1. 15. November 2016 | Veröffentlicht unter Gaming, rund um Gaming.

    Guardians of the Telltale Galaxy

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    Telltale Games könnte uns nächstes Jahr mit einem Guardians of the Galaxy Game „überraschen“.

    Es war schon länger bekannt, dass das Studio an einer Marvel Lizenz arbeitet und da Guardians of the Galaxy nun filmtechnisch eine Fortsetzung am Start hat, könnte man den Release eines solchen Spieles dementsprechend zeitlich anpassen.

    Woher könnten wir nun bereits erahnen, dass ein solches Spiel in den Startlöchern steht?

    Der „Leak“ stammt heutzutage noch immer aus den Mündern von Personen, die mit dem Projekt vertraut sind und viel plappern. Aber ganz anders als früher sind diese nicht in eine Bar gegangen und ließen den Whiskey in sich sprechen. Sie posaunten auch nicht zu viel heraus oder waren bei ein paar Bierchen mit den Kumpeln zu vorlaut á la: „Ja ich arbeite ja auch an was ganz Krassem!“ Nein. Heutzutage reicht es leider bereits aus, wenn ein Streik im Gange ist. Viel plappern ist aber noch immer wichtig, weil es hier um den Beruf des Voice Actings geht. Ich spreche hierbei von dem Streik etlicher Voice Actors bzw. deren Union SAG-AFTRA. Die hatten als Taktik zur besseren Gehaltsverhandlung eine Liste von möglichen Gametiteln veröffentlicht, die noch immer alte Gehälter bzw. keine neuen Abkommen ausgehandelt hatten.

    wearegroot

    Darunter finden wir dann auch O’Farrel Enterprises, LLC die nicht nur für The Walking Dead Season 3 stehen sondern eben auch für Guardians of the Galaxy – The Video Game aka Blue Harvest. So oder so, der sprechende Waschbär ist aus dem Sack und wir alle sind Groot!

    Ich habe nichts gegen Telltale Games. Nichts, das irgendwie wirkt. Ich selbst spielte The Walking Dead und Wolf Among Us und war auch recht gut unterhalten. Allerdings muss ich einwenden, dass die Entscheidungsfreiheit mir meist vorgekaukelt erscheint und ich nicht wirklich Einfluss auf das Spielgeschehen habe. Oder wenn, wirkt sich das für mich zu wenig aus. Es bleibt mir bei allen Teilen ein guter Storybook Mode, den ich mit der richtigen Atmosphäre (aka. Bier) zu genießen vermochte.

    Mein erster Gedanke zu Guardians of the Galaxy war heute morgen, ohne mich wieder in die Materie eingelesen zu haben, folgender: „Hmm, also wenn schon ein Marvel Franchise, dann doch bitte Batman!“ Und ja, ich weiß, das ist DC. Dann sah ich, dass es Telltale Batman natürlich schon gibt, womit der Glaube an die Menschheit auch wieder hergestellt wäre. Der ist dieses Jahr schon erfolgreich durch 3 Seasonale Abenteuer geflattert und wartet nun auf Season 4 in seiner Batcave. Wie das Neue Telltale Game für Marvel wird kann hier noch kein Superheldenflüsterer wissen. Game of Thrones habe ich nach zahlreichen mäßigen bis schlechten Kritiken ob der Belanglosigkeit der Entscheidungen und fragwürdiger Nebencharaktere übersprungen.

    Es gibt nur einen Weg, mehr herauszufinden: It’s simple, we play the Batman!

    Was hattet ihr für Erfahrungen mit Telltale Games? Wünsche, Anregungen, Anekdoten?


  2. 5. November 2016 | Veröffentlicht unter Comics, rund um Comics.

    Einmal auf einem Comiccover zu sehen sein…!

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    Die Träumchen eines handelsüblichen Comicliebhabers:

    ♠ Besitzer eines Comicbuchladens zu sein
    ♣ Dort bei einem gemütlichen Käffchen und in bestem Ambiente Comics genießen
    ♥ In regem Austausch mit Gleichgesinnten zu stehen
    ♦ Dominant auf dem Cover einer geliebten Comicserie zu sehen sein

    Nachdem wirf nun gemeinschaftlich in jene so phantastischen wie imaginären Gefilde gedriftet sind, lasst mich euch Ariell Johnson vorstellen: Sie ist die stolze Besitzerin eines Comicbuchladens in Philadelphia mit dem schmuckvollen Namen Amalgam Comics & Coffeehouse,Inc., der gleichzeitig als Coffeehouse sein Dasein fristet. Sie steht gleichwohl in kreativem Kontakt mit Comicfans, als auch mit Schaffenden des Geektums und – sie ist in wenigen Tagen auf einem Variantcover von Invincible Iron Man #1 zu sehen.

    Als sie, 32jährig, im Dezember letzten Jahres als erste Schwarze an der Ostküste ihren Comicladen eröffnete, hätte sie sich letzteres vermutlich nicht vorgestellt. Sie, die ohne die Comicreihe „Magik“ mit Storm Dank fehlender Diversität fast das Interesse an Comics verloren hätte, ist jahrelang dennoch ihrer Passion gefolgt. Ihre Liebe zu Comics und Geektum in all seinen Facetten führte sie letztendlich auf das Cover neben Riri Williams aka Ironheart aka „neue Ironman“ und versinnbildlicht damit nicht nur, dass Leidenschaft gerne auch mal zu persönlichem Erfolg führt, sondern auch, dass die Balance der Repräsentation auch in Comics Einzug hält.

    Realisiert wurde das Variant Cover für ihren Shop von der Künstlerin Elizabeth Torque.

    via GIPHY


  3. 1. November 2016 | Veröffentlicht unter Filme, Filmvorstellungen.

    It’s Strange. Doctor Strange.

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    Regie: Scott Derrickson | Darsteller: Benedict Cumberbatch, Chiwetel Ejiofor, Rachel McAdams | Studio: Disney | | Laufzeit: 130 Minuten | Vorbestellen

    Doctor Strange ist einer meiner Lieblingssuperhelden. Grund genug, pünktlich zur Premiere füßescharrend vor dem Kino aufzutauchen und jaulend an der Tür zu kratzen. Das hat mir leider ein paar Tage im Arkham Asylum eingebracht, weshalb ich erst jetzt ein paar Worte über den Film verlieren kann. Vielleicht war ich aber auch nur zu glückstrunken um zusammenhängende Sätze herauszubringen  – denn der Film hat meine Erwartungen erfüllt und mich ein kleines bisschen glücklich gemacht.

    Worum geht’s eigentlich?

    Doch, wie stets, der Reihe nach. Zu Beginn begleiten wir den Neurochirurgen Dr. Stephen Strange in den letzten Zügen seines normalen, egogeschwängerten Lebens als Arzt. Arrogant und egozentrisch wie der erfolgreiche und zugegebenermaßen  hochbegabte Dr. Strange auch ist, weint man dem Drama, das sich um seine Existenz spinnt, kaum nach: Bei einem Unfall (der selbstverständlich durch zu schnelles Fahren seiner motorisierten Penisprothese geschieht) werden Stranges Hände derart verletzt, dass er seinen Beruf nicht mehr ausüben kann. Verzweifelt stürzt er sich in ein Meer aus Alkohol und Verbitterung, bis er – mittlerweile verarmt und schweißgetränkt – gen Himalaya reist, um dort den sagenumwobenen Ancient One aufzusuchen, der zerstörte Gliedmaßen wieder zu heilen vermag. Es kommt, wie es bei Marvel kommen muss: Strange wird in die Geheimnisse einer für ihn bis dato fremden Macht, ja ein ungesehenes Universum eingeführt. Und das ist verdammt gut so, denn die ersten Schurken stehen bereits Schlange, um den neuen Magier gebührend zu empfangen…

    Und wie ist der Film so?

    Der Name „Doctor Strange“ steht nicht unbedingt für die albernsten Plots innerhalb des Marveluniversums und doch habe ich gut gelacht. Mein Sitznachbar Thilo ist bei einer bestimmten Szene sogar schier vom Sessel geplumpst – und ich daraufhin fast hinterher. Man muss ja Solidarität für seine Bloggerkollegen beweisen. Neben dem Humor ist es sicher auch die fantasievolle, bunt schillernde Visualisierung, die sowohl Film, als auch die Comicvorlagen ausmachen. Nicht umsonst war Doctor Strange einst in gewissen, dampfschwebenden Kreisen äußerst beliebt. Optisch unglaublich eindrucksvoll, lustig – und dennoch tiefgründig.

    Wer sind wir? Was ist die Welt – und welche Rolle nehmen wir in dieser ein? Die Fragen des Seins werden hier gerne zwischen den Zeilen besprochen oder zumindest angerissen, wobei die immerwährende Magie Teil des Kosmos‘ ist, der sich dem Zuschauer entfaltet; beinahe eine weitere Figur im Cast darstellt. Lange habe ich keinen Film mehr gesehen, der mich derart gut und über die vollen zwei Stunden hinweg unterhalten konnte. Da sehe ich auch gerne über die kleinen Unzulänglichkeiten wie etwa den mangelhaften Bösewicht und das viel zu zügig verlaufende Training Stranges hinweg. Hier bin ich Konsument, hier kaufe ich ein. Oder so.strange

    Aber hey! Wurde der comic’sche Strange denn verhunzt?!

    Doctor Strange ist und bleibt Doctor Strange. Nicht nur gab es ein paar Anspielungen auf die Comics, auch ganze Handlungsstränge wurden gekonnt übernommen. Cumberbatch mimt den Doctor in seiner liebevoll arroganten Art, die sich zu sehen lohnt, die Ancient One ist zwar ungewohnt und politisch für manche unzumutbar inkorrekt, dafür jedoch im Kern dargestellt wie in den schriftlichen Ausgaben und – ach. Hier könnte nun eine bis ins letzte Detail ausgefeilte Rezension- einer Doktorarbeit würdig – stehen, doch was ist wichtiger als mein Fazit zu diesem Film? Ich mag ihn. Sogar so sehr, dass er instant zu einem meiner liebsten Superheldenfilme aufgestiegen ist. Ihn im Kino zu sehen kann ich also wärmstens empfehlen. Er hat alles, was ein guter Film der Popkultur braucht.

    Und was sagen die anderen?

    Natürlich musste ich auch mal zu anderen Bloggern herüber blinzeln. Nicht jeder war so angetan wie ich, aber hey, man kann es nicht jedem recht machen. Eine kleine Auswahl an Kommentaren habe ich euch hier zusammengestellt. Man ist ja nicht der Nabel der Welt. Fussel sind eh nicht so mein Fall.


    „Inhaltlich fällt der Film dahinter leider deutlich zurück. Zu viele Witze und One-Liner stören den Spannungsaufbau. Antagonist Kaecilius (Mads Mikkelsen) bleibt zu blass, bekommt zu wenig Tiefe. Seine Hintergrundgeschichte wird nur angedeutet, was seine Motivation zu sehr ausdünnt. Zwischen ihm und Doctor Strange gibt es im ganzen Film nur einen längeren Dialog, der leider sehr platt bleibt. Es scheint immer mehr zum Problem von Marvel zu werden, einen überzeugenden, gut geschriebenen bösen Gegenspieler abzuliefern.“ (Lara von polygamia.de unter dem Titel „Spektakel der magischen Art. Doctor Strange“)

     

    „Die Handlung des Films ist eine Origin Story, die im Fall von Dr. Strange jedoch auch dringend nötig ist, um in den Charakter und die Welt einzuführen. Häufig empfinde ich Origin Stories als langatmig und teilweise fast überflüssig, da sie mich unnötig auf die Folter spannen. Doch durch die guten schauspielerischen Leistungen, nicht nur von Cumberbatch, ist der Film nie langweilig und erreicht eine angebrachte, dramatische Tiefe.“ (Thilo von nerd-wiki.de unter dem Titel „Dr. Strange ist eine Dimension für sich„)

     

     

    Regie: Scott Derrickson | Darsteller: Benedict Cumberbatch, Chiwetel Ejiofor, Rachel McAdams | Studio: Disney | | Laufzeit: 130 Minuten | Vorbestellen

    Kaecilius: How long have you been at Kamar-Taj, Mister…
    Dr. Stephen Strange: Doctor.
    Kaecilius: Mister Doctor.
    Dr. Stephen Strange: It’s Strange.
    Kaecilius: Maybe. Who am I to judge?


  4. 7. Juli 2016 | Veröffentlicht unter Comics, rund um Comics.

    Der Iron Suit bekommt neuen Inhalt

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    „Es ist ein neuer Held in der Stadt. Und sie wird das Marvel-Universum im Sturm erobern.“

    Marvel übt sich nach Spider-Man, Hulk, Ms. Marvel und Thor nun ein weiteres Mal um Diversität im Superheldenuniversum. Rundumerneuert wird dieses Mal Iron Man, der ab Oktober von einer afroamerikanischen jungen Frau verkörpert werden darf. Nein, Tony Stark hat sich keiner multiplen Umwandlung unterzogen, sondern wird im Zuge der Reihe „Civil War II“ den Anzug an den Nagel hängen – oder in ihm dahinscheiden, denn die genauen Umstände sind noch nicht bekannt. Und selbst wenn: Hier herrscht spoilerfreie Zone. (Wusstet ihr eigentlich, dass Aryas Direwolf Nymeria in der aktuellen 6. Staffel von Game of Thrones Königin des Mushroom Kingdoms wird? HA!)

    Die neue Iron Man, die noch auf der Suche nach einem passenderen Namen ist, heißt bürgerlich Riri Williams, besitzt einen bemerkenswert hohen IQ und studiert bereits jetzt, mit 15, an dem renommierten Massachusetts Institute of Technology. Selbstverständlich hat sie sich selber auf ihrem eigenen Zimmer einen Iron Man-Anzug gebastelt, schließlich darf man nicht einfach so Iron Man werden. Dafür verantwortlich zeichnet sich Brian Michael Bendis, der bereits Miles Morales als Spider-Man auf den Weg geschickt hat.

    „(…) there was a part of an audience crawling through the desert looking for an oasis when it came to representation, and now that it’s here, you’ll go online and be greeted with this wave of love. (…) I think what’s most important is that the character is created in an organic setting. We never had a meeting saying, “We need to create this character.” It’s inspired by the world around me and not seeing that represented enough in popular culture.“ Brian Michael Bendis

    Ein an sich löbliches Unterfangen, doch natürlich kann es keine Ankündigung ohne kritische Stimmen geben, die beispielsweise bemängeln, dass die Figuren zwar divers werden, die kreativen Köpfe dahinter jedoch nicht. Und natürlich das allgegenwärtige, geseufzte „Muss das schon wieder sein…?“

    Ich persönlich bin da noch immer zwiegespalten. Einerseits finde ich es gut, wenn man die Popularität bereits gestandener Superhelden nutzt, um Diversität einzugliedern. Andererseits bin ich nicht ganz zufrieden damit, eben jene Helden einfach mit anderen Figuren zu ersetzen. Ich sollte mich vielleicht bei einer Metzgerei bewerben, denn: Frischfleisch, ich brauche Frischfleisch!

    Im Herbst wird Riri Williams offiziell in den Anzug steigen, von Bendis geschrieben und von Stefano Caselli gezeichnet.


  5. 21. Juni 2016 | Veröffentlicht unter Comics, Comicvorstellungen.

    Top 5 Doctor Strange – Comics

    Von

    Da ich zuletzt an einem Artikel über Doctor Strange gesessen habe, habe ich meine Nase wieder viel zu tief in alte Comics gesteckt, um mein Wissen ein wenig aufzufrischen. Und verdammt, war das eine gute Lektüre! Fast vergessen, was für Schätze dort verborgen liegen! Dabei sind leider zu wenige mit Doctor Strange vertraut und das, obwohl er einer der schillerndsten Figuren des Marveluniversums ist. Warum das so ist, werdet ihr zu einem späteren Zeitpunkt nochmal genauer erfahren. Um die Wartezeit zum Film ein wenig kürzer zu gestalten und einen etwaigen Einstieg zu erleichtern, möchte ich euch hier meine Lieblingscomics des Doctors vorstellen. Außer Konkurrenz sind hierbei die ersten Ausgaben, in denen Strange auftaucht und die in #115 auch seine Hintergrundgeschichte aufarbeiten: Ab #110 der „Strange Tales“ von 1963.


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    Doctor Strange: The Oath

    Sherlock StrangeBrian K. Vaughan ist zu Recht einer meiner liebsten Comicbuchautoren. Nicht nur kombiniert er teils sehr trockenen Humor mit tiefgründiger Tragik, sondern schafft es auch, Geschichten zu weben, die die Charaktere der Figuren akzentuieren und gekonnt hervorheben. In „The Oath“ muss sich Strange den Geistern seiner Vergangenheit stellen und der Frage nachgehen, was schwerer wiegt: Das Leben seines treuen und geliebten Dieners Wong – oder die Gesundheit der gesamten Menschheit. Dass er nebenbei in die Gedankenwelten seiner Gegner eintaucht, sich seinen ärgsten Feinden gegenübersieht und selber ganz schön bluten muss, ist dabei fast Nebensache.

    Bonus: Vaughan hat die Besetzung des neuen Doctos vorausgesehen. Beweis siehe oben links. ;)

    Autor: Brian K. Vaughan | Zeichner: Marcos Martin  | Jahr: 2006 | Bestellen 


    Disturbed StrangeWhat Is It That Disturbs You, Stephen?

    Ein klassischer Strange, wenn man so will: Derart abstrakt die Panels, abstrus die Storyline und zauberhaft die Magie, dass man zwar keinen großen Faden oder gar Tiefgründigkeit sieht, dafür jedoch Spaß haben kann. Die Panels sind wunderschön in Szene gesetzt und die Farben satt – und Stranges „WTF“-Blick ist einfach köstlich! Wieder ist Wong die Damsel in Distress, dieses Mal hübsch garniert von Electra, die Strange einiges entgegenzusetzen und sichtlich Freude an dem Spiel hat. Dabei hat alles so harmlos – und seltsam – mit einem Glückskeks begonnen …

    Autor: Marc Andreyko | Zeichner: P. Craig Russell | Jahr: 1997 | Bestellen


    ShamballaInto Shamballa

    Eine wunderschön gezeichnete Graphic Novel, die in die Tiefen von Stranges Psyche eintaucht und ein einziger Spiegel, eine fleischgewordene Illusion darstellt. Es ist kein dämonischer Gegner, dem sich Strange stellen muss, sondern vielmehr er selber. Fragen werden aufgeworfen, Themen abstrahiert dargestellt, was der Geschichte nicht nur Tiefe andichtet, sondern auch tatsächlich verleiht. Eine etwas andere Superheldengeschichte, die die Figur näher beleuchtet und den Fokus auf Mystik und Geist legt.

    Autor: J.M DeMatteis | Zeichner: Dan Green | Jahr: 1986 | Bestellen – leider kaum zu kriegen. Vielleicht im Comicladen des Vertrauens!


    triumphDoctor Strange & Doctor Doom: Triumph and Torment

    Zwei Doktoren auf einem Fleck – was kann da schon schiefgehen? Doom ist hier wieder einmal auf familiärer Mission, seine Mutter aus der Hölle zu retten. Mit dabei: Strange, der sich wunderbar mit dem Fiesling zu verstehen scheint. Temporär zumindest. Munter und in bester Superheldenmanier geht es gegen Mephisto und dessen Schergen. Es ist ein nettes Spektakel mit Twists, die das Leseerleben nochmal aufwerten. Die beiden Figuren harmonieren wunderbar und auch wenn Strange hier nicht im alleinigen Mittelpunkt steht ist es doch ein Griff wert, da es ihn wieder von etwas anderer Seite beleuchtet.

    Autor: Roger Stern, Gerry Conway, Bill Mantlo | Zeichner: Mike Mignola, Kevin Nowlan | Jahr: 1974 | Bestellen


    time doom“Time Doom!” Marvel Premiere #11-14

    Wie genau wurde Strange zum Sorcerer Supreme und was hat er mit der Erschaffung des Universums zu tun? Endlich wieder Zeitreisen! Strange trifft auf Baron Mordo, Sise-Neg und Cagliostro, wir sehen Tentakel, wohnen Hypnosen bei und können einem T-Rex das Ärmchen schütteln. Einer der grundlegenden Storyarcs von Doctor Strange, die sich nicht nur aufgrund des Backgrounds lohnt, sondern in sich auch sehr unterhaltsam ist – nur nicht für Hardcore-Christen, wie zugegeben werden muss. Solch eine Geschichte war damals gar nicht so einfach zu veröffentlichen.

    Autor: Steve Englehart | Zeichner: Frank Brunner | Jahr: 1973 | Bestellen


  6. 2. Mai 2016 | Veröffentlicht unter Filme, Filmvorstellungen.

    #teamcivilwar

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    Die wichtige Frage „Und, Guddy? Wie fandest du den Film „Civil War“ denn jetzt so?“  lässt mehrere Antwortmöglichkeiten zu.

    Frau Klukhaits-Guddy würde sagen:

    „Nun, bedenkt man die Tatsache, dass es sich lediglich um einen profanen Superheldenfilm handelt, der jeden Tiefgang vermissen lassen müsste, so wurde ich doch sehr gut unterhalten. Nicht nur ist der Film eine außerordentliche Wohltat für das Auge, nein, auch die Ohren dürfen sich Dank der gar famosen Komposition Henry Jackmans einer schönen Zeit erfreuen. Einer Zeit, die, wie wir uns alle eingestehen müssen, vertan ist, handelt es sich bei diesem Stück Filmgeschichte doch um keinen Meister seiner Zunft. Weder ist mir nun das Sein näher gebracht worden, noch fühle ich mich ausreichend in meinem Intellekt gefordert. Die Handlung ist in den beschränkten Möglichkeiten dieses Genres immerhin ausreichend vielschichtig, dass man tatsächlich halbwegs aufmerksam bleiben muss, um nicht den Faden zu verlieren. Fürderhin lässt sich zweifelsohne munkeln, dass der Film einige Anhänger um sich scharen kann.“

    Frau Marvelfanguddy würde erzählen:

    „Wie man mittlerweile ohne Angst hoffen kann, wurde auch dieses Mal beim Fanservice nicht gespart! Etliche kleine Anspielungen machen den Film rund, die Charaktere brillieren jeder für sich in ihrer jeweiligen Rolle und viele Details fallen einem erst beim genaueren Hinsehen auf. Das ist eine klassische Marvelverfilmung mit hohem Unterhaltungswert gerade ab der zweiten Hälfte, in denen sich die Superhelden die Klinke in die Hand geben und miteinander agieren dürfen. Vom Gefühl her war es eher „The Avengers 3“.

    Frau Nerdguddy würde prahlen:

    „Wie wir natürlich alle wissen, basiert Cvil War locker auf der siebenteiligen Comicreihe „Civil War“ von Mark Millar und Steve McNiven, wobei genug Änderungen vorgenommen wurden, sodass es selbst den eingefleischtesten Fans nicht allzu langweilig werden wird. Besonders die dezenten Hommagen an Comiccover oder bestimmte Szenen und Filme  lassen das Herz höher schlagen! Auch die Figur des Zemo wurde höchst interessant interpretiert und fantastisch dargestellt. Die Frage, ob es demnächst einen Nomad zu sehen geben wird, beantworte ich an dieser Stelle allerdings nicht.“

    Frau Kacknoob-Guddy würde sagen:

    „Naja, ich habe ja keine Ahnung von DC, aber der hier hat mir echt gut gefallen. Es gab Diskussionen über Richtig und Falsch, ein bisschen Politik und viel gescheiterte Bromance, was ich immer ziemlich nett finde. Anfangs hatte ich ein wenig den Humor vermisst, doch kommt der spätestens ab dem Zeitpunkt, in dem der Spinnenjunge anklopfen darf. Die Action war erfrischend explosionsarm, mehr Wert schien mir auf den Faustkampf gelegt worden zu sein. Auch ein Pluspunkt! Insgesamt hatte ich einfach Spaß im Kino, ohne dass ich mich vor Lachen gebogen hätte. Ach ja, außerdem bin ich #teamcap. Weil er sexy ist.“

    Frau Nörgel-Guddy würde meckern:

    „Der Storyline mangelt es ein wenig an Konsequenz. Erst wird stundenlang ein Zwist generiert, Konflikte erarbeitet, doch verpuffen die irgendwie ziemlich schnell. Außerdem: Ein Riesen-Ant-Man,der sich so plump bewegt wie der Marshmallow Man? Ne, das ist doof. Und so episch wie ich gedacht hatte war es irgendwie auch nicht. Außerdem hatte ich während des Films Bock auf Popcorn bekommen und mein Sitznachbar hat mich dauernd mit seinem Ellbogen geärgert. Voll doof.“

    Frau Spoiler-Guddy petzt:

    „Everybody dies.“


  7. 10. März 2016 | Veröffentlicht unter Filme, Trailer.

    Verdammt gut: Captain America: Civil War – Trailer 2

    Von

    Die einfachste Art, zu bloggen? Man nehme ein Bild oder einen Trailer, schreibe dazu „Seht euch das an, es ist so großartig!!!11111“, lehne sich zurück und harre der Klicks. Eigentlich vermeide ich das gerne, aber es gibt da Trailer, die ich einfach posten muss! So wie diesen hier. Seht euch das an, es ist so großartig!!!11

    Natürlich meine ich den zweiten, nun veröffentlichten Civil War Trailer. Team Cap vs. Team Iron Man. Einst lachten sie fidel bei einem guten Bier und prügelten sich maximal um Thors Hammer, nun wird diese Freundschaft innerhalb von nur zwei Minuten im Trailer-Schnelldurchlauf zerstört und ein blutiger, vernichtender Kampf entbrennt, in dessen Zuge einstige Mitstreiter Partei ergreifen müssen.

    ant-man-hawkeye

    Dammit! Ich will mehr sehen! Mehr von Black Panther, mehr von Ant-Man, mehr überbordende Emotionen… ach! Kino. Jetzt.

    Auch interessant: Die Begegnung Scarlet Witch / Vision, die in den Comics eine dezent andere Beziehung pflegten als es nun innerhalb dieser Storyline zu vermuten wäre. Außerdem: Endlich muss man sich nicht mehr fühlen, als sei man Peter Parkers Boss Jameson höchstselbst, denn ja, jetzt gibt es nicht nur ein Foto Spider-Mans, sondern ganze bewegte Bilder.

    Mich persönlich reizt die Thematik an sich bereits ungemein und ich bin froh, dass die bisherigen Trailer und Teaser mich nicht enttäuscht haben. Wie der Film wird? Keine Ahnung. Aber ich bin ziemlich guter Dinge! Meine Lieblingsszene? Minute 0:00 – 2:24. Und eure?

    6.Mai, ich komme! Ach ja: Ich bin Team Cap.


  8. 13. Februar 2016 | Veröffentlicht unter Filme, Filmvorstellungen.

    Deadpool – 5 Dinge, die ich beim Kinobesuch gelernt habe

    Von

    Zur Abwechslung einmal kurz und knapp:

    • Comicfiguren dürfen Comicfiguren bleiben. Um ehrlich zu sein hat mich dieser Trend hin zum Realismus in Comicverfilmungen dezent genervt. Nolans Batman, den fast jeder mag und ob seiner düsteren Realitätsnähe gefeiert wird? Da wurde mir das Geld für den Kinobesuch zu schade. Nicht, dass Comics nicht auch realistisch sein können. Durchaus. Doch wurde es mir schlichtweg zu viel und dadurch zu dröge. Spätestens die Avengers gingen wieder davon ab, schossen jedoch leicht über das Ziel hinaus und wurden zu bunten Popcorngeschichten. Auch nicht schlecht, aber erst jetzt durch Deadpool weiß ich: Hey, es geht wirklich perfekt. Was ich mit „perfekt“ meine: Deadpool ist eine Comicfigur. Er wankelt zwischen Brutalität, humorvollen bis albernen Momenten und Tragik hin und her, behält dabei jedoch die Elemente bei, die ihn wirken lassen wie frisch aus den bunten Seiten entsprungen, was primär der Animation seiner Augen, aber auch seiner ganzen Attitüde zu verdanken ist. Ein wenig over the top, nicht immer 100% glaubwürdig, überspitzt und dabei doch charmant. Für mich ist diese Deadpool-Interpretation das perfekteste, was die Comicverfilmungsindustrie seit langer Zeit, wenn nicht gar je, hervorgebracht hat. Die perfekte Verbindung zwischen Comic und Film.
    • Man kann albern sein, ohne albern zu wirken. Teabagging. Kotzwitze. Hodengesichter. Analhumor. Dinge, die perfekt in jede Teeniekomödie passen würden und dort absolut albern wirken. Logisch: Es ist albern. Aber hier wirkt es auf mich nicht so. Nicht im negativen, kindischen Sinn. Vielmehr hat es gepasst. Wie eine Prise Salz im süßen Pfannkuchen hat dieser „Pipi-Kacka-Humor“ den Film nur unterstrichen, statt ihn beherrscht und versalzen. Auf ominöse Weise wirkt es sogar erwachsen. Vielleicht bin ich innerlich auch spontan um 20 Jahre verjüngt worden, sodass mir die tatsächliche Albernheit nicht so auffällt. Zudem ruhte man sich nicht auf altbekannte Witze aus, sondern wurde kreativ.
    • Die Aussage „Der Film nimmt sich nicht so ernst“ hat endlich wieder eine Bedeutung. Um genau zu sein ist das eine Aussage, die mich mehr und mehr genervt hat. Welcher Film nimmt sich überhaupt noch – im Sinne des Zuschauers – ernst und muss das jedes Mal erwähnt werden, nur weil irgendeine Figur einen hellen, selbstironischen Moment hat? Für mich wurde es mehr und mehr zu einer leeren Phrase. Hier jedoch passt es. Und wieder nicht. Denn natürlich nimmt er sich ernst. Alles andere wäre ein Kindertheater. Doch die selbstironischen Seitenhiebe haben Charakter und Geist, wirken nicht gekünstelt, sondern sind Teil der Charakterisierung Deadpools. Ob nun Wolverine verunglimpft wird, die X-Men, ein gewisser Green Lantern oder Ryan Reynolds selbst: Es sind mehr oder minder kluge Referenzen, gepaart mit einer gehörigen Portion Humor. Klasse.
    • Es gibt tatsächlich auch coole Teenager in Filmen. Mit Negasonic Teenage Warhead wurde eine unbekannte X-Men eingeführt, die das genervte teenagereske Augenverdrehen perfektioniert hat und lieber auf dem Handy tippt, als sich am Kampf zu beteiligen. Allerdings nervt sie nicht. Es macht vielmehr Spaß, ihr zuzusehen. Es ist nicht zu extrem. Überhaupt sind die Nebenfiguren gut besetzt, die Auswahl spannend und ich mag tatsächlich jeden einzelnen. Wahrhaftig fast eine Premiere für mich.
    • Manchmal kann man geilem Marketing auch vertrauen. Die Werbung, die im Vorfeld gemacht wurde, war stets auf dem Punkt. Witzig, originell, schier frei Deadpoolschnauze. Trotzdem hatte man Angst: Kann der Film den dadurch geschürten, hohen Erwartungen wirklich gerecht werden? Jep. Kann er. Definitiv. Er ist genau so, wie ich es erwartet hatte. Exakt. Es wurden keine falschen Versprechungen gemacht und die witzigen Szenen, die in den Trailern und Teasern gezeigt wurden, sind definitiv nicht die einzigen oder besten lustigen Szenen im Film. Gut gemacht. Wirklich gut.

    Man ahnt es: Ich finde den Film gut. Er macht Spaß, ist Deadpool wie man ihn kennt und vielleicht auch liebt und hat das gewisse Extra, das ihn von anderen Filmen seiner Zunft unterscheidet. Die vielfach eingerissene, vierte Wand beispielsweise. Der wundervolle Deadpool an sich. Sexszenen, die zur Abwechslung nicht peinlich sind. Eine der genialsten Eröffnungsszenen, die ich kenne. Eine Kameraführung und Special Effects, die auf den Punkt sind. Die Metaebene. Und damn, ist Deadpool sexy. Aber das nur am Rande. Verzeihen Sie diesen unqualifizierten Kommentar, werte und hochgeschätzte Leserschaft. Doch es ist Fakt! Wirklich!

    Wenn ihr Deadpool und/oder derben Humor mögt, sowie die Werbekampagne schon großartig fandet, guckt euch den Film an. Ich kann mir eigentlich kaum vorstellen, dass man unter diesen Voraussetzungen von ihm enttäuscht werden kann.


  9. 26. Juli 2015 | Veröffentlicht unter Filme, Filmvorstellungen.

    Ant-Man

    Von

    Genre: Sci-Fi, Action
    Regisseur: Peyton Reed
    Darsteller:
     Paul Rudd, Evangeline Lilly, Michael Douglas 
    Erscheinungsjahr:
    2015
    Spieldauer:
    115 Minuten
    Originalton: Englisch
    Trailer | Ant-Man vorbestellen


    Handlung

    Als der intelligente Einbrecher Scott aus dem Gefängnis entlassen wird, hat er vor allen Dingen eines im Sinn: Fortan rechtschaffen leben, um nicht nur ein normales Leben führen, sondern auch seiner kleinen Tochter ein gutes Vorbild sein zu können. Dass er wenige Tage später doch noch von seinem Freund dazu überredet wird, den Safe des vermögenden Hank Pym zu knacken, steht er dort nicht etwa vor einem Sack voller Geld und Juwelen, sondern vor einem ominösen Anzug. Kaum probeweise angezogen und sich im Spiegel bewundert, entfaltet sich das wahre Potential des Anzuges: Scott schrumpft auf possierliche Ameisengröße und entwickelt eine in Relation zur neuen Körpermasse unwahrscheinliche Kräfte.

    Während Scotts Odyssee durch die plötzlich viel zu große Stadt lacht sich Anzugbesitzer Hank Pym ins Fäustchen: Die Einbruchsmöglichkeit in sein Haus war von seiner Seite aus initiiert, ein krudes Rekrutierungsmanöver. Denn Scotts Diebes-Fähigkeiten werden von ihm dringend benötigt, um die Pläne der garstigen Organisation Hydra zu vereiteln, die eine zweite Version des Verkleinerungsanzuges für ihre Zwecke beanspruchen will und bereits krude Pläne damit schmiedet. Scott hat nur noch wenig Zeit, von einem semi-ordinären Kriminellen zum Superhelden Ant-Man zu werden.

    Meine Meinung

    Ant-Man ist nun längst nicht der bekannteste oder gar beliebteste Superheld, dennoch ist er bekanntermaßen einer der Gründungsmitglieder der Avengers und hat zumindest im Comickosmos eine kleine Bedeutung. Die ist in den Marvel Verfilmungen bislang leider untergegangen, daher freut es mich sehr, dass ihm nun die Aufmerksamkeit zuteil wird, die er verdient! Natürlich fragt man sich nach den letzten Marvelfilmen: Was kann ausgerechnet der kleine Ant-Man bieten, was nicht zuvor bereits zehnfach durch die Actionmaschinerie gejagt worden ist und man nicht von Iron Man, Captain America und Co. nicht schon imposante kennt? Kann ein neu eingeführter Superheld da überhaupt noch die Krone aufsetzen? Die Antwort ist simpel: Nein, kann er nicht. Nicht, wenn es ihm nach Größerem strebt.

    Und so ist der Ameisenmann auch deutlich geerdeter. In bester Spiderman-Manier muss er sich nicht nur vom Otto Normalbürger hocharbeiten und lernen, die neuen Fähigkeiten zu zähmen und letztlich zu meistern, sondern er agiert auch in deutlich minimalistischerer Szenerie. Haupthandlungsorte sind zum einen das Labor mit dem obligatorischen Bösewicht und der anziehenden Vernichtungswaffe, zum anderen aber auch und vor allen Dingen das bodenständige Häuschen des früheren „Ant-Man 1“ Hank Pym, der nun aufgrund seines voran geschrittenen Alters den Ameisenanzug  erst an den Nagel, und nun an Scotts Schultern gehängt hat. Nicht einmal steht die unmittelbare Vernichtung der Menschheit durch fiese Aliens in unmittelbarer Aussicht, sondern zunächst „nur“ das Besitzrecht des gelben Minianzuges an Hydra.

    Die Welt um Scott erscheint kleiner und das nicht nur aufgrund des Umstandes, dass er auf Augenhöhe mit dem liebenswerten Krabbelvieh ist. Dieses ist wunderbar in Szene gesetzt, sowohl optisch, als auch auf narrative Weise. Die Interaktionen mit den Ameisen wirkt erstaunlich plausibel, deuten militärisch anmutende Strukturen an und fokussieren auch auf einzelne Individuen ihrer Art, die auf ihre Weise irgendwie sympathisch wirken, ohne dass sie romantisch verklärt vermenschlicht werden.

    Während die Ameisen sicher eine solide Basis für die Darstellung des Ant-Man bilden, schaffen es auch die humanoiden Charaktere, zu überzeugen. Sieht man von dem schablonenartigen Bösewicht ab, haben die anderen Personen in Scotts Umfeld Substanz. Da ist der neue Freund von Scotts Exfrau, der zunächst wie der Stereotyp des „Arschloch-Neuen-Freundes“ wirkt und wider Erwarten doch ein ganz cooler Typ ist. Oder der Minikriminelle Luis, der zwar ein Sidekick ist, aber nicht etwa durch andernorts bereits durchgekaute Albernheiten auffällt, sondern vielmehr durch witzige Einfälle glänzt und so ganz nebenbei auch den Humor des Filmes unterstreicht und in Form von Scotts ironischer Art ihren Höhepunkt findet. Ich mag es sehr, dass er von sich aus bestimmte, kitschige Momente entschärft.

    Ant-Man ist nämlich vor allem eines: Ein sehr kurzweiliger, fast komödiantischer Film, der zwar Action bietet, sich jedoch nicht darauf ausruht. Hier möchte ich den Bogen zurück zur Frage schlagen, ob Ant-Man die bisherigen Marvelfilme toppen kann. Die Explosionen werden nicht größer, können es gar nicht werden und das ist den Machern vollends bewusst. Seine Sternstunden hat der Film in den geschrumpften Kämpfen. Etwa, wenn Scott durch Miniaturmodelle rennt,um Schüssen zu entfliehen  oder im Endkampf, bei dem eine Spielzeugbahn zweckentfremdet wird. Der Kontrast zur fulminanten, lauten Action innerhalb Ant-Mans Perspektive und der immer wieder eingeblendeten  Sicht der Außenwelt auf das Geschehen ist großartig!

    Ebenso großartig wie die gesponnene Marvelwelt, die sich von Film zu Film immer weiter entfaltet und verdichtet. Die Figuren nehmen Bezug zueinander, spielen auf vergangene Ereignisse an, die in anderen Filmen passierten und verknüpfen all das zu einem Kinoerlebnis, das in dieser Form zur Zeit wohl nur Marvel bieten kann. Und es funktioniert! Verdichtet wird all dies durch die – bitte im Kino sitzen bleiben – after credit-scenes, die wieder einmal auf weitere Ereignisse hoffen lassen. Übrigens: Das Gesicht von „The Wasp“, die im Film einen Gastauftritt hat, wird nie gezeigt. Das lässt mich hoffen, dass sie doch noch.. ach ich will da nicht zu viel verraten.

    Fazit

    Als kurzweilig und erschreckend innovativ würde ich ihn beschreiben. Zwar bleibt das Storykonstrukt sehr marvelesk, der Antagonist schablonenhaft, doch die Art, wie die „kleine Welt“ visualisiert und die Action minimalisiert wird, gefällt mir sehr. Man ist keinen konträren Weg gegangen, doch hat einen guten Weg gefunden, der neben den ausgetretenen Pfaden entlang läuft und genug Abwechslung bietet. Ich möchte sogar so weit gehen, dass ich sagen würde, dass „Ant-Man“ neben „The Avengers“ die bislang beste Marvelverfilmung ist. Aber ich mag auch Ameisen. Ungelogen. Ich glaube, ich werde mir eine Anthony-Plüschfigur basteln. Natürlich in Originalgröße, damit mein Basteldilettantismus nicht groß auffällt.

     


  10. 11. Juni 2015 | Veröffentlicht unter Comics, Comicvorstellungen.

    The unbeatable Squirrel Girl!

    Von

    Genre: Superhelden
    Autoren:
     Ryan North
    Illustratoren:
    Erica Henderson
    Erscheinungsform: 
    112 Seiten,  Softcover
    Enthält: The Unbeatable Squirrel Girl 1-5
    Verlag: Marvel
    Für 14,00 vorbestellen


    Inhalt

    Doreen Green ist eigentlich ein ganz normales Mädchen. Ein  bisschen Tomboy, ein bisschen zu größenwahnsinnig, ein wenig tierverliebt und einen großen Hintern hat sie auch. Das hat auch seinen Grund, denn irgendwo muss man seinen Eichhörnchenschweif ja auch verstecken! Doreen ist nämlich Squirrel Girl, proportional ausgestattet mit der Stärke und Schnelligkeit eines Eichhorns. Gemeinsam mit ihrem Sidekick Tippy sagt sie Superschurken wie dem garstigen Jäger Kraven, der in seiner Leoleggins ein wenig aussieht wie ein verunglückter Zirkusdompteur, den Kampf an. Mit geballter Eichhornkraft, versteht sich, denn die sollte man auf keinen Fall unterschätzen!

    Photo-Jan-11-5-56-50-PM-1024x437Neulich, im Comiclager, stieß ich auf die wunderbare Comicwelt des Squirrel Girls und nahm sofort einen kleinen Stapel dessen mit. Dabei kannte ich sie zuvor kaum, war lediglich auf die vier Variantcovers der ersten Issues und auf ein putziges Cosplayvideo aufmerksam geworden, die allesamt Lust auf mehr gemacht hatten. Nicht, dass Squirrel Girl ein neuer Charakter wäre, tatsächlich existiert sie schon seit 1992, hat bereits Wolverine gehörig den Hintern versohlt (s. New Avengers Vol. 2 #15) und sich ihren Zusatz „Unbeatable“ redlich verdient.

    Nun hat sie Anfang dieses Jahres eine eigene Serie bekommen und unter Erica Hendersons Zeichenfeder auch einen neuen Look. Nicht sexy sollte es sein, sondern so, wie sich die Künstlerin ein Eichhornmädchen vorstellt: Knuffig, robuster als die 08/15 zierliche Superheldin und aufgeweckt, was sich sehr gut in ihrer Mimik widerspiegelt. Insgesamt ist der Stil sehr comiclastig und bunt, dynamisch nicht nur innerhalb der Action, sondern auch in ruhigeren Abschnitten. Es ist keine düstere Dystopie und kein melancholischer Batman, sondern kurzweiliger Spaß.

    qci5g6m7k6xacdp7derxUnd ja, es macht verdammt viel Spaß! Die Seiten sind voller Witz in Wort und Bild, die Charaktere mannigfaltig statt inspirationslose Abziehbildchen anderer Helden und die Methoden Squirrel Girls ausgefallen und dadurch spannend zu lesen. Auch die Art, wie sie sich ihren Widersachern nähert: Tipps zur Bekämpfung findet sie in Deadpool’s Guide to Super Villains, in dem die  Schurken charakterisiert und deren Stärken und Schwächen aufgezeigt werden. Unter den Superheldenkarten findet man übrigens zu 99% Karten von Deadpool selbst, wie er sich im Spiegel grinsend thumbs up gibt. Überhaupt gibt es einige Referenzen zu anderen Comics und Superhelden und wenn Tippy in einem „Anzug“ bestehend aus der Maske und dem Handschuh Iron Mans ins Weltall fliegt, hat es etwas unfassbar Possierliches!

    .

    Die Dynamik zwischen den Eichhörnchen, Doreen und den Nebencharakteren hat es mir absolut angetan und vor allem Doreens Wesen ist etwas, das ich herausragend finde. Ich mag auf liebenswerte Art größenwahnsinnige Charaktere sehr. Wobei, wieso eigentlich größenwahnsinnig? Sie ist nunmal unschlagbar! Akzentuiert wird diese fiktive Persönlichkeit noch durch die Leserbriefe und vor allem die Antworten seitens Ryans und Ericas, die am Ende der Heftchen zu finden sind. Eines noch, bevor ich zum völlig überraschenden Fazit komme: Hier ist die englische Version wirklich die einzig richtige Wahl. Es gibt einfach zu viele Wortspiele, die in der Übersetzung verloren gingen.

    Fazit

    The unbeatable Squirrel Girl hat für mich etwas Außergewöhnliches. Die Heldin, die Geschichte, der Humor sticht unter den vielen anderen Comicserien deutlich hervor. Vielleicht wirken Eichhörnchen nicht, als könnten sie Grundlage eines Superhelden sein – aber hier wird deutlich gezeigt, dass sie sehr wohl super sein können.


  11. 30. April 2015 | Veröffentlicht unter Filme, rund um Filme.

    Age of Ultron: Ein Loblied auf den massenkompatiblen Film

    Von

    Die Welt der Superhelden ist – zumindest meistens – bunt und actionreich. Selten sitzen sie debattierend, mit tiefen Furchen in der sorgengefüllten Stirn, zusammen. Dafür ist ja auch selten Zeit! Jungfrauen und -männer müssen gerettet werden und manchmal sogar die ganze Welt! Dass ein Superheldenfilm da nur in den seltensten Fällen zu einem tiefgründigen Drama verkommt, ist obligatorisch.

    Aktuell gibt sich im Kino eine ganze Truppe aus Superhelden die Ehre: Die Avengers, die nun im zweiten Teil gegen ein selbst verschuldetes Übel, der künstlichen Intelligenz Ultron antreten müssen. Um, wie sollte es auch anders sein, das Ende der Menschheit zu verhindern. Dabei hat Ultron doch nur Gutes im Sinn! Von Tony Stark alias Iron Man erschaffen, um die Welt vor Bedrohungen zu schützen, interpretiert die zur Blechbüchse mutierte Intelligenz das alles ein bisschen anders: Die Welt wird geschützt, sehr wohl, nur dass Ultron das Chaos durch den Menschen verursacht sieht. Und die gehört konsequenterweise zerstört. Also doch ein wenig philosophisch.

    Solch ein Detail zählt für den Intellektuellen  natürlich nicht. Was zählt sind die schwingenden Fäuste, die lockeren Sprüche und die Schablonenhaftigkeit. Die zumindest wird gerne kritisiert. „Kennste einen Actionfilm, kennste alle“. Aber sie funktionieren ja gut. Dort in der Masse. „Massenkompatibel“ nennt man das, es klingt wie ein Schimpfwort, das der kluge Alte den blöden Kindern von heute vor die Füße speit. „Massenkompatibel“ bedeutet ihnen so viel wie Bedeutungslosigkeit, die ganz im Gegensatz zu den ach so anspruchsvollen Dramen, Tatorten und Nazifilmen steht. Damit wir uns nicht falsch verstehen: Ich meine die ernsten Nazifilme und keine Trashperlen wie Dead Snow oder Iron Sky.

    Age of Ultron ist das Paradebeispiel eines massenkompatiblen Films. Die Brillanz des 3D-gestützten Bildes ist in Perfektion vollendet und trägt die charismatischen Helden in wunderbarer Choreographie durch die Handlung. Das Zusammenspiel von Schauspielern und Charakteren erreichte mich noch einen Hauch mehr als noch im ersten Teil, der Spaß steht im Vordergrund und der lässt auch einige Running Gags zu. Kleine Details, die nichts mit der Story an sich zu tun haben, runden die Geschichte ab und werden gekonnt in Szene gesetzt: Das Selfie hinter Iron Man, Thors Gesichtsausdruck als sein Hammer fast von fremder Hand angehoben wird… ein Fest. Ein Knaller. Ich liebe den Film von vorne bis hinten.

    Weil er massenkompatibel ist. Zumindest ist dies ein Mitgrund. Ich mag Filme, die sich nicht zu schade dafür sind, zu protzen. Sei es mit Effekten, mit Humor oder mit Action. Solange die Realisierung in meinen Augen gut und passend ist, natürlich. Während eines Filmes kann, muss ich aber nicht nachdenken müssen. Viel mehr als Holzhammer-Intellektualität schätze ich ohnehin die feineren Nuancen philosophischer Ansätze. Oder eher: Jene, die  selbst in profane Storys gewoben wurden und bei denen man die Wahl hat, ob man sich gedanklich selber damit befassen möchte.

    In meinen Augen ist es ohnehin eine Farce, „Massenkompatibel“ per se als Nachteil zu sehen. Etwas ist schlecht, weil es viele anspricht? Der Mensch ist im Mittel nicht außerordentlich intelligent, sprich das Produkt sollte seichter sein als die durchschnittliche Doktorarbeit. Nicht massenkompatibel zu sein kann dann natürlich sehr positiv ausgelegt werden: Meine Arbeit/der Film ist zu anspruchsvoll, um der breiten Masse verständlich zu sein. Das ist sicher ein Aspekt unter vielen, ich jedoch ziehe daraus keinen Umkehrschluss.

    Natürlich sehe selbst ich, die Trashfilme gut findet, „anspruchsvolle“ Filme, wobei auch die im Sci-Fi Genre annzusiedeln sind. Gesellschaftskritische Dramen gucke ich dagegen so gut wie nie. Dafür ist mir das Medium „Film“ zu schade. Es lebt – für mich – von (schönen) Bildern, von Emotionen und einer anderen Art von Tiefe, die nicht unbedingt von (Pseudo)Intellektualität lebt.

    Klar, Age of Ultron ist kein Film, für den man ein abgeschlossenes Studium zum vollständigen Verständnis braucht. Zum Glück kann man ihn auch nebenher sehen und Spaß dabei haben. Und Spaß ist mir persönlich wichtiger als das scheinheilige Gefühl, mich beim Filmgucken zu bilden oder dabei Earl Grey trinken zu müssen.


  12. 21. April 2015 | Veröffentlicht unter Comics, Comicvorstellungen.

    Kamala Khan ist die neue „Ms. Marvel“ – Bd. 1

    Von

    Genre: „Superhelden“
    Autor:
     G. Willow Wilson
    Illustrator:
    Adrian Alphona
    Erscheinungsform: 
    124 Seiten,  Softcover, Band 1 von ?
    Enthält: Ms. Marvel (2014) 1-5
    VerlagPanini Comics 
    Amazonlink Leseprobe


    Bis 2012 war sie Ms. Marvel: Carol Danvers, ein blondes, optisches All-American Girl. Dann, nach Mar-Vells a.k.a. Captain Marvels Tod übernahm sie dessen Superheldenidentität und der Name „Ms. Marvel“ schien Geschichte.

    Doch nicht für lange. Bereits Ende 2013 wurde bekannt, dass im Zuge des allgemeinen Umbruchs jemand Neues Ms. Marvels Nachfolge antreten würde. Die Wahl war ungewöhnlich und wurde kontrovers aufgenommen, passt jedoch hervorragend in die momentan herrschende Suche nach mehr Diversität: Kamala Khan, sechzehnjährige Tochter einer pakistanischen Einwandererfamilie. Ms. Marvel ist fortan eine Muslima mit eigener Heftreihe, die zum jetzigen Zeitpunkt bereits 15 amerikanische Ausgaben umfasst. Die ersten 5 Ausgaben hat Panini Comics nun in deutscher Übersetzung herausgegeben.

    Handlung

    Kamala wächst als Teenager zwischen den Welten auf: Als muslimische Amerikanerin steht sie zwischen zwei Stühlen, scheint zu keiner hundertprozentig zu gehören. Für ihre Familie ist sie nicht konservativ genug, während sie von ihren Mitschüler nicht selten mit Klischees beworfen wird, was in Teilen auch auf ihre geekigen Hobbies zurückzuführen ist. So schreibt sie Fan Fictions, spielt Rollenspiele und ist Fan der – in ihrer Welt schließlich auch real existierenden – Superhelden. Ihre Lieblingsheldin ist Captain Marvel. Und in genau die scheint sie sich während einer schiefgelaufenen Partynacht zu verwandeln.

    Dem zugrunde liegt das – bei Ms. Marvel nicht näher erläuterte –  Crossover „Infinity„. In dieser Heftreihe zündet Black Bolt eine Bombe, welche überall auf der Welt den Terrigen-Nebel freisetzt. Menschen, welche das Inhuman-Gen in sich tragen, bekommen durch den Kontakt mit dem Nebel Superkräfte. Von alldem weiß Kamala natürlich nichts und muss fortan, ähnlich wie einst Spiderman,  alleine zusehen, wie sie mit den neu erworbenen Kräften umzugehen hat. Und das ist im normalen Teenager-Alltag alles andere als einfach.

    Kritik

    ms marvelDie Aufmerksamkeit, die die neue Ms. Marvel bereits vor Veröffentlichung der ersten Ausgabe erfahren hat, kommt natürlich nicht von ungefähr. Zwar ist sie nicht die erste muslimische Superheldin (man beachte etwa Dust von den X-Men), doch die erste, die als Titelheldin fungieren darf. Wer hier nun einen klischeebeladenen,  harsch demonstrierenden Krampf erwartet, wird hier allerdings nicht fündig werden. Die Religion soll nur eine Facette Kamalas sein und nicht das, was sie alleine ausmacht. Zwar werden Erwartungen bedient – so werden die gläubigen Eltern strenger dargestellt und etwa die Essensgebote thematisiert – doch wirkt es nicht plakativ, sondern natürlich. Dass die Autorin G. Willow Wilson nicht nur vor einiger Zeit selbst zum Islam konvertiert ist und somit keine Außenstehende mehr ist, sondern auch einige Muslime und diverse Ansichten kennt, merkt man deutlich. Die Religion nimmt eine angenehme Nebenrolle ein und erdrückt den eigentlichen Plot nicht, sondern dient als Unterstützung des Charakters.

    Der steckt in einer Identitätskrise zwischen Freunden, Familie und den Kulturen. Die Verwandlung geschieht auf eigenen Wunsch hin, als sie, im wahrsten Sinne des Wortes benebelt, Captain Marvel, Captain America und Iron Man vor sich sieht. Kamala beteuert, Captain Marvel sein zu wollen. Beliebt, hübsch, das Böse bekämpfend. Angekommen in ihrer Welt. Der Wunsch wird prompt erfüllt, die drei nebulösen Gestalten verschwinden zurück im Nebel und lassen Kamala in Captain Marvels Gestalt inklusive Superkräften zurück. Aber ist das alles? Ist sie nur dann „super“, wenn sie eine lange blonde Mähne hat, die im Wind wehen kann und lange Beine, an denen sich sexy Overknees schmiegen? Ist es so erstrebenswert, tatsächlich jemand anderes zu sein und dafür seine eigene Identität zu verleugnen? Das zum Glück nicht, denn das wäre definitiv ein Schritt in die falsche Richtung. Sie ist zur Verwandlungskünstlerin geworden, kann Gliedmaßen, Körpergröße, die ganze Gestalt verändern. Die Captain Marvels ist lediglich temporär, auch wenn es sie zugegebenermaßen zunächst sehr reizt, in Gestalt des Vorbildes zu agieren. Dass sie letztlich sich selbst treu bleibt, ist obligatorisch.

    kamala khan unicornMit diesen Fähigkeiten weiß sie zunächst natürlich wenig anzufangen und hat in den ersten Ausgaben viel damit zu tun, zu trainieren. Wenn man die dilettantischen Versuche mit ihrem dezent bekifft anmutenden Freund wirklich „Training“ nennen darf. Wofür sie ihre Kräfte einsetzen will, ist jedoch sofort klar, denn das ist schließlich das, was sie nicht nur in ihren Fan Fictions bereits betreibt, sondern auch von ihren Eltern beigebracht bekommen hat: Hilfsbereitschaft, selbst wenn es heißt, sich selber zu gefährden, die Schwachen zu schützen und an das Allgemeinwohl zu denken. Wenn nicht jetzt, wann dann?

    In den ersten Einzelausgaben sind es kleine Rettungsaktionen, die zum Teil sogar schiefgehen. Keine Endbosse, wie man sie von den „Originalen“ gewöhnt ist. Der Fokus liegt noch auf Kamalas Person, ihrem Alltag und ihrer Art, mit der Verwandlung und der neuen Verantwortung umzugehen, dort hineinzuwachsen. In späteren Ausgaben, das hat die Autorin versprochen, wird es auch Interaktionen mit anderen Superhelden geben, die schließlich ebenfalls durch Jersey flattern. Dass aus dem pubertierenden Nerd in nicht allzu ferner Zukunft eine schlagkräftige Ms . Marvel werden wird, davon gehe ich stark aus!

    Fazit

    Die Story ist sehr kurzweilig und führt neben Kamala auch interessante Nebenfiguren ein, über die ich ebenfalls gerne mehr erfahren würde und die über ausgearbeitete Hintergrundgeschichten zu verfügen scheinen. Eine Feel good – Coming of Age – Superhero-Symbiose die echt cool ist, um mal tief in die Anglizismuskiste zu greifen. Sie ist an ein jugendliches Publikum gerichtet, doch ich denke, dass sich auch ältere Semester gut mit der neuen Ms. Marvel anfreunden können. Die Zeichnungen Adrian Alphonas runden das ganze gekonnt ab, bilden eine gute Mischung aus überzeichneten, humorvollen Passagen und rauer Federführung, der es an Dynamik nicht mangelt.

    Fotos: Panini Comics

  13. 27. Januar 2015 | Veröffentlicht unter Comics, rund um Comics.

    Ms. Marvel gegen Islamophobie

    Von

    Kamala Khan ist eine der ersten muslimischen Superheldinnen, die Marvel zu bieten hat. Als Ms. Marvel bekämpft sie allerlei garstiges Gezücht, wobei sie allerdings auf die Fiktion beschränkt wurde. Nun macht sie auch noch einen Schritt in unsere Dimension hinein und drückt islamfeindlichen Busbannern ihren Stempl auf.

    Gestartet vor etwa einer Woche von der American Freedom Defense Initiative durch die islam“kritische“ Aktivistin Pamela Geller, fahren die Busse fröhlich durch San Francisco. Botschaften verbreitend, die meines Erachtens nach dem Verständnis des Islam nicht gerade dienlich sind; mehr noch, die Furcht und den Hass gegenüber dem Islam im Generellen  schüren sollen. Natürlich geschützt durch den 1. Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten, der bspw. die Meinungs- und Pressefreiheit in den Fokus stellt. (Zu Recht.  Redefreiheit gilt es in der Tat zu schützen. Von Hassreden u.ä. bin ich trotzdem kein wirklicher Freund.)

    Hier kommt Ms. Marvel ins Spiel, die mit ihrem Gesicht die Banner verschönert und die Botschaften durch aufgeklebte, zusätzliche Sätze deutlich verbessert. Wer auch immer dafür verantwortlich ist: Vielen Dank dafür!
    Mist. Jetzt bin ich doch ein wenig politisch geworden auf dem Blog.


  14. 18. Dezember 2014 | Veröffentlicht unter Comics, rund um Comics.

    Spider-Womans neue Kleider

    Von

    Nach Batgirl geht es nun auch Jessica Drew a.k.a. Spider-Woman an den Kragen – im wahrsten Sinn des Wortes. Auch sie wurde zum Shoppen geschickt, um ein realistischeres Girl-Next-Door-Kostümchen zu kaufen, das die vermutlich  mottenzerfressene Spandexkluft ersetzen soll, die sie immerhin 40 Jahre lang getragen hat.

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    Kris Anka zeichnet sich für das Design verantwortlich, das heute im Mobile Game Spider-Man Unlimited, in dem Spider-Woman ein spielbarer Charakter ist, an den Start geht. In den Comics wird das Kostüm mit der im März erscheinenden Spider-Woman #5 zum ersten Mal zu sehen sein, für dessen Zeichnungen Javier Rodriguez verpflichtet wurde. Zum Warum hat Spider-Woman Reakteur Nick Lowe immerhin eine gute Erklärung: „Spider-Man isn’t really a detective — he swings around looking for trouble, whereas Jess needs to go and figure stuff out and dig things up, and you can’t really do that head to toe in spandex very well

    Ich persönlich sehe natürlich auch, dass es eine realistischere, bequemere Variante ist, die ich auch selber tragen würde. Vermutlich eher als Spandex, bei dem ich wohl drei Tage bräuchte, um mich anzuziehen. Und das ist noch vorsichtig ausgedrückt. Aber irgendwie… gefällt mir der Trend nicht so recht. Wann dürfen Comichelden eigentlich wieder „echte“ Comichelden sein? Super-Man statt Alltags-Man? Ich alte, verbohrte Schachtel, ich! Aber gut, auf das Kostüm allein kommt es zum Glück nicht an.

    Davon abgesehen ist das neue Kostüm nun auch nicht extrem weit – es könnte fast immernoch Spandex sein. Und es ist sexy geblieben! Finde ich. So als Frau. Wie findet ihr den Trend hin zum Realismus und zum Joggingoutfit?

    Ich nehme auch gerne Wetten an! Wer wird die nächste umgestylte Heldin sein? Ich tippe ja auf She-Hulk. Gekleidet in fancy Leggins mit Joggingjacke und Chipskrümeln! (Nur echt mit dem grünen Nagellack. Yeah.)

    Spiderwomanprofile

    Bilder: Marvel

  15. 7. September 2014 | Veröffentlicht unter Filme, Filmvorstellungen.

    Guardians of the Galaxy

    Von

    Wie man sich unbeliebt macht#1: Man erzählt, dass man Guardians of the Galaxy nicht ganz soo knusprig fand.

    Genre: Science-Fiction, Action, Comicverfilmung
    Regisseur: James Gunn
    Darsteller: Chris Pratt, Zoë Saldaña, Dave Bautista
    Erscheinungsjahr: 2014
    Spieldauer:
    121 Minuten
    Originalton: Englisch
    Vorbestellen


    Inhalt

    Ende der 80er verliert ein Junge seine Mutter an Krebs. Mit seinem Walkman und der Awesome Hits-Kassette rennt er schockiert aus dem Krankenhaus und wird prompt von Außerirdischen entführt, die mit ihm im Schlepptau in die Galaxie düsen. Dieser Junge heißt Peter Quill. Und er wird 26 Jahre später ein Guardian of the Galaxy sein.

    Der Weg dorthin ist steinig und beginnt mit einer Metallkugel – dem Orb-  die Peter, mittlerweile unter seinem einstigen Entführer und nun Ziehvater Yondu Udonta zum Schmuggler herangereift, beschaffen soll. Doch ist nicht er alleine hinter dieser unscheinbare Kugel her: Auch Ronan, seines Zeichens fanatischer Anhänger der Weltenzerstörungstheorie (Rache wird am besten kalt auf dem zerstörten Planeten serviert) möchte dieses Kleinod in seine blaugeäderten Fänge bekommen. Eigentlich, um damit Thanos zu bezahlen, der für Ronan einen Planeten zu zerstören – bis sich später herausstellt, dass der Orb wesentlich mehr kann, als lediglich als Zahlungsmittel zu dienen.

    Ein heißer Kampf um den Orb entbrennt, in dessen Zuge sich ein hyperintelligenter Waschbär, ein wenig sprachseeliges Baumwesen, ein Haudrauf und eine Assassinin Peter anschließen. Mit Widerworten zunächst, versteht sich, denn eigentlich war zu Beginn fast ein jeder der Truppe erpicht darauf, Peter aufgrund eines Kopfgeldes zu jagen oder ihm schlicht den Orb zu entluchsen. Werden sie es schaffen? Werden sie sich zusammenraufen und gemeinsam die Galaxie retten?

    Kritik

    Die ersten Szenen machen Lust auf mehr: Peter vermag es, Tränen zu forcieren. Zunächst, als er als Junge seine Mutter verliert und in der nächsten Szene, als er, zur Musik der 80er tanzend, kleine Reptilienwesen als Mikrofone missbraucht und eine gewisse, charmante Arschlochattitüde an den Tag legt. Leider versprach mir der Einstieg zu viel.

    Gespickt mit auf mich teils angestrengt wirkenden, teils wirklich großartigen One-linern und angereichert durch Charaktere, die vermutlich in verschiedene Töpfe mit Graustufen geplumpst sind, präsentiert sich ein Film, der zwar gutes Popcornkino ist, jedoch sowohl an Story, als auch durchgehender Spannung und Witz verliert. Die Action ist nicht rasant genug, um über die flachen Antagonisten hinwegzutäuschen, die Optik nicht brillant genug, um vergessen zu lassen, dass die Assassinin Gamora so plausibel wirkt wie ein tanzendes Toastbrot und das Baumwesen Groot ist nicht… doch. Es ist in der Tat grandios genug, um mich vergessen zu lassen, dass mir Peter vorkommt wie eine schlechte Han Solo-Kopie.

    Groot und der Hamster – Verzeihung, der Waschbär (übrigens jemand, der sich mit Peter um den Titel „Han Solo des neuen Filmjahrtausends“ streitet) Rocket sind zwei wirklich wunderbare Charaktere. Nicht nur von fantastischer CGI, sondern auch absolut liebenswürdig und hauptverantwortlich für den Großteil der wirklich witzigen Szenen und Zitate. Groot ist – trotz seiner Eigenheit, lediglich einen einzigen Satz „I am Groot.“ sprechen zu können – die Person, die mich am meisten berührt hat. Jeder Satz ist anders betont, von einer Mimik getragen, die wirklich ein bisschen mein Herz berührt hat. Groot freut sich, hasst, und liebt wirklich mit jeder Holzfaser seines Körpers. Großartig! Ähnliches gilt für Rocket.

    Dagegen wirkt nicht nur Peter blass, sondern insbesondere die grünhäutige Gamora, die ihr Dasein bislang als herangezüchtete Auftragskillerin fristete und plötzlich, pünktlich zu Beginn des Filmes auf die Idee kommt, nun endlich den Schritt in Richtung Abnabelung von Thanos zu wagen. Ihre Charakterentwicklung ist fast so schnell wie ihre Fäuste und gipfelt, wie soll es anders sein, in einem Catfight sowie in einem… Spoiler, den ich hier nicht nennen möchte. Peter tritt übrigens in die Fußstapfen von u.a. Iron Man. Ein Held ist vermutlich nur der, der bereit ist, sich zu opfern.

    Nein, der Film ist nicht schlecht. Über die Tatsache, dass er keine Story besitzt, die über ein „Bösewicht XY will die Welt vernichten, indem er Artefakt YZ benutzt! Heldenkameraden, lasst uns dies verhindern!“ hinausgeht, kann ich hinwegsehen. Ein Film muss mich unterhalten. Das hat er getan, nur manchmal etwas zu plump und zäh. Er hat für mich einige sehr schöne Momente. Gerade die Gefängnisszene finde ich genial, ebenso das Zusammenspiel der verschiedenen Figuren. Aber es fehlen für mich ein paar Funken. Einer, der mich träumen lässt. Einer, der mich endgültig mitreisst. Einer, der mein Herz langfristig berührt und einer, der mich wünschen lässt, dass der Film niemals enden möge.

    Zuletzt noch eine kleine Anmerkung zur Musik: Ich bin ein großer Fan von der Musik der 80er. Ehrlich. Zumindest wenn es um Rock generell und um 80er Jahre „Trash“ geht. Daher hatte ich gehofft, dass Peters Kassette, die einige Male als musikalische Untermalung dient, meine Füße wippen lässt. Tut sie jedoch nicht. Die Musik lässt mich kalt. Hat man einfach versäumt, „bekanntere“ Musikstücke zu finden, die an die Emotionen und Erinnerungen appellieren können? Oder schrammt sie einfach nur knapp an „meiner“ Musik vorbei? Meiner Meinung nach wurde gerade dort enorm viel Potential verschenkt!

    Insgesamt ist Guardians of the Galaxy ein wirklich netter und größtenteils unterhaltsamer Film, von dem ich mir jedoch aufgrund der Kritikerlorbeeren wesentlich mehr versprochen hatte. Ob es sich lohnt, ihn sich im Kino anzusehen? Definitiv! Der Schlusssatz gebührt nun auch der Optik des Films: Es war der visuell schönste bzw. best gemachteste Film, den ich je gesehen habe.


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  16. 15. Juli 2014 | Veröffentlicht unter Comics, News, rund um Comics.

    Marvels neue Thor

    Von

    „Haha Guddy, du hast ein R im Titel vergessen!“ Nope. Thor wird tatsächlich weiblich.

    Wie gerade in der amerikanischen Sendung The View zu erfahren war, bekommt das Thoriversum ab Oktober eine neue Galionsfigur. Dem Thor, den wir kennen, wird nach einem noch nicht näher definierten Patzer das Recht abgesprochen werden, den Hammer Mjölnir zu tragen. Stattdessen wird ihn zum ersten Mal eine Frau in die Hand nehmen. Und das wohl nicht nur einen abgesteckten Zeitraum lang.


  17. 10. Dezember 2013 | Veröffentlicht unter Comics, rund um Comics.

    Mittelalterliche X-Men gehen in Petition

    Von

    Ach verdammt, da fängt man einmal an zu studieren und zack, huschen solche Kleinode an einem vorbei wie schlittschuhfahrende Schlümpfe auf Speed. Obiges Foto zeigt bereits die Quintessenz des Ganzen: Ein begabter Künstler interpretierte die X-Men auf mittelalterliche Weise neu und modelte die Hintergrundgeschichte in den Details gleich mit um.

    Nate Hallinan heißt der in Californien hausende Mann, der Folgendes dazu zu sagen hat:

    This is a personal fan-fiction variation on the X-Men. I thought it would be a fun exercise to do the X-Men in an alternate medieval/fantasy reality. Prejudice and discrimination were rampant in our history. Being a darker and less civilized time, fear and hatred ran deeper making it an interesting setting for the X-Men. The task to protect and defend the ‘gifted’ would be near insurmountable.  I’ve created short background stories for each character and I will be posting those along with the final images. [Link zum Zitat]

    Ich liebe diese finalen Bilder sehr! Offenkundig bin ich damit nicht allein: Lucas Martins schickte eine Petition ins Rennen, die die Realisierung dieser alternativen X-Men unter Marvels Fittichen zum Ziel hat. Unterschreiben schadet da denke ich nicht. Zum Schluss: meine vier Lieblingsbilder, sowie die obligatorischen Links zum Künstler selbst.

    Website | Facebook-Fanpage | DeviantArt

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  18. 3. November 2013 | Veröffentlicht unter Filme, Filmvorstellungen.

    Thor: The Dark World

    Von


    Genre: Action, Superheldenverfilmung
    Regisseur:
    Alan Taylor
    Darsteller
    : Chris Hemsworth, Natalie Portman, Christopher Eccleston
    Produktionsjahr:
    2013
    Spieldauer:
    120 Minuten
    Trailer
    Amazonlink
    Originalsprache: Englisch


    Inhalt

    Direkt auf den thorschen Vorgängerfilm und The Avengers aufbauend, versucht Thor, die Ordnung zwischen den neun Welten wiederherzustellen – doch kaum scheint dies gelungen, greift Malekith, Anführer der einst zurückgeschlagen geglaubten Dunkelelfen, ein. Dieser möchte mit Hilfe des Äthers die Welten in ewige Dunkelheit stürzen. Hat ein Halbgott denn nie seine Ruhe?! (Zum Glück nicht!)