1. 1. November 2016 | Veröffentlicht unter Filme, Filmvorstellungen.

    It’s Strange. Doctor Strange.

    Von

    Regie: Scott Derrickson | Darsteller: Benedict Cumberbatch, Chiwetel Ejiofor, Rachel McAdams | Studio: Disney | | Laufzeit: 130 Minuten | Vorbestellen

    Doctor Strange ist einer meiner Lieblingssuperhelden. Grund genug, pünktlich zur Premiere füßescharrend vor dem Kino aufzutauchen und jaulend an der Tür zu kratzen. Das hat mir leider ein paar Tage im Arkham Asylum eingebracht, weshalb ich erst jetzt ein paar Worte über den Film verlieren kann. Vielleicht war ich aber auch nur zu glückstrunken um zusammenhängende Sätze herauszubringen  – denn der Film hat meine Erwartungen erfüllt und mich ein kleines bisschen glücklich gemacht.

    Worum geht’s eigentlich?

    Doch, wie stets, der Reihe nach. Zu Beginn begleiten wir den Neurochirurgen Dr. Stephen Strange in den letzten Zügen seines normalen, egogeschwängerten Lebens als Arzt. Arrogant und egozentrisch wie der erfolgreiche und zugegebenermaßen  hochbegabte Dr. Strange auch ist, weint man dem Drama, das sich um seine Existenz spinnt, kaum nach: Bei einem Unfall (der selbstverständlich durch zu schnelles Fahren seiner motorisierten Penisprothese geschieht) werden Stranges Hände derart verletzt, dass er seinen Beruf nicht mehr ausüben kann. Verzweifelt stürzt er sich in ein Meer aus Alkohol und Verbitterung, bis er – mittlerweile verarmt und schweißgetränkt – gen Himalaya reist, um dort den sagenumwobenen Ancient One aufzusuchen, der zerstörte Gliedmaßen wieder zu heilen vermag. Es kommt, wie es bei Marvel kommen muss: Strange wird in die Geheimnisse einer für ihn bis dato fremden Macht, ja ein ungesehenes Universum eingeführt. Und das ist verdammt gut so, denn die ersten Schurken stehen bereits Schlange, um den neuen Magier gebührend zu empfangen…

    Und wie ist der Film so?

    Der Name „Doctor Strange“ steht nicht unbedingt für die albernsten Plots innerhalb des Marveluniversums und doch habe ich gut gelacht. Mein Sitznachbar Thilo ist bei einer bestimmten Szene sogar schier vom Sessel geplumpst – und ich daraufhin fast hinterher. Man muss ja Solidarität für seine Bloggerkollegen beweisen. Neben dem Humor ist es sicher auch die fantasievolle, bunt schillernde Visualisierung, die sowohl Film, als auch die Comicvorlagen ausmachen. Nicht umsonst war Doctor Strange einst in gewissen, dampfschwebenden Kreisen äußerst beliebt. Optisch unglaublich eindrucksvoll, lustig – und dennoch tiefgründig.

    Wer sind wir? Was ist die Welt – und welche Rolle nehmen wir in dieser ein? Die Fragen des Seins werden hier gerne zwischen den Zeilen besprochen oder zumindest angerissen, wobei die immerwährende Magie Teil des Kosmos‘ ist, der sich dem Zuschauer entfaltet; beinahe eine weitere Figur im Cast darstellt. Lange habe ich keinen Film mehr gesehen, der mich derart gut und über die vollen zwei Stunden hinweg unterhalten konnte. Da sehe ich auch gerne über die kleinen Unzulänglichkeiten wie etwa den mangelhaften Bösewicht und das viel zu zügig verlaufende Training Stranges hinweg. Hier bin ich Konsument, hier kaufe ich ein. Oder so.strange

    Aber hey! Wurde der comic’sche Strange denn verhunzt?!

    Doctor Strange ist und bleibt Doctor Strange. Nicht nur gab es ein paar Anspielungen auf die Comics, auch ganze Handlungsstränge wurden gekonnt übernommen. Cumberbatch mimt den Doctor in seiner liebevoll arroganten Art, die sich zu sehen lohnt, die Ancient One ist zwar ungewohnt und politisch für manche unzumutbar inkorrekt, dafür jedoch im Kern dargestellt wie in den schriftlichen Ausgaben und – ach. Hier könnte nun eine bis ins letzte Detail ausgefeilte Rezension- einer Doktorarbeit würdig – stehen, doch was ist wichtiger als mein Fazit zu diesem Film? Ich mag ihn. Sogar so sehr, dass er instant zu einem meiner liebsten Superheldenfilme aufgestiegen ist. Ihn im Kino zu sehen kann ich also wärmstens empfehlen. Er hat alles, was ein guter Film der Popkultur braucht.

    Und was sagen die anderen?

    Natürlich musste ich auch mal zu anderen Bloggern herüber blinzeln. Nicht jeder war so angetan wie ich, aber hey, man kann es nicht jedem recht machen. Eine kleine Auswahl an Kommentaren habe ich euch hier zusammengestellt. Man ist ja nicht der Nabel der Welt. Fussel sind eh nicht so mein Fall.


    „Inhaltlich fällt der Film dahinter leider deutlich zurück. Zu viele Witze und One-Liner stören den Spannungsaufbau. Antagonist Kaecilius (Mads Mikkelsen) bleibt zu blass, bekommt zu wenig Tiefe. Seine Hintergrundgeschichte wird nur angedeutet, was seine Motivation zu sehr ausdünnt. Zwischen ihm und Doctor Strange gibt es im ganzen Film nur einen längeren Dialog, der leider sehr platt bleibt. Es scheint immer mehr zum Problem von Marvel zu werden, einen überzeugenden, gut geschriebenen bösen Gegenspieler abzuliefern.“ (Lara von polygamia.de unter dem Titel „Spektakel der magischen Art. Doctor Strange“)

     

    „Die Handlung des Films ist eine Origin Story, die im Fall von Dr. Strange jedoch auch dringend nötig ist, um in den Charakter und die Welt einzuführen. Häufig empfinde ich Origin Stories als langatmig und teilweise fast überflüssig, da sie mich unnötig auf die Folter spannen. Doch durch die guten schauspielerischen Leistungen, nicht nur von Cumberbatch, ist der Film nie langweilig und erreicht eine angebrachte, dramatische Tiefe.“ (Thilo von nerd-wiki.de unter dem Titel „Dr. Strange ist eine Dimension für sich„)

     

     

    Regie: Scott Derrickson | Darsteller: Benedict Cumberbatch, Chiwetel Ejiofor, Rachel McAdams | Studio: Disney | | Laufzeit: 130 Minuten | Vorbestellen

    Kaecilius: How long have you been at Kamar-Taj, Mister…
    Dr. Stephen Strange: Doctor.
    Kaecilius: Mister Doctor.
    Dr. Stephen Strange: It’s Strange.
    Kaecilius: Maybe. Who am I to judge?


  2. 21. Juli 2016 | Veröffentlicht unter Filme, Filmvorstellungen.

    Star Trek Beyond: 5 gute Gründe, doch noch ins Kino zu gehen

    Von

    Viel spricht gegen diesen dreizehnten Star Trek-Film: Regie führt Justin Lin, der sich für „Fast and Furious“ verantwortlich zeigt und dem manche höchstens ihre Star Trek-Actionfiguren anvertrauen würden, es ist ein Film „ungerader Nummer“ und irgendwie stehen ohnehin viele Trekkies mit dem Reboot auf Kriegsfuß. Es sei zu glatt, zu neu, zu uncharmant, zu wenig Star Trek. Kann man sich Beyond dennoch ansehen? Dieser Film, in dem es Kirk und Co getrennt voneinander auf einen fremden Planeten verschlägt, in dem die Enterprise zerstört, nahezu vernichtet wird und in dem es wieder gegen einen übermächtigen Antagonisten geht? – Ich war im Kino. Und kann euch zumindest meine bescheidene Meinung darlegen:

    Ja. Der Film lohnt sich. Warum? Darum:

    • Das Trio Infernale ist wieder da. Kirk, Pille, Spock, das Triforce star trekscher Macht wird hier gekonnt und in altbekannt augenzwinkernder Manier in Szene gesetzt. Wir erleben hier eine erwachende Bromance zwischen Pille und Spock live mit, können über diesen und jenen Schlagabtausch herzlich lachen und gerade diese drei Figuren sind es, die besonders Leben in die Riege der Crew einzuhauchen vermögen. Besonders betonen möchte ich an dieser Stelle Karl Urban, der Pille auf den Punkt verkörpert. Er lässt McCoy mit dessen trockenem Humor wiederaufleben, dass es eine wahre Freude ist. Pille for president!
    • Es gibt (humorvolle) Referenzen. Stein und Fels aus Pappmaché. Kirk mit zerrissenem Shirt. „Ich bin Arzt, kein …!“. Aufgeplusterte Lebensformen, die insbesondere mit Masse beeindrucken. Ein schmales Retrofeeling schiebt sich durch den Hochglanz der Optik und verbreitet ein wohliges Flair. Charmant werden Brücken zu TOS geschlagen, die unterhaltsam durch die zuweilen lose wirkende Handlung tragen. Es ist neu – und zugleich dezent alt. Und das ist gut so.
    • Die Bildgewalt ist Wahnsinn. Ja, „Buh“, Effekte sind die glitzernd triefenden Arschlöcher der Filmkultur. Doch weshalb sollte nicht etwas gewürdigt werden, das essentiell für dieses Medium ist? Sehenden Auges gehen wir ins Kino, optische Reize sind es, die uns die zwei Stunden hinweg begleiten. Wuchtig, brillant, dreckig und beeindruckend; so wird der Weltraum, wird der fremde Planet visualisiert, in all ihrer Pracht. Weltraumschlachten, die rasant und spannend wirken selbst wenn man das Ende bereits erahnt. Doch wen kümmert es, wenn man bereits auf das befreite Gelächter der Crew am Ende des Films wartet, wenn man das Ende bereits zu kennen glaubt – wenn der Weg dorthin doch das Ziel ist? Die Bilder sind schlichtweg beeindruckend und machen Spaß.
    • Die Figuren machen Spaß. Nicht nur die bereits bekannten Gesichter, auch neu hinzugekommene wie die Kriegerin Jaylah, gespielt von Sofia Boutella sind es wert, betrachtet zu werden. Es sind keine flachen Figuren, seien sie weiblich, homosexuell oder weiß; keine Abziehfigürchen, sondern Menschen mit Profil und ohne großes Klischee. Sicher: Wir finden hier Archetypen vor: Den Draufgänger, die kühle Intelligente, den Zyniker, doch sind es die Facetten, die sie zum schillern bringen. Gerade Jaylah hat mich überzeugt. Ich mag ihr Charakterkonzept, ihr Auftreten, ihren Stil. Selbst der Antagonist Krall, gespielt von Idris Elba, bildet da keine Ausnahme. er ist der bislang für mich beste Schurke des Reboots. Mit Abstand.
    • Er ist kurzweilig. Er macht Spaß. Raumschiffe werden originell eingesetzt. Ich habe mich nicht gelangweilt. Kurz: Ich fand ihn gut.

    Nein,

    Beyond ist keine Offenbarung. Hier werden keine philosophischen Fragen aufgeworfen oder gar tiefgründig erschürft. Auch steht eher die Optik im Vordergrund denn der Plot, der an mancher Stelle recht dünn daherkommt und bei dem Spock sicher ab und an skeptisch die Augenbraue erheben würde. Gut unterhalten gefühlt habe ich mich allemal und er hat die beiden bisherigen Filme des Reboots überholt.

    Das Reboot ist noch immer, trotz aller Referenzen, nicht das „alte Star Trek“. Das will es aber auch gar nicht sein. Und das ist ok – wenn man sich darauf einlassen kann und Actionkino nicht grundsätzlich verteufelt.


    Genre: Sci-Fi, Action
    Regisseur: Justin Lin
    Schauspieler:
     Chris Pine, Zachary Quinto, Anton Yelchin, Simon Pegg
    Erscheinungsjahr:
    2016
    Spieldauer:
    123 Minuten
    Originalton: Englisch
    Trailer | Vorbestellen


  3. 26. Mai 2016 | Veröffentlicht unter Filme, Filmvorstellungen.

    Warcraft: The Beginning – B-Movie im AAA-Gewand

    Von

    Die Geburtsstunde des ewigen Kampfes Mensch gegen Orc endlich auf Leinwand gebannt: Die Horde fällt durch ein Portal in Azeroth ein, gestützt auf den gequälten Seelen gefangener Draenei, deren schwindendes Leben das magische Portal nährt. Die eigene, verrohte Welt hinter sich lassend erobern die Orcs erste Menschendörfer, stets unter Aufsicht des finsteren Hexenmeisters Gul’dan, dessen garstig-grüne Magie bereits beginnt, die blühende Natur zu verderben.

    Unterdes sind die Menschen unter König Llane Wrynn nicht nur schockiert über die fremdartige Invasion, sondern auch über die Entdeckung des Fel; eine schreckliche Form der Magie, die das Leben vernichtet und glücklicherweise schnell vom gescheiterten Magierlehrling Khadgar aufgespürt werden konnte. Der eilig zusammengestellten Truppe um Ritter Anduin Lothar und dem dezent entrückt wirkenden Wächter Medivh gebührt nun die Ehre, Land zu Leute zu verteidigen – und zu ermessen, ob man dem orcischen Häuptling des Frostwolfclans Durotan trauen darf, dessen Erkenntnis das Schicksal beider Parteien empfindlich beeinflussen kann.

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    „Hier war ich schonmal!“

    Erinnert sich noch jemand an den alten Trailer zu World of Warcraft? „Sieht das geil aus!“, dachten die meisten und hofften, dass irgendwann in ferner Zukunft hoffentlich ein Film so aussehen könnte. Nun ist er da und sieht prächtiger aus als als man es sich erträumt hatte. Die Pixel haben Fliegen gelernt. Sie fliegen, hoch und weit – und stürzen doch ab, getroffen von der Nichtigkeit der Charaktere und dem blassen Erzählstil.

    Zunächst jedoch staunt man über das nahezu perfekte CGI, das die Orcs zum Leben erweckt und die Orte, die man einst virtuell bereist hat und die man nun derart plastisch vor sich sieht. Sturmwind – na klar, genau dort stand ich auch! Elwynn Forest – Oh hallo, Goldshire, wo ich mein erstes Bier trank! Und dort, das ist die Schwarzfelsspitze! Wenn einem dann noch das murloc’sche Blubbern ins Ohr dringt, hat man sich irgendwie verliebt.

    Reicht Verliebtsein? Nicht über eine lange Zeit hinweg. Zu wenige Anspielungen lassen sich finden, zu wenig wurde auf Details geachtet, die für Aha-Momente hätten sorgen können. Es fehlt, wie so oft, an Seele und vielleicht auch Herzblut und Selbstironie. Ein Schaf macht noch keine Herde – und viele Namen noch keinen vielschichtigen Plot.

    WARCRAFT-THE-BEGINNING-First-Look-Character-Poster

    Ein Lvl-1 Plot

    Selbst der Warcraft-Gamer wird sich bei der Vielzahl an Namen ein Smartphone zur Hand wünschen, in dem er nebenher googlen kann um sich die ganzen Verknüpfungen zu erschließen, zumal der Film nicht hundertprozentig der bekannten Lore folgt. Wenig Zeit wird sich genommen, die einzelnen Figuren zu charakterisieren, weshalb sie, so gänzlich ohne Substanz, sehr fragil wirken. Schablonenhaft wie die generische Geschichte, die sich um Verrat und Besessenheit windet und doch wieder nicht die Zeit findet, einzelne Aspekte hinreichend zu beleuchten und zu akzentuieren und sich lieber in Althergebrachtem verliert.

    Dabei hat die Welt Warcrafts mehr zu bieten als gestelzt wirkende Dialoge, wirkte in seinen Spielen durchdachter und logischer als der Film, dessen Protagonisten zum Teil handeln, als hätten sie noch nie Krieg geführt. Wie unterschiedlich diese oder jene Schlacht verlaufen wäre, wenn nur eine Minute länger gedacht und geplant worden wäre … Unheimlich viel Potential wurde verschenkt und die Atmosphäre dadurch verwässert, dass weder die humorvollen Szenen pointiert, noch die anspruchsvollen substantiell genug waren. Das Schicksal der meisten der Figuren würde man mit einem Schulterzucken abtun.

    Buff-Food fürs Auge

    Selten steckte hinter den kopfgroßen Fäusten der Orcs mehr Wucht wie in dieser Darstellung. Brachiale Hämmer, gewaltige Äxte, riesige Muskelberge und Hauer machen die grünen und braunen Orcs zu Kampfmaschinen, denen man sich als Mensch nicht entgegenstellen will. Die Angst der menschlichen Soldaten ist verständlich, sie werden niedergeschmettert und zusammengedrückt wie Konservendosen. Die visuelle Kraft ist beeindruckend nicht nur in der Darstellung der Orcs, sondern der ganzen Welt. Es macht unheimlich Spaß, dort einzutauchen und die Magie zu erleben, die durch die Welt fließt wie in kaum einer anderen.

    Diese Diskrepanz zwischen großartiger Optik und mäßiger Story lässt den Eindruck eines B-Movies im AAA-Gewand zurück, der definitiv sehenswert ist, jedoch mehr hätte sein können. Für Warcraft-Spieler ist er ein Fest für die Augen, zuweilen etwas zäh und definitiv vorhersehbar, dabei jedoch immer zumindest auf einem Mittelmaß unterhaltsam.

    Hoffnung auf mehr

    Obwohl ich den Plot und die Figuren nicht großartig finde, so habe ich den Film doch sehr genossen. Als langjährige WoW-Spielerin war es mir ein Fest, im Kino mit dem Greifen über die Landschaften zu fliegen und hätte das gerne auch noch stundenlang weiter genau so haben können. Die 08/15-Geschichte hätte ich fast nicht gebraucht. Es ist ein bewegter Bilderband, ein blutiger Reiseführer durch Azeroth, der auf die Orte zwar viel zu wenig eingeht, aber doch für genug verträumte Momente sorgt, dass ich hoffe: Lass es eine Fortsetzung geben. Ich will Gnomeregan und Hogger sehen, die Tauren bestaunen, Untote fürchten und mehr über den kleinen Orc erfahren, der von seiner Mutter auf dem Fluss ausgesetzt wird und später zu einem der größten – ich möchte nicht spoilern. Doch ich möchte mehr.

    Fazit

    „Warcraft – The Beginning“ ist kein guter Film. Er ist aber auch nicht schlecht – zumindest nicht für mich, die die Spiele gespielt hat. Mir wird zu wenig auf Hintergründe eingegangen, die Szenenwechsel erfolgen zu abrupt und ich hätte mir wesentlich mehr Anspielungen gewünscht. Für Nicht-WoWler ist der Film vermutlich nicht mehr als ein verdammt großartig aussehender B-Movie. Und trotzdem bereue ich den Kinobesuch in keinster Weise.


  4. 2. Mai 2016 | Veröffentlicht unter Filme, Filmvorstellungen.

    #teamcivilwar

    Von

    Die wichtige Frage „Und, Guddy? Wie fandest du den Film „Civil War“ denn jetzt so?“  lässt mehrere Antwortmöglichkeiten zu.

    Frau Klukhaits-Guddy würde sagen:

    „Nun, bedenkt man die Tatsache, dass es sich lediglich um einen profanen Superheldenfilm handelt, der jeden Tiefgang vermissen lassen müsste, so wurde ich doch sehr gut unterhalten. Nicht nur ist der Film eine außerordentliche Wohltat für das Auge, nein, auch die Ohren dürfen sich Dank der gar famosen Komposition Henry Jackmans einer schönen Zeit erfreuen. Einer Zeit, die, wie wir uns alle eingestehen müssen, vertan ist, handelt es sich bei diesem Stück Filmgeschichte doch um keinen Meister seiner Zunft. Weder ist mir nun das Sein näher gebracht worden, noch fühle ich mich ausreichend in meinem Intellekt gefordert. Die Handlung ist in den beschränkten Möglichkeiten dieses Genres immerhin ausreichend vielschichtig, dass man tatsächlich halbwegs aufmerksam bleiben muss, um nicht den Faden zu verlieren. Fürderhin lässt sich zweifelsohne munkeln, dass der Film einige Anhänger um sich scharen kann.“

    Frau Marvelfanguddy würde erzählen:

    „Wie man mittlerweile ohne Angst hoffen kann, wurde auch dieses Mal beim Fanservice nicht gespart! Etliche kleine Anspielungen machen den Film rund, die Charaktere brillieren jeder für sich in ihrer jeweiligen Rolle und viele Details fallen einem erst beim genaueren Hinsehen auf. Das ist eine klassische Marvelverfilmung mit hohem Unterhaltungswert gerade ab der zweiten Hälfte, in denen sich die Superhelden die Klinke in die Hand geben und miteinander agieren dürfen. Vom Gefühl her war es eher „The Avengers 3“.

    Frau Nerdguddy würde prahlen:

    „Wie wir natürlich alle wissen, basiert Cvil War locker auf der siebenteiligen Comicreihe „Civil War“ von Mark Millar und Steve McNiven, wobei genug Änderungen vorgenommen wurden, sodass es selbst den eingefleischtesten Fans nicht allzu langweilig werden wird. Besonders die dezenten Hommagen an Comiccover oder bestimmte Szenen und Filme  lassen das Herz höher schlagen! Auch die Figur des Zemo wurde höchst interessant interpretiert und fantastisch dargestellt. Die Frage, ob es demnächst einen Nomad zu sehen geben wird, beantworte ich an dieser Stelle allerdings nicht.“

    Frau Kacknoob-Guddy würde sagen:

    „Naja, ich habe ja keine Ahnung von DC, aber der hier hat mir echt gut gefallen. Es gab Diskussionen über Richtig und Falsch, ein bisschen Politik und viel gescheiterte Bromance, was ich immer ziemlich nett finde. Anfangs hatte ich ein wenig den Humor vermisst, doch kommt der spätestens ab dem Zeitpunkt, in dem der Spinnenjunge anklopfen darf. Die Action war erfrischend explosionsarm, mehr Wert schien mir auf den Faustkampf gelegt worden zu sein. Auch ein Pluspunkt! Insgesamt hatte ich einfach Spaß im Kino, ohne dass ich mich vor Lachen gebogen hätte. Ach ja, außerdem bin ich #teamcap. Weil er sexy ist.“

    Frau Nörgel-Guddy würde meckern:

    „Der Storyline mangelt es ein wenig an Konsequenz. Erst wird stundenlang ein Zwist generiert, Konflikte erarbeitet, doch verpuffen die irgendwie ziemlich schnell. Außerdem: Ein Riesen-Ant-Man,der sich so plump bewegt wie der Marshmallow Man? Ne, das ist doof. Und so episch wie ich gedacht hatte war es irgendwie auch nicht. Außerdem hatte ich während des Films Bock auf Popcorn bekommen und mein Sitznachbar hat mich dauernd mit seinem Ellbogen geärgert. Voll doof.“

    Frau Spoiler-Guddy petzt:

    „Everybody dies.“


  5. 7. April 2016 | Veröffentlicht unter Filme, Filmvorstellungen.

    [Gastbeitrag] Batman v Superman – Schuld und Sühne

    Von

    Die Passion des Clark Kent

    von Stefan Servos

     

    Vorsicht, kann Spuren von Spoilern enthalten.

    Nach den zahlreichen schlechten Reviews (u.a. der von Guddy [Anm.d.G.: Die gar nicht so schlecht war! Nur ein bisschen.]) habe ich schon das schlimmste befürchtet, vor allem da auch Snyders letzter Superman-Film mehr durch Inszenierung und Optik bestach, als durch raffinierte Handlung. Doch was Zack Snyder mit Batman v Superman auf die Leinwand gezaubert hat ist meines Erachtens nicht mehr oder weniger als ein kleines Meisterstück! Zack Snyder inszenierte den großen Kampf zwischen Mensch und Gott als Mischung aus griechischer Tragödie und Passion Jesu Christi. Das ist auch nicht unbedingt tiefgehend, aber voller aufrechtem Pathos und zugleich die älteste aller Mythologien: Die Verantwortung der Götter für die Sünden der Menschen.

    stations3-13Die Allegorie ist dabei manchmal subtil, meistens aber kaum zu übersehen, wenn einige Kameraeinstellung eindeutige Reminiszenzen an berühmte Gemälden oder Statuen von Michelangelo sind. Überhaupt drängen sich die Jesus-Parallelen auf. Alle 14 Stationen des Leidensweges Jesu werden Punkt für Punkt abgearbeitet, von dem Gerichtsprozess vor den römischen Hohepriestern, über der Begegnung mit seiner Ziehmutter, den weinenden Frauen, seiner Hinrichtung und dem zu Grabe tragen. Sogar die Heilige Lanze aus der Passionsgeschichte spielt eine entscheidendeRolle. Der Film hinterfragt den gesamten Heldenmythos und bildet damit eine angenehme Abwechslung zu den Marvel-Filme, die nur noch aus Kompromissen an den Mainstream zu bestehen scheinen und zunehmend oberflächlicher werden, was sie durch Comic-Relief auszugleichen versuchen. Batman v Superman ist wesentlich erwachsener, fordert den Zuschauer heraus und entwickelt sich im Verlauf zu einer tragisch-düsteren Oper.

    batman-v-superman-dawn-of-justice-darkseidÜberhaupt brilliert der Film durch den hohen Gehalt an moralischen Fragen und einer inhaltlicher Substanz, von der die meisten Marvel-Pendants nur träumen können. Dabei ist der eigentliche Plot raffiniert verwoben mit dem oberflächlichen Plot, denn natürlich geht es nicht wirklich um den Kampf von Gut gegen Böse, sondern darum, was einen Helden ausmacht und der daraus folgenden Erkenntnis, dass es keine Helden gibt. Ein Thema, mit dem Snyder sich schon bei Watchmen (vor allem mit Dr. Manhatten) eingehend beschäftigt hat. Daher ist die Besetzung von Bruce Waynes Vater mit Jeffrey Dean Morgan (Comedian aus Watchmen) durchaus als Augenzwinkern zu verstehen.

    „Wenn Gott allmächtig ist, dann ist er auch böse. Wenn er nicht böse ist, dann ist er nicht allmächtig“ – frei nach Lex Luthor

    Während Ironman, Hulk, Thor und Co. Städte einfach nur dem Boden gleich machen und echte Menschen höchstens als Statisten gehandelt werden, erlauben sich die Drehbuchautoren Chris Terrio und David S. Goyer von Batman v Superman das Gedankenspiel, wie die Menschheit tatsächlich auf das Auftauchen von Göttern reagieren würde und welche moralischen Verpflichtungen Macht (die laut Lex Luthor nie unschuldig sein kann) mit sich bringt. Auf der einen Seite Bruce Wayne, auf der ewigen Suche nach Katharsis nach dem Tod seiner Eltern, auf der anderen Seite Superman, der für die Sünden der Menschen ans Kreuz genagelt wird.

    In der Umsetzung wird dies durch das wunderbare Ensemble getragen. Wider aller Schmähung füllt Ben Affleck den Anzug des alternden Dark Knight perfekt aus. Und auch Henry Cavill als Erlöserfigur spielt stärker als je zuvor, wobei er starke Unterstützung durch Amy Adams als wunderbare Maria Magdalena erfährt. Über Jesse Eisenberg als wahnsinniger Lex Luthor (mit leichtem Overacting) lässt sich streiten, ich jedenfalls hatte große Freude an seinem Spiel. Und auch Gal Gadot ist als Diana Prince einfach nur hinreißend, wirkt nur im späteren Amazonen-Outfit leider etwas zu kostümiert. Dafür hat JUNKIE XL der Figur aber ein prächtiges musikalisches Leitmotiv verpasst. Herausragend auch Senatorin June Finch (großartig: Holly Hunter) in der Rolle des Pontius Pilatus, die Superman gegen ihren eigenen Willen zum Tode verurteilen muss.

    Batman v Superman

    Zack Snyder versteht es Emotionen, Gewalt, Details mit einer fast erotischen Ästhetik auf die Leinwand zu bringen. Die oft geäußerten Kritik, dass man dem vermeintlich konfusen Plot nicht folgen könne, kann ich in keiner Weise nachvollziehen. Ich persönlich fühlte mich in keinem Moment des Films irgendwie in der Handlung verloren. Ganz im Gegenteil hing ich an den Lippen der Charaktere und sog jedes noch so kleines Handlungsdetail in mich auf, um es zu zelebrieren. Dass surreale Traumsequenzen und Handlungssprünge manchen Zuschauer überfordern, ist kein Manko des Films, sondern das der Zuschauer, die gerne ganz in Marvelmanier alles schön vorgekaut präsentiert bekommen.

    batman-v-superman-dawn-of-justice-6-rcm0x1920uUnd Kritiker, denen es in dem Film am Humor mangelt, sollten sich fragen, warum auch der Kreuzweg Christi so humorlos inszeniert ist. Zugegeben, Batman v Superman ist nicht perfekt und hat durchaus auch die eine oder andere Schwäche, beispielsweise Plotholes, die sich einfach aus der Konstellation eines Kampfes zwischen Batman und Superman ergeben, vor allem durch die überstarke Macht des Letzteren. Aber das ist ein Problem, das alle Superman-Filme für mich haben. Und von denen, die in den letzten 60 Jahren inszeniert wurden, ist dies hier ohne Zweifel der beste. Es ist auch nicht Zack Snyders stärkster Film (das ist für mich Watchmen DC), aber er kann auf jeden Fall in der Top-Liga der Comic-Verfilmungen mitspielen.- Und das trotz der oft kritisierten Tatsache, dass eine entscheidende Handlungswendung durch einen reinen Zufall herbeigeführt wird. Ist nicht der Zufall oft auch Auslöser für die größten aller Geschichten? Dass er sich dramaturgisch Zeit lässt, rechne ich dem Film hoch an und hoffe inständig auf die Veröffentlichung eines Director‘s Cut, denn der wird dann einige der Punkte der zahlreichen Handlungsstränge hoffentlich noch einmal etwas vertiefen.

    Fazit:

    Mit Batman v Superman erlaubt sich Zack Snyder die Inszenierung einer tiefgehenden, monumentalen Oper, bei der manche Comicfans und Kritiker auf der Strecke bleiben, was aber nicht weiter schlimm ist, da sie nicht über meinen persönlichen Filmgenuss entscheiden.


    12966499_1150467771652949_2143804599_nStefan Servos, geboren 1975, entdeckte schon in Kindertagen seine Leidenschaft für das fantastische Genre. Er ist aktives Mitglied der Deutschen Tolkien Gesellschaft, spielt in seiner Freizeit „Dungeons & Dragons“ und geht regelmäßig auf Liverollenspiele. Neben seiner hauptberuflichen Arbeit als Fernsehredakteur (WDR, SWR, KABEL 1, RTL) schreibt der Diplom-Journalist regelmäßig für diverse Online- und Printmedien, unter anderem für das Magazin Geek!. Zudem hat er bereits Hintergrundbücher zu Filmen wie „Der Herr der Ringe“, „Troja“, „Alexander“ oder „Der Hobbit“ veröffentlicht. Persönlich trifft man den Betreiber diverser Fan-Websites, u.a. www.herr-der-ringe-film.de, vor allem als Vortragenden auf Conventions wie der RingCon oder der HobbitCon.


  6. 3. April 2016 | Veröffentlicht unter Filme, Filmvorstellungen.

    Batman V Superman: Yawn of Meh

    Von

    Wenn Lex Luthor seine Puppen alias Batman und Superman tanzen und gegeneinander antreten lässt, sollte das Stoff für einen grandiosen Kinofilm geben. Nacht vs Tag, grummelnder Griesgram vs Strahlemann, Spitzohren vs. Schmalzlocke! Kurz: Wunderbar! Zumindest in der Theorie. In der Praxis sieht das ganze eher so aus: [hier könnte eine intellektuell hochwertige Formulierung stehen. Tatsächlich ist es nur ein Link zum traurigsten Video, das das Internet zu bieten hat. Seriously.] Selbstverständlich habe ich mich von so was nicht beeinflussen lassen und bin selber ins Kino gegangen. Man will ja wissen, ob man eher Team Kritiker, oder Team Zuschauer ist! (Spoiler: Ich bin in Team Guddy.)

    Ich ging ins Kino… und war selten derart gelangweilt von einem Film. Die Verantwortlichen haben unheimlich viel falsch, jedoch auch einiges richtig gemacht, auch wenn Letzteres den Film als Erlebnis für mich nicht aufgewertet hat. Folgend eine kleine Ordnung meines Gedankenpotpourris – die keinesfalls so tief gehen soll wie eine ordentliche Rezension:

    Das Gute

    • Die Schauspieler

    Ben Affleck als Batman hat seine Sache ebenso gut gemacht wie Henry Cavill in der Rolle des Superman. Beide geben eine Darstellung des jeweiligen Helden, die zum einen ins Bild diverser Comics passt, zum anderen jedoch auch etwas Eigenständiges hat. Etwas, das zerbrechlich und angreifbar wirkt, was vor allen Dingen Superman zugute kommt. Man merkt beiden an, dass sie ihre eigenen Päckchen zu tragen haben, dass gerade Batman – offenbar auch durch den Verlust Robins vor einiger Zeit – mit sich und seiner Rolle hadert. Auch viele andere Rollen finde ich gut besetzt wie etwa Jesse Eisenberg als Lex Luthor, der zwar dezent jokeresk daherkommt, dafür jedoch sowohl für schauspielerische Glanzleistungen, als auch den dringend benötigten Humor sorgt und dem Charakter nette Facetten hinzu gibt. Einzig Jeremy Irons wird eher seinem Nachnamen, denn seinem Charakters gerecht: Mir persönlich war er nicht nur zu jung, sondern hat mich auch zu sehr an einen verkappten Iron Man erinnert.

    • Die Bilder

    Ich mag es düster. Hier war es teilweise zu lange und ausdauernd düster, doch schmälert das die Bildgewalt nicht. Einige Szenen waren wunderbar arrangiert und nahezu in Perfektion aufgenommen. Ich kann mich nicht erinnern, die Todesszene Batmans Eltern (Ja, ich weiß. Huge Spoiler. Wuwu.) jemals visuell derart ansprechend gesehen zu haben. Der Mix aus Zoom, Klarheit und verstörender Dunkelheit passt in vielen Momenten und wertet die einzelnen Szenen dadurch auf.

    • Superman

    Nicht nur die Darstellung, auch den Charakter selbst empfinde ich als sehr gelungen und vielschichtig umgesetzt. Den Konflikt, der sich hier aufgrund seiner vermeintlichen Göttlichkeit präsentiert, finde ich unglaublich interessant. Sehr schön finde ich die Szene, in der er deutlich resigniert in dem Gericht steht und nur den Kopf schütteln kann. Herrlich! Ich hätte fast gelacht!

    • Die Tiefgründigkeit

    Diesen Punkt kann ich dem Film nicht absprechen.

    • Der Abspann

    Weil Ende.

    superman

    Das Schlechte

    • Der fragmentierte Plot

    Den Plot empfand ich als derart fragmentiert, dass es mir schwer fiel, dem ganzen zu folgen. Vergangenheiten, nicht näher erläuterte Zeitsprünge, plötzliche Traumsequenzen, undefinierbare Sprünge – nicht, dass ich kein Herz für anspruchsvolle Filme hätte, doch wirkte es auf mich nicht anspruchsvoll, sondern recht willkürlich und schlichtweg mangelhaft umgesetzt. Es scheint, als wäre zu viel Plot vorhanden, der möglichst schnell abgearbeitet werden soll und das gerne auf Kosten des Verständnisses. Der Wille war größer als das fachliche Geschick.

    • Die Charaktere und deren Entwicklung

    Warum handeln die Charaktere, wie sie handeln? Warum ändert Batman nur aufgrund eines Namens derart seine Meinung, als habe jemand mit den Fingern geschnipst und damit ein paar seiner Synapsen verändert? Warum verspürt Lex einen derartigen, plötzlichen Hass auf Superman? Warum, warum, warum…? Zu viele Fragen bleiben offen, zu wenig wurde darauf gesetzt, die Charaktere plausibel agieren zu lassen, deren Handeln zu erläutern oder zumindest nachvollziehbar werden zu lassen. Auch hier wird zu viel angeschnitten, ohne dabei in die Tiefe zu gehen, zu viel Potential wird verschenkt.

    • Das Arrangement der Kampfszenen

    Gerade den Actionszenen mangelt es an Dynamik. Wenn ein Kampf in der Totale gezeigt wird, ohne auch nur einmal heranzuzoomen um zumindest die Illusion von Nähe sowohl zur Situation, als auch den Figuren zu erschaffen, dann wirkt das schnell langatmig. Auch realistischer, durchaus, doch die meisten Kämpfe sind schlichtweg langatmig, langsam und langweilig dargestellt, was durch die behäbig machende Ritterrüstung Batmans noch verstärkt wird. In den Kämpfen und Schlachten liegt kein Spaß, keine Leidenschaft, sie sind weder pointiert, noch in irgendeiner Form kurzweilig. So zieht sich leider auch der alles entscheidende Kampf am Ende derart zäh, dass ich Mühe hatte, die Augen offen zu halten.

    • Der Spannungsbogen

    Durch die Episodenhaftigkeit und die vielen inhaltlichen Wiederholungen der als besonders wichtig und atemberaubend deklarierten Szenen habe ich leider keinen ausgereiften Spannungsbogen gefunden. Immer dann, wenn ich dachte: „Jetzt gehts gleich los!“ flaute es schneller wieder ab als ich aus meinem körperlichen Tiefschlaf wieder erwachen konnte. Ein immer wiederkehrender Coitus Interruptus, der mich verständlicherweise recht unbefriedigt zurück ließ.

    • Die Ernsthaftigkeit

    Nochmal: Ich mag ernste, düstere Stoffe. Doch das hier war definitiv „too much“. Ohne Licht kein Schatten. Hier gab es kein Licht. Die einzigen, an Humor erinnernden Momente wurden von Lex kreiert. Der Rest schwappte in einer grauschwarzen Suppe aus Tristesse, die ich in diesem Fall nicht gut gemacht finde.

     

    Fazit

    Ich will und kann nicht mal sagen, dass der Film als ganzes schlecht ist. Er ist einfach nur un-glaub-lich langweilig und verschenkt sehr viel Potential.


  7. 13. Februar 2016 | Veröffentlicht unter Filme, Filmvorstellungen.

    Deadpool – 5 Dinge, die ich beim Kinobesuch gelernt habe

    Von

    Zur Abwechslung einmal kurz und knapp:

    • Comicfiguren dürfen Comicfiguren bleiben. Um ehrlich zu sein hat mich dieser Trend hin zum Realismus in Comicverfilmungen dezent genervt. Nolans Batman, den fast jeder mag und ob seiner düsteren Realitätsnähe gefeiert wird? Da wurde mir das Geld für den Kinobesuch zu schade. Nicht, dass Comics nicht auch realistisch sein können. Durchaus. Doch wurde es mir schlichtweg zu viel und dadurch zu dröge. Spätestens die Avengers gingen wieder davon ab, schossen jedoch leicht über das Ziel hinaus und wurden zu bunten Popcorngeschichten. Auch nicht schlecht, aber erst jetzt durch Deadpool weiß ich: Hey, es geht wirklich perfekt. Was ich mit „perfekt“ meine: Deadpool ist eine Comicfigur. Er wankelt zwischen Brutalität, humorvollen bis albernen Momenten und Tragik hin und her, behält dabei jedoch die Elemente bei, die ihn wirken lassen wie frisch aus den bunten Seiten entsprungen, was primär der Animation seiner Augen, aber auch seiner ganzen Attitüde zu verdanken ist. Ein wenig over the top, nicht immer 100% glaubwürdig, überspitzt und dabei doch charmant. Für mich ist diese Deadpool-Interpretation das perfekteste, was die Comicverfilmungsindustrie seit langer Zeit, wenn nicht gar je, hervorgebracht hat. Die perfekte Verbindung zwischen Comic und Film.
    • Man kann albern sein, ohne albern zu wirken. Teabagging. Kotzwitze. Hodengesichter. Analhumor. Dinge, die perfekt in jede Teeniekomödie passen würden und dort absolut albern wirken. Logisch: Es ist albern. Aber hier wirkt es auf mich nicht so. Nicht im negativen, kindischen Sinn. Vielmehr hat es gepasst. Wie eine Prise Salz im süßen Pfannkuchen hat dieser „Pipi-Kacka-Humor“ den Film nur unterstrichen, statt ihn beherrscht und versalzen. Auf ominöse Weise wirkt es sogar erwachsen. Vielleicht bin ich innerlich auch spontan um 20 Jahre verjüngt worden, sodass mir die tatsächliche Albernheit nicht so auffällt. Zudem ruhte man sich nicht auf altbekannte Witze aus, sondern wurde kreativ.
    • Die Aussage „Der Film nimmt sich nicht so ernst“ hat endlich wieder eine Bedeutung. Um genau zu sein ist das eine Aussage, die mich mehr und mehr genervt hat. Welcher Film nimmt sich überhaupt noch – im Sinne des Zuschauers – ernst und muss das jedes Mal erwähnt werden, nur weil irgendeine Figur einen hellen, selbstironischen Moment hat? Für mich wurde es mehr und mehr zu einer leeren Phrase. Hier jedoch passt es. Und wieder nicht. Denn natürlich nimmt er sich ernst. Alles andere wäre ein Kindertheater. Doch die selbstironischen Seitenhiebe haben Charakter und Geist, wirken nicht gekünstelt, sondern sind Teil der Charakterisierung Deadpools. Ob nun Wolverine verunglimpft wird, die X-Men, ein gewisser Green Lantern oder Ryan Reynolds selbst: Es sind mehr oder minder kluge Referenzen, gepaart mit einer gehörigen Portion Humor. Klasse.
    • Es gibt tatsächlich auch coole Teenager in Filmen. Mit Negasonic Teenage Warhead wurde eine unbekannte X-Men eingeführt, die das genervte teenagereske Augenverdrehen perfektioniert hat und lieber auf dem Handy tippt, als sich am Kampf zu beteiligen. Allerdings nervt sie nicht. Es macht vielmehr Spaß, ihr zuzusehen. Es ist nicht zu extrem. Überhaupt sind die Nebenfiguren gut besetzt, die Auswahl spannend und ich mag tatsächlich jeden einzelnen. Wahrhaftig fast eine Premiere für mich.
    • Manchmal kann man geilem Marketing auch vertrauen. Die Werbung, die im Vorfeld gemacht wurde, war stets auf dem Punkt. Witzig, originell, schier frei Deadpoolschnauze. Trotzdem hatte man Angst: Kann der Film den dadurch geschürten, hohen Erwartungen wirklich gerecht werden? Jep. Kann er. Definitiv. Er ist genau so, wie ich es erwartet hatte. Exakt. Es wurden keine falschen Versprechungen gemacht und die witzigen Szenen, die in den Trailern und Teasern gezeigt wurden, sind definitiv nicht die einzigen oder besten lustigen Szenen im Film. Gut gemacht. Wirklich gut.

    Man ahnt es: Ich finde den Film gut. Er macht Spaß, ist Deadpool wie man ihn kennt und vielleicht auch liebt und hat das gewisse Extra, das ihn von anderen Filmen seiner Zunft unterscheidet. Die vielfach eingerissene, vierte Wand beispielsweise. Der wundervolle Deadpool an sich. Sexszenen, die zur Abwechslung nicht peinlich sind. Eine der genialsten Eröffnungsszenen, die ich kenne. Eine Kameraführung und Special Effects, die auf den Punkt sind. Die Metaebene. Und damn, ist Deadpool sexy. Aber das nur am Rande. Verzeihen Sie diesen unqualifizierten Kommentar, werte und hochgeschätzte Leserschaft. Doch es ist Fakt! Wirklich!

    Wenn ihr Deadpool und/oder derben Humor mögt, sowie die Werbekampagne schon großartig fandet, guckt euch den Film an. Ich kann mir eigentlich kaum vorstellen, dass man unter diesen Voraussetzungen von ihm enttäuscht werden kann.


  8. 18. Dezember 2015 | Veröffentlicht unter Filme, Filmvorstellungen.

    Star Wars: The Force Awakens

    Von

    Ein Warnhinweis vorneweg: Ich spreche hier mit dem Herzen in den Fingerspitzen. Objektivität zu heucheln käme mir nicht in den Sinn.

    Doch zurück zu Star Wars: The Force Awakens.

    Ganz im Sinne des allerersten Titels ging ich mit bester Hoffnung ins Kino, erwartete jedoch lieber – man will ja nicht enttäuscht werden –  das Schlimmste: Slapstick, langatmige, politische Einblicke ohne Zauber, Hochglanzoptik. Nichts davon traf zu. Im Gegenteil, es ist genau das eingetroffen, was ich anhand der Trailer still und heimlich – denn man will ja auch mal träumen dürfen – auch erwartet hatte.

    Das, verdammt nochmal, das  ist Star Wars!

    Natürlich rollte die erste Träne bereits beim Vorspann über meine Wange, forciert nicht nur durch die ikonische Musik, sondern auch durch das Gefühl… dieses unbestimmte Gefühl, einem für einen selbst als Geek und Fan „historischen Moment“ beizuwohnen. Auch bei Episode I saß ich im Kino. Damals war ich 13 Jahre alt und gerade mit meiner damaligen besten Freundin in Seattle. Kein Zauber zu spüren, nicht einmal beim Vorspann, der bei diesem Glanzstück des Star Wars – Universums bekanntlich noch das Entzückendste ist.

    Gestern jedoch kam die Magie nicht allein beim ersten Augenblick. Sie blieb. Bis heute.

    Ich kann es sogar einigermaßen erklären: Der Film hat es geschafft, den Geist der vergangenen Weihnacht der ursprünglichen Trilogie nicht nur einzufangen, sondern ihn auch gekonnt mit Neuem zu verknüpfen, etwas Neues daraus zu formen, das heutigen Maßstäben nicht nur genügt, sondern sie übertrifft. Es ist für mich, und da stehe ich alleine auf weiter Flur, dessen bin ich mir bewusst – ein besseres „A New Hope“. Eines, das nicht nur durch die Nostalgiebrille funktioniert, sondern auch im Hier und Jetzt.

    Ich saß im Kino und vergaß. Ich vergaß, auf Fehler zu achten, auf Plotlöcher oder unlogisch agierende Charaktere, ich vergaß, dass ich im Kino saß. Ich wurde in dieses Märchen hineingesogen, habe über den Humor gelacht, der manchmal feinsinnig, manchmal possierlich war, habe mich in jeden der Charaktere platonischerweise ein wenig verliebt, habe mitgelitten, mitgefiebert, gebangt, gelacht, geweint und gehofft.

    Wie verloren geglaubte Puzzlestücke fügen sich die neuen Figuren in das Ensemble ein: Rey, die definitiv nicht Händchen halten muss, Finn, der bezaubernd naiv daherkommt, Kylo Renn, den ich abgrundtief gehasst habe. Letzterer, dieser Bösewicht unter vielen namhaften dieses Filmes, kommt scheinbar flach daher und bietet doch so viel Stoff für Persönlichkeitsstudien, ist vielschichtiger, als es die meisten zugeben und für mich letztlich einer der interessantesten Antagonisten der jüngeren Science-Fiction.

    Der Film hat etwas über zwei Stunden gedauert, doch gemerkt habe ich diese zwei Stunden nicht. Die Zeit flog dahin, untermalt von beeindruckenden Landschaften, atemberaubenden Raumschiffen, die geballte Mystik der Macht, verwoben mit den Legenden rund um die alten Helden Solo, Organa und Skywalker. Immer wieder wird unaufgeregt auf Episode IV verwiesen, manchmal mehr, manchmal weniger offensichtlich und doch in meinen Augen immer genau zum richtigen Zeitpunkt und in der richtigen Intensität, nie so, dass es übertrieben wirkt.

    Bei näherem Hinsehen einen Tag später offenbaren sich kleine Ungereimtheiten etwa in der Storyline oder in einzelnen Charakteren, die vielleicht einen Tacken zu schnell an die Macht kamen, doch fallen sie für mich nicht oder kaum ins Gewicht.

    Es ist eine Hommage, eine Liebeserklärung an einen der für mich wichtigsten Filme und sie hat mich mitten ins Herz getroffen.


  9. 10. Dezember 2015 | Veröffentlicht unter Filme, Trailer.

    Teenage Mutant Ninja Turtles 2 Trailer

    Von

    Die späte Guddy isst die Pizza! Doch nun habe selbst ich trotz Zeitnot den Trailer sehen können. Es ist einer jener Trailer, die ich unbedingt teilen muss und das kommt, wie ihr nachvollziehen könnt, sehr selten vor. Aber warum? Wie kann der Trailer eines zweiten Teiles gut sein, wenn doch der Vorgängerfilm eine Katastrophe war? Recht eindeutige Antwort: Weil der Trailer endlich das zeigt, was ich mir vom ersten Film erhofft hatte.

    Die gezeigten Bilder wirken irgendwie vertrauter, versetzen einen zurück in eine Zeit, in der man mit Eiscreme und einem Haufen Freunde auf dem Boden vor dem Fernseher gesessen hat, um Cartoons zu gucken. (Also in die prähistorische Zeit des letzten Wochenendes.) Da ist der Turtles-Van, der in Kleinformat auch in meinem Wohnzimmer steht, da sind Bebop und Rocksteady, die endlich wirklich auch aussehen wie sie selbst und da ist ein leider kurzhaariger, aber zum Glück witziger Casey Jones, hier verkörpert durch Stephen Amell. Natürlich macht der Trailer keinen Sinn. Natürlich ist er an mancher Stelle albern. Und genau dadurch kommt er der Cartoonserie schon ziemlich nahe. Nicht, dass die Cartoons meine Lieblings-Turtles-Comicadaption sind, denn das wäre tatsächlich der Film von 1990. Aber hey, auf eine Turtlesverfilmung für das erwachsene Publikum werden wir vermutlich ohnehin ewig warten müssen.

    Auf jeden Fall bin ich von dem Trailer positiv überrascht, hoffe auf das Beste und erwarte wohl trotzdem das Schlimmste. Und ganz vielleicht werde ich ihn mir im Juni kommenden Jahres auch im Kino antun. Aber nur ganz vielleicht. Aber urteilt selbst:


  10. 30. April 2015 | Veröffentlicht unter Filme, rund um Filme.

    Age of Ultron: Ein Loblied auf den massenkompatiblen Film

    Von

    Die Welt der Superhelden ist – zumindest meistens – bunt und actionreich. Selten sitzen sie debattierend, mit tiefen Furchen in der sorgengefüllten Stirn, zusammen. Dafür ist ja auch selten Zeit! Jungfrauen und -männer müssen gerettet werden und manchmal sogar die ganze Welt! Dass ein Superheldenfilm da nur in den seltensten Fällen zu einem tiefgründigen Drama verkommt, ist obligatorisch.

    Aktuell gibt sich im Kino eine ganze Truppe aus Superhelden die Ehre: Die Avengers, die nun im zweiten Teil gegen ein selbst verschuldetes Übel, der künstlichen Intelligenz Ultron antreten müssen. Um, wie sollte es auch anders sein, das Ende der Menschheit zu verhindern. Dabei hat Ultron doch nur Gutes im Sinn! Von Tony Stark alias Iron Man erschaffen, um die Welt vor Bedrohungen zu schützen, interpretiert die zur Blechbüchse mutierte Intelligenz das alles ein bisschen anders: Die Welt wird geschützt, sehr wohl, nur dass Ultron das Chaos durch den Menschen verursacht sieht. Und die gehört konsequenterweise zerstört. Also doch ein wenig philosophisch.

    Solch ein Detail zählt für den Intellektuellen  natürlich nicht. Was zählt sind die schwingenden Fäuste, die lockeren Sprüche und die Schablonenhaftigkeit. Die zumindest wird gerne kritisiert. „Kennste einen Actionfilm, kennste alle“. Aber sie funktionieren ja gut. Dort in der Masse. „Massenkompatibel“ nennt man das, es klingt wie ein Schimpfwort, das der kluge Alte den blöden Kindern von heute vor die Füße speit. „Massenkompatibel“ bedeutet ihnen so viel wie Bedeutungslosigkeit, die ganz im Gegensatz zu den ach so anspruchsvollen Dramen, Tatorten und Nazifilmen steht. Damit wir uns nicht falsch verstehen: Ich meine die ernsten Nazifilme und keine Trashperlen wie Dead Snow oder Iron Sky.

    Age of Ultron ist das Paradebeispiel eines massenkompatiblen Films. Die Brillanz des 3D-gestützten Bildes ist in Perfektion vollendet und trägt die charismatischen Helden in wunderbarer Choreographie durch die Handlung. Das Zusammenspiel von Schauspielern und Charakteren erreichte mich noch einen Hauch mehr als noch im ersten Teil, der Spaß steht im Vordergrund und der lässt auch einige Running Gags zu. Kleine Details, die nichts mit der Story an sich zu tun haben, runden die Geschichte ab und werden gekonnt in Szene gesetzt: Das Selfie hinter Iron Man, Thors Gesichtsausdruck als sein Hammer fast von fremder Hand angehoben wird… ein Fest. Ein Knaller. Ich liebe den Film von vorne bis hinten.

    Weil er massenkompatibel ist. Zumindest ist dies ein Mitgrund. Ich mag Filme, die sich nicht zu schade dafür sind, zu protzen. Sei es mit Effekten, mit Humor oder mit Action. Solange die Realisierung in meinen Augen gut und passend ist, natürlich. Während eines Filmes kann, muss ich aber nicht nachdenken müssen. Viel mehr als Holzhammer-Intellektualität schätze ich ohnehin die feineren Nuancen philosophischer Ansätze. Oder eher: Jene, die  selbst in profane Storys gewoben wurden und bei denen man die Wahl hat, ob man sich gedanklich selber damit befassen möchte.

    In meinen Augen ist es ohnehin eine Farce, „Massenkompatibel“ per se als Nachteil zu sehen. Etwas ist schlecht, weil es viele anspricht? Der Mensch ist im Mittel nicht außerordentlich intelligent, sprich das Produkt sollte seichter sein als die durchschnittliche Doktorarbeit. Nicht massenkompatibel zu sein kann dann natürlich sehr positiv ausgelegt werden: Meine Arbeit/der Film ist zu anspruchsvoll, um der breiten Masse verständlich zu sein. Das ist sicher ein Aspekt unter vielen, ich jedoch ziehe daraus keinen Umkehrschluss.

    Natürlich sehe selbst ich, die Trashfilme gut findet, „anspruchsvolle“ Filme, wobei auch die im Sci-Fi Genre annzusiedeln sind. Gesellschaftskritische Dramen gucke ich dagegen so gut wie nie. Dafür ist mir das Medium „Film“ zu schade. Es lebt – für mich – von (schönen) Bildern, von Emotionen und einer anderen Art von Tiefe, die nicht unbedingt von (Pseudo)Intellektualität lebt.

    Klar, Age of Ultron ist kein Film, für den man ein abgeschlossenes Studium zum vollständigen Verständnis braucht. Zum Glück kann man ihn auch nebenher sehen und Spaß dabei haben. Und Spaß ist mir persönlich wichtiger als das scheinheilige Gefühl, mich beim Filmgucken zu bilden oder dabei Earl Grey trinken zu müssen.


  11. 15. Dezember 2014 | Veröffentlicht unter Filme, Filmvorstellungen.

    The Hobbit: The Battle of the Stupid Eyebrows

    Von

    Vor mir auf der großen Leinwand entfaltete sich eine wunderbare, eine fantastische Geschichte. Die Geschichte mutiger Zwerge und eines gemütlichen Hobbits vor der schönsten Kulisse, die man sich als Fantasyfreund nur vorstellen kann. Ich sah Freude, ich sah Schmerz; ich sah eine Geschichte, die mich zum Träumen brachte.

    Das war 2012.

    Nun, im Jahre 2014 und beim nunmehr dritten Film der Hobbitreihe, war mein Erlebnis ungleich nüchterner. Hineingeschmettert in die Handlung und vor das aufgerissene Maul eines güldenen Drachen geworfen, waren diese ersten Minuten – das Bindeglied zwischen dem zweiten und dritten Film – noch die nettesten. Ich fragte mich zwar, warum man diese zehn Minuten nicht noch in den zweiten Teil integriert hatte, aber hey, Spaß gemacht hat der kurze Kampf gegen den samtbestimmten Smaug dennoch.

    Was dann folgte, war ein Film, der mich schlichtweg enttäuschte. Ein Wirrwarr in der Story, bei der ich mich gefragt habe, ob Jackson sein Handwerk, seine Erzählkunst verloren hat. Oder eher: Wann? Keine Sekunde lang habe ich mit den Zwergen gefiebert,  keine Sekunde mich mit den Menschen gefürchtet, keine Sekunde auch nur mit den Elben… was eigentlich? Hatte man mit den Elben die Zwerge hassen sollen? Viel mehr als das ist mir bei den elbischen Emotionen und der Charakterisierung nicht im Gedächtnis geblieben. Da war nichtmal mehr Platz für Arroganz oder Erhabenheit. Sie waren einfach… golden und mochten die Zwerge nicht. Ui, toll.

    Was mich jedoch am meisten gestört hat, war, dass es Fantasy war. Die Art von belangloser und seichter Fantasy, die außer viel Lametta nichts zu bieten hat und die leider in den Köpfen der breiten Masse feststeckt. Es hatte, von der Optik abgesehen, D-Moviequalität. Es war generisch aufeinander nicht abgestimmter Storymüll. Gut, hier übertreibe ich. Ich kann mich vage daran erinnern, dass ich gestern, just als ich aus dem Kino gegangen bin, nicht ganz so enttäuscht gewesen bin. Irgendwie hat sich da mein Eindruck über Nacht wohl dezent verstärkt. Aber gestern hatte ich auch den Eberzwerg noch besser im Gedächtnis gehabt. Hach. Der Eberzwerg… (mit seinen unfassbar schlecht bearbeiteten Kopfstößen)

    Kurz rekapituliert: Es geht um eine Schlacht, bei der fünf Armeen beteiligt sind. Um einen Zwergen, der von der Macht des Schatzes und des Drachens langsam seine Vernunft verliert (und dem ich nichts davon abgenommen habe). Um Menschen, die ihre Stadt, ihr ganzes Hab und Gut verloren haben und nun auf der Suche nach einer neuen Heimat sind. Das ist Stoff für eine großartige Geschichte! Doch man bleibt nicht bei einzelnen Personen, betrachtet die Schlachten derart oberflächlich, dass man (oder: Dass ich) keinerlei Mitgefühl aufbauen konnte. Ich hatte den Eindruck, dass die Eckpunkte einfach abgefrühstückt worden sind. Wo bleiben die epischen Schlachten? Die Heroen, die man nicht nur sieht, sondern bei deren Auftauchen und Aktionen einem eine Gänsehaut über den Rücken läuft?

    Und warum hat man Alfrid, den Berater des Bürgermeisters, kreiert? Den albernen Sidekick mit den zusammengewachsenen Augenbrauen, der mich an Jar Jar Binks erinnert hat und dem man wirklich jedes optische Klischee verpasst hat. Warum musste man die bekloppte Emanzenszene einfügen, bei der die Frauen – die noch nie in ihrem Leben ein Schwert in der Hand gehalten haben – pseudoheroisch nach den Waffen greifen? Warum musste man den Ork drölfzig Sekunden lang in Andacht verharren lassen, nur damit sich zwei Liebende in Ruhe verabschieden können? Warum…?

    Ach. Es ist mir eigentlich auch  egal. The Battle of the Five Armies war für mich Fantasy der Unterklasse. Und das sage ich als Fantasyfan.


  12. 25. November 2014 | Veröffentlicht unter Filme, Trailer.

    Trainierte Raptoren ftw!

    Von

    Da der Trailer bereits seit gestern online ist, habt ihr ihn wahrscheinlich schon letzte Woche drölf Mal gesehen. Aber das macht mir überhaupt nichts! Denn es ist: Jurassic Park! Während das Original von 1993 ein Kultfilm ist und man das Mögen desselben zugeben kann, ohne mit faulen Dinoeiern beworfen zu werden, sieht es mit den bislang zwei fertig gestellten Nachfolgern schlechter aus. Da ich gerne mal die Königin des schlechten Geschmacks bin (Hach, die Supermario-Verfilmung! ♥ Öhm ja.) gebe ich es allerdings auch jetzt gerne zu: Ich liebe beide Fortsetzungen!

    Klar, dass ich auch gerade eben den Bildschirm angequietscht habe. Endlich wieder blutrünstige Dinosaurier, panische Parkbesucher und in Bernstein gehüllte Urzeitinsekten! Und, natürlich, schlechte Entscheidungen. Nachdem jedes bisherige Projekt mit den Dinosauriern schief gelaufen ist und einige Todesopfer gefordert hat, lautet die logische Konsequenz nun: „Wir eifern dem Disneykonzern nach und bauen einen Jurassic World! YAY! Und da wir heute ganz besonders supi-duper drauf sind, basteln wir uns einen Superdino! Doppel-YAY!“ Der, selbstverständlich, nicht brav im Käfig sitzen bleibt um zu stricken. Vielleicht hat er ja auch einfach zu kurze Arme.

    Der Trailer hat alles, was man braucht: Parkidylle, einen sexy Ex-Galaxiensurfer, ein halb im Dunkeln bleibendes Monster, trainierte Raptoren, eine verlangsamte und doch so vertraute Melodie, „Oh noes, wie dumm kann man sein?“- Gedanken und Menschen in Hamsterkugeln.

    Der Trailer macht mir Lust auf den kommenden Juni!


  13. 7. September 2014 | Veröffentlicht unter Filme, Filmvorstellungen.

    Guardians of the Galaxy

    Von

    Wie man sich unbeliebt macht#1: Man erzählt, dass man Guardians of the Galaxy nicht ganz soo knusprig fand.

    Genre: Science-Fiction, Action, Comicverfilmung
    Regisseur: James Gunn
    Darsteller: Chris Pratt, Zoë Saldaña, Dave Bautista
    Erscheinungsjahr: 2014
    Spieldauer:
    121 Minuten
    Originalton: Englisch
    Vorbestellen


    Inhalt

    Ende der 80er verliert ein Junge seine Mutter an Krebs. Mit seinem Walkman und der Awesome Hits-Kassette rennt er schockiert aus dem Krankenhaus und wird prompt von Außerirdischen entführt, die mit ihm im Schlepptau in die Galaxie düsen. Dieser Junge heißt Peter Quill. Und er wird 26 Jahre später ein Guardian of the Galaxy sein.

    Der Weg dorthin ist steinig und beginnt mit einer Metallkugel – dem Orb-  die Peter, mittlerweile unter seinem einstigen Entführer und nun Ziehvater Yondu Udonta zum Schmuggler herangereift, beschaffen soll. Doch ist nicht er alleine hinter dieser unscheinbare Kugel her: Auch Ronan, seines Zeichens fanatischer Anhänger der Weltenzerstörungstheorie (Rache wird am besten kalt auf dem zerstörten Planeten serviert) möchte dieses Kleinod in seine blaugeäderten Fänge bekommen. Eigentlich, um damit Thanos zu bezahlen, der für Ronan einen Planeten zu zerstören – bis sich später herausstellt, dass der Orb wesentlich mehr kann, als lediglich als Zahlungsmittel zu dienen.

    Ein heißer Kampf um den Orb entbrennt, in dessen Zuge sich ein hyperintelligenter Waschbär, ein wenig sprachseeliges Baumwesen, ein Haudrauf und eine Assassinin Peter anschließen. Mit Widerworten zunächst, versteht sich, denn eigentlich war zu Beginn fast ein jeder der Truppe erpicht darauf, Peter aufgrund eines Kopfgeldes zu jagen oder ihm schlicht den Orb zu entluchsen. Werden sie es schaffen? Werden sie sich zusammenraufen und gemeinsam die Galaxie retten?

    Kritik

    Die ersten Szenen machen Lust auf mehr: Peter vermag es, Tränen zu forcieren. Zunächst, als er als Junge seine Mutter verliert und in der nächsten Szene, als er, zur Musik der 80er tanzend, kleine Reptilienwesen als Mikrofone missbraucht und eine gewisse, charmante Arschlochattitüde an den Tag legt. Leider versprach mir der Einstieg zu viel.

    Gespickt mit auf mich teils angestrengt wirkenden, teils wirklich großartigen One-linern und angereichert durch Charaktere, die vermutlich in verschiedene Töpfe mit Graustufen geplumpst sind, präsentiert sich ein Film, der zwar gutes Popcornkino ist, jedoch sowohl an Story, als auch durchgehender Spannung und Witz verliert. Die Action ist nicht rasant genug, um über die flachen Antagonisten hinwegzutäuschen, die Optik nicht brillant genug, um vergessen zu lassen, dass die Assassinin Gamora so plausibel wirkt wie ein tanzendes Toastbrot und das Baumwesen Groot ist nicht… doch. Es ist in der Tat grandios genug, um mich vergessen zu lassen, dass mir Peter vorkommt wie eine schlechte Han Solo-Kopie.

    Groot und der Hamster – Verzeihung, der Waschbär (übrigens jemand, der sich mit Peter um den Titel „Han Solo des neuen Filmjahrtausends“ streitet) Rocket sind zwei wirklich wunderbare Charaktere. Nicht nur von fantastischer CGI, sondern auch absolut liebenswürdig und hauptverantwortlich für den Großteil der wirklich witzigen Szenen und Zitate. Groot ist – trotz seiner Eigenheit, lediglich einen einzigen Satz „I am Groot.“ sprechen zu können – die Person, die mich am meisten berührt hat. Jeder Satz ist anders betont, von einer Mimik getragen, die wirklich ein bisschen mein Herz berührt hat. Groot freut sich, hasst, und liebt wirklich mit jeder Holzfaser seines Körpers. Großartig! Ähnliches gilt für Rocket.

    Dagegen wirkt nicht nur Peter blass, sondern insbesondere die grünhäutige Gamora, die ihr Dasein bislang als herangezüchtete Auftragskillerin fristete und plötzlich, pünktlich zu Beginn des Filmes auf die Idee kommt, nun endlich den Schritt in Richtung Abnabelung von Thanos zu wagen. Ihre Charakterentwicklung ist fast so schnell wie ihre Fäuste und gipfelt, wie soll es anders sein, in einem Catfight sowie in einem… Spoiler, den ich hier nicht nennen möchte. Peter tritt übrigens in die Fußstapfen von u.a. Iron Man. Ein Held ist vermutlich nur der, der bereit ist, sich zu opfern.

    Nein, der Film ist nicht schlecht. Über die Tatsache, dass er keine Story besitzt, die über ein „Bösewicht XY will die Welt vernichten, indem er Artefakt YZ benutzt! Heldenkameraden, lasst uns dies verhindern!“ hinausgeht, kann ich hinwegsehen. Ein Film muss mich unterhalten. Das hat er getan, nur manchmal etwas zu plump und zäh. Er hat für mich einige sehr schöne Momente. Gerade die Gefängnisszene finde ich genial, ebenso das Zusammenspiel der verschiedenen Figuren. Aber es fehlen für mich ein paar Funken. Einer, der mich träumen lässt. Einer, der mich endgültig mitreisst. Einer, der mein Herz langfristig berührt und einer, der mich wünschen lässt, dass der Film niemals enden möge.

    Zuletzt noch eine kleine Anmerkung zur Musik: Ich bin ein großer Fan von der Musik der 80er. Ehrlich. Zumindest wenn es um Rock generell und um 80er Jahre „Trash“ geht. Daher hatte ich gehofft, dass Peters Kassette, die einige Male als musikalische Untermalung dient, meine Füße wippen lässt. Tut sie jedoch nicht. Die Musik lässt mich kalt. Hat man einfach versäumt, „bekanntere“ Musikstücke zu finden, die an die Emotionen und Erinnerungen appellieren können? Oder schrammt sie einfach nur knapp an „meiner“ Musik vorbei? Meiner Meinung nach wurde gerade dort enorm viel Potential verschenkt!

    Insgesamt ist Guardians of the Galaxy ein wirklich netter und größtenteils unterhaltsamer Film, von dem ich mir jedoch aufgrund der Kritikerlorbeeren wesentlich mehr versprochen hatte. Ob es sich lohnt, ihn sich im Kino anzusehen? Definitiv! Der Schlusssatz gebührt nun auch der Optik des Films: Es war der visuell schönste bzw. best gemachteste Film, den ich je gesehen habe.


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  14. 25. Juli 2014 | Veröffentlicht unter Filme, Trailer.

    Knights of Badassdom

    Von

    LARP-Spaß im Splattergewand mit Schauspielern aus Game of Thrones, True Blood und Firefly. Die Prämisse laut Trailer: B-movieeskes Persiflieren der LARP-Szene , ohne sich selbst dabei zu ernst zu nehmen. Worum geht’s genau? Eine Gruppe von Freunden bricht zu einem LARP, dem „Evermore“,  auf, um den frisch von seiner Freundin verlassenen, deprimierten Joe auf andere Gedanken zu bringen. Mit Hilfe eines auf eBay ersteigerten Zauberbuches schaffen sie es auch tatsächlich – nur auf gänzlich unerwartete Weise: Sie beschwören mit dem Buch aus Versehen einen Dämon, der allerlei blutiges Chaos anrichtet.

    Die Weltpremiere erfuhr er im Herbst letzten Jahres auf dem „Icon„-Festival in Tel-Aviv, Israel; die Kinopremiere folgte im Fruhjahr dieses Jahres nicht ganz auf dem Fuß, woraufhin er als Video on Demand zur Verfügung stand. Die Reaktionen waren gespalten: Die einen attestierten dem Film Schlechtheit gröbsten Ausmaßes, während die anderen ihn ob seines biergeschwängerten Humors lobten. Ein typischer Trash-Spaßfilm also, den man entweder liebt, oder hasst. Oder genauer: Ein Film für mich.

    In Deutschland wird er im Herbst als DVD erhältlich sein. Zuvor jedoch kann man ihn an einem Tag im Kino bewundern. Am 18. August wird er in 59 teilnehmenden Kinos zu sehen sein. Der Vorverkauf ist eröffnet!


  15. 3. November 2013 | Veröffentlicht unter Filme, Filmvorstellungen.

    Thor: The Dark World

    Von


    Genre: Action, Superheldenverfilmung
    Regisseur:
    Alan Taylor
    Darsteller
    : Chris Hemsworth, Natalie Portman, Christopher Eccleston
    Produktionsjahr:
    2013
    Spieldauer:
    120 Minuten
    Trailer
    Amazonlink
    Originalsprache: Englisch


    Inhalt

    Direkt auf den thorschen Vorgängerfilm und The Avengers aufbauend, versucht Thor, die Ordnung zwischen den neun Welten wiederherzustellen – doch kaum scheint dies gelungen, greift Malekith, Anführer der einst zurückgeschlagen geglaubten Dunkelelfen, ein. Dieser möchte mit Hilfe des Äthers die Welten in ewige Dunkelheit stürzen. Hat ein Halbgott denn nie seine Ruhe?! (Zum Glück nicht!)


  16. 20. Mai 2013 | Veröffentlicht unter Filme, Filmvorstellungen.

    Star Trek Into Darkness

    Von


    Genre: Sci-Fi, Action
    Regisseur:
    J.J. Abrams
    Darsteller
    : Chris Pine, Zachary Quinto, Benedict Cumberbatch
    Premierejahr:
    2013
    Spieldauer:
    132 Minuten
    Trailer
    Redshirts: Oh ja
    .


    Inhalt

    Kirk verletzt wieder einmal die heiligen Regeln, weshalb ihm die Enterprise fortgenommen und er als erster Offizier an die Seite von Pike gestellt, während Spock strafversetzt wird. So beginnt ein gemütliches Schippern durch den Weltraum mit völlig vertauschten, aufgesplitteten Rollen, und…

    Nein, „zum Glück“ kommt es Dank des ehemaligen Flottenffiziers Harrison zu zwei schweren Anschlägen in London, bei dem einige Führungspositionen der Sternenflotte, unter anderem Pike, getötet werden. Der Verantwortliche soll vom wieder zum Captain erhobenen Kirk samt wieder unter dessen Fittiche genommenem Spock und der gesamten Enterprise aufgespürt und zur Rechenschaft gezogen werden. Dumm nur, dass sich Harrison ausgerechnet auf dem klingonischen Heimatplaneten Kronos abgesetzt hat – und das ist nur eine von vielen weiteren bösen Überraschungen, die das Abenteuer um die Crew von Kirk nicht zu einem Kinderspaziergang verkommen lassen.


  17. 30. Dezember 2012 | Veröffentlicht unter Filme.

    Wreck-it Ralph

    Von

    ralph

    Foto: Disney


    Genre: Komödie, Animation
    Regisseur:
    Rich Moore
    Sprecher
    : John C. Reilly, Sarah Silverman, Jack McBrayer
    Premierejahr:
    2012
    Spieldauer:
    92 Minuten
    Trailer
    DVD ab dem 4. April
    Originalsprache: Englisch

    Inhalt

    Ein Videospielheld zu sein ist harte Arbeit. Kaum werden die Arkaden geöffnet, muss man auch als Pixelfigur bereit stehen und pünktlich zum Münzeinwurf seine Aufgaben erledigen, die da wäre: vom Spieler gesteuert zu werden. Immerhin: am Ende des Tages kann man endlich den Feierabend genießen und, wie man es als Held eines Spieles natürlich gewohnt ist, mit Kuchen und Sekt gefeiert werden.

    Titelgebender Ralph ist leider kein Held. Seinen Feierabend verbringt er alleine auf einer Müllkippe, die ihm gleichzeitig auch als mehr oder minder bequemes Bett dient. Denn Ralph ist nur der Antagonist des Spiels „Fix it Felix“, derjenige, der die Videospielszenerie – ein Hochhaus – zerstört, damit Felix es wieder aufbauen und dem Spieler zu Ruhm verhelfen kann. Doch bald hat er genug davon, nur der einsame Böse zu sein. Sein Ziel: eine Medaille zu erlangen, um seinen Mitspielercharakteren zu zeigen, dass er es doch wert ist. Diese Medaille erhofft er sich innerhalb eines anderen, eines Killerspiels, in das er „einbricht“ und fortan in diesem und dem zuckersüßen Rennspiel „Sugar Rush“ unbeabsichtigtes, dezentes Chaos verbreitet.


  18. 15. Dezember 2012 | Veröffentlicht unter Filme.

    Der Hobbit: Eine unerwartet schwierige Review

    Von

    hobbütWenig gutes – oder sehr gutes – gibt es über diesen Film aktuell im Netz zu lesen. Er wisse nicht so genau, wohin er eigentlich will, sagen die einen. Er sei unnötigerweise zu sehr gestreckt, die anderen. Jemand, der hinter uns im Kino saß, meinte hinterher, der Film sei langweilig gewesen, während mein Freund die Slapstickeinlagen kritisierte. Ich kann da nicht mitreden. Denn ich fand den Film atemberaubend fantastisch.


  19. 12. August 2012 | Veröffentlicht unter Filme, Filmvorstellungen.

    [Film] The Dark Knight Rises

    Von

    Ich bin kein großer Fan der nolanschen Interpretation Batmans, daraus mache ich trotz Morddrohungen kein Geheimnis. Trotzdem bin ich großer Anhänger Batmans und aufgrund dessen habe ich mich, aufgrund widriger Umstände erst heute, in den neuen Batmanfilm gesetzt. Eigentlich davor. Ich hätte mich vermutlich lieber einen Kinosaal weiter setzen sollen, denn wahnsinnig toll fand ich Batman Rises nicht. Im Gegenteil.

    Ich möchte nun keine ausufernde Rede zu diesem Film schwingen, denn da ich in erster Linie größtenteils gelangweilt war, würde sich das auch zu sehr auf die Worte übertragen. Daher bekommt ihr hier nun meine fünf Hauptgedanken zu dem Film. Bitte lasst von Drohbriefen u.Ä. ab. Aus mir spricht einfach die Enttäuschung, vermutlich werde ich den wenigsten von euch aus dem Herzen sprechen. Das ist allerdings auch nicht mein Anspruch.  Ausdrücklich warnen möchte ich an dieser Stelle vor Spoilern. Ich werde diese hier nämlich auch benutzen!


  20. 1. Juni 2012 | Veröffentlicht unter Filme, Filmvorstellungen.

    [Kino] Snow White and the Hansman

    Von

    Genre: Fantasy, Märchen
    Regisseur: Rupert Sanders
    Darsteller: Kristen Stewart, Charlize Theron, Chris Hemsworth
    Erscheinungsjahr: 2012
    Spieldauer: 127 Minuten
    Trailer

    Den recht lose auf dem grimmschen Märchen basierende Film hatte ich eigentlich gar nicht so sehr auf meiner imaginären „to see“-Liste gehabt, allerdings fand ich dieses Video hier gestern derart ansprechend, dass ich mich kurz darauf einfach spontan einer bestehenden Kinoreisegruppe angeschlossen habe. Schade nur, dass der Film nicht halb so episch ist, wie das Musikvideo vermuten lässt.

    Auch in Sanders‘ Interpretation Schneewittchens giert die „böse Stiefmutter“ danach, die Schönste im Land zu sein, was sie mittels eines goldenen Spiegels stets überprüft. Als Schneewittchen, die sie nach dem Mord an ihren Vater in einem Turm eingesperrt hat, zu einer wunderhübschen Frau herangereift ist und ihr der Spiegel verspricht, dass sie mithilfe Schneewittchens Herzen ewige Jugend und Schönheit erlangen kann, will die bitterböse Stiefmutter Schneewittchens Leben ein Ende bereiten. Dumm nur, dass diese fliehen kann. Es entbrennt eine wilde Verfolgungsjagd durch den dunklen Wald und darüber hinaus, man trifft auf einen Jäger, der in der deutschen Übersetzung äußert sinnvollerweise „Huntsman“ genannt wird, auf acht(!) Zwerge, einen Troll, allerlei Fabelwesen und auf ein Schneewittchen, das trotz jahrelangem Aufenthalt in einem kärglichen Turmzimmerchen einiges weiß und kann.