1. 30. Mai 2016 | Veröffentlicht unter Rollenspiel, rund um Rollenspiele.

    Eure ersten Heldenbögen

    Von

    Neulich hatte ich ja gefragt, ob ihr noch euren ersten Heldenbogen besitzt. Häufigste Antwort:“ Nein. :( Aber ich habe einen gefunden, der fast so alt ist wie der erste!“ Aus dem traurigen Smiley lernen wir: Konserviert die ersten Heldenbögen eurer Kinder und Rollenspieljungfrau-Freunden! In dreissig Jahren werden sie euch dankbar sein, wenn ihr ihn auf der 40. RPC feierlich überreicht!

    2013 hatte ich übrigens nach dem häufigsten Einstiegscharakter gefragt und aus der Umfrage eine kleine Statistik gebastelt, deren Auswertung ihr hier sehen könnt. Die häufigste Spezies/Klassen-Kombination war demzufolge Mensch/Magier. Bei den hier nun eingesendeten Heldenbriefen steht eher der menschliche Krieger im Mittelpunkt. Ebenfalls auffällig: Ihr habt fast alle eine Sauklaue, ihr Ferkel! (Womit wir allerdings sooo viel gemeinsam haben!) Aber seht einfach selbst:


  2. 19. Mai 2016 | Veröffentlicht unter Rollenspiel, rund um Rollenspiele.

    Zeigt eure ältesten Heldenbögen!

    Von

    Vor ein paar Monaten habe ich einen alten Rollenspielcharakter wiederbelebt: Meine halbelfische Taugenichtsin Adsiniliya Wüstenschnee. Heldenrecycling, sozusagen. Warum? Weil ich schlichtweg Lust auf diese Figur habe, die mir auch nach all den Jahren – 20 Jahre sind es nun her – noch immer die liebste ist. Natürlich habe ich zu diesem Zweck nach jenem prähistorischen ersten Heldenbogen gesucht… und leider nicht gefunden. Wie so viele Dinge sind auch meine alten Rollenspieldokumente über die Jahre und Umzüge verloren gegangen.

    Das ist so unglaublich schade, erzählen sie doch von unzähligen, aufregenden, lustigen, epischen Abenden mit Freunden! Hinter jeder Kritzelei steckt eine Geschichte, jede Radiergummiorgie wird vom Papier lebenslänglich gebannt und jeder Stufenanstieg kann zumindest teilweise noch hier oder dort nachvollzogen werden. Zumindest sind es Zeugnisse aus einer anderen Zeit! Schade, dass ich sie nicht besser archiviert habe.

    Zrasi

    Erhalten geblieben ist kein einziger aus den Jahren 1995-2010, dafür jedoch immerhin das „Hintergrundheftchen“ meines zweiten RP-Helden Zrasiramasas. Es dürfte aus dem Jahre 2001 stammen, als ich die Figur für die damals neu erschienene vierte Edition adaptiert hatte. Wirklich gebraucht habe ich diesen Hintergrundbogen allerdings nicht, weshalb er trotz der seitdem vergangenen Zeit noch recht jungfräulich aussieht.
    ShivannahaMein ältester noch existenter Heldenbogen wurde auf irgendeiner Feencon vor einigen Jahren für Deadlands erstellt. Vielleicht 2011? An die zugehörige Figur, die Büffellady Shivannah, kann ich mich noch ziemlich gut erinnern. Eine raubeinige Frau, die mit einer alternden Kuh durch den Wilden Westen zog und ihr Geld mit der Fotografie verdiente und mit der Silberbüchse verteidigte.

    ShivannahbGanz dezent erkennt man: Ich kritzel gerne in meinen Unterlagen herum. Ich mag es, wenn es benutzt aussieht, mit „clean“ kann ich hierbei nichts anfangen. Meine Heldenbögen brauchen Charakter! Oder so.

    Zeigt eure Heldenbögen

    So spannend finde ich meine eigenen Heldenbögen natürlich nicht, zumal sie auch nicht so fürchterlich alt sind. Dabei habe ich Archäologie studiert! Ich würde gerne alte Bögen ausbuddeln! Daher meine Frage/Aufforderung an euch: Zeigt doch mal eure eigenen, längst vergangenen Charakterbögen, gleich welchen Systems! Vielleicht habt ihr sogar noch euren allerersten zur Hand? (Falls ja: Dies hier ist mein neidisches Gesicht  ) Ihr könnt sie mir gerne per Mail schicken oder auf Twitter und Facebook hochladen. Die Bilder würde ich dann – mit Quellenangabe – in einem neuen Beitrag zeigen bzw. einbetten.

    Mein aktueller Heldenbogen ist übrigens ziemlich bunt.

    Aktueller Heldenbogen Ja. Leider DSA ;)

    Ein von Guddy (@zeitzeuginguddy) gepostetes Foto am

    f


  3. 19. Januar 2015 | Veröffentlicht unter Gamesvorstellungen, Gaming, P&P-Adaptionen, Rollenspiel.

    Blackguards 2

    Von

    Genre: Strategie-„Rollenspiel“
    Publisher:
    Daedalic Entertainment
    Developer: Daedalic Entertainment
    Plattformen:
    PC, Mac
    Trailer | Weblink
    Releasedatum: 20.01.’15
    Bestellen bei Amazon


    Story

    Nein, leere Versprechungen sind nichts, womit man sich Freunde macht. Das bekommt auch Hexe Cassia zu spüren, die eines weniger schönen Tages von Marwan gefangen genommen und in ein karges Verlies gesteckt wird. Ausgerechnet von Marwan, seines Zeichens nun Herrscher von Aventuriens Süden -und ihr einstiger Ehegatte. Lange, zu lange muss sie im Verlies harren, bar jeden Sonnenstrahls. Der Gefängniswärter bleibt lange Zeit ihr einziger Gesprächspartner, doch zum Glück findet sie im Laufe der Monate einen weiteren: Sich selbst. Nicht nur der mangelnde Luxus, auch die Corapien, die dort hausenden Spinnen, setzen Cassia zu. Deren Gift zieht entweder den Körper, oder den Geist in Mitleidenschaft, allerdings scheinen sie sich bei Cassia nicht so ganz einig darüber zu sein, was von beidem ihr eigentliches Ziel ist.

    Nach den Jahren der Gefangenschaft, mit dem Buch über die Herrschaft von Dexter Nemrod im Gepäck, das sie in den Tiefen des Verlieses gefunden hat, gelingt ihr das schier Unmögliche: Sie bricht aus. Der Wunsch nach Vergeltung und Macht, der Wunsch, selber die Herrschaft an sich zu reissen und auf dem Haifischthron Mengbillas zu sitzen, hat sich mittlerweile in ihren Geist gefressen. Mit Hilfe der letzten Überbleibsel der Bezwinger der Neun Horden macht sie sich auf, Sklaven und Söldner um sich scharend, um Land und Städte zu erobern. Und letzten Endes Marwan zu stürzen und selber de Thron zu besteigen.

    [Wem mehr als 200 Wörter zu viel sind, kann sich auch den Rezensions-Quickie ansehen ;) ]

    Backguards

    Kennt man bereits den ersten Teil, wird man von dem Nachfolger nun nicht überrascht werden. Blackguards 2 ist ein verbessertes Blackguards 1 mit anderer Storyline – was nichts Schlechtes ist. Der Namenlose liegt bekanntlich im Detail und genau an diesen Details wurde gearbeitet. Auf die genauen Unterschiede und Verbesserungen werde ich am Ende nochmal eingehen, die folgenden Absätze gebühren jedoch dem Spiel an sich, sodass auch Neueinsteiger lesen können, worum es geht. (Denn ich bin mir sicher, dass zumindest unter meinen Stammlesern nur die wenigsten Blackguard gespielt haben. Ich kenne doch meine Pappenheimer!) Denn ja, man muss den ersten Teil nicht zwangsläufig gespielt haben, um den zweiten verstehen und mögen zu können. Schaden tut dies jedoch keinen Fall, da das ein oder andere Wiedersehen mit alten Charakteren wie Takate und Zurbaran alles andere als kurz ausfällt, da sie zu den „Vertrauten“ Cassias zählen werden.

    Gameplay

    Von Daedalic erwartet man Point&Click Adventures mit ausgereiften Geschichten. Das bekommt man hier nicht. Rund um die Protagonistin entfaltet sich zwar ein düsteres, schmutziges Abenteuer, in dem man seine Mitstreiter, deren Persönlichkeiten, Stärken und Schwächen kennenlernt, doch das Hauptaugenmerk liegt definitiv auf dem taktischen Kampf. Überraschung, schließlich möchte man Aventuriens Süden kämpfend erobern und nicht bei einer Tasse Tee, indem man mit einer Kombination aus Zucker und der Gartenerde aus der zuletzt besuchten Szenerie den König verführt.

    Das eigentliche Spiel beginnt nach der Zeit im Kerker – dem Tutorial. Rasch hat Cassia ihre Verbündeten beisammen, sodass man sich zwischen kurzen Ruhepausen in Städten oder dem Lager auf das Wesentliche konzentrieren kann. Der Weg führt über die Map, auf der man sein nächstes, zu eroberndes Ziel aussuchen kann, wobei man auf Anhieb sowohl den Schwierigkeitsgrad der jeweiligen Schlacht, als auch die „Beute“ unter dem hübsch drapierten Namen der Stadt ersehen kann. „Beute“: Das sind hier Verbesserungen, die die Söldner durch die Eroberung der Stadt erhalten oder auch bspw. Waren. Nicht jeder Ort muss besucht werden und schon gar nicht in irgendeiner bestimmten Reihenfolge. Doch Vorsicht: Marwan sitzt keineswegs bärtchenzwirbelnd auf seinem Thron, sondern schickt sich auch seinerseits an, die Städte auch zurück zu erobern. Hier gilt es nicht nur, anzugreifen, sondern notfalls auch zu verteidigen, wobei einem in diesem Fall noch mehr Features zur Verfügung stehen, indem man als Verteidiger einige Fallen und Objekte auf das „Schlachtfeld“ stellen kann.

    Blackguards 3

    Der Kampf

    A propos Schlachtfeld: Es gibt nicht „das Schlachtfeld“. Jedes ist nicht nur optisch anders designed, auch Aufgabenstellung und Schwierigkeiten im Gelände wechseln. Wo man bei der Eroberung der einen Stadt vielleicht noch relativ stumpf von A nach B geeilt ist, um die hinter Barrieren hockenden Bogenschützen zu töten und die Map schlussendlich klassisch zu erobern, muss man bei der Übernahme der nächsten Ortschaft möglicherweise weitaus mehr auf die Landschaft an sich, denn auf die Gegner achten. Sich intervallartig auslösende Fallen gilt es, zu umgehen (und sich deren Reihenfolge zu merken) und Schalter im richtigen Moment zu betätigen. Dass unterschiedliche Gegner – Kreaturen wie Menschen – auch unterschiedliche Angriffe, Spezialattacken und auch Taktiken haben, ist dabei schon obligatorisch.

    Mit einigen Objekten, die auf dem Feld verteilt sind, kann man interagieren: Fässer können umgestoßen, Öllachen in Brand gesteckt oder Alarmglocken betätigt werden. Das verschafft einem mitunter zwar Dank der neu gewonnenen Barriere Zeit, kostet allerdings auch eine wertvolle Aktion. Planung ist unglaublich wichtig und für jede Map muss man anders planen, sich eine andere Taktik überlegen. Gehe ich in die Defensive oder den Angriff? Wie viele Hexfelder sollte ich gehen, welchen Helden setze ich vielleicht ab und welche Art von Söldner nehme ich mit? Die Qual der Wahl macht das Spiel so frei und interessant! Der Schwierigkeitsgrad schwankt. Viele Kämpfe finde ich äußerst moderat gehalten (vielleicht habe ich auch einfach zufällig exakt passend geskillt), während andere, gerade jene in denen es um zeitliche Abstimmung, Schalter und Fallen geht, haben mich zum Haareraufen gebracht. Längst nicht jeder Kampf bringt beim ersten Versuch gleich den Sieg! Ich habe bei mindestens zwei Kämpfen geschimpft wie ein Bauarbeiter! Es hat aber auch nur ein einziger Angriff für mich gefehlt! Oder ein Hexfeld! Oder ein… Verdammt nochmal! Aber das ist gut! Es fordert und bei einem letztendlichen Sieg ist man nicht nur froh, sondern auch ein bisschen stolz.

    Faramud

    Die Charaktere

    Nicht nur die einstmals schöne Cassia steht im Fokus, sondern vor allen Dingen auch die drei einstigen Blackguards Zurbaran, Takate und Naurim. Charaktere, die nicht nur interessant aussehen, sondern trotz Schwerpunkt auf den Kampf auch eine Charakterzeichnung erfahren, die nicht so oberflächlich ist, wie man vielleicht erwartet. In den Ruhepausen am Lager erfährt man das ein oder andere aus ihrer Vergangenheit und kann es vielleicht sogar für sich nutzen. Denn das, was man erfährt, erfährt man keinesfalls nur aus Spaß. Nein, erzürnt man einen der Mitstreiter, kann es üble Folgen haben. Etwa dann, wenn einer plötzlich nicht mehr mitkämpfen möchte. Man sollte die Moralvorstellungen des Einzelnen schon im Auge haben, da Cassias Handeln durchaus Konsequenzen hat.

    Das Foltern der Gefangenen kann Informationen entlocken, allerdings auch auf eine komplett falsche Fährte locken. Glaubt man den Worten des Inhaftierten? Oder hakt man lieber nochmal nach? Je nach dem gestaltet sich der Kampf an dem Ort, auf den sich das Verhör bezieht, auch anders. Hintereingänge können entdeckt, auf Waffenarsenale aufmerksam gemacht werden oder man erhält anderweitig Vorteile. Die Interaktion mit den Charakteren lohnt also auf jeden Fall. Zwar kann nicht die Tiefe eines Adventures oder „echten“ Rollenspieles erreicht werden, doch ist es definitiv gut genug, um einen wunderschönen Rahmen für die Kämpfe zu geben. Die Gruppe aus Antihelden ist ganz nach meinem Geschmack, die immer weiter dem Wahnsinn anheim fallende Protagonistin (oder aus Sicht der Bevölkerung sicher auch Antagonistin…) interessant genug, um instant auf meiner persönlichen Rangliste der coolsten Videospielcharaktere auf einen recht hohen Platz zu klettern.

    Letztlich ist natürlich noch das Rollenspielelement zu erwähnen: Natürlich kann man seine Helden auch skillen, wobei seitens Daedalic betont wurde, dass man sich nicht, wie manche am Vorgänger bemängelten, verskillen kann. Cassia an sich ist darüber hinaus zwar eine Hexe, doch kann man sie auch problemlos zur Kämpferin ausbilden. Was ich als Kriegerfan natürlich sofort getan habe! Das Eigenschafts- und talentsystem basiert auf dem des Schwarzen Auges, wurde jedoch vereinfacht und etwas umgeändert, um einen guten Spielfluss auch im Kampf zu gewährleisten. Was, finde ich, erreicht wurde.

    Black

     Grafik und Sound

    Blackguards 2 punktet für mich umso mehr in den Zwischensequenzen. Gerade zu Beginn noch ausformuliert, mit leicht bewegten Bildern ausgestattet, wird sich im Laufe des Spiels zwar auf skizzenartige Einzelbilder beschränkt, doch vermögen sie es Dank des sonoren Erzählers, die Stimmung perfekt einzufangen. So wirken die Kämpfe und das Geschehen um Cassia episodenartig eingebettet in eine Geschichte, deren weitere Verlauf mir absolut nicht egal ist.

    Die Dialoge sind durchweg vertont, wobei die Sprecher einen sehr guten Job erledigen. Teilweise in Nuancen merkt man auch an dem bloßen Tonfall Cassias, wie sich ihr Zustand von Schlacht zu Schlacht verändert. Auch der Soundtrack weiß zu überzeugen, ist weder aufdringlich, noch zu nichtssagend. Die Grafik innerhalb der Kämpfe ist nicht neu, nicht innovativ oder besonders großartig und wohl das Element, das für mich wenigsten Beachtung verdient.

    Vergleich mit Blackguards 1

    Details wurden geändert, vieles, wie auch das Talentsystem, wurde übersichtlicher gestaltet und leicht vereinfacht, im Gesamten setzt man jedoch auf Altbewährtes. Die Entscheidungen spielen mehr in die Geschichte ein, als es zuvor der Fall gewesen war. Auch erscheint es mir mit weniger Bugs ausgestattet zu sein. Wesentliche Neuerung jedoch stelle das Ausdauersystem, sowie die zahlreichen Deckungen dar, hinter denen man sich vor Fernkampfangriffen verstecken kann. Magielosen Helden steht nun die als Astralenergie-Äquivalent Ausdauer zur Verfügung, sodass auch sie mit ihren Spezialfertigkeiten sparsam und taktisch umgehen müssen, statt sie wie wild benutzen zu können. Weitere Änderungen wie jene, dass man die Einheiten vor dem Kampf manuell positionieren kann, machen das ganze rund und auch verdammt viel Sinn! Leider ist es noch immer so, dass man teilweise zehnmal klicken muss, um bestimmte Objekte anvisieren zu können, was mir gerade bei Hebeln und großen Chimären aufgefallen ist.

    Fazit

    Ich sag’s mal so: Ich hatte am Wochenende so viel machen wollen! Das Wohnzimmer sollte aufgeräumt, mein Roman weiter geschrieben und eine Serie zu Ende geguckt werden. Stattdessen habe ich gezockt. Es macht süchtig! Ich will weiter kämpfen. Kämpfen? Ach was! Erobern! Blackguards 2 macht meistens Spaß – nur dann nicht, wenn man an einem Kampf schier verzweifelt und es für „Verfickt nochmal unmöglich das zu schaffen!!!ölf“ hält. Doch hat man den jeweiligen Dreh erst raus und den Sieg am Ende in der Tasche, verfliegt der Ärger sehr schnell. Wie oben bereits geschrieben, fordert es einfach sehr.

    Ich mag die Geschichte sehr, ich favorisiere ohnehin die Antihelden und sympathisiere auch hier mit den Charakteren. Natürlich hat das Spiel auch schwächen. Gerade dann, wenn man den Kampf längst für sich entschieden hat – sprich keine Gegner mehr auf dem Gelände sind – aber dann dennoch noch mit der ganzen Truppe quer über das gesamte Areal laufen muss, um zum Zielfeld zu kommen, ist es doch ziemlich zäh. Da darf der Kampf auch gerne sofort als geschafft gelten. Viel zu bemängeln habe ich davon ab nicht. Kleinere Fehlerchen hier und dort haben sich eingeschlichen wie besagtes Zielfeldproblem.  Zudem finde ich es sehr schade, dass man die Kamera nicht drehen kann, was manche Kämpfe dezent unübersichtlich macht, aber viel schmälern tut dies den Gesamteindruck nicht.

     


  4. 6. Januar 2015 | Veröffentlicht unter Rollenspiel, rund um Rollenspiele.

    DSA – Die Super Anga

    Von

    Als Bloggerin wird man ja dauernd irgendwie angemeckert: „Mach gefälligst mehr dies, weniger jenes, und überhaupt blogg bitte genau das, was ich will!“ Manches sind aber auch einfache Wünsche, die ich natürlich gerne erfülle. Wie der nach der Vorstellung meines aktuellen Rollenspielcharakters. Das trifft sich wunderbar, immerhin habe ich letztes Wochenende nach einer längeren P&P-Durststrecke meinen neuen eingeweiht. Meet Anga Grimadottir, thorwalsche Entdeckerin aus Aventurien, DSA.

    Anga ist ein Spaßcharakter. Ihre Eltern wurden nicht von Orks/Räubern/dem evil Dr. Overlord getötet, sie hat keine düsteren Geheimnisse und auch keinen schwierigen Charakter. Das, was sie antreibt, ist reine Freude am Abenteuer, ihre Neugier und, natürlich, ihre berufliche Passion. Denn sie ist Nathan Drake Lara Croft Indiana Jones eine Entdeckerin, oder auch, eine kleine Archäologin, die stets auf der Suche nach verborgenen Schätzen, geheimnisumwobenen Orten und einem guten Premer Feuer ist. So hat sie die letzten Jahre auch tief im Süden verbracht, um die entlegendsten Zipfel Aventuriens zu erforschen. Von den dortigen Dschungelbewohnern nahm sie unter anderem auch das Blasrohr mit, das, zurück im hohen Norden, für einige Verwirrung sorgt.

    Mit ihren 1,95 ist sie größer als jedes andere Mitglied ihrer neu gewonnenen „Abenteuergruppe“, die sie allesamt mehr oder minder scherzhaft als Schwächlinge bezeichnet. Was in der Gruppe ohnehin fehlt, ist ein richtiger Kerl! Sie liebt das Meer, hat (zu) viel über giftige Schlangen zu erzählen und schier vor nichts Angst. Außer natürlich vor dem Pech, das sie verfolgen wird, wenn sie ihren Anhänger verliert.

    Was sie besonders gut kann, ist Blödsinn erzählen und an unpassenden Stellen Dinge einwerfen wie „Ja, die Höhle sieht unglaublich gefährlich aus. Wisst ihr, ich erinnere mich da an eine ganz ähnliche Höhle im Dschungel, wo die giftigste Schlange Aventuriens gehaust hat. Ui, das war eine schlimme Efahrung, sage ich euch! Meinen besten Mann habe ich am Gift verloren! Mensch, man sieht ja auch trotz Fackel nicht, wo man überhaupt hintritt! Und als wir den Schatz dann gefunden hatten, ja, da ist der nächste in eine Falle getappt und hat sich tief unten in der Grube alle Knochen gebrochen! Wir haben ihn noch bergen können, aber, oh je, er hatte solch niederhöllische Schmerzen und ist noch Wochen dahingesiecht, ehe ihn die Götter erlösten und er endlich gestorben ist… – So! Also! Was ist los, Leute, warum guckt ihr so bedröppelt? Auf geht’s, wir wollten doch sehen, was in der Höhle so los ist!

    Ja nein, Anga ist nicht der tiefsinnigste Charakter und das soll sie auch gar nicht sein. Ich bin müde geworden, nur noch von Charakteren zu hören, deren Tiefe die tiefste Stelle des Meeres übertrifft. Das bleibt meinen Erzählungen/Romanen vorbehalten, doch im P&P-Rollenspiel dürstet es mich gerade nach ganz anderem. Eigentlich nach dem, was Anga verkörpert: Spaß am Abenteuer.

    Das heißt nicht, dass sie ein dauerkicherndes Gör ist. Das schaffen wir auch OOC gut genug. Es heißt auch nicht, dass alles „voll easy“ ist mit ihr. Es wird auch noch finstere Momente mit ihr geben, wenn etwas gar Schröckliches passiert (zB. der Alkohol auf Reisen ausgeht). Für mich hat sie obendrein genau die richtige Mischung aus (thorwalschem) Klischee und Neuem.

    Und nun erzählt mal von eurem!

    grima

     


  5. 5. Dezember 2014 | Veröffentlicht unter Gamesvorstellungen, Gaming, Rollenspiel.

    DSA? Skilltree Saga

    Von

    Ein neues Spiel in der Welt des Schwarzen Auges!

    Ob man das Spiel nun als Elf, menschlicher Krieger oder zwergischer Geoden-Händler beginnt: Die Story ist stets die selbe. Die holde Maid Emily, ihres Zeichens Tochter des Grafen Greifentreu, wird von natürlicherweise garstigen Orks bzw. dem schwarzen Ritter aus der größten Stadt des Reiches Greifenfurt entführt. Man selber eilt nun, ganz aventurische Heldengestalt, zur Rettung – und prallt am ersten Goblin ab, der einem in den Wege tritt. Zum Glück ist ein hilfsbereiter Elementarritter zur Stelle, der den Helden mit Hilfe eines Göttertrankes zu neuem Leben erweckt und den Geoden/Elfen/Krieger kurzerhand zu einem Elementarritter ausbildet, damit der schwarze Ritter besiegt und Emily gerettet werden kann.

    Diese Elementarritter sind wundersame Gestalten Aventuriens, über deren Fähigkeiten nur die wenigsten wissen. Ja, da dürfte selbst der erfahrenste DSA-Spieler eine Wissenslücke zugeben müssen. Und da dieses Wissen so geheim ist, ist der Lehrmeister gerne bereit, es einem dahergelaufenen Tunichtgut zu vermitteln und dafür sogar Jahre der Knappschaft zu überspringen. Denn wie wir alle wissen, sind die Wälder und Dungeons Aventuriens nur so gespickt von schröcklichen Monstern wie lebendigen Kanonenkugeln, bösartigen Teddybären und Schleimblobs.

    elementarritterAuch sonst wurde viel Wert auf aventurische Authentizität gelegt. Wunderbrunnen, die einen zu heilen vermögen, stehen an jeder dritten Kreuzung, zwielichtige Goblinhändler tauschen Geld gegen Ware und bieten sogar die allseits beliebte Goblinversicherung an, die im Falle eines frühzeitigen Ablebens den Besitz der erbeuteten Wunderwaffen sichert. Dass der Elementarritter hin und wieder Praios anruft, hätte man zur allumfassenden Immersion in das Reich des schwarzen Auges gar nicht mehr benötigt! Hach! Diese unvergleichliche Tiefe in der Erzählung, die wunderbar gezeichneten Charaktere, die liebevoll kreierten Kreaturen…

    Das Gameplay

    Gut, ihr habt es vermutlich bereits vermutet: Nein, mit DSA hat es eigentlich nichts zu tun und es verwundert doch, dass die Lizenz offenbar so einfach vergeben werden kann. Ist es trotzdem ein gutes Spiel? Dazu direkt anknüpfend eine nächste Frage: Mochtet ihr Shakes&Fidget? So ähnlich spielt es sich und reicht auch in Sachen Humor ganz an dieses Browsergame heran. Denn ja: Ich habe mich mitunter köstlich amüsiert! Ob der Humor freiwillig und geplant war, kann ich natürlich nicht sagen, doch wenn der Elementarritter bei der Ausbildung unbeeindruckt von „Skill“ und „Inventar“ spricht und darauf verweist, doch etwas anzuklicken – und das alles in character – hat das schon seinen ganz eigentümlichen Reiz.

    Es gilt, Ausrüstung zu sammeln und durch Areale zu streifen, die in verschiedene Ebenen unterteilt sind. In jeder zehnten Ebene – also nach neun kleinen Kämpfen – erscheint ein Boss, der stärkere und mannigfaltigere Fähigkeiten als ein ordinärer Mob besitzt. Viel tun muss man bei den automatischen Kämpfen nicht. Vor Kampfantritt wählt man die Fähigkeiten und die Reihenfolge derer aus und kann dabei bei gewissen Monstern auch eine Art Taktik wählen. Weiß man etwa, dass sich die Spinne in der zweiten Kampfrunde hochseilt, wählt man im zweiten Slot eine Fähigkeit, die die Spinne trotz ihres Versteckspiels trifft. Stirbt man, verliert man übrigens die in dem Gebiet gesammelte Ausrüstung. Es sei denn – Ha! – man hat die Goblinversicherung abgeschlossen!

    Es ist schwierig, dieses Spiel zu bewerten. Aus DSA-Spielersicht ist es eine Farce und aus PCGamersicht mindestens ein Fragezeichen wert. Spielt man jedoch gerne Browsergames, Spiele, die man neben dem Fernsehen, dem Essen oder während einer Achterbahnfahrt spielen kann, der wird vielleicht seine Freude daran haben. Ich persönlich finde den bei Amazon veranschlagten Preis von fast 20€ absolut nicht gerechtfertigt. Bei Steam bekommt man es derzeit für knapp 9€. Passender allerdings würde ich es als das finden, was es in meinen Augen ist: Ein schlichtes Browsergame. Dann allerdings wäre es nicht schlecht… wenn man das „DSA“ streicht.

    Entwickelt wurde es von Silent Dreams, veröffentlich von Headup Games und den offiziellen Trailer könnt ihr euch hier ansehen.

    skill


  6. 5. September 2014 | Veröffentlicht unter Gaming, Gamingdiskussionen, Rollenspiel, Rollenspieldiskussionen.

    [Kolumne] Ich bin nur im Real Life blass.

    Von

    SkyrimcharactersVorneweg: Das hier wird kein tiefer ins Detail gehender oder kritisch hinterfragender Artikel. Dafür fühle ich mich in diesem Falle nicht qualifiziert genug, denn bislang habe ich mich noch nicht näher mit der Materie befasst. Ich weiß auch, dass das Thema ein heißes Eisen ist. Daher hoffe ich, dass das niemand in den falschen Hals bekommt und man es als das aufnimmt, was es ist: Eine neutrale Beobachtung meines persönlichen Generierungsverhaltens.

    Die Studie

    Hier soll es um die Hautfarben der selbst generierbaren Avatare in Spielen gehen. Auf das Thema gekommen bin ich durch diesen Artikel des Discover Magazines. Dort wird die Studie von Jong-Eun Roselyn Lee der Ohio State University vorgestellt. In Kürze: Second Life-Neulinge wurden in zwei Gruppen aufgeteilt, die je eine fiktive Magazinstory vorgelegt bekam. Gruppe A las einen Artikel, in dem es hieß, dass die „coolsten Avatare“ von Second Life allesamt weiß seien, während es in der Story von Gruppe B deutlich wurde, dass die coolsten Avatare Mitglieder jeglicher Ethnie seien. Dann durften sich alle selber einen Avatar erstellen. Während die dunkelhäutigen Teilnehmer der Studie in Gruppe A ihrem Avatar eine deutlich hellere Hautfarbe verpassten als sie selber besitzen, projizierten die Teilnehmer von Gruppe B ihre eigene Ethnie stärker auf ihren Avatar. Somit liegt es nahe, dass die (nicht vorhandene) Diversität von Avataren auch das Real Life oder das eigene Empfinden in gewisser Weise beeinflusst.

    Mein Generierungsverhalten

    Um hinterfragende Studien soll es nun wie gesagt eigentlich nicht gehen. Vielleicht lese ich mich da nach meinem Spanienurlaub noch genauer ein, doch mich hat die Studie neben der Kritik auch auf etwas anderes aufmerksam gemacht: Ich erstelle mir fast ausschließlich dunkelhäutige Avatare. Um es vorweg zu nehmen: Nein, ich tue dies nicht aus politischer Korrektheit, sondern ganz im Gegenteil aus dem Grund, dass ich ganz einfach insbesondere Wüstenvölker unglaublich faszinierend finde. Seit ich mit dem P&P angefangen habe, erstelle ich mir fast nur Wüstenvölker-Charaktere. Meine beiden langlebigsten Rollenspielcharaktere sind novadischer Abstammung (Novadis: Zumeist nomadisch lebende Wüstenbewohner aus Aventurien, DSA). Auch meine beiden Skyrim-Charaktere, die ihr oben seht, sind von dunklerer Hautfarbe. Wobei ich die linke – eine Magierin – kaum spiele. Nicht nur, weil ich so gut wie nie Frauen spiele.  Ich bin einfach der Kriegertyp. (btw.: Den Kriegerartikel müsste ich beizeiten neu schreiben. Artikel aus Anfangszeiten des Bloggens sind nie schön.)

    Mich reizen helle Hauttöne in Video- und Rollenspielen einfach nicht. Man kann mir drölfzig verschiedene anbieten und ich werde doch den einzig dunklen wählen. Hin und wieder denke ich mir vielleicht: „Ach komm. Mach mal was helles“, doch sind das nur kurze Liaisons. Meine langlebigsten Charaktere sind alle dunkelhäutig oder zumindest von tiefstem, südländischem Aussehen. Dabei kann es nicht nur an meiner anfänglichen Faszination für die Wüstenvölker rühren. Gut, ich bin noch immer fasziniert, das kann ich gar nicht bestreiten. Doch brächte mich der raffiniertest erdachte Wüstenhintergrund bei einem Skyrimcharakter nicht weiter. Der Hintergrund eines Videospielcharakters verschwindet hinter den spielerischen Begebenheiten und den Quests.

    Ist es nur eine Gewohnheit? Eine schlimme zumindest sicher nicht, zumindest erkennt man meinen Avatar in MMOs immer recht gut. Allzu viele dunkelhäutige gab es weder in World of Warcraft, noch in Star Wars: The Old Republic. Doch warum eigentlich? Weil der Mensch nicht nur gerne in den Spiegel guckt, sondern auch Charaktere erstellt, die einem ähneln? Oder man aus purer Gewohnheit handelt? Weil man helle Hautfarben in unseren Breiten einfach kennt?

    Ich bin mir aktuell noch nicht sicher, ob ich dunklere Hauttöne einfach schöner finde, oder ob ich schlichtweg ein eingefahrenes Muster habe, was die Generierung von Spielercharakteren angeht. Möglicherweise erstelle ich auch unterbewusst immer den selben Helden. Ja, den selben, nicht den gleichen. Einer, der alle Abenteuer, ob Science Fiction, oder Fantasy, mit mir bestreitet? Oder ist er einfach mein Videospiel-Ich, das ich gar nicht mehr ändern kann? Wer weiß. Unbedingt ändern muss ich es nun aber nicht. Mir gefällt es so, wie es ist.

    Wählt ihr die Hautfarbe eures Avatare nach einem bestimmten Prinzip aus? Ist es immer ein ähnlicher Ton oder variiert ihr?

    Flattr this


  7. 10. August 2014 | Veröffentlicht unter Rollenspiel, rund um Rollenspiele.

    Dice Shaming

    Von

    Vielleicht – nein, wahrscheinlich – kennt ihr noch das Dog Shaming, wo die Missetaten der Hunde von ihnen höchstselbst gebeichtet und die Statements auf Foto gebannt werden. Der Hund ist bekanntlich der beste Freund des Menschen… was liegt also näher, als das Prinzip des Dog Shamings auch dem besten Freund des Rollenspielers angedeihen zu lassen? Dem Würfel. Auf dieses Dice Shaming hat mich Martha aufmerksam gemacht, Danke dafür.

    Spontan sind mir ein paar Würfel meiner Spielzeit eingefallen, die sich gefälligst zu schämen haben! Die Galerie der beschämt dreinblickenden Würfel seht ihr hier. Doch wie sieht es bei euch aus? Habt ihr auch solch freche Exemplare? Wir könnten sie ja sammeln ;)

    Zum Lesen meiner Schrift benötigt man in der Regel übrigens das Talent „Lesen“ mit einem TaW von 8 oder höher.   Hier hatte ich beim Schreiben allerdings einen kritischen Erfolg. Man braucht entsprechend nur noch bei manchem Wort einen TaW, diesmal jedoch lediglich von 2.shame 002shame 001shame 006shame 008


  8. 21. Januar 2014 | Veröffentlicht unter Rollenspiel, rund um Rollenspiele.

    Die 12 besten und 12 schlechtesten Produkte aus 30 Jahren DSA

    Von

    Nandurion und OrkenspalterTV haben  in einer Umfrage – die dubioserweise komplett an mir vorbeigegangen ist – die (un)beliebtesten Produkte rund um Aventurien ermittelt und die Ergebnisse in (unter anderem) zwei Videos festgehalten. Dabei bin ich bei so manchem Platz nahezu entsetzt! Drakensang als einer der größten Tops? Da muss ein Fehler vorliegen! (Oder ich enfach nur einen verqueren Videospielgeschmack besitzen.)

    So oder so: Die beiden Videos sind sehr angenehm zu verfolgen, lassen einen in Erinnerungen an alte Publikationen schwelgen und über den ein oder anderen Flop schmunzeln. Die Angelegenheit rund um Borbarad und den Atomreaktor ist schließlich eine immer wieder gerne erzählte Anekdote, die man genausowenig vergessen darf wie die DSA-Brettspiele. Die Topliste indess kann definitiv als Empfehlungsreigen herangezogen werden. Ich muss mir die Gareth-Box doch nochmal genauer ansehen.

    Letztlich sind das natürlich nur subjektive Listen, die den Geschmack der Internet-DSACommunity darlegen. Ob etwas „gut“ oder „schlecht“ ist, ist und bleibt Geschmacksache. Meine persönlichen Tops und Flops sehen übrigens aus wie folgt:

    Tops: Die Nordlandtrilogie, Codex Cantiones (Ich blättere immer gerne darin herum – dabei habe ich noch nie ernsthaft einen magischen Charakter gespielt.), der Meisterschirm (ja, wirklich!)

    Flops: Drakensang; DSA4 (Mit Ausnahme der Form der Charaktererschaffung)

    In diesem Artikel von Nandurion könnt ihr die ersten 31 Plätze, sowie die Ermittlung der Top 12 genauer nachlesen. Für die Flops wird ein Artikel vermutlich noch folgen. Edit: Sind sie auch und zwar hier. Auch dieser Artikel verrät wieder mehr über die Platzierungen und erweitert die 12 Punkte um noch ein paar weitere Plätze und Erwähnungen mehr.

    Video zu den Tops | Video zu den Fails

    .

    (Bild: „3, 2, 1, … NOËL !! – 3,2,1, … Chrismas !!“ by Jean-nhngng)


  9. 5. Januar 2014 | Veröffentlicht unter Rollenspiel, Rollenspieldiskussionen.

    In den Fängen des Dungeoncrawlers

    Von

    Ich habe gelitten. Eigentlich habe ich geleitet, doch „leiden“ passt bei diesem uralten DSA-Abenteuer, das ausgerechnet in meinem Geburtsjahr (also ~1834) erschienen ist, definitiv besser.

    Mein erstes Abenteuer als Spielleiterin führte mich also in ein ursprüngliches Aventurien. Eines, in dem die Wüste Khom noch von Raumschiffen heimgesucht wurde und die männlichen Helden Miniröcke trugen. Die Zeit der Dungeonkriecherei. Doch was genau macht diese alten Abenteuer zu einem legendär leidvollen Erlebnis? Lohnt sich ein Ausflug in die alte Abenteuerzeit nicht doch?


  10. 26. September 2013 | Veröffentlicht unter Bücher, Buchvorstellungen, Rollenspiel.

    Der Ring des Namenlosen

    Von

    Sparte: Phantastik, DSA
    Verlag: Ulisses Spiele
    Autor:
    Henning Mützlitz
    Seiten: 352
    Originalsprache: Deutsch

    Website des Autoren
    Amazonlink

    .

    Inhalt

    Auf der beschaulichen Insel Hylailos, ihres Zeichens populärster Teil der Zyklopeninseln, geschieht ein grauenhafter Mord – und das ausgerechnet am Hofe eines der angesehensten und einflussreichsten Männer der Insel. Natürlich werden daraufhin zwei fähige Gestalten vom Festland geschickt, um diesen Mordfall zu untersuchen – und werden selber zur Zielscheibe.

    Zeitgleich sind die Draconiterin  Sela und  Adlerritter  Darian zusammen mit ihrem maraskanischen, vorlauten Freund auf der Fährte eines eichsverräters, der sich dem Namenlosen angeschlossen zu haben scheint. Es kommt, wie es kommen muss: all jene Ereignisse fügen sich zu einem einzigen Ganzen zusammen, die Fäden sind miteinander verknüpft und bündeln in einem Komplott, der im Namen des Namenlosen geschmiedet wird – sich stützend auf jahrhundertealter Vorkommnisse.


  11. 12. September 2013 | Veröffentlicht unter Gamesvorstellungen, Gaming.

    Abgebrochen: Drakensang – Am Fluss der Zeit

    Von

    Ja, es ist für mich als alte DSA-Veteranin schwer, es zuzugeben, aber: Drakensang hat mich massiv genervt. Daher kann ich auch keine allumfassende, hübsche Rezension zum Besten geben, denn dafür sollte man ein Spiel doch bis zum Ende gespielt haben. Vielleicht wird es ja noch besser? Vielleicht habe ich die besten, die spannendsten, die intelligentesten Passagen noch gar nicht gesehen?

    Daher werde ich hier nur kurz die Gründe umreissen, weshalb ich Drakensang nach 41 Parts (Als Let’s Player rechnet man nicht mehr in Stunden, sondern nur noch in Parts!) beendet habe.

    • Die Kämpfe ziehen sich. Ich würde es verkraften, würden nur die End- bzw. Zwischenbosskämpfe Ewigkeiten dauern, denn die haben mir wirklich Spaß gemacht. Doch nein, jeder Kampf mit noch den kleinsten Fitzelgegnern langweilte mich. Hier klicken, dort eine Spezialfähigkeit auswählen, hier ein wenig herumgeschimpft… ach, ich fand es so langweilig. Wenn es wenigstens anspruchsvoll gewesen wäre. Gut, ich erinnere mich an einen Amazonenkampf, der mich aufgrund dessen „Unmöglichkeit“ schier in den Wahnsinn getrieben hatte
    • Die Sache mit der Heilung und den Verbänden. Auch das zieht sich schier bis in die Unendlichkeit. Ja, natürlich ist das ein Hauch realistischer als die ansonsten übliche Variante des kurzen Wartens. Doch diese Wunden, die erst noch geflickt werden müssen, diese Astralenergieregeneration, die gefühlte Dekaden gedauert hat… ich möchte meine Zeit eigentlich mit Spielen, und nicht mit Warten und Bandagieren verbringen.
    • Ich kann diese generischen Kastenkörper der NPCs einfach nicht lange ertragen.
    • Die „Rätsel“, die es zu lösen galt, haben einfach keinen Spaß gemacht. Zudem fühle ich mich als Kriegerin, die ich immerhin gespielt habe, dezent unterfordert mit den Questen, die ich bekommen habe. Ich bin Kriegerin, kein Postbote! Dubioserweise stört es mich bei anderen Spielen nicht. Hier jedoch habe ich es als unpassend und nervig empfunden.
    • Irgendwie… war es nicht „mein“ Aventurien. Das ist nur ein kleiner Punkt, schließlich kann ich generell gut mit anderen Interpretationen leben. Doch wäre es „mein“ Aventurien gewesen, hätte ich über viele andere Dinge hinwegsehen können.
    • Ach. Mir hat es einfach keinen Spaß gemacht.

    Schade, ich hatte mich wirklich auf dieses Spiel gefreut und breche Spiele ungerne ab. Vielleicht werde ich es in ein paar Monaten nochmal zocken. Möglicherweise. Eventuell.


  12. 1. September 2013 | Veröffentlicht unter Rollenspiel, rund um Rollenspiele.

    DSA 4 speckt ab: DSA 5 kommt

    Von

    Gestern auf der RatCon wurden die vielen Gerüchte bestätigt: ja, es soll bereits im Jahr 2014 eine neue Edition des Schwarzen Auges erscheinen. DSA5 soll kein neues Spiel werden, sondern schlichtweg eine Weiterentwicklung. Ich… weiß nicht, was ich davon halten soll.

    Sicher, die Absatzzahlen waren zuletzt wohl nicht sonderlich hoch und die Kritik an der viertel Edition will einfach nicht abbrechen. Ich selber bin kein Fan von diesem Regelbrocken, von dem ich ohnehin nur ein Viertel verwende. Aber: noch eine Edition? Kam DSA4 nicht erst gestern raus? Mein erster Gedanke war zugegebenermaßen folgender: „DSA4 kann man auch eigenhändig entschlacken. Wir spielen auch längst nicht mit jedem Mist den es in den Regeln gibt.“ Warum also gleich ein neues System? Wieder drölfzig neue Regelwerke, obwohl die Regale des geneigten DSA-Sammlers doch ohnehin bereits aus allen Nähten platzen.

    Gestützt wird die neue Edition offenbar von der großen DSA-Umfrage von 2012, auf deren Ergebnisse sich viele der Änderungen beziehen. Eigentlich also ein löbliches Unterfangen und ein DSA5  die fast schon logische Konsequenz. Grundsätzlich hat sich meine erste, doch negative gestrige Meinung mittlerweile deutlich abgeschwächt, ich stehe dem eher neutral bis neugierig gegenüber. Wohlwissend, dass ich, wie auch damals bei DSA4, eher ein passiver Beobachter sein werde. Ich hoffe auf frischen Wind, hübsche Spielwelt-Spielwelten und eine erhöhte Attraktivität und Aufmerksamkeit auf und bei Nichtrollenspielern.

    Die wichtigsten geplanten Veränderungen:

    • Der Kampf soll schneller werden
    • AU fällt evtl. weg, LE und AE bleibt
    • Es soll vereinheitlicht werden und weniger Sonderregeln beinhalten
    • Die GP fallen weg, generiert wird wohl lediglich über die AP
    • Es soll eine Aufteilung in „echte“ Zauber und Zaubertricks geben

    .
    Ich persönlich brauche im Grunde keine Regeln für mein Aventurien. Mir reicht das Talentsystem, um das herum ich alles andere baue. Mittlerweile(gut, seit Jahren.) bin ich so mit den Talenten vertraut, dass ich mir auch komplett ohne Generierungsregeln einen passenden, authentischen Charakter basteln kann. Mein Lieblings-DSA bestünde, wenn ich nach Regeln gehen müsste, aus einem entschlackten DSA3 mit den Vor- und Nachteilen von DSA4. Davon abgesehen freue ich mich doch sehr, dass DSA offiziell entschlackt und auch – gerade auch mit Hilfe des für 2015 geplanten „Das Schwarze Auge Klassik“ (Arbeitstitel) – für Neueinsteiger attraktiver gemacht wird. Zwar sammle ich die Regelwerke nicht mehr und konzentriere mich auf Hintergrundinformationen, die ohnehin ohne jede Regelerwähnung auskommen, doch zukünftige DSA-Generationen könnten von der Neuerung durchaus profitieren.

    Für Fragen, Wünsche und Anregungen steht folgende E-Mailadresse für euch bereit, dsa5@ulisses-spiele.de
    Die Beta-Testphase wird voraussichtlich bis zur RatCon 2014 andauern. Auf den Conventions und Messen können bis dahin die von den Alveraniern angebotenen Testrunden bespielt und daraufhin erste Fazits ausgesprochen werden.

    Website | Ulisses-Forum | DSA auf Facebook | Ulisses auf Twitter

    weitere Quellen: Nandurion 

  13. 24. April 2013 | Veröffentlicht unter Musik, Rollenspiel.

    Musik in der mittelalterlichen Fantasy

    Von

    musicIch gehe jede Wette ein, dass fast jeder von euch beim Titel an die gleiche Musik gedacht hat. Die OSTs vom Herrn der Ringe und von Skyrim, an Bands wie Blind Guardian oder Versengold, an Dudelsack, Schellen und Flöten, mystische Klänge und sanft dudelnde Hintergrundmusik. Das ist von Fall zu Fall sicher mehr oder weniger authentisch, schließlich geht es um mittelalterliche Fantasy, die scheinbar eine bestimmte musikalische Untermalung voraussetzt und einen gemeinsamen Nenner setzt.

    Man weiß, was einen erwartet, fühlt sich wohl in der gewohnten Umgebung, die man schließlich schon seit Jahren so und nicht anders kennt. Bei Rollenspielabenden legt man in stiller Einvernehmlichkeit die gute alte, selbstgemixte CD „Mittelalterklänge 1995-2005, zum Geburtstag für dich, dein Pupsibär“ ein. Und auch ich finde gerade die Soundtracks zu Fantasyfilmen und -videospielen atmosphärisch zumeist sehr gelungen und insgesamt großartig. Doch… geht das nicht auch anders?


  14. 30. Januar 2013 | Veröffentlicht unter Gaming.

    Die Nordlandtrilogie wird neu aufgelegt

    Von

    nordlandtrioDass die Nordlandtrilogie, die erfolgreiche Videospielreihe aus den frühen 90er Jahren zum Pen and Paper – Rollenspiel „Das Schwarze Auge“, in den letzten Jahren einiges mitgemacht hat, ist Liebhabern dieser Spiele längst bekannt: von JoWood wurde sie massakriert und nur teilweise lauffähig aufpoliert, um sie auch über Vista und XP spielbar zu machen, worüber auch ich mich stundenlang aufgeregt hatte „damals“, denn es fehlten wichtige Komponente von ganzen Spielmodi bishin zu Sounds und Musik. Das hat Play Indie im letzten Jahr besser gemacht: Ihre Version der Trilogie ist nicht nur auf den neusten Windowssystemen spielbar, sondern sie ist auch komplett!

    Beiden Versionen ist gemein, dass sie an den Spielen an sich nichts geändert hatten, die Grafik blieb pixelig wie eh und je. Genau dort setzt nun UIG Entertainment an, ein Unternehmen, das eigentlich auf Simulationen spezialisiert ist. Ihr Vorhaben:


  15. 16. Dezember 2012 | Veröffentlicht unter Rollenspiel.

    Hässliche Helden – die Ergebnisse

    Von

    PicMonkey CollageEinige nette Menschen sind meinem Aufruf vor ein paar Wochen gefolgt – 25 an der Zahl – und haben mir insgesamt 31 Helden zukommen lassen. Eitrige Wunden, Knollennasen, stinkende, ungewaschene Unterhosen, alles war dabei, was mich sehr gefreut hat!
    Natürlich habe ich die Einsendungen in grausamem Dilettantismus statistisch ausgewertet, mich durch einige Forumsdiskussionen gewühlt und mich an den Bildern ergötzt, die zusammen eine hübsche, kleine Sammlung ergeben. Nennt mich fortan bitte „Königin Widerwärtigkeit“. Danke.
    .
    8 Bilder habe ich sammeln können: beim Klick auf das Bild gelangt ihr, falls vorhanden, direkt auf die deviantART-Seite des jeweiligen Künstlers. Ein herzliches Danke an alle, die mir ihre Charakterkonzepte haben zukommen lassen :)
    .

    "Der hässliche Hans" by Malchenstein

    "Roadkill" by Feuerlilie"Raul von Schwertbergen" by Feuerlilie"Kowalski" by Waschbärgott

    "Ukhraban ibn Etana Tzintal" by Kuanor"Nasreddin ibn Nazir ben Rashman" by Matthias"Miasma Spinnweber" by Shafirdp"Glonf" von Alexis

    .

  16. 31. Oktober 2012 | Veröffentlicht unter Allgemein.

    [Gesichtsmalerei] Boron

    Von

    Während sich gerade alle DSA-Spieler in ihrem eigens dafür geschaufeltem Grabe umdrehen ob der Version dieser Gottheit, hatte ich einfach Spaß. Ziel war es, Boron und Halloween ein wenig zu vereinen, ohne dabei in Blutorgien auszuarten, ich wollte es dieses Mal eher dezent. (fast schon alltagstauglich!)

    Boron: das ist in Aventurien, der Welt des Schwarzen Auges, der Gott des Todes, des Schlafes, des Vergessens etc. Sein Symbol ist das gebrochene Rad, Boronsrad genannt; sein Tier ist der Rabe, seine Farben Schwarz und Silber.

    Nach Firun ist das nun die zweite Gottheit, die ich sehr frei make-up und bildbearbeitungstechnisch interpretiert habe und auch diese ist eigentlich männlich. (und hat schwarze Haare. Pst)


  17. 19. Oktober 2012 | Veröffentlicht unter Kunst.

    Lieblingskünstler #1: Phantagrafie

    Von

    Melanie war eine der ersten Künstlerinnen, die ich auf DeviantArt „verfolgt“ habe und das natürlich nicht ohne Grund. Die passionierte Rollenspielerin haucht ihren eigenen und den Chars von Freunden oder Messebesuchern Leben ein, indem sie sie zeichnerisch auf Papier bringt. Hierbei  bedient sie sich eines sehr eigenen, interessanten Stils, der sich nach eigenen Angaben zwischen amerikanischen (speziell jenen von Michael Turners) und japanischen Comics bewegt. An ihren Arbeiten gefällt mir besonders die Vielfalt, sowohl was die Motivwahl – seien es Kreaturen, Menschen oder Szenerien – als auch die Gesichtszüge der einzelnen Charaktere angeht. Zudem erlebe ich sie in dem, was und wie sie schreibt, als sympathischen Menschen.

    Im folgenden, schon lange Zeit geplanten Interview  erfahrt ihr unter anderem, wie sich bei ihr RP und die Kunst die Hand reichten, welchen künstlerischen Herzenswunsch sie sich erfüllen konnte und was eigentlich Filmsoundtracks mit all dem zutun haben.

    .

    DeviantArt | Blog


  18. 9. März 2012 | Veröffentlicht unter Rollenspiel, Rollenspieldiskussionen.

    [P&P] Wie viel „Du“ steckt in deinem Char?

    Von

    Unendliche Möglichkeiten tun sich auf, wenn man sich einen Charakter erstellt. Dabei ist es unerheblich, welches System gewählt wurde, ob eines mit 1.000, 100, oder nur einer einzigen Charaktergenerierungsregel. Man kann einen verrückten Malkavianer spielen, eine aufsteigende Hexe oder einen kleinen, pläneschmiedenden Gnom. Mutige Cyberkrieger, verschlagene Ratten oder – ja. Sich selbst.

    „Man selbst“ – das ist hier nicht wörtlich gemeint, denn wer will in einer bspw. Fantasywelt schon einen computerspielenden Verkäufer bei Aldi darstellen? Wäre auch etwas dubios: „Zum Gruße, holde Maid – was ich beruflich mache? Nun, ich äh, ziehe Waren über ein piependes Band und in meiner Freizeit spiele ich im Netzwerk.“ Verspricht keine allzuhohe Erfolgsquote bei den Damen (, Herren oder Hermaphroditen). Den eigene Charakter, zumindest die Essenz dessen, kann man in vielerlei diverse Charakterklassen integrieren. „Sich selber“ in die Rolle des Schurken oder Kriegers schlüpfen zu lassen, kann für manche sicherlich reizvoll sein und es ist auch vom rollenspielerischen Aspekt her für Anfänger eher geeignet, weiß man doch oder kann man schnell erahnen, wie man in dieser oder jener Situation reagieren würde. Ganz im Gegensatz zu einem Charakter, der ganz und gar nicht wie man selber ist, vielleicht gar konträre Moralvorstellungen hat.

    Ich persönlich habe „mich“ immer ungerne gespielt und es auch vermieden, Chars zu erstellen, die mir ähnlich sind. Mehr noch: Möglichst fernab meiner Selbst sollten sie sein. Kein Wunder also, dass spontan geschätzte 90% meiner Chars dunkle Haare und Hautfarbe haben. Das Fremde reizt mich, helle Haare und blasse Haut sehe ich tagtäglich im Spiegel. Vom Optischen ab reizt es mich, Konzepte zu verkörpern, die ich im RL nie am eigenen Leibe erleben werde. Eine toternste Geweihte von Boron, der Gottheit des Todes und Schlafes? Immer her damit! Eine auf den Boden rotzende, dreckige und brutale Dämonenjägerin mit zwei wuchtigen Schwertern, die ich im wahren Leben kaum halten könnte? Nur zu! Das macht für mich unter anderem schließlich den Reiz des Rollenspiels aus und ich setze mich in den betreffenden Spielrunden gerne über meine eigenen, körperlichen wie auch psychischen, Grenzen hinweg. Ich liebe es, mit mir selber im kleinen Zwist zu stehen, gerade in Moralfragen: Ich würde dies und das niemals tun – aber wie sieht es mit meiner Spielfigur aus?

    Natürlich steckt auch in meinen Chars viel von mir selber: Kunststück, schließlich kommen ihre Worte aus meinem Mund, ihre Gestik entspringt meinen Händen. Auch einige Schnittstellen kann und will ich nicht vermeiden, da ich sonst nur einen einzigen Char spielen würde: den mir komplett Gegensätzlichen, der nichts mit mir teilt. Das wäre auf Dauer langweilig, gerade, da ich nicht nur in einer einzigen Spielrunde spiele, sondern mehrere Systeme bespiele und dementsprechend bunt gemischte Charaktere mein eigen nennen möchte.So findet man in meinen vielzähligen Charakterbögen fast jede Art von Char. Ich habe Geweihte, vereinzelt Magier und etliche KriegerInnen, edle, verrotzte, verrückte und grausame Spielfiguren. Eine Vielfalt, die ich mag.

    Wenn man meinen Blog ein wenig verfolgt hat, weiß man, dass ich zwei Lieblingschars habe, zwei, die ich über mehrere Jahre hinweg gespielt habe bzw. spiele: einen Krieger und eine… ich kann sie noch immer nicht benennen, „Taugenichts“ trifft es wirklich ganz gut. Zum Krieger, den ich im zarten Alter von 11 erstellt habe, lässt sich schlicht eines sagen: ihn habe ich tatsächlich als mein genaues Gegenbild erstellt, und das vollkommen bewusst. Ein wenig hat sich das relativiert, da ich mich seitdem natürlich sehr stark verändert habe, mein Char sich jedoch auch, und das teilweise charakterlich in ähnlicher Richtung. Viel interessanter, das Thema betreffend, ist da der Taugenichts, Adsiniliya, die Halbelfe. Ich muss gestehen, dass sie, als ich sie erstellt habe, eine Art Wunschvorstellung von mir gewesen ist. Ich war damals ein eher trauriger, in mich gekehrter und schüchterner Mensch, der sich unter der Kurzhaarfrisur versteckt hat und gerne für einen Jungen gehalten wurde. Adsiniliya wurde dann so, wie ich selber sein wollte: selbstbewusst, hübsch, mit dem Kleidungsstil den ich immer wollte, für den ich jedoch zu „dick“ war, beliebt. Ein paar Jahre hatte ich unglaublich Spaß an dem Spiel, bis ich gemerkt habe: „Hey. Du spielst dich gerade selber.“ Denn in den Jahren wurde ich wirklich langsam so, wie ich immer sein wollte, sogar inklusive der Kleidung. Ich habe ein gezeichnetes Bild von Adsini, in der sie ein schulterfreies, weißes Oberteil, Minirock und flache Stiefel trägt – genau soetwas trage ich heutzeutage gerne. Um nicht selbstverliebt zu erscheinen: ich spreche in der Tat primär von den charakterlichen Aspekten. Der Char „Adsini“ jedenfalls wurde mir zu langweilig.

    Allerdings hing und hänge ich sehr an diesem Char, schließlich hat sie eine ausgetüftelte Hintergrundgeschichte, mit ihr habe ich viele Spielabende bestritten und sie gehört einfach zu meinen ersten Rollenspielschritten, was ein gehöriges Maß an Nostalgie beinhaltet. So wurde sie im Laufe der Zeit noch wilder, noch durchgeknallter, noch verrückter, damit ich nicht mehr das Gefühl hatte, mich einfach nur selber zu spielen. Denn in eine Kneipe gehen und lustig sein kann ich auch selber. Jetzt in diesem Moment (gut: plus 4 Stunden *g*) könnte ich aufstehen, und eine plötzlich blondierte Adsini verkörpern. Nun mag das arg meisterwillkürlich erscheinen, sich den Char einfach so anzupassen ohne ein pompös einschneidendes Erlebnis (in ihrem Falle wäre das vermutlich ein gehöriger Schlag auf den Kopf) vorweisen zu können. Im Normalfall bin ich auch sehr strikt, was die Charakterentwicklung angeht: es sollte alles Hand und Fuß haben und stimmig sein. In diesem speziellen Fall mache ich jedoch eine Ausnahme, zumal ich Adsini ohnehin nur noch online spiele. In diesem Zusammenhang passt das obige Postingbild auch sehr gut: das rechts stellt Adsini dar. Ich habe mich an keinem Foto orientiert, sondern sie so gezeichnet, wie ich sie mir vorstelle, mit der Pose, die sie gut charakterisiert: Arme ausgebreitet, breit grinsend, ein fröhlicher Halbelf. Links bin ich, vor zwei Jahren. Ein Foto, das ich heute erst wiedergefunden habe, als ich auf der Suche nach einem anderen Foto war. Ich sehe nicht aus wie Adsini (verdammt! *g*), doch der Ausdruck, der passt.

    Wie steht es denn mit euch? Spielt ihr gerne gegensätzliche Charaktere, lasst ihr nur ein wenig einfließen oder habt ihr Spaß daran, euch selber zu spielen?


  19. 14. Februar 2012 | Veröffentlicht unter Rollenspiel, rund um Rollenspiele.

    Warum eigentlich ausgerechnet DSA?

    Von

    Vermutlich jeder deutschsprachige Rollenspieler kennt DSA, Das Schwarze Auge. Die einen lieben und die anderen hassen es, wobei beide Seiten mit Elan und Eifer an die Sache herangehen. DSA wird in den Himmel gepriesen und in den Boden gestampft, wird mit Gold überzogen und beschimpft, die Spieler werden glorifiziert und gleichzeitig geächtet. Vielen Kritikern ist dieses System einfach zu „mainstream“, sodass schon aus purem Reflex heraus gezickt wird. Manchen ist sogar schon die Tatsache, dass jemand DSA spielt, Indiz genug dafür um diesen jemand als Rollenspiel-Dilettanten abzustempeln und ihm jegliche Kompetenz in diesem Bereich abzusprechen.


  20. 18. Januar 2012 | Veröffentlicht unter Dreckiger Rest, Make-Up&Cosplays.

    Januar: Firun

    Von

    Wer oder was ist verdammt nochmal Firun, fragt sich nun die Hälfte meiner Leserschaft und die Frage ist denkbar schnell beantwortet: der Gott der Jagd und des Winters in Aventurien, der Welt des Schwarzen Auges. Dort ist er auch, wie jeder andere der 12 Götter, einem bestimmten Monat zugeordnet, der in irdischer Zeitrechnung dem Januar entspricht.

    Das ist meine Interpretation  des eigentlich männlichen Gottes, doch da er auch eine nette Tochter, namentlich Ifirn, besitzt, kann es auch diese sein. Das war eine spontane Idee und daher natürlich nicht perfekt, ein Bogen und ein paar Pfeile als Accessoirs wären natürlich noch nett gewesen und ich hätte mich auch im momentan nicht vorhandenen Schnee wälzen können, doch aus Spaß an der Freude kann man das denke ich so lassen. Make-Up-technisch ist nicht viel passiert, wobei ich Firun auch recht undankbar finde, da man zu schnell aussieht wie die Schneekönigin. Eine blaue Glitzerkugel empfinde ich für den Gott der Jagd dann allerdings recht unpassend ;) Die nächste Gottheit, Tsa, wird deutlich farbenfroher.

    Das Hintergrundbild stammt übrigens von diesem Flickr-User.