1. 2. November 2016 | Veröffentlicht unter Gaming, rund um Gaming.

    Halloween mit Resident Evil VI

    Von

    von Impericus

    Klar, ich bin ein bißchen spät. Aber ich habe auch erst kurz vor knapp mitbekommen, dass STEAM wieder einen abnormal, schaurig schönen Halloween Verkauf anbietet. Diese miesen Kürbisgesichter. Nachdem ich dann durch die Angebote streunerte wie ein verlorener Jack mit einer einsamen Laterne und fast kopflos das nächstbeste Spiel gekauft hätte, besann ich mich auf das, was wirklich wichtig zu Halloween ist. Nämlich Zombies abknallen in großem Stil.

    Ich gab mir selbst ein maximales Budget von 10 Euro und kaufte… Resident Evil 6 für schlappe 7.

    Da ich etliche Teile der Reihe zuvor gezockt hatte, machte ich mich mit einem Kürbisbier bereit auf Horror vom Feinsten und natürlich viel Action. Hier mein Résumé einer nebelhaften Nacht des Grauens.

    Das Spiel – Geradewegs aufs Schafott

    Link zum Trailer

    Natürlich ist, wie viele wissen, Resident Evil 6 der 8. Teil der Serie. Nichts anderes würde hier Sinn machen. Erschienen ist es vor 4 Jahren am 2. Oktober 2012 und somit für 7 Euro ein Schnäppchen unter den Third-Person-Shootern aus dem Hause Capcom. High Five!

    Nach einem kurzen Einführungsdebakel, welches so geradlinig ist wie der Strich eines Meisterpinsels und keiner noch so kleinen Entscheidungsfreiheit, erfreut sich mein, in der finstren Nacht trübe gewordener Blick, an 4 verschiedenen Handlungssträngen mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Geil.

    Ich wähle direkt meinen Alten Saufkumpanen und Kürbiskernweitspuck-Weltmeister Leon S. Kennedy aus. Ach Leon, ich und du, wir sind schon durch dick, dünn und ekelige Monsterscharen gegangen und sind doch beide nicht gealtert. *räusper* Schwerpunkt hier ist selbstredend Horror, dem ich mich tapfer stelle. In der Dunkelheit. Alleine. Was soll ich sagen. Resident Evil hat es auch nach all den Jahren noch immer drauf mich zu schocken. Allerdings dieses Mal mit einem so linearen Spielverlauf, dass sich Akt 1 auch komplett in einem U-Bahnschacht abspielen könnte. (Oh wait) Geradeaus Kameraden.

    Wenn ihr, wie ich, clever sein wollt und herumliegende, vermeitliche Zombies im Vorfeld abknallen oder mit einem Messerstich beseitigen möchtet: NEIN NEIN NEIN. Das lässt das Spiel nicht zu und eben jene Zombies, durch die eure Kugeln wirkungslos durchgeflogen und Messerstiche verpufft sind, greifen euch später auf dem Rückweg natürlich an. Das Gleiche gilt für: Direkt den richtigen Weg gehen, alle Zombies in einem riesigen Raum geschickt durch Fenster abknallen und ähnliches. Das Spiel wird euch dennoch nicht damit davon kommen lassen. Es ist alles vorprogrammiert. So sehr, dass ich einmal in einem Gang wirklich alle Zombies beseitigt hatte, während mir die Tür für die Flucht geöffnet werden sollte. Gerade beim Aufsammeln der fallengelassenen 8 Kostbarkeiten geht die Tür endlich auf und eine Zwischensequenz lässt unser Heldenduo schreiend durch die offene Tür stürmen während es zwei (von mir ja längst erschossene Zombies) noch fast mit durchschaffen und ich sie per Kopfschuss beseitigen muss. Erneut! Natürlich sind so auch die fallen gelassenen Sachen futsch, meine Kugeln völlig verschwendet und das Frustlevel gestiegen. Dergleichen passiert leider oft und ist für mich sehr ungewohnt, weil so begrenzt, dass es keinen Spaß macht. Apropos Spaß.

    Ungewollte Slapstick

    Davon gibt es sehr viel. Es soll ja ein Horrorszenario sein, das ich hier mit Leon erlebe aber mal erlich, er und seine Kumpanin Helena sind… *lacht irre*

    Beispiele der endlosen Eleganz der beiden:

    • Leon stolpert wirkllich über jede Leiche. Zunächst mag das passend für das bedrückende Ambiente sein, aber spätestens nach der drölfzigsten Leiche und seinem Stolpern und Hrnng Spruch reicht es dann auch.
    • Leon schaut gerne anderen beim Sterben zu. Direkt zu Beginn sieht er auf einer Überwachungskamera seelenruhig zu, wie zwei Flüchtlinge Einlass in den Campus wünschen. Sie haben ein Schild mit Help Me dabei, schreien, kreischen und winken bemüht in die Kamera. Sie geben wirklich alles. Leon schaut sich das etwa 20 Sekunden an, dann sieht man, wie vom Ende der Straße langsam Zombies auf die beiden zu robben! Leon? Aktion? Nein? Ok. Er wartet noch ein bißchen und als die Zombies endlich die beiden anderen erreicht und angegriffen haben will er zur Rettungsaktion eilen. Doch Helena (die nebenbei auch die ganze Zeit zuschaut) sagt dann: „Es ist zu spät“. Ding Ding Ding. Rischtisch. Jetzt ja. Da hatte ich bereits Tränen der Glückseeligkeit in den Augen.
    • Leon läßt andere gerne die Drecksarbeit machen, sei es Helena, Typen in Anzügen, etc. Gerne geht er hinter allen die dunklen Pfade entlang, auch wenn ich selbst vor rennen will. Das Script ist halt manchmal nicht so geschrieben und lässt es nicht zu.
    • Aber, so ich mal vorne den Helden markiere, gehen alle Jump Scares daneben. Im Hintergrund erschreckt sich dann Helena, wenn zu schauerlicher Musik eine Leiche vom Himmel fällt oder von der U-Bahn kippt. Schade, ich drehe mich dann nur verwundert um und rufe: „ Wat isn at widda? Wigge jetzt hier!“
    • Dank endlosen überlebten ähnlichen Szenarien hatte ich gehofft, Leon wäre clever, aber weit gefehlt. Manchmal öffnet er so dämlich die Türen, nur damit man wieder automatisch von einem Zombie angegriffen werden kann und diese Mini-Tasten-Spielchen zum Tragen kommen. Ebenfalls schade und unnötig. Ich als Spieler weiß immer schon wann was kommt und wie dämlich Leon wieder sein wird.
    • Ihr könnt verbal mit eurem Computergesteuerten Freund kommunizieren, aber oft reagiert Helena auf Befehle mit: Nicht jetzt! Oder so verspätet, dass es zuweilen nutzlos ist und wieder für Lacher sorgt.

    Fazit

    Irgendwann reichte es mir dann leider. Ich glaube insgesammt habe ich so 2 Stunden gespielt. Die anderen Modi habe ich noch nicht getestet. Es kam bisher so wenig Horror auf, wie wenn ich an einen gefüllten Kühlschrank gehe und meine Freundin, nachdem ich bereits ein kaltes Bier in der Hand halte und die anderen 10 im Schrank gesehen habe, sagt:“ Es ist kein Bier mehr da Marcus.“ Doch, ist es und Resident Evil VI ist doof! „Das stimmt.“

    Setzen 6?


    impericus

    Über Impericus 

    Grüße, ich bin der Marcus und vogelfreier Autor überall und nirgends. Weiterhin bin ich Hobby-Philantroph, Gamer, Geek, Leseratte und gehe religiös ins Gym. Immer zu Weihnachten! Zudem liebe ich unser Universum. Ich finde, es ist eines der Besten.
    Weiterführende Links: Nerd-Wiki

  2. 10. Oktober 2016 | Veröffentlicht unter rund um Serien, Serien.

    Wen tötet Negan in Staffel 7 – The Walking Dead?

    Von

    Das lange Warten und das ebenso sinn- wie ziellose Umherwandern hat bald ein Ende. Die siebte Staffel der „The Walking Dead“ Serie kehrt am 23.10. in den U.S. zurück und nur einen Tag später sind Rick und Konsorten dann auch bei uns wieder zu sehen.

    Achtung Spoiler der Staffel 6! 

    Echt jetzt, kein Scherz, da könnten welche kommen. (Basierend auf Trailern, der Comicreihe und mehr) Weiterlesen auf eigene Gefahr, nicht beschweren und sagen, dass dies nicht im Vorfeld IRGENDWO erwähnt gewesen wäre.
    Vielleicht ist Rick ja gar nicht mehr dabei? Wer letztlich vom epischsten Cliffhanger seit Cliffhanger erwischt wird ist noch immer fraglich und Theorien reihen sich an Theorien, genau wie es die Walker so gerne in der Serie tun, wenn es irgendwo was zu beißen gibt .. oder einfach nur ein Geräusch ihre Aufmerksamkeit in Anspruch nimmt. Das Ende der Staffel 6 zeigt klar, was Comic Leser schon wussten. Mindestens einer aus der erlauchten Runde wird ins Gras beißen und von Negans Lucille sanft in den Schlaf geküsst werden. Mit einem völlig neuen Scheitel vermutlich. Aber wer ist es? Heute beschäftigen wir uns mit den möglichen Verflossenen, Zurückgebliebenen und Singulartheorien basierend auf Gerüchten, Interviews und etlichen Verplapperern.

    maggie-greene Es stirbt für Sie: Maggie

    Warum? Weil sie schwanger ist und somit ein Keulenschwung gleich zwei tötet. Das wäre fatal und nicht nur schrecklich für Glen. Zudem stellt sich die Frage, was mit dem Kind passiert. Wird das dann ein Crawler?
    Glenns Welt würde zusammenbrechen und auch wenn viele Tränen vergossen würden, wäre kein absoluter Hauptcharakter davon geschieden. Zudem bietet es eine schöne Hommage an den Comic, in dem Glen stirbt.

    Es stirbt für Sie: Glen

    Warum? Weil es der Comic so vorschreibt und zeichnet. Glen ist selbst mit modischer Mütze nicht vor den brutalen, knallharten Schlägen gefeit und wird in den Boden gerammt auf eine abscheulich bildliche Art und Weise. Die Zeichnungen gehen mir heute noch nahe (wenn ich die betreffende Stelle im Comic wirklich sehr eng an meinen Körper halte) Und dann, nicht unweit später hören Sie einfach auf den Charakter zu zeichnen. Mit Bleistift. Hart. Vielleicht nur 2b für uns, aber sicherlich 9b für die Truppe.

    Es stirbt für sie: Daryl

    Warum? Weil er sich mehrmals verplappert hat. Zum einen gaben so ziemlich alle Schauspieler bekannt, dass sie keine Ahnung haben, wer nun stirbt. Außer Daryl Dixon Darsteller Norman Reedus. Der hatte bereits im April verlauten lassen, dass er wüsste wer abtritt und es breche ihm das Herz. Sieht man mal vom Herzbruch ab (ein in der Medizin als sehr seltener Bruch bekannt) so verwundert es doch, dass gerade er Bescheid weiß. Warum? Weil Schauspieler vertraglich natürlich rechtzeitig über ihr eigenes Ableben informiert werden müssen? Ist er es selbst? Wurde der letzte Bolzen schon verschossen? Oder….

    Es stirbt für Sie: Carol

    Warum? Ähnliches Melodram wie bei Glen und Maggie. Die zarten Bande zwischen Carol und Daryl (Darol und Caryl) sind manchmal zum greifen nah und geknüpft und dann doch wieder nur so feine Triebe, dass deren Knospen nie zu erblühen scheinen. (Da kommt der Gärtner auuuu)
    Für Daryl sicherlich ein Schock und für den Schauspieler eventuell auch. Dem Zuschauer bleibt dann aber in Zukunft das Wechselbad aus Opferrolle und wahnsinniger Killerin, aus depressiv und Kämpferin erspart. Vielleicht findet Daryl ja kurz darauf wieder ein paar weiße Blüten… und trägt diese dann im Haar.

    rick

    Es stirbt für Sie: Rick!

    Warum? Ja, genau das wäre die Frage. Sein Sohn ist so übel zugerichtet, dass dies noch viel mehr Drama, Schmerz und Tränen verheißt und somit möchte ich ihn ausschließen. Außerdem ist er der Anführer, der mit dem Erscheinen der wilden Gang das Meiste verloren hat. Sein Weltbild hat sich schlagartig (sie verstehen?) geändert und er wird sich unterordnen müssen! Daher halte ich auch Karl-Coral für unwahrscheinlich. Einfach noch zu viel Potential für Pein zwischen Vater und Sohn. So much cats and the cradle and the silverspoon. (Update: Die Frage, ob er stirbt oder nicht, wird sehr klar in diesem aktuellsten Trailer beantwortet.)

    michonne

    Es stirbt für Sie: Michonne

    Warum? Weil sie schwarz ist… … … Warten Sie … … Und Negan sie deswegen nicht richtig im Dunkel der Nacht sehen kann. Ach das darf ich nicht schreiben? Ok. Dann weil sie weiterhin eindringlich in Negans Augen starrt, um ihm zu zeigen, dass er ihr niemals ihren Stolz nehmen kann. Dies allein könnte schon Licht aus bedeuten. Ich persönlich mag die Katana schwingende Amazone. Zudem würde Rick erneut eine Geliebte verlieren. Wieder Beziehungsdrama Potential. Vielleicht sieht er sie dann auch und telefoniert mit abgeschaltetem, schnurlosem Telefon erneut mit einer absolut sicheren Stadt.

    eugene

    Es sterben für Sie: Eugene und Abraham

    You’re a dead person Eugene Porter. Verzeihung. Dr. Porter. Warum? Sie sind sehr spät dazu gestoßen. Wer später kommt kann früher gehen. Das war schon bei uns im Sandkasten Gesetz. Eine Träne würde ich nicht verlieren, selbst wenn Lucille einen doppelten Homerun schlägt und beide wegnagelt. Aber wäre das nicht Schwäche seitens der Autoren?
    Klar, jemand stirbt, aber uns so lange in der Luft baumeln zu lassen, nur um dann Schwanz einkneifend jene scheinbar ersetzlichen Charaktere zu töten? (Fans der beiden sehen das anders, selbstredend) Das wäre enttäuschend. Klar, Abraham wäre fort (muhahaha) aber vielleicht kann dann endlich ich an seine Stelle treten. Mein Bart ist viel cooler. Oder nicht?

    Fazit

    Wenn immer es auch trifft. Der Schwächste fliegt. Oder sogar zwei. Neusten Gerüchten zufolge erwischt es vielleicht sogar mehrere. Aber das bleiben Solange Gerüchte bis sich entweder jemand verplappert hat oder eben die neue Staffel beginnt. Und bis dahin…ist es ja noch fast ein ganzer Monat.
    Wenn würdet ihr denn am liebsten neu frisiert sehen? Wenn könnt ihr nicht mehr ertragen?

     


    impericus

    Über Impericus 

    Grüße, ich bin der Marcus und vogelfreier Autor überall und nirgends. Weiterhin bin ich Hobby-Philantroph, Gamer, Geek, Leseratte und gehe religiös ins Gym. Immer zu Weihnachten! Zudem liebe ich unser Universum. Ich finde, es ist eines der Besten.
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  3. 19. September 2016 | Veröffentlicht unter rund um Serien, Serien.

    5 Fakten über Walker (FTWD-Edition)

    Von

    Manche Serien findet man einfach nur schlecht. Man sieht sie sich kurz an, denkt sich „Nä. Wech damit!“ und guckt dann doch wieder zum drölften Mal BSG. Doch da gibt es auch jene Serien, die so schlecht sind, dass man nicht weggucken kann, mehr noch: sie sehen muss! Fear the Walking Dead ist für mich solch ein Kandidat. Die Personen agieren derart stupide, die Dialoge triefen vor Inkompetenz und die Storyline ist in solchem Maße lächerlich, dass die Serie für mich(!) mehr Comedy denn Horror ist. Vor einigen Wochen schrieb ich bereits über den ersten Part von Season 2, nun wo die Episoden der zweiten Hälfte erscheinen, folgt Part 2. Thema heute: 5 Fakten über Walker.adhs

    Die schlechte Nachricht zuerst: Zombies wollen euch fressen. Alle. Ausnahmslos. Die gute Nachricht: Sie haben eine ähnlich geartete Aufmerksamkeitsspanne wie ich, denn sie – he seht mal, dort fliegt ein aufgegessenes Butterbrot!

    Zumindest in Fear the Walking Dead scheinen die Überlebenden derart um die Aufmerksamkeit der Walker besorgt, dass die bloße Anwesenheit ihres eigenen frischen Fleisches nicht gut genug ist! Bei Anlockung des Feindes (s.o.) dienen sie nicht nur selbst als Köder, nein, alle paar Sekunden ist es auch von Nöten, durch ekstatische Klänge und fideles „He! Follow me, bitches!“  auf sich aufmerksam zu machen. Wer weiß? Nachher verlieren die Walker noch das Interesse und spielen lieber Schnick Schnack Schnuck?

    wasserZombies sind furchtbare Wesen: Untot, irgendwie verwesend und verdammt ekelhaft. Lasst ein Steak mal drei Wochen lang liegen und ihr wisst Bescheid. (Aber im Ernst: Wer würde ein Steak schon liegen lassen? Ich meine: Ein fucking Steak!) Doch so eklig und tödlich sie auch sein mögen, es gibt Hoffnung! Lockt sie einfach in ein Gewässer eurer Wahl und schon ist jeglicher Gestank und jede Gefahr gebannt! Könnte man zumindest meinen, wenn man den Protagonisten dabei zusieht, wie sie die Walker ins Meer locken und, kaum dass diese hinein geplumpst sind, erleichtert aufatmen. Leichen werden ja nicht wieder an Land gespült, nein, nein!

    fluidsLeider habe ich kein passendes Beweisbild gefunden, doch die beiden sich mit Walkerblut einreibenden Darsteller tragen derart entzückte Mienen dabei zur Schau, dass man unwillkürlich an eine genüssliche Bukkake-Party denken muss. „Oh ja! Ich schmiere es mir überall hin! In die Augen! In den geöffneten Mund! Mhmmm!“ Und ja: Porno- und FTWD-Darsteller sind talenttechnisch kaum voneinander zu unterscheiden.

    Verstehen Sie mich nicht falsch, werter Leser, selbstredend ist mir bewusst, dass es sich bei den Walkerausdünstungen um ein probates Antizombiemittel handelt. Dass es aber in den eigenen Körperkreislauf geschmiert werden muss, ist mir tatsächlich neu.

    lameTWD-Enthusiasten wissen längst Bescheid: Walker können verdammt aufdringlich werden, wenn sie einen erspäht haben. Gerne erinnern wir uns an das Gefängnis, das Rick&Co Obdach bot und an dessen Zäunen sich die Zombies die Nasen durch die Drahte drückten. Nicht so die südamerikanischen Zombies! Nein, sie erscheinen gänzlich unbeeindruckt vom menschlichen Treiben, das sich hinter den Maschendrahtzäunen abspielt – oder aber im Zombiedasein nur Dilettanten zu sein. Herumbalgende lärmende Kinder, BBQs, Gelächter – egal, Mr. HWalker schlurft unbeeindruckt im Sande herum und bewässert die zarten Gräser mit seinem Sabber. Kein Wunder, dass die Figuren selten vor Angst erzittern.

    german-zombiesKann natürlich sein, dass man hier ein zombiefizierte Touristengruppe aus Bielefeld sieht, doch nichtsdestotrotz sind die fear’schen Walker überraschend geordnet! In Reih und Glied torkeln sie – mal mehr, häufiger weniger gut gespielt – auf die Kamera zu und würden vermutlich noch eine saubere Rettungsgasse bilden, wenn eine Sirene ertönen würde.

    Ich mag die fear’schen Walker. Zumindest würde ich die Welt aus FTWD, und nicht die aus TWD wählen, wenn ich müsste. Erscheint mir insgesamt deutlich sicherer. Denn wie sagt man in FTWD so schön achselzuckend: „Es gibt Schlimmeres.“

     


  4. 1. Juni 2016 | Veröffentlicht unter Serien, Serienvorstellungen.

    Serientipp: Preacher

    Von

    Seit dem 22. Mai läuft „Preacher“ auf dem amerikanischen Sender AMC und seit Montag auch hierzulande wöchentlich via Amazon Prime. Sie basiert auf dem gleichnamigen Comic von Garth Ennis („Crossed“ ♥ )und Steve Dillon und handelt von Jesse Custer, der trotz seiner nebulösen und dezent gewalttätigen Vergangenheit als Priester in einer kleinen Stadt in Texas predigt – und der alsbald von seiner schlagkräftigen Ex-Freundin Tulip und dem blutdürstenden Vampir Cassidy heimgesucht wird. Wenn er schließlich auch noch von einem mysteriösen Wesen besessen wird, kann das illustre, mit Gore und Sex bespickte Abenteuer beginnen!

    Dabei startet die Serie vor den Ereignissen der Comics und erscheint weichgespülter als jene. Kunststück, handelt es sich bei den Comics definitiv um keine leichte oder gar auch nur im Ansatz schöne Kost, bei der Blut alleine beileibe nicht das Schlimmste darstellt. Die Erscheinung Eugenes etwa (auch liebevoll „Arseface“ genannt) wurde für die Adaption deutlich entschärft. Nichtsdestotrotz zeigt sich bereits der Pilot von seiner harten Seite, die Serienschwestern wie „The Walking Dead“ in nichts nachsteht. Blasphemisch, blutig und dabei durchaus humorvoll: Das scheint Preacher zu werden.

    Wer Amazon Prime nutzt, sollte zumindest einen Blick in die Serie wagen. Es lohnt sich!


  5. 12. Januar 2016 | Veröffentlicht unter Comics, Comicvorstellungen.

    [Comic] The Cape

    Von

    Genre: Horror, Superhelden, Dark Fantasy
    Autor: Jason Ciaramella nach einer KG von Joe Hill
    Illustratoren:
    Zach Howard
    Erscheinungsform: 
    132 Seiten,  Softcover
    Enthält: The Cape #1-4, abgeschlossen
    Leseprobe
    Verlag: IDW/ Panini Comics |  Über den Partnerlink bestellen


    Ein Cape, zusammengesetzt aus einer alten Schmusedecke und dem Marineabzeichen des im Krieg verstorbenen Vaters, ist nicht nur Teil der Superheldenverkleidung des Jungen Eric, sondern viel mehr. Dass es nämlich nicht nur superflauschig ist, sondern dem Träger auch die Fähigkeit zu fliegen verleiht, lernt Eric im denkbar günstigsten Moment: Während des Spielens mit seinem Bruder beim freien Fall von einem Baum. Er fliegt. Zumindest einen Moment lang, dann reisst das Cape und Eric findet seine Bestimmung auf dem Boden der Tatsachen wieder.

    Während Eric im Krankenhaus ruht, sperrt seine Mutter das garstige Cape weg, da es den beiden Söhnen nur Flausen in den Kopf setzt. Fliegen! Man sieht ja, was der ganze Superheldenquatsch alles so anrichtet! Eskapismus wohin man blickt!

    The Cape

    Lange Zeit bleibt das Cape verschwunden – bis es Eric – mittlerweile ein erfolgloser Erwachsener mit just beendeter Beziehung – per Zufall im Keller seiner Mutter wiederfindet. „Ei der Daus“, denkt er sich nun, „Mein Leben ist gar trostlos, niemand nimmt mich ernst und respektiert mich, doch, oha, dieses jenes Cape wird mir den Respekt verschaffen, den ich schon immer verdient hatte! Und noch mehr…“ Dass daraus keine fidele Supermangeschichte entspringt, dürfte nun nicht mehr nur anhand des Autoren ersichtlich sein…

    Der Comic findet seine Vorlage in der gleichnamigen Kurzgeschichte von Joe Hill, welche in seiner Kurzgeschichtensammlung „20th Century Ghosts“ (in der deutschen Übersetzung:“Black Box„) zu lesen ist. Zwar ähneln sich Kurzgeschichte und Comic zu Beginn sehr, nutzen teilweise die selben Formulierungen, doch geht der Comic noch einige Schritte weiter und nimmt die Vorlage nur als Sprungbrett, auf dem Charaktere und Geschichte fußen. Die Kurzgeschichte endet dort, wo der Comic erst anfängt: Bei dem ersten Todesfall.

    Nein, dieser Comic erzählt keine bunte Knautschgeschichte, sondern präsentiert das Bild eines mitnichten nur körperlich gezeichneten Mannes, der in seinen psychischen Problemen nicht nur selber ertrinkt, sondern andere mit sich ins Verderben zieht. Jeglicher Pathos und Heroismus, den man gemeinhin mit einem derart wundersamen Cape verbindet, fehlt hier völlig und wird durch die hämisch grinsende Fratze eines Psychopathen überschattet. Es ist gerade zu Beginn verstörend, wobei es im Laufe der Seiten leicht wahnwitzige Züge annimmt, die mir leicht über die Maße erscheinen – was indes vielleicht auch nicht ganz unpassend für Eric ist. Dennoch gibt es ein, zwei Momente, die mir „zu viel“ sind und die durch ihre bloße Existenz die feinen Grausamkeiten menschlicher Psyche verdrängen und das ganze trivialer erscheinen lassen, als es eigentlich ist.

    Der Protagonist ist ein Arschloch. Leider eines, das man nicht mal mehr aufgrund seines vielleicht doch alles erklärenden Hintergrundes sympathisch finden kann, derart tief steckt er in seiner eigenen, klebrigen Pest. Das Portrait Erics ist gelungen, wenngleich es nicht allzu sehr in die Tiefe geht. Beschrieben wird nicht primär seine Psyche, sondern die Taten. Unangenehm fällt der Blick des Lesers direkt auf den gebrochenen Kiefer der Frau, auf das fransig gewordene Cape, das einst so viel Spaß brachte und nun ein Verkünder des Unheils ist.

    Insgesamt hätte „The Cape“ eine Kürzung gut getan, vielleicht wäre es passender gewesen, die ursprüngliche Kurzgeschichte statt um einige viele, nur um zwei oder drei zusätzliche Szenen zu ergänzen. Das Original ist, was den Schrecken angeht, auf den Punkt, der keiner Ausdehnung bedarf. Dafür jedoch sind die Erläuterung zu Erics Charakter gelungen und recht interessant, gerade unter Zunahme der Beleuchtung anderer Personen, die in der Kurzgeschichte nur am Rande oder gar nicht auftauchen.

    Es ist ein gut zu lesender, in sich abgeschlossener Comic, den man lesen kann, aber nicht muss.Er beschreitet keine gänzlich neuen Pfade, ist auf seine Weise jedoch unterhaltsam. definitiv zu empfehlen, wer gerne über düstere Gestalten und tiefe Abgründe des Menschen liest.

    Cape

     


  6. 4. Dezember 2015 | Veröffentlicht unter Comics, Comicvorstellungen.

    Crossed +100 Volume 1

    Von

    Genre: Horror
    Autor: Alan Moore
    Ursprungsidee:
    Garth Ennis
    Illustratoren:
    Gabriel Andrade
    Erscheinungsform: 
    160 Seiten,  Softcover
    Enthält: Crossed +100 #1-6
    VerlagAvatar Press | Für 20,24 bestellen


    Inhalt

    Hundert Jahre nach dem Outbreak, hundert Jahre, nachdem der erste zombieeske „Crossed“ das unschuldige Licht der Welt erblickte, hat die Welt ein anderes Gesicht bekommen. Durch die Ruinen einstiger Hochburgen menschlichen Schaffens streifen Antilopen und aus dem Zoo entlaufene Elefanten, ranken sich längst die Wurzeln allerlei Pflanzen, deren Natur sich ihr Reich immer mehr zurückerobert. Die verbliebene Menschheit hat sich Festungen erbaut, wo sie mittlerweile recht friedlich haust. Die größte Bedrohung? Hungrige Wölfe. Die Crossed dagegen sind zur Gruselgeschichte verkommen, von denen die wenigsten Menschen je einen zu Gesicht bekommen haben: Durch Inzest degeneriert und durch Kannibalismus dezimiert, haben sich die Crossed scheinbar größtenteils selber ausgerottet.

    Hier folgen wir der Archivarin Future Taylor, die sich auf den Spuren der Vergangenheit durch Videoschnipsel, Berichte und Tagebucheinträge wühlt und bald einer neuartigen Religion auf die Schliche kommt, deren Pläne alles bisherige Grauen in den Schatten stellt.


     

    Kritik

    Der wunderbare Alan Moore (Watchmen, The Killing Joke) hat eine postapokalyptische Welt erschaffen, die wirklich fundiert erscheint und durch die „archäologischen“ Elemente mehr Tiefe erlangt. Hier möchte ich konkret empfehlen, sich die englische Originalfassung anzueignen, da im Deutschen viele Wortschöpfungen verloren gehen und unnötig verkompliziert werden. Denn Sprache entwickelt sich, auch und besonders schnell, wenn die Zivilisation, wie wir sie kennen, zu Ende geht und neu strukturiert wird. Die Grammatik scheint nun nebensächlich zu sein, das Vokabular wurde umgewälzt, sodass man sich als Leser erst einlesen muss. Das ist nicht immer einfach oder spaßig, fördert jedoch die Authentizität der Geschichte und macht sie interessanter, zumal all diese Änderung nachvollziehbar und sinnig sind.

    Die Erzählweise beginnt ruhig, plätschert sachte dahin und stellt einige Charaktere vor, deren Namen man sich in weiser Crossed-Tradition ohnehin nicht wirklich merkt – aber es vielleicht sollte? Man erhält einen Einblick in die veränderten sozialen Gefüge und die Gewichtungen, die einzelne Aspekte haben: So ist Scham den eigenen Körper betreffend nicht mehr wirklich anzutreffen, die Beziehungen sind oftmals eher sexueller, denn romantischer Natur, Science Fiction wurde zur Wishful Fiction und auch vor den Religionen haben die Veränderungen nicht Halt gemacht. Eine neue Zeitrechnung ist angebrochen und das im wahrsten Sinne des Wortes.

    Nachdem die Crossed im Jahre 0 die Herrschaft an sich gerissen hatten , ging es bei ihnen jedoch, anders als bei den Menschen, scheinbar nicht weiter. Sie waren dort im Jetzt stark, doch evolutionstechnisch nur äußerst schwach: Wie vermehrt sich eine „Kultur“, die ihre eigenen Neugeborenen verspeist? Die derart selbstzerstörerisch ist, dass sie sich vor Lust die eigenen Arme abhackt? Der erste kalte Winter raffte viele dahin und durch mangelnde Intelligenz wird weder Getreide angepflanzt, noch Kleidung genäht. Nein, als Crossed hat man es wahrlich nicht leicht gehabt.

    Doch wäre es kein Comic dieser Welt, würde man durch eben jene Infizierte nicht doch bedroht werden. Hätten sich keine Hillbilly- Crossed kleine Zufluchtsorte gesucht und, tja, gäbe es nicht besondere Infizierte, die anders sind als der minimalintellektuelle Crossed. Die einen Kult begründen und einen Plan hecken, einen Plan, der genau diese Zeit des trügerischen Frieden beinhaltet.

    Es bleibt verstörend, in eindringlichen Bildern, die klar, statt künstlerisch sind und eben so viel Raum für Fantasie frei lassen, dass es unangenehm bleibt. Die Diskrepanz zwischen dem Grauen auf der einen und dem kalte Kalkül auf der anderen Seite arbeiten den Beginn des Outbreaks nochmal auf besondere Weise auf.

    Ich persönlich finde, dass man sich nicht von den blutigen Bildern und der Gewalt täuschen lassen sollte, denn es ist nichtsdestotrotz eine intelligent erzählte Geschichte, die endlich wieder an die Qualität des Ursprungscomics von Garth Ennis anknüpfen kann. Ich will und kann nicht sagen, dass es ein Genuss ist, ihn zu lesen und doch lohnt es sich meiner Meinung nach sehr. Gerade durch die Erforschung der fiktiven Vergangenheit (oder Zukunft) durch Future Taylor wird nochmal ein Aspekt und eine Ebene hinein gebracht, den ich persönlich äußerst spannend finde.

    Fazit

    Definitiv ein Muss für unsere Comicsammlung.


  7. 6. Oktober 2015 | Veröffentlicht unter Serien, Serienvorstellungen.

    Fear the Walkind Dead – Nope.

    Von

    Ich bin entsetzt.

    Nicht etwa, weil Fear the Walking Dead zu schockieren wusste, sondern weil ich im Netz fast ausschließlich positive Reviews gesehen habe. In „Massengeschmack“ sollte ich meinen Blog wohl wirklich nicht umbenennen, denn meiner Meinung nach wird die Serie von Episode zu Episode schlechter. Doch vielleicht sollte ich meine dezente Abneigung gerade gegenüber der letzten Episoden näher erläutern.

    Fear spielt während des Ausbruchs der Zombiekalypse im beschaulichen Los Angeles, folgt dabei drei Familien und zeigt, wie diese mit der neuen Situation umgehen. Diese Prämisse riecht förmlich nach subtilem Horror, der auf leisen Sohlen angeschlichen kommt, ab und zu zögernd um die Ecke sieht und irgendwann aus dem Schatten zuschlagen wird. Ich habe eine bedrückende, durch das Unbekannte bedrohliche und angsteinflößende Szenerie erwartet und in den ersten Episoden auch bekommen. Wunderbar zeigt sich zu Beginn ein idyllisches L.A., in dem die neu erweckten Walkers noch wie Fremdkörper wirken und um deren wahre Existenz niemand weiß – sie gelten als infiziert, nicht als wandelnde Tote, sie per Headshot auszuschalten ist kein Usus. Mehr als auf verwesende Leiber soll der Fokus auf die zwischenmenschlichen Probleme gesetzt werden, auf Charakterentfaltung und die sich ihnen stetig nähernde, unbekannte Gefahr.

    Leider tritt Fear ab Episode 3 nicht nur auf der Stelle, frisst sich an ordinären, mir unwichtig erscheinenden Familiendramen fest, sondern verliert auch den Bezug zum Kernthema: Der leisen Bedrohung. Damit wir uns nicht falsch verstehen: Ich brauche keine Zombiehorden. Einige der für mich besten „Walking Dead“-Episoden handeln von den Charakteren. Ich brauche auch keine geballte Action. Doch das, was ich bei Fear bekommen habe, war Nonsens. Die Charaktere – die ich im Übrigen durch die Bank weg unglaublich unsympathisch und nichtig finde – haben gesehen, wie aus Leichen Walker wurden. Eine der Hauptfiguren wurde von einem Arbeitskollegen angegriffen. Doch statt sich hinzusetzen und sich zu fragen, was das sein könnte, statt einen Hauch von Unruhe bei den Vorkommnissen fühlen und bei den Zuschauern zu verbreiten, treten sie ihre Familiengeschichten breit und zweifeln am Militär, dem sie unterstellen zu scheinen, kopf- und grundlos Menschen zu erschießen. Ich kann mir durchaus gut vorstellen, dass man nicht an eine Stampede der lebenden Toten glauben möchte. Ich würde es auch nicht glauben (wollen) und tausende Gründe überlegen, was da wirklich vor sich gehen könnte. Ich würde hoffen, dass es eine handelsübliche Krankheit ist, die man früher oder später wird behandeln können. Der Witz an der Sache ist: Das Internetz ist für uns kein Neuland mehr, wir haben Smartphones, bei denen zwei Klicks reichen, um ein Foto zu schießen und zu verbreiten. Wo sind diese Aspekte innerhalb der Serie? Fotos, Blogbeiträge, Facebooknachrichten, die die Spekulationen seitens der Charaktere anfeuern? Nein, sie sitzen in ihrem Häuschen, in ihrem klitzekleinen Häuschen innerhalb einer vom Militär abgesteckten Sicherheitszone und drehen Däumchen. Es scheint sie kaum zu kümmern, dass um sie herum die Apokalypse ausbricht.

    Wo wir gerade vom Militär reden. Hach, dieser wunderschöne 08/15-Militärplot: Sadistische, arrogante Soldaten vs. naive Bürger. Mir fehlt hier das Graue. Damit ist nicht nur die Grauschattierung innerhalb dieser beiden Interessen gemeint, sondern auch die grauen Zellen.

    [SPOILER ahead] Klar, lassen wir mal eine Horde aggressiver Infizierter frei, um die Soldaten abzulenken. Wie dumm muss man sein? Selbst wenn man an keine Zombies glaubt: Ist es von Vorteil, eine Infektion zu verbreiten, offensichtlich aggressive, gewalttätige Menschen auf andere loszulassen und damit nicht nur die Soldaten, sondern aufgrund der schieren Masse an Infizierter auch Unschuldige zu gefährden? Und die, die man eigentlich zu retten gedenkt? Himmel, lass Hirn regnen! Es gäbe etliche einfachere Möglichkeiten, als diese! Aber gut. Hauptsache, der Sender kriegt wieder ein paar Zombies auf den Schirm. [/SPOILER]

    Mir fehlt der Biss, und das ist nicht einmal wörtlich gemeint. Ich brauche mehr als belanglose Gespräche und dämlich handelnde Charaktere. Leider wird einfach zu wenig gezeigt und das, was gezeigt wird, ist in den ersten Episoden zu finden. Ich wollte mehr sehen vom Übergriff des Militärs, mehr von den tatsächlichen Anfängen, mehr erste Interaktionen zwischen Mensch und Zombie oder Mensch und verwaistes L.A. Indem die Charaktere alle – alle! – in die Sicherheitszone verfrachtet wurden, wurde die Chance vertan, die Stadt verfallen zu sehen, Menschen zu zeigen, die auch mit der Situation klar kommen müssen. Zu demonstrieren, wie langsam Furcht um sich greift. All das wurde in den ersten beiden Episoden gezeigt – und das meines Erachtens nach sogar sehr gut. Wäre diese Schiene weiter verfolgt worden, ich hätte meine helle Freude an Fear gehabt. So jedoch bleibt nicht mehr als ein fader Beigeschmack.

    Dass in den finalen Szenen jemand stirbt hat dem ganzen die traurige Krone aufgesetzt: Denn der Tod dieser Figur hätte mir egaler nicht sein können.


    Während der Werbepausen von „The Walking Dead“ sollen Fear-Fans übrigens mit einer Miniserie bei Laune gehalten werden, die im Anschluss auch auf Youtube gezeigt wird. Episode 1 dieser einminütigen Episödchen kann man hier sehen (mit entsprechender Länderkennzeichnung). Die bisherigen anderen Webserien zu The Walking Dead zeigen ebenfalls teilweise die Anfänge der Zombiekalypse. Die „Fahrradfrau“-Episode mochte ich bspw. sehr. Teil 1 gibt’s hier und Teil 2 dort.

  8. 5. Oktober 2015 | Veröffentlicht unter Comics, rund um Comics.

    [Hörbuch] Locke&Key

    Von

    Vor vielen, vielen Jahren, als der Blog noch jung und mein Schreibstil noch jungfräulich war, ja damals schrieb ich über einen Comic, der es mir unheimlich angetan hatte: Locke&Key von Joe Hill. Eine dezent horroreske, mystisch anmutende Geschichte um ein Haus, das geheimnisvolle Türen beherbergt, die nur durch spezielle Schlüssel geöffnet werden können. Tut man einen Schritt hindurch, verwandelt man sich: Wird größer, unterzieht sich einer Geschlechtsumwandlung oder- Nein, das solltet ihr selber lesen oder… hören. Denn die mittlerweile in sieben Bänden abgeschlossene Comicreihe wurde als Hörspiel realisiert.

    Bei Audible könnt ihr das komplette, 13-stündige Hörbuch ab heute und bis zum 4. November gratis herunterladen. Für Erstkunden wird noch unfassbar freundlicherweise ein Abo mit in den Einkaufwagen gepackt, doch kann man dieses auch wieder herauslöschen. Es ist derzeit nur in englischer Sprache erhältlich, wobei über 50 Sprecher verpflichtet wurden. Unter anderem Haley Joel Osment (Entourage, The Sixth Sense), die großartige Tatiana Maslany (Orphan Black) und Kate Mulgrew (Orange Is the New Black, Star Trek: Voyager).

    Die ersten zwei Stunden, die ich mir bislang zu Gemüte geführt habe, fangen die Atmosphäre der Comics gut ein und lassen Gutes hoffen. Die Sprecher machen ihre Sache bislang gut und authentisch. Vielleicht wird es das Hörspiel auch schaffen, zum Ende hin den Spannungsbogen zu halten, statt abzuflachen, wie es mir mit den Comics ergangen ist. Zu sehr drifteten diese ins Jugenddrama ab und ließen den leisen Horror auf der Strecke. Doch gerade die ersten Bände kann ich nach wie vor sehr empfehlen – und das Hörbuch bislang auch.

    Den Link gibt’s hier

    Zwischenzeitlich war auch von einer Serie und einem Film die Rede, doch wurden beide Projekte bereits abgebrochen und für tot erklärt. Die Rechte der Comics liegen derzeit wieder friedlich schlummernd bei IDW Comics.


  9. 25. August 2015 | Veröffentlicht unter Serien, Serienvorstellungen.

    Fear the Walking Dead: Taugt’s?

    Von

    Natürlich werde ich nun nicht jede einzelne Episode einer genaueren Betrachtung unterziehen, sonst könnte ich den Blog gleich in Zombiezeugin umbenennen. Aber vielleicht kann ich euch hiermit bei der Frage helfen, ob sich eine spontane Anmeldung bei Amazon Prime lohnt? Und nein: Dieser Beitrag ist nicht von Amazon gesponsort, auch wenn es sich vielleicht so liest.

    Worum geht’s bei Fear the Walking Dead?

    Die Zombiekalypse bricht aus. Jetzt. Nicht gestern, nicht vor einer Woche, jetzt. Zunächst sind es wenige Fälle und niemand weiß, womit man es zu tun hat. Zombies? Gibt es doch nicht! Man spricht von einem Virus, vergiftetem Wasser oder kontaminierter Luft.

    Wir verfolgen eine Gruppe von Menschen, die nicht bereits abgebrüht sind wie bei der Mutterserie The Walking Dead, sondern jungfräulich in die Situation hinein schlittern, von der Pike auf lernen müssen. Nicht der nächste Walker ist es, den sie fürchten, sondern die neue Situation im Gesamten, das Ungewisse.

    Und wie war die erste Episode nun?

    Kurz: Gut.

    Etwas ausführlicher: Sie beginnt mit der obligatorischen, ersten Zombiesichtung. Nick, der in einer verlassenen Kirche seiner Drogensucht fröhnt, erblickt seine Geliebte Gloria in einem denkbar ungünstigen Stadium: Von ihren Lippen trieft Blut, ihr Körper ist malträtiert. Tot, und doch lebendig. Matt rennt panisch davon und blind vor das nächste Auto.

    Es folgt eine ruhige Erzählweise, die jedoch durchbrochen ist von unheilvoller Musik und Totalen von Los Angeles, die zwar schön sind, jedoch nichts Gutes verheißen. Noch ist es idyllisch – doch wie lange noch? Mehr und mehr Kinder bleiben dem Unterricht fern, offiziell von der Grippewelle erwischt. Unfallopfer benehmen sich auf höchste Weise beunruhigend. Ja, etwas geht vor und dies ist ein immerwährendes, unterschwelliges Gefühl, das mich die ganze Episode lang nicht losgelassen hat.

    Die Macher verstehen es hervorragend, mich in den Bann zu ziehen. Zwar passiert nicht viel, doch das, was noch passieren wird, die Kunst, genau darauf hinzuarbeiten und das Gefühl zu forcieren, ist ihnen definitiv gegeben. Die Tatsache, dass man mit den Charakteren gemeinsam mitten im Ausbruch steht und es nicht direkt mit Action und abgebrühten Professoren der Zombiekunde zu tun hat, ergibt einen schönen Kontrast zu The Walking Dead. Das gewählte Medium „Serie“ unterstützt es ausgezeichnet.

    Kann man sich Amazon Prime also antun?

    Na, ich würde zunächst abwägen, welche Aspekte von Amazon Prime man sonst noch gebrauchen könnte. Für Fear the Walking Dead alleine würde ich es mir sehr gut überlegen. Auf jeden Fall hat mir der Serienpilot wirklich sehr gefallen und hat mir Lust auf mehr gemacht!


  10. 20. August 2015 | Veröffentlicht unter rund um Serien, Serien.

    Erste Szene aus Fear the Walking Dead gefällig?

    Von

    Ein wenig die Vorfreude schüren!
    .
    Als kleiner Fan von The Walking Dead bin ich auf den Ableger Fear the Walking Dead sehr gespannt, die am Sonntag in den USA starten wird.
    Hier steht zunächst die Zeit des Ausbruches der Zombiekalypse im Vordergrund: Zeitgleich zu Ricks komatösem Klinikaufenthalt verfolgt man verschiedenste Menschen in Los Angeles. Noch ist weder Bürgern, noch Ärzten oder Politikern klar, worum es sich bei den tödlichen Vorfällen handelt. Ist es ein Virus, eine perfide Seuche, die es zu bekämpfen gilt? Wer wird denn schon ernsthaft an Zombies denken? Und so werden lieber Handys gezückt und Bilder wie Videos der Kranken und/oder „Verrückten“ über die sozialen Netzwerke verbreitet, anstatt die Beine in die Hand zu nehmen.
     .
    Ähnlich wie bei TWD wird man als deutscher Zuschauer auch bei Fear the Walking Dead bereits 24 Stunden nach US-Start in den Genuss der Epiosden kommen: Bei Amazon Prime Instant Video; Amazon Prime-Kunden können diese kostenfrei abrufen.
    Die erste Episode startet bei uns nächste Woche Montag um 20 Uhr.
    Yay!

    WORLDWIDE EXCLUSIVE: #FearBeginsHere this Sunday at 9/8c.

    Posted by Fear the Walking Dead on Donnerstag, 20. August 2015


  11. 17. Juli 2015 | Veröffentlicht unter Comics, Comicvorstellungen.

    Highway to Hell

    Von


    Genre: Horror
    Autoren:
    Davide Dileo, Victor Gischler
    Illustrator:
    Riccardo Burchielli, Francesco Mattina
    Erscheinungsform: 
    148 Seiten,  Softcover
    Enthält: Highway to Hell 0-4
    Verlag: Panini
    Leseprobe | Für 18,99 bestellen


    Inhalt

    Special Agents Isaac Brew und Jayesh Mirchandani sind einem Serientäter auf den Fersen, der perverse Gorefantasien auszuleben scheint: Abgeschlagene Köpfe, bestialisch entstellte und nahezu künstlerisch drapierte Leichen säumen seinen Weg auf der Route 5. Wer steckt dahinter? Ein Einzeltäter oder vielleicht gar ein ganzer Kult? Schon bald scheinen sie den Täter gefunden zu haben, einen komplett gerüsteten mann, der mit martialischen Waffen aufwartet und rein optisch den Typus „Kranker Serientäter“ perfekt zu verkörpern scheint. Doch es steckt mehr dahinter als nur die Tat eines Menschen. Und der Mann in der Rüstung ist dabei noch das kleinste Problem.

    Kritik

    Gerade im ersten Drittel wird eine Szenerie gewoben, die einen fesselt und aufgrund der Bilder auch graphisch nicht mehr loslässt. Hier werden zwar bereits die grauenvollen Tatorte gezeigt, doch spielt sich das Essentielle in der Fantasie ab: Wer hat die armen Hascherl derart zugerichtet, wer oder was ist zu sowas überhaupt in der Lage? Und warum? Genau wie im Horrorfilm sind es die Momente vor Entdeckung des eigentlichen Monsters, die erschrecken. Zugegeben, diese Momente sind hier nicht nur dezent blutig und erinnern an die drastischen Bilder aus dem Crossed-Universum. Der eher derbe Zeichenstil Burchiellis, der die Passagen des Jetzt visualisiert, harmoniert hervorragend mit der weicheren, realistischeren Federführung Mattinas, der sich für die Flashbacks verantwortlich zeigt. Diese bringen zunächst nur wenig Licht ins Dunkel, akzentuieren vielmehr die Schatten in dem grausamen Spiel.

    Ist erstmal die Identität des „Ritters“ bekannt, das wahre Böse aufgedeckt und mit Namen bedacht, verflüchtigt sich die aufgebaute Spannung und macht einem gegenständlicheren Horror Platz. Hier stehen nun die Monströsitäten im Fokus, deren Jagd und hoffentlich baldige Vernichtung. Dennoch verkommt es zu keiner reinen Monsterjagd – wenngleich zu einem Finale, das man fast nur noch als „Gemetzel“ bezeichnen kann.

    Keiner der eingeführten Charaktere scheint ein Sympathieträger sein zu wollen. Speziell Agent Isaac Brew, der sich rauchend, fluchend und anbandelnd durch die Seiten schlägt, ist keineswegs nicht nur ein „Antiheld“ oder „Bad Cop“, sondern ein Arschloch. Es passt jedoch in die Welt und Geschichte, wirkt nicht besonders aufdringlich oder aufgesetzt, sondern irgendwie natürlich.

    Das alles ist in kontrastreiche, stark rot eingefärbte Bilder gekleidet, die die Geschichte gekonnt transportieren. Künstler und Autoren bilden eine Einheit, die funktioniert und der es Spaß macht, in Form des Comics beizuwohnen.

    Fazit

    Besonders im ersten Drittel gewinnt der Comic enorm an Substanz und ist ein schöner Horrorschmöker für Zwischendurch. Später verkommt er nicht, doch wird generischer, in seiner Erzählweise lapidarer und gleichzeitig gestreckter, inhaltlich weniger kompakt und dadurch leicht verwässert wirkend . Insgesamt macht der Comic Spaß zu lesen, wenn man sich der makaberen Bilder stellen möchte. Nicht umsonst empfiehlt Panini den Comic erst für volljährige Leser.

     

     


  12. 3. Januar 2015 | Veröffentlicht unter Filme, Filmvorstellungen.

    Ein Film mit Profil: Rubber

    Von

    „Ein Profiler hätte den Ermittlungen gutgetan.“

    Genre: WTF-Horror-Kunstfilm
    Regisseur: Quentin Dupieux
    Darsteller: Stephen Spinella, Jack Plotnick, Wings Hauser
    Erscheinungsjahr: 2010
    Spieldauer:
    82 Minuten
    Originalton: Englisch (bei französischer Produktion)
    Trailer | „Rubber“ auf Amazon


    Inhalt

    Einer Gruppe wird eine Art Livefilm gezeigt, den sie in einer trockenen, kargen Landschaft mit Ferngläsern beobachten können. Dort, einsam und halb unter Staub begraben, erwacht ein Autoreifen zu neuem Leben. Auf wackligem Gummi blinzelt er in die Welt – nur um wenig später sein wahres Gesicht zu zeigen. Denn unter dem abgeschliffenem Profil vebirgt sich ein erbarmungsloser Killer!

    Rubber-03

    Kritik

    Der Film beginnt mit einer Demonstration über die Willkürlichkeit der Filmemacher: Der Protagonist, Lieutenant Chad, steigt aus dem Kofferraum eines Polizeiautos, gießt ein Glas Wasser vor den mit Ferngläsern bewaffneten Zuschauern aus und beginnt einen Monolog über eben jene Willkürlichkeit, bei der er die vierte Wand durchbricht und den Zuschauer vor dem Fernseher direkt anzusprechen scheint.  Dieses Mittel – Reflektion und unterschwelige Kritik am (Hollywood)Film zieht sich durch den gesamten Streifen. Ist am Ende die ganze Handlung lediglich Kritik am Filmbusiness und dessen Willkürlichkeit?

    Eingebettet in diese Rahmenhandlung, die einen immer wieder zu den Zuschauern zurückkehren lässt, dreht sich „Rubber“ um den Killerreifen Robert. In seiner Anfangssequenz noch furchtbar unbeholfen wirkend wie Bambi, der zum ersten Mal das Laufen lernt,  erlebt man sein Erwachen zum Mörder hautnah mit. Er arbeitet sich hoch: Erstes Opfer ist eine Dose, die er überfährt, es folgt ein Skorpion. Als er eine Flasche nicht überfahren kann, sie zu kompakt ist für ihn als Reifen, lernt er seine eigentliche Fähigkeit kennen: Per Telekinese kann er Objekte – und später auch Menschenköpfe – zum Zerplatzen bringen. Wenig später zählt auch ein Kaninchen zu seinen Opfern – und man sieht Robert glücklich und von fröhlicher Musik begleitet durch die Wüste schunkeln.

    Robert wirkt, obwohl er keinerlei Gesicht hat um seinen Gefühlen Ausdruck zu verleihen,  erstaunlich emotionsgeladen. Kleinste Nuancen in seinen Bewegungen lassen dies ebenso zu wie die musikalische Untermalung. Nie hat mich ein Reifen so berührt! (Zum Glück.) Ich habe mit ihm gelitten, mich mit ihm gefreut und am Ende… tja. Am Ende hat er mir doch zu viele Menschen umgebracht.

    „Rubber“ ist ein skurriler Film nicht nur über einen Killerreifen, sondern auch über Zuschauerarchetypen und fungiert nicht nur als Horrorpersiflage, sondern auch als Kritik am Filmsystem. Ob die Längen, die zwischendurch auftauchen, beabsichtigt sind? Keine Ahnung. Der Reifen nutzt sich schlichtweg mit der Zeit ab, da das Anschleichen an die Opfer stets einem gleichen Konzept folgt. Spannung kommt selten auf, dafür ist der Film wirklich niedlich. Die Idee des Films gefällt mir sehr. Sollte man zumindest mal quergeguckt haben!


  13. 6. Oktober 2014 | Veröffentlicht unter Filme, Filmvorstellungen.

    Hell – „Besonders wertvoll“?

    Von

    Habt ihr „Hell“ gesehen? Nein? Gut so.

    Das Filmdebut des Schweizers Tim Fehlbaum ist eine dubiose Chimäre bestehend aus Survival, Endzeit-Thriller und Texas Chainsaw Massacre. Ein blutleerer,ein trockener Film. Meines Erachtens nach. Die Filmbewertungsstelle Wiesbaden sieht das ganze freilich etwas anders und gab „Hell“ das Prädikat „besonders wertvoll“. „Besonders wertvoll“: Das beinhaltet laut Bewertungskriterien Originalität, zeitkritischer Inhalt, ein gewisser Anspruch… Kunst. Interessant.

    Dieses außerordentlich wertvolle Werk also handelt von einer nicht allzu fernen Zukunft im Jahre 2016, in dem die globale Erwärmung sein vorläufiges Maximum erreicht hat. Die Erde verdorrt, hinterlässt trockenen Staub und brüchige Gebeine am Wegesrand. Die Luft flirrt vor Hitze, die Sonne verbrennt Sträucher, Gräser, Haut. Man verfolgt die Spuren von drei Überlebenden dieser hyperaktiven Sonnenparty, die auf der Suche nach Wasser, Nahrung und Benzin Nena-hörend durch das verlassene Land fahren. Der größte Feind ist natürlich nicht die Sonne, sondern der Mensch. Kidnapper, Diebe, Kannibalen – die Liste an Widersachern ist lang.

    Doch zurück zu dem Prädikat. Was hat dieser Film, das ihn von anderen abhebt? Eine kleine „Analyse“.

    10 Dinge, an denen man einen „besonders wertvollen“ Film erkennt

    1. Der Titel birgt ein Synonym. Der ordinäre Filmgänger wird bei „Hell“ in Kombination mit dem Genre und Setting an die beliebte Hölle denken. Doch – Obacht und großes Augengezwinker – „hell“ ist auch ein Adjektiv. Verstehste? Es ist hell dort, wo die Sonne so stark scheint! Touché!
    2. Diffuse Kameraführung, Zoom auf triste Objekte, die an eine tiefere Bedeutung glauben lassen. Farben so verblichen wie die Seiten eines Mathematikbuches. Helle, sandige Töne, die künstlerisch wirken und die Szenerie zu einem Bildnis verstörender Schönheit werden lassen. So wundervolle Bilder, dass man den Ton ausmachen möchte, um sie besser genießen zu können. Den Ton ausschalten sollte man ohnehin. Dann muss man die flachen Dialoge nicht ertragen.
    3. Menschen werfen sich bedeutende Blicke zu. Blicke, die man selbst als empathischer Mensch kaum zu deuten weiß. Intellektueller Kniff des Regisseurs – oder doch eher schauspielerisches Unvermögen? Besonders eindringlich sind jene Blicke, so der Protagonist „99 Luftballons“ einwirft: Ist ihm schlecht? Ja, es sieht fast so aus, als müsse er sich aus dem Auto heraus übergeben. Eine versteckte Botschaft, eine Diffamierung Nenas? Warum sonst sollten diese Momente, immerhin auch zwei an der Zahl, so akzentuiert werden?
    4. Schwermut ist das oberste Gebot. Jedes Zucken eines Mundwinkels in höhere Gefilde kann das Verschwinden des Prädikats zur Folge haben. Die Welt ist schlecht, so schlecht. So schlecht, dass jede Freude aus den Protagonisten gesaugt wurde und auch der Zuschauer die Macht der Tristesse zu spüren bekommen soll. Schwermut: Das bedeutet Anspruch! Schade nur, dass diese tristen Themen so schnell daher rasen, dass man als Zuschauer kaum hinterher kommt. Setting: trist. Auf geht’s zum Dieb: Wie schlimm. Schnell weiter zum Kidnapping: Hach diese bösen Menschen! Huch, denkst du immer noch ans Kidnapping? Nein, los, wir reden hier bereits über die scchlimme Verletzung des einen! Lasst ihn ruhig zurück! Man kann es auch ohne ihn schaffen! – Habe ich schon erwähnt, wie schwermütig das macht? Zack, Kannibalen. Schlimm, schlimm. Wo waren wir doch gleich? Ach ja, bei den traurigen Gesichtsausdrücken. Ob ich meine eigenen Mundwinkel je wieder gen Himmel bewegen kann? Vermutlich nicht.
    5. Charakterentwicklung? No need for this. Ist die dicke Staubschicht erst einmal vom Charakter gewischt, erstrahlt er auch schon im plötzlichen, neuen Glanz. Einer so schönen, „wertvollen“ Entwicklung habe ich noch nie folgen dürfen.
    6. Sonnenbrillen werden üblicherweise mit „coolen Menschen“ assoziiert. Jegliche Verbindung zu solchen Individuum ist natürlich zu vermeiden, wenn man einen anspruchsvollen Film drehen will. Also lässt man sie einfach weg. Auch wenn die Sonne so heiß brennt, dass einem der Arm in Flammen aufgeht, sobald man ihn für zwei Stunden in der Sonne vergisst. Das menschliche Auge gewöhnt sich sehr schnell an horrende Sonneneinstrahlung, ganz bestimmt, also braucht auch niemand, der in der prallen Sonne steht, zu blinzeln oder die Augen zusammenzukneifen.
    7. Der Zuschauer soll sich offenbar noch im Kinosessel verdammt klug fühlen dürfen. Anders ist es kaum zu erklären, dass die Protagonisten sich klug wie vertrocknete Herbstblätter im Wind verhalten. Man wurde eben erst aus dem Kofferraum heraus beklaut? Macht nichts! Parken wir keine halbe Stunde weiter entfernt und verlassen es wieder, um zu dritt nach Parfum zu suchen, während das schwache Mädchen ohne Führerschein(kenntnis) im Auto sitzen bleibt! Eine adäquate Verteidigung für das Auto, denn – huch. Da fährt das Auto ja auch schon ohne uns weiter. Surprise.
    8. Schwierige Themen gehören oberflächlich und unsensibel behandelt! Kannibalentum? Jemand wird geschlachtet? Na ja, macht nichts. Man ist unter der Sonne ja auch schon ausgehärtet, da haut die Protagonistin von heute nichts mehr um. Wird lieber Zeit für einen heroischen Auftritt ohne Reue.
    9. „Los! Verfolgen wir das Auto!“ [halbe Stunde Wanderung] „Oh, hier ist ein Lager von irgendwem – und da kommt ja auch schon das Auto angebraust, das wir verfolgt haben!“ Merke: Logiklöcher in Raum und Zeit sind ein Zeichen von Qualität, denn es lässt einen philosophieren über das Raum-Zeit-Kontinuum! (Drölfzig Staffeln Star Trek wären auch zu anstrengend dafür)
    10. Langsam. Laangsam. Sind philosophische Abhandlungen spannend geschrieben? Nein. Folglich braucht man auch in einem besonders wertvollen Film keinerlei Spannung aufrecht erhalten. Verknüpft mit Schwermut, bezaubernden Bildern und staubiger Tristesse ergibt sich ein Film, der … oh, Verzeihung. Ich muss eingeschlafen sein.
    11. Bonus: Jeder, der den Film schlecht findet, hat ihn selbstverständlich einfach nur nicht verstanden.

     

    Ich erwarte wahrlich kein Splatterfest, keine Gewaltorgie und kein Spannungsfeld gigantischen Ausmaßes. Ich mag sehr wohl auch ruhige Filme, Filme, die etwas „zu sagen haben“ und Filme, die einen zum Nachdenken anregen. Das hat der Film jedoch nicht geschafft. Er „rusht“ in einer bemerkenswerten Langsamkeit durch das Geschehen; und diese Diskrepanz ist etwas, das mich nicht nur irritiert, sondern gleichzeitig ärgert.

    Die Prämisse ist nett, doch will „Hell“ wohl zu viel, bedient sich zu vieler Klisches, ohne gekonnt zu persiflieren und kupfert bei zu vielen Filmen ab, ohne dabei an Originalität zu gewinnen oder sie beizusteuern.

    Diesen Film kann man meiner Meinung nach getrost in Treibsand werfen oder von der Sonne noch weiter ausbleichen lassen. Oder wollt ihr euch selber von der besonders wertvollen Qualität überzeugen?


  14. 4. September 2014 | Veröffentlicht unter Filme, Trailer.

    Quasi jetzt gleich im Kino: Katakomben

    Von

    Vielleicht sollte ich lieber mal Rezensionen über bereits gesehene Filme schreiben, statt auf bald erst in die Kinos kommende Filme hinzuweisen. Aber hey! Hier geht’s um Archäologen! [Sidenote: Mein Studienfach] Oder sagen wir lieber so: Es geht um das, was sich AlrikNormalBürger unter „Archäologen“ vorstellt. Ein paar junge Menschen- Archäologen und Entdecker- steigen die Katakomben von Paris hinab, um diese weiter zu erforschen. Was sie dort unten finden werden, ist wohl das, was man von einem Horrorthriller erwartet: Das Grauen. Ein uraltes Mysterium wartet auf sie, gepaart mit den dunklen Vergangenheiten jeder einzelnen Person.

    300 km weit erstreckt sich der unterirdische Komplex, beherbergt die Überreste von rund 6 Millionen Menschen. Bis heute ist noch nicht alles erforscht und kartographiert, löst nicht allein deshalb eine morbide Faszination aus und veranlasst bspw. illegal agierende Hobbyforscher dazu, den Katakomben einen ungewollten Besuch abzustatten. Die aufgetürmten Schädel und Knochen, die man in dem nur etwa 2km messenden, der Öffentlichkeit zugänglichen Museumsabschnitt zu sehen bekommt, sowie die Enge und Dunkelheit der Gassen bringen längst nicht nur kleine Mädchen zum Schwitzen.

    Ich mag diese Art von Horror, wie ihn der Trailer suggeriert, sehr gerne, ebenso wie das fiktive Erforschen unbekannter Höhlen und Orte. Daher wird dieser Film wohl ein „Pflichtguck“ für mich sein, auch wenn ich noch daran zweifle, dass die Umsetzung so gut wird wie mir mein Kopf vorgaukelt. Dazu wird es dann definitiv ein Rezension von mir geben! Zum Film. Nicht zu den Stimmen in meinen Kopf.

    Der Kinostart ist auf den 11.9. datiert. Ob ich den Film, der übrigens unter der Regie von John „Quarantine“ Erick Dowdle steht, wirklich im Kino sehen kann oder später auf DVD, steht leider in den Sternen, da die Kinos in Köln Websites haben, die fast so unterirdisch sind wie die Katakomben selbst. Möglicherweise wurden sie auch vom Fantasy Filmfest unterjocht, man weiß es nicht. Falls also jemand von euch in diesen Film geht: Sagt mir gerne Bescheid, wie ihr ihn fandet! Mehr über den Film selbst erfahrt ihr auf der offiziellen Facebook-Präsenz.


  15. 3. September 2014 | Veröffentlicht unter Comics, Comicvorstellungen.

    [Webcomic] Satan Ninja

    Von

     

    Versetzen wir uns kurz in die 80er. Damals, als Arcade-Automaten noch hochmodern, Pixelgrafik der heißeste Shit und alles irgendwie voll des cheesy Glam war. Damals, als Actionhelden vor Testosteron nur so strotzten, leichtbekleidete Maiden auf ihren Retter warteten und die Bösewichter noch in knappen Strings herum liefen. Das ist das Setting des Webcomics Satan Ninja, in dem der schmächtige Nerd Eddie Dank eines mysteriösen Handschuhs Ninjakräfte erlangt und fortan in blutige Kämpfe verwickelt wird. Nachteil des Handschuhs: Er zieht die Aufmerksamkeit dämonischer Mächte auf sich. Und wenn es nach ihm ginge, hoffentlich auch bald die der Highschool-Schönheit Veronica, die sich für einen Loser wie ihn bisher nicht begeistern konnte. Dafür hat sie gerne Oralsex während der Autofahrt. Mit dem Coolsten der Schule, versteht sich.

    Autor Adam Dravian und Comiczeichnerin Jessica Safron spielen mit so ziemlich jedem Klischee, das die 80er zu bieten haben und lassen auch den ein oder anderen Seitenhieb auf jene Zeit nicht aus. Die Inspiration von Filmen wie Return of the Living Dead, Teen Wolf und The Toxic Avenger merkt man den knatschig bunten Seiten an. Bislang wird gut die Waage zwischen Action und Story gehalten, den Gewaltanteil würde ich als nicht dramatisch einschätzen, empfohlen wird der Comic trotzdem – vielleicht auch wegen des einen zu sehenden Penisses – ab 18.

    Bis jetzt sind 34 Seiten in zwei Kapiteln erschienen, weitere werden noch folgen und (fast) regelmäßig Samstags auf der offiziellen Website veröffentlicht.

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    satanninja

     


  16. 27. August 2014 | Veröffentlicht unter Bücher, Buchnews.

    Fear Street: R.L.Stine mordet wieder

    Von

     

    Wenn ihr in den 90ern aufgewachsen seid, habt ihr von der „Fear Street“ wohl zumindest etwas gehört. Eine Horror/Grusel-Buchreihe von R.L. Stine, die sich primär an junge Erwachsene weiblichen Geschlechts richtet und sich gerade Mitte der 90er großer Beliebtheit erfreute. Nach „Goosebumps“ und neben „Tales from the Crypt“ war das auch mein Einstieg ins Genre. Ganze Nächte schlug ich mir damit um die Ohren, mich vor Geistermassakern, rachsüchtigen Exfreunden und blutrünstigen Bestien zu fürchten. Gerade die Enden waren selten das, was man erwartete, was den Grusel letztlich nur noch verstärkt hatte.

    Nun sind zwanzig Jahre vergangen, ohne dass R.L.Stine etwas Neues zur Serie beigetragen hätte. Bis jetzt.

    Yay! Mein Teenagerherz hüpft!

    Insgesamt sieben Bücher sind geplant, wobei das erste, „Party Games„, bereits im Oktober erscheinen wird. Klassischerweise wird ein Mädchen zur Party ihres Schwarmes eingeladen. Die Sache hat nur einen Haken: Bei dem Schwarm handelt es sich um jemanden aus der Familie Fear und denen ist bekanntermaße absolut nicht zu trauen. Die Party, die auf der einsamen Fear-Insel steigt, hält, natürlich, einige tödliche Überraschungen bereit. Denn eines der vom Gastgeber geplanten Partyspiele ist so gar nicht das, was man sich unter einem lustigen Zeitvertreib vorstellen möchte.

    Ja verdammt! Es ist eine Jugendreihe und ich der Jugend schon seit… zwei Monaten entwachsen! *hust* Trotzdem freue ich mich irgendwie und werde in irgendeiner zukünftigen Nacht meine Nase in „Party Games“ stecken – begleitet von Finsternis und einer Taschenlampe mit dezentem Wackelkontakt. Bestimmt.

     

    via Jezebel

  17. 11. August 2014 | Veröffentlicht unter Dreckiger Rest, Kram&Gadgets.

    Wenn Kunst echt hässlich ist: Morgans Mutations

    Von

    Ratet doch bitte mal, wofür obige Skulptur ist. [insert Jeopardy-Musik] … Richtig! Es ist Christbaumschmuck!

    Diese und ähnliche wunderhübsche Teilchen stellt der Amerikaner Morgan Loebel her. Aus Polymer Clay bastelt er aderndurchzogenes Fleisch, brüchige, verfärbte Zähne und triefende Augen, die zumeist widerliche Mutationen zeigen. Teils fabriziert er aus diesen Scheußlicheiten picklige Ketten, teils nutzt er sie jedoch auch, um ernstere Themen anzuschlagen: So stellt er in einer Skulptur die „glamorous side of smoking“ dar. Der menschliche Körper nach dem Genuss von übermäßigem Nikotonkonsum mit verfärbten oder fehlenden Zähnen und Oraltumoren. Dezent übertrieben dargestellt, natürlich. Ganz dezent.

    Dass er als langjähriger Zahntechniker vom Fach ist, sieht man seinen Arbeiten an. Als (Ex-)Zahnarzthelferin sind mir sofort die von ihm modellierten Zähne aufgefallen! Sehr wirklichkeitsgetreue Fissuren und Verfärbungen! Wirklich, sehr schön. Generell hat es mir das Bunny allerdings am meisten angetan, hier als erstes in der kleinen Galerie. Seht euch nur dieses possierliche Pickelchen am Arsch an!

    Findet Morgan Loebel aka Morgans Mutations hier:

    DeviantArt | Facebook | Shop: Etsy

    gross_little_bunny_skull_pendant_by_morgansmutations-d6uabtl the_toxic_truth___making_some_ugly_by_morganwloebel-d6768eabad_seed_ii___the_transformation_challenge_by_morgansmutations-d7ns1n2Diablo3

     

     

     

     

     


  18. 7. August 2014 | Veröffentlicht unter Dreckiger Rest, Zeitschriften/Magazine.

    VIRUS Magazin

    Von

    Das 2004 zum ersten Mal erschienene Magazin wird in der kommenden, im September erscheinenden Ausgabe zehn Jahre alt. Grund genug, es hier an dieser Stelle einmal kurz vorzustellen.

    Themenbereiche: HorrorFilme | Art | Bücher | Gaming u. v. m.
    Verlag:
    Raptor Publishing
    Erscheinungsweise
    : 6x im Jahr
    Preis:
    €6,66
    Seiten:
    114
    Internetauftritte: Facebook | Verlagsseite

    Ja, es sieht schon hübsch aus, dieses dunkle Heft mit dem Hochglanzüberzug. Dieser optisch hervorragende Eindruck setzt sich auch zwischen den Deckseiten fort. Unter dem Oberthema Horror findet sich hier eine Vielzahl an Unterthemen, die kaum einen Wunsch offen lassen. Hauptaugenmerk liegt dabei definitiv auf Rezensionen von Neuerscheinungen und Fundstücken und genau deshalb kaufe ich mir dieses Magazin gerne: Es bietet einen sehr guten Überblick über Aktuelles im Horrorbereich. Ohne die Virus wäre ich kaum auf Perlen wie „John dies at the End“ oder „Tucker&Dale vs. Evil“ aufmerksam geworden. Filme, die fernab des Mainstreams liefen, von den Kinos weitesgehend verschmäht wurden und eben doch Einzug in eine Virus-Rezension fanden.

    Die Themen und das Layout sind definitiv die Dinge, die mir am positivsten auffallen. Es ist kein tristes Design, sondern im Gegenteil sehr inspiriert und passend zum Thema. Zusätzlich zu Rezensionen finden sich Interviews mit bspw. Regisseuren oder Autoren, Vorstellungen von etwa Künstlern oder Conventions und hin und wieder auch interessante Berichte über Hintergründe des Genres. Sehr gut finde ich auch, dass nicht nur auf Neuerscheinungen und News Wert gelegt wird, sondern auch die Nostalgie nicht zu kurz kommt: Ob VHS-Sammler, Groschenromane aus den 70er-Jahren oder alte Monsterfilme – kaum etwas bleibt unbesprochen.

    Nun liegt der Teufel bekanntlich im Detail. Ich kenne kein anderes Magazin, das derart viele Rechtschreib-, Grammatik-, und Zeichensetzungsfehler beinhaltet wie die Virus. Man kann kaum eine Seite umblättern, ohne dass einem ein Fehler ins Auge springt. Gut, vielleicht bin ich, was das angeht, auch generell sehr streng. Doch kann man von einem Magazin, das immerhin 6,66€ kostet, nicht ein anständiges Lektorat erwarten? Ich glaube doch. Eigentlich. Mir ist es ein Rätsel, weshalb da nicht näher hingeguckt wird. Auch ist mir der Schreibstil so manchen Autorens nicht „reif“ genug, um für ein Magazin zu schreiben, das zumindest derart professionell wirkt und aller Wahrscheinlichkeit nach auch so wirken will. Und das verdammt nochmal – ja, ich wiederhole mich – 6,66€ kostet!

    Trotzdem – und trotz so manchen Spoilers – kann und möchte ich die Virus empfehlen. Wie kein anderes mir bekanntes Magazin schafft sie es, alles zu vereinen, was mich im Horrorbereich interessiert. Ich hoffe, dass die Autoren irgendwann die Kurve kriegen werden, denn die angesprochenen Probleme sind nicht neu.


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  19. 25. Juli 2014 | Veröffentlicht unter Filme, Trailer.

    Knights of Badassdom

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    LARP-Spaß im Splattergewand mit Schauspielern aus Game of Thrones, True Blood und Firefly. Die Prämisse laut Trailer: B-movieeskes Persiflieren der LARP-Szene , ohne sich selbst dabei zu ernst zu nehmen. Worum geht’s genau? Eine Gruppe von Freunden bricht zu einem LARP, dem „Evermore“,  auf, um den frisch von seiner Freundin verlassenen, deprimierten Joe auf andere Gedanken zu bringen. Mit Hilfe eines auf eBay ersteigerten Zauberbuches schaffen sie es auch tatsächlich – nur auf gänzlich unerwartete Weise: Sie beschwören mit dem Buch aus Versehen einen Dämon, der allerlei blutiges Chaos anrichtet.

    Die Weltpremiere erfuhr er im Herbst letzten Jahres auf dem „Icon„-Festival in Tel-Aviv, Israel; die Kinopremiere folgte im Fruhjahr dieses Jahres nicht ganz auf dem Fuß, woraufhin er als Video on Demand zur Verfügung stand. Die Reaktionen waren gespalten: Die einen attestierten dem Film Schlechtheit gröbsten Ausmaßes, während die anderen ihn ob seines biergeschwängerten Humors lobten. Ein typischer Trash-Spaßfilm also, den man entweder liebt, oder hasst. Oder genauer: Ein Film für mich.

    In Deutschland wird er im Herbst als DVD erhältlich sein. Zuvor jedoch kann man ihn an einem Tag im Kino bewundern. Am 18. August wird er in 59 teilnehmenden Kinos zu sehen sein. Der Vorverkauf ist eröffnet!


  20. 10. Juni 2014 | Veröffentlicht unter Comics, Comicvorstellungen.

    Kennt ihr eigentlich schon… Crossed?

    Von

    Vor zwei Jahren hatte ich den ersten Band bereits vorgestellt, doch da seitdem so viel Zeit vergangen ist und ich erst heute auf den Webcomic gestoßen bin, krame ich das Thema wieder aus seiner blutigen Versenkung hervor.

    Ähnlich einer Zombiekalypse werden normale Menschen zu „Crossed“ – oder auch Plusfaced genannt – : Zu mordlüsternden, irren, vergewaltigenden Monstern, die darüberhinaus durch ein blutverschorftes Kreuz im Gesicht zu erkennen sind. Dieser erste Comic, damals noch geschrieben von Garth Ennis und illustriert von Jacen Burrows, bildete einen kleinen Meilenstein in meiner ganz persönlichen Geschichte als Horrorfan. Er hat mich nachhaltig durch Absurdität und Grauenhaftigkeit beeindruckt – und durch seine Erzähldichte mitgerissen. Die nachfolgenden Bände konnten da längst nicht heran reichen. Mir fehlte die Tiefe bei gleichzeitiger, auf mich uninspiriert erscheinender Gewaltexplosion.

    Warum ich nicht früher auf die Webserie „Wish You Were Here“ von Si Spurrier als Autor und Javier Barreno bzw.  Fernando Melek als Zeichner gestoßen bin, ist mir schleierhaft, denn sie begann bereits im Jahre 2012. Gut, man könnte es auch schlichtweg „gutes Timing“ nennen, denn sie endet nach 4 Kapiteln und bislang 88 Episoden in den nächsten Wochen. Nebst des kostenlosen Webcomics kann man sie natürlich auch in Print erstehen. Drei Bände liegen bereits vor, der finale vierte Band wird im August erscheinen.

    In „WishYou Were Here“ verfolgen wir die Geschichte von dem Autoren Shakey und dessen mehr oder minder freiwilligen Kameraden, die es auf eine Insel verschlagen hat, von der aus sie sich der Infizierten erwehren und versuchen, irgendwie zu überleben. Diese Story wartet nicht nur mit allseits beliebten, ekelhaften Momenten auf, sondern auch mit interessanten Charakteren und Wendungen, die man so nicht unbedingt vermutet oder erhofft hatte.

    Für mich ist es ein bisschen back to the roots und ich freue mich sehr auf die Auflösung des ganzen! Nachlesen könnt ihr die ganzen Kapitel hier. Ansonsten lege ich euch natürlich das noch immer unübertroffene Original von Garth Ennis ans Herz.