1. 4. November 2016 | Veröffentlicht unter Comics, Comicvorstellungen.

    Batmans meets Turtles meet Ra’s al Ghul = Comicempfehlung!

    Von

    Genre: Action, Superhelden
    Autor: James Tynion IV
    Ursprungsidee:
    Peter Laird, Kevin Eastman
    Illustratoren:
    Freddie E. Williams II
    Erscheinungsform: 
    140 Seiten, Hard/Softcover, enthält Issues 1-6 (abgeschlossen)
    Verlag: DC Comics / IDW Publishing / Panini
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    Dank eines perfiden Plans des possierlichen Krang landen nicht nur die Turtles, sondern ausgerechnet auch Shredder samt Foot Clan in einer anderen Dimension – und landen punktgenau in Gotham City. Dort mischen sie ein Labor auf und entwenden aus sicher sehr heroischen Gründen einen wichtigen Generator, der in den falschen Händen Grausames anrichten kann. Prompt werden sie vom überlebenden Laborpersonal als Monster und Kumpanen der Foot identifiziert. Logisch, dass sofort Batman gerufen wird, um der Schildkrötenplage Herr zu werden. Dass sich das erste Aufeinandertreffen der Ritter des Rechts ein ganz klein wenig schwierig gestaltet, steht da außer Frage.

     

    Screen_Shot_2015-12-09_at_11.34.24_AM.0Was klingt wie ein wahr gewordener Traum der Kinder der 80er und 90er ist auch tatsächlich und erstaunlich unterhaltsam. Wir finden hier eine stark unterhaltende Mixtur der bekannten Helden vor, die sich auch und vor allem in den dunklen Momenten nicht zu verstecken braucht. Dabei harmonieren Batman mit seinen Kumpanen wie auch Schurken und die Turtles ausgesprochen gut miteinander, die beiden Welten werden gekonnt zu einer verknüpft, was nicht unpassend oder erzwungen wirkt. Unterstützt wird dieser Eindruck von den hübschen Zeichnungen, die sowohl den Charakter der finster dreinblickenden Fledermaus, als auch die Atmosphäre der Turtles-Comics einzufangen vermögen.

    Während sich die ersten Kapitel mit der Spannung zwischen den Turtles und der freundlichen Fledermaus von nebenan beschäftigen, werden die Schurken erst in den darauffolgenden richtig in Szene gesetzt. Dann, wenn die Helden endlich zusammenarbeiten, entfaltet sich das zerstörerische Potential des Feindes. Zusammen mit dem Pinguin, Ra’s al Ghul und allerlei anderem Gezücht Gothams bereitet sich Shredder auf eine kleine Mutagen-Apokalypse vor, die Gotham verschlingen soll…

    batman-teenage-mutant-ninja-turtles-t-rexSowohl zwischen den Zeilen, als auch im direkten Dialog zünden die Gags, die einerseits auf der Metaebene stattfinden und andererseits in den Charakteren begründet liegen, die ebenso gut getroffen sind wie die Optik derer. Wenn Donatello einen leicht philosophisch angehauchten Monolog über seine Heimatstadt hält, horcht das Fanherz auf, wenn Michelangelo sein Videospiel in Trümmern sieht, weint es ein bisschen mit und selbst Alfred und das – zugegebenermaßen sehr gewöhnungsbedürftig anmutende – Batmobil bekommen ihre Momente. Natürlich besonders spaßig wird es, wenn die Recken mit den Gegebenheiten des jeweils anderen konfrontiert werden; Batman etwa genüsslich an einer Pizza knabbert oder Michelangelo durch die Batcave surft.

    Das Crossover an sich wird durch zwei Kämpfe schön verdeutlicht: Während sich Batman gegen die Foots behaupten muss und dabei einen ersten, ehrfurchtsgebietenden Blick auf Shredder werfen kann, mühen sich andernorts die Turtles mit dem Killer Croc ab. Die Kämpfe an sich sind nett anzusehen, gehen jedoch nicht zu sehr ins Detail. Letzteres erfährt im finalen Kampf leider seinen negativen Höhepunkt: Hier wird der Endkampf derart schnell und vergleichsweise lieblos abgehandelt, dass die Masse der eigentlich hochgradig vielversprechenden Bösewichte doch arg verschwendet wird.

    batman-turtlesWir reden hier nicht von den aktuellen Versionen der jeweiligen Helden, aktuelle Ereignisse stehen hier also außen vor. Der Comic funktioniert als zeitloser Einzeltitel und das ist wohl auch gut so. Ich habe die 6 Issues umfassende Geschichte mit Genuss gelesen und hoffe sehr, dass es nicht das letzte gemeinsame Abenteuer dieser edlen Recken bleibt! Batman, wie wär’s mal mit einem kleinen Ausflug nach New York?

    Autor: James Tynion IV | Illustrationen: Freddie E. Williams II | Verlag: DC Comics / IDW Publishing / Panini | Format: 140 Seiten, Hard/Softcover | Bestellen

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  2. 12. September 2016 | Veröffentlicht unter Comics, Comicvorstellungen.

    Feenkitsch-Gemetzel: I Hate Fairyland #1

    Von

    Autor, Illustrationen: Skottie Young | Verlag: Image Comics | Format: Softcover, 128 Seiten | Bestellen

    Die kleine Gertrude ist ein fröhliches, liebes Mädchen – zumindest bis sie in das klebrig süße Feenland plumpst und sich bei der Gelegenheit alle Knochen bricht. Derart zugerichtet und mehr tot als lebendig fällt es ihr verständlicherweise dezent schwer, dem zauberhaften Land viel Liebe entgegenzubringen. Sie will nur eines: Schnell zurück nach Hause. Leider schafft sie es auch nach 27 Jahren noch nicht, die nötigen Aufgaben zu meistern und zu dem Masterschlüssel zu gelangen. 27 Jahre, die sie optisch nicht altern, dafür jedoch mental immer misanthropischer werden lassen. Sie flucht, rotzt, metzelt sich durch das Feenland, dass es eine wahre Freude ist dabei zuzusehen. Kein süßes Kaninchen ist vor ihr sicher, keine Methode zu blutig und kein Spruch zu tief. Kein Wunder also, dass die Königin des Reiches Gertrude unbedingt und so schnell wie möglich loswerden will. Wäre da nur nicht der heilige Vertrag, der es ihr verbietet, der „Auserwählten“ eigenhändig Schaden zuzufügen. Doch wofür gibt es Söldner? Das fröhliche Schnetzeln kann beginnen!

    pilze-essenGertrudes Augen triefen von dem titelgebenden Hass, der in Form blutigen Gedärms eskaliert. Dabei bildet der putzige Zeichenstil einen schönen Kontrast zu den vollbrachten Taten und dem überbordendem Gewaltgrad, der an eine Symbiose aus „Itchy und Scratchy“, „Happy Tree Friends“ und „Wonderland“ erinnert.

    Die Geschichte rund um das wie ein Fremdkörper im Happy Hippo Land wirkende Mädchen ist sehr kurzweilig erzählt und bietet Raum für einige Schmunzler gerade dann, wenn zwischen Bild, Wort und Geschichte eine Diskrepanz herrscht, die ihresgleichen sucht. Auch darüber hinaus sind einige Ideen einfach irre komisch und einfallsreich. Wem das genügt, der darf hier gerne zugreifen: Es lohnt sich. Wer allerdings mehr Tiefgang wünscht, wird sich hier eher fehl am Platze fühlen. Die Geschichte ist recht seicht, bietet zwar gute Ansatzpunkte, die jedoch nicht erforscht werden. Wie wurde Gertrude so, wie sie ist? Welche unerzählten Erlebnisse hat sie hinter sich, Irrungen, Wirrungen? Gerade die ersten Wochen böten verdammt viel Potential für abstruse Erzählungen.

    Für den lustig-leichten Splatter-Comicgenuss zwischendurch ist „I Hate Fairyland“ aber auf jeden Fall lesenswert. Pro-Tipp: In der Bahn lesen, während junge Mütter neben einem sitzen. Sie werden euch lieben.

    Autor, Illustrationen: Skottie Young | Verlag: Image Comics | Format: Softcover, 128 Seiten | Bestellen

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  3. 6. Mai 2016 | Veröffentlicht unter Comics, Comicvorstellungen.

    Harley Quinn/Power Girl

    Von

    Genre: Superhelden
    Autor:Amanda Conner, Jimmy Palmiotti, Justin Gray
    Zeichner: Stephane Roux, Elliot Fernandez, Moritat
    Erscheinungsform:  148 Seiten,  Softcover
    Enthält: US Harley Quinn/Power Girl 1-6
    VerlagPanini / DC Comics
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    Überblick

    Power Girl, die herzensgute Superheldin mit dem Sinn für dezente Ausschnitte hat ihr Gedächtnis verloren. Prompt heftet sich ihr Harley Quinn an die Fersen, um sich als ihr Sidekick auszugeben und gemeinsam abstruse Abenteuer zu erleben. Prompt stolpert das ungleiche Gespann auf den obszönen Planeten Valeron, der Dank dem äußerst prüden Fiesling Oreth Odeox kurz vor der Vernichtung steht. Dort erwartet sie der sexuell sehr aktive und unter einem Bann stehende Herrscher Vartox, der in Power Girl weit mehr als nur eine Gegnerin sieht…

    Die Erzählung

    Diese in sechs US-Issues abgeschlossene Miniserie siedelt sich zeitlich zwischen zwei Panels von Harley Quinn #13 an, ist allerdings problemlos auch ohne diesen Kontext genießbar. Schnell wird man in die – zugegebenermaßen sehr überschaubare – Handlung gesogen, was definitiv primär an Harley Quinn liegt, die mit ihrem Humor und abstrusen Ideen allein ein Blick in den Comic wert ist. Der Kontrast zwischen ihr und Power Girl lässt die Szenen sehr dynamisch wirken, das Wechselspiel zwischen den beiden funktioniert ausgezeichnet.

    Allein diese Kombination bietet Stoff für ausreichend durchgeknallte Geschichten, aber warum einfach, wenn es auch noch over-the-top gehen kann? Da bietet sich der absolut unmoralische Planet Valeron an, auf dem sie stranden und der als ihnen würdiges Setting dient. Hier treffen sie auf Raumschiffe im Phallus-Design, riesige Köpfe mit absurdem Innenleben, halbnackte Herrscher mit Pornobalken und selbstverständlich dürfen diverse Bemerkungen über die körperlichen Ausbuchtungen der Heldinnen nicht fehlen. Die bieten sich ja auch an. Irgendwie.

    Tiefgründigkeit kann man hier nicht erwarten und auch pornös geht es nicht sonderlich tief, denn obwohl sowohl Vartox, als auch Harley Quinn vor sexuellen Anzüglichkeiten kaum einen Halt machen, bleibt es zwischenheldisch doch sehr züchtig. Es ist pure, knallbunte Unterhaltung, die für manche sicherlich zu albern daherkommt und doch ziemlich kurzweilig ist. Die neu kennengelernten Personen aus der anderen Welt werden recht oberflächlich präsentiert und bleiben in ihren Charakteren nebulös, doch würde ein Fokus auf jene wohl auch eher störend sein. Nicht die Charaktere stehen im Mittelpunkt, sondern die Ideen der Macher, die mit diversen Klischees spielen und einige Hommagen in den Panels verteilen.

     

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    Layout und Zeichnungen

    Bunt. Knallig. Abgedreht. Hatte ich „bunt“ erwähnt? Kurz: Es passt. Der Wahnsinn Harleys spiegelt sich in ihrer Mimik wieder, generell schaffen es die Zeichner, den Figuren Emotionen und Ausdruck zu verleihen. Auch hierbei sind es Details, die den Unterschied machen und hier schön in Szene gesetzt werden. Die Motive und Welten sind fantasievoll, die Körper gerade so sexy in Szene gesetzt, dass es sich nicht negativ aufgedrängt anfühlt und doch den Charakteren gerecht wird. Besonders gefallen hier die Gesichter und die Aktionen, deren Humor durch die Zeichnungen gekonnt transportiert wird.

    Dass mehrere Zeichner an der Miniserie beteiligt waren, merkt man jedoch und das, finde ich, negativ: Der qualitative Unterschied ist mitunter deutlich.

    Letzte Worte

    Es ist definitiv kein tiefgründiges Meisterwerk, sondern ein buntes, vergnügliches Feuerwerk an je nach Geschmack abstrusen bis albernen Ideen und zwei Heldinnen, die unterschiedlicher kaum sein könnten und gerade deswegen unglaublich harmonieren.

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  4. 21. März 2016 | Veröffentlicht unter Comics, Comicvorstellungen.

    Ork-Saga #1

    Von

    Genre: Fantasy
    Autor: Michael Peinkofer
    Illustrator: Peter Snejbjerg
    Erscheinungsform:  48 Seiten,  Hardcover, Bd. 1 von 4
    Erscheinungsdatum: 24.03.2016
    Verlag: Cross Cult
    Leseprobe |Bei Amazon bestellen


    Überblick

    Balbok und Rammar, zwei possierliche Brüder aus dem Geschlecht der Orks, überleben als einzige ihres Trupps eine Schlacht gegen garstige Gnome. Ihr weiteres Leben könnte so schön sein – würde nicht der im Kampfe abgeschlagene Kopf ihres Anführers fehlen, den sie unbedingt mit nach Hause bringen müssten, um nicht Unglück und Tod über den gesamten Stamm zu bringen. Es kommt, wie es kommen muss: Herr Häuptling ist schier empört und schickt die beiden auf eine suizidale Kopf-Rettungsmission. Dies hat der so finstere wie bärtige Zauberer Rurak in seiner Kristallkugel längst vorausgesehen und zwingt dem Orkduo bei nächster Gelegenheit flugs eine weitere Mission auf, die sie ins Reich der Spitzohren führen wird.

    Und so werden Balbok und Rammar, einer intalenter als der andere, zu einem unfreiwilligen Heldenpärchen, das zumindest in diesem ersten Band bereits von einem Schlamassel in den nächsten stolpert und kaum ein Fettnäpfchen auslässt.

    Die Erzählung

    Einst erschuf Michael Peinkofer die beiden grünen Geschöpfe für den Fantasyroman „Die Rückkehr der Orks“ samt dessen Nachfolger, nun wurden die Figuren mit Hilfe Jan Bratensteins und den beiden Illustratoren Peter Snejbjerg (Zeichnungen und Farben) und Lars Bjørstrup (Farben) visualisiert und auf die Comicseiten adaptiert. Die Zusammenarbeit darf ich als „gelungen“ klassifizieren.

    In alter Fantasyepos-Manier beginnt die Geschichte in weit zurückliegender Vergangenheit, die kollossalen Umstände erklärend, die die Welt der Orks zu der machen, die sie nun ist. Wenn man kurz darauf die dezent dekadenten Elfen kennenlernt, wähnt man sich bereits in üblicher High Fantasy, die zum Glück sehr bald auf den Kopf gestellt wird. Dann nämlich treten die beiden Hauptfiguren auf die Bildfläche. Balbok und Rammar, Orks bester Güte, nehmen sofort den Fokus ein, stechen sie Dank ihrer Statur doch aus der Masse an mächtigen Kriegern hervor und mogeln sich ob ihres einfältigen Charmes schnell in die Gunst des Lesers.

    Gespickt mit manchmal mehr, manchmal weniger offensichtlichem Witz und Selbstironie nimmt die Handlung sofort Fahrt auf und zeigt kaum Längen. Wie auch, wenn die beiden Orks pausenlos vom Regen in die Traufe und wieder zurück poltern? Dabei spritzen Blut und andere Körperflüssigkeiten, Fäkalhumor ist auf eine diskrete, fast schon apart anmutende Weise vorhanden, was bei den Hauptfiguren jedoch kein Wunder sein dürfte. Diese wirken durchweg sympathisch und sowohl ihr Zusammenspiel, als auch ihre individuellen Charakterzüge machen Lust auf mehr!

    In erster Linie macht der band Spaß. Er ist konsequent geschrieben und birgt trotz des eher handelsüblichen Plots doch genug Spannung und Neuigkeiten, die neugierig auf die kommenden drei Bände machen, die im Abstand von jeweils einem Jahr veröffentlicht werden. Generell sind weder Story, noch Charaktere eine Offenbarung und bedienen sich diverser Stereotype. Das ist in diesem Fall jedoch kein Manko, sondern trägt ganz im gegenteil zum Gelingen des Comics bei.

    Panel orks

    Layout und Zeichnungen

    Snejbjerg präsentiert eine gelungene Mischung aus dreckigem und putzigem Stil: Die Orks selbst wirken fast niedlich, während trotz ihrer Kulleraugen Dreck und raue Federführung ihren Zweck erfüllen. Die Gewaltdarstellung ist klar und zuweilen auch recht explizit, ohne sich daran zu ergötzen.

    Auch die Farbtöne harmonieren sehr gut miteinander, wobei selten mehr als zwei Farben gleichzeitig dominieren und über der gesamten Welt ein entsättigender Grauschleier zu liegen scheint.

    Letzte Worte

    Dieser erste Band ist sehr kurzweilig, auch wenn er trotz der ungewohnten Protagonisten nicht groß zu überraschen weiß. Nichtsdestotrotz bin ich sehr gespannt auf die Fortsetzungen und doch sehr zuversichtlich, dass diese Reihe eine gute wird.

    Orks Comic


  5. 7. März 2016 | Veröffentlicht unter Comics, Comicvorstellungen.

    Batgirl – Die neuen Abenteuer 1

    Von

    Genre: Superhelden / Teenie
    Autor: Cameron Stewart, Brenden Fletcher
    Illustratoren: Cameron Stewart, Babs Tarr, Irene Koh
    Erscheinungsform:  148 Seiten,  Softcover
    Enthält: Batgirl 35-40, Secret Origins 10 (I)
    Verlag: DC Comics / Panini Comics
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    Überblick

    Barbara Gordon alias Batgirl ist in Gothams hippen Außenbezirk Burnside gezogen, um dort ein semi-neues Leben zu beginnen. Ein Brand, der ihre Ausrüstung vernichtet, zwingt sie zur Gestaltung eines neuen Kostüms, sie findet nicht nur neue Freunde, sondern scheinbar auch ein brandaktuelles Smartphone und schlägt sich fortan zum Glück nicht mehr mit dem Joker, dafür jedoch mit allerlei Kleinkriminalität herum. Als Batgirl, selbstverständlich, denn so ganz kann man alte Identitäten natürlich nie ablegen. Unterstützung kann sie von ihrer alten Kumpanin Black Canary leider nicht mehr erwarten, deren Freundschaft stark gelitten hat. Wird Batgirl es schaffen, die Freundschaft zu kitten? Welche gar fürchtbaren Schurken werden sich ihr in den Weg stellen? [Spoiler: Einer glitzert. Und nein, es ist kein Vampir.] Und in welch finstre Depressionen würde sie wohl stürzen, wenn ihr Handy verloren ginge?

    Im Zuge des DC’schen Rebootwahns und der unzähligen Umstylings hin zu jugendlicheren, realistischeren Versionen der Superhelden wurde auch Batgirl verändert. Zuvor stand sie unter anderem unter den Fittichen der großartigen Gail Simone, die leider, leider gegangen wurde. In diesem ersten Sammelband, der die ersten sechs Issues des Soft-Reboots und eine Geschichte der Secret Origins enthält, präsentiert sich die „neue“ Batgirl als hippe Stadtgöre, die neben dem Stress mit ihrer Doktorarbeit und Freunden auch mit Möchtegernkillern zu kämpfen hat.

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    Die Erzählung

    Angesprochen werden soll offensichtlich primär eine Zielgruppe: (Weibliche) Teenager, die sich mit Barbara und ihren vielfältigen Problemen im realen Leben identifizieren könnten. Ganz knapp gehöre ich nicht mehr zu dieser Zielgruppe, doch kann und will ich dem Comic daraus keinen Strick ziehen.

    Wir starten mit einer latent verkaterten Barbara, die nach einer durchzechten Party auf eine raubende Bande Kleinkrimineller aufmerksam wird und sogleich versucht, die Drahtzieher ausfindig zu machen. Was klingt wie eine etwas heroischere Version der TKKG weitet sich zumindest im Laufe der Zeit zu einem größeren Ganzen aus, das seine Kreise bis in Barbaras Gehirn und ihre Vergangenheit zieht. Wir erinnern uns: Im 1988 erschienenen „The Killing Joke“ von Alan Moore wurde Barbara vom Joker derart schwer verletzt, dass sie viele Comicjahre lang in den Rollstuhl gezwungen wurde und sie zum „Oracle“ machte. Dieses Trauma wurde hier mittlerweile überwunden.

    Dabei sind die Schurken, auf die sie trifft, für meine Begriffe sehr harmlos, handeln weniger intelligent als krude. Ich verstehe kaum, weshalb sie eine große Gefahr darstellen, dafür jedoch umso mehr, weshalb die Polizei Gothams ein Problem mit Batgirls Handeln hat. An mancher Stelle hakt die Erzählung und ist weniger konsequent als man es sich vielleicht erhofft. Insgesamt wirkt Batgirl weichgespült, kaum würdig, als „Superheldin“ betitelt zu werden. „Supergöre“ trifft es da tatsächlich besser. Die zahlreichen Probleme Barbaras sind allerdings plausibel dargestellt; insbesondere ihr Konflikt „Fame vs. heldenhaftes Helfen“ wird sehr schön herausgearbeitet und durch die Medien heutiger Zeit wunderbar unterstrichen.

    Definitiv am gelungensten ist die Dynamik innerhalb der Geschichte und den Charakteren, sowie die erzählerische Vielfalt. Die Erzählung wirkt frisch und auf das Lesepublikum zugeschnitten, lässt kaum Langeweile aufkommen und vertuscht teilweise sogar Plotlöcher, über die man beim ersten Lesen fröhlich hinweg liest. Die letzten beiden Parts des Sammelbandes schließlich entschädigen nochmal über die sehr seichten ersten Abschnitte.

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    Layout und Zeichnungen

    In zwei Worten: Abwechslungsreich und erfrischend.

    Die Farben knallen, die Zeichnungen passen sich dezent der jeweils aktuellen Stimmung an und gerade die Gestaltung der Panels sticht positiv hervor. Sei es die Art, wie Smartphones und mathematische Formeln eingegliedert werden, Barbaras Fähigkeit visualisiert wird, die Dynamik zwischen den Panels oder die Farbgebung: Es wirkt sehr gut durchdacht und ist spaßig anzusehen.

    Letzte Worte

    Mein persönlicher Fall ist das Soft Reboot nicht, da es mir wirklich zu jugendlich und trivial  in Bezug auf die Story ist. Ich denke jedoch, dass gerade – aber nicht ausschließlich – etwas jüngere Zeitgenossen ihren Spaß damit haben können. Optisch ist es hervorragend, inhaltlich hakt es.

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  6. 25. Januar 2016 | Veröffentlicht unter Comics, Comicvorstellungen.

    [Comic] Birthright

    Von

    Genre: Fantasy
    Autor: Joshua Williamson
    Illustratoren:
    Andrei Bressan, Adriano Lucas
    Erscheinungsform: 
    128 Seiten,  Soft/Hardcover
    Enthält: Birthright #1-5, laufende Serie
    Leseprobe
    Verlag: Image Comics / Cross Cult |  „Birthright“ bestellen


    Das Verschwinden des Jungen Mikey zerrüttet die Familie Rhodes: Der Vater, Aaron, wird bald nicht nur des Mordes an seinem Sohn verdächtigt, sondern stürzt auch in tiefe Depressionen, die Mutter, Wendy reicht verbittert und mit neuem Mann an ihrer Seite die Scheidung ein und der Bruder, Brennan, verwickelt sich verzweifelt in Prügeleien. Gänzlich gerät das Leben der zersplitterten Familie aus den Fugen, als sie ein Jahr nach Mikeys Verschwinden in das Polizeipräsidium geführt werden. Dort wird ein Mann festgehalten, der nicht von dieser Welt zu sein scheint.

    Von beeindruckender Gestalt, gekleidet in barbarisch anmutender Kleidung, bestückt nicht nur mit einem prachtvollen, schwarzen Bart, sondern auch mit einem schier unendlichen Waffenarsenal. Dieser Mann ist ein Krieger, der laut eigener Aussage das Land Terrenos von einem grausamen Tyrannen befreit hat und nun vorhat, auch die Erde vor der Gewalt finsterer Mächte zu retten. Und er behauptet, eben jener verschollen geglaubter Mikey zu sein. Kann das sein? Und sind seine Absichten wirklich so nobel, wie er vorgibt?

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    In einer Besprechung dieses Stoffes ist nahezu jedes Wort, das über den Inhalt verloren wird, zu viel, denn tatsächlich ereignet sich die ein oder andere unvorhergesehene Wendung. Wo man zu Beginn der in zwei Haupterzählstränge geteilten Geschichte noch einen klassischen Heldenepos vermutet, wird diese Idee bald hinterrücks mit der Barbarenstreitaxt enthauptet.

    Zum einen verfolgen wir die Begebenheiten in der realen Welt, in der der plötzlich aufgetauchte Recke gehörigen Unfrieden stiftet, was insbesondere der ansässigen Polizei sauer aufstößt. Von der Familientragödie der Rhodes bis zur mit der Realität verwobenen Fantasy ist es hier nur ein kleiner Schritt, doch einer, der sich lohnt, da es beiden Thematiken eine gehörige Portion Würze verleiht.

    Auf der anderen Seiten erfahren wir durch die Erzählungen des Weltenreisenden von den Ereignissen seit seines – Mikeys – Verschwinden. Wir erfahren, wie er sich noch während des Spiels mit seinem Vater im Wald verirrt, dort zunächst auf ein scharlachrotes Monster, und dann glücklicherweise auf beschwingt daher kommende, zukünftige Gefährten trifft und von diesen, sowie deren Lehrmeister oder Oberhaupt, auf seine wahre Bestimmung vorbereitet wird. Der Legende nach ist Mikey der Held, der, der die Welt von allem herrschenden Übel befreien wird. Klassischer kann Fantasy kaum daher kommen und so trifft man neben allerlei Fabelwesen auch Orks an. Dass es auf Terrenos allerdings dezent blutiger zugeht als in den meisten anderen Fantasywelten, sich die Kreaturen grausamer und angsteinflößender zeigen und die kämpferischen Methoden nicht ausgeblendet werden zeigt sich hierbei schnell.

    Sowohl in der unseren, als auch der fremden Welt sind die Charaktere interessant dargestellt, neben denen Mikey selbst jedoch als Person recht blass erscheint. Die Dynamik zwischen den Figuren gefällt mir sehr und Mikeys in der anderen Welt neu gewonnenen Gefährten sind bislang vielversprechend – und mit dem letzten Panel dieses Bandes bestätigt sich dieser erste Eindruck vorerst.

    Stiefmütterlich behandel ich das Pacing und die Bilder. Beides ist handwerklich gut, durch das gelungene Pacing bleibt die Spannung größtenteils erhalten und die Zeichnungen unterstreichen in ihrer rauen Art den Grundtenor der Geschichte.

    „Birthright“ käut wenige Klischees klassischer Fantasy wieder, zeigt sich bei seiner Interpretation äußerst ambitioniert und verleiht dem Heldenepos einen blutigen, düsteren Anstrich.

    Birthright Fazit


    Herzlichen Dank an Tim, der mir heldenhaft sein Exemplar überlassen hat, als ich auf Twitter nach interessantem Comicstoff gekräht habe!

  7. 12. Januar 2016 | Veröffentlicht unter Comics, Comicvorstellungen.

    [Comic] The Cape

    Von

    Genre: Horror, Superhelden, Dark Fantasy
    Autor: Jason Ciaramella nach einer KG von Joe Hill
    Illustratoren:
    Zach Howard
    Erscheinungsform: 
    132 Seiten,  Softcover
    Enthält: The Cape #1-4, abgeschlossen
    Leseprobe
    Verlag: IDW/ Panini Comics |  Über den Partnerlink bestellen


    Ein Cape, zusammengesetzt aus einer alten Schmusedecke und dem Marineabzeichen des im Krieg verstorbenen Vaters, ist nicht nur Teil der Superheldenverkleidung des Jungen Eric, sondern viel mehr. Dass es nämlich nicht nur superflauschig ist, sondern dem Träger auch die Fähigkeit zu fliegen verleiht, lernt Eric im denkbar günstigsten Moment: Während des Spielens mit seinem Bruder beim freien Fall von einem Baum. Er fliegt. Zumindest einen Moment lang, dann reisst das Cape und Eric findet seine Bestimmung auf dem Boden der Tatsachen wieder.

    Während Eric im Krankenhaus ruht, sperrt seine Mutter das garstige Cape weg, da es den beiden Söhnen nur Flausen in den Kopf setzt. Fliegen! Man sieht ja, was der ganze Superheldenquatsch alles so anrichtet! Eskapismus wohin man blickt!

    The Cape

    Lange Zeit bleibt das Cape verschwunden – bis es Eric – mittlerweile ein erfolgloser Erwachsener mit just beendeter Beziehung – per Zufall im Keller seiner Mutter wiederfindet. „Ei der Daus“, denkt er sich nun, „Mein Leben ist gar trostlos, niemand nimmt mich ernst und respektiert mich, doch, oha, dieses jenes Cape wird mir den Respekt verschaffen, den ich schon immer verdient hatte! Und noch mehr…“ Dass daraus keine fidele Supermangeschichte entspringt, dürfte nun nicht mehr nur anhand des Autoren ersichtlich sein…

    Der Comic findet seine Vorlage in der gleichnamigen Kurzgeschichte von Joe Hill, welche in seiner Kurzgeschichtensammlung „20th Century Ghosts“ (in der deutschen Übersetzung:“Black Box„) zu lesen ist. Zwar ähneln sich Kurzgeschichte und Comic zu Beginn sehr, nutzen teilweise die selben Formulierungen, doch geht der Comic noch einige Schritte weiter und nimmt die Vorlage nur als Sprungbrett, auf dem Charaktere und Geschichte fußen. Die Kurzgeschichte endet dort, wo der Comic erst anfängt: Bei dem ersten Todesfall.

    Nein, dieser Comic erzählt keine bunte Knautschgeschichte, sondern präsentiert das Bild eines mitnichten nur körperlich gezeichneten Mannes, der in seinen psychischen Problemen nicht nur selber ertrinkt, sondern andere mit sich ins Verderben zieht. Jeglicher Pathos und Heroismus, den man gemeinhin mit einem derart wundersamen Cape verbindet, fehlt hier völlig und wird durch die hämisch grinsende Fratze eines Psychopathen überschattet. Es ist gerade zu Beginn verstörend, wobei es im Laufe der Seiten leicht wahnwitzige Züge annimmt, die mir leicht über die Maße erscheinen – was indes vielleicht auch nicht ganz unpassend für Eric ist. Dennoch gibt es ein, zwei Momente, die mir „zu viel“ sind und die durch ihre bloße Existenz die feinen Grausamkeiten menschlicher Psyche verdrängen und das ganze trivialer erscheinen lassen, als es eigentlich ist.

    Der Protagonist ist ein Arschloch. Leider eines, das man nicht mal mehr aufgrund seines vielleicht doch alles erklärenden Hintergrundes sympathisch finden kann, derart tief steckt er in seiner eigenen, klebrigen Pest. Das Portrait Erics ist gelungen, wenngleich es nicht allzu sehr in die Tiefe geht. Beschrieben wird nicht primär seine Psyche, sondern die Taten. Unangenehm fällt der Blick des Lesers direkt auf den gebrochenen Kiefer der Frau, auf das fransig gewordene Cape, das einst so viel Spaß brachte und nun ein Verkünder des Unheils ist.

    Insgesamt hätte „The Cape“ eine Kürzung gut getan, vielleicht wäre es passender gewesen, die ursprüngliche Kurzgeschichte statt um einige viele, nur um zwei oder drei zusätzliche Szenen zu ergänzen. Das Original ist, was den Schrecken angeht, auf den Punkt, der keiner Ausdehnung bedarf. Dafür jedoch sind die Erläuterung zu Erics Charakter gelungen und recht interessant, gerade unter Zunahme der Beleuchtung anderer Personen, die in der Kurzgeschichte nur am Rande oder gar nicht auftauchen.

    Es ist ein gut zu lesender, in sich abgeschlossener Comic, den man lesen kann, aber nicht muss.Er beschreitet keine gänzlich neuen Pfade, ist auf seine Weise jedoch unterhaltsam. definitiv zu empfehlen, wer gerne über düstere Gestalten und tiefe Abgründe des Menschen liest.

    Cape

     


  8. 3. Januar 2016 | Veröffentlicht unter Comics, Comicvorstellungen.

    Batman/Teenage Mutant Ninja Turtles #1

    Von

    Genre: Action, Superhelden
    Autor: James Tynion IV
    Ursprungsidee:
    Peter Laird, Kevin Eastman
    Illustratoren:
    Freddie E. Williams II
    Erscheinungsform: 
    32 Seiten,  Heftchen, mtl., 6-teilige Miniserie
    nächste Ausgabe: 13.01.2016
    Verlag: DC Comics / IDW Publishing Sammelband bei Amazon vorbestellen


    Das erste offizielle Zusammentreffen von Turtles und Batman gestaltet sich etwas schwierig: Mit der Annahme, der jeweils andere sei ein gar fürchtbarer Feind. Dank eines perfiden Plans des possierlichen Krang landen nicht nur die Turtles, sondern ausgerechnet auch Shredder samt Foot Clan in einer anderen Dimension und einer anderen Stadt, namentlich Gotham City. Dort mischen sie ein Labor auf und entwenden aus sicher sehr heroischen Gründen einen wichtigen Generator, der in den falschen Händen Grausames anrichten kann. Prompt werden sie vom überlebenden Laborpersonal als Monster und Kumpanen der Foots identifiziert. Und wen kann man in solch einem Fall besser gebrauchen als den dunklen Rächer?

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    Was klingt wie ein wahr gewordener Traum der Kinder der 80er und 90er, ist auch tatsächlich und erstaunlich unterhaltsam. Wir finden hier zwar kein spritziges Sammelsurium an Kuriositäten wieder, dafür jedoch den kurzweiligen Auftakt einer doch recht düster gezeichneten Geschichte, in der sich Batman und die Turtles im ersten Augenblick alles andere als grün sind. Wer kann es Batman auch verdenken, wirken doch zumindest die Turtles nicht gerade wie die freundlichen Schildkröten aus der Nachbarschaft. Unnötige Zeit wird nicht auf die Vorstellung der einzelnen Charaktere verschwendet, die Kenntnis wird als gegeben vorausgesetzt.

    Dabei harmonieren Batman mit seinem Gotham und die Turtles ausgesprochen gut miteinander, die beiden Welten werden gekonnt zu einer verknüpft, was nicht unpassend oder erzwungen wirkt. Unterstützt wird dieser Eindruck natürlich von den Zeichnungen, die sowohl den Charakter der finster dreinblickenden Fledermaus, als auch die Atmosphäre der Turtles-Comics einzufangen vermögen. Hier mangelt es zwar manchmal an räumlicher Tiefe, die Figuren wirken teilweise überdimensioniert, doch insgesamt ist es ein sehr runder Eindruck, der von der Coloration unterstützt wird.

    Screen_Shot_2015-12-09_at_11.34.24_AM.0Sowohl zwischen den Zeilen, als auch im direkten Dialog zünden die Gags, die einerseits auf der Metaebene stattfinden und andererseits in den Charakteren begründet liegen, die ebenso gut getroffen sind wie die Optik derer. Wenn Donatello einen leicht philosophisch angehauchten Monolog über seine Heimatstadt hält, horcht das Fanherz auf, wenn Michelangelo sein Videospiel in Trümmern sieht, weint es ein bisschen mit und selbst Alfred und das – zugegebenermaßen sehr gewöhnungsbedürftig anmutende – Batmobil bekommen ihre Momente.

    Das Crossover an sich wird durch zwei Kämpfe schön verdeutlicht: Während sich Batman gegen die Foots behaupten muss und dabei einen ersten, ehrfurchtsgebietenden Blick auf Shredder werfen kann, mühen sich andernorts die Turtles mit dem Killer Croc ab. Die Kämpfe an sich sind nett anzusehen, gehen jedoch nicht zu sehr ins Detail.

    Wir reden hier nicht von den aktuellen Versionen der jeweiligen Helden, aktuelle Ereignisse stehen hier also außen vor. Der Comic funktioniert als zeitloser Einzeltitel und das ist wohl auch gut so. Die erste Ausgabe bildet den Auftakt zu einer sechsteiligen Serie, die monatlich erscheinen wird und zeigt einen guten Start, der eine gute Reihe verspricht. Ich bin definitiv gespannt darauf, wie die Turtles und Batman tatsächlich miteinander agieren werden.

     

    TurtlesBatman


  9. 30. Dezember 2015 | Veröffentlicht unter Diverser Geekkram, Dreckiger Rest.

    Meine Highlights 2015

    Von

    Wie immer, wenn ein neues Bloglayout in den Startlöchern steht, fühlt sich das Bloggen für mich irgendwie falsch an. Es wäre schließlich viel großartiger, das Posting im neuen Layout lesen zu können! Trotzdem muss dieses noch sein, schließlich will ich das neue Jahr nicht damit starten, über alte 2015er Kamelle zu reden. Hier nun mein kleiner Rückblick über mein nun vergehendes Nerdjahr.

    Fötös

    Zunächst ein knapper Rückblick auf mein eigenes Bloggerjahr. Wie im Jahr zuvor habe ich, bedingt durch das Bloggen, Dinge erlebt, die mir ohne diesen Blog nicht möglich gewesen wären. Ich habe verdammt viele, sehr großartige Menschen kennengelernt, bereits bestehende Kontakte vertieft und bin guter Dinge, dass ich das im kommenden Jahr noch toppen werde. Die Grundsteine sind gelegt, das Fundament aufgegossen.

    In diesem Jahr am meisten Spaß gemacht haben mir die Artikel/Videos über Minderheiten in Videospielen sowie die kritischeren Diskussionen und Kooperationen mit anderen Bloggern oder Lesern. Das möchte ich 2016 definitiv weiter ausbauen und festigen. Ich bin unglaublich dankbar für die Unterstützung, die ihr mir gebt, für jeden Kommentar, Like und für jedes Teilen eines Beitrages. Ich weise nie darauf hin, dass man teilen soll, umso mehr freut es mich, wenn man es dennoch tut. Balsam für die Bloggerseele ;) Ohne die Interaktion mit euch würde das Bloggen nur einen Bruchteil des Spaßes bringen, den ich jetzt habe.

    Die letzten Monate habe ich mich ein wenig rar gemacht, was an gesundheitlichen Problemen lag, doch puste ich gerade ein wenig Staub von dem Blog und wenn alles gut geht, kann ich pünktlich am 1.1. mit dem neuen Layout aufwarten und dann wieder regelmäßiger schreiben. 2016 kann nur besser werden.

    videospiele

    Gespielt habe ich dieses Jahr leider nicht wirklich viel. Mir hat schlichtweg die Zeit gefehlt, mich an viele neue Videospiele zu setzen. Einige wurden es dann dennoch: Ori and the Blind Forest etwa, The Order 1886 auf meiner zu dem Zeitpunkt neuen PS4 (Ein geiles Teilchen, btw.!) oder auch In Between und kleine Runden Evolve, kombiniert mit meinen ewigen Dauerbrennern Skyrim und Zelda: Links Awakening.

    Festgebissen habe ich mich dabei an wenige Titel, die ich teilweise bis zum Erbrechen gespielt habe und die alleine mich bereits ziemlich glücklich gemacht hatten.

    Meine Top3 Videospiele:

    • The Witcher 3: Diese endlose Landschaften, die interessanten Figuren und vor allen Dingen die erzählerisch dichten und recht innovativen Quests… ja, es ist definitiv mein Spiel 2015. Es ist keine Überraschung, doch warum sollte ich zwanghaft ein Indiespiel auf den imaginären Thron setzen, wenn mich solch ein populäres Spiel wie der Witcher einfach begeistert? Vorstellung gefällig? hier.
    • King’s Quest Chapter 1: A Knight to Remember: Während ich es gespielt hatte, sind mir einige Dinge aufgefallen, die mir weniger gefallen haben wie bspw. die zu simplen Rätsel oder die Vorhersehbarkeit. Rückblickend allerdings finde ich es dubioserweise ziemlich klasse. Vielleicht bin ich mit dem Alter auch einfach milder geworden. Hust. Hier entlang zur Vorstellung.
    • Apotheon: Das Gameplay dieses Action RPGs ist einfach wie simpel und mutet, unterstützt durch die Grafik, an die guten alten Jump’n’Runs an. Es ist kein Meilenstein. Himmel, es ist nichteinmal ein supidupi tiefgründiges Kleinod, sondern einfach ein sehr netter Zeitvertreib. Durch die Nähe zur Antike finde ich es allein schon studiumsbedingt sehr nett. „Bei dir braucht es also nur ein schnödes ’nett‘, um in die Top3 zu gelangen?“ An sich nicht. Es entzückt mich einfach im Gesamten.

    Zusammen mit Messen wie der gamescom oder kleineren Events, bei denen ich als Bloggerin teilnehmen durfte, war es ein für mich trotz der relativen Flaute an tatsächlich durchgespielten Titeln ein sehr spannendes Gamingjahr, in dem viele Diskussionen geführt wurden, die ich auch über den Jahreswechsel hinaus interessant finde. Man merkt, wie lebendig diese „Szene“ ist und dass viele verschiedene Menschen dort ihre Kreativität ausleben.

     

    Serien

    2015 war mein persönliches Serienjahr. Ich glaube nicht, dass ich in irgendeinem Jahr mehr Serien gesehen habe als in diesem, was zum größten Teil Netflix zu verdanken ist. Endlich habe ich Kleinode wie Lost und The 100 nachgeholt, auch wenn letzteres natürlich noch immer aktuell ist und zum Glück bald in die dritte Staffel geht. Auch hier habe ich mich an älteren Titel sattgesehen: So habe ich mir nochmal Friends und Malcolm in the Middle angetan und auch wieder Star Trek gesehen. Vor allen Dingen jedoch habe ich mich durch neue Serien gewühlt. Verdammt, gibt es viele geile Projekte dort draußen! Sci-Fi, Fantasy, Horror, gab es jemals so eine satte Genredichte? Dabei habe ich nichtmal alle gesehen: Daredevil fehlt mir ebenso wie Jessica Jones, die neue Orphan Black-Staffel habe ich leider ausgelassen und es gibt noch einige weitere Serien, die ich mir zeitbedingt für das kommende Jahr aufheben muss. Hier aber erstmal meine

    Top 3 Serien

    • The Walking Dead: Für viele ist TWD tot, für mich nicht. Gerade die langsame Erzählweise reizt mich, der Fokus auf die verschiedenen Charaktere. Dass es in der aktuellen Staffel für mich dennoch ein wenig zu ausgefranst erscheint, mir die Charaktere also zu wenig „Gruppenzeit“ haben, verleidet mir die Lust am Zusehen dennoch nicht. Carol ist ein fucking Badass, ich bin hochgespannt, wie es mit den Wolves weitergeht, Carl wird mir immer sympathischer und damn, die Walker sehen einfach possierlich aus!
    • Lost: Nein, es ist keine aktuelle Serie, doch habe ich sie in diesem Jahr zum ersten Mal gesehen und hat deshalb einen Platz verdient. Gerade die ersten zwei bis drei Staffeln habe ich schier verschlungen, konnte kaum das Sofa verlassen, so gespannt war ich zu sehen, wie es bloß weitergeht. Enttäuscht war ich von den letzten beiden Staffeln und ebenso wie bei Sliders wird diese Serie für mich wohl auch nur zwei oder drei Staffeln haben. Screw you, nicht oder nur mies beantwortete Fragen!
    • The 100: Ehm ja. Hust. Eine Teenieserie. Aber wie putzig doch alle sind! Und wie schön fies es nach der ersten Staffel wird! Die Serie macht mir einfach Spaß. Außerdem: Für den weiblichen Zuschauer konzipierte Sexobjekte. Gefällt mir.

    comicscoll
    Comics kann man nie genug haben. Das ist ein unumstößlicher Fakt. Aus irgendeinem Grund habe ich in diesem Jahr verhältnismäßig viele Comics mit zentralen weiblichen Figuren gelesen, obwohl ich es nicht darauf angelegt hatte. Aber hey: Es waren einfach gute Titel dabei! Dabei fehlen mir noch einige: Die Reihe um Leia beispielsweise. Dafür gab es endlich, endlich neuen Lesestoff von meiner ersten Comicliebe Elfquest.

    Top 3 Comics

    • Elfquest: The final Quest: Ich sprach es bereits an und sicher spielt hier Nostalgie mit. Tatsächlich geht mir einiges gegen den Strichwie etwa die Glorifizierung der Hauptfigur Cutter. Glücklicherweise ist er nicht die einzige Figur in dem spitzohrigen Treiben. Ich freue mich einfach sehr, dass es endlich neue Ausgaben von den Elfen gibt! Vorstellung des Comics: Hier.
    • Ms Marvel: Eine sehr sympathische Teenagerin wird zu einer Superheldin. Nicht immer formvollendet und ganz sicher nicht perfekt durchchoreographiert, dafür jedoch mit dem nötigen Unterhaltungswert und Charme. Man beißt sich durch, auch und speziell als Nachwuchsheldin, die nicht nur mit finsteren Schurken, sondern auch mit dem Alltag zu kämpfen hat. Hier geht’s zur Vorstellung.
    • Crossed +100: Endlich war wieder jemand am Werk, der sein Handwerk versteht und Crossed nicht zur stumpfen Gewaltorgie verkommen lässt. Alan Moore weiß, wie man das Entsetzen immer weiter steigert und verleiht den Crossed wieder zur alten Stärke. Hier habe ich den Auftakt bereits vorgestellt.

    filme

    Einige Videoabende liegen hinter mir, etliche Filme habe ich im Alleingang gesehen und wieder andere im Kino. Kaum etwas lässt sich so einfach und schnell konsumieren wie ein Film, sodass ich von hervorragenden bis sehr schlechten Filmen (Ja. Ich rede von euch, Human Centipede 3 und The ABCs of Death!) auch im Jahr 2015 alles mitgenommen habe.

    Top 3 Filme

    • Star Wars: The Force Awakens: Nein, es liegt nicht nur an meiner nostalgischen Brille. Und ja, ich finde ihn auch nach dem zweiten Mal besser als Episode IV. Deal with it. Es ist ein in meinen Augen nahezu perfekter Film, wie es ihn im Unterhaltungssektor nur selten gibt. Ich hoffe nur, dass er durch die kommenden Episoden nicht doch noch versaut wird. Hier geht’s zu meiner Kinobesprechung.
    • Kung Fury: Ein einziger Nerdgasm. Nach wie vor kann man sich den kompletten, halbstündigen Film auf Youtube ansehen.
    • Seeking a Friend for the End of the World: Bereits 2012 erschienen, kam ich erst jetzt dazu, ihn mir anzutunund es hat sich gelohnt. Ein rührender Film, der trotz des drohenden Endes sehr schön und ruhig ist. Ein starker Kontrast zu meiner üblichen Endzeitkost, weshalb er wohl eine so starke Wirkung auf mich hatte.

     

    Und eure Highlights? Nur her damit!


  10. 4. Dezember 2015 | Veröffentlicht unter Comics, Comicvorstellungen.

    Crossed +100 Volume 1

    Von

    Genre: Horror
    Autor: Alan Moore
    Ursprungsidee:
    Garth Ennis
    Illustratoren:
    Gabriel Andrade
    Erscheinungsform: 
    160 Seiten,  Softcover
    Enthält: Crossed +100 #1-6
    VerlagAvatar Press | Für 20,24 bestellen


    Inhalt

    Hundert Jahre nach dem Outbreak, hundert Jahre, nachdem der erste zombieeske „Crossed“ das unschuldige Licht der Welt erblickte, hat die Welt ein anderes Gesicht bekommen. Durch die Ruinen einstiger Hochburgen menschlichen Schaffens streifen Antilopen und aus dem Zoo entlaufene Elefanten, ranken sich längst die Wurzeln allerlei Pflanzen, deren Natur sich ihr Reich immer mehr zurückerobert. Die verbliebene Menschheit hat sich Festungen erbaut, wo sie mittlerweile recht friedlich haust. Die größte Bedrohung? Hungrige Wölfe. Die Crossed dagegen sind zur Gruselgeschichte verkommen, von denen die wenigsten Menschen je einen zu Gesicht bekommen haben: Durch Inzest degeneriert und durch Kannibalismus dezimiert, haben sich die Crossed scheinbar größtenteils selber ausgerottet.

    Hier folgen wir der Archivarin Future Taylor, die sich auf den Spuren der Vergangenheit durch Videoschnipsel, Berichte und Tagebucheinträge wühlt und bald einer neuartigen Religion auf die Schliche kommt, deren Pläne alles bisherige Grauen in den Schatten stellt.


     

    Kritik

    Der wunderbare Alan Moore (Watchmen, The Killing Joke) hat eine postapokalyptische Welt erschaffen, die wirklich fundiert erscheint und durch die „archäologischen“ Elemente mehr Tiefe erlangt. Hier möchte ich konkret empfehlen, sich die englische Originalfassung anzueignen, da im Deutschen viele Wortschöpfungen verloren gehen und unnötig verkompliziert werden. Denn Sprache entwickelt sich, auch und besonders schnell, wenn die Zivilisation, wie wir sie kennen, zu Ende geht und neu strukturiert wird. Die Grammatik scheint nun nebensächlich zu sein, das Vokabular wurde umgewälzt, sodass man sich als Leser erst einlesen muss. Das ist nicht immer einfach oder spaßig, fördert jedoch die Authentizität der Geschichte und macht sie interessanter, zumal all diese Änderung nachvollziehbar und sinnig sind.

    Die Erzählweise beginnt ruhig, plätschert sachte dahin und stellt einige Charaktere vor, deren Namen man sich in weiser Crossed-Tradition ohnehin nicht wirklich merkt – aber es vielleicht sollte? Man erhält einen Einblick in die veränderten sozialen Gefüge und die Gewichtungen, die einzelne Aspekte haben: So ist Scham den eigenen Körper betreffend nicht mehr wirklich anzutreffen, die Beziehungen sind oftmals eher sexueller, denn romantischer Natur, Science Fiction wurde zur Wishful Fiction und auch vor den Religionen haben die Veränderungen nicht Halt gemacht. Eine neue Zeitrechnung ist angebrochen und das im wahrsten Sinne des Wortes.

    Nachdem die Crossed im Jahre 0 die Herrschaft an sich gerissen hatten , ging es bei ihnen jedoch, anders als bei den Menschen, scheinbar nicht weiter. Sie waren dort im Jetzt stark, doch evolutionstechnisch nur äußerst schwach: Wie vermehrt sich eine „Kultur“, die ihre eigenen Neugeborenen verspeist? Die derart selbstzerstörerisch ist, dass sie sich vor Lust die eigenen Arme abhackt? Der erste kalte Winter raffte viele dahin und durch mangelnde Intelligenz wird weder Getreide angepflanzt, noch Kleidung genäht. Nein, als Crossed hat man es wahrlich nicht leicht gehabt.

    Doch wäre es kein Comic dieser Welt, würde man durch eben jene Infizierte nicht doch bedroht werden. Hätten sich keine Hillbilly- Crossed kleine Zufluchtsorte gesucht und, tja, gäbe es nicht besondere Infizierte, die anders sind als der minimalintellektuelle Crossed. Die einen Kult begründen und einen Plan hecken, einen Plan, der genau diese Zeit des trügerischen Frieden beinhaltet.

    Es bleibt verstörend, in eindringlichen Bildern, die klar, statt künstlerisch sind und eben so viel Raum für Fantasie frei lassen, dass es unangenehm bleibt. Die Diskrepanz zwischen dem Grauen auf der einen und dem kalte Kalkül auf der anderen Seite arbeiten den Beginn des Outbreaks nochmal auf besondere Weise auf.

    Ich persönlich finde, dass man sich nicht von den blutigen Bildern und der Gewalt täuschen lassen sollte, denn es ist nichtsdestotrotz eine intelligent erzählte Geschichte, die endlich wieder an die Qualität des Ursprungscomics von Garth Ennis anknüpfen kann. Ich will und kann nicht sagen, dass es ein Genuss ist, ihn zu lesen und doch lohnt es sich meiner Meinung nach sehr. Gerade durch die Erforschung der fiktiven Vergangenheit (oder Zukunft) durch Future Taylor wird nochmal ein Aspekt und eine Ebene hinein gebracht, den ich persönlich äußerst spannend finde.

    Fazit

    Definitiv ein Muss für unsere Comicsammlung.


  11. 26. Oktober 2015 | Veröffentlicht unter Comics, Comicvorstellungen.

    Orphan Black #1

    Von

    Genre: Science-Fiction
    Autoren: Graeme Manson, Jody Houser, John Fawcett
    Illustratoren:
    Szymon Kudranski, Cat Staggs
    Erscheinungsform: 
    120 Seiten,  Hardcover
    Enthält: Orphan Black 1-5
    VerlagSplitter |  Leseprobe | Für 19,80 bestellen


    Inhalt

    Sarah Manning führt ein mehr oder weniger beschauliches Leben als Kleinkriminelle – bis sich vor ihren Augen jemand vor einen einfahrenden Zug wirft. Dieser Jemand ist nicht irgendwer, sondern die Polizistin Beth Childs. Und die sieht exakt so aus wie Sarah. Doch es ist nicht nur ein vermeintlicher Zwilling, sondern derer viele. Es sind Klone. Und im Gegensatz zu den Zylonen haben die Klonverantwortlichen definitiv einen Plan. Nur dass dieser Sarah nicht unbedingt gefallen wird.

    Die kanadische Fernsehserie „Orphan Black“ zählt zu meinen absoluten Lieblingsserien, was nicht nur dem gewollt undurchsichtigen, intelligenten Plot geschuldet ist, sondern auch der wunderbaren Hauptdarstellerin Tatiana Maslany. Diese verkörpert jeden der Klone auf derart glaubhafte Weise, dass man kaum glauben kann, dass es sich wirklich um ein und dieselbe Schauspielerin handelt.

    Dies hier ist die Besprechung zur Comicadaption der Serie.


    Kritik

    Während die Serie bereits wenig erklärt und den Zuschauer selber denken und zusammenführen lässt, so wird dies bei den Comics noch auf die Spitze getrieben. Splitter der Story werden aneinander gereiht in einer Form, die es selber für mich als Kennerin der Serie schwierig macht, dem Faden zu folgen. Was genau vor sich geht, wer eigentlich wer ist und ob oder wie sie alle miteinander verknüpft sind, wird man durch die Comics nur schwerlich erfassen können. Zu fragmentiert zeigt sich die Erzählweise, zu skizzenhaft die Darstellungen. Die Struktur scheint sich primär an den zu richten, der die Serie kennt und sich durch den Comic weitere, tiefer gehende Informationen erhofft.

    Diese bekommt man häppchenweise: Hintergründe zu den einzelnen Charakteren werden ebenso geliefert wie die Gedankengänge der diversen Klone. Hier werden die Gedanken geschickt durch verschiedene Farben und Schrifttypen den verschiedenen Charakteren zugeordnet, sodass eine Unterscheidung leichter fällt, wenn man auf diese Details achtet. Wichtig ist hierbei auch der Zeichenstil: Meines Erachtens nach ist dieser allerdings nicht fein genug. Zuweilen wirken die Klone nicht so identisch, wie man es erwarten würde, mir war beispielsweise bei einer Person nicht bewusst, dass es sich um einen weiteren Klon handelt. Zudem schwankt die Qualität der Gesichterzeichnung mitunter von Panel zu Panel; man merkt, wenn gerade ein Referenzphoto zu Rate gezogen wurde. Nichtsdestotrotz sind die Zeichnungen nicht schlecht und ich mag den skizzenhaften Charakter sehr – nur nicht unbedingt in diesem speziellen Fall.

    Dieser Sammelband umfasst die ersten fünf Issues der Originalfassung, wobei jede der Ausgaben einen der Klone in den Fokus stellt und den Leser in dessen Gedankengänge eintauchen lässt. Wir folgen Sarah, Helena, Alison, Cosima und Rachel, den Klonen also, die auch in der Fernsehserie die Hauptcharaktere darstellen und die jede für sich sehr interessante Charaktere sind. Insbesondere der dezent abgedrehten Helena macht es unheimlich Spaß, zu folgen.

    Insgesamt ist der Comic ein netter Mix aus Altbekanntem – so werden auch Zitate und „Stills“ aus der Show selbst verwendet – und Neuem, wobei das Altbekannte überwiegt. Unweigerlich frage ich mich: Wer hat diese Zielgruppe definiert? Der Serienkenner wird zu wenig Neues erfahren und der Newbie sich zu häufig verwirrt den Kopf kratzen. Was es allerdings zweifellos ist: Eine schöne Ergänzung für Fans mit sehr netten Zeichnungen, die den dreckig-konfusen Charme der Serie gekonnt einzufangen vermögen. Und Neulinge werden sicher neugierig gemacht, was es mit den Figuren genau auf sich hat.

    Fazit

    Der Comic ist kein direkter Serienklon, kriegt jedoch nur knapp die Kurve, wenn es um echte Neuigkeiten geht, nach denen sich Fans die Finger lecken würden.

     

     


  12. 12. Oktober 2015 | Veröffentlicht unter Comics, rund um Comics.

    „Wer rockt härter: Batman oder Superman?“ Endlich geklärt!

    Von

    Dieser Kampf ist älter als jener zwischen David gegen Goliath, härter als der zwischen Cylonen und Menschen und tragischer als das Verhältnis zwischen Dr. Cox und J.D.: Batman vs. Superman.

    Während es mir persönlich schon seit Jahrhunderten klar ist (It’s Batman.) bekämpfen sich die Anhänger der wandelnden Fledermaus mit jenen der omnipotenten Schmalzlocke mit leidenschaftlicher Inbrunst.

    Auch Kerry Callen hat sich mit dieser weltbewegenden Thematik beschäftigt und eine Lösung entwickelt, die eines Einsteins würdig wäre: Er hat die Cover der beiden Helden genommen und den jeweils anderen durch den Battlepartner ersetzt. Wo einst Superman seine Frisur korrigierte, darf nun Batman grummeln und umgekehrt.

    For decades, fans have argued who is the better superhero, Superman or Batman. It recently occurred to me that the best way to determine this is to see how they’d fare if one replaced the other on their comic covers. Will one fare better than the other? This should decide once and for all who’s superior! I selected six covers and then created six alternative images.

    Ein idiotensicheres System! Nur: Wer wird tatsächlich gewinnen? Das forscht ihr am besten in Callens Blogartikel nach. Meine Lieblingsbilder habe ich hier angefügt.

    Guckt euch nur mal Banes Gesichtsausdruck an! Herzallerliebst! ♥

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  13. 5. Oktober 2015 | Veröffentlicht unter Comics, rund um Comics.

    [Hörbuch] Locke&Key

    Von

    Vor vielen, vielen Jahren, als der Blog noch jung und mein Schreibstil noch jungfräulich war, ja damals schrieb ich über einen Comic, der es mir unheimlich angetan hatte: Locke&Key von Joe Hill. Eine dezent horroreske, mystisch anmutende Geschichte um ein Haus, das geheimnisvolle Türen beherbergt, die nur durch spezielle Schlüssel geöffnet werden können. Tut man einen Schritt hindurch, verwandelt man sich: Wird größer, unterzieht sich einer Geschlechtsumwandlung oder- Nein, das solltet ihr selber lesen oder… hören. Denn die mittlerweile in sieben Bänden abgeschlossene Comicreihe wurde als Hörspiel realisiert.

    Bei Audible könnt ihr das komplette, 13-stündige Hörbuch ab heute und bis zum 4. November gratis herunterladen. Für Erstkunden wird noch unfassbar freundlicherweise ein Abo mit in den Einkaufwagen gepackt, doch kann man dieses auch wieder herauslöschen. Es ist derzeit nur in englischer Sprache erhältlich, wobei über 50 Sprecher verpflichtet wurden. Unter anderem Haley Joel Osment (Entourage, The Sixth Sense), die großartige Tatiana Maslany (Orphan Black) und Kate Mulgrew (Orange Is the New Black, Star Trek: Voyager).

    Die ersten zwei Stunden, die ich mir bislang zu Gemüte geführt habe, fangen die Atmosphäre der Comics gut ein und lassen Gutes hoffen. Die Sprecher machen ihre Sache bislang gut und authentisch. Vielleicht wird es das Hörspiel auch schaffen, zum Ende hin den Spannungsbogen zu halten, statt abzuflachen, wie es mir mit den Comics ergangen ist. Zu sehr drifteten diese ins Jugenddrama ab und ließen den leisen Horror auf der Strecke. Doch gerade die ersten Bände kann ich nach wie vor sehr empfehlen – und das Hörbuch bislang auch.

    Den Link gibt’s hier

    Zwischenzeitlich war auch von einer Serie und einem Film die Rede, doch wurden beide Projekte bereits abgebrochen und für tot erklärt. Die Rechte der Comics liegen derzeit wieder friedlich schlummernd bei IDW Comics.


  14. 4. September 2015 | Veröffentlicht unter Comics, Comicvorstellungen.

    Harley Quinn: Mad Love

    Von

    Genre: Superschurken
    Autoren:
    Paul Dini, Bruce Timm, Kelley Puckett
    Illustrator:
    Bruce Timm, Mike Parobeck
    Erscheinungsform: 
    180 Seiten,  Softcover
    Enthält: Batman Adv.: Mad Love 1, Batman: Harley and Ivy 1-3, Batman Adv.: 12
    Verlag: Panini
    Leseprobe | Für 16,99 bestellen


    Inhalt

    Die für die Animationsserie „Batman: The Animated Series“ Anfang der 90er erschaffene Antagonistin Harley Quinn erhielt ihren Comicauftritt in „Batman Adventure: 12“. Diese Geschichte ist in diesem Sammelband ebenso enthalten wie „Mad Love 1“, das die etwas krude Entstehung der Figur „Harley Quinn“ herausarbeitet und die Miniserie „Harley and Ivy“, in der, wer hätte es bloß gedacht, Harley gemeinsame Sache mit Poison Ivy macht.

    Während die beiden anderen Geschichten eher schmückendes Beiwerk sind, ist es vor allem Mad Love, dem ein besonderer Blick gebührt: Hier wird die junge Psychologin Dr. Harleen Frances Quinzel nicht nur zur allseits bekannten Harley Quinn, sondern man erhält auch einen deutlicheren Blick auf sie als Person.

    Kritik

    Ich hatte es bereits angedeutet: Sowohl „Harley und Ivy“, als auch „Batman Adventure:12“ sind für mich weder Meilensteine, noch sonstwie bedeutend. Harley verkommt hier zum kleinen Mädchen, das eher stört, als der Gangstergemeinde wirklich nützlich zu sein. Natürlich: Dies gehört zu ihr, doch vermisse ich dort jeglichen Tiefgang oder weitere Eindrücke von ihr, die über diese eine Eigenschaft hinweg gehen. Immerhin: In der Miniserie mit Poison Ivy ist ein wenig mehr Humor enthalten und insbesondere ihrer beider Ausflug gen Hollywood ist zumindest einen kleinen Blick wert. Aber sonderlich spannend: Nein, nicht wirklich.

    Dass Harley eher ein Hascherl ist, wird auch in Mad Love deutlich. Frau Dr. Quinzel wird im Arkham Asylum eingestellt, wo die besonders gefährlichen und abstrusen Verbrecher ihr Dasein fristen. Sie nimmt sich dem Joker an – und verfällt wenig später seinem ganz besonderen Charme und seiner Raffinesse. Schnell stellt sie sich ganz auf ihn ein, ihr Herz gebührt nur ihm. An sich genommen ist ihr Verhalten an sich bereits ein interessantes, psychologisches Phänomen. Zuletzt benutzt der Joker sie als eine Art Ausbruchsinstrument und verpflichtet sie hernach als persönliche Assistentin.

    „Hascherl“ ist vielleicht zu böse ausgedrückt, schließlich hat Harley noch immer einen mehr oder minder eigenen Willen. Dennoch ist mir das Lesen dieser Geschichte unangenehm. Ich wünschte mir Harley stärker, in früheren Comics funktioniert sie als Sidekick oder hier nur in Verbindung mit dem Joker. Nicht, dass ich ausschließlich starke Frauen bräuchte – das fände ich reichlich langweilig. Aber… es ist Harley!

    Diese Sammlung früherer Stories rund um Harley beleuchten ihren Charakter auf jeden Fall, ohne ihn zu sezieren. Es ist ein interessanter Einblick, auf den man verzichten kann, aber nicht muss.


  15. 11. Juni 2015 | Veröffentlicht unter Comics, Comicvorstellungen.

    The unbeatable Squirrel Girl!

    Von

    Genre: Superhelden
    Autoren:
     Ryan North
    Illustratoren:
    Erica Henderson
    Erscheinungsform: 
    112 Seiten,  Softcover
    Enthält: The Unbeatable Squirrel Girl 1-5
    Verlag: Marvel
    Für 14,00 vorbestellen


    Inhalt

    Doreen Green ist eigentlich ein ganz normales Mädchen. Ein  bisschen Tomboy, ein bisschen zu größenwahnsinnig, ein wenig tierverliebt und einen großen Hintern hat sie auch. Das hat auch seinen Grund, denn irgendwo muss man seinen Eichhörnchenschweif ja auch verstecken! Doreen ist nämlich Squirrel Girl, proportional ausgestattet mit der Stärke und Schnelligkeit eines Eichhorns. Gemeinsam mit ihrem Sidekick Tippy sagt sie Superschurken wie dem garstigen Jäger Kraven, der in seiner Leoleggins ein wenig aussieht wie ein verunglückter Zirkusdompteur, den Kampf an. Mit geballter Eichhornkraft, versteht sich, denn die sollte man auf keinen Fall unterschätzen!

    Photo-Jan-11-5-56-50-PM-1024x437Neulich, im Comiclager, stieß ich auf die wunderbare Comicwelt des Squirrel Girls und nahm sofort einen kleinen Stapel dessen mit. Dabei kannte ich sie zuvor kaum, war lediglich auf die vier Variantcovers der ersten Issues und auf ein putziges Cosplayvideo aufmerksam geworden, die allesamt Lust auf mehr gemacht hatten. Nicht, dass Squirrel Girl ein neuer Charakter wäre, tatsächlich existiert sie schon seit 1992, hat bereits Wolverine gehörig den Hintern versohlt (s. New Avengers Vol. 2 #15) und sich ihren Zusatz „Unbeatable“ redlich verdient.

    Nun hat sie Anfang dieses Jahres eine eigene Serie bekommen und unter Erica Hendersons Zeichenfeder auch einen neuen Look. Nicht sexy sollte es sein, sondern so, wie sich die Künstlerin ein Eichhornmädchen vorstellt: Knuffig, robuster als die 08/15 zierliche Superheldin und aufgeweckt, was sich sehr gut in ihrer Mimik widerspiegelt. Insgesamt ist der Stil sehr comiclastig und bunt, dynamisch nicht nur innerhalb der Action, sondern auch in ruhigeren Abschnitten. Es ist keine düstere Dystopie und kein melancholischer Batman, sondern kurzweiliger Spaß.

    qci5g6m7k6xacdp7derxUnd ja, es macht verdammt viel Spaß! Die Seiten sind voller Witz in Wort und Bild, die Charaktere mannigfaltig statt inspirationslose Abziehbildchen anderer Helden und die Methoden Squirrel Girls ausgefallen und dadurch spannend zu lesen. Auch die Art, wie sie sich ihren Widersachern nähert: Tipps zur Bekämpfung findet sie in Deadpool’s Guide to Super Villains, in dem die  Schurken charakterisiert und deren Stärken und Schwächen aufgezeigt werden. Unter den Superheldenkarten findet man übrigens zu 99% Karten von Deadpool selbst, wie er sich im Spiegel grinsend thumbs up gibt. Überhaupt gibt es einige Referenzen zu anderen Comics und Superhelden und wenn Tippy in einem „Anzug“ bestehend aus der Maske und dem Handschuh Iron Mans ins Weltall fliegt, hat es etwas unfassbar Possierliches!

    .

    Die Dynamik zwischen den Eichhörnchen, Doreen und den Nebencharakteren hat es mir absolut angetan und vor allem Doreens Wesen ist etwas, das ich herausragend finde. Ich mag auf liebenswerte Art größenwahnsinnige Charaktere sehr. Wobei, wieso eigentlich größenwahnsinnig? Sie ist nunmal unschlagbar! Akzentuiert wird diese fiktive Persönlichkeit noch durch die Leserbriefe und vor allem die Antworten seitens Ryans und Ericas, die am Ende der Heftchen zu finden sind. Eines noch, bevor ich zum völlig überraschenden Fazit komme: Hier ist die englische Version wirklich die einzig richtige Wahl. Es gibt einfach zu viele Wortspiele, die in der Übersetzung verloren gingen.

    Fazit

    The unbeatable Squirrel Girl hat für mich etwas Außergewöhnliches. Die Heldin, die Geschichte, der Humor sticht unter den vielen anderen Comicserien deutlich hervor. Vielleicht wirken Eichhörnchen nicht, als könnten sie Grundlage eines Superhelden sein – aber hier wird deutlich gezeigt, dass sie sehr wohl super sein können.


  16. 16. April 2015 | Veröffentlicht unter Comics, Comicvorstellungen.

    ElfQuest: The Final Quest Vol. 1

    Von


    Genre: FantasyAbenteuer
    Autor:
     Wendy&Richard Pini
    Illustrator:
    Wendy Pini; Coloration:  Sonny Strait
    Erscheinungsjahr:
    2015
    Erscheinungsform: 
    192 Seiten,  Softcover, Band 1 von ?
    Verlag: Dark Horse Books
    Amazonlink


    Inhalt

    [The Final Quest ist die neuste Reihe innerhalb des Elfquest-Universums. Wer wissen will, was Elfquest überhaupt ist, den verweise ich zu diesem Video von mir und natürlich auf die offizielle Seite.]

    Nach den Ereignissen in Shards  sollte eigentlich Ruhe eingekehrt sein, doch leider sind es wieder die Menschen, die mit dem Frieden nicht so ganz einverstanden sind. Der Sohn des Grohmul-Djun, Angrif Djun giert nicht nur nach Macht, sondern auch und vor allen Dingen nach Unsterblichkeit. Diese erhofft er sich vom blondgelockten Wolfreiter Mender, der nicht nur heilen, sondern Körper auch verändern und dementsprechend altersresistent gestalten kann. Zudem ist es auch der magische Palast der Hohen, der Veränderungen innerhalb der Sippen forciert.

    Kritik

    Elfquest ist meine erste große Comicliebe, insofern kann ich hier absolut nicht objektiv sein: Ich liebe Elfquest und bekomme regelmäßig beim Lesen der bekannten Werke eine Gänsehaut. Dennoch möchte ich euch hier The Final Quest vorstellen und ein wenig näher beleuchten. Unter der rosaroten Brille, versteht sich, dessen müsst ihr euch bewusst sein.

    In dem vorliegenden ersten Band enthalten sind die Issues 1-6 inklusive dem prologartigen Special und den Covern der einzelnen Ausgaben im Anhang. In Amerika bislang erschienen sind 8 Issues, der neunte ist auf dem Weg der Veröffentlichung. Nahtlos reiht es sich an Hidden Years an und beinhaltet direkte Verknüpfungen nicht nur zu dieser Reihe, sondern ebenso zu seinen Vorgängern: Als Neuling hier einzusteigen, halte ich für eine denkbar schlechte Wahl. Hier wäre es definitiv besser, mit den klassischen Abenteuern in der Elfenwelt zu beginnen, die den Anfang der kompletten Reihe markieren und die große Reise der Wolfsreiter auf der Flucht vor den Menschen und der Suche nach anderen Elfenstämmen zeigen. Lesen kann man alle bisherigen Publikationen mit Ausnahme der final Quest auf der ofiziellen Website. Für lau. Fangt doch mit The Original Quest an!

    RuffelSkywiseFinal Quest jedenfalls gibt nach all den anderen – nicht immer „guten“ – Künstlern, die Elfquest bislang neben Wendy Pini mit Zeichnungen versorgt haben, ein Back to the Roots- Feeling. Wendy Pini zeichnet sich endlich wieder verantwortlich für die Zeichnungen und das steigert die Qualität meiner Meinung nach erheblich. Es gibt ein Wiedersehen mit einigen tot geglaubten Charakteren sowie mit Charakteren, die tatsächlich gestorben sind – in der Erinnerung oder mit Hilfe des Palastes. Die Frage, woher Teir stammt, wer seine Eltern sind, wird geklärt und somit sein loser Handlungsfaden in das großen Geflecht geknüpft. Dabei beginnt der Band ruhig und würdevoll. Die Elfen werden in ihrer natürlichen Umgebung gezeigt, sodass man auch nach einiger Zeit der Elfquestabstinenz gut einsteigen und in die Welt der beiden Stämme – Cutters und Embers – eintauchen kann.

    Positiv

    • Das ewige Thema „Leben und Tod“, der Kreislauf wird durch die Geburten und Todesfälle gut unterstrichen und passen gut hinein. Durch den Tod der beiden Elfen wird deutlich gemacht, dass es kein Zuckerschlecken ist. Denn nein, es handelt sich nicht nur um Redshirts. Durch die beiden Geburten indes wird der Zugang der Elfen zum Thema Leben klarer und das Detail rund um Moonshade läutet eine ganz andere Ära von ihrer Seite aus ein, die ich mir so nicht erwünscht hätte. Und das ist gut. Endlich eine traurige Liebesgeschichte, die ihre Hofnungslosigkeit nicht aus den bekannten Puzzlestücken zusammen setzt
    • Nicht nur der Zeichenstil, auch die Geschichte selbst ist „back to the roots“. Alte Storyelemente werden aufgegriffen, ohne sie abzunutzen oder zu kopieren. Elfquest hat vor rund 40 Jahren mit der Gefangenschaft eines Elfen und einem schwierigen Erkennen begonnen und genau das tut es auch jetzt. Ember opfert sich gewissermaßen für ihren Stamm, gibt sich in die Hände des Grohmul Angrif, damit sich ihre Wolfsreiter in Sicherheit begeben können
    • Die Beziehungen finde ich großartig. Es ist nicht das klassische Schema, nicht die klassischen Probleme, die auftauchen, sondern solche, die aus der Kultur der Elfen entspringen. Konflikte zwischen dem Weg der Wolfsreiter und der unweigerlichen Veränderung steht ebenso im raum wie das Erkennen, das zwar vom Leser gerne mit Liebe gleichgesetzt wird, aber davon absolut nicht abhängt und, wie in diesem Fall, auch zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt kommen kann.
    • Ich persönlich bin absolut zufrieden mit der Dynamik, die in den ersten sechs Issues herrscht. Actionlastige Momente sind ebenso vorhanden wie die ruhigen, in denen „nur geredet wird“.Gerade in den Actionsequenzen trumpft Wendy Pini auf, kann mit ihren Panels überzeugen. Die Geschichte ist spannend, denn ich bin mir wirklich nicht sicher, wie es enden wird, was vor allen Dingen die inneren Konflikte betrifft.
    • Vollkommene Zufriedenheit bei mir als Elfquestfan: Endlich wieder neue Abenteuer, endlich sehen, wie es mit den Elfen weitergeht, endlich wieder Elfquest, so wie es sein soll!!
    • Strongbow! ♥ Ember! ♥ Teir! ♥ Freetouch! ♥ Ehm ja. Verzeihung.

    Negativ

    • [Kleiner Spoiler] Mit der Art, wie eine der beiden Elfen gestorben ist, bin ich unzufrieden. Es war so… sinnlos auf die denkbar ungünstigste Art: Es war nicht nur selbstverschuldet, sondern sogar gewollt. Kein Suizid, doch wir kennen ja die Einstellung der Go-Backs, heroisch im Kampf zu sterben. Doch warum dort? Warum nicht in einer Schlacht, die wirklich zählt? Es war so… häh? Nö, nicht einverstanden.
    • [Kleiner Spoiler] Meines Wissens nach sind Elfendamen zwei Jahre lang schwanger. Dass das Erkennen also aufgeschoben wird, nur um zu verhindern, dass das Kind unter widrigen Umständen groß wird oder die Frau in der härtesten Episode schwanger ist… Hm. Gerade weil ein Krieg bevor steht, wäre doch eine Schwangerschaft gut. Wer weiß, ob das mit dem Erkennen überhaupt so astrein aufgeschoben werden kann oder es beide überleben? Die Fruchtbarkeit der Elfen ist solch ein zartes Pflänzchen…
    • Brokeback-Pose. Tsts, Wendy, und dann noch solch eine extreme! ;)

    ember

    Insgesamt bin ich also höchst zufrieden. Ich hatte ja auch lange genug auf neuen Stoff gewartet! Die einzelnen Ausgaben zu bestellen gestaltete sich für mich als Nichtkreditkartenbesitzerin eben etwas schwierig. Volume 2 der Sammelausgabe wird erst 2016 erscheinen, doch so lange werde ich nicht mehr warten können, zumal ich mich auch selber immer bei der offiziellen ElfQuest-Facebookseite spoiler (JA, ich tue es gerne!). Also müssen die Einzelbände wohl bei Ebay bestellt werden. (Schon getan! Bis Band 8 zumindest, der neunte wird erst noch erscheinen). Sollen ElfQuestfans also hier zugreifen? Definitiv! Ist es etwas für Neueinsteiger? Nein. Zumindest nicht, bevor ihr nicht die früheren Comics auf der Website nachgelesen und euch etwas EQ-Wissen angehäuft habt!

    Es sprach: Guddy, ein Fan.


  17. 27. Januar 2015 | Veröffentlicht unter Comics, rund um Comics.

    Ms. Marvel gegen Islamophobie

    Von

    Kamala Khan ist eine der ersten muslimischen Superheldinnen, die Marvel zu bieten hat. Als Ms. Marvel bekämpft sie allerlei garstiges Gezücht, wobei sie allerdings auf die Fiktion beschränkt wurde. Nun macht sie auch noch einen Schritt in unsere Dimension hinein und drückt islamfeindlichen Busbannern ihren Stempl auf.

    Gestartet vor etwa einer Woche von der American Freedom Defense Initiative durch die islam“kritische“ Aktivistin Pamela Geller, fahren die Busse fröhlich durch San Francisco. Botschaften verbreitend, die meines Erachtens nach dem Verständnis des Islam nicht gerade dienlich sind; mehr noch, die Furcht und den Hass gegenüber dem Islam im Generellen  schüren sollen. Natürlich geschützt durch den 1. Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten, der bspw. die Meinungs- und Pressefreiheit in den Fokus stellt. (Zu Recht.  Redefreiheit gilt es in der Tat zu schützen. Von Hassreden u.ä. bin ich trotzdem kein wirklicher Freund.)

    Hier kommt Ms. Marvel ins Spiel, die mit ihrem Gesicht die Banner verschönert und die Botschaften durch aufgeklebte, zusätzliche Sätze deutlich verbessert. Wer auch immer dafür verantwortlich ist: Vielen Dank dafür!
    Mist. Jetzt bin ich doch ein wenig politisch geworden auf dem Blog.


  18. 11. Dezember 2014 | Veröffentlicht unter Comics, Comicvorstellungen.

    Mit einem Comic gegen Indiens Rape Culture

    Von

    Viele Veränderungen in dieser Welt haben mit einer Idee angefangen.“ Urvashi Butalia, indische Historikerin und Verlegerin

    Solch eine Idee kann auch daraus bestehen, mittels unschuldiger, ungewöhnlicher Medien auf eine tiefergehende Problematik hinzuweisen. Wie etwa einen Comic herauszubringen, der das Thema „Rape Culture“ aufgreift und Aufmerksamkeit bei Menschen generieren will, die mitunter schwieriger zu erreichen sind: Kinder und Jugendliche. Primär an diese Gruppe richtet sich Ram Devinenis Comic „Priya’s Shakti„, den er zusammen mit Co-Autor Vikas Menon und Künstler Dan Goldman kreiert hat. Auf der offiziellen Website kann er kostenlos heruntergeladen werden.

    Im Mittelunkt steht Priya, die Opfer einer Gruppenvergewaltigung wurde und sich in ihrer Verzweiflung an die Göttin Parvati wendet, die ihr prompt zur Hilfe eilt. Nichtsahnend, dass ihr Göttergatte Shiva resoluter ans Werk geht und mit seiner Strafe Weltkriege forciert. Dies ist natürlich nicht das Ende des Comics, denn dort steht letztlich Priya selbst, die auf ihrem Tiger durch die Lande reitet, um das Denken der Menschen auf friedlicher Ebene zu verändern und einen Wandel stattfinden zu lassen.

    Und genau an die- die innere Haltung, die Einstellung gegenüber dieser Thematik – appelliert der Comic. Er spricht über eine Gesellschaft, die der indisch-amerikanische Filmproduzent Ram Devinenis selbst als misogyn beschreibt, wo das Opfer sexueller Gewalt nicht selten zum Täter gemacht wird. Vermutlich kennt auch ihr noch die Schlagzeilen etwa die über die Gruppenvergewaltigung im Jahre 2012 in Delhi, die im Land eine Grundsatzdebatte etwa über Strafmaß und Auffassung solcher Taten, sowie einige Demonstrationen ausgelöst hat. Im Zuge eines dieser Straßenproteste wurde in ihm die Idee zum Comic geboren. Hier könnt ihr mehr über die Hintergründe lesen.

    Ich persönlich bin mit der indischen Gesellschaft nicht vertraut. Ich war noch nie dort und „kenne“ sie nur aus den Medien, daher möchte ich an dieser Stelle keine Grundsatzdiskussion lostreten, da ich mir nicht anmaße, solch eine Diskussion auch nur im Ansatz fundiert betreuen zu können. Dass solch eine Thematik im Medium „Comic“ angesprochen wird, finde ich allerdings sehr gut, unabhängig davon, ob nun Rape Culture oder ein anderes Thema im Fokus steht.

    Für mich mitteleuropäischer Comicleser ist Priya’s Shakti übrigens auch sehr interessant zu lesen. Er ist… „anders“. Ich glaube auch nicht, dass man ihn mit „normalen“ Comics vergleichen kann oder sollte.


  19. 27. Oktober 2014 | Veröffentlicht unter Comics, rund um Comics.

    Batman: Es nippelt wieder!

    Von

    Joel Schumacher, jener Amerikaner, der sowohl bei Batman Forever, als auch Batman&Robin (Schwarzenegger als ominöser Kühlschrank) Regie geführt und uns die nippelbewehrten, heiß diskutierten Kostüme geschenkt hat, wird weiter an seiner Version des Fledermausmannes arbeiten. Jener Regisseur also, der vieler Leute Meinung nach den Batman der 90er zerstört hat. Immerhin hat er sich vor einigen Jahren dafür entschuldigt, die Fans enttäuscht zu haben.

    Wait. Ist nun also ein weiterer Batmanfilm Joel Schumachers in Planung? Nicht ganz. Es handelt sich vielmehr um einen zwölf Ausgaben umfassenden Comic, der vom einstigen Regisseur geschrieben und von Dustin Nguyen gezeichnet werden soll. Die Comicreihe wird voraussichtlich die Story des für ’99 geplanten – und aufgrund der Reaktionen fallen gelassenen – Sequels von Batman&Robin umfassen, die den Titel Batman Triumphant trägt und dessen Script von Mark Protosevich geschrieben wurde.

    Hauptantagonist sollte Scarecrow sein, während Harley Quinn als Tochter des Jokers nach Rache sinnt. Eigentlich gar keine so schlechte Ausgangslage, zumal damals wohl unter anderem EwanMcGregor als Scarecrow in Erwägung gezogen wurde. Die erwartete Anheuerung Madonnas als Harley Quinn jedoch… lasse ich kommentarlos so mal stehen.

    Nun wird es ohnehin ein Comic und kein Film, Schauspieler (oder Popsänger) müssen also gar nicht erst gecastet werden. Und, unter uns gesagt: Ich mochte Batman&Robin, dessen „Sillyness“ und das Comichafte. Ja, wirklich. Das ist einer meiner vielen Guilty Pleasures. Daher freue ich mich, dass nun zumindest in Comicform am Sequel gearbeitet wird! Ernsthaft. Ob die fertige Fassung nun Nippel beinhalten wird, bleibt freilich abzuwarten.

    (via)


  20. 4. Oktober 2014 | Veröffentlicht unter Comics, Comicvorstellungen.

    6 Seiten des „neuen“ Batgirls

    Von

    Mit dem Umzug Barbara Gordons aka Batgirl nach Burnside, einem Stadtteil von Gotham City, wird nun das „Soft-Reboot“ der Batgirl Serie begründet das mit Issue #35 nächste Woche an den Start gehen wird.

    She’s leaving it [Gothams Darkness etc.] all behind her. We really wanted to make this a book with a light tone, of fun and adventure and mystery, and let the rest of the Bat-family deal with the darkness. She’s got problems, and conflict, and enemies to fight, but our priority was to make this a really fun, rollicking read.

    Und genau so sieht es aus. Fern jeglicher Gotham-Melancholie hüpft Barbara Gordon durch die quietschbunte Stadt. Ihr Ziel: Miete bezahlen, Hangover überwinden und nebenbei für Gerechtigkeit sorgen. Der Zeichenstil ist ebenso jugendlich-modern wie der Einsatz von Smartphones und ihr Kostüm. Das wurde, ebenso wie die Prämisse des Comics, bereits im Juli vorgestellt und scheint bequemer zu sein als herkömmliche Kostümchen von Superheldinnen, bei denen man nach jedem Kampf Brüste, Strings und Arschbacken zurecht rücken muss.Oder zumindest müsste. Denn die Superheldin an sich benutzt offensichtlich ohnehin doppelseitiges Klebeband und/oder Sekundenkleber.

    Wie auch immer: Ich war gespannt auf dieses „Reboot“, doch gerade die ersten sechs Seiten wirken eher wie ein Comic für Teenager. Eine Mischung aus Buffy und W.i.t.c.h.? Werde das mal im Comicladen meines Vertrauens durchblättern, wenn ich ohnehin mal zufällig dort bin. Und was haltet ihr von dieser preview?

    Lies hier die ersten 6 Seiten