immer. Aber da komme ich auch noch hin.Obiges Bild zB. ist noch mitten im frühen Bearbeitungsstadium und ich habe das Gefühl, dass das echt gut werden wird.

    Sicher ist das auch ein Poserposting, das kann ich gar nicht leugnen *g* Aber ich bin mir sicher, dass es den ein oder anderen interessieren wird, ich bin ja kaum die einzige Zeichnerin im Bloggeruniversum.


  13. 9. März 2012 | Veröffentlicht unter Rollenspiel, Rollenspieldiskussionen.

    [P&P] Wie viel „Du“ steckt in deinem Char?

    Von

    Unendliche Möglichkeiten tun sich auf, wenn man sich einen Charakter erstellt. Dabei ist es unerheblich, welches System gewählt wurde, ob eines mit 1.000, 100, oder nur einer einzigen Charaktergenerierungsregel. Man kann einen verrückten Malkavianer spielen, eine aufsteigende Hexe oder einen kleinen, pläneschmiedenden Gnom. Mutige Cyberkrieger, verschlagene Ratten oder – ja. Sich selbst.

    „Man selbst“ – das ist hier nicht wörtlich gemeint, denn wer will in einer bspw. Fantasywelt schon einen computerspielenden Verkäufer bei Aldi darstellen? Wäre auch etwas dubios: „Zum Gruße, holde Maid – was ich beruflich mache? Nun, ich äh, ziehe Waren über ein piependes Band und in meiner Freizeit spiele ich im Netzwerk.“ Verspricht keine allzuhohe Erfolgsquote bei den Damen (, Herren oder Hermaphroditen). Den eigene Charakter, zumindest die Essenz dessen, kann man in vielerlei diverse Charakterklassen integrieren. „Sich selber“ in die Rolle des Schurken oder Kriegers schlüpfen zu lassen, kann für manche sicherlich reizvoll sein und es ist auch vom rollenspielerischen Aspekt her für Anfänger eher geeignet, weiß man doch oder kann man schnell erahnen, wie man in dieser oder jener Situation reagieren würde. Ganz im Gegensatz zu einem Charakter, der ganz und gar nicht wie man selber ist, vielleicht gar konträre Moralvorstellungen hat.

    Ich persönlich habe „mich“ immer ungerne gespielt und es auch vermieden, Chars zu erstellen, die mir ähnlich sind. Mehr noch: Möglichst fernab meiner Selbst sollten sie sein. Kein Wunder also, dass spontan geschätzte 90% meiner Chars dunkle Haare und Hautfarbe haben. Das Fremde reizt mich, helle Haare und blasse Haut sehe ich tagtäglich im Spiegel. Vom Optischen ab reizt es mich, Konzepte zu verkörpern, die ich im RL nie am eigenen Leibe erleben werde. Eine toternste Geweihte von Boron, der Gottheit des Todes und Schlafes? Immer her damit! Eine auf den Boden rotzende, dreckige und brutale Dämonenjägerin mit zwei wuchtigen Schwertern, die ich im wahren Leben kaum halten könnte? Nur zu! Das macht für mich unter anderem schließlich den Reiz des Rollenspiels aus und ich setze mich in den betreffenden Spielrunden gerne über meine eigenen, körperlichen wie auch psychischen, Grenzen hinweg. Ich liebe es, mit mir selber im kleinen Zwist zu stehen, gerade in Moralfragen: Ich würde dies und das niemals tun – aber wie sieht es mit meiner Spielfigur aus?

    Natürlich steckt auch in meinen Chars viel von mir selber: Kunststück, schließlich kommen ihre Worte aus meinem Mund, ihre Gestik entspringt meinen Händen. Auch einige Schnittstellen kann und will ich nicht vermeiden, da ich sonst nur einen einzigen Char spielen würde: den mir komplett Gegensätzlichen, der nichts mit mir teilt. Das wäre auf Dauer langweilig, gerade, da ich nicht nur in einer einzigen Spielrunde spiele, sondern mehrere Systeme bespiele und dementsprechend bunt gemischte Charaktere mein eigen nennen möchte.So findet man in meinen vielzähligen Charakterbögen fast jede Art von Char. Ich habe Geweihte, vereinzelt Magier und etliche KriegerInnen, edle, verrotzte, verrückte und grausame Spielfiguren. Eine Vielfalt, die ich mag.

    Wenn man meinen Blog ein wenig verfolgt hat, weiß man, dass ich zwei Lieblingschars habe, zwei, die ich über mehrere Jahre hinweg gespielt habe bzw. spiele: einen Krieger und eine… ich kann sie noch immer nicht benennen, „Taugenichts“ trifft es wirklich ganz gut. Zum Krieger, den ich im zarten Alter von 11 erstellt habe, lässt sich schlicht eines sagen: ihn habe ich tatsächlich als mein genaues Gegenbild erstellt, und das vollkommen bewusst. Ein wenig hat sich das relativiert, da ich mich seitdem natürlich sehr stark verändert habe, mein Char sich jedoch auch, und das teilweise charakterlich in ähnlicher Richtung. Viel interessanter, das Thema betreffend, ist da der Taugenichts, Adsiniliya, die Halbelfe. Ich muss gestehen, dass sie, als ich sie erstellt habe, eine Art Wunschvorstellung von mir gewesen ist. Ich war damals ein eher trauriger, in mich gekehrter und schüchterner Mensch, der sich unter der Kurzhaarfrisur versteckt hat und gerne für einen Jungen gehalten wurde. Adsiniliya wurde dann so, wie ich selber sein wollte: selbstbewusst, hübsch, mit dem Kleidungsstil den ich immer wollte, für den ich jedoch zu „dick“ war, beliebt. Ein paar Jahre hatte ich unglaublich Spaß an dem Spiel, bis ich gemerkt habe: „Hey. Du spielst dich gerade selber.“ Denn in den Jahren wurde ich wirklich langsam so, wie ich immer sein wollte, sogar inklusive der Kleidung. Ich habe ein gezeichnetes Bild von Adsini, in der sie ein schulterfreies, weißes Oberteil, Minirock und flache Stiefel trägt – genau soetwas trage ich heutzeutage gerne. Um nicht selbstverliebt zu erscheinen: ich spreche in der Tat primär von den charakterlichen Aspekten. Der Char „Adsini“ jedenfalls wurde mir zu langweilig.

    Allerdings hing und hänge ich sehr an diesem Char, schließlich hat sie eine ausgetüftelte Hintergrundgeschichte, mit ihr habe ich viele Spielabende bestritten und sie gehört einfach zu meinen ersten Rollenspielschritten, was ein gehöriges Maß an Nostalgie beinhaltet. So wurde sie im Laufe der Zeit noch wilder, noch durchgeknallter, noch verrückter, damit ich nicht mehr das Gefühl hatte, mich einfach nur selber zu spielen. Denn in eine Kneipe gehen und lustig sein kann ich auch selber. Jetzt in diesem Moment (gut: plus 4 Stunden *g*) könnte ich aufstehen, und eine plötzlich blondierte Adsini verkörpern. Nun mag das arg meisterwillkürlich erscheinen, sich den Char einfach so anzupassen ohne ein pompös einschneidendes Erlebnis (in ihrem Falle wäre das vermutlich ein gehöriger Schlag auf den Kopf) vorweisen zu können. Im Normalfall bin ich auch sehr strikt, was die Charakterentwicklung angeht: es sollte alles Hand und Fuß haben und stimmig sein. In diesem speziellen Fall mache ich jedoch eine Ausnahme, zumal ich Adsini ohnehin nur noch online spiele. In diesem Zusammenhang passt das obige Postingbild auch sehr gut: das rechts stellt Adsini dar. Ich habe mich an keinem Foto orientiert, sondern sie so gezeichnet, wie ich sie mir vorstelle, mit der Pose, die sie gut charakterisiert: Arme ausgebreitet, breit grinsend, ein fröhlicher Halbelf. Links bin ich, vor zwei Jahren. Ein Foto, das ich heute erst wiedergefunden habe, als ich auf der Suche nach einem anderen Foto war. Ich sehe nicht aus wie Adsini (verdammt! *g*), doch der Ausdruck, der passt.

    Wie steht es denn mit euch? Spielt ihr gerne gegensätzliche Charaktere, lasst ihr nur ein wenig einfließen oder habt ihr Spaß daran, euch selber zu spielen?


  14. 16. Dezember 2011 | Veröffentlicht unter Rollenspiel, Rollenspieldiskussionen.

    Vorteil: gutaussehend

    Von

    In dem allseits bekannten Rollenspielsystem DSA gibt es seit der vierten Edition ein ausgetüfteltes, vor allen Dingen jedoch ausführliches Vor- und Nachteilesystem. Mit Generierungspunkten(GP) kauft man seinem Charakter Vorteile ein wie „Hervorragender Sinn: Gehör“, „Altersresistenz“ etc. und bekommt im Gegenzug GP, wenn man seinem Helden Nachteile wie „einarmig“ oder „Jähzorn“ besorgt. Manche dieser einkaufbaren Bausteine sind spielrelevant, andere eher nicht und „nur“ dafür da, den Helden etwas plastischer zu gestalten.

    Der Vorteil „gutaussehend“ kostet 5GP, was nicht besonders viel ist. Vielleicht deswegen landet er bei der Charaktergenerierung in fast jeder Einkaufstüte. Aventurien ist bevölkert von fast ausnahmslos mindestens gutaussehenden (und ja: ich meine „gutaussehend“ und nicht attraktiv. Dieser Vorteil wird nuneinmal, und da greife ich auf einen immensen Erfahrungsschatz zurück, in fast jedem einzelnen Fall auf das bloße Aussehen bezogen) Zweibeinern. Von Systemen, die kein solches Generierungssystem besitzen und der Held somit aussehen „darf“ wie er will, will ich gar nicht erst anfangen zu reden. Und. Das. Nervt.

    Gerade im Chatspiel wird man mit gutaussehenden Chars praktisch überschüttet. Es gibt gar kein Entkommen!  Dabei ist es völlig egal, ob es zum Charakterkonzept und dem Charakter an sich passt. Es wird nie in das Spiel eingebaut, darf niemals negativ behaftet werden und jeder andere Spieler muss wohlwollend auf die Schönheit des Helden reagieren. Ich sitze dabei im Glashaus. Meine beiden mir liebsten Chars sind gutaussehend, einer der beiden ist sogar mit einem „herausragenden Aussehen“(12GP!) gesegnet. Doch das hat bei diesem Gründe und, wie ich finde, Hand und Fuß. Zumindest bei einem der beiden. Bei dem anderen, der Halbelfe, nicht, das war jugendlicher Leichtsinn. Daher hier meine persönliche Checkliste zum Thema: „Gutaussehend – auch für meinen Char?


  15. 26. November 2011 | Veröffentlicht unter Rollenspiel, Rollenspieldiskussionen.

    Dem Char ein Gesicht geben – oder nicht?

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     Im Zuge meiner Suche nach ein paar lustigen Zeichenvorlagen in Form interessanter Gesichter, habe ich mich direkt auch auch daran gemacht, ein paar Fotos für meine beiden Chat-DSA-Chars herauszusuchen, um sie visuell greifbarer zu machen. Das habe ich schon immer so gemacht. Wenn ich mir nicht irgendwelche Fotos, Zeitungsschnippsel, Malereien genommen habe, habe ich sie eben selbst gezeichnet – mit natürlich meist nicht gerade zufriedenstellendem Ergebnis.

    Doch warum eigentlich? Stellt man sich bei einem Rollenspiel nicht ohnehin alles eher vor? Sei es die handelsübliche Taverne, die man nur mit Hilfe seiner eigenen Fantasie mit Inventar, Menschen und Leben füllt? Die NPCs, die im besten Fall nur mit Tonlage und Mimik  des Spielleiters ausgestattet sind? Wir nutzen auch keine optisch greifbaren Spielpläne, Figürchen oder sonstige Accessoires, um es atmosphärischer zu gestalten. Das macht schließlich auch den Reiz aus: das Erleben von Abenteuern lediglich mit Hilfe seiner Vorstellungskraft. (was, nüchtern betrachtet, ziemlich bemitleidenswert klingt *g*)

    Auf jeden Fall: ich tue es. Ich staffiere meine Chars mit Bildchen aus.


  16. 19. September 2011 | Veröffentlicht unter Filme, rund um Filme.

    Casey Jones

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    Casey Jones gehört schon seit meiner Jugend zu meinen absoluten Lieblingshelden – ich hatte schon immer eine Schwäche für „graue Helden“, Menschen mit dunkler Vergangenheit oder charakterlichen Schwächen, ungezähmter Wut und „Roughness“. Daher hat es bspw. ein Superman auch nie in mein Bücher- oder DVDRegal geschafft. „Nun“ wurde der 30 minütige Kurzfilm „Casey Jones – The Movie“ fertig gestellt. Gespannt habe ich bereits ein paar Wochen/ Monate darauf gewartet und bin jetzt nicht negatv überrascht worden – allerdings fand ich den Film auch nicht so umwerfend, wie ich es mir vom Trailer eigentlich erhofft hätte.

    Der Plot selber ist gut: die „Entstehungsgeschichte“ Caseys wird skizziert, dessen brachiale Seite betont. Es wirkt echt, gleichzeitig  wurde es comicnah gehalten. Die Bilder sind schön düster, die Kostüme ordentlich – selbst Michelangelo, welcher als einziger Turtle einen kompletten Auftritt vorweisen kann, sah nicht peinlich aus – und man merkt, dass die Beteiligten mit Spaß dabei waren. Mich hat eigentlich nur eines gestört: der Hauptdarsteller. Verkörpert wird Casey hier von Hilarion Banks und muss naturgemäß gegen Elias Koteas, dem Darsteller Caseys der ersten, sowie dritten Realverfilmung, antreten. Doch nicht nur im direkten Vergleich stinkt er ab. Vielleicht – Vorsicht, Oberflächlichkeit – lag es an den merkwürdigen Hasenzähnchen, die ihm einen etwas desorientiert-minderbemittelten Ausdruck verleihen. Oder an dem doch eher schlacksigen Körperbau. Oder auch nur an der Art, wie er spricht. Er wirkt auf mich sehr… stumpf und leider hat er mit der Maske keinerlei Ausdruck mehr.

    Elias Koteas indess wird zwar von manchen als zu soft angesehen, die Rolle war mehr auf die Verwegenheit, flappsigen Witz, denn blutig-brutalen Kampfstil ausgelegt. Und doch ist er für mich Casey Jones. Er kann es mit Raphael aufnehmen, ich mag seine lässige Art und das Selbstbewusstsein im Angesicht des Feindes. Er strahlt Coolness aus. Zudem vermag er es auch, mit Maske etwas auszudrücken und sieht ohne nicht aus wie ein Junge, der einen Sack voller Fragezeichen verschluckt hat.

    Riesen-Win für den 1990er Casey, obwohl er etwas losgelöster von den Comics interpretiert worden ist. In meinen Augen. Und schade um den Kurzfilm.