1. 4. November 2016 | Veröffentlicht unter Comics, Comicvorstellungen.

    Batmans meets Turtles meet Ra’s al Ghul = Comicempfehlung!

    Von

    Genre: Action, Superhelden
    Autor: James Tynion IV
    Ursprungsidee:
    Peter Laird, Kevin Eastman
    Illustratoren:
    Freddie E. Williams II
    Erscheinungsform: 
    140 Seiten, Hard/Softcover, enthält Issues 1-6 (abgeschlossen)
    Verlag: DC Comics / IDW Publishing / Panini
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    Dank eines perfiden Plans des possierlichen Krang landen nicht nur die Turtles, sondern ausgerechnet auch Shredder samt Foot Clan in einer anderen Dimension – und landen punktgenau in Gotham City. Dort mischen sie ein Labor auf und entwenden aus sicher sehr heroischen Gründen einen wichtigen Generator, der in den falschen Händen Grausames anrichten kann. Prompt werden sie vom überlebenden Laborpersonal als Monster und Kumpanen der Foot identifiziert. Logisch, dass sofort Batman gerufen wird, um der Schildkrötenplage Herr zu werden. Dass sich das erste Aufeinandertreffen der Ritter des Rechts ein ganz klein wenig schwierig gestaltet, steht da außer Frage.

     

    Screen_Shot_2015-12-09_at_11.34.24_AM.0Was klingt wie ein wahr gewordener Traum der Kinder der 80er und 90er ist auch tatsächlich und erstaunlich unterhaltsam. Wir finden hier eine stark unterhaltende Mixtur der bekannten Helden vor, die sich auch und vor allem in den dunklen Momenten nicht zu verstecken braucht. Dabei harmonieren Batman mit seinen Kumpanen wie auch Schurken und die Turtles ausgesprochen gut miteinander, die beiden Welten werden gekonnt zu einer verknüpft, was nicht unpassend oder erzwungen wirkt. Unterstützt wird dieser Eindruck von den hübschen Zeichnungen, die sowohl den Charakter der finster dreinblickenden Fledermaus, als auch die Atmosphäre der Turtles-Comics einzufangen vermögen.

    Während sich die ersten Kapitel mit der Spannung zwischen den Turtles und der freundlichen Fledermaus von nebenan beschäftigen, werden die Schurken erst in den darauffolgenden richtig in Szene gesetzt. Dann, wenn die Helden endlich zusammenarbeiten, entfaltet sich das zerstörerische Potential des Feindes. Zusammen mit dem Pinguin, Ra’s al Ghul und allerlei anderem Gezücht Gothams bereitet sich Shredder auf eine kleine Mutagen-Apokalypse vor, die Gotham verschlingen soll…

    batman-teenage-mutant-ninja-turtles-t-rexSowohl zwischen den Zeilen, als auch im direkten Dialog zünden die Gags, die einerseits auf der Metaebene stattfinden und andererseits in den Charakteren begründet liegen, die ebenso gut getroffen sind wie die Optik derer. Wenn Donatello einen leicht philosophisch angehauchten Monolog über seine Heimatstadt hält, horcht das Fanherz auf, wenn Michelangelo sein Videospiel in Trümmern sieht, weint es ein bisschen mit und selbst Alfred und das – zugegebenermaßen sehr gewöhnungsbedürftig anmutende – Batmobil bekommen ihre Momente. Natürlich besonders spaßig wird es, wenn die Recken mit den Gegebenheiten des jeweils anderen konfrontiert werden; Batman etwa genüsslich an einer Pizza knabbert oder Michelangelo durch die Batcave surft.

    Das Crossover an sich wird durch zwei Kämpfe schön verdeutlicht: Während sich Batman gegen die Foots behaupten muss und dabei einen ersten, ehrfurchtsgebietenden Blick auf Shredder werfen kann, mühen sich andernorts die Turtles mit dem Killer Croc ab. Die Kämpfe an sich sind nett anzusehen, gehen jedoch nicht zu sehr ins Detail. Letzteres erfährt im finalen Kampf leider seinen negativen Höhepunkt: Hier wird der Endkampf derart schnell und vergleichsweise lieblos abgehandelt, dass die Masse der eigentlich hochgradig vielversprechenden Bösewichte doch arg verschwendet wird.

    batman-turtlesWir reden hier nicht von den aktuellen Versionen der jeweiligen Helden, aktuelle Ereignisse stehen hier also außen vor. Der Comic funktioniert als zeitloser Einzeltitel und das ist wohl auch gut so. Ich habe die 6 Issues umfassende Geschichte mit Genuss gelesen und hoffe sehr, dass es nicht das letzte gemeinsame Abenteuer dieser edlen Recken bleibt! Batman, wie wär’s mal mit einem kleinen Ausflug nach New York?

    Autor: James Tynion IV | Illustrationen: Freddie E. Williams II | Verlag: DC Comics / IDW Publishing / Panini | Format: 140 Seiten, Hard/Softcover | Bestellen

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  2. 24. Oktober 2014 | Veröffentlicht unter Comics, Comicvorstellungen.

    TMNT: Change is constant

    Von

    Genre: „Superhelden“
    Autor:
    Kevin Eastman, Tom Waltz
    Illustrator: Dan Duncan
    Erscheinungsjahr:
    2012
    Erscheinungsform:
    104 Seiten, Band 1 von X
    Verlag: IDW Publishing | Panini
    AmazonlinkOriginalsprache: Englisch


    Inhalt

    Die mutierte Katze Old Hob mit seiner Gang stehen ihnen gegenüber: Den drei Ninja Turtles und ihrem Meister Splinter. Was folgt, ist klassisches Gangsterbashing wie wir es von den Turtles kennen. Doch Moment: Drei Turtles? Waren es nicht eigentlich 4? Richtig, Raphael fehlt, und das seit bereits einem Jahr. Nur wenige Momente vor ihrer Mutation wurden die vier Brüder getrennt, gewaltsam auseinander gerissen, grausam entzweit, entsetzlich ge- ok, das reicht.

    Der Comic erzählt die Suche der drei Turtles mit ihrem Meister nach Raphael, ausgeschmückt mit zahlreichen Rückblenden, die die Entstehungsgeschichte der Turtles und ihr Zusammentreffen mit Casey Jones und April zeigen.

    Kritik

    turtles2Back to the Roots. Nicht nur der raue Zeichenstil und die Farben der Augenbinden – allesamt Rot – deuten darauf hin, sondern auch das Mitwirken von Kevin Eastman, seines Zeichens Mitschöpfer der vier bewaffneten Schildkröten. Dieses Oldschool-Gefühl setzt sich durchaus auch in der Story selbst fort. Es ist brutaler als die klassische Serie ohne dass es in einer Blutorgie ausarten würde. Die Kämpfe sind rasant und die Sprüche gerne auf dem Punkt, wie man es von den Turtles erwarten würde. Die Änderungen, die im Vergleich zu anderen Turtles-Storys vorgenommen wurden, sind weder zu penetrant, noch wirken sie deplatziert – wie auch, ist es doch endlich wieder an die originale Story angelehnt. So ist bpw. April statt einer rasenden Reporterin eine Biologie-Studentin, die den Schildkröten auch ihre Namen verleiht.

    Erlebte Nostalgie kann und darf natürlich nicht alles sein und glücklicherweise ist es das auch nicht. Es ist ein eigenständiger Comic mit frischen, neuen Ideen, die sich perfekt an das alte Schema schmiegen und dieses sogar ein wenig zu persiflieren wissen. Referenzen finden sich zum Beispiel in Form eines Shirts mit Cowabunga-Schriftzug, womit sich die neue Serie auch ganz klar von der alten Zeit abgrenzt.

    Ein wenig schwächelt die Charakterzeichnung. Noch wirken die Turtles relativ flach, speziell Michelangelo und Donatello wirken zum Zeitpunkt der ersten Ausgabe noch generisch und austauschbar. Auch ist mir die Beziehung zu Splinter zu wenig ausgereift. Es reicht mir nicht, wenn er sich gleich zu Beginn direkt als ihr Vater erklärt und sie ihm sang- und klanglos folgen. Da fehlt mir mehr Tiefgang.

    turtles 012Gerade bei Splinter jedoch merkt man gleichzeitig auch das Geschick Dan Duncans, der die Mimik von Ratte und Schildkröten vor allem im nicht mutierten Stadium sehr schön eingefangen hat. Ich halte es für schwierig, Tieren zeichnerisch eine Seele zu verleihen, hier hat man es definitiv geschafft. (Aaaw, wie possierlich die Turtles doch sein können! ♥  Verzeihung.)

    Da es der Anfangsband ist, darf man noch gespannt sein, wie sich die Beziehung zum Antagonisten Old Hob noch entwicken wird, schließlich fußt sie auf den tatsächlichen Wurzeln der Mutanten und hat viel Potential. Auch Krang findet Erwähnung, doch hat man ihn noch nicht zu Gesicht bekommen. Lange warten muss man freilich nicht, sind im Amerikanischen doch bereits 9 Bände erschienen und bei Panini 4, wobei Nr. 5 nun im November folgt.

    Fazit

    Ja, das sind definitiv die Ninja Turtles. Unterhaltsam, cool gezeichnet und mit vielversprechender Zukunft.