1. 25. November 2016 | Veröffentlicht unter Gaming, rund um Gaming.

    Design-Umfrage für einen Fußballmanager

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    Fußballmanager gibt es derer einige, doch explizite Frauenfußballmanager …? Not so much. Das soll sich unter der Führung des dänischen Entwicklerstudios Trophy Games bald ändern. Da dies noch unbekannte Gewässer sind wird nun um kleine Mithilfe in Form einer Umfrage gebeten. Fragen rund um das Design eines Frauenfußballmanagers werden gestellt,  die gerne beantworte werden dürfen. „Die Repräsentation und das Visuelle“ , so Entwicklerin Cornelia Gumbrich, „soll von fußballbegeisterten Frauen beeinflusst werden und nicht so, wie es sich meine vornehmlich männlichen Kollegen vielleicht vorstellen.

    Hier ist der Link zur Umfrage

    Ich persönlich würde einen Frauenfußballmanager mit offenen Armen empfangen – dann, wenn er nicht auf der althergebrachten Girlyschiene daherkommt. Rosa und Pink: nein nein. Er darf gerne wie sein männliches Pendant aussehen. Noch besser: In einem solchen wie selbstverständlich integriert sein. Da braucht es eigentlich keine künstliche Abgrenzung. Nichtsdestotrotz unterstütze ich Frauenfußball in all seinen fiktiven und reellen Facetten und somit auch die Umfrage sehr gerne.

    Die Features und Mechaniken des Spiels seien zum größten Teil bereits fertig und es soll ein Spiel werden, das Frauen und Männer gleichermaßen interessiert.


  2. 20. Februar 2016 | Veröffentlicht unter Gaming, rund um Gaming.

    Genderlock? Ist doch völlig ok.

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    Genderlock: Das bedeutet, dass innerhalb eines Videospiels eine oder mehrere Klassen nur von Charakteren eines Geschlechts bespielt werden können. So kann man beim kommenden Sandbox-MMO Black Desert Online Jägerinnen, jedoch keine männlichen Jäger, Krieger, jedoch keine Kriegerinnen spielen. Und das sind nur zwei von vielen Beispielen, denn das Spiel setzt sowohl auf Gender-, als auch auf Racelock. Gamestars Jürgen Stöffel findet diesen Umstand „albern“ und fühlt sich in seiner spielerischen Freiheit stark beschnitten, wie er in seinem Artikel darlegt. Auf das Spiel selber und dessen besonderen Details dieses Thema betreffend möchte ich nicht näher eingehen, sondern vielmehr das Thema als solches besprechen. Aufhänger ist dieses Zitat aus dem Gamestar-Artikel.

    Nun, vielleicht will ICH ja genau sowas spielen? Vielleicht hängen mir saublöde Klischees zum Hals raus und ich will in einem Fantasy(!)-Spiel auch meiner Fantasie freien Lauf lassen, und eben auch mal ein drei Meter große Riesenweib spielen! Und mir ist auch egal, ob der Genderlock durch irgendwelche Hintergrundgeschichten im Spiel erklärt wird. Das mag in einem Fantasy-Roman gut zur Stimmung passen, aber als Rollenspieler will ich die maximale Freiheit. (Jürgen Stöffel)

    Ist die spielerische Freiheit wichtiger als die Spielwelt? Für die meisten vielleicht, für mich jedoch nicht. Ganz im Gegenteil finde ich es reizvoll, wenn nicht alles frei ist, nicht alles möglich und einem stattdessen Grenzen auferlegt werden. Gerade wenn es zur Spiel- und Hintergrundwelt passt, finde ich Details wie Genderlocks sehr interessant, denn im besten Fall trägt es zur Immersion bei. Im Mittelalter angesiedelte Spiele, in denen man auf weibliche Ritter en masse trifft? Ein MMO über die nordische Mythologie – oder auch besagtes Black Desert- , in denen man männliche Walküren spielen kann? Nein, das muss nicht sein.

    Und auch, wenn unter dem Deckmantel der Fantasy nahezu alles erlaubt ist rechtfertigt das für mich keine willkürliche bestimmte Welt, die in sich nicht schlüssig ist. Gut. Hier spricht die Weltenbauerin aus mir und da bin ich sicherlich viel strenger als ich sein müsste. Letztlich ist die Hintergrundwelt nur das Setting, in dem die eigentliche Handlung stattfindet und ist weniger wichtig als innerhalb eines Romans, in dem auch der „fantastische Realismus“ wesentlich strenger zu betrachten ist als in einem Videospiel. Schließlich zähle ich in World of Warcraft auch nicht die Ackerfelder Westfalls durch, nur um mich später darüber zu mokieren, dass die Einwohner der östlichen Königreiche gar nicht genug Brot zum leben hätten. Fantasyrollenspiele müssen nicht 100%ig realistisch sein und das zu fordern hätte schon etwas sehr putziges.

    Schnell wird bei diesen Genderlocks auch Seximus gewittert: „Was, man darf keine Kriegerinnen spielen? Wie unverschämt, sind Frauen etwa schwächer als Männer, werden sie gar zurück an den Herd gewünscht und überhaupt, sind wir wieder im Mittelalter?!“ Auch hier verweise ich gerne auf die Spielwelt an sich, in der die Verhältnisse vielleicht nicht ganz so sind wie gewünscht. Das wiederum erinnert mich an den Witcher, dem zuweilen der Mangel schwarzer Charaktere angekreidet wurde. Zu Unrecht, wie ich noch immer finde, denn warum Diversität erzwingen, wenn es die Spielwelt nicht zulässt? Und auch, wenn in Black Desert keine Kriegerinnen möglich sind, so doch immerhin eine weibliche Entsprechung dieser Klasse, namentlich die Walküre.

    Der Wunsch nach spielerischer Freiheit ist gerade bei Rollenspielen sehr groß und auch verständlich, schließlich ist es eines der Vorteile dieses Genres, bei der Charaktererschaffung seiner Fantasie möglichst freien Raum zu lassen. Doch ist es nicht auch lobenswert, dass es Spiele gibt, die alte Pfade verlassen und eigene Merkmale besitzen? Ist es nicht auch ganz interessant, selber eigens ausgestampfte Pfade zu verlassen und sich auf etwas neues einzulassen? Wird auch gemeckert, wenn seine Lieblingsklasse in einem Spiel nicht vorhanden ist? Muss jedes Spiel alles bieten, beinhalten, ermöglichen? Ich sage: nein.

    Ich habe nichts gegen eine gewisse Exklusivität, sehe weder Sexismus, noch Diskriminierung und finde es begrüßenswert, wenn man als Spieler auch mal gegen die ein oder andere Schranke prallt und sich so unter Umständen neu herausgefordert fühlt. Einer der vielen Fehler, die World of Warcraft meines Erachtens übrigens gemacht hat, ist die Aufhebung der Exklusivität fraktionsgebundener Klassen. „Einfach und beliebig“ ist für mich wirklich nicht immer besser.


  3. 1. November 2015 | Veröffentlicht unter Gaming, Gamingdiskussionen.

    Frauen als Trashmobs -Yay oder nay?

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    Man stelle sich folgende Szene aus einem Videospiel vor:

    Mit wehendem Cape steht der strahlende Held – klassischerweise nur bestehend aus Muskeln und Samensträngen – auf der Klippe, das Schwert mit festem Griff in der Hand. Schweiss perlt von seiner Stirn, als er die Kräfte für den nächsten Ansturm der Horde sammelt. Das Dröhnen unzähliger Schritte und Schlachtrufe aus tausenden blutrünstigen Kehlen haben die fidelen Naturgeräusche längst übertönt. Die baldigen Gegner nahen stampfenden Schrittes, bereit, dem Recken Einhalt zu gebieten.

    Vermutlich werden sich die meisten von euch unter „Gegner“ männliche Schergen vorgestellt haben – wenn sie nicht durch den Titel dieses Artikels auf eine andere Schiene gelenkt worden sind. Ist das nun ein gutes, oder schlechtes Zeichen – oder ist es am Ende nicht ohnehin völlig egal?

    Zunächst zu den irdischen Fakten: Im aktiven Dienst des US-Militärs sind zu 85% Männer anzutreffen, bei der Bundeswehr sind es aktuell rund 90%. Dass nun also weniger weibliche, denn männliche Avatare in weltlichen Shootern anzutreffen sind, ist durchaus realistisch. Auch die physische Leistungsfähigkeit ist bei Frauen im Schnitt deutlich, nämlich etwa ein Drittel, geringer, sodass man sie gemeinhin eher weniger als „harte Soldaten“ sieht. Fernab weltlicher Realität wird bei der Gestaltung der virtuellen Figuren oftmals die „gestalterische Schwierigkeit“ in den Raum geworfen: Weibliche Charaktere seien wesentlich schwieriger zu designen als ihre männlichen Counterparts, ihre Bewegungen zu weich, der Körper nicht eckig genug und das Haar zu wallend. Dass sich das alles eventuell dadurch lösen ließe, dass man den Damen die gleiche Ausrüstung wie den Herren und ihnen selber einen eher effektiven, denn sexuellen Gang angedeihen ließe, steht auf einem anderen Blatt.

    Doch zurück zum wichtigeren Thema: Den Trashmobs.

    Diese sind längst nicht nur in Militärshootern anzutreffen, sondern beispielsweise ebenso in Rollenspielen und Jump’n‘ Runs: Die üblichen Gegnerhorden, die sich entweder in Gruppen oder auch kühn abgekapselt eben jener auf den Helden stürzen, um ihn zu vernichten. Dass sie selber imaginäre rote Shirts tragen, vergessen sie dabei oft genug. Glück für den Helden.

    Nun höre ich es bereits bis hierhin: „Hilfe, nicht schon wieder ein Feminismusthema!“ Uhm, actually… ist es eher ein Thema, das beide Geschlechter in leicht schlechteres Licht rückt. Da hätten wir zum einen das Thema klassischer Rollenverteilung: Die Frau bleibt zu Hause und kümmert sich um Kinder und Hof, während der Mann auszieht, um Familie und Land vor großen Gefahren zu schützen. Das hat nicht nur den Grund körperlicher Überlegenheit, sondern auch den des Leitsatzes sicher vieler „besorgter Frauen“: Männer sind entbehrlich.

    Wenige Frauen reichen nicht, ein Dorf oder einen Landstrich zu bevölkern, wenn es erobert wird oder auch gewaltvoll der Bevölkerung dezimiert wurde. Aber es reichen wenige Männer. Frauen sind das „kostbare“ Geschlecht, Männer dagegen in der Masse „überflüssig“. Sie in den Krieg zu schicken tut wohl weniger weh, als es bei Frauen der Fall wäre. Welch Freude, dass Gewalt gegen Männer ohnehin gesellschaftlich akzeptierter ist. Ohrfeigt ein Kerl eine Frau, ist das ein Skandal; ohrfeigt jedoch eine Frau einen Mann, ist das gut und gerne einen Lacher wert. Meistens habe es der Mann ja ohnehin verdient, denn [insert irgendeinen fadenscheinigen Grund]. Dieser Gedanke geht so weit, dass selbst Vergewaltigungen an Männern marginalisiert werden und wohl auch ein Mitgrund ist, dass die Dunkelziffer bei (häuslicher) Gewalt gegen Männer derart hoch ist. Scham, nicht mehr als Mann wahrgenommen zu werden, Scham, „schwächer“ gewesen zu sein als die Frau. Bösartige Gewalt sollte jedoch nie als nichtig empfunden werden. Ebenso empfinde ich es nicht als sonderlich ritterlich, wenn der Mann zwar die holde Maid beschützt, dafür jedoch dem nächstbesten Kneipenbesucher ein blaues Auge verpasst.

    Dies sei alles nur als Hintergrund berichtet, wirklich über die gar furchtbaren Umstände zu heulen liegt mir fern. Gegner gibt es in Videospielen jedenfalls genug und das Kanonenfutter ist tendenziell eher männlich. Sicher gibt es weibliche Schurken: Diese sind meist jedoch Individuen. Ihre Weiblichkeit ist nicht immer, aber oft genug das einzige und wichtigste Attribut. Man nehme nur Schlumpfine: Während alle anderen Schlümpfe wesentliche Charakterzüge oder Hobbys haben, muss sich Schlumpfine damit begnügen, ein Mädchen zu sein. Männer machen, Frauen sind.

    TR

    Meinem Gefühl nach würde es wohl auch einen Aufschrei geben, wenn man statt der üblichen Kerle plötzlich haufenweise Damen über den Haufen knallen müsste. Das wäre natürlich absolut schrecklich und sexistisch! –  Finde den Fehler. Gerade in älteren Spielen gibt es zwar vereinzelt auch weibliche Gegnertypen, diese sind jedoch eher speziell und nicht der üblichen Norm der sonstigen Gegnermasse entsprechend. In Quake 2 etwa gibt es einige männliche Gegnertypen und genau einen weiblichen: Die Iron Maiden. Mehr weibliche Trashmobs tummeln sich beispielsweise bei Saints Row 2, bei dem die Geschlechteraufteilung auf beiden Seiten gut aufgeteilt ist, auch die Elder Scrolls-Reihe ist ein meiner Meinung nach sehr positives Beispiel. Bei BioShock beträgt die Quote immerhin etwa 1:3. Wo die geringe Frauenmobdichte hintergrundtechnisch Sinn macht, ist die Tomb Raider-Neuauflage. Bei The Last of Us wurden die weiblichen, menschlichen Gegner entfernt, waren jedoch ursprünglich angedacht. Weibliche Clicker sind allerdings durchaus anzutreffen.

    Das neue Assassins Creed scheint es richtig zu machen, indem es in die Reihen der Gegner weibliche Mobs einfügt und das Straßenbild insgesamt verweiblicht. Das wäre fast ein eigener Rantbeitrag wert – ich finde das Lob überzogen und die im Spiel herrschende Gleichberechtigung historisch zu inkorrekt. Wenn das (pseudohistorische) Setting diskriminiert oder Frauen in kämpferischen Positionen nicht wirklich zulässt, darf man es meines Erachtens nach gerne dabei belassen.

    Wie dem auch sei: Ich finde durchaus, dass es auch viele weibliche Trashmobs geben sollte. Wenn auf Männer geschossen werden darf, sehe ich keinen Grund, bei Frauen eine Ausnahme zu machen – und selbstverständlich meine ich dies nur im Kontext eines Videospiels. Das Y ist schließlich keine Einladung. „Y – shoot here!“

    Wie seht ihr das? Hättet ihr Skrupel, auf weibliche Gegner zu schießen, mehr als auf männliche? 

     


  4. 29. September 2015 | Veröffentlicht unter Gaming, Gamingdiskussionen.

    Mann oder Frau – was spielt ihr?*

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    Horizon, Hellblade und Aer sind nur drei der damals auf der gamescom vorgestellten Spiele, die einen weiblichen Protagonisten in den Vordergrund stellen. Vielerorts wird dieser Umstand gelobt, bejubelt, dass gleich so viele Frauen die Hauptrolle spielen. Für mein persönliches Spielverhalten ist das allerdings ziemlich egal, denn ich spiele immer Männer**. Verspiele ich damit nun jedes Recht, mich für mehr geschlechtliche Diversität in Videospielen auszusprechen? Auf keinen Fall.

    Bei Videospielen liegen die Vorteile des andersgeschlechtlichen Avatars klar auf der Hand: Der Blick auf den Hintern bekommt eine positive Komponente gratis dazu. Das ist zumindest häufig das erste Argument, das bei der Frage, warum man als Mann denn einen weiblichen Char spielt, angeführt wird. Aber können Pixel sexy sein? Sitzen Crossgender-Spieler sabbernd vor den Bildschirmen? Davon gehe ich nicht aus und habe da auch direkt ein Gegenbeispiel, nämlich mich selbst. Nein, ich geile mich nicht am männlichen Hintern Geralts auf, doch finde ich den Anblick einfach hübscher. Auch aus optischen Gründen wähle ich als Fahrzeugtyp  bei Mario Kart (Wii) immer ein Motorrad. Sieht einfach netter aus, ohne dass ich gleich den verpixelten Lack des Motorrads ablecken will.

    Dann sehen Frauen in deinen Augen etwa uncool aus?!“ Ja und nein. Es gibt verdammt viele coole, weibliche Charaktere in Filmen, Serien und Videospielen: Furiosa (Mad Max: Fury Road), Michonne (TWD) und Senua (Hellblade) sind schon extrem großartig! Sie dürfen auch sehr gerne weiterhin genial sein und ich schätze ihr Dasein sehr, nur würde ich doch den „Male Shepard“ nehmen.

    Kann ich durch einen männlichen Helden – oder ein männlicher Spieler durch eine weibliche Figur –  überhaupt ausreichend repräsentiert werden? Gegenfrage, liebes gespaltenes Ich: Kann ich durch einen Ork repräsentiert werden? Ja und nein. Nicht das Äußere lässt mich mit dem Charakter verbunden fühlen, sondern das, was er wie tut. Eine eiskalte Killerin ist mir wesentlich ferner als ein homosexueller, männlicher Schwarzbär, der aber dafür eine Träne vergießt, sobald er sich versehentlich auf eine Ameise setzt und diese zerquetscht. Das Äußere eines Avatars ist austauschbar, die Persönlichkeit dagegen individueller. Ist es nicht wichtiger, eine Persönlichkeit zu spielen, als ein Geschlecht? (Gut. Wer wäre auch gerne ein wandelnder Penis? Außer Kratos himself, natürlich.)

    Findige Leser werden es bemerkt haben: Ich habe mir dezent selber widersprochen. Einerseits erzähle ich, dass ich lieber Männer spiele, andererseits erkläre ich, dass die Optik gar nicht zählt und es eigentlich auf die Persönlichkeit ankommen würde. Nun, das eine ist das Genießen der Szenerie, das andere eine Repräsentationsfrage. Und ich will mich im Spiel nicht selber spielen. Ich bin keine Kriegerin, meine Charaktere sind es jedoch durch die Bank weg! Schnetzeln, Soldaten köpfen, Arme abschlagen – das würde ich im realen Leben natürlich nie tun, in Videospielen tue ich dies jedoch mit Hingabe. Keine Sorge, lieber Leser, ich bin ganz knapp über 18 und kann zum erklärten Leidwesen meiner Freunde nicht einmal einer garstigen Wespe etwas zuleide tun.

    Natürlich ist das kein Plädoyer gegen die Repräsentation von Minderheiten, Frauen oder Gänseblümchen. Ich glaube, dass meine Einstellung diesbezüglich mittlerweile klar sein dürfte. Ich spiele lieber Männer, doch ist in meinen Augen eine einseitige Darstellung jedweder Gruppierung, Geschlechteridentität, Religion oder Sexualität weder im Sinne eines klugen Weltenbaus, noch Zeichen einer intelligenter Charaktererschaffung seitens der Schöpfer und unterstützt kurzsichtige Denkweisen Dritter.

     

    Wie sieht es denn bei euch aus? Wählt ihr bewusst männliche/weibliche Chars aus? Wie urteilt ihr bei anderen?

    *Ich bin mir des Umstandes durchaus bewusst, dass es mehr als nur zwei Geschlechteridentitäten gibt. Hier in diesem Artikel geht es mir jedoch um Mann „vs“ Frau.
    **Aye. Ich identifiziere und sehe mich 100%ig als Frau.

  5. 14. April 2015 | Veröffentlicht unter Gaming, rund um Gaming.

    Meine Erfahrungen als Gamerin

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    Seit ich heimlich mit dem Gameboy meines großen Bruders gespielt habe, spiele ich Videospiele. Damals war ich 5. Bei meinem ersten P&P-Rollenspiel – Star Wars – war ich ~10. Wieder war mein Bruder Schuld: Ich spielte einen Wookie in seiner Abenteuergruppe. Die Faszination, selber in eine Geschichte eingreifen zu können, sie mitzugestalten und Abenteuer aus eigener Hand zu „erleben“ hatte mich sofort im Griff. Ich spielte damals und spiele noch heute: Blutiger, actionreicher, brutaler als damals. Was sich nicht geändert hat, ist mein Geschlecht. Ich bin eine Frau. Und als Frau habe ich es grundsätzlich schwerer in der Gamingcommunity, werde nicht ernst genommen, sexuell belästigt und belächelt.

    Das zumindest ist der Eindruck, den man schnell erhalten kann. Der ist sicherlich nicht durchweg falsch, ist er doch durch vielerlei Erfahrungen anderer Frauen begründet. Die teile ich jedoch nicht, meine Erfahrungen sind durchweg positiver Natur. Wobei: Nein. Auch ich wurde in Online-Spielen bereits diffamiert und beleidigt. Doch nicht, weil ich eine Frau bin. Sondern weil der Gegenüber ein infantiles Arschloch ist – und sei es nur temporär im Spiel. Ob er mich nun hinter den Herd schickt oder virtuell an meine Brüste will (Seems legit.), ist für mich vergleichbar mit dem Gezicke der Herren untereinander. Da habe der eine einen kleinen Schwanz, der nächste sei impotent und überhaupt könne die Mutter eines Jeden gefickt werden. Das Gerede kennt man und trifft vermutlich jeden, der sich im Multiplayer herum treibt.

    Wie dem auch sei: Als Frau habe ich mich nur in den seltensten Fällen schlecht behandelt gefühlt. Dass das nur meine Erfahrung ist, ist mir durchaus bewusst, daher möchte ich auch nicht von mir auf andere schließen. Ich möchte nur aufzeigen, dass es durchaus auch andere Erfahrungen als die übliche gibt. Auch das Gamerleben besteht nicht nur aus Schwarz und Weiß.

    Meine erste eigene Rollenspielrunde bestand aus drei Mädchen und einem schwulen Jungen, die ich alle selber aus dem Freundeskreis rekrutiert hatte. (Übrigens hatte ich aus dem Grund des Frauenüberschusses einen Mann spielen müssen … und bin beim Crossgendern bis heute geblieben.) Auf dem Schulhof unterhielt ich mich gerne mit Jungen höherer Jahrgänge oder mit Jungs aus dem Judo- und Kung Fu Verein über Videospiele, während mich jeder einzelne aus meiner eigenen Klasse komisch fand. Kaum verwunderlich, denn ich war ganz offensichtlich ein Nerd. Man hat mich und meine Person gemobbt. Doch nicht mich als weiblichen Nerd.

    Im Nachhinein finde ich es erstaunlich, dass ich als ein, zwei, sogar drei Jahre jüngeres Mädchen unter den männlichen Gamern ernst genommen worden bin. In dem Alter ist das nicht unbedingt selbstverständlich. Wenig Berührungsängste hatte ich daher mit dem Internet und LAN-Parties. Der DSA-Chat war meine Spielwiese, LANs mein Battlefield. Ich hatte nie verheimlicht, dass ich ein Mädchen bin, warum auch, Kommentare tangierten mich nicht. Es kam vor, dass sich ein männlicher Mitspieler mehr über einen ihn beleidigenden Gamer ausgelassen hat, als ich mich über meine Tode echauffiert habe.  Ich war nie die angebetete Königin im Raum oder der Gruppe. Ich war eine Spielerin, die mal gut und mal schlecht gespielt hat. Spaß hatte ich fast immer. Und wenn nicht, dann lag es in den seltensten Fällen an meinen Mitspielern. Ich wollte als Spieler ernst genommen werden und habe das, denke ich, auch immer so ausgestrahlt.

    Dann kam meine WoW-Ära und auch dort war ich aus meiner Sicht einfach Teil des Spiels und später Teil der Gilde. Natürlich kam es vor, dass sich jemand in mich verguckt hatte. Das und Annäherungsversuche kommen im besten Hobby vor. Versuch dich mal als halbwegs gutaussehender Mann in einem Nähkurs voller weiblicher Singles unsichtbar zu machen. Klappt nicht. Und das ist auch okay so – wenn es nicht zu Übergriffen kommt.

    Ob ich belächelt werde, sehe ich nicht. Vielleicht ist es so, vielleicht wird auch der männliche Gamer aus der zweiten Reihe links belächelt. Doch ich denke, dass ich einen Punkt habe, man generell einen Punkt haben muss. Vielleicht muss man als Frau auch zwei setzen, zwei Mal häufiger „Ich meine es ernst!“ rufen und mit dem Finger schnippen. Mag sein. Ich habe das nie aktiv getan sondern einfach gemacht. Ich sehe mich selber nicht als Gamergirl, sondern als Gamerin, die auf gleicher Höhe mit einem Mann gleichen Know Hows ist.

    Einige meiner damaligen Gildenmember zählen nun zu meinen engsten Freunden. Im Internet, als Geekbloggerin und -Youtuberin, fühle ich mich innerhalb der Männerdomäne wohl. Kein Zeichen von Bevorteilung oder Belästigung. Natürlich bekomme ich gerade als Youtuberin auch Kommentare bezüglich meines Aussehens. Positive wie negative, wie jede andere Youtuberin auch. Das ist leider ein allgemeines Youtube- bzw. Sexismusproblem. Frauen werden, meiner Erfahrung nach, gerne und im wesentlich stärkeren Maß als Männer auf das Aussehen reduziert. Das ist im Gamingbereich sicher nicht anders und ein Punkt, den ich selber erlebt habe. Ich will nicht abonniert werden, weil ich gut aussehe, sondern weil ich guten Content liefere. Nicht „gedisiliked“ werden, nur weil jemandem mein Gesicht nicht passt. Anders als viele andere Youtuber- und Bloggerinnen poste ich auch nur selten Fotos von mir, wie ich bspw. mit meiner neusten Errungenschaft posiere. Allerdings primär, weil ich es schlicht unnötig finde.

    Doch zurück zum ausschließlichen Gamerleben. Ich spiele mein Ding durch. Dass ich als Frau häufiger belästigt werde als ein Mann habe ich noch nicht feststellen können. Liegt es daran, dass ich Glück habe? Daran, dass ich es einfach übersehe oder es mich nicht berührt? Daran, dass ich kein Futter gebe? Ich weiß es nicht. Aber ich fühle mich in der Gamingcommunity verdammt wohl.


  6. 2. Dezember 2014 | Veröffentlicht unter Gaming, Gamingdiskussionen.

    25 unsichtbare Bevorteilungen für männliche Spieler

    Von

    Jap. Ein neues Video von der allseits verhassten Anita Sarkeesian. Für manche Zuschauer von Vorteil: Sie ist gar nicht darin zu sehen. Stattdessen lässt sie Männer – Spielejournalisten und Entwickler-  zu Wort kommen. Ein strategisch sicher nicht allzu debiler Zug, schließlich geht es nicht um die Anklage der Frauen, sondern um das Erweitern des eigenen (männlichen) Bewusstseins die aktuelle Gamingsituation betreffend. Gehört man selber zur priviligierte Gruppe, bleiben die eigenen auf diesen Umstand basierenden Vorteile für einen oft unsichtbar.

    Wichtig finde ich an dieser Stelle noch zu erwähnen, dass Frauen selbstverständlich nicht grundsätzlich arme Hascherl sind und sexuelle, auf das Geschlecht bezogene Belästigungen und Vorurteile natürlich nicht das einzige sind, das zählen sollte. Ich als Frau kann auch sagen, dass ich viele Diskussionen (siehe bspw. die Debatte rund um die Damsel in Distress wie jüngst auch bei Assassins Creed) für überzogen halte – und gleichzeitig doch sehr viele Dinge leid bin, die aktuell auch in der Gamingbranche in Sachen „Geschlechterbitching“ falsch laufen.

    These benefits should not be reserved for men.

    This list is not meant to suggest that male gamers are always treated well. Sometimes we are bullied or subjected to online nastiness, but it is not based on or because of our gender.

    In order to make change first we need to acknowledge the problem, and then we must take responsibility for it as a community, so we can actively work together, with people of all genders, to dismantle the parts of gaming culture that perpetuate these imbalances.

    All people, of all genders, must be treated with respect and dignity. (Quelle)

    Beim Hören des Videos musste ich übrigens unwillkürlich an DMAXs neues Format „GameCraft“ denken, das gestern an den Start gegangen ist. Das in der Geekszene recht bekannte Moderatorenpaar, bestehend aus Ben und Maja, stand heute natürlich auch in der Kritik. Einige Kommentare entsprechen herrlich genau den im Feminist Frequency-Video genannten Aspekten.

    (…) die blonde,ahnungslose quoten tittentussi die von nix nen schimmer hat…


  7. 1. August 2014 | Veröffentlicht unter Gaming, Gamingdiskussionen.

    Damsel in Distress: Hui oder Pfui?

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    Wer kennt sie nicht: Die Damsel in Distress. Schreiend und weinend wartet sie auf den Helden, der sie hoffentlich aus den Klauen des garstigen Monsters erretten wird. Spätestens seit Anita Sarkeesian, aka „feminist frequency“, ihre Videos zu diesem Sterotyp rausgehauen hat, steht die Jungfrau in akuter Erklärungsnot.

    Auch der neue Trailer zu Assassins Creed: Unity wird mancherorts harsch kritisiert. Dort wird, offenbar reagierend auf die vorangegangene Kritik bezüglich des Frauenmangels – Elise eingeführt. Ein – hurra! – weiblicher Charakter. Sehr lobenswert, doch der Faux Paus folgt scheinbar auf dem Fuß: Elise wird von dem männlichen Protagonisten Arno gerettet.


  8. 28. Mai 2014 | Veröffentlicht unter Gaming, Gamingdiskussionen.

    Let’s Playerinnen und der Tittenbonus

    Von

    Natürlich geht es, wenn man vom Tittenbonus spricht, nicht nur um Let’s Playerinnen. Übertragbar ist es auf so ziemlich jede Sparte, die sich als Männerdomäne versteht.

    Das Video funktioniert hier eigentlich nur als Video, nicht als Text, daher fasse ich es an dieser Stelle nur zusammen: Gerne wird erfolgreichen Let’s Playerinnen vorgeworfen, sie haben es nur aufgrund ihres Geschlechts so weit geschafft. Das ist eine Farce, wenn man bedenkt, dass selbst diese weiblichen Wesen Arbeit, Herzblut und Leidenschaft in ihre Videos stecken – nicht unbedingt weniger als ihre männlichen Kollegen. Frauen müssen sich doppelt beweisen. Bei Männern dagegen wird gerne hingenommen, dass sie aufgrund ihrer Persönlichkeit und Kreativität erfolgreich geworden sind. Kann das in Ordnung sein? Ich denke doch nicht.
    Vielleicht sollte man wirklich aufhören, überall nur die Geschlechter untereinander zu vergleichen und sich voller Neid an irgendwem zu messen. Man sollte lieber nach Leistung beurteilen. Und die kann man sowohl bei Männern, als auch bei Frauen finden – oder eben auch nicht.

    Besonders bitter ist es für mich, wenn solch eine Aussage von Menschen kommt, von denen ich dachte, sie würden mich schätzen – ohne meinen „Erfolg“ relativieren zu müssen. Dabei müssten gerade sie es besser wissen.


  9. 28. Dezember 2012 | Veröffentlicht unter Allgemein.

    Frauen in Videospielen werden reduziert! Männer auch.

    Von

    [Anm.: Das ist ein älterer Artikel, mittlerweile habe ich mich mit der Thematik etwas intensiver beschäftigt und komme zu einem leicht veränderten Ergebnis)]

    Frauen in Videospielen, die alte Leier. Sie seien zu leichtbekleidet, würden lediglich männliche Sexfantasien bedienen und ihre Brüste seien derart überproportioniert, dass alle Mädchen, die diese virtuellen, schlanken Pixelrundungen zufällig zu Gesicht bekommen, automatisch zum nächsten Schönheitschirurgen rennen, sofern sie nicht wegen akuter Bulimie ins Krankenhaus eingeliefert werden müssen. Realitätsfern zum einen, unterwürfig und passiv zum anderen, denn die Videospielfrau an sich lässt sich lieber retten, statt aktiv am Gelingen von Missionen beteiligt zu sein, sind nicht mehr als schmückendes Beiwerk oder Questobjekt. Bei der Thematik „Sexismus in Videospielen“ dreht es sich primär um die Darstellung der Frau.

    Die Minirüstungen von Frauen sind legendär, Peach kreischt noch immer nach Mario und weibliche Videospielhelden sind an Cthulhus Tentakeln allein ablesbar. Doch machen wir uns nichts vor. Das war schon immer so – der Prinz rettet die Prinzessin in Literatur, Film und Theater -, doch gerade jetzt seit ein paar Jahren, wo sich auch Frauen die dicken Knarren krallen und man sogar eine weibliche Commander Shepard [Mass Effect] spielen kann, zeichnet sich ein Wandel ab, der gewürdigt werden sollte, anstatt mit Hasstiraden über die sexuelle Ungleichheit der Frauen niedergetrampelt zu werden.