1. 1. Juni 2016 | Veröffentlicht unter Serien, Serienvorstellungen.

    Serientipp: Preacher

    Von

    Seit dem 22. Mai läuft „Preacher“ auf dem amerikanischen Sender AMC und seit Montag auch hierzulande wöchentlich via Amazon Prime. Sie basiert auf dem gleichnamigen Comic von Garth Ennis („Crossed“ ♥ )und Steve Dillon und handelt von Jesse Custer, der trotz seiner nebulösen und dezent gewalttätigen Vergangenheit als Priester in einer kleinen Stadt in Texas predigt – und der alsbald von seiner schlagkräftigen Ex-Freundin Tulip und dem blutdürstenden Vampir Cassidy heimgesucht wird. Wenn er schließlich auch noch von einem mysteriösen Wesen besessen wird, kann das illustre, mit Gore und Sex bespickte Abenteuer beginnen!

    Dabei startet die Serie vor den Ereignissen der Comics und erscheint weichgespülter als jene. Kunststück, handelt es sich bei den Comics definitiv um keine leichte oder gar auch nur im Ansatz schöne Kost, bei der Blut alleine beileibe nicht das Schlimmste darstellt. Die Erscheinung Eugenes etwa (auch liebevoll „Arseface“ genannt) wurde für die Adaption deutlich entschärft. Nichtsdestotrotz zeigt sich bereits der Pilot von seiner harten Seite, die Serienschwestern wie „The Walking Dead“ in nichts nachsteht. Blasphemisch, blutig und dabei durchaus humorvoll: Das scheint Preacher zu werden.

    Wer Amazon Prime nutzt, sollte zumindest einen Blick in die Serie wagen. Es lohnt sich!


  2. 10. Mai 2016 | Veröffentlicht unter rund um Serien, Serien.

    Outlander – Staffelfinale. Erreichte Grenze.

    Von

    [Der Text ist ein einziger, riesiger Spoiler. Logisch.]

    Outlander in Kürze erklärt: Im Jahre 1945 läuft Claire (Caitriona Balfe) in Schottland gegen einen magischen Stein und findet sich plötzlich im Jahre 1743 wieder. Vermeintliche Hexerei, englische Feindseligkeiten und von Männern ausgeübte Gewalt sind nur einige der Dinge, mit denen sich die Sanitäterin herumschlagen muss. Und natürlich mit der Liebe, denn schließlich ist es das, womit sowohl Buchreihe, als auch die darauf basierte und seit 2014 ausgestrahlte Fernsehserie beworben wird. Die aufkeimende Liebe zwischen ihr und *hachseufz* Jamie (Sam Heughan), dem rotgelockten Schotten steht überall im Fokus, wenn man von dieser Serie liest. Genau das hatte mich bislang davon abgehalten, sie zu sehen. Zum Glück gibt es Netflix und zum Glück habe ich sie mir eines schönen Tages doch noch angetan.

    Es ist purer, aber wunderschöner Eskapismus. Die malerischen Landschaften Schottlands sind hervorragend eingefangen, die Erzählstimme ist angenehm und die Figuren sympathisch und/oder großartig durch die Schauspieler dargestellt – zudem steht die Liaison erst in recht späten Episoden zur Debatte und wird auch dort nicht derart ausgewalzt, wie ich es erwartet hatte. Es ist nett. Es ist gut. Ich konnte beim Zuschauen abschalten.

    Dass die Welt des alten Schottlands nicht rosig ist, merkt man indes schnell. Es wird geschossen, geblutet und Hexenprozesse betrieben. Ein bisschen dreckig, ein bisschen unangenehm, ein bisschen schmerzhaft. Das ist gut. Das ist realistisch. Doch kommen wir langsam zum Punkt: Frauen werden vergewaltigt oder es wird zumindest versucht, es zu tun. Das alles bleibt im Rahmen. Es ist nicht groß triggernd. Es wird angedeutet, nicht zelebriert. Ist es, weil man „es kennt“? Weil es „erwartbar“ ist? Dann sah ich die letzten beiden Episoden, nichts Schlimmes ahnend.

    Holzhammer.

    Ich bin nicht zartbesaitet. Ich kann Blut, Tod und Gemetzel sehen, Andeutungen verstehen. Dann, wenn es nicht glorifiziert oder zelebriert wird oder zumindest derart „over the top“ ist, dass es zu abstrakt ist, als dass ich es an mich heranlassen könnte. In der vorletzten Episode wird Jamie von dem englischen Offizier Jonathan Randall (Tobias Menzies) gefoltert und vergewaltigt. Letzteres wird in dieser Epiosde nur angedeutet: Beide liegen am Morgen nackt auf einer Pritsche. Randall selbstgefällig, Jamie offensichtlich innerlich gebrochen. Das Staffelfinale allerdings zeigt viele Teile der Vergewaltigungen in sehr schmerzvollen Details. Die Inhalte dieser Szenen sind wichtig, keine Frage, wichtig für den weiteren Verlauf von Jamies Charakter. Aber derart ausgebreitet und ausgedehnt, derart zelebriert? Teilweise war es mir zu ästhetisch. Ich musste vorspulen. Einige Male. Dabei verstehe ich durchaus, dass das ein Drahtseilakt ist: Wann zeigt man zu viel? Wann zu wenig?

    “I felt that what was important was to make it as truthful as possible. OK, this is the story. Let’s not blink and let’s not look away, but you didn’t want to be gratuitous either. You wanted to play what it was and be truthful to it, but you didn’t want to revel in the pornography of it or something or the vulgarity of it. (…)You’re not trying to sort of shove it in the audience’s face but at the same time, you don’t want to shy away from it because it’s such an important moment in the life of the show and in the life of particularly Jamie’s character.” (Ron Moore, Showrunner, via)
    In meinem eigenen Romanplot sind ganz ähnliche (leider zu ähnliche. Das wurmt mich.) Ereignisse fest verankert. Ich hatte jedoch nicht vor, sie derart zu zeigen. Denn ja: Ich finde das Thema an sich, die Vergewaltigung eines Mannes, sehr wichtig zu besprechen und aufzuzeigen. Zu oft fällt es unter den Tisch und die Opfer werden nicht unbedingt ernst genommen. Vergewaltigte Männer passen vielen nicht ins Welt- oder Männerbild.  Ich finde es daher ausgesprochen gut, dass es in der Serie thematisiert wird. Aber ich habe noch immer an der Art der Szenen zu knabbern. Das war mir einfach zu viel Ästhetik, zu viel Ergötzendes. Der Kontrast zu den vorherigen Darstellungen solcherart Gewalt war mir zu stark. Vielleicht sollte ich dankbar sein: Nun kenne ich meine Grenze.
    Was wäre andersherum gewesen? Wenn Claire derart vergewaltigt worden und es ziemlich detailliert auf Band gebannt worden wäre? Wär da ein Aufschrei im Netz aufgebrandet?
    Habt ihr diese Episode gesehen? Ich weiß, dass sie in den USA sehr gut angekommen ist. Vielleicht bin ich da auch ein Alien? Das war das erste Mal, dass ich etwas Fiktives tagelang verarbeiten musste. Es ist nun auch schon ein paar tage her, dass ich sie gesehen habe, und noch immer habe ich ein verdammt flaues Gefühl im Magen. Ich bin mir nicht sicher, ob ich die Serie dafür nun hassen soll. Man hätte es meiner Meinung nach anders visualisieren und darstellen können. Wie seht ihr das?

  3. 10. Februar 2016 | Veröffentlicht unter Gaming, rund um Gaming.

    The Walking Dead: Von Spielen, Teasern und Vorahnungen

    Von

    Ob ihr es wollt oder nicht: Ich bin ja ein kleiner Fan. Von Star Trek. Ok, und natürlich auch von The Walking Dead, schließlich steht dieser Name hier auch im Beitragstitel. In den USA wird pünktlich zum herzallerliebsten Valentinstag die zweite Hälfte der sechsten Staffel anlaufen und mir hoffentlich wieder wohlige Stunden auf dem heimischen Sofa bescheren. Was kann schon schöner sein, als im heimeligen Wohnzimmer zu sitzen, während vor dir im Fernseher die Zombies vor sich hin verwesen? Richtig. Star Trek. Doch ich schweife wieder ab.

    Eine erste Meldung rankt sich um Michonne. IhreTelltale-Miniserie wird am 23.Februar veröffentlicht und erzählt in drei Episoden, was die klingenschwingende Michonne zwischen Issues und #126 und #139 getrieben hat. Verfolgt von den Geistern ihrer Vergangenheit war sie dort von Rick und seiner Gruppe getrennt, tänzelnd zwischen Reue und Verlust. Ab dem 14. Februar wird man sich eine Extended Preview auf dem offiziellen Youtubechannel ansehen können. Und wer den Reveal Trailer vom Dezember verpasst hat, wird hier fündig werden.

    Einen kleinen Quietscher der Vorfreude auf die zweite Staffelhälfte entrang sich mir dann, als ich dieses Promobild des russischen FOX-Ablegers sah. Darauf zu sehen(Ich setze es mal in Spoiler, nicht dass sich eine zarte Seele noch auf den Schlips getreten fühlt, weil auf dem Bild zu sehen ist, dass die kommende Staffel nicht nur aus Blümchenpflücken besteht): Der possierliche Carl, der den neusten Modetrend des zombiekalyptischen Herbstes trägt, nämlich eine Bandage quer über dem juvenilen Gesicht. Nun jubeliert das Comicleserherz, denn kann es sein? Kann es sein, dass der gute Carl endlich sein Auge verliert? Man verzeihe mir diesen garstigen Gedanken, doch ich mag es sehr, wenn sich die Serie mit den Comics überschneidet. Es sei denn, es sind Negan, Glenn und ein Baseballschläger involviert. Ein Bildchen also, das einem die kommenden Episoden ein wenig näher bringt und die Freude zu schüren weiß! Ebenso natürlich wie der allseits bekannte Teaser. Doch der ist natürlich schon uralt.

    Nach 8 Episoden wird die sechste Staffel auch leider wieder vorbei sein.Zum Glück(?) gibt es noch den von mir recht ungeliebten Ableger Fear the Walking Dead, dessen zweite Staffel am 10. April starten wird. Viel zeigt der neue Teaser nicht, doch endet er zumindest mit dem subtilen Anzeichen horroresker Zombieaction, mit der auch die erste Episode der ersten Staffel noch punkten konnte.


  4. 13. Januar 2016 | Veröffentlicht unter rund um Serien, Serien.

    5 platonische Freundschaften für die Ewigkeit

    Von

    Ja, ich liebe gut geschriebene Beziehungen in Fantasy und Science Fiction. Wenn zwei sich so sehr lieben, dass sie alles für den anderen tun würden, sich mit und für ihn freuen, um ihn bangen und auf eine möglichst lange, gemeinsame Vergangenheit zurückblicken können, die Insider hervor brachte, die niemand außer sie selbst versteht. Eine Freundschaft bis in den Tod in einem Regen aus Schweiß und Blut!

    „Moment. Freundschaft? Hat die Alte nicht gerade von Liebe gesprochen?“ Gut dass du fragst, lieber imaginärer Leser, gemeint ist nämlich explizit nicht die romantische, sondern die platonische Liebe. Liebe, die keinen Sex, keine innigen Küsse braucht, um tief empfunden zu sein. Man mag es auch eine „enge Freundschaft“ nennen, doch wie man es bezeichnet, ist mir letztlich gleich. Ich für meinen Teil freue mich, wenn es ausnahmsweise Charaktere gibt, die sich trotz potentieller Paarungsmöglichkeit einfach nur anfreunden. Und ja, das ist zwischen Mann und Frau oder zwei homosexuellen Menschen wirklich möglich. Während mich romantische Szenen zwischen einem Liebespaar meistens kalt lassen, verdrücke ich bei großartigen Freundschaftsmomenten gerne mal ein Tränchen. Jawohl. Ein Herz für Plato!

    Auf dieses Thema gestoßen bin ich durch die Blogparade der singenden Lehrerin, die dazu aufruft, die zehn liebsten Pärchen ohne romantischen Hintergrund zu küren. Gut. Eigentlich wünscht sich die Initiatorin jegliche non-romantische Beziehungen, worunter auch Geschwisterpaare (Hach. Sam und Dean. … Wo war ich? Verzeihung.), Bromances (Hallo, J.D. und Turk!) und väterlich anmutende Beziehungen a’la Giles und Buffy fallen. Doch einen Fokus auf zuvor genannte Konstellation möchte ich beibehalten! Schließlich werden sie ohnehin viel zu sehr vernachlässigt und sind schwieriger zu finden als eine schnöde Bromance. Außerdem werde ich es auf 5 beschränken. Nachher muss ich noch schummeln und genrefremde Fandoms hinzuholen! Und da ich gerade so hübsch im Schreibfluss bin, beginne ich gleich mit dem ersten Pärchen:

    Firefly

    Zoë und Mal (Firefly)

    Nach der obligatorischen Schweigestunde aufgrund des frühzeitigen Dahinscheidens der Serie in einer weit, weit zurück liegenden Vergangenheit, eine kurze Erläuterung: Die beiden funktionieren als Individuen bereits verdammt gut, als Pärchen jedoch sind sie nahezu unschlagbar. Sie haben gemeinsam einen Krieg durchgemacht und sind sich teilweise so nah, dass Zoës armer Ehegatte [hier bitte Schweigejahr einfügen. Danke.] dezente Anflüge von Eifersucht erleiden muss. Die Chemie zwischen den beiden ist offensichtlich vorhanden – und ebenso offensichtlich rein platonischer Natur.


    Walking DeadCarol und Daryl (TWD)

    Ein gutes Beispiel dafür, wie eine Freundschaft langsam wächst. Sie wird im Großteil lediglich angedeutet, kleine Nuancen werden gezeigt, die auf die Beziehung zwischen den beiden hindeuten, ohne dass es großer Worte bedarf. Sicher, im Laufe der Staffeln wird es klarer, gerade dann, wenn einer von beiden den Verlust des anderen befürchtet oder sie sich nach einer Durststrecke in die Arme schließen können.

    Und auch wenn ich damit einigen „Shippern“ auf den Schlips treten werde: Ich hoffe sehr, dass es bei einer Freundschaft bleibt und die beiden keine romantischen Gefühle füreinander entwickeln werden. Ich mag diese leidenschaftlichen oder fürsorglichen Momente zwischen ihnen auch ohne den heißen Funken, der meist dazu gedichtet wird.


    REJill und Chris (Resident Evil)

    Eigentlich sind sie prädestiniert dafür, zu heiraten: Beide heiß, beide im potentiell willigen Alter, beide im Zombiekillergewerbe tätig. Wahrscheinlich setze ich mich jetzt in die Nesseln, denn ich habe RE:6 nicht gespielt. Falls sie also dort heiraten, will ich hier nichts gesagt haben oder, noch besser, den Fakt einfach gekonnt ignorieren. Mein letzter Stand: Sie sind es nicht. Und werden es auch hoffentlich nie, dafür passen sie viel zu gut zueinander. Als Freunde, die sich mit Vorliebe gegenseitig den Hintern retten und in die für den jeweils anderen bestimmte Kugel hechten.

    Partner seit  S.T.A.R.S., fußt ihre Beziehung nicht nur auf einer, natürlich, hübschen Vergangenheit, sondern wird auch in der Gegenwart fortgeführt. Zuweilen mit gewissen Andeutungen, doch nie so viel, dass ich mir ernsthaft um ihren Status Sorgen machen müsste.


    BSGStarbuck und Helo (BSG)

    Keine Topliste ohne Battlestar Galactica, ich weiß. Doch es hat schließlich auch mehrere gute Gründe, dass es eine meiner Lieblingsserien ist! Starbuck und Helo also. Das mag ein wenig ominös anmuten, ist die gemeinsame Screentime der beiden doch sicherlich keine endlose. Leider im Gegenteil. Doch dass die beiden eine Vergangenheit haben und sich nahe stehen, merkt man spätestens dann, als sie sich auf Caprica nach längerer Zeit wiedersehen und die beiden in der Episode „Valley of Darkness“ Zeit in ihrer alten Wohnung verbringen und vertraute Dialoge führen.

    Auch hier sind es eher Hinweise, die gegeben werden, anstatt dass es klar benannt wird – wenn man von dem sehr netten Geschenk absieht, das Helo ihr später geben wird. Die Beziehung kommt ohne Drama aus, dafür fußt sie auf gegenseitigem Vertrauen und Respekt.


    100Clarke und Bellamy (The 100)

    Weder im Krieg, noch auf einer Akademie kennengelernt, beginnt ihre Freundschaft nicht einmal mit einem kleinen Funken Sympathie. Sie verhalten sich zu Beginn antagonistisch, verfolgen zum Teil konträre Ziele und buhlen um den Rang des Anführers. Doch gerade das macht ihre Beziehung und deren Werdegang so interessant. Denn ja, aus ihnen wird ein freundschaftliches Pärchen, das sich gegenseitig den nötigen Respekt zollt.

    Zu Beginn der Serie hatte ich ein gar schröckliches Triangle zwischen diesen beiden und Finn befürchtet, das jedoch zu meiner größten Freude nicht eingetreten ist. Es macht Spaß, ihnen zuzusehen, zu beobachten, wie sich die Chemie zwischen ihnen mehr und mehr verändert und aus der einstigen Rivalität Zuneigung erwächst.

     

    In honorable Mention

    Mulder und Scully. Einst wart ihr solch ein schönes Paar, verständnisvoll und wunderbar charmant in seinen Gegensätzen – bis es durch die Liebe zerstört wurde. Ruhet in Frieden.


  5. 7. Januar 2016 | Veröffentlicht unter Serien, Serienvorstellungen.

    The Shannara Chronicles – taugt’s?

    Von

    1977 erschien aus der Feder des amerikanischen Rechtsanwaltes Terry Brooks der erste Band des Shannara-Zyklus und avancierte bald zum Liebling diverser junger Erwachsener, die nach neuem Fantasystoff gierten. Nun, ein paar Jahrzehnte später, werden die Shannara Chroniken auf den Fernsehbildschirm gebracht. Ob MTV den doch dezent vorhandenen Staub von den Büchern pusten und dem Stoff zu neuem Glanz verhelfen kann? Gestern, nur einen Tag nach US-Erstausstrahlung, brachte Amazon Prime die Serie auch nach Deutschland, wo die zehn Episoden der ersten Staffel wöchentlich ausgestrahlt werden. Wer sich den Doppelauftakt angetan hat? Na, ich zum Beispiel. Und das hier ist mein erster Eindruck.

    Vorab: Es ist für Teenager und junge Erwachsene, somit gehöre ich nicht mehr zur Zielgruppe. Das allein kann ich jedoch nicht als Bewertungsmaßstab heranziehen, da ich finde, dass auch jugendliche Serien eine Daseinsberechtigung haben und dieser Umstand nicht per se ein schlechter ist. Zudem hat mich The 100 eines gelehrt: Es kann im Laufe der Zeit auch erwachsen werden. Ich persönlich sehe durchaus Potential.


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    Längst vergangene Kriege samt Massenvernichtungswaffen haben die Technologien vernichtet, die Menschenvölker dezimiert und die Überlebenden zu großen Teilen transformiert: Zu Elfen, Gnomen oder Zwergen. Dies liegt längst im Reich der Legenden ebenso wie die Dämonenkriege, die die Elfen schließlich für sich behaupten konnten. Der Ellcrys-Baum bannt seitdem die Dämonen, schützt das Elfenvolk vor deren Wiederkehr. Bis heute.

    Wir lernen die Elfenprinzessin Amberle Elessedil kennen, die entgegen aller geschlechtlicher Normen an einem Wettkampf teilnimmt, an dessen Ende sieben Hüter stehen werden, den Ellcrys-Baum zu schützen. Es gelingt ihr, als eine der sieben hervor zu gehen, doch wird sie fortan von Visionen geplagt, die den Tod eines guten Freundes durch ihre Hand und viel Blut und Schmerz beinhalten. Gleichzeitig erwacht der letzte Druide Allanon aus einem dreißigjährigen Druidenschlummer. Zum Glück, denn der Ellcrys schwächelt, erkrankt an einer mysteriösen Seuche, die durch den Druiden hoffentlich im Zaum gehalten werden kann – und durch die Hüter, die den Baumsamen an das mysteriöse Blutfeuer bringen sollen. Denn mit jedem Blatt, das fällt, erhebt sich ein Dämon aus den Tiefen der Erde. Zusammen mit Wil, einem Halbelfen mit sich als gleichsam nebulös wie gewichtig herausstellender Herkunft und der zwielichtigen Eretria, die einem Dasein als Leibeigene ausweichen will, kristallisiert sich eine kleine Gruppe mehr oder minder unerschrockener Recken heraus, die dem drohenden Unheil die Stirn bieten.

    Schnell wird deutlich, dass sich die Serie von der Buchvorlage abgrenzt und beispielsweise schneller Figuren einfügt und durch bestimmte Details ergänzt. Gleich zu Beginn erhält man „starke Frauenfiguren“, die, wäre nicht Manu Bennett als Druide Allanon zur Stelle, den männlichen Charakteren mit Leichtigkeit den Rang ablaufen würden. Gleichzeitig erstrahlt das Bild in glanzvollster High Fantasy-Optik. Satte Wälder, baumdurchwachsene Elfenstädte, durch die bis auf die Zehenspitzen durchgestylte Elfen spazieren, deren Kleider und Make-Up wie eine Mischung aus Panem und Jupiter Ascending anmuten und somit für mich zu viel des Guten sind. Es wirkt zu sauber, zu sehr auf Glamour getrimmt, was an sich jedoch vermutlich gut zum Genre passt. Gerade dadurch wirkt manche Stelle umso härter: Bis zur Unkenntlichkeit zerstörte Gesichter, zerfetzte Leiber und zumindest ein Paar nackter Frauenbrüste. Zudem überlebt nicht jeder Charakter die ersten beiden Episoden. Dieser Kontrast ist nett und macht die Szenerie einen Hauch realistischer.

    Für eine Serie des nicht gerade riesigen Spartensenders MTV ist die Optik gut geraten, die Effekte nur an mancher Stelle störend und die Maske nur selten auffallend unecht. Wunderschön sind die sterbenden Blätter, die vom Baum herab segeln, schön finster und orkenhaft der Dämon, dessen Nasenpiercings ungeahnte Dimensionen erreichen. Hübsch auch die unfreiwillige Assoziation zu den Teenage Mutant Ninja Turtles. Oder musste außer mir noch jemand an die vier Jungs denken? Nein? Ok. Mist.

    The-Shannara-Chronicles

    Leider wird gerade an zwei Punkten viel Potential verschenkt: Der mystische Hauch rund um Dämonen und Magie gilt nur für die Charaktere, für die das alles ins Reich der Legenden gehört. Für den Zuschauer jedoch wird bereits zu Beginn alles überdeutlich präsentiert. Schon bald sehen wir den ersten Dämonen in Gestalt des Dagda Mor und auch die Magie scheint mir in keinster Weise  zweifelhaft. An diesen Stellen wünschte ich mir mehr Mysterium, das einen selbst mit Fragen zurücklässt und nur nebulöse Vorahnungen gibt. Zudem erscheint die Welt klein, fast winzig. Das liegt nicht an den traumhaften Kulissen, die in der Totale wirklich eindrucksvoll in Szene gesetzt werden. Vielmehr ist es der Präsentation und dem Zusammenspiel der Handlungsstränge geschuldet. Zwar startet jeder der Hauptcharaktere an einem anderen Ort, teilweise der Topographie nach weit entfernt, doch scheinen die Reisen der Figuren innerhalb von Minuten bis Stunden erledigt zu sein. Das schafft leider den Eindruck einer, sagen wir mal, „platzsparenden“Welt.

    Vielversprechend sind die Charaktere. Deutlich sind hier Schemata der Heldenreise zu erkennen und noch wirken sie recht eindimensional, doch stehen wir auch erst am Anfang, die Personen werden unter Berücksichtigung ihrer Herkunft lediglich vorgestellt. Das Potential sehe ich in jedem von ihnen, auch in den Nebencharakteren, die bislang noch sehr kurz gekommen sind. Definitiv sind sie durchweg sympathisch und insbesondere in Eretria setze ich große Hoffnungen, was graue Charaktere betrifft.

    Insgesamt zeigt sich der Auftakt als sehr teen-orientiert, was an sich nichts Schlechtes ist. Gerade in dieser Zielgruppe wird es seine Anhänger finden und das mit Recht. Es ist klassisches High Fantasy, gewürzt mit ein bisschen Gore, netten Effekten und unterhaltsamen, wenn auch sehr seichten Plot. Ich habe das Einschalten definitiv nicht bereut und ich bin sehr gespannt darauf, was die nächsten Episoden bringen werden. Potential genug ist da.

    Trailer

    Chronicles of Shannara Fazit


  6. 30. Dezember 2015 | Veröffentlicht unter Diverser Geekkram, Dreckiger Rest.

    Meine Highlights 2015

    Von

    Wie immer, wenn ein neues Bloglayout in den Startlöchern steht, fühlt sich das Bloggen für mich irgendwie falsch an. Es wäre schließlich viel großartiger, das Posting im neuen Layout lesen zu können! Trotzdem muss dieses noch sein, schließlich will ich das neue Jahr nicht damit starten, über alte 2015er Kamelle zu reden. Hier nun mein kleiner Rückblick über mein nun vergehendes Nerdjahr.

    Fötös

    Zunächst ein knapper Rückblick auf mein eigenes Bloggerjahr. Wie im Jahr zuvor habe ich, bedingt durch das Bloggen, Dinge erlebt, die mir ohne diesen Blog nicht möglich gewesen wären. Ich habe verdammt viele, sehr großartige Menschen kennengelernt, bereits bestehende Kontakte vertieft und bin guter Dinge, dass ich das im kommenden Jahr noch toppen werde. Die Grundsteine sind gelegt, das Fundament aufgegossen.

    In diesem Jahr am meisten Spaß gemacht haben mir die Artikel/Videos über Minderheiten in Videospielen sowie die kritischeren Diskussionen und Kooperationen mit anderen Bloggern oder Lesern. Das möchte ich 2016 definitiv weiter ausbauen und festigen. Ich bin unglaublich dankbar für die Unterstützung, die ihr mir gebt, für jeden Kommentar, Like und für jedes Teilen eines Beitrages. Ich weise nie darauf hin, dass man teilen soll, umso mehr freut es mich, wenn man es dennoch tut. Balsam für die Bloggerseele ;) Ohne die Interaktion mit euch würde das Bloggen nur einen Bruchteil des Spaßes bringen, den ich jetzt habe.

    Die letzten Monate habe ich mich ein wenig rar gemacht, was an gesundheitlichen Problemen lag, doch puste ich gerade ein wenig Staub von dem Blog und wenn alles gut geht, kann ich pünktlich am 1.1. mit dem neuen Layout aufwarten und dann wieder regelmäßiger schreiben. 2016 kann nur besser werden.

    videospiele

    Gespielt habe ich dieses Jahr leider nicht wirklich viel. Mir hat schlichtweg die Zeit gefehlt, mich an viele neue Videospiele zu setzen. Einige wurden es dann dennoch: Ori and the Blind Forest etwa, The Order 1886 auf meiner zu dem Zeitpunkt neuen PS4 (Ein geiles Teilchen, btw.!) oder auch In Between und kleine Runden Evolve, kombiniert mit meinen ewigen Dauerbrennern Skyrim und Zelda: Links Awakening.

    Festgebissen habe ich mich dabei an wenige Titel, die ich teilweise bis zum Erbrechen gespielt habe und die alleine mich bereits ziemlich glücklich gemacht hatten.

    Meine Top3 Videospiele:

    • The Witcher 3: Diese endlose Landschaften, die interessanten Figuren und vor allen Dingen die erzählerisch dichten und recht innovativen Quests… ja, es ist definitiv mein Spiel 2015. Es ist keine Überraschung, doch warum sollte ich zwanghaft ein Indiespiel auf den imaginären Thron setzen, wenn mich solch ein populäres Spiel wie der Witcher einfach begeistert? Vorstellung gefällig? hier.
    • King’s Quest Chapter 1: A Knight to Remember: Während ich es gespielt hatte, sind mir einige Dinge aufgefallen, die mir weniger gefallen haben wie bspw. die zu simplen Rätsel oder die Vorhersehbarkeit. Rückblickend allerdings finde ich es dubioserweise ziemlich klasse. Vielleicht bin ich mit dem Alter auch einfach milder geworden. Hust. Hier entlang zur Vorstellung.
    • Apotheon: Das Gameplay dieses Action RPGs ist einfach wie simpel und mutet, unterstützt durch die Grafik, an die guten alten Jump’n’Runs an. Es ist kein Meilenstein. Himmel, es ist nichteinmal ein supidupi tiefgründiges Kleinod, sondern einfach ein sehr netter Zeitvertreib. Durch die Nähe zur Antike finde ich es allein schon studiumsbedingt sehr nett. „Bei dir braucht es also nur ein schnödes ’nett‘, um in die Top3 zu gelangen?“ An sich nicht. Es entzückt mich einfach im Gesamten.

    Zusammen mit Messen wie der gamescom oder kleineren Events, bei denen ich als Bloggerin teilnehmen durfte, war es ein für mich trotz der relativen Flaute an tatsächlich durchgespielten Titeln ein sehr spannendes Gamingjahr, in dem viele Diskussionen geführt wurden, die ich auch über den Jahreswechsel hinaus interessant finde. Man merkt, wie lebendig diese „Szene“ ist und dass viele verschiedene Menschen dort ihre Kreativität ausleben.

     

    Serien

    2015 war mein persönliches Serienjahr. Ich glaube nicht, dass ich in irgendeinem Jahr mehr Serien gesehen habe als in diesem, was zum größten Teil Netflix zu verdanken ist. Endlich habe ich Kleinode wie Lost und The 100 nachgeholt, auch wenn letzteres natürlich noch immer aktuell ist und zum Glück bald in die dritte Staffel geht. Auch hier habe ich mich an älteren Titel sattgesehen: So habe ich mir nochmal Friends und Malcolm in the Middle angetan und auch wieder Star Trek gesehen. Vor allen Dingen jedoch habe ich mich durch neue Serien gewühlt. Verdammt, gibt es viele geile Projekte dort draußen! Sci-Fi, Fantasy, Horror, gab es jemals so eine satte Genredichte? Dabei habe ich nichtmal alle gesehen: Daredevil fehlt mir ebenso wie Jessica Jones, die neue Orphan Black-Staffel habe ich leider ausgelassen und es gibt noch einige weitere Serien, die ich mir zeitbedingt für das kommende Jahr aufheben muss. Hier aber erstmal meine

    Top 3 Serien

    • The Walking Dead: Für viele ist TWD tot, für mich nicht. Gerade die langsame Erzählweise reizt mich, der Fokus auf die verschiedenen Charaktere. Dass es in der aktuellen Staffel für mich dennoch ein wenig zu ausgefranst erscheint, mir die Charaktere also zu wenig „Gruppenzeit“ haben, verleidet mir die Lust am Zusehen dennoch nicht. Carol ist ein fucking Badass, ich bin hochgespannt, wie es mit den Wolves weitergeht, Carl wird mir immer sympathischer und damn, die Walker sehen einfach possierlich aus!
    • Lost: Nein, es ist keine aktuelle Serie, doch habe ich sie in diesem Jahr zum ersten Mal gesehen und hat deshalb einen Platz verdient. Gerade die ersten zwei bis drei Staffeln habe ich schier verschlungen, konnte kaum das Sofa verlassen, so gespannt war ich zu sehen, wie es bloß weitergeht. Enttäuscht war ich von den letzten beiden Staffeln und ebenso wie bei Sliders wird diese Serie für mich wohl auch nur zwei oder drei Staffeln haben. Screw you, nicht oder nur mies beantwortete Fragen!
    • The 100: Ehm ja. Hust. Eine Teenieserie. Aber wie putzig doch alle sind! Und wie schön fies es nach der ersten Staffel wird! Die Serie macht mir einfach Spaß. Außerdem: Für den weiblichen Zuschauer konzipierte Sexobjekte. Gefällt mir.

    comicscoll
    Comics kann man nie genug haben. Das ist ein unumstößlicher Fakt. Aus irgendeinem Grund habe ich in diesem Jahr verhältnismäßig viele Comics mit zentralen weiblichen Figuren gelesen, obwohl ich es nicht darauf angelegt hatte. Aber hey: Es waren einfach gute Titel dabei! Dabei fehlen mir noch einige: Die Reihe um Leia beispielsweise. Dafür gab es endlich, endlich neuen Lesestoff von meiner ersten Comicliebe Elfquest.

    Top 3 Comics

    • Elfquest: The final Quest: Ich sprach es bereits an und sicher spielt hier Nostalgie mit. Tatsächlich geht mir einiges gegen den Strichwie etwa die Glorifizierung der Hauptfigur Cutter. Glücklicherweise ist er nicht die einzige Figur in dem spitzohrigen Treiben. Ich freue mich einfach sehr, dass es endlich neue Ausgaben von den Elfen gibt! Vorstellung des Comics: Hier.
    • Ms Marvel: Eine sehr sympathische Teenagerin wird zu einer Superheldin. Nicht immer formvollendet und ganz sicher nicht perfekt durchchoreographiert, dafür jedoch mit dem nötigen Unterhaltungswert und Charme. Man beißt sich durch, auch und speziell als Nachwuchsheldin, die nicht nur mit finsteren Schurken, sondern auch mit dem Alltag zu kämpfen hat. Hier geht’s zur Vorstellung.
    • Crossed +100: Endlich war wieder jemand am Werk, der sein Handwerk versteht und Crossed nicht zur stumpfen Gewaltorgie verkommen lässt. Alan Moore weiß, wie man das Entsetzen immer weiter steigert und verleiht den Crossed wieder zur alten Stärke. Hier habe ich den Auftakt bereits vorgestellt.

    filme

    Einige Videoabende liegen hinter mir, etliche Filme habe ich im Alleingang gesehen und wieder andere im Kino. Kaum etwas lässt sich so einfach und schnell konsumieren wie ein Film, sodass ich von hervorragenden bis sehr schlechten Filmen (Ja. Ich rede von euch, Human Centipede 3 und The ABCs of Death!) auch im Jahr 2015 alles mitgenommen habe.

    Top 3 Filme

    • Star Wars: The Force Awakens: Nein, es liegt nicht nur an meiner nostalgischen Brille. Und ja, ich finde ihn auch nach dem zweiten Mal besser als Episode IV. Deal with it. Es ist ein in meinen Augen nahezu perfekter Film, wie es ihn im Unterhaltungssektor nur selten gibt. Ich hoffe nur, dass er durch die kommenden Episoden nicht doch noch versaut wird. Hier geht’s zu meiner Kinobesprechung.
    • Kung Fury: Ein einziger Nerdgasm. Nach wie vor kann man sich den kompletten, halbstündigen Film auf Youtube ansehen.
    • Seeking a Friend for the End of the World: Bereits 2012 erschienen, kam ich erst jetzt dazu, ihn mir anzutunund es hat sich gelohnt. Ein rührender Film, der trotz des drohenden Endes sehr schön und ruhig ist. Ein starker Kontrast zu meiner üblichen Endzeitkost, weshalb er wohl eine so starke Wirkung auf mich hatte.

     

    Und eure Highlights? Nur her damit!


  7. 26. Oktober 2015 | Veröffentlicht unter Comics, Comicvorstellungen.

    Orphan Black #1

    Von

    Genre: Science-Fiction
    Autoren: Graeme Manson, Jody Houser, John Fawcett
    Illustratoren:
    Szymon Kudranski, Cat Staggs
    Erscheinungsform: 
    120 Seiten,  Hardcover
    Enthält: Orphan Black 1-5
    VerlagSplitter |  Leseprobe | Für 19,80 bestellen


    Inhalt

    Sarah Manning führt ein mehr oder weniger beschauliches Leben als Kleinkriminelle – bis sich vor ihren Augen jemand vor einen einfahrenden Zug wirft. Dieser Jemand ist nicht irgendwer, sondern die Polizistin Beth Childs. Und die sieht exakt so aus wie Sarah. Doch es ist nicht nur ein vermeintlicher Zwilling, sondern derer viele. Es sind Klone. Und im Gegensatz zu den Zylonen haben die Klonverantwortlichen definitiv einen Plan. Nur dass dieser Sarah nicht unbedingt gefallen wird.

    Die kanadische Fernsehserie „Orphan Black“ zählt zu meinen absoluten Lieblingsserien, was nicht nur dem gewollt undurchsichtigen, intelligenten Plot geschuldet ist, sondern auch der wunderbaren Hauptdarstellerin Tatiana Maslany. Diese verkörpert jeden der Klone auf derart glaubhafte Weise, dass man kaum glauben kann, dass es sich wirklich um ein und dieselbe Schauspielerin handelt.

    Dies hier ist die Besprechung zur Comicadaption der Serie.


    Kritik

    Während die Serie bereits wenig erklärt und den Zuschauer selber denken und zusammenführen lässt, so wird dies bei den Comics noch auf die Spitze getrieben. Splitter der Story werden aneinander gereiht in einer Form, die es selber für mich als Kennerin der Serie schwierig macht, dem Faden zu folgen. Was genau vor sich geht, wer eigentlich wer ist und ob oder wie sie alle miteinander verknüpft sind, wird man durch die Comics nur schwerlich erfassen können. Zu fragmentiert zeigt sich die Erzählweise, zu skizzenhaft die Darstellungen. Die Struktur scheint sich primär an den zu richten, der die Serie kennt und sich durch den Comic weitere, tiefer gehende Informationen erhofft.

    Diese bekommt man häppchenweise: Hintergründe zu den einzelnen Charakteren werden ebenso geliefert wie die Gedankengänge der diversen Klone. Hier werden die Gedanken geschickt durch verschiedene Farben und Schrifttypen den verschiedenen Charakteren zugeordnet, sodass eine Unterscheidung leichter fällt, wenn man auf diese Details achtet. Wichtig ist hierbei auch der Zeichenstil: Meines Erachtens nach ist dieser allerdings nicht fein genug. Zuweilen wirken die Klone nicht so identisch, wie man es erwarten würde, mir war beispielsweise bei einer Person nicht bewusst, dass es sich um einen weiteren Klon handelt. Zudem schwankt die Qualität der Gesichterzeichnung mitunter von Panel zu Panel; man merkt, wenn gerade ein Referenzphoto zu Rate gezogen wurde. Nichtsdestotrotz sind die Zeichnungen nicht schlecht und ich mag den skizzenhaften Charakter sehr – nur nicht unbedingt in diesem speziellen Fall.

    Dieser Sammelband umfasst die ersten fünf Issues der Originalfassung, wobei jede der Ausgaben einen der Klone in den Fokus stellt und den Leser in dessen Gedankengänge eintauchen lässt. Wir folgen Sarah, Helena, Alison, Cosima und Rachel, den Klonen also, die auch in der Fernsehserie die Hauptcharaktere darstellen und die jede für sich sehr interessante Charaktere sind. Insbesondere der dezent abgedrehten Helena macht es unheimlich Spaß, zu folgen.

    Insgesamt ist der Comic ein netter Mix aus Altbekanntem – so werden auch Zitate und „Stills“ aus der Show selbst verwendet – und Neuem, wobei das Altbekannte überwiegt. Unweigerlich frage ich mich: Wer hat diese Zielgruppe definiert? Der Serienkenner wird zu wenig Neues erfahren und der Newbie sich zu häufig verwirrt den Kopf kratzen. Was es allerdings zweifellos ist: Eine schöne Ergänzung für Fans mit sehr netten Zeichnungen, die den dreckig-konfusen Charme der Serie gekonnt einzufangen vermögen. Und Neulinge werden sicher neugierig gemacht, was es mit den Figuren genau auf sich hat.

    Fazit

    Der Comic ist kein direkter Serienklon, kriegt jedoch nur knapp die Kurve, wenn es um echte Neuigkeiten geht, nach denen sich Fans die Finger lecken würden.

     

     


  8. 6. Mai 2015 | Veröffentlicht unter rund um Serien, Serien.

    Serienparade: Erste Schritte

    Von

    Spontan dachte ich mir: Ach komm. Mach mal bei einer Blogparade zum Thema Serien mit, schließlich gucke ich Serien gerne auch mal exzessiv. Initiiert wird die Reihe von Frau Margarete, die einen privaten Blog mit den Schwerpunkten Filme und, Suprise, Serien führt. Sie sagt zum dieswöchigen Thema:

    ERSTE SCHRITTE: MIT WELCHER SERIE HAT ALLES ANGEFANGEN?

    Welche Serie hat dich zuerst in ihren Bann gezogen? Nach welcher Serie warst du zum ersten Mal süchtig? Gemeint sind solche Serien, die tatsächlich für Erwachsene oder zumindest für Jugendliche gedacht sind, die typischen Zeichentrick- und Animeserien für Kinder fallen damit raus.

    Wer mich und meinen Blog und vor allem meinen Youtubechanel ein wenig kennt oder verfolgt, wird meine Antwort auf die Frage meiner Einstiegsdroge vermutlich bereits kennen, aber ich gehe davon aus, dass die wenigsten alle meine Beiträge sehen ;). Die Teenage Mutant Ninja Turtles, all die Disneyserien wie Gummibärenbande, Duck Tales oder auch die Gargoyles und Pinky & the Brain – all das habe ich natürlich unheimlich gerne gesehen, aber ein richtiger Fan mit allem was dazu gehört, wurde ich erst durch Star Trek.

    Wie ich mit ~8 Jahren an die Serie kam, hatte ich irgendwo bereits erzählt, hier die Kurzfassung: Ich habe sie im wahrsten Sinne des Wortes über zwei Ecken (=spiegelnde Flächen) auf der unbequemen Treppe sitzend heimlich geguckt, während meine Mutter von nichts wusste. Für sie war ich für die Serie noch zu jung, das wussten wir beide. Als sie es schließlich mitbekam, war es natürlich zu spät. Ich hatte ohnehin schon so viele Redshirts sterben sehen, da kam es auf die paar mehr jetzt auch nicht mehr an.

    Natürlich saß dann bald die ganze Familie abends vor dem Bildschirm. Ich konnte nicht genug von Kirk, Spock und Co. bekommen, ließ mir von meiner Mutter zu Karneval die Uniform nähen und entdeckte auch bald ihr Bücherregal für mich. Kaum dass ich eine Episode gesehen habe, musste ich sie gleich nachlesen – denn natürlich besitzt meine Mutter nicht nur losgelöste Star Trek Romane, sondern auch die Episodenbücher gleich dazu. Das ganze Star Trek-Universum faszinierte mich: Die Planeten, die Charaktere, aber auch das Franchise (ja, wir hatten auch Spielzeugphaser und -kommunikatoren) und die Leute dahinter, angefangen von den Schauspielern bishin zur Maske, Regie und Autoren. Für keine Serie zuvor hatte ich solch eine Leidenschaft entwickelt.

    Es kamen noch viele, viele andere Serien, für die mein Herz schlug und schlägt, doch Star Trek war einfach meine erste. Mittlerweile stehe ich auf ganz anderen Kram. Nicht auf abgeschlossene One Shots oder Monsters of the Week, sondern auf allumfassende, tiefgehende und breit fächernde Storylines. Sowas wie Battlestar Galactica, The Walking Dead oder auch Jericho. Dass Star Trek mich trotzdem begeistern würde, selbst wenn ich es jetzt erst kennenlernen würde, davon gehe ich aus! Der dezent selbstironische Humor gerade in der deutschen Übersetzung, die Dynamik zwischen dem Hauptcast, die Philosophie, die immer mitschwingt… das ist einfach großartig.

    Was war denn eure Einstiegsdroge ins Seriengefilde? :)

    (Ein Trekkie überspringt keine Generation!)

  9. 26. Januar 2015 | Veröffentlicht unter rund um Serien, Serien.

    Fanmomente: Battlestar Galactica

    Von

    Vor zwei Jahren bereits wollte ich unbedingt eine Besprechung über Battlestar Galactica schreiben. Monatelang schlich ich darum herum, habe seitdem sicher drölf Mal einen neuen Text begonnen – und bin immer wieder daran gescheitert, dass die Worte nur so vor Liebe strotzten und potentielle Leser Gefahr gelaufen wären, von Herzchen erschlagen zu werden. Denn ja, ich bin ein Fan dieser Serie. Sie enthält meine liebsten männlichen Seriencharaktere of all Time (Helo und Bill Adama), meinen liebsten weiblichen Seriencharakter (Starbuck) und einige meiner liebsten Serienmomente überhaupt (allein schon die komplette erste Episode der regulären Serie ist in meinen Augen phänomenal!). Und dann diese Musik! Hach! Gänsehaut!

    Diese Liebe geht so weit, dass ich sogar Hintergrundberichte und Interviews von Cast und Crew lese. Dinge, die ich bei anderen Fandoms uninteressant finde – mir doch egal, ob Orlando Bloom einen traurigen letzten Drehtag beim Hobbit hatte oder die Darsteller von Lost Girl alle superduper Tänzer sind. Bei BSG natürlich sieht das ganz anders aus!

    Und so freue ich mich wirklich über jeden Schnipsel, den es darüber zu sehen gibt – wie jüngst die kleine Videoreihe, in der Jamie Bamber (Apollo) und Tahmoh Penikett (Helo) diverse Fragen beantworten, Gelächter ihrer damaligen Kollegen nachahmen (ja, Michael Hogan aka Saul Tigh habe ich sofort erkannt!) und über ihre letzten Tage am Set plaudern – und dabei eine sympathische Chemie zeigen. Mein inneres Fangirl jubelt und wirft Dessous in den virtuellen Raum. Yihaa!

    Falls es da draußen also Menschen gibt, die BSG ebenfalls mögen, werden sie sich über die Minivideoreihe anlässlich des Serienstarts auf dem australischen Sender Syfy vielleicht auch freuen.

    Jetzt wird es wieder Jahre dauern, bis ich den verfluchten Ohrwurm von All Along The Watchtower loswerde!


  10. 27. April 2013 | Veröffentlicht unter Serien, Serienvorstellungen.

    Endlich wieder Supernatural!

    Von

    Wir haben jetzt, nach längerer Pause, wieder mit Supernatural begonnen und sind aktuell in der Mitte der 7. Staffel angelangt: die LARPepisode mit Felicia Day wird noch kommen, auf die ich mich sehr freue. Wenn das kein Nerdgasm werden wird, weiß ich auch nicht! Ich hatte ein wenig Angst, dass diese Staffel den Abwärtstrend der vorherigen Staffeln weiter aufnehmen würde, doch ist dem absolut nicht so. Endlich gibt es wieder ein paar Monster of the Week – Episoden, Humor, Bromance, Schock/Trauermomente und einen Metaplot, der nicht alles beherrscht, sondern sich in angenehmer Zurückhaltung präsentiert. Von Killereinhörnern mit Regenbogenschweif über rasante Amazonenschwangerschaften und einen verrückten Fan ist alles dabei und wird durch hübsch auf die jeweilige Folge abgestimmte Logos zu Beginn abgerundet. Monatelang lag ich auf dem Trockenen, nun hat mich der Wahn wieder. Nicht ohne Grund!


  11. 5. November 2012 | Veröffentlicht unter Allgemein.

    Top 5: TV Themes – Crossover

    Von


    Die Serienlandschaft besticht nicht nur durch einen Haufen interessanter Serien, sondern obendrein auch noch durch nette, eingängige Intros. Im Laufe der Zeit haben sich die Serienthemes immer ein wenig gewandelt: von lang und erklärend zu kurz und knapp, von gesungenen Liedern zu epischen, eigens für die Serie gestalteten instrumentalen Tracks. Zu meinen Lieblingsserienintros gehören natürlich viele von Zeichentrickserien, aber auch alle der unten genannten, die in bestimmte Crossover neu interpretiert worden sind. Zwei verschiedene Intros zusammen gemixt ergeben nicht selten etwas sehr Sehenswertes. Mein persönlicher Favorit dabei: Monk/Voyager. Kennt ihr darüber hinaus noch weitere, gute?


  12. 10. September 2011 | Veröffentlicht unter Diverser Geekkram, Dreckiger Rest.

    Faszination Blut

    Von

    Je mehr Blut spritzt, desto besser“

    Man kennt das ja: ein Spiel wird zensiert, von dem ein oder anderen Blutspritzer befreit und die Fangemeinde schreit auf. Je blutiger, desto besser, scheint die Devise zu sein und nach dem Genuss eines besonders blutigen Films wird sich auf die coolen Schultern geklopft und gegenseitig ob der Härte, das viele Kunstblut ertragen zu haben, beweihräuchert. Horrorfotografien sind ohne ein wenig rote Farbe auch fast schon dröge und von manch krudem Blogger wird sogar behauptet, „dreckige, blutbeschmierte Wunden“ gehören zu manch einem Genre einfach dazu. Solche Blogger laufen mit Sicherheit auch mit einer Kettensäge in der Innenstadt Amok und terrorisieren Parkenten! Von der Vampirschwemme, zu der Blut ja unabdingbar dazugehört, möchte ich gar nicht erst reden.


  13. 15. August 2011 | Veröffentlicht unter Serien, Serienvorstellungen.

    Sliders

    Von

    „What if you could travel to parallel worlds? The same year, the same Earth, only different dimensions. A world where the Russians rule America… or where your dreams of being superstar came true… or where San Francisco was a maximum security prison. My friends and I found the gateway. Now the problem is… finding a way back home.
    – Quinn Mallory –

    • Genre: Sci-Fi
    • Produktionsjahre: 1995-2000
    • Länge: je 42 Minuten
    • Episoden: 88 in 5 Staffeln

    Inhalt: Psysikstudent Quinn aus San Francisco  – seines Zeichens „Intelligenzbestie“, wie er später gerne von einem seiner Begleiter genannt wird – hat ein Dimensionstor kreirt, das es ihm ermöglicht, Parallelwelten zu bereisen. Zusammen mit seiner Freundin Wade, dem Professor Arturo und dem nur zufällig „mitgenommenen“ Sänger Rembrandt reisen sie nun durch diese Welten. Der Haken: durch einen „Unfall“ auf ihrer ersten gemeinsamen Reise wurde der sogenannte „Timer“, der die Dimensionstore – ausgelöst, durch eine Art Countdowns – öffnet, geändert, sodass sie nun nicht mehr kontrolliert wieder nach Hause zurückkehren können. Per Randomfunktion des Timers (mit I-Pod wär es vermutlich nicht passiert) hüpfen sie auf der Suche nach ihrer Heimat von Welt zu Welt. So lernen sie ein von Sowjets besetztes Amerika kennen, eine Welt mit Mängermangel oder eine Welt, in der Dinosaurier noch nicht ausgestorben sind.