1. 25. November 2016 | Veröffentlicht unter Gaming, rund um Gaming.

    Design-Umfrage für einen Fußballmanager

    Von

    Fußballmanager gibt es derer einige, doch explizite Frauenfußballmanager …? Not so much. Das soll sich unter der Führung des dänischen Entwicklerstudios Trophy Games bald ändern. Da dies noch unbekannte Gewässer sind wird nun um kleine Mithilfe in Form einer Umfrage gebeten. Fragen rund um das Design eines Frauenfußballmanagers werden gestellt,  die gerne beantworte werden dürfen. „Die Repräsentation und das Visuelle“ , so Entwicklerin Cornelia Gumbrich, „soll von fußballbegeisterten Frauen beeinflusst werden und nicht so, wie es sich meine vornehmlich männlichen Kollegen vielleicht vorstellen.

    Hier ist der Link zur Umfrage

    Ich persönlich würde einen Frauenfußballmanager mit offenen Armen empfangen – dann, wenn er nicht auf der althergebrachten Girlyschiene daherkommt. Rosa und Pink: nein nein. Er darf gerne wie sein männliches Pendant aussehen. Noch besser: In einem solchen wie selbstverständlich integriert sein. Da braucht es eigentlich keine künstliche Abgrenzung. Nichtsdestotrotz unterstütze ich Frauenfußball in all seinen fiktiven und reellen Facetten und somit auch die Umfrage sehr gerne.

    Die Features und Mechaniken des Spiels seien zum größten Teil bereits fertig und es soll ein Spiel werden, das Frauen und Männer gleichermaßen interessiert.


  2. 6. November 2016 | Veröffentlicht unter Gaming, rund um Gaming.

    Pile of Shame – Oh du mein Everest

    Von

    Ihr kennt sicherlich den sogenannten „Pile of Shame“. Ein unerklimmbarer Berg an Spielstunden erwartet den eingeschüchterten Gamer nach jedem Sommer oder Winterverkauf. Oder Halloween… oder Ostern… oder einfach mal zwischendrin bei Humble Bundle, Bundle Stars und anderen Seiten.

    Ich selbst bin diesen Verkäufen natürlich auch schon zum Opfer gefallen. Ich erwischte mich dann bei Gedanken wie:

    • Och das spiele ich nachher direkt mal
    • Das ist ja geil
    • Boah ist das günstig
    • Das ist der beste Deal den ich je gesehen habe

    Und viele andere Psalme, an die ich mich später nicht mehr erinnern konnte bzw. deren Äußerungen ich bis heute leugne.

    Aber der Pile of Shame wächst und wächst bis er eben zum Everest wird, den es von dem heimischen Captains Chair aus zu besteigen und zu erkunden gilt. Unendliche Höhen, die noch nie ein Mensch zuvor bestiegen hat. Zumindest ich nicht. Mein Account wird allerdings nur von 65 Spielen geziert, was absolut nichts ist. Sowohl physisch als auch rein philosophisch. Ich kenne einige Damen und Herren, deren Steam Library einen Wert von weit über 10.000 Euro hat.

    Die Tools der Schande

    pileofshame2

    Um das Grauen überwachen zu können gibt es zum Glück einige Tools, die wir nutzen können, um uns noch besser darüber klar zu werden, wie viele Games wir nicht bis zum Ende oder nicht einmal angespielt haben. Vermutlich auch nie werden. Also, der Depriseiten gibt es zwei!

    Da gibt es zum einen den Steam Wert-Rechner, der euch Tränen in die Augen treiben kann. Er berechnet nicht nur den momentanen Preis eures Steam Accounts, sondern auch den Wert nach Angeboten, den Durchschnittspreis, den ihr bislang Pro Stunde bezahlt habt und wieviel jedes Spiel im Schnitt gekostet hat. Ebenso die Stunden, die ihr bislang versenkt habt und die ihr nie wieder zurück erhalten werdet J Nie mehr, never. Aber wer will das schon, schließlich sind ja alle Spiele die absolute Granate gewesen, oder nicht?

    Zum anderen ist da noch das wundervolle Steam Left. Das verrät euch klipp und klar und ohne Weichspüler, wie lange es noch etwa dauern würde, um all eure Steam Spiele durchzuspielen. Bei mir zum Beispiel steht da die erschreckende Zahl 568. Ja, das sind Stunden. Oder etwa 24 Tage! Das ist verdammt viel Spielzeit. Wenn ich sie allerdings ins „gamen“ investiere sinkt der Durschnittspreis pro Stunde, den ich für die Spiele bezahlt habe. Verlockend, möchte ich doch behaupten können, preisgünstig zu zocken. Also nichts wie ran.

    Wenn ich die Liste der nicht installierten, nicht gespielten Spiele so durchgehe, sehe ich da selbst Triple A Titel wie Batman: Arkham City, Dark Souls oder The Witcher 2. Schande über mein Haupt.

    pileofshame1

    Mein Fazit

    Ich schwöre hiermit feierlich Besserung und werde Nachsitzen. Jeden Abend. Außerdem muss ich den Bundles und großen Sales fern bleiben. Wenn mich da nur nicht just schon wieder ein riesiges RPG Bundle anlachen würde. Es kostet anstatt 110 Euro nur 3.94 €. Hallo? Da muss ich jawohl zugreifen, oder? Das ist ja gerade mal ein Kaffee. Von dem ich etwa 100 brauche, um alle auch wirklich durchzuzocken. Und so steigen die Kosten dann wieder.

    Wie steht es denn um euren Pile of Shame? Zahlen, Nummern, Erkenntnisse, Reuegeständnisse?

     

     


  3. 16. August 2016 | Veröffentlicht unter GamesCom, GC '16, Messen&Conventions.

    gamescom, anyone?

    Von

    Wie gewohnt bin ich auch dieses Mal unfassbar gut vorbereitet! Schließlich steht die gamescom kurz bevor und da hat man längst etliche Communitytreffen initiiert oder bei ihnen zugesagt, die – Moment. Der Rollbusch hatte mir kurzzeitig die Sicht auf meinen Terminkalender versperrt, der doch erschreckend leer ist. Dammit! Da ist man mal kurz für 2-3 Wochen außer Lande und zack, verliert man das Internetz und die Messe aus den Augen!

    Doch nun, nun habe ich kurz Zeit, um jegliche Informationen bezüglich Communitytreffen in mich aufzusaugen! Wo seid ihr unterwegs? Welche Partys sind am Start? Wer von euch kommt überhaupt zur gamescom? Und habt ihr Interesse an einem Leser/Bloggertreffen? Vorzugsweise mit einem klar erkennbaren Treffpunkt. *hust* Wie etwa der altbekannte Ort zwischen Halle 5 und 6 dort: Genauer: Dort, wo das Bier ist. An dem Stand mit dem Kölsch. Oder besser: unter der Brücke. Das ist ohnehin mein natürlicher Lebensraum.

    So oder so: Ich bin vermutlich ab Morgen Abend auf dem Gelände oder in Köln und werde bis Samstag dort zugegen sein. Sonntag „muss“ ich leider meiner Schreibgruppe auf die Nerven gehen. Auch in Köln. Ich kann euch also dann wenigstens aus der Ferne zuwinken.


  4. 28. Februar 2016 | Veröffentlicht unter Diverser Geekkram, Dreckiger Rest.

    *klick* Die Links der Woche

    Von

     

    Traditionellerweise hat das Internet Links und Artikel zu bieten. Dankt mir später für diese Erkenntnis. Um diesen Artikeln, Neuerscheinungen und interessanten Gedankengängen fremder Menschen Raum zu bieten, möchte ich fortan jeden Sonntag Links teilen, die ich für sehr klickbar erachte.

    Heute gibt es Gaimansches auf die Ohren, Wissenswertes über Meerjungfrauen- und Warcraftsex und skurrile Gamingfakten.

    Neil Gaimans „Neverwhere“ als Hörspiel

    NeverwhereNeil Gaiman ist definitiv einer meiner Lieblingsautoren. Kein Wunder also, dass ich dezent entzückt bin, dass eines seiner Urban Fantasy Bücher – Neverwhere – von der BBC nun als Hörspiel produziert wurde. Mit bekannten Namen wie James McAvoy, Benedict Cumberbatch, Natalie Dormer, Sophie Okonedo und, ganz besonders toll, auch noch Christopher Lee. Die Story: Unter den Straßen Londons existiert noch ein anderes London mit verlassenen U-Bahnhöfen, Katakomben und Kanälen. Es ist eine krude, bizarre Nebenwelt, in der auch kuriose Gestalten hausen. Dort hinein platzt der Geschäftsmann Richard Mayhew, der doch eigentlich nur einem Mädchen helfen will… Das Hörspiel kann man sich noch fast einen Monat lang kostenlos auf der Website anhören.

    Link


    Skurriles Gaming-Wissen

    skurriles_gaming_wissenÜber 190 Seiten geballte „unnützes Wissen“ aus der Gamingwelt versammelt Jonas Weiser in diesem 190 Seiten umfassenden Buch. Der begeisterte Gamer und Gründer des  Online-Magazins NMag hat in elf Kapiteln rund 600 Fakten zusammengestellt, die von MMOs über Jump’n’Runs bishin zu Shootern jedes Genre abdecken und Skurrilitäten ebenso besprechen wie Pannen und ominöse Rekorde. Was haben fröhliche Einhörner mit Diablo lll zu tun? Gab es zum Launch von Resident Evil 6 Menschenfleisch zu kaufen? Und hat Conker eine gespaltene Persönlichkeit? Ja, das Büchlein ist kurzweilig und eignet sich hervorragend für Bahnfahrten. Guddy-approved. Außerdem sei noch die Website ans Herz gelegt, die einige Fakten nochmal hübsch aufbereitet.

    Website | Amazonlink


    „Ein Ding zuviel – oder: Nichts ändert sich“

    eindingzuviel_cover (1)Gloria hat seit Ewigkeiten kein World of Warcraft mehr gespielt und es jetzt wieder herausgekramt, auf der hoffnungsvollen Suche nach ein bisschen Rollenspiel. Ja, das gab es dort damals. Gerüchteweise. Gloria nimmt uns hier mit auf eine Reise voller abstruser Begebenheiten und Spielern, deren Vorlieben irgendwo zwischen Cybersexy und.. naja.. Cybersex schwanken. IC-Tavernen. Immer wieder amüsant.

    Link


    „What Shipping Richonne Taught Me About Racism“

    gif-9[Spoiler The Walking Dead Season 6] Rick und Michonne haben es getan. Im Fernsehen. Einfach so. Gut, natürlich wurde weggeblendet und das für Artikelautorin Sharon eigentlich Interessante ist, dass sich hier eine Schwarze und ein Weißer zusammengetan haben. Sie, als Schwarze, erzählt hier, warum sie dieser Umstand glücklich gemacht hat, was es für sie bedeutet und was sie als jaherelange „Shipperin“ dieses Paares in der Zeit über Rassismus gelernt hat.

    Link


    Mermaid-Sex

    tumblr_nfn0x5MIfW1tzzz5eo1_r1_500Ein Meeresbiologe wurde gefragt: Wie könnten Meermenschen eigentlich Sex haben? Ja, wenn sich Wissenschaft und Phantastik vereinen, können schonmal skurrile Artikel entstehen, die auf eine etwas verstörende art und Weise sehr interessant sind. Immerhin lernt man nebenbei nicht nur etwas über fiktives Paarungsverhalten, sondern irgendwie auch etwas über ganz reale Begebenheiten gratis dazu. Auch wenn Fische nicht unbedingt meine Lieblingstiere sind.

    Link


  5. 20. Februar 2016 | Veröffentlicht unter Gaming, rund um Gaming.

    Genderlock? Ist doch völlig ok.

    Von

    Genderlock: Das bedeutet, dass innerhalb eines Videospiels eine oder mehrere Klassen nur von Charakteren eines Geschlechts bespielt werden können. So kann man beim kommenden Sandbox-MMO Black Desert Online Jägerinnen, jedoch keine männlichen Jäger, Krieger, jedoch keine Kriegerinnen spielen. Und das sind nur zwei von vielen Beispielen, denn das Spiel setzt sowohl auf Gender-, als auch auf Racelock. Gamestars Jürgen Stöffel findet diesen Umstand „albern“ und fühlt sich in seiner spielerischen Freiheit stark beschnitten, wie er in seinem Artikel darlegt. Auf das Spiel selber und dessen besonderen Details dieses Thema betreffend möchte ich nicht näher eingehen, sondern vielmehr das Thema als solches besprechen. Aufhänger ist dieses Zitat aus dem Gamestar-Artikel.

    Nun, vielleicht will ICH ja genau sowas spielen? Vielleicht hängen mir saublöde Klischees zum Hals raus und ich will in einem Fantasy(!)-Spiel auch meiner Fantasie freien Lauf lassen, und eben auch mal ein drei Meter große Riesenweib spielen! Und mir ist auch egal, ob der Genderlock durch irgendwelche Hintergrundgeschichten im Spiel erklärt wird. Das mag in einem Fantasy-Roman gut zur Stimmung passen, aber als Rollenspieler will ich die maximale Freiheit. (Jürgen Stöffel)

    Ist die spielerische Freiheit wichtiger als die Spielwelt? Für die meisten vielleicht, für mich jedoch nicht. Ganz im Gegenteil finde ich es reizvoll, wenn nicht alles frei ist, nicht alles möglich und einem stattdessen Grenzen auferlegt werden. Gerade wenn es zur Spiel- und Hintergrundwelt passt, finde ich Details wie Genderlocks sehr interessant, denn im besten Fall trägt es zur Immersion bei. Im Mittelalter angesiedelte Spiele, in denen man auf weibliche Ritter en masse trifft? Ein MMO über die nordische Mythologie – oder auch besagtes Black Desert- , in denen man männliche Walküren spielen kann? Nein, das muss nicht sein.

    Und auch, wenn unter dem Deckmantel der Fantasy nahezu alles erlaubt ist rechtfertigt das für mich keine willkürliche bestimmte Welt, die in sich nicht schlüssig ist. Gut. Hier spricht die Weltenbauerin aus mir und da bin ich sicherlich viel strenger als ich sein müsste. Letztlich ist die Hintergrundwelt nur das Setting, in dem die eigentliche Handlung stattfindet und ist weniger wichtig als innerhalb eines Romans, in dem auch der „fantastische Realismus“ wesentlich strenger zu betrachten ist als in einem Videospiel. Schließlich zähle ich in World of Warcraft auch nicht die Ackerfelder Westfalls durch, nur um mich später darüber zu mokieren, dass die Einwohner der östlichen Königreiche gar nicht genug Brot zum leben hätten. Fantasyrollenspiele müssen nicht 100%ig realistisch sein und das zu fordern hätte schon etwas sehr putziges.

    Schnell wird bei diesen Genderlocks auch Seximus gewittert: „Was, man darf keine Kriegerinnen spielen? Wie unverschämt, sind Frauen etwa schwächer als Männer, werden sie gar zurück an den Herd gewünscht und überhaupt, sind wir wieder im Mittelalter?!“ Auch hier verweise ich gerne auf die Spielwelt an sich, in der die Verhältnisse vielleicht nicht ganz so sind wie gewünscht. Das wiederum erinnert mich an den Witcher, dem zuweilen der Mangel schwarzer Charaktere angekreidet wurde. Zu Unrecht, wie ich noch immer finde, denn warum Diversität erzwingen, wenn es die Spielwelt nicht zulässt? Und auch, wenn in Black Desert keine Kriegerinnen möglich sind, so doch immerhin eine weibliche Entsprechung dieser Klasse, namentlich die Walküre.

    Der Wunsch nach spielerischer Freiheit ist gerade bei Rollenspielen sehr groß und auch verständlich, schließlich ist es eines der Vorteile dieses Genres, bei der Charaktererschaffung seiner Fantasie möglichst freien Raum zu lassen. Doch ist es nicht auch lobenswert, dass es Spiele gibt, die alte Pfade verlassen und eigene Merkmale besitzen? Ist es nicht auch ganz interessant, selber eigens ausgestampfte Pfade zu verlassen und sich auf etwas neues einzulassen? Wird auch gemeckert, wenn seine Lieblingsklasse in einem Spiel nicht vorhanden ist? Muss jedes Spiel alles bieten, beinhalten, ermöglichen? Ich sage: nein.

    Ich habe nichts gegen eine gewisse Exklusivität, sehe weder Sexismus, noch Diskriminierung und finde es begrüßenswert, wenn man als Spieler auch mal gegen die ein oder andere Schranke prallt und sich so unter Umständen neu herausgefordert fühlt. Einer der vielen Fehler, die World of Warcraft meines Erachtens übrigens gemacht hat, ist die Aufhebung der Exklusivität fraktionsgebundener Klassen. „Einfach und beliebig“ ist für mich wirklich nicht immer besser.


  6. 14. Januar 2016 | Veröffentlicht unter Gaming, rund um Spiele.

    Mit #EveryDayHeroes gegen Mobbing

    Von

    Mit Life is Strange hat sich Square Enix im letzten Jahr nicht gescheut, Themen fernab der ordinären Unterhaltungskultur anzusprechen. In der coming-of-age- Geschichte, in der man mit der Protagonistin Max ihre Fähigkeit, die Zeit zurückzudrehen entdeckt und sie durch ihr Teenagerleben steuert, kommt man unter anderem mit suizidalen Gedanken, Mobbing und allerlei Ängsten in Berührung. Da scheint es nur ein logischer nächster Schritt zu sein, dass sich das Team auch im wahren Leben für solche Bereiche einsetzt.

    In der kürzlich gestarteten Kampagne wird dazu aufgefordert, unter dem Hashtag #EveryDayHeroes eigene Erlebnisse Mobbing betreffend zu teilen; wie man selber wieder den Kopf gehoben, sich für jemanden eingesetzt hat oder einfach seine Stimme erhebt. Für jeden Tweet spendet Square Enix eine Beitrag an PACER’s National Bullying Prevention Center, eine Wohltätigkeitsorganisation, die sich gegen Mobbing stark macht.

    Während der Trailer zur Kamapgne ein paar Spoiler zu den einzelnen Episoden des Spieles bereithält, kommt die Website glücklicherweise ohne Spoiler aus.

    Können Tweets Mobbing stoppen? Nein. Aber ich finde es grundsätzlich sehr begrüßenswert, wenn auf diese Problematik hingewiesen wird. Und wenn es schon Werbung für ein Spiel und eine kommende Limited Edition sein soll, dann sehr gerne auf solch einem Wege.

     


  7. 11. Januar 2016 | Veröffentlicht unter Gaming, rund um Gaming.

    Die perfekte Länge

    Von

    Während es vielen nach einer ordentlichen Größe und einem möglichst ausgedehnten Ritt verlangt, sind andere mit weniger zufrieden. Ihnen reicht ein durch und durch befriedigendes Erlebnis, unabhängig vom Umfang und einzig auf den Moment fokussiert.

    Dass es bei Videospielen nicht die perfekte Länge, den perfekten Umfang gibt, scheint obligatorisch, ist und spielt doch jeder Jeck anders und hat andere Bedürfnisse. Dennoch zeigen sich Fans und Kritiker immer wieder empört, sobald sich herausstellt, dass Spiel XY nur magere 6 Stunden Spielzeit enthält. Gerade bei einem AAA-Titel, der gerne 60€ kostet, scheint ihnen der Preis nicht gerechtfertigt. Ob das Spiel vielleicht eine hohe Qualität und immensen Spielspaß bietet, ist da wohl nebensächlich. Das finde ich schade, kann einen doch auch ein kurzes Spiel beeindrucken, fesseln und mitunter noch eine längere Zeit hinweg beschäftigen – auch nach dem Spielen. Das aktuelle That Dragon, Cancer , in dem man als Elternteil den an Krebs erkrankten Sohn auf seinem vierjährigen Leidensweg begleitet und einen als Spieler mitunter sehr bedrückt und nachdenklich zurück lassen kann, ist da nur ein gutes Beispiel unter vielen.

    Nun kann man stundenlang sachliche Fakten Für und Wider eine möglichst lange oder kurze Spielzeit betreffend sammeln und vorstellen; hier und jetzt möchte ich diese Frage nun jedoch auf eine persönliche Ebene herunterbrechen . Zum einen, weil ich mir diese Frage heute beim Spielen von The Witcher wieder einmal gestellt hatte und euch meine diffuse Antwort nun darlegen möchte, zum anderen, um mir eure Ansichten einzuholen. Ich muss schließlich wissen, wie hoch mein individueller Komisch-Faktor in dieser Sache ist!

    Kurz, aber intensiv soll es sein!

    Meine Aufmerksamkeitsspanne reicht von hier bis – oh seht mal, ein fliegender Affe! Dementsprechend brauche ich konzentrierte Inhalte, die wenige Längen kennen. Eine offene Spielwelt finde ich zwar großartig, doch nur, wenn die Immersion gegeben ist, so sehr, dass ich mich ins Spiel hinein gesogen fühle. Ja, ich spreche von dir, Witcher. Die Spielzeit liegt selbst bei einem Speedrun seitens der Entwickler bei etwa 25 Stunden, es bietet neben der haupt- noch zahlreiche Nebenquests und allein mit der reinen Entdeckung der Welt habe ich schon ganze Stunden verbracht. Doch nur, weil ich die Welt fantastisch finde, mich das Gameplay begeistert und ich den Werdegang der Charaktere hochgradig spannend finde. Man könnte fast meinen, dass mich dieses Spiel begeistert. Völlige Begeisterung ist allerdings auch der einzige Grund, bei dem ich eine lange Spielzeit begrüße. Betonung liegt hier auf: „völlig“. Bin ich nur „begeistert“ breche ich das Spiel einfach ab und werde es nie bis zum Ende bringen. Es langweilt mich und ich will eines der anderen Spiele zocken, eine Serie sehen, verdammt, einfach meine Zeit nicht weiter an ein und demselben Titel vergeuden, wo es doch so viel anderen, hervorragenden Geekcontent gibt!

    Selbst bei meinen Lieblingstiteln wie „Schatten über Riva“ oder „Divine Divinity“ wünsche ich mir auf halber Strecke endlich das Ende herbei. Ich brauche Plots mit Biss, die pointiert sind und einen knackigen Spannungsbogen haben, bei denen das Ende absehbar ist. „Schatten über Riva“ ist dabei jedoch nur „ein bisschen zu lang“. Sein Vorteil ist, dass die Abenteuer fast immer spannend bleiben und abwechslungsreich sind. Zudem, nun ja, sind mir die sechs Helden zu dem Zeitpunkt schon in den zwei vorherigen Spielen derart ans Herz gewachsen (und das ohne wirkliche Charaktere! Rollenspiel findet im Kopf statt. Oder so.), dass ich sie nicht loslassen kann. Niemals. …  Na toll. Ich hab’s geschafft. Jetzt muss ich die Nordlandtrilogie wieder mal installieren, die Sehnsucht ist zu stark!

    Selbstverständlich hängt es auch vom Genre ab. Rollenspiele dürfen gerne einen Tacken länger sein – doch auch hier brauche ich bitte keine 50+ Stunden. Es sei denn, es handelt sich wie gesagt um Skyrim oder den Witcher. Maximal 30 Stunden finde ich selbst bei Rollenspielen vollkommen ausreichend.

    Mein Traumtitel hätte rund 10 stunden Spielzeit. Komprimierte Story, nette Charaktere, einen Anfang, einen Mittelteil und, ganz wichtig, ein Ende. Zehn Stunden sind für mich eine gute Zeit, um sich in das Spiel einzufühlen, in es einzutauchen und das Spielgefühl auszukosten. Gleichzeitig ist es für mich ein rundes Spielgefühl, das sich nicht über Wochen oder gar Monate hinzieht (Oder, hust,Jahre. Hallo, Skyrim.), sondern einfach auch mal aufhört. Wenn die Intensität passt, ein voll entwickelter Plot dahinter steckt und ich einfach verdammt viel Spaß beim Spielen hatte, dann bin ich zufrieden. Dann kann ein Spiel auch 60€ kosten, denn dann ist es sein Geld wert.

    Legt ihr denn Wert auf eine lange Spielzeit? Findet ihr in dem Fall, dass kürzere Spiele ihr Geld nicht wert sind, oder hat das für euch noch ganz andere Aspekte?


  8. 4. Januar 2016 | Veröffentlicht unter Gaming, rund um Gaming.

    Was wäre, wenn ich eine Simsfigur wäre?

    Von

    Dieser Frage bin ich nachgegangen und habe mir eigens dafür Sims 3 installiert. Für mehr als diesen überaus wissenschaftlichen Test (für den ich auch keine grafischen Höchstleistungen gescheut habe. Hust. Hust. Das passiert, wenn man nicht screenshottet, sondern nur filmt.) reicht es für mich jedoch nicht. Der Titel befindet sich nicht mehr auf meiner Platte. RIP. Doch zurück zu dem Versuch: Die Charaktergenerierung. Eine Frisur ist schnell gefunden, ein „irgendwievielleichthalbwegspassendes“ Shirt ebenso und die Charaktereigenschaften gesetzt. Hier lasse ich Ehrlichkeit walten! Ordnung und Fleiß werden tief angesetzt, dafür die Nettigkeit zumindest auf ein Normalmaß. Aus diesen Charakterpunkten rechnet das Spiel automatisch das Sternzeichen aus. Überraschung: Mir wird tatsächlich die Waage zugeordnet! Da ich am 14.10.1995 (Hihi. An diesem Punkt endet die Ehrlichkeit) Geburtstag habe, passt es hervorragend! Das Spiel ist ein Hellseher. Bestimmt. Zuletzt definiere ich die „Laufbahn“. Gestatten: Ich bin natürlich ein „Freundschaftsmensch“ mit dem Lebensziel, viele gute Freundschaften zu knüpfen und zu festigen.

    Tadaa! Mini-me ist erschaffen. [insert irres Wissenschaftlerlachen. Muhahar.] Der eigentliche Test kann beginnen.

    Tag  1      

    Nun setze ich Klein-Guddy in ihre erste eigene, virtuelle Wohnung und gucke einfach zu.(per Schnelldurchlauf, versteht sich)
    Erstaunlicherweise tut sie das, was ich auch tun würde: sie setzt sich vor den Fernseher. Und sitzt. Und sitzt immer noch. Sie wäre wohl verhungert(ok, unwahrscheinlich. Es gibt schließlich Chipstüten im Kühlschrank.), würden nicht nach Stunden Nachbarn an ihrer Tür klingeln um sie in der Nachbarschaft willkommen zu heißen.
    Müde steht Guddy auf, streckt sich und watschelt Richtung Haustür. Kaum ist die Tür geöffnet, scheint alle Müdigkeit verflogen und ein heiteres Gespräch, mal mit dem einen, mal dem anderen der drei Gäste nimmt seinen Lauf.
    Zwischendurch macht sich einer der Gäste in die Hosen, weil Groß-Guddy vergessen hat, eine Tür zum Badezimmer samt Klo zu bauen. Zum Glück ist diese erbaut, bevor Klein-Guddy das gleiche Schicksal ereilen kann.
    Am Ende des Abends hat sie zwei echte, tiefgehende Freundschaften mehr. Das ging schnell. Nicht mehr lange, und alle werden friedlich lächelnd gemeinsam Freundschaftsbändchen knüpfen und Kumbaya singen.
    Es wird Nacht, ihre Müdigkeitsanzeige nimmt schwindelerregende Ausmaße an, gegen die sie sich standhaft wehrt. Lieber sitzt sie vor dem PC. Seems legit.
    In letzter Sekunde – ich hatte schon Angst, sie würde vor dem PC zusammenbrechen – springt sie auf und hechtet mit einem meisterhaften Sprung ins Bett.guddy

    Tag 2

    Sie schläft bis 12 Uhr Mittag und macht sich dann doch noch etwas zu Essen. Viel zu viel übrigens, vier weitere, randvolle Teller stellt sie auf alle möglichen Ablageflächen in der Küche und im Wohnzimmer. Sie isst vor dem Fernseher, stellt den Teller auf den Boden und geht duschen.
    In der Zwischenzeit wirft der Postbote einen Brief in den Briefkasten.
    Der restliche Tag verläuft komplett ereignislos. Aber man erzählt sich, das in China ein Sack Reis umgefallen sei und irgendjemand Toastbrote verkauft.

    Tag 3

    Sichtlich durch den vorhergegangenen, entspannten Tag ausgeruht, steht sie heute sogar bereits gegen 11 Uhr auf und schlendert nach der Dusche im Nachthemd an den mit grüner, stinkender Aura umgebenden Tellern vorbei nach draußen, um dort nicht etwa die Post hervorzuholen, nein, sondern sich ins Gras zu setzen (ein Schneidersitz macht sich wie man weiß hervorragend bei einem kurzen Nachthemdchen) und Löcher in die Luft zu starren. Das lässt ihre Laune langsam, aber stetig ansteigen – immerhin ist es im Simsland immer Sommer.
    Nach ein paar Minuten kommt ein noch unbekannter Nachbar vorbei, der sich einige Momente lang orientierungslos neben sie stellt. In trauter Zweisamkeit starren sie sicherlich eine Stunde lang Löcher in die Luft, bis Guddy aufsteht und den „Neu“ankömmlich überrascht ansieht. „Na wo kommst du denn so plötzlich her?“, scheinen ihre weit aufgerissenen Augen zu sagen, bevor sich die beiden kichernd begrüßen. Der Neue – nennen wir ihn der Einfachheit halber „Horst“ – redet den Sprechblasen nach zu urteilen über Fußball, seine Exfreundin und seine Oma, was Guddy dazu veranlasst, ungerührt über Basketball, Kinder und Dinosaurier zu fachsimpeln.
    Während Guddy die nächste halbe Stunde auf dem Klo verbringt, geht Horst ungefragt an den Fernseher und schaltet eine Soap ein, die Guddy, kaum dazugestoßen, wegdrückt und Nachrichten laufen lässt.
    Warum lade ich  – also sie, also ich, also sie – eigentlich jeden nach Hause ein?!
    Irgendwann geht Horst, dafür schrillt das Telefon und Freundin Berta meldet sich zum Dienst.
    Irgendwie haben es in der Zwischenzeit zwei Bücher auf den Boden geschafft und Guddy bewegt sich telefonierend, doch mit traumwandlerischer Sicherheit, durch das Labyrinth an aufgeschlagenen Büchern, schmutzigem, stinkendem Geschirr und alten Zeitungen.

    UnbenanntTag 4

    Während Groß-Guddy einen Augenblick lang nicht hinsieht, ist Mini-Guddy bereits um 9 Uhr aufgestanden – doch wer hätte diese spontane Eskalation an Bewegung auch erahnen können?! – und an den Herd geschlichen, um sich etwas Lustiges zu brauen. Dort begab es sich, dass sie den Herd Herd sein ließ und sich lieber zockenderweise an den PC setzte. Das Essen dampfte. Es wurde schwarz. Und brannte. Lichterloh. Aufgeschreckt von den seit einer halben Stunde im Zimmer schwebenden, dicken Rauchwolken rennt sie in die Küche und geradewegs in ihr Verderben. Ich kann gerade noch „Khaaaaaaaaaaaaaan!“ rufen, ehe sie theatralisch  zusammenbricht.

    Mini-Guddy wurde nur vier Tage alt.

    Rückblick

    Guddy hat geschlafen, gegessen und sich immerhin auch geduscht (habe da schon ganz andere Sachen bei den Sims erlebt). Durch ihre neu erworbenen Freundschaften und anregenden Gespräche hat sie Bonuspunkte bekommen und ihr entspannter Lebensstil lässt ihre körperlichen Anzeigen nie in den roten Bereich gelangen – wenn wir mal beide Augen zudrücken, was die Müdigkeit angeht.
    Von alleine hat sie sich leider keinen Job gesucht. Sie hätte aber mit Sicherheit großartig im Bereich Medizin brillieren können! Wenn sie nicht gestorben wäre.

    Vergleich

    Erschreckende Ähnlichkeiten von Klein- zu Groß-Guddy sind deutlich erkennbar. Ich meine sogar, aus der Simssprache das Wort „Scheiße“ gehört zu haben, als sie an Tag 1 wild gestikulierend vor der zugemauerten Wand des Badezimmers stand.
    Trotzdem: Ich bin natürlich ordentlicher! Zumindest stelle ich keine fröhlich vor sich hin schimmelnden Essensreste auf den Boden. Und eine Arbeitsstelle habe ich auch! Außerdem vergesse ich niemals etwas auf dem Herd. Wirklich nicht. Darum ist auch kein einziger Topf und keine einzige Pfanne bis in alle Ewigkeit von schwarzem Ruß zerfressen. Keine.
    Ein wenig verzerrt wurde das ganze natürlich noch dadurch, dass weder Freund, noch Katze dabei waren. Aber dann hätte ich ja doch eingreifen müssen, um zumindest Freund wohl gesättigt und ausgeruht zur Arbeit zu schubsen. Außerdem bin ich gegen Tierversuche.

    Und bin noch fähig, diese Zeilen zu tippen. Vielleicht sollte ich mich fortan nur von Herdplatten fernhalten.


  9. 1. November 2015 | Veröffentlicht unter Gaming, Gamingdiskussionen.

    Frauen als Trashmobs -Yay oder nay?

    Von

    Man stelle sich folgende Szene aus einem Videospiel vor:

    Mit wehendem Cape steht der strahlende Held – klassischerweise nur bestehend aus Muskeln und Samensträngen – auf der Klippe, das Schwert mit festem Griff in der Hand. Schweiss perlt von seiner Stirn, als er die Kräfte für den nächsten Ansturm der Horde sammelt. Das Dröhnen unzähliger Schritte und Schlachtrufe aus tausenden blutrünstigen Kehlen haben die fidelen Naturgeräusche längst übertönt. Die baldigen Gegner nahen stampfenden Schrittes, bereit, dem Recken Einhalt zu gebieten.

    Vermutlich werden sich die meisten von euch unter „Gegner“ männliche Schergen vorgestellt haben – wenn sie nicht durch den Titel dieses Artikels auf eine andere Schiene gelenkt worden sind. Ist das nun ein gutes, oder schlechtes Zeichen – oder ist es am Ende nicht ohnehin völlig egal?

    Zunächst zu den irdischen Fakten: Im aktiven Dienst des US-Militärs sind zu 85% Männer anzutreffen, bei der Bundeswehr sind es aktuell rund 90%. Dass nun also weniger weibliche, denn männliche Avatare in weltlichen Shootern anzutreffen sind, ist durchaus realistisch. Auch die physische Leistungsfähigkeit ist bei Frauen im Schnitt deutlich, nämlich etwa ein Drittel, geringer, sodass man sie gemeinhin eher weniger als „harte Soldaten“ sieht. Fernab weltlicher Realität wird bei der Gestaltung der virtuellen Figuren oftmals die „gestalterische Schwierigkeit“ in den Raum geworfen: Weibliche Charaktere seien wesentlich schwieriger zu designen als ihre männlichen Counterparts, ihre Bewegungen zu weich, der Körper nicht eckig genug und das Haar zu wallend. Dass sich das alles eventuell dadurch lösen ließe, dass man den Damen die gleiche Ausrüstung wie den Herren und ihnen selber einen eher effektiven, denn sexuellen Gang angedeihen ließe, steht auf einem anderen Blatt.

    Doch zurück zum wichtigeren Thema: Den Trashmobs.

    Diese sind längst nicht nur in Militärshootern anzutreffen, sondern beispielsweise ebenso in Rollenspielen und Jump’n‘ Runs: Die üblichen Gegnerhorden, die sich entweder in Gruppen oder auch kühn abgekapselt eben jener auf den Helden stürzen, um ihn zu vernichten. Dass sie selber imaginäre rote Shirts tragen, vergessen sie dabei oft genug. Glück für den Helden.

    Nun höre ich es bereits bis hierhin: „Hilfe, nicht schon wieder ein Feminismusthema!“ Uhm, actually… ist es eher ein Thema, das beide Geschlechter in leicht schlechteres Licht rückt. Da hätten wir zum einen das Thema klassischer Rollenverteilung: Die Frau bleibt zu Hause und kümmert sich um Kinder und Hof, während der Mann auszieht, um Familie und Land vor großen Gefahren zu schützen. Das hat nicht nur den Grund körperlicher Überlegenheit, sondern auch den des Leitsatzes sicher vieler „besorgter Frauen“: Männer sind entbehrlich.

    Wenige Frauen reichen nicht, ein Dorf oder einen Landstrich zu bevölkern, wenn es erobert wird oder auch gewaltvoll der Bevölkerung dezimiert wurde. Aber es reichen wenige Männer. Frauen sind das „kostbare“ Geschlecht, Männer dagegen in der Masse „überflüssig“. Sie in den Krieg zu schicken tut wohl weniger weh, als es bei Frauen der Fall wäre. Welch Freude, dass Gewalt gegen Männer ohnehin gesellschaftlich akzeptierter ist. Ohrfeigt ein Kerl eine Frau, ist das ein Skandal; ohrfeigt jedoch eine Frau einen Mann, ist das gut und gerne einen Lacher wert. Meistens habe es der Mann ja ohnehin verdient, denn [insert irgendeinen fadenscheinigen Grund]. Dieser Gedanke geht so weit, dass selbst Vergewaltigungen an Männern marginalisiert werden und wohl auch ein Mitgrund ist, dass die Dunkelziffer bei (häuslicher) Gewalt gegen Männer derart hoch ist. Scham, nicht mehr als Mann wahrgenommen zu werden, Scham, „schwächer“ gewesen zu sein als die Frau. Bösartige Gewalt sollte jedoch nie als nichtig empfunden werden. Ebenso empfinde ich es nicht als sonderlich ritterlich, wenn der Mann zwar die holde Maid beschützt, dafür jedoch dem nächstbesten Kneipenbesucher ein blaues Auge verpasst.

    Dies sei alles nur als Hintergrund berichtet, wirklich über die gar furchtbaren Umstände zu heulen liegt mir fern. Gegner gibt es in Videospielen jedenfalls genug und das Kanonenfutter ist tendenziell eher männlich. Sicher gibt es weibliche Schurken: Diese sind meist jedoch Individuen. Ihre Weiblichkeit ist nicht immer, aber oft genug das einzige und wichtigste Attribut. Man nehme nur Schlumpfine: Während alle anderen Schlümpfe wesentliche Charakterzüge oder Hobbys haben, muss sich Schlumpfine damit begnügen, ein Mädchen zu sein. Männer machen, Frauen sind.

    TR

    Meinem Gefühl nach würde es wohl auch einen Aufschrei geben, wenn man statt der üblichen Kerle plötzlich haufenweise Damen über den Haufen knallen müsste. Das wäre natürlich absolut schrecklich und sexistisch! –  Finde den Fehler. Gerade in älteren Spielen gibt es zwar vereinzelt auch weibliche Gegnertypen, diese sind jedoch eher speziell und nicht der üblichen Norm der sonstigen Gegnermasse entsprechend. In Quake 2 etwa gibt es einige männliche Gegnertypen und genau einen weiblichen: Die Iron Maiden. Mehr weibliche Trashmobs tummeln sich beispielsweise bei Saints Row 2, bei dem die Geschlechteraufteilung auf beiden Seiten gut aufgeteilt ist, auch die Elder Scrolls-Reihe ist ein meiner Meinung nach sehr positives Beispiel. Bei BioShock beträgt die Quote immerhin etwa 1:3. Wo die geringe Frauenmobdichte hintergrundtechnisch Sinn macht, ist die Tomb Raider-Neuauflage. Bei The Last of Us wurden die weiblichen, menschlichen Gegner entfernt, waren jedoch ursprünglich angedacht. Weibliche Clicker sind allerdings durchaus anzutreffen.

    Das neue Assassins Creed scheint es richtig zu machen, indem es in die Reihen der Gegner weibliche Mobs einfügt und das Straßenbild insgesamt verweiblicht. Das wäre fast ein eigener Rantbeitrag wert – ich finde das Lob überzogen und die im Spiel herrschende Gleichberechtigung historisch zu inkorrekt. Wenn das (pseudohistorische) Setting diskriminiert oder Frauen in kämpferischen Positionen nicht wirklich zulässt, darf man es meines Erachtens nach gerne dabei belassen.

    Wie dem auch sei: Ich finde durchaus, dass es auch viele weibliche Trashmobs geben sollte. Wenn auf Männer geschossen werden darf, sehe ich keinen Grund, bei Frauen eine Ausnahme zu machen – und selbstverständlich meine ich dies nur im Kontext eines Videospiels. Das Y ist schließlich keine Einladung. „Y – shoot here!“

    Wie seht ihr das? Hättet ihr Skrupel, auf weibliche Gegner zu schießen, mehr als auf männliche? 

     


  10. 30. September 2015 | Veröffentlicht unter Gaming, rund um Gaming.

    Call of Duty – „Marketingterror“

    Von

    .

    Einen Werbe-Fauxpas hatte sich in der vergangenen Nacht Activision für das kommende Call of Duty: Black Ops 3 geleistet: Kurzerhand (oder doch eher: von langer Hand geplant?) benannten sie ihren Twitterauftritt in „Current Events Aggregate“ um, änderten ihr Profilbild nachrichtensendertauglich und ließen die erste einer Reihe von bewusst real wirkender Newsmeldungen auf das ahnungslose Twittervolk los:

    Ein Tweet, dem mehrere weitere folgen sollten, wobei auch „Photos“ (Ja. Die Anführungszeichen sind nicht zu Dekozwecken getippt worden. Nicht nur. Anführungsstriche sind sexy. Rrr.)  integriert wurden.

    Während sich der CoD-Twitteraccount in weiteren News ergießt, nehmen es einige User für bare Münze. Solche, die vielleicht selber Verwandte im Singapur haben. Solche, die generell besorgt sind bei solchen Meldungen. Solche, die das zart-graue „@CallofDuty“ unter dem Usernamen nicht bemerken. Oder einfach solche, die es im Newsfeed erblicken und nicht nach der Echtheit dieser Nachrichten googeln. Warum auch? Es ist eine Nachricht. Aus dem Internet. Und das hat schließlich immer Recht.

    Der Poopstorm (die Kacke war so klein, dass man das nicht „Shit“ nennen kann) ließ nicht lange auf sich warten. Es sei Terrorverharmlosung! Unschuldige Gamer und Twitterer seien hinter’s Licht geführt worden! Geschmacklos!  Falsch! Pfui!

    Ja, es ist… besonders. Und bewusst irreführend, wenn schon Name und Profilbild geändert werden. Aber ich finde es auch irgendwie…keck. Es funktioniert, wie man nun sieht und es ist irgendwie „in character„, was ich faszinierend finde. Das Genre spielt – und das meine ich als Shooterspielerin nicht negativ wertend – mit Terror, Gewalt und Krieg. So offenbar auch in den sozialen Netzwerken. Es ist ein Marketing, das gewagt ist, das manchen auf den Schlips tritt, aber auch auf sonderbare Weise authentisch ist- und das mag ich.

    Geschmacklos? Hm. Ja. Durchaus. Aber in meinen Augen dadurch nicht so mies, wie manche es sagen, die gleich einen Terroranschlag auf die Gamerszene als solche und vermutlich auch das Ende des Abendlandes an sich wittern.

    Knappe 5 Stunden später wurde die ganze Chose aufgelöst. Pflichtbewusst mit einem Tweet.

    Trotz Poopstorm wurde sich bislang übrigens nicht um eine Stellungnahme bemüht. Stattdessen wurde vor einer Viertelstunde auf Twitter der Storytrailer verlinkt Hurra! Aber ihr habt nun derartig viele Tweets und damit auch den Channel verlinkt auf dem Präsentierteller serviert bekommen, dass ihr den auch ohne meine Hilfe finden werdet. Ich glaube an euch!


  11. 12. August 2015 | Veröffentlicht unter GamesCom, GC '15, Messen&Conventions.

    gamescom – Das Videospielfestival

    Von

    „Guddy. Die gamescom ist kein Festival. Sie ist eine Messe.“ Wenn du das sagst, bist du wohl noch nie dort gewesen.

    Mittwoch, 9 Uhr. Aufgeregte Grundschüler – oder klein geratene YouTuber, ich kann sie so schlecht auseinander halten – mit pink bebänderten Presseausweisen flitzen an mir vorbei und ich fühle mich plötzlich alt. Sehr, sehr alt. Warum habe ich mich als Kind nur für den NES interessiert, anstatt an seriösen Artikeln für renommierte Magazine zu schreiben? Vielleicht hatte ich auch einfach kein gescheites Netzwerk.

    Noch ist alles beunruhigend leer, die einzige nennenswerte Schlange hat sich vor dem Kaffeeausschank gebildet. Ganze 5 Minuten stehe auch ich an und werde, kaum dass ich das Lebenselixier in den Händen halte, von einem jungen Herrn angesprochen. Wieder altere ich gefühlt um 5 Jahre, als er mich augenscheinlich alte, weise Frau um Pressetipps bittet. Während ich die Fragen denkbar fachmännisch beantworte, beschließe ich, das schwarze und wohl viel zu seriös wirkende Hemd, das ich trage, in den hintersten Teil meines Kleiderschrankes zu verbannen. Kaum ist der erste, sehr nette Kontakt geknüpft und der Kaffee eingeflößt, widme ich mich der eigentlichen gamescom.

    Eine für meine Greisenhände viel zu schwierige Partie Cuphead verliere ich gemeinsam mit einer Bloggerbekannten – optisch ein unheimlich interessantes Indiespiel, das mich auf der E3 bereits sehr beeindruckt hat, spielerisch jedoch zumindest an der Anspielstation meinem Anspruch nicht gerecht wurde. In der Zwischenzeit ist es merklich voller geworden, ich gehe an meterlangen Schlangen vorbei und falle Thorben in die Hände.

    (frei nach Thorben, Mitte 20) Unverschämt, wirklich unverschämt! Ich stehe schon 20 Minuten hier bei Bethesda an! Dabei bin ich von der Presse! Dass die einen so abspeisen, ist unfassbar! Es ist doch Fachbesuchertag und trotzdem sind so viele Leute da, ist das denn zu fassen?! Was machst du denn hier überhaupt? Ah, du bist Bloggerin? Und wegen sowas bekommt man einen Presseausweis?!“

    Als ich ihn frage, ob er denn Termine mit den Publishern vereinbart hätte, sieht er mich erst verständnislos und nach meiner Erklärung beschämt an. „Ach so“, nuschelt er in seine drei Barthaare, „Das wusste ich nicht.“ Obviously. Ich gebe ihm beschwichtigend lächelnd einen Fastpass von mir und flüchte zu Frank. Der gute Herr Sirius, seines Zeichens Senioren-YouTuber, hat bei Ubisoft einen unfassbar anstrengenden Job zu erledigen. Theroretisch. Praktisch sitzt er twitternd vor dem Stand und grinst mich breit an, als er mich trotz seriösem Hemd endlich erkennt. Kurz zeigt er mir seine Briefmarkensammlung seinen Arbeitsplatz. Diese Begegnung beschafft mir wertvolle Moralpunkte – die ich gar nicht gebraucht hätte, denn schon bald treffe ich meinen Lieblingsnerd Thilo und meinen Lieblings-Conpartykollegen Basti. Videospiele? Nein, im Fokus steht nun erstmal das Zusammentreffen und gutes Bier. Nämlich Kölsch. Gemeinsam hüpfen wir händchenhaltend durch Regenbögen und über die gamescom, Thilo besiegt mich bei meiner ersten Partie Hearthstone und nach einem kleinen Bloggertreffen und Sichtung der Besucherhallen finden wir uns an einem Bierstand wieder. Die Sonne scheint uns in den Nacken, wir plaudern über Videospiele und Satansbraten, genießen unsere seit Jahren währende Confreundschaft (♥)und trennen uns letzten Endes im Guten.

    GamescomBier

    Das Freunde treffen – Freunde, die man nur oder besonders auf Conventions antrifft, da sie viel zu weit entfernt wohnen – ist das, was bei vielen der Hauptgrund ist, zur gamescom zu kommen.

    (frei nach Hasan, Anfang 20) Ja klar, Spiele kann man hier kaum gucken. Da sieht man eh nur Trailer und so. Nein, ich treffe hier meine Battlefield-Community und hoffe, dass ich Gleichgesinnte treffen kann! Man kommt einfach eh sehr gut ins Gespräch, weil alle das gleiche Interesse haben! Und was spielst du so?

    Auch die YouTuber, die ich hier ab Donnerstag treffe, halten kaum nach Spielen Ausschau. Die What’s App-Gruppe ist da im Einklang: „Äh, Podcast über die gamescom? Naja also, ich habe halt kein Spiel gezockt und kann nichts darüber sagen… aber so generell über die gamescom: Kein Thema!“ Sehr verständlich, ist die Messe doch ein wunderbarer Ort, um sich auszutauschen, ein Grund, mehrere hundert Kilometer zu fahren und Hotels zu buchen. Es ist ein Videospiel-Ball, getanzt wird auf dem Gamerparkett, die Luft ist geschwängert von glühenden Pixeln und dem ein oder anderen Eau de Gameu.

    gamescom 2015aDen relativ leeren Mittwoch habe ich genutzt, gamescom-Luft zu schnuppern, mir einen Überblick zu verschaffen und Fotos zu schießen. Nur einen einzigen Termin habe ich mir an dem Tag gesichert: Blizzard. Die folgenden Tage sind deutlich terminlastiger: Daedalic, EA, Warhorse Studio, CCP, um nur ein paar zu nennen. Wie gut klimatisiert diese Räumlichkeiten doch sind, wie entspannt die Leute, die sichtlich aufatmen, sobald sie aus dem Dunstkreis der Entertainment- und in die erfrischende Oase der Business Area treten. Hier treffe ich auf größtenteils gut gelaunte Spieleentwickler, die ihre Spiele anpreisen als handle es sich um frisch geschlüpften Küken. Hier erfahre ich aus erster Hand von dem Kampfsystem von Kingdom Come: Deliverance und erliege bei einer Partie Back to Dinosaur Island meiner Höhenangst. Gestützt durch VR, klettere ich an einer Felswand hoch, lobe in blumigen, lieblichen Worten („Hey! I love that Dinosaur Shit on the rock!“ – „Hehe, that’s the best comment so far!) die detaillierte Grafik des Spiels und stelle am Ende fest, dass ich auch gerne so eine Oculus Rift zu Hause hätte. Mehr zu den ganzen Spielen werde ich im Lauf der nächsten Tage schreiben. Keine Sorge: Ich habe in den Messehallen nicht nur Champagner geschlürft und mich auf Normaltemperatur klimatisieren lassen, sondern werde die Eindrücke von den Spielen tatsächlich im Laufe der Woche auch niederschreiben.

    Es folgen ein sehr interessantes und gesprächiges Bloggertreffen, ein YouTuber-Sehen-und-bei-den-meisten-vor-allem-Gesehen-Werden, sehr viele andere, kleinere Treffen, zu viele Parties, viele, viele Spiele und noch mehr YouTuber.

    (frei nach Luisa, fürimmer20) Ich freue mich so auf Gronkh! Gronkhgronkhgronkh! GRONKH!

    Böse Zungen munkeln, die gamescom verkomme zu einer YouTuber-Show und ziehe kleine Kiddies an, die von Spielen eigentlich keine Ahnung haben. Den Internetstars wird im wahrsten Sinne des Wortes eine Bühne gegeben und viele fordern ihre Fans vorab dazu auf, doch zur Messe zu kommen, um sie dort zu treffen. Ist das verwerflich? Was kann so schlimm daran sein, Menschen die gamescom – und somit Videospiele – näher zu bringen? Es gibt ein festes Kartenkontingent, ist dieses erschöpft, gelangt erstmal niemand mehr auf die Messe. Ob nun Stars anwesend sind, oder nicht.

    Freizeit. Die gamescom bietet neben Trailern und kurzen Anspielsessions auch ein Ambiente, das für sich spricht. Seien es Konzerte wie das von Jan Hegenberg, die Fanaktionen wie Cosplays und Treffen, die vielen Events wie das Last Man Standing oder andere Bühnenshows. Man kann solch eine Messe, die – nicht immer nur auf positive Weise – auf Superlative setzt, nicht auf den reinen Publisheraspekt reduzieren. Nicht mehr. Die Besucher strömen nicht mehr ausschließlich dort hin, um Spiele anzuzocken.

    Mein Fazit

    Mir persönlich geht es sowohl um die Spiele, als auch darum, Freunde, Bekannte und Menschen mit den gleichen Interessen zu treffen. Ich habe unglaublich viele Spiele gesehen und angespielt und mich mit Entwicklern unterhalten. Doch für die breite Masse ist es vermutlich mehr ein Treffen, ein Gamerfestival. Man hat gemeinsam Spaß am Hobby, hier ist man unter Gleichgesinnten und die Stimmung finde ich hervorragend. Wo sonst kommt man so schnell mit Gamern ins Gespräch, in dem beruhigenden Wissen, dass der Gegenüber zumindest eines deiner größten Hobbys teilt? Die Atmosphäre ist entspannt, durchbrochen vielleicht von „Uuh ist das heiß!“ und „Uuh ist die Schlange lang!“-Rufen, doch letztlich hört man auch immer wieder Liebesgeschichten von Männern, die ihren besten Freund in der „Jahrhundertschlange von AAA-TitelXY“ kennengelernt haben.

    Die gamescom schweisst irgendwie zusammen. Manchmal leider auch im wörtlichen Sinne. Aber ich, ich habe in diesem Jahr fast ausschließlich die positiven Aspekte dieser Zusammenkunft erfahren.

    Danke an alle, die ich getroffen habe und für die schöne Zeit, die ich mit euch auf der Con und den Parties hatte! Es waren viele, so viele und ich habe mich über jeden einzelnen sehr gefreut! Doch wenn ich versuchen würde, jeden aufzulisten, würde ich immer Vereinzelte vergessen und das möchte ich auf keinen Fall riskieren! Fühlt euch alle geherzt und gedrückt! :)Gamescom

    Gamescom Tag1


  12. 19. März 2015 | Veröffentlicht unter Gaming, rund um Gaming.

    Gaming-Spleens

    Von

    Mittwochabend. In irgendeinem Haus in irgendeiner Stadt legt G.Hoffmann, die hier aufgrund der weiteren Ereignisse lieber unerkannt bleiben möchte, die DA:Inquisition CD ins Laufwerk der allseits bereiten Playstation. Es ist der erste Spieltag der Guddy H., viel Gutes hat sie bereits über dieses Spiel gehört, entsprechend fröhlich und nervend für die Nachbarn ist das Liedchen, das sie pfeift. Fünf Minuten später. Eine Explosion reisst ganz Ratingen aus den Betten. Die Playstation röchelt, von vier Maschinengewehrsalven getroffen, sterbend vor sich hin. Über dem Kopf der Killerspielspielerin befindet sich eine schwarze Schlechtwetterwolke, während sie vor sich hin murmelt: „Fuck you, Dragon Age!“

    Was war passiert?

    Mein Spleen Nummer 1: Schwarze Haare

    Wo auch immer man sich seinen Charakter selber erstellen kann, meine Avatare besitzen schwarze Haare und dunkle Haut. Immer. Man könnte mir ein pink glitzerndes My little Pony-RP geben und mein Avatar wäre dennoch das dunkelste Pony in ganz Equestria, statt sich an der Allgemeinheit zu orientieren und mit wallender Pastellmähne über die Blumenwiese zu hoppeln. Warum das so ist, weiß ich selber nicht so genau. Wahrscheinlich ist es so einfach wie simpel: Ich finde es einfach schön anzusehen. Jeder Charaktereditor hat sich meinem Wunsch auch gebeugt.

    Jeder – bis auf der von Dragon Age. Warum, warum kann man zwar zwischen drölfzigtausend verschiedenen Blond- und Weißtönen wählen, doch hat als dunkelste Farbe nur ein klägliches Dunkelblond zur Auswahl? Gut, vielleicht ist es auch ein Mittelbraun. Und dieses… Blau, das man mir im Schatten als Schwarz verkaufen will, ist doch nur ein Witz.

    Nachdem ich also nach den ersten Minuten mit mittelbraunen Haaren herum gelaufen bin, brach ich das Spiel ab und suchte im Netz. Man nenne mich blind, doch ich habe nur etwas für den PC gefunden. Minuten später der neue Versuch, dieses mal mit dunkelblonden Haaren. Ich quälte mich durch die ewigliche Charaktererschaffung – die ja an sich nett ist, aber nicht zwei Mal hintereinander! – und spielte mit dem blondgelockten Jüngling eine geschlagene halbe Stunde lang. Doch ich konnte es einfach nicht, es fühlte sich so verdammt falsch an! Also der dritte Versuch: Blaue Haare. Mittlerweile kannte ich auch den Prolog auswendig und spielte nebenher Bomberman auf dem Gameboy. Nun hat mein Avatar also blaue Haare… Dachte ich. Mittlerweile – ich bin bereits im ersten Dörfchen – hat sich die Grafik entschieden, es doch nicht mehr blau, sondern doch lieber mittelblond darzustellen. Inklusive hübschem, in der Sonne funkelndem Rotton. ARGH!

    Es ist total bescheuert, dessen bin ich mir sehr wohl bewusst! Warum kann ich mich nicht einfach mit blonden Haaren anfreunden, bei vorgefertigten Charakteren wie Link und Co habe ich damit doch auch kein Problem. Aber die sind ja eigenständige Persönlichkeiten mit Hintergrund! Bei Rollenspielen jedoch möchte ich mir den Hintergrund selber aussuchen! Und ich will bitteschön auch blonde Haare diskriminieren dürfen!

    Also, ja, hier geht es um Spleens, um dubiose Eigenheiten, die vermutlich niemand sonst wird nachvollziehen können. Mancheiner hat vielleicht den Zwang, jede einzelne Vase von Link zerschmettern zu lassen (und bekommt nervöse Zuckungen, wenn er eine verpasst) oder nickt jeden Sprung von Mario im wahrsten Sinn des Wortes ab. Ja, das habe ich mal bei einem Freund beobachtet. Dieser Verrückte! Ich im Gegensatz bin ja vollkommen normal!

    Habt ihr denn auch solche Spleens, irgendwelche ominösen Eigenarten beim Spielen, die vermutlich die wenigsten teilen?

    Mein DA:I-Char hat übrigens noch immer mittelbraunes Haar. Ich habe es gerade nochmal kontrolliert. Eine bodenlose Frechheit ist das! Ich werde BioWare einen Beschwerdebrief schreiben müssen. Aber erst werde ich erneut nach einer Lösung suchen. Obwohl: Ein viertes Mal den Prolog spielen? Nää. Dann vielleicht doch lieber blau-blondes Haar. Vielleicht gibt’s in der Dragon Age-Welt ja einen guten Barbier.


  13. 12. März 2015 | Veröffentlicht unter Gaming, Gamingdiskussionen.

    Wie wichtig ist (euch) der Wiederspielwert?

    Von

    Für Spieleentwickler und Spieler gleichermaßen ist der Wiederspielwert eines Spiels von nicht unerheblicher Bedeutung, verspricht er doch eine gewisse Qualität. Das wird besonders dann deutlich, wenn er (unkenderweise) nicht vorhanden ist, wie es derzeit auch gerne The Order 1886 vorgeworfen wird. „Ist das Spiel sein Geld überhaupt wert?“ Gerade bei geringer Grundspielzeit kann eine gute Wiederspielbarkeit die Spielzeit künstlich verlängern und somit den „Mangel“ kompensieren.

    Was muss ein Spiel überhaupt bieten, um einen „Wiederspielwert“ zu haben und kann man eine Art allgemeingültige Formel festlegen? Hier seien kurz einige Faktoren genannt, die dazu beitragen können, dass man das Spiel nochmal zockt.

    • Verschiedene Enden: The Witcher 2 beispielsweise bietet sechzehn, die durch die verschiedenen, vom Spieler getroffenen Entscheidungen innerhalb des Spiels bedingt sind. Das ist natürlich nicht immer so vielschichtig. Blackguards 2 hat ebenfalls zumindest zwei Enden vorzuweisen, die jedoch auf wenigen, einfachen Variablen aufbauen.
    • Verschiedene Gesinnungen: Erst den guten, dann den bösen Cop mimen – oder doch lieber den Antihelden spielen?
    • Diverse Klassen: Action- und Rollenspiele sind natürlich prädestiniert für diese Kategorie, kann man doch meist zwischen diversen Klassen wählen, die sich oft im Gameplay grundlegend voneinander unterscheiden und somit bei einem erneuten Durchgang ein völlig anderes Spielerlebnis präsentieren können.
    • Mitreissende Story: Ähnlich wie bei einem Film kann der Anreiz, die Story nochmal zu „erleben“ und somit besonders beeindruckende Momente nochmal zu sehen, hoch sein. Dass am Spiel selber nichts geändert wird und man die Story bereits kennt, ist dabei von keiner Bedeutung, kann das Erleben sogar intensivieren.
    • Variabler Schwierigkeitsgrad: Gerade noch normal durchgezockt, wird es beim nächsten Mal hart, härter, am härtesten!!11 Spiele wie Diablo und auch Super Mario Land bringen gleich einen integrierten „Wiederspielmodus“ mit.
    • Trophäen und Highscores: Vielleicht schafft man beim nächsten Mal 100% oder kann die ein oder andere Trophäe mehr mitnehmen?
    • Individueller Wert: Mit vielen Spielen verbindet man Erinnerungen. Der Nostalgiefaktor lässt einen auch nach Jahren noch nach dem Spiel greifen, auch wenn es objektiv betrachtet vielleicht gar nicht so großartig ist. Aber wer muss beim Spielen schon objektiv sein?
    • Spaßiges Gameplay: Story hin oder her, wenn das reine Gameplay wirklich Spaß gemacht hat, ist die Wahrscheinlichkeit, es nochmal zu spielen, nicht gerade gering. Und sei es nur für ein paar Passagen.

    Viele dieser Punkte lassen sich kaum in eine Formel pressen, da sie von subjektiver Natur sind.Generell sollte ein Spiel, um einen hohen Wiederspielwert zu haben, viele Möglichkeiten besitzen, ein Spiel zu spielen und etwa eine hohe Varietät vorweisen. Gleichzeitig zeigen Spiele wie Tetris, dass es auch ein völlig simples Spielprinzip schaffen kann. Durch ein kurzweiliges Gameplay und den Wettbewerb mit sich selbst.

    Abseits vom rein gefühlten Wert eines Spiels: Wie oft kommt es tatsächlich vor, dass man ein Spiel mehrfach zockt? Immerhin scheint es so zu sein, dass die meisten Spiele gar nicht erst beendet werden. Und das nicht etwa zwangsläufig, weil es schlechte Spiele ohne Wiederspielwert wären. Oft ist die reine Spielzeit zu hoch, die pure Masse an „Spiel“ zu viel. Neue Games werden schier im Minutentakt auf den Markt geschmissen, sodass mancher kaum noch hinterher kommt. Ist die Wiederspielbarkeit da wirklich ein Faktor, der besonders beachtet gehört?

    Ich persönlich habe nie bewusst auf den Wiederspielwert geachtet. Ob ich ein Spiel ein oder zwei Mal spiele, ist für mich kein Qualitätsmerkmal; ein Spiel kann großartig sein, selbst wenn es nach dem ersten Durchgang „vollendet“ ist. Trotzdem fühlen sich Spiele, bei denen ich denke „Och. In so ein paar Jahren könnte ich es ja mal wieder ausbuddeln..“ natürlich „gehaltvoller“ an. Dabei lasse ich mich primär vom Gameplay und von emotionalen Werten leiten. Der Krieger ist und bleibt nun mal meine liebste Klasse, ich giere nicht nach Achievements und verschiedene Enden sind mir auch ziemlich egal. Die „Generation Youtube“ kann sich die diversen Enden ohnehin online ansehen.

    Nur eine Handvoll (Singleplayer-)Spiele habe ich bisher mehrfach gezockt: Diese dann aber gleich gefühlt hundertfach.

    • Die Nordlandtrilogie: Ich kenne alles, weiß, wo es jedes Kartenteil gibt und könnte die drei Teile vermutlich blind spielen. Obwohl das Gameplay holprig – vor allem prähistorisch – ist und gerade der erste Teil Schicksalsklinge im Grunde un-fass-bar öde ist, habe ich es bisher ein Dutzend Mal gespielt. ⇒ Nostalgiefaktor
    • Zelda: Ocarina of Time, Links Awakening: Diese beiden halte ich noch immer für die besten Spiele der gesamten Zeldareihe. Das Gameplay, die Geschichten, es macht Spaß, obwohl ich auch hier im Grunde alles kenne.
    • Super Mario Land 2: Es ist schnell durchgespielt und hat ein kurzweiliges Gameplay.
    • Might & Magic VI: Eigentlich ähnlich bekloppt, es mehrfach zu spielen, wie die Nordlandtrilogie, gibt es für mich doch nichts mehr zu entdecken und es ist weder grafisch, noch spielerisch besonders gut oder originell. Besonders nicht aus heutiger Sicht. Doch hier liebe ich es, einfach zu leveln, durch die bekannten Gebiete zu streifen und grobe Pixelwesen zu vernichten.
    • Grandia: Wiederspielperle!

    Also alles keine neuen Titel, keine AAA-Kracher, deren Grafiken einen umhauen. Ich spiele sie nicht noch mal, um meinen alten Highscore zu knacken oder neue Möglichkeiten zu entdecken, sondern weil es vertraut ist. Neue Spiele spiele ich unheimlich gerne, ergötze mich an der Grafik, der Story oder dem Spielprinzip, aber dass mich eines dieser – guten – Spiele zu einem zweiten oder gar dritten Durchgang verleiten würde, halte ich für ziemlich ausgeschlossen. Somit: Für mich vermittelt eine hohe Wiederspielbarkeit ein Gefühl der Wertigkeit, tatsächlich jedoch gibt er mir nichts.

    Eine Ausnahme bildet hier Skyrim. Vom „erneuten Durchspielen“ kann keine Rede sein, denn ich habe es noch immer nicht durch, da mich die Hauptstory nicht reizt. Aber ich fange es immer mal wieder neu an oder spiele bei einem auf Eis gelegten Char weiter. Skyrim wird vermutlich ein Dauerbrenner bei mir werden und ich werde es noch als alte Jungfer in meinem Turm spielen. Aber ob ich es jemals durchspielen werde? Ich nehme Wetten an!

    Und bei euch?


  14. 24. Februar 2015 | Veröffentlicht unter Gaming, rund um Gaming.

    Die Lust am Zerreissen

    Von

    Videospiele haben es heutzutage nicht leicht. Statt sich an ihnen zu erfreuen, scheint es einigen primär darum zu gehen, sie zu zerpflücken. In Reviews, Foren und Onlinediskussionen wird mit leidenschaftlicher Inbrunst und natürlich potenter Kompetenz [„Ich als Gamer habe echt mehr Ahnung als ein Entwickler! Eat this!“] gezeigt, dass das jeweilige Spiel fehlerhaft ist. Die Spieleentwickler werden nicht selten beschimpft oder als inkompetente Volltrottel dargestellt und man tut gerne so, als sei man um das Geld betrogen worden. Und warum? Nicht unbedingt, weil das Spiel handwerklich schrecklich wäre. Sondern weil es nicht dem geheiligten, persönlichen Geschmack entspricht.

    Meinem vollkommen subjektiven Ich präsentiert sich eine „Kritiker“landschaft, die mir von Woche zu Woche unsympathischer wird. Es scheint mir weniger darum zu gehen, das Spiel tatsächlich auf Herz und Nieren zu prüfen, sondern darum, sich selber zu profilieren. Anstatt nüchtern auf Fehler oder Unzulänglichkeiten hinzuweisen, Pro und Contra abzuwägen, verfallen viele in einen Ragemodus. Plötzlich ist nicht eine Sache unzureichend, sondern gleich das ganze Spiel der „größte Scheiß“. Das kommt, gerade auf Youtube, natürlich an. Emotionen sind immer spaßiger anzusehen als ein trockener Vortrag, bei dem am Ende das Erwartete heraus kommt.

    Die wenigsten Entwickler rotzen ihre Spiele heraus. Den wenigsten ist ihr Produkt so egal, dass sie es aus Faulheit zu früh veröffentlichen. Oft fehlen die Mittel, die Zeit. An einem Spiel sind Dutzende beteiligt, die gemeinsam an einem Strang ziehen, oftmals ihr Herzblut in die Arbeit hinein tröpfeln lassen. Hinter jedem Spiel stecken – und das vergessen leider viele –  echte Menschen. Surprise! Menschen, die sich auch Rezensionen und Diskussionen durchlesen – und die sich ob des mangelnden Respekts, der ihnen entgegen schlägt, mit Sicherheit fragen, was zum Henker überhaupt mit den Gamern los ist.

    Playing games is a series of interesting decisions, but making games is a series of heartbreaking disappointments (Sid Meier)

    Nein, niemand soll Produkte oder Entwickler verhätscheln, nur weil man Angst hat, dass jemand ein Krokodilstränchen vergießen könnte. Doch es besteht ein Unterschied zwischen „Kritik“ und „hämischem, bratzigem Gemecker“. Das, wie mir scheint, gerne mal unreflektiert geäußert wird. Aus einem kleinen Bug wird künstlich ein riesiger Zombieskarabäus gemacht. Aus Geschmacksfragen eine Religion. Es geht nicht mehr darum, welches Spiel am meisten Spaß macht. Der Trend geht vielmehr in die Richtung: Welches Spiel ist das schlechteste? Die Schlagzeilen lauten natürlich:

    • Warum Spiel XY scheiße ist!
    • XY – Das schlechteste Spiel von YZ aller Zeiten!
    • 10 Gründe dafür, dass XY den Bach runter geht!

    Drama Baby, Drama! Wen kümmert schon das Positive, wenn man etwas schlechtreden kann? Kommt schließlich auch viel cooler. [/sarcasm, Thilo ;) ]

    Aber: Halbgare Spiele müssen nicht gelobt werden. Manchmal kann man sich auch über Dinge ärgern (Screw you, DLCs!) und natürlich darf man auch hier und dort Geldgeilheit wittern. Man darf eine Meinung haben und dass diese nicht immer positiv ausfällt, ist obligatorisch. Aber das, was ich in letzter Zeit mitbekomme – sowohl auf deutschen, als auch englischsprachigen Seiten – hat mit dem, was ich unter „Kritik“ und auch „Gaming“ verstehe, nichts mehr zu tun.

    Warum nicht mal wieder mehr Spaß am Spiel, als am Meckern haben?


  15. 30. Januar 2015 | Veröffentlicht unter Gaming, rund um Gaming.

    Der Begriff „Gamer“

    Von

    Vor ein paar Tagen rief Prof.Dr. Linda Breitlauch unter dem Hashtag #Sosehengamer aus dazu auf, ein Foto von sich auf Twitter zu posten, um zu demonstrieren, dass „der Gamer“ verschiedene Facetten und Gesichter hat. Eine nette Aktion, schließlich fühle ich mich als Gamer und finde es grundsätzlich gut, wenn man aktiv etwas daran tut, Vorurteile zu entkräftigen.

    Dass der Begriff „Gamer“ nicht überall gerne gesehen ist, war mir nicht mehr wirklich bewusst. Erst, als die ersten Kritiker auf den Plan traten, ging es mir wieder auf: Stimmt. Da war ja was. Die Diskussionen rund um Gamergate, die Identität des Gamers und der Gaming Community hatte ich Mitte letzten Jahres natürlich verfolgt, allerdings war meine Meinung zumindest zum Begriff des Gamers eine „entspannte“ und ich verwende ihn auch für mich selbst. Aufgrund der Twitterkommentare kam ich jedenfalls ins Grübeln und habe aufgrund dessen ein wenig im Netz recherchiert. Wo kommt der „Gamer“ eigentlich her und wann fand der Begriff zum ersten Mal Verwendung? („Den Gamer gibt es schon seit meeehr als 500 Jahren…“)? Sollte man „Gamer“ wirklich nicht mehr verwenden?

    [Es folgt wie in den Kommentaren gewünscht der für das Video eingesprochene Text. Er ist, da er für das Video bestimmt war, umgangssprachlicher formuliert als man es hoffentlich von mir gewohnt ist. Ich belasse ihn nun jedoch so.]

    fcfce83bb7Eine der ersten historischen Quellen, die das Wort „gamer“ beinhaltet, ist das Werk „A Postil or orderly disposing of certeine Epistles vsually red in the Church of God vppon the Sundayes & Holydayes throughout the whole yeere.“ vom Theologen David Chyträus. Vom Lateinischen ins Englische übersetzt wurde es 1570 von Arthur Golding.

    These [exercises] were called the naked Games, bycause the Gamers exercised themselues naked in those games.

    Hier sind die Gamer also Sportler bzw. Spieler, wobei es nicht exklusiv war, hier also diverse Sportarten miteinbezogen wurden. Ebenfalls als Gamer bezeichnet wurden im 16. und 17. Jahrhundert vornehmlich Glücksspieler, wobei der Begriff eher negativ konnotiert war. So schrieb James Parnell im Buch „The Tryal of faith“:

    All you scoffers and scorners, (…) and whoremongers, & envious ones, & Gamers are all shut out from the true faith.

    In weiteren Quellen wird der Gamer unter anderem als „unliefull“ bezeichnet.

    In den folgenden beiden Jahrhunderten war der Gamer, wenn überhaupt, in der Jagdszene anzutreffen. „To kill game“ bedeutet in etwa so viel wie „wildern“, was zwar heutzutage für streunende Hunde und Katzen gilt, früher jedoch auch Bezeichnung entsprechender Jäger war.

    Längere Zeit geriet die Bezeichnung in Vergessenheit, bis sie durch das Tabletopspiel „Little Wars“ von H.G. Walls aus dem ahre 1913 wieder auflebte. Bis in die Sechziger hinein bezeichnete das Wort Gamer nun vorrangig die Spieler von Wargames. Diese waren zumeist männlich, die wenigen Spielerinnen vornehmlich die Ehefrauen der Gamer. Magazine und weitere Spiele sprossen aus dem Boden, und obwohl die Wargames in den Weltkriegen verständlichwerweise einen Dämpfer erhielten, waren sie bis in die 70er hinein populär. Im Vorwort der ersten Ausgabe des Magazines „War Game Digest“ aus dem Jahre 1957 wurden die Enthusiasten deutlich als War gamers bezeichnet. Bis hierhin war der Begriff „Gamer“ lediglich eine beschreibende Abkürzung, nun identifizierte man sich erstmals mit dem Begriff und stellte sich als Gemeinschaft dar.

    Aufgrund der Tatsache, dass in den Redaktionen der Wargames-Magazine zunächst ausschließlich Männer saßen und man beim Marketing Frauen zum Teil auch direkt ausschloss, galten Gamer nicht selten als elitär, standen zumindest in der Kritik – was dezente Parallelen zur heutigen Videospielszene aufweist. Letztlich bestand die Gamerschaft tatsächlich fast nur aus Männern: Weniger als 1% der 10.000 Befragten waren weiblich.

    1974 kam Dungeons&Dragons heraus, das erste populäre Rollenspiel, womit die Rollenspielszene begründet wurde und der Begriff des Gamers auch dorthin überschwappte. In den 80ern wurden schließlich auch gute Baseballer Gamer genannt.

    Aber kommen wir endlich zu den Videospielen. Hierbei bleibt vieles, was die Entwicklung des Begriffes des Gamers speziell seit den 90ern angeht, Interpretationssache, ich möchte und kann also nicht die ultimative Wahrheit verbreiten. Doch der Reihe nach.

    In den 80ern und 90ern wurden Videospiele bekanntlich sehr populär. Man spielte sie als Kind. Und, später, auch als Erwachsener. Man nahm diese „Kinderspiele“ mit, was in den Augen vieler anderer erwachsener Menschen dezent ominös gewirkt haben musste. War man ein Kind im Manne? Kinderspiele forderten doch nicht heraus! Und zack, hatte man eine Ahnung vom faulen, leicht zurück gebliebenen Videospielspieler.

    Die Website Gamasutra stellte im letzten Jahr die Behauptung in den Raum, dass der Begriff des Gamers aus gerade diesem Vorurteil heraus vom Marketing kreiert worden war: Jemand, der nichts anderes tut, als Videospiele zu zocken. Ein Gamer also. Sonst könnte er ja auch Video Game-Enthusiast heißen. Oder Video Game Player. Und richtig: Im Englischen sagt man statt „baseballer“ „baseball player“. „Gamer“ würde hier also als Kurzform fungieren, die den Gamer an sich reduzieren soll. Das zumindest laut der These.

    Die Zeitschrift PC Gamer nutzte diesen Begriff übrigens als eine der ersten: Im Jahre 1993. Im Kontext einer Zeitschrift für Videospielspieler würde ich persönlich eher vermuten, dass durch den Begriff Zusammengehörigkeit, statt Abwertung im Fokus stand und noch immer steht.

    Abseits von Nintendo, dem „Kinderspielzeug“, war man als Gamer in einer Nische, das Klischee des pickelgesichtigen, übergewichtigen Kellerkindes hält sich hartnäckig. Das Hobby wurde von Außenstehenden schlichtweg nicht verstanden. Da kommt es ganz gelegen, dass man sich als „Gamer“ identifizieren kann und man trotz Außenseiterrolle zu einer Gruppe gehört.

    Mit dem Internet stieg auch der Bekanntheitsgrad des Begriffes rapide an. Eine der ersten Belege im Netz ist die Website IGN.com, die sich 1998 als die „Number 1 Site for gamers“ auswies und auch CNN.com veröffentlichte ’98 einen Artikel darüber, wie man als Entwickler weibliche Gamer erreichen kann. Ein Thema, das immernoch erstaunlich aktuell ist.

    Irgendwann reichte der Begriff des Gamers scheinbar nicht mehr aus. „Gamer“ war exklusiv, man war im Verständnis eine eingeschworene Gruppe, die jedoch von Außenseitern infiltriert wurde. Mit der Wii und den Handyspielchen, sowie „Frauenspielen“ kamen Videospiele in Umlauf, die der „wahre Gamer“ nicht wirklich als die seinen akzeptieren konnte. Deren Spieler waren Casual Gamer und sie selber Hardcore Gamer. Zur belächelten Gruppe der Casual Gamer gehörte man davon ab auch, wenn man nicht oft spielte. Es wurde so gesehen eine elitäre Gruppe innerhalb der bereits bestehenden Gruppe künstlich erschaffen. Dabei steht die Bezeichnung „Gamer“ meistens für den Hardcore Gamer. Etliche Diskussionen darüber, was und wer nun ein „echter Gamer“ sei, bestätigen dies. 

    Das gilt natürlich nicht für jeden, der sich Gamer nennt. Doch sehen Medien und Unbeteiligte selten das Individuum. Gamer werden nicht selten als homogene Masse wahrgenommen und das Verhalten derer, die am lautesten krähen, als das einzig zählende Sprachrohr. Leider sind die, die am lautesten schreien, nur in den seltensten Fällen die vernünftigen Vertreter ihrer Art.

    Gerade in unserem jetzigen Jahrzehnt wandelte sich zwar das Bild des Gamers vom Stubenhocker hin zum „ganz normalen Menschen“, doch leider zeigen einige Kontroverse, dass sich das Bild im Generellen nicht zum Positiven hin entwickelt hat. Zwar gibt es mittlerweile etliche Studien darüber, dass Videospiele keine Amokläufer schaffen, doch dafür präsentiert sich der „Gamer an sich“ auch ohne Spiele als misogynes, arrogantes Arschloch – in der Außenwahrnehmung.

    Von Vergewaltigungswitzen auf einem Microsoft Event im Rahmen der E3, über Diskriminierung von Homosexuellen und Transgendern bishin zu Belästigungen gegenüber Frauen, die sich für Frauen und mehr Diversität in Videospielen einsetzen, ist im Grunde alles dabei. Der Gamer als elitärer Man, der Angst hat, dass sich plötzlich scheinbar Unbeteiligte an seinem Hobby vergreifen?

    5

    Mit dem letztjährigen Gamergate wurde das ganze natürlich auf die Spitze getreben und zahlreiche Videospieljournalisten, Entwickler und Blogger distanzierten sich von dem Begriff des Gamers oder begruben ihn gleich ganz.

    Zu Recht?

    In gewisser Weise vielleicht schon. Der Begriff des Gamers hat die damaligen Außenseiter zusammengeschweisst und sie als etwas klassifiziert, das außerhalb der Norm lag. Mittlerweile gehören Videospiele jedoch zur Kultur dazu. Fast jeder spielt – in welcher Form auch immer – Videospiele. Jeder kennt Super Mario, hat schonmal zumindest Sims, ein Adventure oder Candy Crush gespielt. Jeder hört auch Musik, aber nennt er sich dann Hörer oder Musikfan? Vermutlich nicht in dem Maße, wie der Begriff des Gamers benutzt wird.

    Viel schwerer wiegt jedoch die angesprochene negative Konnotation, die der Begriff des Gamers in der letzten Zeit erlangt hat. Dafür verantwortlich sind wir selbst. Oder, primär die wenigen, die eben am lautesten krähen und daher leider die Gamer an sich zu repräsentieren scheinen. Doch nur, weil man zufällig selber ein Gamer ist, soll man sich nicht mehr so nennen dürfen? Ist „Gamer“ ein Stempel? Wenn man die Geschichte sieht, war Gamer immer ein Stempel. Nur hat man ihn bislang stolz getragen.

    Ich verstehe nun auch, dass der Begriff bei manchen gerade im englischsprachigen Raum, wo Gamergate schier übergekocht ist, nicht gerne gesehen ist. Man möchte sich von dem, wofür die Gamer in den letzten Monaten standen, differenzieren. Allerdings: Längst nicht jeder meint es elitär und längst nicht jeder ist ein Arschloch, wie es derzeit zu sein scheint. Der Satz „Ich bin ein Gamer“ impliziert nicht per se, dass man außer Gaming nichts im Kopf hat und sich bewusst von denen abgrenzt, die nicht die „echten Games“ zocken. Sehen manche das zu eng? Oder die anderen es zu entspannt?

    Ich komme derzeit zu keinem Konsens, wie ich ehrlich sagen muss. Am Wort „Gamer“ hänge ich nicht, finde aber, dass es eine nette Kurzform ist, die ganz kurz beschreibt, dass man… zockt. Zumindest heißt es für mich nicht mehr. Ich bin allerdings auch kein Freund der „Du bist kein RISCHTIGER Gamer ey, Alter“-Debatte. Vielleicht sollten wir einfach anfangen, dem Begriff eine positivere Bedeutung zu geben. Indem wir uns einfach nicht verhalten wie Arschlöcher und das auch nach außen hin zeigen.

    Für mich ist „Gamer“ auch keine ganze Identität, sondern nur eine Facette einer solchen.

    [Und das ganze nochmal als Video, das ursprünglich gewählte Medium.]

    Hauptquellen:

    https://medium.com/@increment/the-first-female-gamers-c784fbe3ff37
    http://www.oed.com/
    http://nms.sagepub.com/content/14/1/28.abstract
    http://www.dailymail.co.uk/news/article-2340033/E3-audience-offended-rape-joke-Microsoft-Xbox-One-event.html
    …und etliche Newsseiten und Blogs bzgl. eines allgemeinen Eindruckes der verschiedenen Meinungen.
    Artikelbild: Patrick Brosset via Flickr

  16. 16. Januar 2015 | Veröffentlicht unter Gaming, rund um Gaming.

    RocketBeansTV – Der Start

    Von

    Tausende Bohnenfans scharrten gestern mit den Füßen im virtuellen Sand, das erwartend, was seit wenigen Wochen angekündigt war: Den Start des 24/7-Senders Rocket Beans TV auf Twitch.

    Moment. Bohnen? Raketen? Sender? Das sei in diesem Absatz kurz erläutert: RocketBeansTV bezeichnete bis vor kurzem lediglich den Youtubekanal der Rocket Beans Entertainment GmbH, eine Produktionsfirma, die 2011 von den ehemaligen VIVA- und MTV Moderatoren Daniel Budiman, Etienne Gardé, Nils Bomhoff und Simon Krätschmer, sowie Arno Heinisch ins Leben gerufen wurde. Bestens bekannt war die GmbH und die Moderation durch die Sendung Game One, die seit 2006 bestand und kurz vor Weihnachten letzten Jahres eingestellt wurde. Der Sender Rocket Beans TV ist nun die mehr oder minder logische Konsequenz dieses Ablebens, eine Weiterführung der alten Formate, Ideen und Ideale auf völlig neuer Plattform. 24 Stunden Livestream, der auch durch die zahlreichen Spenden der Fans ermöglicht wurde, soll nun das Gamerherz höher schlagen lassen.

    Und gestern um 19 Uhr war es dann auch endlich soweit. In dem neu verkabelten Studio präsentierten sich die Bohnen mit gewohnt lauten Tönen und zeigten das, was sie seit jeher ausmacht: Witz, Kreativität und Persönlichkeit. Es war mehr Albernheit als Script, mehr Chaos als Ordnung – und das ist auch verdammt gut so!

    Dabei ist das Chaos nicht nur hausgemacht, sondern auch der Kurzfristigkeit des Projektes geschuldet. Es wurde aufgrund der harschen Einstellung von Game One ein wenig aus dem Boden gestampft, wobei sich die Bohnen dessen bewusst waren, dass es ein holpriger Start werden würde. Einer, bei dem die Technik qängeln könnte, einer, bei dem die Verbindung holprig werden könnte.

    Wir versprechen den Leuten auch keinen Hochglanzsender. (…) Wir werden am 15. Januar ein Signal setzen mit Content der Spaß machen soll. Aber ob alles so klappt, kann ich noch nicht sagen. (Etienne Gardé; Quelle)

    Genau das ist Rocket Beans TV auch. Es hat einiges bei der gestrigen Taufe nicht ganz geklappt. Angefangen bei zu leise eingestellten Mikros bishin zu Login-Problemen bei der Beta des Spieles Evolve: Viele Zuschauer waren schier empört, witterten in den Chatkommentaren den Untergang der Bohnen oder gleich des gesamten Abendlandes. Gerade als rund eine Dreiviertelstunde mit der Band überbrückt wurde, die zwischen psychodelischen und dezent rockigen Klängen auch dubiosen Sprechgesang mehrerer Beteiligter verlauten ließ, war der Unmut spürbar. Aber hey: Welche Band wird schon den Geschmack eines jeden treffen? Dafür, dass es alles live war und doch einiges schief gelaufen ist, wurde viel Gutes aus dem Ärmel geschüttelt. Man merkte sowohl die Nervosität, als auch die Chemie zwischen den Leuten deutlich, was ich persönlich sehr charmant  finde.

    Die wahre Stärke der Bohnen liegt neben der sprühenden Leidenschaft für Gamingthemen natürlich auch in dem Spiel an sich. Wenn Budi ein Spiel wie Evolve bespricht – wobei leider oftmals aufgeregt dazwischen gerufen wurde – wird neben dem Humor auch Kompetenz eingestreut. Ja, es gibt tatsächlich auch Informationen! Wobei ich noch anfügen muss, dass es nicht nur biergeschwängerte Albernheit zu sehen gibt (nicht, dass ich dem so furchtbar abgeneigt wäre), sondern durchaus auch und viel Ironie und Sarkasmus.

    Ausblick

    Es ist definitiv ein Wagnis, das mit dem Sender eingegangen wurde. Es wurde gut gespendet und somit die unmittelbare Sendung des Kanals ermöglicht, aber wird erst die kontinuierliche Unterstützungsbereitschaft durch Spenden, Abonnieren des Senders o.ä.- den weiteren Fortgang sichern. Auch wird sich zeigen, ob sich das Format an sich durchsetzen wird. Es gibt sicher einiges zu verbessern und zu optimieren, das Potential ist aber auf jeden Fall da. Momentan soll der tatsächliche Live-Anteil vor allem abends ausgestrahlt werden, der Rest der Sendezeit wird aus bereits abgedrehten und auf Youtube veröffentlichten Sendungen bestehen. Viele bekannte Formate werden dabei weiter geführt werden: Heute Abend etwa wird ihr Pen&Paper in eine neue Runde gehen. Doch haben sie auch weitere Kooperationen mit zB. Tommy Krappweis in Ausblick. Den Sendeplan zumindest der nächsten Tage findet ihr hier.

    Wir haben eine Menge Formate und davon auch neue Formate, die wir selber produzieren. Auf diesem Sender müssen aber nicht zwangsläufig nur wir zu sehen sein, sondern dieser Sender soll ein Sender sein, den wir auch selber cool finden. Deshalb kann auf diesem Sender alles stattfinden, von dem wir glauben, dass es cool, lustig und unterhaltsam ist. Wir sprechen mit vielen externen Leuten. Darunter auch dem einen oder anderem bekannten YouTuber. Am Ende soll es ein Sender sein, in den man reinschalten kann und man sieht etwas, was einem Spaß macht. Ich glaube wir sind damit auf einem guten Weg. (Etienne Gardé; Quelle)

    Man sollte die Bohnen als Personen mögen, um wirklich dahinter zusteigen und dem Sender wohl auch die Anlaufzeit gönnen, die er verdient, ehe man ein finales Urteil fällen kann. Ich zumindest wünsche Rocket Beans TV viel Erfolg und bin sehr gespannt, wie es weitergehen wird!

     Zum Stream geht’s hier entlang!

    Weitere Links: Facebook | Website | Reddit |


  17. 9. Dezember 2014 | Veröffentlicht unter Gaming, rund um Gaming.

    Videospiel-Familien

    Von

    Nach der Justice Family, Marvel Family und der dritten Edition der Super Familien kommt nun Nummer 4: Die Videospielfamilie.

    Worum geht’s überhaupt? Der französische Künstler Andry „Shango“ Rajoelina, der nicht nur einem künstlerischen Beruf nachgeht, sondern sich auch in seiner Freizeit der Kunst verschreibt und gerne Geekmotive auf das (virtuelle) Papier bringt, hat „Familienbilder“ von mehr oder weniger eng miteinander verbandelten Gamingcharakteren gezeichnet. Und sie sehen süß aus. Gerade Ellie mit dem Körbchen voller Pilze (Ich bin mir sicher, dass Champignoncremesuppe im Setting von The Last of Us der letzte Schrei ist!) und Zelda und seine Prinzessin* mit ihren Rucksäcken… ♥

    Meine vier Lieblingsbilder seht ihr unten, den Rest der Reihe kann man sich auf Shangos Tumblr, seinem Blog, seiner FB-Fansite oder seinem DeviantArt-Profil ansehen. Käuflich erwerben kann man die Bilder bzw. Drucke übrigens auch. Und zwar hier.

    *Sorry. Just trolling.

    the_last_family_by_andry_shango-d8994cyfamily_of_thieves_by_andry_shango-d8994f3family_from_hyrule_by_andry_shango-d8994w5luigi_family_by_andry_shango-d89952l


  18. 2. Dezember 2014 | Veröffentlicht unter Gaming, Gamingdiskussionen.

    25 unsichtbare Bevorteilungen für männliche Spieler

    Von

    Jap. Ein neues Video von der allseits verhassten Anita Sarkeesian. Für manche Zuschauer von Vorteil: Sie ist gar nicht darin zu sehen. Stattdessen lässt sie Männer – Spielejournalisten und Entwickler-  zu Wort kommen. Ein strategisch sicher nicht allzu debiler Zug, schließlich geht es nicht um die Anklage der Frauen, sondern um das Erweitern des eigenen (männlichen) Bewusstseins die aktuelle Gamingsituation betreffend. Gehört man selber zur priviligierte Gruppe, bleiben die eigenen auf diesen Umstand basierenden Vorteile für einen oft unsichtbar.

    Wichtig finde ich an dieser Stelle noch zu erwähnen, dass Frauen selbstverständlich nicht grundsätzlich arme Hascherl sind und sexuelle, auf das Geschlecht bezogene Belästigungen und Vorurteile natürlich nicht das einzige sind, das zählen sollte. Ich als Frau kann auch sagen, dass ich viele Diskussionen (siehe bspw. die Debatte rund um die Damsel in Distress wie jüngst auch bei Assassins Creed) für überzogen halte – und gleichzeitig doch sehr viele Dinge leid bin, die aktuell auch in der Gamingbranche in Sachen „Geschlechterbitching“ falsch laufen.

    These benefits should not be reserved for men.

    This list is not meant to suggest that male gamers are always treated well. Sometimes we are bullied or subjected to online nastiness, but it is not based on or because of our gender.

    In order to make change first we need to acknowledge the problem, and then we must take responsibility for it as a community, so we can actively work together, with people of all genders, to dismantle the parts of gaming culture that perpetuate these imbalances.

    All people, of all genders, must be treated with respect and dignity. (Quelle)

    Beim Hören des Videos musste ich übrigens unwillkürlich an DMAXs neues Format „GameCraft“ denken, das gestern an den Start gegangen ist. Das in der Geekszene recht bekannte Moderatorenpaar, bestehend aus Ben und Maja, stand heute natürlich auch in der Kritik. Einige Kommentare entsprechen herrlich genau den im Feminist Frequency-Video genannten Aspekten.

    (…) die blonde,ahnungslose quoten tittentussi die von nix nen schimmer hat…


  19. 5. November 2014 | Veröffentlicht unter Gaming, rund um Gaming.

    Und wieder ist es amtlich: Brutale Spiele machen keine Killer

    Von

    In Gamingkreisen ist diese Erkenntnis natürlich nichts neues: „Nein, wir werden durch Spiele mit Gewaltinhalten nicht zwangsläufig zu gewalttätigen Tätern, du Arschloch, und wenn du mich weiter so fickst, Mann, bist du sowas von am Arsch ey!“ Ein paar Studien befassten sich bereits mit dieser Thematik, nun wurden die Ergebnisse der ersten Langzeitstudie unter Christopher Ferguson veröffentlicht, die es finalerweise Zweiflern schwer machen wird, gegen Videospiele zu argumentieren. Zumindest, was deren mutmaßliche Macht betrifft, arme Kinder in willenlose Killer zu verwandeln. Denn dass man noch unendlich viele andere Gründe finden kann, Videospiele zu diffamieren, ist obligatorisch., Ich vote für die Hetzwelle: „Videospiele machen unschuldige Kinder homosexuell!“ Wobei dies natürlich eine ganz neue Stufe der Dubiosität darstellen würde, schließlich ist Homosexualität, im Gegensatz zur Gewaltbereitschaft, kein Makel und wird doch vielerorts zu einem gemacht.

    „Guddy! Was sagt denn nun die Studie?!“ Ach ja, Verzeihung.

    Violent video game consumption was strongly correlated with declines in youth violence. However, it was concluded that such a correlation is most likely due to chance and does not indicate video games caused the decline in youth violence.

    Grob: Der Konsum von „Killerspielen“ ginge mit einem Rückgang der Jugendkriminalität einher, wobei solch eine Korrelation aller Voraussicht nach dem Zufall zu verdanken sei. Wie auch immer: Ein Anstieg der Kriminalität konnte nicht festgestellt werden. Hurra. Endlich kann ich beruhigt schlafen. Wir sehen uns bei der nächsten Runde Battlefield! Da war ich auch ewig nicht mehr. Vermutlich aufgrund meiner Angst vor dem vorzeitigen Friedensverfall meiner Psyche. Bang. Bang.

    Ob nun eine Ära des Nichtstudierens dieser Thematik anbrechen wird? Ich halte auch auf dem Laufenden.

    Christopher Ferguson, seines Zeichens Privatdozent und Wissenschaftler an der Stetson University, beschäftigt sich schon seit Jahren mit jugendlicher Aggression und Gewaltbereitschaft in Verbindung mit neuen Medien. (Wie etwa diese Analyse von 2009)  Ganz nette weitere Artikel von dem jungen Herrn finden sich hier.


  20. 17. Oktober 2014 | Veröffentlicht unter Gaming, rund um Gaming.

    Videospiele sind großartig!

    Von

     

    Ich weiß, dass ihr es nie von mir gedacht hättet – aber ja, ich spiele Videospiele. So ab und zu. Der Clou: Ich mag sie sogar! Was genau, seht ihr unten. Ich finde schlichtweg, dass zu viel und gerne gemäkelt wird (sicher auch zum Teil zu Recht. Siehe Gamergate und Konsorten.), sodass eine kleine Liebeserklärung nicht schaden kann!