1. 5. November 2016 | Veröffentlicht unter Comics, rund um Comics.

    Einmal auf einem Comiccover zu sehen sein…!

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    Die Träumchen eines handelsüblichen Comicliebhabers:

    ♠ Besitzer eines Comicbuchladens zu sein
    ♣ Dort bei einem gemütlichen Käffchen und in bestem Ambiente Comics genießen
    ♥ In regem Austausch mit Gleichgesinnten zu stehen
    ♦ Dominant auf dem Cover einer geliebten Comicserie zu sehen sein

    Nachdem wirf nun gemeinschaftlich in jene so phantastischen wie imaginären Gefilde gedriftet sind, lasst mich euch Ariell Johnson vorstellen: Sie ist die stolze Besitzerin eines Comicbuchladens in Philadelphia mit dem schmuckvollen Namen Amalgam Comics & Coffeehouse,Inc., der gleichzeitig als Coffeehouse sein Dasein fristet. Sie steht gleichwohl in kreativem Kontakt mit Comicfans, als auch mit Schaffenden des Geektums und – sie ist in wenigen Tagen auf einem Variantcover von Invincible Iron Man #1 zu sehen.

    Als sie, 32jährig, im Dezember letzten Jahres als erste Schwarze an der Ostküste ihren Comicladen eröffnete, hätte sie sich letzteres vermutlich nicht vorgestellt. Sie, die ohne die Comicreihe „Magik“ mit Storm Dank fehlender Diversität fast das Interesse an Comics verloren hätte, ist jahrelang dennoch ihrer Passion gefolgt. Ihre Liebe zu Comics und Geektum in all seinen Facetten führte sie letztendlich auf das Cover neben Riri Williams aka Ironheart aka „neue Ironman“ und versinnbildlicht damit nicht nur, dass Leidenschaft gerne auch mal zu persönlichem Erfolg führt, sondern auch, dass die Balance der Repräsentation auch in Comics Einzug hält.

    Realisiert wurde das Variant Cover für ihren Shop von der Künstlerin Elizabeth Torque.

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  2. 14. September 2014 | Veröffentlicht unter Comics, rund um Comics.

    Comicläden im Profil: Fantastic Store in Köln

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    fantastic store

    Wie so viele Comicläden ist auch der Fantastic Store ein von außen unscheinbarer, klein erscheinender Laden, der erst beim Betreten seine volle Wirkung entfaltet. Reihenweise gut sortierte Comics, von Marvel und DC über Graphic Novels bishin zu Manga; das comicliebende Herz hüpft beim Anblick dieses Sortiments, das kaum Wünsche offen lässt.

    RüdigerEbenso freundlich wie vom überraschend hellen Ambiente wird man auch vom Ladenbesitzer Rüdiger selbst empfangen. Er, der den Laden nun bereits im fünften Jahr führt und der von sich selber gerne zugibt, auf den ersten Blick ertwas ruppig zu wirken. Man merkt jedoch schnell, dass sich hinter dieser Art kein allgemeiner Griesgram verbirgt, sondern vielmehr eine ehrliche Haut, die andere schlichtweg ungerne „umtanzt“; wie er es nennt. „Hier ist jeder Du, egal ob 6 oder 66, da mache ich auch keinen Unterschied. Ich versuche, immer straight zu sein, was manchmal auch etwas ruppig wirkt. Ich umtanze niemanden, obwohl es Leute gibt, die umtanzt werden wollen.“ Ja, das kann ich vom ersten und zweiten Eindruck gerne so unterschreiben.

    Es ist ein kameradschaftlicher Ton, der hier herrscht, Gespräche werden auf Augenhöhe geführt. Mit vielen der Stammgäste ist er mittlerweile privat befreundet, kennt zumindest die meisten Pappenheimer gut. Gut genug jedenfalls, um auf den regelmäßigen Flohmarktbummeln auch mal den ein oder anderen Comic für Stammkunden mitzunehmen, denn Wünsche behält er gerne mal im Hinterkopf. Dabei ist es ihm wichtig, nicht mit der Wohlfahrt verwechselt zu werden. Oftmals kämen Kunden zu ihm, die von ihm wohl Berge versetzt und etwa einen Comic zu einem Kurs haben wollen, der utopisch sei.  2 von 10 Wünschen seien nicht realisierbar, stellt er klar und wirkt dabei doch recht rigoros.  Verständlich, ist der Beruf eines Comicbuchhändlers doch ohnehin ein Vollzeitjob, der zwar gerne und mit Liebe geführt wird, aber nichtsdestotrotz härter ist, als man es sich vorstellen mag.

    comicsZwar waren für meine Begriffe viele Besucher anwesend, doch erklärt mir Rüdiger schnell, dass es einen herben Kontrast zwischen Besuchern und tatsächlichen Kunden gibt. Die finanzielle Basis des Comicladens bildet das Abosystem. Rund 220 Abonnenten verzeichnet der Fantastic Store derzeit. Bei dem Abonnement-Service kann man sich für eine oder mehrere aktuelle Manga- und Comicreihen einschreiben, deren neu erschienene Bände man bequem in ein bereit gestelltes Fach im Laden gelegt oder geich per Post zugeschickt bekommt. Auf Wunsch wird man auch per Anruf benachrichtigt. Ein unverbindliches System, das scheinbar gut funktioniert. Von diesen 220 Abonnenten sind übrigens ~50 weiblich. Keine typischen Mangaleserinnen, wie mir Rüdiger versichert, sondern auch Leserinnen von beispielsweise Superheldencomics. Dieser hohe Frauenanteil sei jedoch eher untypisch, scheinbar fühlen sich die Mädels im Fantastic Store gut aufgehoben. Etwas, das Rüdiger gerade im Messebereich schon ganz anders erlebt hat. „Manche Männer werden schon mal hysterisch. – Oh guck mal, ’ne Frau! – Das habe ich schon öfter erlebt, ja.“

    Interessierte (Neu)Kunden werden natürlich auch individuell beraten. Mangabegeisterten wird er nicht unbedingt den neusten Spiderman empfehlen oder ihm automatisch seinen eigenen Lieblingscomic nahe legen. Auch neuen Trends unterwirft er sich nicht. Zwar laufe aktuell gerade Guardians of the Galaxy aufgrund des Blockbusters sehr gut, erzählt Rüdiger, doch relativiert er gleich im nächsten Satz: „Sonst merkt man die neuen Trends aber nicht. Spider-Man zum Beispiel. Da kam nach den Filmen vielleicht mal einer vorbei. Aber dran bleiben tun dann die wenigsten.“

    IComicangeboten seiner 35 jährigen Laufbahn im Comicsektor hat er übrigens auch schon einige menschliche Dramen miterlebt. So berichtet er: „Es gibt die zwei ganz schlimmen Faktoren, an denen du Kunden verlierst. 1.: Er verliert den Job. Das ist das übelste. 2.: Er lernt eine Frau kennen. Es ist eine Katastrophe!  90% der Kerle, die eine kennenlernen, bekommen gesagt: „Hör auf mit der Kinderkacke“ Wie bei Nicolas Cage damals. Der hat wegen der Presley-Tochter seine US- ComcSammlung abgegeben -Hör auf mit dem Quatsch! – Einzelfälle, aber sie kommen immer wieder vor.“

    Insgesamt wirkt der Comicladen sehr gut organisiert, Rüdiger in seinen Funktionen als Verkäufer, Berater und Inhaber sehr kompetent. Hier findet man nicht nur einige alte und neue Comicschätzchen, sondern auch das ein oder andere interessante Pläuschchen, denn Rüdiger ist niemand, der hinter seiner Theke gelangweilt an seinem Kaffee schlürft und Nägel feilt, allerdings auch niemand, der sich aufdrängen und einen damit aus dem Laden nerven würde.

    Es wird mit Sicherheit nicht das letzte Mal gewesen sein, dass ich dort gewesen bin. Der nächste Besuch ist fest eingeplant, schließlich muss ich auch mal im Keller bei den tausenden Comicheftchen herum stöbern! Finden kann man den Comicladen im Süden Kölns, direkt an der Haltestelle Chlodwigplatz. (Anfahrtsbeschreibung hier) Sehen wir uns irgendwann mal dort? ;)

    Im Überblick

    Angebot: Querbeet, „quasi alles, was an deutschen Sachen publiziert wurde und wird“, US-Ware wird importiert
    Events: Kooperationen mit dem Cöln Comic Haus, an das der Fantastic Store anschließt. Unter anderem Workshops und Signierstunden. Nächste Signierstunde mit Disneyzeichner Don Rosa am 13.Oktober
    Teuerster Comic im Sortiment: Marvels Amazing Adventures 1 von 1961 (graded). Preis: 600€
    Besonders gut verkauft sich aktuell: Attack on Titan, Naruto, Guardians of the Galaxy
    comicladenTipp: „Kauft euch mal den ersten Guardians Band; a) ist der nicht teuer, b) ist er sowohl super geil geschrieben, als auch gezeichnet. Das kannst du lesen, ohne besondere Vorkenntnisse haben zu müssen. Das ist wichtig, du musst nicht alles andere vorher schon gelesen haben. Das ist das Problem mit den Superheldensachen, die  alle über Jahrzehnte hinweg ineinander greifen.“
    Facebook-Präsenz: Wird gepflegt, allerdings: „Man darf Facebook nicht überstrapazieren, das nervt die Leute.“ Der Fantastic Store stellt auf Facebook bspw. die Neuanschaffungen des Ladens vor. Hier geht’s zur Facebook-Präsenz
    Allgemeiner Eindruck: Familiärer Unterton, sehr aufgeräumt, große Vielfalt
    Mein persönlicher Tipp: Geht in den hinteren Bereich zu den älteren Comicheftchen. Man kann unter tausenden amerikanischen und deutschen (Superhelden)Comics nach Herzenslust stöbern und für nicht viel Geld einige mitnehmen!

     Website | Facebook

     


  3. 18. Juli 2012 | Veröffentlicht unter Offtopic, Real Life.

    A girl walks into a comic book shop and … nothing happens.

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    Videos wie dieses und allerlei herumgesprochene Klischees legen den Verdacht nahe, dass man es als Frau im Geekdom nicht leicht hat:  ständig wird man von männlichen Geeks angestarrt und auf die sexuelle Komponente reduziert. Manches Mädchen traut sich kaum mehr in örtliche Comicläden, mindestens jedoch regt sie sich über die Aufmerksamkeit auf, wie aus den Kommentardiskussionen dieses Artikels deutlich wird. Männer sind doch eh alle gleich und weibliche Nerds eine total seltene und anstarrenswürdige Angelegenheit.

    … Entweder, ich bin ziemlich hässlich, sehe aus wie ein Mann oder beides zusammen, aber solche Zustände waren mir noch nie aufgefallen.  Natürlich: wenn man einen Raum betritt, wird man nicht selten kurz angesehen und/oder angelächelt. Man will schließlich wissen, wer eintritt und obendrein auch noch höflich sein – was das speziell mit Comicbuchläden zu tun haben soll, erschloss sich mir nicht so ganz.

    Also beschloss ich bei meinem letzten Stadtbesuch, einmal aufmerksamer zu sein! Vielleicht übersehe ich die panischen Blicke meiner Mitkunden ja auch einfach nur. Oder meine Ohren sind zu schlecht, als dass ich hören würde, dass hinter mir jemand „Ein Mädchen.. ein Mädchen… ein Mädchen…“ vor sich her brabbelt. Ich enterte also mit Minirock, Stiefeln und langen, blonden Haaren ausgestattet (ok, seriously… trage ich jemals etwas anderes? Im Schwimmbad vielleicht!) erst einen Comicladen, dann ein Computerfachgeschäft und schlussendlich einen Rollenspielladen und guckte mir an, was passiert…