1. 30. Juni 2016 | Veröffentlicht unter Gaming, Rollenspiel, rund um Gaming.

    Was macht eine gute Rollenspiel-Figur aus?

    Von

    Gestern habe ich noch über die eher flachen Archetypen gesprochen, heute soll es in einen anderen Bereich gehen – den der „guten“ Figuren. Doch was heißt „gut“ in diesem Zusammenhang? Spontan käme mir Folgendes in den Sinn: Die Figur sollte „echt“ wirken, tiefgründig sowie vielschichtig und in sich schlüssig sein. Man sollte ihre Beweggründe und ihr Handeln nachvollziehen können. Ihr sollte Leben eingehaucht worden sein. Oder anders: Wann wird eine Figur zu einer Person?

    Creative Director Mike Laidlaw und Lead Writer Patrick Weekes von BioWare sind der Frage in einem Video nachgegangen und ziehen Solas aus Dragon Age: Inquisition und Mordin aus Mass Effect als Beispiele heran. (A.k.a.: Spoilers inside!)

    Die wichtigsten Aussagen fasse ich mal kurz zusammen: 

    • Die Figur sollte lebendig wirken. Mit Träumen, einer Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, Ängsten, vielleicht einer Familie. Sie sollte wirken, als würde sie auch außerhalb des Kontextes des jeweiligen Spiels tatsächlich existieren können. Mit all diesen Informationen im Hinterkopf beginnt man als Spieler, sich um diese Person zu kümmern – und ein etwaiger Verlust derselben lässt einen emotionaler zurück. „Captain. Redshirt Nr. 54 ist tot.“ vs. „Karl-Heinz ist tot! Er wollte doch eine Schmetterlingsfarm gründen und ach, wie hat er immer so gefühlvoll über seine Frau gesprochen! Was die wohl dazu sagen wird …?“
    • Kontraste sollten vorhanden sein; Antagonisten, Trauer im Kontrast zur Freude, Rückschläge, die einen Triumph intensiver erleben lassen. Eine Figur, die einem egal ist, die einen bar jeglicher Emotionen zurücklässt, bleibt grau. Auch wenn es bedeuten kann, dass die Figur gehasst oder verachtet wird. Das ist völlig ok. Wesentlich besser so, als gar keinen Bezug zu finden. in dem Fall hätten die Autoren versagt.
    • Auch oder gerade bei moralisch fragwürdigen Ansichten ist es doch sehr von Vorteil, diese in sich schlüssig darzustellen und mit der Person und deren Charakter zu verknüpfen. Stichwort Plausibilität.

    Dem kann ich mich anschließen. Romane erfordern natürlich andere Techniken und Vorgehensweisen als ein Videospiel – alleine schon, weil die interaktive Komponente fehlt – doch diese Punkte sind mir bei meinen Protagonisten und Nebenfiguren gleichermaßen essentiell. Ich finde es immer spannend, wenn andere Schaffende über solche Themen sprechen, daher möchte ich euch das kurze Video einfach empfehlen.


  2. 3. Juni 2016 | Veröffentlicht unter Rollenspiel, rund um Rollenspiele.

    Blogstöckchen: 11 Fragen

    Von

    Tjaa ich wurde getaggt. Und da ich heute wieder mal meinen freundlichen Tag habe, beantworte ich die mir gestellten Fragen natürlich auch. Ich bin so gütig. Es geht um Rollenspielwelten, mein eigenes imaginäres Videospiel und das nerdigste Objekt, Subjekt oder Prädikat in meiner Wohnung. Tadaa:

    In welcher Rollenspielwelt würdet ihr gerne mal selber als Person auf Erkundungstour gehen?

    In der Welt des Schwarzen Auges. Nicht, weil sie so unfassbar kreativ und aufregend wäre – sondern weil dort mittlerweile derart viele Spielercharaktere von meinen Gruppen herum kreuchen dass ich mindestens einem von ihnen über kurz oder lang begegnen müsste. Und das wäre großartig. Oder, sagen wir: Zumindest interessant. Aventurien ist zumindest der fiktive Kontinent, auf dem ich die meiste Zeit verbracht habe und dementsprechend viel mit verbinde.

    Gibt es irgendein Charakterkonzept, von dem ihr sagen würdet „Das kann ich nicht spielen“?

    Kurz und knapp: Nein. In meiner immerhin zwanzigjährigen Rollenspielerlaufbahn habe ich etliche Konzepte gespielt, so viele, dass ich nicht sagen kann, welches ich noch nicht ausprobiert habe. Prinzipiell kann ich alles darstellen bzw. probiere mich einfach gerne aus – manchmal hapert an an meiner derzeitigen Stimmung oder an der Gruppe. Boron-Geweihte etwa kann man in einer Gruppe, die IC wie OOC atheistisch unterwegs ist und eher weniger „echtes Rollenspiel“ betreibt, vergessen.

    PC oder Konsole?

    Rollenspiele und Adventures lieber am PC, alles andere auf der Konsole. Rennspiele bspw. könnte ich mir auf einem PC nicht vorstellen – ich brauche den Controller, der mir das Lenkrad ist.

    Nehmen wir mal an, ihr hättet das Geld, die Zeit und die Ressourcen und ihr könntet euer eigenes PC-/Konsolenspiel erstellen: Wie lautet der Titel und worum würde es gehen?

    „I’ll kick your ass“: Ein Rollenspiel-Beat ‚em up. Man spielt einen selbst erstellten Menschen auf der Suche nach dem Sinn des Lebens. Lakritze ist eine Power Up, das Blut spritzt in roten Fontänen und es wird an jeder Ecke geflucht. Sowohl als Single- als auch Multiplayer spielbar. Außerdem kann man auf Nashörnern und Hühnern reiten und auf Gummipuppen durch die Straßen cruisen. Das wird der Renner, ich sags euch!

    Nutzt ihr Cheats? Wenn ja, warum?

    Nur bei Sims und Age of Empires. Gründe: Bei den Sims wird das reguläre Spiel nach knapp 25,54 Minuten langweilig. Mit dem ercheateten Geld kann man dann zumindest eine lustige Villa bauen und die Sims am Ende dort einmauern. Bei Age of Empires mag ich einfach „Bigdaddy“ sehr gerne. Hey! Ein schwarzes, cooles Auto, das durch die antiken Armeen rast! Hurra!

    Habt ihr ein PC-/Videospiel schonmal nicht durchgespielt? (weil es zu schwer war oder ihr nicht weitergekommen seid etc.). Welcher Titel war das?

    Sicher. Etliche. Viele höre ich mittendrin auf, da sie mir zu fad werden. Zu schwierig fand ich bislang noch kein Spiel – obwohl, doch! König der Löwen auf dem Gameboy! Das habe ich bis heute nicht durchgespielt. Außerdem: Skyrim und The Witcher 3. Die beiden letztgenannten werde ich wahrscheinlich eines Tages durchspielen, ich habe da keine Eile und genieße einfach nur das Gameplay und die offenen Welten.

    Du hast zwei Stunden Zeit, um eine Rollenspielsitzung mit totalen Neulingen vorzubereiten. Welches System würdest du wählen?

    Fate to Go: Simpel, schnell, auf alle Settings übertragbar.

    Du darfst 100 Euro im Rollenspielladen deines Vertrauens verjubeln: Was würde in deinem Einkaufskorb landen?

    Kein Rollenspiel, sorry. Ich habe Fate. Das reicht mir. Systeme sind mir un-sag-bar egal geworden. Wichtig sind mir die Mitspieler und das Setting. Und das kann man sich selber ausdenken. Was würde ich also kaufen: Comics. In jedem Rollenspielladen gibt es Comics.

    Was ist das nerdigste, was man in deiner Wohnung findet?

    Mich.

    Wenn du in die Vergangenheit reisen könntest, wovor würdest du dein ahnungloses Vergangenheits-Ich bewahren wollen?

    „Vergangenheits-Guddy, stop! You no take candle!!!11“ Oder auch: „Blöde Kacknoob-Guddy, hör mir jetzt mal ganz genau zu: GENIEßE DEINE FUCKING JUGEND!“

    Hast du einen bevorzugten Charaktertypus im Rollenspiel? Was für Eigenschaften hat dieser?

    Krieger. Ich habe ein riesiges Herz für Krieger! Gerne mit einer dezenten Arroganz gepaart, kein stumpfer Haudrauf.

     

    Ich tagge

    Mareike, Steph, Pi und Sarah mit folgenden gar wunderbaren Fragen:

    1. Welche Superheldenfähigkeit hättest du gerne?
    2. Gibt es etwas im Leben, das du bereust?
    3. Wie würdest du dich stylen, wenn es keine gesellschaftlichen Normen und „Vorgaben“ gäbe? Oder bist du da jetzt schon so frei?
    4. Du bist ein Fußboden. Wie fühlst du dich dabei?
    5. Hast du ein Vorbild? Wenn ja, welches?
    6. Bist du stolz auf dich?
    7. Welche spitzohrigen, fiktiven Wesen sind dir am liebsten?
    8. Stell dir vor, es gibt Einhörner. Würdest du eins besitzen wollen?
    9. Welches Geek-Artefakt würdest du gerne besitzen?
    10. Welche griechische Gottheit wärst du am liebsten?
    11. Was ist dein Lieblingsparasit?

  3. 30. Mai 2016 | Veröffentlicht unter Messen&Conventions, RPC, RPC '16.

    10 Jahre RPC.

    Von

    In Kürze würde meine Zusammenfassung folgendermaßen aussehen:

    Waren auf der RPC. Geile Shirts gekauft. 2/3 davon instant verloren. Cosplayer waren da. Dann das Bloggertreffen. Zu viel Metbier. Bericht Ende.

    Da ein Blog jedoch nicht der kleine, sondern vielmehr große Bruder von Twitter ist (wenn überhaupt. Aber die Familienverhältnisse finde ich ohnehin unübersichtlich. Vielleicht ist Twitter auch der Stiefsohn oder Busfahrer des Blogs.) muss ich mir wohl oder übel mehr Worte einfallen lassen. Ich schlage blind im Worthelfer Duden nach und tippe auf das Wort „drücken“.

    Drücken passt. Drückend heiß war es draußen auf dem Mittelaltermarkt und drückend eng in den Menschenmassen. Doch bleiben wir geordnet und berichten von Anfang an: Mit meinem Freund und meiner besten Freundin fahren wir mit dem Zug zur RPC. Frohen Mutes, denn wir konnten nicht ahnen, wie heiß es werden würde. Der Wetterbericht hat uns angelogen. Hinein jedenfalls in die großen Hallen und gegen Verkaufsstände gepresst. Rollenspiele. Tabletops. Plüschdinger. Zeug. Geld loswerden will ich allerdings eher nicht, schließlich muss ich sparen und Uncharted 4 ist teuer für eine Studentin!

    RPC3

    Hoffend blicke ich in das Programmheft: Meh. Ich könnte eine Stunde lang mit der DSA-Redaktion plaudern, aber … nein. Besser könnte ich ihnen meinen Liebesbrief vorlesen. Oder doch lieber einer Lesung lauschen? Nein, das ist nicht mein ganz persönlicher Fall. Ich hatte auf interessante Vorträge oder Workshops gehofft, doch packen konnte mich kein Programmpunkt. Also vegetieren wir in der Halle herum und sind uns später einig: „Hilfe, irgendwie ist das hier doof.“ Der Meinung sind wir allerdings recht allein, so scheint es, als ich mich unauffällig umhorche. Auch die Cosplays können mich nicht vom Gegenteil überzeugen. Es sind nette dabei. Aber ich kann mich momentan nicht so ganz mit der Selbstdarstellung anfreunden. Vielleicht liegt meine schlechte Stimmung auch daran, dass ich etliche Male von überdimensionierten Waffen, Rüstungsteilen und Schwänzen umgehauen, angestoßen oder gepeitscht wurde. Klar sind die Kostüme geil. Aber dann darf man dennoch noch an andere denken und ein Mindestmaß an Rücksicht zeigen, statt nur sich im Fokus zu sehen. Trotzdem: Der Großteil der Besucher ist sehr nett, sympathisch und humorvoll!

    Da die vielen Spieltische leider die meiste Zeit besetzt waren, schafften wir nur eine Runde zum Brettspiel „Mysterium“: Als Medium hilft man einem Geist, den Mörder ausfindig zu machen. Das Spielprinzip ist recht spannend und innovativ, da es statt auf Glück und Würfel auf Kombinationsgabe und auch ein wenig auf die eigene Menschenkenntnis ankommt. Obgleich das Prinzip interessant ist und das Spiel unheimlich viele positive Kritiken bekommen hat, ist es uns jedoch leider zu simpel und wenig überraschend oder spannend. Amazonlink samt der ausführlicheren Reviews gibts hier.

    Ich finde mein kurzzeitiges Glück in einem Kettenbikini, den ich anprobiere und dessen Hersteller mir von seinem Werk vorschwärmt. Noch mehr Glück empfinde ich allerdings, als ich in meiner Verzweiflung doch noch shoppen gehe und drei T-Shirts kaufe. Ein König der Löwen-Shirt, das ich direkt anziehe da mein Pullover, den ich bis dahin getragen hatte, dezent zu heiß wurde, ein Shirt mit Star Wars-Motiv und dieses Exemplar hier. Dean Winchester! <3 Ehm ja.

    RPC 16Pünktlich zum Bloggertreffen verabschieden sich mein Freund und meine Freundin in den wohlverdienten, kühlen Feierabend und nehmen leider nicht meine Tüte mit den neuen Shirts mit. Diese verliere ich nämlich später glorreich. Ich trauere dem Supernatural-Shirt noch immer hinterher. Das passiert allerdings stets, wenn ich Thilo vom Nerd-Wiki treffe: Ich verliere Dinge. Zum Glück dieses Mal keine Wertsachen. Hurra.

    Da das Bloggertreffen perfekt geplant war, fanden auch hunderte Blogger den einen Metstand von fünfen. Never trust a Zeitzeugin. Neben Thilo war noch das Orakel anwesend, dessen Bericht von der RPC hier nachgelesen werden kann, sowie ein Leser von mir. Weitere 9 Nachrichten ereilten mich im Laufe des Abends mit den Inhalten: „Guddy, wo seid ihr?!?“, „Mein Gott, welchen Metstand meinst du?!?“ und „Ich stehe hier seit 30 Minuten am Metstand, wo BIST du?“ Never trust a Zeitzeugin². Es tut mir wahnsinnig leid, doch ich hatte wirklich angenommen, dass es nur den einen geben würde! Vor Halle 10.2! Dummerweise war der ganze Außenbereich „vor Halle 10.2“. Ich lerne daraus und werde es nächstes Mal besser machen! :)

    Hallo. Ich bin eine Serienkillerin @orakelofdeath #rpc

    Ein von Guddy (@zeitzeuginguddy) gepostetes Foto am

    Den Abend verbrachten wir lustig debattierend, biermettrinkend und Albernheiten/Dummheiten anstellend. Ich mag Blogger und Youtuber. Meistens. Doch, ab 16 Uhr hat die RPC durchaus Spaß gemacht! Allerdings bin ich dieser Veranstaltung tatsächlich müde geworden. Ich will nichts kaufen. Das kann ich auch online oder wenn ich gemütlich durch die Stadt schlendere. Ich möchte Leute treffen und Workshops, sowie Vorträge anhören! Leider hat die RPC gerade von letzterem nur sehr wenig zu bieten und ich hoffe, dass im kommenden Jahr nachgezogen wird. Dennoch hat sich die RPC gelohnt: Freunde und Bekannte treffen, sowie neue Menschen mit ähnlichen Interessen kennenlernen – darum gehe ich zur RPC. Und dafür ist sie ok.

    Deutlich positivere Berichte meiner geschätzten Bloggerkollegen

    RPC


  4. 1. Oktober 2014 | Veröffentlicht unter Rollenspiel, rund um Rollenspiele.

    Der Ort im P&P, der mich wahnsinnig macht

    Von

    „Ich gehe in den Krämerladen und kaufe ein…“ Gähn. Kaum eine Location stört mich mehr als die Krämer,- Waffen-, Rüstungs-, und Wattebauschläden in beliebigen Rollenspielen. Meiner Erfahrung nach werden diese Szenen unnötig ausgedehnt. Jeder Einkaufszettel, ob er nun drei Zutaten für ein Butterbrot oder ein einziges Paar Stiefel enthält, wird zelebriert, als handle es sich um die Schlüsselszene des Abenteuers. 99% der Einkaufsdialoge laufen dabei nach einem Schema ab.

    „Hallo sehr geehrter Händler – Hallo blabla – Ich hätte gerne XY – Oh ja das kostet 6,66 – ne machen wir 6,50 draus – [Insert 3 Stunden Gefeilsche] – So hier bitte schön, für 6,57 ist es deins, sonst noch was? – Ja wo ich schonmal hier bin hätte ich gerne noch XY – vorzügliche Wahl, das macht 42,42 – Na machen wir doch 42,41 draus (…)“ Noooo!

    Nun darf man natürlich sagen: „Hey, du hast einfach die falschen Erfahrungen gesammelt/ deine Gruppen waren blöd“. Ersteres mag stimmen, zweiteres jedoch nicht. Es waren zumeist lediglich die Händlerszenen, die mich zu kleinen Schnarchanfällen veranlasst haben. Nicht, dass das bei jedem von euch der Fall sein muss. Vielleicht findet ihr Händlerszenen ja besonders großartig und würdet am liebsten ein „Shopping Queen“-RP erstellen? Nur zu! Dennoch möchte ich meine persönliche Abneigung hier etwas genauer erklären und gleichzeitig den ein oder anderen Tipp loswerden. Es steht allerdings jedem frei, es anders zu bewerten und weiterhin seine eigene Meinung zu vertreten.

    Weniger ist mehr

    Die typische Heldengruppe besteht aus 3-4 Leuten. Wenn nur einer davon (ausführlich) einkaufen geht, sitzen die verbleibenden 3 Leute herum und drehen Däumchen (oder dem Spielleiter den Hals um). Wer möchte schon dem x-ten Händlergespräch lauschen? Das „Gameplay“ ist ohnehin gleich oder zumindest sehr ähnlich – warum also das ganze nicht drastisch verkürzen? Tut es jemandem weh? Wenn nicht: Ein „Ich kaufe mal schnell dies und das ein und streiche mir Betrag X ab, ok?“ reicht im Grunde vollkommen und man kann sich auf die wirklich spannenden Geschichten, Spielereien und Aufgaben konzentrieren. Als Beschneidung des Rollenspiels empfinde ich es persönlich nicht. Man spielt generell nicht jedes einzelne Gespräch mit einem NPC oder auch PC durch, sonst würde ein Abenteuer Tage, Wochen, Monate am Stück brauchen.

    Es ist auch nicht unbedingt nur die Location, die mich stört, sondern das Murmeltierartige. Kamen wir, egal innerhalb welcher Spielegruppe ich gezockt habe, in eine Stadt: Zack, der erste Gang war der zum Geschäft. Je-des Mal. Ich konnte es bei den meisten Charakteren bereits mitsprechen. Das war so eingefahren, dass es auch nicht wirklich half, wenn man es angesprochen hat. Dafür waren meine bisherigen Gruppen allerdings bei fast allen anderen Angelegenheiten großartig.

    Aus dem Händler (und Laden) einen Typen machen

    Genau wie der Wirt nicht immer ein dicker, rotwangiger Kerl sein muss, darf der Händler – oder die Händlerin – auch mehr Profil als die Schuhsohle eines Stepptänzers besitzen. Dieser Tipp geht freilich in die selbe Richtung wie der Artikel, den ich mal zum Thema „Lebendige NPCs“ geschrieben habe. Es ist eine der einfachsten Möglichkeiten, das Einkaufen abwechslungsreich zu gestalten. Wenn nicht jeder Ladenbesitzer gleich wirkt, hat es auch für die unbeteiligten Spieler mehr Anreiz, zuzuhören.

    Auch das Geschäft an sich kann ausgeschmückt werden. Erinnert euch an spannende Läden in Computerspielen, Filmen oder auch Bücher. Und wenn es nur Ollivanders ist, das Fachgeschäft für Zauberstäbe aus Harry Potter. Erinnert euch an das individuelle Interieur, wie die ganze Atmosphäre auf euch gewirkt hat. Vermittelt nicht das Gefühl, als gäbe es im gesamten Land nur ein einziges Waffengeschäft, das mit den Helden reist und plötzlich in jeder Stadt, wo die Spieler auftauchen, aufploppt. Jeder Laden kann und darf anders sein. Auch  wenn natürlich nicht jedes Geschäft extrem besonders sein muss, das wäre mit Sicherheit auch dezent dubios. Wenn man aber mit Leidenschaft Einkäufe spielt, dann wäre es doch nicht verkehrt, daraus ein kleines Erlebnis mit Mehrwert zu gestalten. Und wenn man nicht gerade in der Realität oder in einem Sci-Fi-Setting o.ä. spielt, sind komplett gleich geschaltete Ketten wie Aldi und Co eher Mangelware.

    Den Shopbesuch ins Abenteuer eingliedern

    „Hee … psst. Wolle Info kaufen?“ Nein, ganz so offenkundig muss es ja nun nicht sein. Doch wenn man hin und wieder mal abenteuerrelevante Informationen in Gespräche mit NPCs einfließen lässt, kann das so verkehrt nicht sein. Gerade da bietet sich der Händler besonders an. Warum? Der Wirt ist ohnehin eine erwartete Informationsschleuder. Und die Passantin, die selbstverständlich total zufällig zu plaudern beginnt? Klar. Vom Händler jedoch erwartet man es nicht unbedingt. Wenn man es denn geschickt einfädelt und es eher in Nebensätze einfließen lässt. Zudem bekommt der Einkauf dann etwas weniger Belangloses.

    Ich selber habe schlichtweg eine Aversion gegen die Location „Geschäft“ in Rollenspielen entwickelt. Wahrscheinlich ist mein gefühl da auch etwas übertrieben. In zukünftigen Gruppen (derzeit habe ich leider keine, da mir die Zeit fehlt) werde ich definitiv darauf achten, keine Stunde damit zu verbringen, dass nur einer(!) shoppen geht.

    Der Artikel entstand übrigens im Rahmen des Karnevals zum Thema „Orte und Locations“. Den entsprechenden Forumsartikel findet ihr hier, den Startartikel des Initiators Blechpirat dort. Falls ihr ebenfalls einen Artikel beitragen möchtet: Zeit habt ihr noch den ganzen Oktober lang.


  5. 20. August 2014 | Veröffentlicht unter Rollenspiel, Rollenspielvorstellungen.

    Roomie’s Quest: Das WG-RP

    Von

    Du wohnst in einer WG, hast vor in eine zu ziehen oder hast Freunde, die diesem Schicksal frönen? Dann lies weiter!

    Stapeln sich die Teller in der Spüle, sammeln sich Schmutz und Staub in den Ecken und funktioniert das Zusammenleben einfach nicht? Keine Bange, die Lösung ist zum Greifen nah!

    “Roomie’s Quest” heißt sie und ist ein Gemeinschaftsspiel für Wohngemeinschaften mit zwei bis vier Bewohnern. Es soll Hausarbeit spaßiger gestalten und so für eine saubere und zufriedene WG sorgen.

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    Manche machen bereits aus dem Einkaufwagen oder dem Kofferraum eine Spielwiese: Von einer imaginären Tetrismelodie begleitet, werden die Einkäufe hübsch gestapelt, sodass selbst diese Tätigkeit einen Hauch von Spaß verbreitet. Noch ein paar Schritte weiter ging Kerstin „Noody“ Buzelan. Im Rahmen ihrer Bachelorarbeit entstand Roomie’s Quest, das die Hausarbeit mit Rollenspiel kombiniert. Wie in einem handelsüblichen RPG erlangt man durch Quests – bspw. Spülen – Erfahrungspunkte, um Stufen aufzusteigen. Erworbene Schätze erleichtern den Stufenanstieg, während Monster aus besonders unbeliebten Aufgaben bestehen und natürlich bezwungen werden müssen. Den Sieg erringt, wer als erster Stufe 10 erreicht, was im Schnitt und je nach WG-Größe und -Ausstattung rund 4 Wochen dauern kann. Gespielt werden kann etwa um Geld oder auch einen Kasten Bier. Hey, wir reden hier schließlich von WGs und die sind klassischerweise eine Studentenwohnform!

    P1020896-1024x768Dabei wurde Roomie’s Quest nicht etwa kreiert, um andere zu geißeln, sondern in erster Linie, um Noody selbst zu motivieren. Die freiberufliche Illustratorin, 2D-Animatorin und Comiczeichnerin erschuf ein Spiel, das direkt aus erster Hand erprobt ist und auch bei der „Betarunde“ Anklang fand – anscheinend besonders bei männlichen Spielern. Leider existieren zum momentanen Zeitpunkt lediglich zwei Exemplare dieses Rollenspieles, da bisher noch kein Verleger gefunden werden konnte. Vielleicht kann jemand von euch einen entsprechenden Kontakt vermitteln?

    Ich persönlich finde die Idee und besonders auch die Realisierung sehr schön und ich kann mir sehr gut vorstellen, dass es den Putzplan von deutschen WGs revolutionieren könnte! Ich zumindest würde es wohl spielen, würde ich in einer WG leben. Leider bin ich nämlich selber eine starke Prokrastinationsanhängerin, die mit ein paar RP-Kärtchen vielleicht ein Buch mehr zurück ins Regal räumen würde. Die Erfahrungspunkte und das in Aussicht stehende Siegesbier wären hoffentlich Anreiz genug! Da Noody selbst Gamerin ist und sich bevorzugt im RP-Genre herumtreibt, bin ich guter Dinge, dass es auch zu Recht als „Rollenspiel“ gelten kann und nicht nur ohne Sinn und Verstand auf einer ominös-trendigen Welle mitrollt.

    Wenn ihr Noody mit ihrer Idee unterstützen möchtet, erzählt doch einfach euren Freunden und Bekannten davon. Folgen könnt ihr ihr über Facebook oder ihr besucht einfach ihre Website!


  6. 10. November 2013 | Veröffentlicht unter Rollenspiel, Rollenspieltipps.

    Rollenspieltipps: die Zusammenfassung

    Von

    Bisherige Abschlussartikel des Karnevals der Rollenspielblogs zielten zumeist eher auf eine Art Nacherzählung ab : wer hat wann welches Thema bearbeitet und wie ausführlich hat er oder sie das getan? Mein eigenes Thema bietet sich dafür nicht ganz so gut an. „XY hat 10 Tipps mit dem Hauptaugenmerk auf Blubb geschrieben, danach hat sich YZ folgenden Tipps mit dem Fokus auf Kladderadatsch gewidmet und dabei 3 Tipps des Vorgängers wiederholt, woraufhin ZA (…)“. Ähm – nein. In verkürzter Form habe ich das ohnehin bereits mit der Verlinkungsliste getan. Stattdessen werde ich die Tipps der insgesamt 37(!) Artikel zusammenfassen, die Quintessenz dessen versuchen herauszukristallisieren und einen Überblick über die Inhalte des Themas geben. Schließlich soll das Thema in irgendeiner Form auch den Lesern helfen und nicht nur eine Promotionplattform für die Autoren darstellen. Im Thread des RSP-Forums kann man sich nochmal alle Beiträge in gleichberechtigter Listenform zu Gemüte führen.

    Dabei darf man natürlich eines nach wie vor nicht vergessen: es sind allesamt zusammengetragene, somit eigentlich in den Konjunktiv gehörende (der Einfachheit halber unterlasse ich dies) subjektive Tipps, die nicht für jeden gelten, aber Unsicheren eine Stütze bieten und Alteingesessene zum Nachdenken anregen können.


  7. 30. Oktober 2013 | Veröffentlicht unter Gaming, Gamingdiskussionen.

    Studie: Computerrollenspieler kennen keinen Schmerz

    Von

    Psychologen der Universität Witten/Herdecke beschäftigten sich jüngst mit der Frage, inwieweit virtuelle Rollenspiele das Empfinden der Spieler in der realen Welt verändern. Die nun veröffentlichte Studie stellt nach den Spielern von Shootern die Rollenspieler in ein schlechtes Licht. Kurz: sie seien weniger empathisch, weniger schmerzempfindlich (ein um 18% verringertes Schmerzempfinden wurde angeführt) und würden das roboterhafte Verhalten ihres Avatars in die reale Welt übertragen.

    oH0LRXFhDabei wurde sich nicht nur auf die primär negativen Auswirkungen beschränkt: auch die Interpretation des sozialen Verhaltens des Avatars in die Realität wurde genannt. Agiere man in Person des Avatars sozial, so übertrage sich dies auch auf das eigene Verhalten außerhalb des Spieles – wobei auch hier deutlich gemacht wird, dass es sich lediglich um robotereskes, geistloses Tun handelt. Die Immersion und Identifikation mit dem Avatar bei einem virtuellen Rollenspiel glückt scheinbar derart, dass es auch über das Spiel hinaus den Charakter und das Empfinden des Spielers prägt.

    Interessant wären hierbei sicherlich auch die Versuchsabläufe, die Art der Probanden (bei einem Experiment waren es wohl lediglich 39 „Versuchsobjekte“), die Zeiträume und vieles mehr. Ich persönlich sehe einen Zusammenhang zwischen exorbitant hoher Spielzeit und einer gewissen Realitätsflucht oder -ferne, da der direkte Bezug bei Extremspielern (ich spreche hier wirklich von Extremen, die in der Presse auch regelmäßig ausgeschlachtet werden und somit leider für viele synonym für die gesamte Spielerschaft stehen) zur Realität verloren geht. Doch geschieht dies meiner Meinung nach nicht aufgrund des Spieles. Liest man exzessiv Romane, sieht man den lieben langen Tag Serien oder Filme, würde es wohl ähnlich aussehen. Virtuelle Rollenspiele an sich dürften kaum der Quell der Entmenschlichung sein. Trotzdem gilt es natürlich, Vorsicht walten zu lassen! Auch ich werde jetzt täglich nachprüfen müssen, ob ich nicht irgendwann in R2D2-Gepiepse verfallen und mich mechanisch bewegen werde. Man weiß ja nie!

    Was haltet ihr von der Studie?


  8. 3. Juni 2013 | Veröffentlicht unter Messen&Conventions, Rollenspiel, RPC, RPC '13.

    RPC 2013 – Meine Eindrücke

    Von

    Es sind Worte wie „phantastisch“, „spannend“, „epic“ oder „Nerdgasm“, die fallen, wenn man herrenlos im Internet herumlaufende Menschen nach der RPC fragt. „Phantastisch“ trifft es vielleicht am ehesten, wenn man ein positives Adjektiv mit diversen rollenspielerischen Attributen verknüpfen will.

    100Und geboten wurde viel: Spielrunden, Vorträge, Workshops, diverseste Verkaufsstände, musikalische Acts – und jede Menge Geeks, teilweise kostümiert, zumindest jedoch hochgradig engagiert. Ich persönlich muss leider dazu sagen, dass ich die RPC komplett als „zwischenmenschliche Freizeit“ genossen, und mich weniger auf sachliche oder informative Aspekte konzentriert habe. Ich war in keinem Workshop, habe keiner Rollenspielrunde (und derer gab es tatsächlich viele) beigewohnt und habe mir auch kein neues Rollenspiel angesehen. Das, worauf ich einzig meine Priorität gelegt hätte, wäre die Neuauflage der Nordlandtrilogie.


  9. 3. Februar 2013 | Veröffentlicht unter Rollenspiel.

    Gratisrollenspieltag ’13 in Düsseldorf

    Von

    header11 Uhr Mittag. Es schneit in leisen Flocken hernieder. Alles scheint normal. Doch dann: In einem unscheinbaren Café in der Altstadt macht sich Tumult breit, als fünf schwarz (oder grau. Oder türkis. Ist ja ohnehin das selbe in grün.) gekleidete Gestalten einfallen und kichernd über blutige Orks und Batman fabulieren. Denn er war gekommen! Der Gratisrollenspieltag.

    Nachdem wir uns also bei den beiden älteren Damen links und rechts von uns unbeliebt gemacht und dem Café Schande bereitet hatten, konnte meinem Plan: erst Mage Store, dann die Dorfcon und am Ende die Weltherrschaft, endlich in die Tat umgesetzt werden. Weiter als bis zum Mage Store kamen meine tapferen Recken und ich leider nicht, denn schnell wurden wir in Beschlag für dubiose Rollenspielrunden genommen. „Die Abenteuer sind auf 2-3 Stunden ausgelegt“. Das war gegen 13 Uhr. Gegen 18 Uhr war auch die Shadowrunrunde fertig. Tja, hätten wir nur alle Mäuse gespielt! Doch der Reihe nach.


  10. 20. Dezember 2012 | Veröffentlicht unter Gaming.

    Ausgegraben: Divine Divinity

    Von

      dd

    Genre: Rollenspiel | Hack ’n‘ Slay
    Entwickler:
    Larian Studios
    Plattformen
    : PC | 98, XP, Me, 2000
    Spielmodi:
    Singleplayer
    Veröffentlichung:
    2002
    ~ Spielzeit:
    100 Std.
    .
    (Wichtige Faux-Pas meldung: Die Pilzbewertung oben soll natürlich anders aussehen: 4,5 bunte und 0,5 graue Pilze. Damn it! Danke Andy für’s Aufmerksammachen!)
    Inhalt: Nach dem kurzen Intro findet man sich, wie so oft, ohne Gedächtnis in einem fremden Haus  einer mittelalterlichen Welt wieder. Der Retter erweist sich als ein Mitglied eines kleinen Heilerdorfes etwas außerhalb der Zivilisation. Zunächst gilt es, den scheinbar besessenen ersten Heiler des Dorfes wieder zur Vernunft zu bringen, was einige mehr oder weniger schöne Begegnungen mit Skeletten zur Folge hat. Doch schon bald erfährt man, dass man offenbar nicht nur den lokale Retter der Heiler darstellt, sondern zu Höherem berufen ist: man ist einer von drei Auserwählten, um den Lord des Chaos‘ aufzuhalten. Der Weg dorthin ist weit, voller korrupter Politiker, hilfesuchender Bauern und garstiger Orks(e).


  11. 5. Juli 2012 | Veröffentlicht unter Rollenspiel, rund um Rollenspiele.

    Gratisrollenspieltag

    Von

    Wie beim großen Bruder, dem Free RPG Day, geht es darum, unser Hobby zum einen wieder in die Läden zu bringen und zum anderen vielleicht neue Anhänger für das Fantasy-Rollenspiel zu gewinnen.“

    Das ist ein Vorhaben, das ich gerne unterstützen möchte. An einem bestimmten Tag – genauer gesagt am 2.2.2013 – sollen an Rollenspielläden und einschlägige Vereine „Carepakete“ verteilt werden. Deren Inhalt: extra für dieses Event produziertes Material wie etwa Abenteuer, vielleicht auch Regelwerke, das den Besuchern kostenlos mitgegeben werden kann.  Da die Seite zum Event erst gestern online ging und aktuell noch Sponsoren an Land gezogen werden, ist der Inhalt dieser Carepakete noch nicht genauer definiert.

    Konkret bedeutet dies: dies ist für Rollenspiel-Newbies, für Wiedereinsteiger, für Interessierte, die sich bislang einfach noch nicht durchringen konnten und für all jene, die in das Rollenspielgenre hineinschnuppern möchten oder sich, auch als Rollenspielprofis gerne einmal über ihren eigenen Tellerrand hinweg bewegen. Denn angeboten werden auch Demorunden, die man sich ansehen, oder bei denen man mitspielen kann, wobei die Systeme passend zu den Inhalten der Carepakete sein sollten. Wer sich da angesprochen fühlt oder ihnen gar unter die Arme greifen will (ob bspw. als Sponsor, Linkschleuder oder Spielleiter), sollte sich die Seite und das Datum merken, auf jeden Fall werde ich das auch weiter beobachten und ich bin gespannt, was das noch wird!

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  12. 18. April 2012 | Veröffentlicht unter Rollenspiel, RPC, RPC '12.

    Role Play Convention 2012 in Köln

    Von

    Die RPC ist eine Convention, die netterweise jede Facette des Rollenspiels abzudecken weiß: vom klassischen P&P über LARP bishin zu Computerspielen und Comics ist alles dabei. Diese Mischung ist es auch, die immer wieder hervorgehoben wird: es ist eben nicht „nur“ Mittelalter, nicht „nur“ Fantasy oder „nur Science-Fiction“, das dort geboten wird, was gerade für vielseitig Interessierte wie mich besonders reizvoll ist.

    Es werden diverse Workshops angeboten* („Pantasieloses LARP? – Aber gern!“ bspw. oder „Mumien – Fiktion und Realität“), man kann diversen spielerischen Gelüsten nachgehen oder einfach die vielen verkleideten Leute bestarren, was alleine wohl schon einen Besuch wert ist. (Messehorst!)

    Ich werde aller Wahrscheinlichkeit nach Samstag dort aufschlagen, auch wenn das Wochenende denkbar ungünstig für mich ist und der Sonntag schonmal komplett rausfällt – das ist besonders schade, da ich mir eigentlich gerne die Workshops “ Über die Kunst einem Charakter Leben einzuhauchen“, „Rollenspielillustration: Vom Fan zum Profi“, „Witziges und Kurioses zu STAR WARS“ … naja und einige andere ansehen würde, die jedoch nur Sonntag stattfinden. Die Geburtstagsfeier am Samstag Abend in einer völligen anderen Stadt geht dann aber doch vor ;)

    Was behalten wir uns also? Samstag und Sonntag, 5.&6. Mai, in der Kölnmesse. Kommt nackt und bringt Bier mit!

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    *Programmpunkte folgendem Blog entnommen


  13. 9. März 2012 | Veröffentlicht unter Rollenspiel, Rollenspieldiskussionen.

    [P&P] Wie viel „Du“ steckt in deinem Char?

    Von

    Unendliche Möglichkeiten tun sich auf, wenn man sich einen Charakter erstellt. Dabei ist es unerheblich, welches System gewählt wurde, ob eines mit 1.000, 100, oder nur einer einzigen Charaktergenerierungsregel. Man kann einen verrückten Malkavianer spielen, eine aufsteigende Hexe oder einen kleinen, pläneschmiedenden Gnom. Mutige Cyberkrieger, verschlagene Ratten oder – ja. Sich selbst.

    „Man selbst“ – das ist hier nicht wörtlich gemeint, denn wer will in einer bspw. Fantasywelt schon einen computerspielenden Verkäufer bei Aldi darstellen? Wäre auch etwas dubios: „Zum Gruße, holde Maid – was ich beruflich mache? Nun, ich äh, ziehe Waren über ein piependes Band und in meiner Freizeit spiele ich im Netzwerk.“ Verspricht keine allzuhohe Erfolgsquote bei den Damen (, Herren oder Hermaphroditen). Den eigene Charakter, zumindest die Essenz dessen, kann man in vielerlei diverse Charakterklassen integrieren. „Sich selber“ in die Rolle des Schurken oder Kriegers schlüpfen zu lassen, kann für manche sicherlich reizvoll sein und es ist auch vom rollenspielerischen Aspekt her für Anfänger eher geeignet, weiß man doch oder kann man schnell erahnen, wie man in dieser oder jener Situation reagieren würde. Ganz im Gegensatz zu einem Charakter, der ganz und gar nicht wie man selber ist, vielleicht gar konträre Moralvorstellungen hat.

    Ich persönlich habe „mich“ immer ungerne gespielt und es auch vermieden, Chars zu erstellen, die mir ähnlich sind. Mehr noch: Möglichst fernab meiner Selbst sollten sie sein. Kein Wunder also, dass spontan geschätzte 90% meiner Chars dunkle Haare und Hautfarbe haben. Das Fremde reizt mich, helle Haare und blasse Haut sehe ich tagtäglich im Spiegel. Vom Optischen ab reizt es mich, Konzepte zu verkörpern, die ich im RL nie am eigenen Leibe erleben werde. Eine toternste Geweihte von Boron, der Gottheit des Todes und Schlafes? Immer her damit! Eine auf den Boden rotzende, dreckige und brutale Dämonenjägerin mit zwei wuchtigen Schwertern, die ich im wahren Leben kaum halten könnte? Nur zu! Das macht für mich unter anderem schließlich den Reiz des Rollenspiels aus und ich setze mich in den betreffenden Spielrunden gerne über meine eigenen, körperlichen wie auch psychischen, Grenzen hinweg. Ich liebe es, mit mir selber im kleinen Zwist zu stehen, gerade in Moralfragen: Ich würde dies und das niemals tun – aber wie sieht es mit meiner Spielfigur aus?

    Natürlich steckt auch in meinen Chars viel von mir selber: Kunststück, schließlich kommen ihre Worte aus meinem Mund, ihre Gestik entspringt meinen Händen. Auch einige Schnittstellen kann und will ich nicht vermeiden, da ich sonst nur einen einzigen Char spielen würde: den mir komplett Gegensätzlichen, der nichts mit mir teilt. Das wäre auf Dauer langweilig, gerade, da ich nicht nur in einer einzigen Spielrunde spiele, sondern mehrere Systeme bespiele und dementsprechend bunt gemischte Charaktere mein eigen nennen möchte.So findet man in meinen vielzähligen Charakterbögen fast jede Art von Char. Ich habe Geweihte, vereinzelt Magier und etliche KriegerInnen, edle, verrotzte, verrückte und grausame Spielfiguren. Eine Vielfalt, die ich mag.

    Wenn man meinen Blog ein wenig verfolgt hat, weiß man, dass ich zwei Lieblingschars habe, zwei, die ich über mehrere Jahre hinweg gespielt habe bzw. spiele: einen Krieger und eine… ich kann sie noch immer nicht benennen, „Taugenichts“ trifft es wirklich ganz gut. Zum Krieger, den ich im zarten Alter von 11 erstellt habe, lässt sich schlicht eines sagen: ihn habe ich tatsächlich als mein genaues Gegenbild erstellt, und das vollkommen bewusst. Ein wenig hat sich das relativiert, da ich mich seitdem natürlich sehr stark verändert habe, mein Char sich jedoch auch, und das teilweise charakterlich in ähnlicher Richtung. Viel interessanter, das Thema betreffend, ist da der Taugenichts, Adsiniliya, die Halbelfe. Ich muss gestehen, dass sie, als ich sie erstellt habe, eine Art Wunschvorstellung von mir gewesen ist. Ich war damals ein eher trauriger, in mich gekehrter und schüchterner Mensch, der sich unter der Kurzhaarfrisur versteckt hat und gerne für einen Jungen gehalten wurde. Adsiniliya wurde dann so, wie ich selber sein wollte: selbstbewusst, hübsch, mit dem Kleidungsstil den ich immer wollte, für den ich jedoch zu „dick“ war, beliebt. Ein paar Jahre hatte ich unglaublich Spaß an dem Spiel, bis ich gemerkt habe: „Hey. Du spielst dich gerade selber.“ Denn in den Jahren wurde ich wirklich langsam so, wie ich immer sein wollte, sogar inklusive der Kleidung. Ich habe ein gezeichnetes Bild von Adsini, in der sie ein schulterfreies, weißes Oberteil, Minirock und flache Stiefel trägt – genau soetwas trage ich heutzeutage gerne. Um nicht selbstverliebt zu erscheinen: ich spreche in der Tat primär von den charakterlichen Aspekten. Der Char „Adsini“ jedenfalls wurde mir zu langweilig.

    Allerdings hing und hänge ich sehr an diesem Char, schließlich hat sie eine ausgetüftelte Hintergrundgeschichte, mit ihr habe ich viele Spielabende bestritten und sie gehört einfach zu meinen ersten Rollenspielschritten, was ein gehöriges Maß an Nostalgie beinhaltet. So wurde sie im Laufe der Zeit noch wilder, noch durchgeknallter, noch verrückter, damit ich nicht mehr das Gefühl hatte, mich einfach nur selber zu spielen. Denn in eine Kneipe gehen und lustig sein kann ich auch selber. Jetzt in diesem Moment (gut: plus 4 Stunden *g*) könnte ich aufstehen, und eine plötzlich blondierte Adsini verkörpern. Nun mag das arg meisterwillkürlich erscheinen, sich den Char einfach so anzupassen ohne ein pompös einschneidendes Erlebnis (in ihrem Falle wäre das vermutlich ein gehöriger Schlag auf den Kopf) vorweisen zu können. Im Normalfall bin ich auch sehr strikt, was die Charakterentwicklung angeht: es sollte alles Hand und Fuß haben und stimmig sein. In diesem speziellen Fall mache ich jedoch eine Ausnahme, zumal ich Adsini ohnehin nur noch online spiele. In diesem Zusammenhang passt das obige Postingbild auch sehr gut: das rechts stellt Adsini dar. Ich habe mich an keinem Foto orientiert, sondern sie so gezeichnet, wie ich sie mir vorstelle, mit der Pose, die sie gut charakterisiert: Arme ausgebreitet, breit grinsend, ein fröhlicher Halbelf. Links bin ich, vor zwei Jahren. Ein Foto, das ich heute erst wiedergefunden habe, als ich auf der Suche nach einem anderen Foto war. Ich sehe nicht aus wie Adsini (verdammt! *g*), doch der Ausdruck, der passt.

    Wie steht es denn mit euch? Spielt ihr gerne gegensätzliche Charaktere, lasst ihr nur ein wenig einfließen oder habt ihr Spaß daran, euch selber zu spielen?