1. 16. November 2016 | Veröffentlicht unter Gaming, rund um Gaming.

    [Website-Tipp] Queerly Represent Me

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    Mittlerweile gibt es – und hier untertreibe ich nur ganz dezent – Dutzende Videospiele. Also mindestens 100. In diesem Wust Inhalte zu finden, die einen besonders tangieren, kann da unter Umständen schwierig werden – besonders dann, wenn diese Inhalte ohnehin seltener anzutreffen sind als der ordinäre braunhaarige, kernige Videospielheld „Nathan Joel Redfield“. Sei es, dass man nach Videospielen sucht, die die eigene Neigung zu repräsentieren wissen oder man schlichtweg etwas mehr Farbe im Spiel sucht: Die Website „Queerly represent me“ bietet eine mittlerweile über 650 Titel umfassende Database mit Spielen an, die entweder LGBT-Themen oder -Figuren beinhalten.

    Die Gründerin der Seite, Alayna Cole, hat die Seite Anfang dieses Jahres aus guten Gründen erstellt. Sie sagt:

    There are two key reasons why Queerly Represent Me is an important and valuable resource. Firstly, the database allows members of the queer community to familiarise themselves with and access more texts that represent them. This can act as a supportive gesture to those who are comfortable with their identities, or can assist in the formation of self-identity for those who are questioning their sexuality or gender. Secondly, the site allows those who do not identify as queer to broaden the pool of games that they play or to form new understandings of games that they have already accessed, while developing empathy for the queer community and the issues we face. Additionally, the database is an important resource for those researching queer representation in games academically, journalistically, or for their personal growth.

    In der Tat finde ich das eine gute Sache. Sie listet nicht nur AAA-Titel, sondern auch Nischengames auf, die diverse Genres umfassen. Stundenlanges stöbern im Spreadsheet, das die nötigen Fakten knapp zusammenfasst, ist also durchaus drin.

    Und da hier gerade wahrscheinlich ophnehin jene landen, die dieses Thema interessiert, möchte ich euch einfach nochmal mein Video ans Herz legen, das ich einst, als ich noch jung war, kreiert habe und einen Rundumschlag über Homosexualität in Videospielen erteilt.


  2. 7. Oktober 2016 | Veröffentlicht unter Gamesvorstellungen, Gaming.

    Divinity: Original Sin II Preview

    Von

    Die Divinitywelt ist düster geworden. Statt als Quelljäger die vermeintlich bösen Buben zu jagen, findet man sich hier plötzlich als einer jener magischer Gestalten wieder: Als Quellenmagier. Deren Magie ist nach wie vor verboten, sie selbst mit magieunterdrückenden Halsbändern ausgestattet und in Forts gesteckt; schließlich möchte man nicht, dass die zerstörerische Quellenmagie noch mehr Schaden verbreitet. Die eigene Spielfigur kann, je nach Hintergrundstory, durch das Essen von schmackhaften Leichenteilen Energie gewinnen, hört sinistre Stimmen und/oder wird zu gar finsteren Taten verleitet. Hier und dort spritzt Blut, die Bevölkerung ist einem nicht gerade freundlich gesinnt und die sich fidel teleportierenden Krokodile waren auch schon netter zu einem. Manchmal.

    Divinity: Original Sin von den belgischen Larian Studios hat vor zwei Jahren mit der charakterlichen, sowie spielerischen Vielfalt Eindruck in der gamer’schen Rollenspielszene hinterlassen. Kein Wunder, dass der für kommendes Jahr angekündigte Nachfolger auf große Erwartungen stößt. Seit gut zwei Wochen ist die Early Access-Version auf Steam erhältlich und die Entwickler offenen Ohres bezüglich etwaiger Kritikpunkte. Und da ich selber den ersten Teil sehr unterhaltsam fand, habe ich mich natürlich auch in das virtuelle Vergnügen gestürzt.

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    Der Einstieg

    Anders als beim Vorgänger spielt man nicht zwangsläufig einen Menschen, sondern kann sich zwischen vier – und in der finalen Version auch fünf – Spezies entscheiden: Mensch, Zwerg, Echsenwesen oder Elf. Darüberhinaus darf man zwischen einer der komplexen Hintergrundgeschichten wählen oder selbst ein paar Eckpunkte diesbezüglich kreieren: Ich entscheide mich für den Menschen Iban ben-Mezd. Logisch. Er hat einen südländisch klingenden Namen, was mir als alte Novadispielerin mehr als zusagt. Iban gehörte einst einer Bande von Gesetzlosen an, die, kaum dass er sie verließ, seine Familie abschlachteten. Vielversprechende Backgroundstory zwischen Rache, Sühne und Schuld!

    Noch ist die Charaktergenerierung nicht einwandfrei ins Spiel gehoben worden, daher werfe ich Iban einfach mitten ins Geschehen – und erlebe ein Déjà-vu: Wieder einmal hat man Schiffsbruch erlitten und strandet einsam und verlassen am Ufer. „Hurra! Man spielt einen Quellenmagier und müsste also eigentlich im Gefangenenlager stecken, aber hier ist man dem wohl entgangen und frei!“ Äh – nope. Dummerweise landet man nämlich just zu Füßen des Zielortes des Schiffes, namentlich Fort Joy. Welch famosen Namen man sich dort ausgesucht hat, dort, wo seine Magiegenossen in Lumpen gekleidet hausen und sich über kleinen Feuerchen Ratten braten. Immerhin darf das entscheidungsunwillige Rollenspielerherz aufatmen, denn in diesen Straßen findet man eben jene Figuren, die man bei der Charakterauswahl verschmäht hatte. Diese, wie etwa die stimmenhörende Lohse oder die rote Echse namens Red Prince, können sogar Teil der illustren Abenteurergruppe werden und einen somit mit ihrer Hintergrundgeschichte vertraut machen.

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    Erste Eindrücke

    Die Grafik: Sehr nett. Das Wasser glitzert medienwirksam in der Sonne, die Gesichter erscheinen keck und wären die zum Teil noch flimmernden Grafiken nicht, könnte man das Spiel fast für „fertig“ erachten. Insgesamt lässt sich aber jetzt bereits eine Verbesserung zum ersten Teil beobachten.
    Die Kämpfe: Hier hat man sich glücklicherweise stark am ersten Original Sin orientiert. Man kann sich taktisch austoben, wobei man nun zusätzlich diverse Ebenen und Rüstungsarten im Blick haben sollte. Leicht reduziert wurden die zur Verfügung stehenden AP, wobei die Fähigkeiten bislang dafür im Schnitt weniger kosten. Warum sich handelsübliche Krokodile allerdings teleportieren können entzieht sich meiner Biologiekenntnis, gehört aber wohl zum eigenen Humor des Studios.
    Die Steuerung: OMFGICHWILLALLESUMÄNDERN! Nein, ich komme damit nicht klar. Möglich, dass es daran liegt, dass ich den ersten Teil auf der PS4 gespielt habe und ich mit der PC-Steuerung in diesem speziellen Fall noch nicht ganz vertraut bin. Doch mich nervt sie. Unheimlich. Werde das sofort als Feedback und kleinteiliger versenden. Bitteschön!
    Die Dialoge: In der dritten Person. „Er sagt, dass (…)“ Ich würde eine direkte Rede deutlich präferieren, so bin ich näher am Geschehen und an der Figur, die Immersion wäre stärker. Nichtsdestotrotz wirken die Gespräche im ersten Akt, den man im Early Access bespielen kann, ausgetüftelt und nachvollziehbar. Je nach Charakter der gerade redeführenden Figur ändert sich der komplette Dialog, sind andere Optionen verfügbar und wandelt sich die Reaktionen seitens der Gesprächspartner, sodass eine lebendige Welt um die eigene Party entsteht.

    Es entfaltet sich eine auf den ersten Blick bereits komplexe, nahezu dschungelartige Welt, in der ich zunächst dezent hilflos umher irre. Wo muss ich hin? Was soll ich tun? Und wer verdammt nochmal bin ich überhaupt? Somit reiht sich der zweite Teil nahtlos an den ersten an. Das kann man mögen, muss es aber nicht. Die Welt ist frei, die Gegner in ihrer Schwierigkeit noch nicht ganz einschätzbar und die Möglichkeiten derart mannigfaltig, dass einem schwindlig werden könnte. Riesig, verwirrend – aber genau das macht für mich den Reiz aus. Man muss Zeit mitbringen, die Welt zu verstehen, zu erkunden und zu erobern, ihre Geheimnisse aufzudecken und sich in ihrer Tiefe zu verlieren.

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    Fazit

    Die Early Access Version scheint bereits ziemlich ausgereift, zumindest jedoch deutlich spielbar und sehr unterhaltsam – wenn man den Reichtum an Dialogen zu schätzen weiß und sich an einer ausufernden Story erfreuen kann. Wenn ich nach meinem Umzug wieder ein bisschen mehr Zeit zur Verfügung stehen habe, werde ich mich auf viele Stunden in Original Sin ll freuen!

    Impericus‘ zwei Cent:

    Man sollte den ersten Teil mögen. Denn Zeit steckt man durchaus ins Spiel, vor allem damit, neu zu laden, da man die Schwierigkeit etwaiger Kämpfe mit spontan auftauchenden Gegnern (Leichenfressende Wahnsinnige am Strand oder teleportierende Seekrokodilen eingeschlossen) nicht genau einschätzen kann. Oder auch gar nicht. So wurde ich bei meinem kurzen Höllentrip 3 Mal so übel zugerichtet, dass selbst der Autosave mich etwa 30 Minuten zurückversetzte (und ich war nur am Strand Muscheln sammeln). Aber ich räume ein, dass es reizvoll ist. Und während ich schreiend um mein Leben renne, blicke ich träumerisch auf die schillernd wogende See und lasse mich von den immersiven Hintergrundgeräuschen direkt an den verlorenen Strand treiben, um dort von den Krokodilen zerquetscht zu werden. Außer Lohse, die eine so volatile Bindung zur Gruppe hat, dass sie beim Fliehen direkt in die Stadt entkommt, während ich und mein Roter Prinz (nein, nicht mein Penis) noch im Kampfgetümmel stecken. Spaß hat’s trotzdem gemacht.

    Eckdaten

    Plattform: Windows | Early Access | Entwickler: Larian Studios | Genre: Rollenspiel | Multiplayer: bis zu 4 Spieler Koop/Kompetitiv


  3. 16. August 2016 | Veröffentlicht unter GamesCom, GC '16, Messen&Conventions.

    gamescom, anyone?

    Von

    Wie gewohnt bin ich auch dieses Mal unfassbar gut vorbereitet! Schließlich steht die gamescom kurz bevor und da hat man längst etliche Communitytreffen initiiert oder bei ihnen zugesagt, die – Moment. Der Rollbusch hatte mir kurzzeitig die Sicht auf meinen Terminkalender versperrt, der doch erschreckend leer ist. Dammit! Da ist man mal kurz für 2-3 Wochen außer Lande und zack, verliert man das Internetz und die Messe aus den Augen!

    Doch nun, nun habe ich kurz Zeit, um jegliche Informationen bezüglich Communitytreffen in mich aufzusaugen! Wo seid ihr unterwegs? Welche Partys sind am Start? Wer von euch kommt überhaupt zur gamescom? Und habt ihr Interesse an einem Leser/Bloggertreffen? Vorzugsweise mit einem klar erkennbaren Treffpunkt. *hust* Wie etwa der altbekannte Ort zwischen Halle 5 und 6 dort: Genauer: Dort, wo das Bier ist. An dem Stand mit dem Kölsch. Oder besser: unter der Brücke. Das ist ohnehin mein natürlicher Lebensraum.

    So oder so: Ich bin vermutlich ab Morgen Abend auf dem Gelände oder in Köln und werde bis Samstag dort zugegen sein. Sonntag „muss“ ich leider meiner Schreibgruppe auf die Nerven gehen. Auch in Köln. Ich kann euch also dann wenigstens aus der Ferne zuwinken.


  4. 29. März 2016 | Veröffentlicht unter Gaming, Gamingdiskussionen.

    Blizzard beugt sich der Kritik: Tracers Hinterngepose wird entfernt.

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    Gamer haben es nicht leicht. Ständig kommen neue Spiele auf den Markt, die sie auf Herz und Nieren und auf mögliche Schrecklichkeiten testen müssen. Dieses Mal im Fokus: Der Hintern von Tracer, Heldin aus dem MOBA Overwatch, das sich gerade in der Closed Beta befindet und am 24.Mai released wird. In einer neu eingeführten Siegespose – oben im Header zu sehen –  positioniert sich die Dame mit dem Rücken zum jubelnden Publikum. In einer hautengen Hose. Mit dem Hintern auf Augenhöhe. Skan-dal-ös.

    Durchaus kann es als löblich betrachtet werden, auf die Darstellung eines Charakters zu achten: Ist er plausibel dargestellt? Wird er – und wenn ja, warum – auf etwas reduziert? Bedient er (zu) viele Klischees und wenn ja, was ist die Intention dahinter? Und, natürlich: Erfährt er aufgrund seiner Religion, seiner Ethnie oder seines Geschlechts eine Abwertung – und könnten sich Spieler dadurch erniedrigt fühlen?Die Frage, die man sich dann noch stellen könnte, wäre folgende: Ist ein Detail, das einem persönlich vielleicht sauer aufstößt, wirklich so wichtig, dass man es auf die Gesamtheit des Charakters überträgt? Anders ausgedrückt: Wird Tracer reduziert, nur weil sie sich in einem Moment sexy gibt? Und: Ist „Sexyness“ etwas derart Herabwürdigendes, dass man nicht auch mal zwischendurch sexy sein darf?

    Battlenetforenuser Fipps fragt empört: „What about this pose has anything to do with the character you’re building in Tracer?“ Und weiter, dass diese Pose absolut nichts mit ihr als Elitekillerin zu tun habe, sie zum Sexsymbol degradieren würde und daher ein schlechtes Vorbild sei.

    Wenn ich, aktuell fast täglich, in den Genuss komme, den Charakteren zuzusehen, sehe ich keine Sexasses, sondern Badasses. Und auch Tracer handelt wie einer. Sie ist tough. Sie ist ein bisschen verrückt. Sie ist schnell. Sie ist aber auch bereits ohne diese Pose kein Vorbild. Ich zumindest fände es nicht so großartig, wenn meine imaginäre Tochter auch plötzlich mit Bomben werfen würde. Bomben allerdings sind für Fipps scheinbar ok – nur der Hintern nicht?

    Ich finde die Pose nicht einmal besonders oversexed. Genau genommen fügt sie dem Fundus an Siegesposen nur eine weitere, kleine Facette hinzu, die ich Tracer ohnehin zugetraut habe: Eine gewisse Frivolität, hübsch gepaart mit mit einem Statement a’la „Hier, mein Arsch, der sieht fast so aus wie du, Loser!“ Dass Tracer außerdem einen Hintern hat, hat man auf mehr oder weniger dezente Weise auch schon vorher gesehen.

    Was wir aus dieser Diskussion lernen:

    • eine einzige Pose unter vielen kann das ganze Bild, das man von einem Charakter hat, zerstören. Instant.
    • Tracer hat einen Arsch.
    • Das Vorhandensein eines Hinterns allein reicht aus, um degradiert zu werden.
    • Manche Spieler/Leute kennen die Charaktere besser als die Autoren und Designer selbst.

    In kurz: Das ist für mich keine allumfassende, empörende Sexualisierung (Himmelherrgot, diese Pose „aufreizend“ zu nennen sagt meiner Meinung nach fast mehr über den Zustand des Kritikers, als über den Gamedesigner aus!), sondern eine kleine Facette. Die Pose ist eventuell sexualisiert, aber dadurch nicht die Person, die sie zur Schau stellt.

    Trotzdem wird die Pose nun entfernt. Ist ok für mich. Es ist oder war nur eine Pose unter vielen.


  5. 14. März 2016 | Veröffentlicht unter Gaming, Spielevorstellungen.

    Spiel doch mal einen Anuspenis!

    Von

    Ok. Es ist nicht nur hart an der Grenze, es ist weit über die Albernheit hinausgeschossen, so weit, dass es schon fast wieder gut ist. Ich meine: Wie kommt man auf so etwas?! Und wie.. also warum.. also wieso…? Entstanden ist es eher per Zufall während des letztjährigen Berliner Game Jam. Kurz: Ein prall mit Phalli gefülltes Spiel, in dem man einen Penis spielt, der die gegnerischen Penisse penetrieren soll. In deren Penishintern. Seid ihr schon ausgestiegen? Ich kann es verstehen. Für den Rest etwas mehr Infos:

    Diese spritzige Orgie soll eine tiefgehende Spielekstase entfachen, indem man seine Spielfiguren miteinander vereint, denn: Beide Parteien bekommen Punkte. Das macht auch Sinn, schließlich soll Penetration beiden Spaß machen. Zudem sind die Anuspenisse dezent schwierig zu manövrieren, sodass beide einen Punkt verdient haben! Oder alle drei. Vier. Fünf. Bis zu acht Spieler können dem Spaß beitreten.

    Nebenbei unterlegen die Soundeffekte auf sehr eindringliche Weise das Spielgeschehen und die Animationen sind höchst possierlich und unterhaltsam. Das würde ich wirklich gerne mal an einem Automaten spielen. In einer Kneipe. Das aufgeregte Geschrei und die Wortwahl während des Spiels kann ich mir lebhaft vorstellen!

    Erscheinen soll das Spiel im April dieses Jahres. Vielleicht ja am ersten.

    Website


  6. 10. Februar 2016 | Veröffentlicht unter Gaming, rund um Gaming.

    The Walking Dead: Von Spielen, Teasern und Vorahnungen

    Von

    Ob ihr es wollt oder nicht: Ich bin ja ein kleiner Fan. Von Star Trek. Ok, und natürlich auch von The Walking Dead, schließlich steht dieser Name hier auch im Beitragstitel. In den USA wird pünktlich zum herzallerliebsten Valentinstag die zweite Hälfte der sechsten Staffel anlaufen und mir hoffentlich wieder wohlige Stunden auf dem heimischen Sofa bescheren. Was kann schon schöner sein, als im heimeligen Wohnzimmer zu sitzen, während vor dir im Fernseher die Zombies vor sich hin verwesen? Richtig. Star Trek. Doch ich schweife wieder ab.

    Eine erste Meldung rankt sich um Michonne. IhreTelltale-Miniserie wird am 23.Februar veröffentlicht und erzählt in drei Episoden, was die klingenschwingende Michonne zwischen Issues und #126 und #139 getrieben hat. Verfolgt von den Geistern ihrer Vergangenheit war sie dort von Rick und seiner Gruppe getrennt, tänzelnd zwischen Reue und Verlust. Ab dem 14. Februar wird man sich eine Extended Preview auf dem offiziellen Youtubechannel ansehen können. Und wer den Reveal Trailer vom Dezember verpasst hat, wird hier fündig werden.

    Einen kleinen Quietscher der Vorfreude auf die zweite Staffelhälfte entrang sich mir dann, als ich dieses Promobild des russischen FOX-Ablegers sah. Darauf zu sehen(Ich setze es mal in Spoiler, nicht dass sich eine zarte Seele noch auf den Schlips getreten fühlt, weil auf dem Bild zu sehen ist, dass die kommende Staffel nicht nur aus Blümchenpflücken besteht): Der possierliche Carl, der den neusten Modetrend des zombiekalyptischen Herbstes trägt, nämlich eine Bandage quer über dem juvenilen Gesicht. Nun jubeliert das Comicleserherz, denn kann es sein? Kann es sein, dass der gute Carl endlich sein Auge verliert? Man verzeihe mir diesen garstigen Gedanken, doch ich mag es sehr, wenn sich die Serie mit den Comics überschneidet. Es sei denn, es sind Negan, Glenn und ein Baseballschläger involviert. Ein Bildchen also, das einem die kommenden Episoden ein wenig näher bringt und die Freude zu schüren weiß! Ebenso natürlich wie der allseits bekannte Teaser. Doch der ist natürlich schon uralt.

    Nach 8 Episoden wird die sechste Staffel auch leider wieder vorbei sein.Zum Glück(?) gibt es noch den von mir recht ungeliebten Ableger Fear the Walking Dead, dessen zweite Staffel am 10. April starten wird. Viel zeigt der neue Teaser nicht, doch endet er zumindest mit dem subtilen Anzeichen horroresker Zombieaction, mit der auch die erste Episode der ersten Staffel noch punkten konnte.


  7. 4. Januar 2016 | Veröffentlicht unter Gaming, rund um Gaming.

    Was wäre, wenn ich eine Simsfigur wäre?

    Von

    Dieser Frage bin ich nachgegangen und habe mir eigens dafür Sims 3 installiert. Für mehr als diesen überaus wissenschaftlichen Test (für den ich auch keine grafischen Höchstleistungen gescheut habe. Hust. Hust. Das passiert, wenn man nicht screenshottet, sondern nur filmt.) reicht es für mich jedoch nicht. Der Titel befindet sich nicht mehr auf meiner Platte. RIP. Doch zurück zu dem Versuch: Die Charaktergenerierung. Eine Frisur ist schnell gefunden, ein „irgendwievielleichthalbwegspassendes“ Shirt ebenso und die Charaktereigenschaften gesetzt. Hier lasse ich Ehrlichkeit walten! Ordnung und Fleiß werden tief angesetzt, dafür die Nettigkeit zumindest auf ein Normalmaß. Aus diesen Charakterpunkten rechnet das Spiel automatisch das Sternzeichen aus. Überraschung: Mir wird tatsächlich die Waage zugeordnet! Da ich am 14.10.1995 (Hihi. An diesem Punkt endet die Ehrlichkeit) Geburtstag habe, passt es hervorragend! Das Spiel ist ein Hellseher. Bestimmt. Zuletzt definiere ich die „Laufbahn“. Gestatten: Ich bin natürlich ein „Freundschaftsmensch“ mit dem Lebensziel, viele gute Freundschaften zu knüpfen und zu festigen.

    Tadaa! Mini-me ist erschaffen. [insert irres Wissenschaftlerlachen. Muhahar.] Der eigentliche Test kann beginnen.

    Tag  1      

    Nun setze ich Klein-Guddy in ihre erste eigene, virtuelle Wohnung und gucke einfach zu.(per Schnelldurchlauf, versteht sich)
    Erstaunlicherweise tut sie das, was ich auch tun würde: sie setzt sich vor den Fernseher. Und sitzt. Und sitzt immer noch. Sie wäre wohl verhungert(ok, unwahrscheinlich. Es gibt schließlich Chipstüten im Kühlschrank.), würden nicht nach Stunden Nachbarn an ihrer Tür klingeln um sie in der Nachbarschaft willkommen zu heißen.
    Müde steht Guddy auf, streckt sich und watschelt Richtung Haustür. Kaum ist die Tür geöffnet, scheint alle Müdigkeit verflogen und ein heiteres Gespräch, mal mit dem einen, mal dem anderen der drei Gäste nimmt seinen Lauf.
    Zwischendurch macht sich einer der Gäste in die Hosen, weil Groß-Guddy vergessen hat, eine Tür zum Badezimmer samt Klo zu bauen. Zum Glück ist diese erbaut, bevor Klein-Guddy das gleiche Schicksal ereilen kann.
    Am Ende des Abends hat sie zwei echte, tiefgehende Freundschaften mehr. Das ging schnell. Nicht mehr lange, und alle werden friedlich lächelnd gemeinsam Freundschaftsbändchen knüpfen und Kumbaya singen.
    Es wird Nacht, ihre Müdigkeitsanzeige nimmt schwindelerregende Ausmaße an, gegen die sie sich standhaft wehrt. Lieber sitzt sie vor dem PC. Seems legit.
    In letzter Sekunde – ich hatte schon Angst, sie würde vor dem PC zusammenbrechen – springt sie auf und hechtet mit einem meisterhaften Sprung ins Bett.guddy

    Tag 2

    Sie schläft bis 12 Uhr Mittag und macht sich dann doch noch etwas zu Essen. Viel zu viel übrigens, vier weitere, randvolle Teller stellt sie auf alle möglichen Ablageflächen in der Küche und im Wohnzimmer. Sie isst vor dem Fernseher, stellt den Teller auf den Boden und geht duschen.
    In der Zwischenzeit wirft der Postbote einen Brief in den Briefkasten.
    Der restliche Tag verläuft komplett ereignislos. Aber man erzählt sich, das in China ein Sack Reis umgefallen sei und irgendjemand Toastbrote verkauft.

    Tag 3

    Sichtlich durch den vorhergegangenen, entspannten Tag ausgeruht, steht sie heute sogar bereits gegen 11 Uhr auf und schlendert nach der Dusche im Nachthemd an den mit grüner, stinkender Aura umgebenden Tellern vorbei nach draußen, um dort nicht etwa die Post hervorzuholen, nein, sondern sich ins Gras zu setzen (ein Schneidersitz macht sich wie man weiß hervorragend bei einem kurzen Nachthemdchen) und Löcher in die Luft zu starren. Das lässt ihre Laune langsam, aber stetig ansteigen – immerhin ist es im Simsland immer Sommer.
    Nach ein paar Minuten kommt ein noch unbekannter Nachbar vorbei, der sich einige Momente lang orientierungslos neben sie stellt. In trauter Zweisamkeit starren sie sicherlich eine Stunde lang Löcher in die Luft, bis Guddy aufsteht und den „Neu“ankömmlich überrascht ansieht. „Na wo kommst du denn so plötzlich her?“, scheinen ihre weit aufgerissenen Augen zu sagen, bevor sich die beiden kichernd begrüßen. Der Neue – nennen wir ihn der Einfachheit halber „Horst“ – redet den Sprechblasen nach zu urteilen über Fußball, seine Exfreundin und seine Oma, was Guddy dazu veranlasst, ungerührt über Basketball, Kinder und Dinosaurier zu fachsimpeln.
    Während Guddy die nächste halbe Stunde auf dem Klo verbringt, geht Horst ungefragt an den Fernseher und schaltet eine Soap ein, die Guddy, kaum dazugestoßen, wegdrückt und Nachrichten laufen lässt.
    Warum lade ich  – also sie, also ich, also sie – eigentlich jeden nach Hause ein?!
    Irgendwann geht Horst, dafür schrillt das Telefon und Freundin Berta meldet sich zum Dienst.
    Irgendwie haben es in der Zwischenzeit zwei Bücher auf den Boden geschafft und Guddy bewegt sich telefonierend, doch mit traumwandlerischer Sicherheit, durch das Labyrinth an aufgeschlagenen Büchern, schmutzigem, stinkendem Geschirr und alten Zeitungen.

    UnbenanntTag 4

    Während Groß-Guddy einen Augenblick lang nicht hinsieht, ist Mini-Guddy bereits um 9 Uhr aufgestanden – doch wer hätte diese spontane Eskalation an Bewegung auch erahnen können?! – und an den Herd geschlichen, um sich etwas Lustiges zu brauen. Dort begab es sich, dass sie den Herd Herd sein ließ und sich lieber zockenderweise an den PC setzte. Das Essen dampfte. Es wurde schwarz. Und brannte. Lichterloh. Aufgeschreckt von den seit einer halben Stunde im Zimmer schwebenden, dicken Rauchwolken rennt sie in die Küche und geradewegs in ihr Verderben. Ich kann gerade noch „Khaaaaaaaaaaaaaan!“ rufen, ehe sie theatralisch  zusammenbricht.

    Mini-Guddy wurde nur vier Tage alt.

    Rückblick

    Guddy hat geschlafen, gegessen und sich immerhin auch geduscht (habe da schon ganz andere Sachen bei den Sims erlebt). Durch ihre neu erworbenen Freundschaften und anregenden Gespräche hat sie Bonuspunkte bekommen und ihr entspannter Lebensstil lässt ihre körperlichen Anzeigen nie in den roten Bereich gelangen – wenn wir mal beide Augen zudrücken, was die Müdigkeit angeht.
    Von alleine hat sie sich leider keinen Job gesucht. Sie hätte aber mit Sicherheit großartig im Bereich Medizin brillieren können! Wenn sie nicht gestorben wäre.

    Vergleich

    Erschreckende Ähnlichkeiten von Klein- zu Groß-Guddy sind deutlich erkennbar. Ich meine sogar, aus der Simssprache das Wort „Scheiße“ gehört zu haben, als sie an Tag 1 wild gestikulierend vor der zugemauerten Wand des Badezimmers stand.
    Trotzdem: Ich bin natürlich ordentlicher! Zumindest stelle ich keine fröhlich vor sich hin schimmelnden Essensreste auf den Boden. Und eine Arbeitsstelle habe ich auch! Außerdem vergesse ich niemals etwas auf dem Herd. Wirklich nicht. Darum ist auch kein einziger Topf und keine einzige Pfanne bis in alle Ewigkeit von schwarzem Ruß zerfressen. Keine.
    Ein wenig verzerrt wurde das ganze natürlich noch dadurch, dass weder Freund, noch Katze dabei waren. Aber dann hätte ich ja doch eingreifen müssen, um zumindest Freund wohl gesättigt und ausgeruht zur Arbeit zu schubsen. Außerdem bin ich gegen Tierversuche.

    Und bin noch fähig, diese Zeilen zu tippen. Vielleicht sollte ich mich fortan nur von Herdplatten fernhalten.


  8. 2. Januar 2016 | Veröffentlicht unter Gametrailer, Gaming.

    Vorschau auf das kommende PS4-Jahr

    Von

    Seit ich die PS4 habe, bin ich mir sicher: Ich werde nie wieder eine andere so sehr lieben wie sie. Was klingt wie ein billiger Werbeslogan ist tatsächlich wahr. Hach, wenn ich doch nur einen Cent für diese Sätze kriegen würde… Einer meiner Vorsätze für das Jahr 2016 ist, neben den obligatorischen Dingen wie „endlich die Weltherrschaft erlangen“ und „meinen eigenen Ellbogen anlecken“ auch der, ein wenig mehr zu zocken. Da kommt eine kleine Vorstellung der kommenden PS4-exklusiven Spiele gerade recht, schürt sie doch die Vorfreude auf einige Titel, die ich schon länger ins Auge gefasst hatte.

    Definitiv besorgen werde ich mir:

    • Horizon: Zero Dawn
    • Uncharted 4: A Thief’s End
    • Hellblade
    • Shadow of the Beast

    Auch spannend finde ich folgende Titel, bei denen ich auf Reviews meiner Lieblingskritiker warten werde:

    • The Last Guardian
    • Firewatch
    • The Tomorrow Children
    • Drawn to Death
    • Ratchet and Clank

    Im Video aufgelistet sind nur 20 Titel, es fehlen etwa Persona 5 und natürlich ist auch nicht klar, ob es alle ins Jahr 2016 schaffen werden, oder das Licht der Gamingwelt erst im nächsten Jahr erblicken werden. Doch solange es meine persönliche Top 3 schafft, bin ich zufrieden. Auf die habe ich nämlich schon viel zu lange ein Auge geworfen, ich will es endlich wieder zurück!

    Auf welche Spiele freut ihr euch? Oder ist euch die PS4 völlig egal?


  9. 30. Dezember 2015 | Veröffentlicht unter Diverser Geekkram, Dreckiger Rest.

    Meine Highlights 2015

    Von

    Wie immer, wenn ein neues Bloglayout in den Startlöchern steht, fühlt sich das Bloggen für mich irgendwie falsch an. Es wäre schließlich viel großartiger, das Posting im neuen Layout lesen zu können! Trotzdem muss dieses noch sein, schließlich will ich das neue Jahr nicht damit starten, über alte 2015er Kamelle zu reden. Hier nun mein kleiner Rückblick über mein nun vergehendes Nerdjahr.

    Fötös

    Zunächst ein knapper Rückblick auf mein eigenes Bloggerjahr. Wie im Jahr zuvor habe ich, bedingt durch das Bloggen, Dinge erlebt, die mir ohne diesen Blog nicht möglich gewesen wären. Ich habe verdammt viele, sehr großartige Menschen kennengelernt, bereits bestehende Kontakte vertieft und bin guter Dinge, dass ich das im kommenden Jahr noch toppen werde. Die Grundsteine sind gelegt, das Fundament aufgegossen.

    In diesem Jahr am meisten Spaß gemacht haben mir die Artikel/Videos über Minderheiten in Videospielen sowie die kritischeren Diskussionen und Kooperationen mit anderen Bloggern oder Lesern. Das möchte ich 2016 definitiv weiter ausbauen und festigen. Ich bin unglaublich dankbar für die Unterstützung, die ihr mir gebt, für jeden Kommentar, Like und für jedes Teilen eines Beitrages. Ich weise nie darauf hin, dass man teilen soll, umso mehr freut es mich, wenn man es dennoch tut. Balsam für die Bloggerseele ;) Ohne die Interaktion mit euch würde das Bloggen nur einen Bruchteil des Spaßes bringen, den ich jetzt habe.

    Die letzten Monate habe ich mich ein wenig rar gemacht, was an gesundheitlichen Problemen lag, doch puste ich gerade ein wenig Staub von dem Blog und wenn alles gut geht, kann ich pünktlich am 1.1. mit dem neuen Layout aufwarten und dann wieder regelmäßiger schreiben. 2016 kann nur besser werden.

    videospiele

    Gespielt habe ich dieses Jahr leider nicht wirklich viel. Mir hat schlichtweg die Zeit gefehlt, mich an viele neue Videospiele zu setzen. Einige wurden es dann dennoch: Ori and the Blind Forest etwa, The Order 1886 auf meiner zu dem Zeitpunkt neuen PS4 (Ein geiles Teilchen, btw.!) oder auch In Between und kleine Runden Evolve, kombiniert mit meinen ewigen Dauerbrennern Skyrim und Zelda: Links Awakening.

    Festgebissen habe ich mich dabei an wenige Titel, die ich teilweise bis zum Erbrechen gespielt habe und die alleine mich bereits ziemlich glücklich gemacht hatten.

    Meine Top3 Videospiele:

    • The Witcher 3: Diese endlose Landschaften, die interessanten Figuren und vor allen Dingen die erzählerisch dichten und recht innovativen Quests… ja, es ist definitiv mein Spiel 2015. Es ist keine Überraschung, doch warum sollte ich zwanghaft ein Indiespiel auf den imaginären Thron setzen, wenn mich solch ein populäres Spiel wie der Witcher einfach begeistert? Vorstellung gefällig? hier.
    • King’s Quest Chapter 1: A Knight to Remember: Während ich es gespielt hatte, sind mir einige Dinge aufgefallen, die mir weniger gefallen haben wie bspw. die zu simplen Rätsel oder die Vorhersehbarkeit. Rückblickend allerdings finde ich es dubioserweise ziemlich klasse. Vielleicht bin ich mit dem Alter auch einfach milder geworden. Hust. Hier entlang zur Vorstellung.
    • Apotheon: Das Gameplay dieses Action RPGs ist einfach wie simpel und mutet, unterstützt durch die Grafik, an die guten alten Jump’n’Runs an. Es ist kein Meilenstein. Himmel, es ist nichteinmal ein supidupi tiefgründiges Kleinod, sondern einfach ein sehr netter Zeitvertreib. Durch die Nähe zur Antike finde ich es allein schon studiumsbedingt sehr nett. „Bei dir braucht es also nur ein schnödes ’nett‘, um in die Top3 zu gelangen?“ An sich nicht. Es entzückt mich einfach im Gesamten.

    Zusammen mit Messen wie der gamescom oder kleineren Events, bei denen ich als Bloggerin teilnehmen durfte, war es ein für mich trotz der relativen Flaute an tatsächlich durchgespielten Titeln ein sehr spannendes Gamingjahr, in dem viele Diskussionen geführt wurden, die ich auch über den Jahreswechsel hinaus interessant finde. Man merkt, wie lebendig diese „Szene“ ist und dass viele verschiedene Menschen dort ihre Kreativität ausleben.

     

    Serien

    2015 war mein persönliches Serienjahr. Ich glaube nicht, dass ich in irgendeinem Jahr mehr Serien gesehen habe als in diesem, was zum größten Teil Netflix zu verdanken ist. Endlich habe ich Kleinode wie Lost und The 100 nachgeholt, auch wenn letzteres natürlich noch immer aktuell ist und zum Glück bald in die dritte Staffel geht. Auch hier habe ich mich an älteren Titel sattgesehen: So habe ich mir nochmal Friends und Malcolm in the Middle angetan und auch wieder Star Trek gesehen. Vor allen Dingen jedoch habe ich mich durch neue Serien gewühlt. Verdammt, gibt es viele geile Projekte dort draußen! Sci-Fi, Fantasy, Horror, gab es jemals so eine satte Genredichte? Dabei habe ich nichtmal alle gesehen: Daredevil fehlt mir ebenso wie Jessica Jones, die neue Orphan Black-Staffel habe ich leider ausgelassen und es gibt noch einige weitere Serien, die ich mir zeitbedingt für das kommende Jahr aufheben muss. Hier aber erstmal meine

    Top 3 Serien

    • The Walking Dead: Für viele ist TWD tot, für mich nicht. Gerade die langsame Erzählweise reizt mich, der Fokus auf die verschiedenen Charaktere. Dass es in der aktuellen Staffel für mich dennoch ein wenig zu ausgefranst erscheint, mir die Charaktere also zu wenig „Gruppenzeit“ haben, verleidet mir die Lust am Zusehen dennoch nicht. Carol ist ein fucking Badass, ich bin hochgespannt, wie es mit den Wolves weitergeht, Carl wird mir immer sympathischer und damn, die Walker sehen einfach possierlich aus!
    • Lost: Nein, es ist keine aktuelle Serie, doch habe ich sie in diesem Jahr zum ersten Mal gesehen und hat deshalb einen Platz verdient. Gerade die ersten zwei bis drei Staffeln habe ich schier verschlungen, konnte kaum das Sofa verlassen, so gespannt war ich zu sehen, wie es bloß weitergeht. Enttäuscht war ich von den letzten beiden Staffeln und ebenso wie bei Sliders wird diese Serie für mich wohl auch nur zwei oder drei Staffeln haben. Screw you, nicht oder nur mies beantwortete Fragen!
    • The 100: Ehm ja. Hust. Eine Teenieserie. Aber wie putzig doch alle sind! Und wie schön fies es nach der ersten Staffel wird! Die Serie macht mir einfach Spaß. Außerdem: Für den weiblichen Zuschauer konzipierte Sexobjekte. Gefällt mir.

    comicscoll
    Comics kann man nie genug haben. Das ist ein unumstößlicher Fakt. Aus irgendeinem Grund habe ich in diesem Jahr verhältnismäßig viele Comics mit zentralen weiblichen Figuren gelesen, obwohl ich es nicht darauf angelegt hatte. Aber hey: Es waren einfach gute Titel dabei! Dabei fehlen mir noch einige: Die Reihe um Leia beispielsweise. Dafür gab es endlich, endlich neuen Lesestoff von meiner ersten Comicliebe Elfquest.

    Top 3 Comics

    • Elfquest: The final Quest: Ich sprach es bereits an und sicher spielt hier Nostalgie mit. Tatsächlich geht mir einiges gegen den Strichwie etwa die Glorifizierung der Hauptfigur Cutter. Glücklicherweise ist er nicht die einzige Figur in dem spitzohrigen Treiben. Ich freue mich einfach sehr, dass es endlich neue Ausgaben von den Elfen gibt! Vorstellung des Comics: Hier.
    • Ms Marvel: Eine sehr sympathische Teenagerin wird zu einer Superheldin. Nicht immer formvollendet und ganz sicher nicht perfekt durchchoreographiert, dafür jedoch mit dem nötigen Unterhaltungswert und Charme. Man beißt sich durch, auch und speziell als Nachwuchsheldin, die nicht nur mit finsteren Schurken, sondern auch mit dem Alltag zu kämpfen hat. Hier geht’s zur Vorstellung.
    • Crossed +100: Endlich war wieder jemand am Werk, der sein Handwerk versteht und Crossed nicht zur stumpfen Gewaltorgie verkommen lässt. Alan Moore weiß, wie man das Entsetzen immer weiter steigert und verleiht den Crossed wieder zur alten Stärke. Hier habe ich den Auftakt bereits vorgestellt.

    filme

    Einige Videoabende liegen hinter mir, etliche Filme habe ich im Alleingang gesehen und wieder andere im Kino. Kaum etwas lässt sich so einfach und schnell konsumieren wie ein Film, sodass ich von hervorragenden bis sehr schlechten Filmen (Ja. Ich rede von euch, Human Centipede 3 und The ABCs of Death!) auch im Jahr 2015 alles mitgenommen habe.

    Top 3 Filme

    • Star Wars: The Force Awakens: Nein, es liegt nicht nur an meiner nostalgischen Brille. Und ja, ich finde ihn auch nach dem zweiten Mal besser als Episode IV. Deal with it. Es ist ein in meinen Augen nahezu perfekter Film, wie es ihn im Unterhaltungssektor nur selten gibt. Ich hoffe nur, dass er durch die kommenden Episoden nicht doch noch versaut wird. Hier geht’s zu meiner Kinobesprechung.
    • Kung Fury: Ein einziger Nerdgasm. Nach wie vor kann man sich den kompletten, halbstündigen Film auf Youtube ansehen.
    • Seeking a Friend for the End of the World: Bereits 2012 erschienen, kam ich erst jetzt dazu, ihn mir anzutunund es hat sich gelohnt. Ein rührender Film, der trotz des drohenden Endes sehr schön und ruhig ist. Ein starker Kontrast zu meiner üblichen Endzeitkost, weshalb er wohl eine so starke Wirkung auf mich hatte.

     

    Und eure Highlights? Nur her damit!


  10. 6. September 2015 | Veröffentlicht unter Gamesvorstellungen, Gaming.

    In Between

    Von

     

    Inhalt und Spielprinzip

    Ein Mann leidet an Krebs. In Rückblenden erfährt man sowohl mehr von seinem Schicksal, als auch von seiner Person und seines Lebens. Die Erzählstimme leitet in interessanten Worten, nutzt Metaphern und im ersten Augenblick krude erscheinende Vergleiche. Man bewegt sich durch die fünf Phasen des Sterbens: Denial, Zorn, Verhandeln, Depression und Akzeptanz.

    Das Spielprinzip selbst ist eine Metapher: Wo ist oben, wo unten? Die Welt wird im wahrsten Sinne auf den Kopf gestellt. Man führt den Protagonisten durch die Level, deren Gravitation man verändern und die dadurch keinen fest definierten Boden kennen. Eine Drehung und „Rechts“ ist plötzlich „unten“, ein weiterer Klick und „Unten“ ist “links“. Das Leveldesign erscheint anfangs sehr simpel, mutiert jedoch bald zu einem schier unüberwindbaren Hindernis. Mal sind es Dornen, die man umgehen muss, mal die Schwärze, vor der man flüchtet und die einen zu verschlucken droht. Die Finsternis, die Depressionen, denen man die Stirn bieten muss, um sie zurück zu treiben. Doch wie lange noch?

    inbetween

    Meinung und Kritik

    Die fünf Phasen des Sterbens werden eindrucksvoll in das Spieldesign integriert. Die Dornen etwa stehen für Zorn, die wabernde Dunkelheit für Depression. Doch es sind besonders die Zwischensequenzen, die im Gedächtnis bleiben und den Takt für das Gefühl geben. Hier erfährt man vom Tod des geliebten Tieres aus Kindertagen, von Hochzeit und der Familie, über die der Erzähler reflektiert. Die handgezeichneten Bilder in gediegenen Farben ergeben zusammen mit der Erzählstimme und der eingängigen Hintergrundmusik eine ruhige, an einigen Stellen sehr melancholische Atmosphäre, der man sich kaum entziehen möchte. Leider macht es einem die Spielmechanik streckenweise schwer, tiefer einzutauchen.

    Denn was sehr stark beginnt, lässt im Laufe des Spiels etwas nach. Gerade in den ersten Leveln kann man sich noch auf die Geschichte konzentrieren, man lauscht der sonoren Erzählstimme und fühlt mit. Gemalt wird geschickt das Bild eines Mannes, der aufgrund seiner Krankheit zwar dem Tod ins Auge blickt, doch auch Dank des Spielers Hilfe nicht in Melancholie versinkt. Ein nachdenklich anmutendes Spiel, das jedoch mehr und mehr an seiner eigenen Mechanik krankt. Der Schwierigkeitsgrad ist hoch. Es sind nicht die Rätsel, nicht der Lösungsweg, der die Welt zersplittern und die Spielfigur wieder zurück an den Anfang des Levels katapultieren lässt.  Nein, meistens sind es Nuancen, wenigste Pixel, die zwischen Leben und Tod entscheiden und die Schwierigkeit ausmachen. Zehnmal am selben Ort zu scheitern, zehnmal den Charakter in Scherben aufgehen sehen, zehnmal der selben, traurigen Erinnerung lauschen – das frustriert und verschleiert den Blick auf das Wesentliche. Einfache Rätsel und schwierige Ausführung stehen in fragwürdiger Relation.

    Gewissermaßen befand ich mich während des Spiels immer mal wieder in einer lange währenden Zornesphase, die am Ende immerhin der Akzeptanz weichen konnte. Das Spielprinzip ist interessant genug, dass ich trotz Frustration weiter gespielt habe. Der Umgang mit dem Tod ist in den Zwischensequenzen hervorragend gelungen, die Interpretation und Visualisierung der fünf Phasen beeindruckend. Wäre der Schwierigkeitsgrad nur etwas niedriger, wäre der Fokus mehr auf die Geschichte des Krebskranken gelegt worden, „In Between“ wäre ein persönlicher Meilenstein für mich.

    Nichtsdestotrotz ist es ein hochinteressantes Konzept, dessen Faszination man sich kaum entziehen kann. Da man die Teil-Level teilweise auch überspringen oder in beliebiger Reihenfolge spielen kann, gibt es zumindest auch einen kleinen Versöhnungspunkt obendrauf.

    Wer neugierig geworden ist, kann sich auf jeden Fall auch erstmal die Demo ansehen, die es auf Steam kostenlos zu holen gibt.

    Genre: Puzzle-Platformer
    Publisher:
     Headup Games
    Developer: gentlymad
    Plattformen:
    XBox One, Desktop (Windows, OSX, Linux), Android, iOS
    geplante Plattformen: WiiU, Playstation 4, Playstation Vita, Nintendo 3DS
    Trailer | Weblink
    Releasedatum: 21. August 2015
    Preis: 11.99€ | Bei Steam erwerben

     


  11. 12. August 2015 | Veröffentlicht unter GamesCom, GC '15, Messen&Conventions.

    gamescom – Das Videospielfestival

    Von

    „Guddy. Die gamescom ist kein Festival. Sie ist eine Messe.“ Wenn du das sagst, bist du wohl noch nie dort gewesen.

    Mittwoch, 9 Uhr. Aufgeregte Grundschüler – oder klein geratene YouTuber, ich kann sie so schlecht auseinander halten – mit pink bebänderten Presseausweisen flitzen an mir vorbei und ich fühle mich plötzlich alt. Sehr, sehr alt. Warum habe ich mich als Kind nur für den NES interessiert, anstatt an seriösen Artikeln für renommierte Magazine zu schreiben? Vielleicht hatte ich auch einfach kein gescheites Netzwerk.

    Noch ist alles beunruhigend leer, die einzige nennenswerte Schlange hat sich vor dem Kaffeeausschank gebildet. Ganze 5 Minuten stehe auch ich an und werde, kaum dass ich das Lebenselixier in den Händen halte, von einem jungen Herrn angesprochen. Wieder altere ich gefühlt um 5 Jahre, als er mich augenscheinlich alte, weise Frau um Pressetipps bittet. Während ich die Fragen denkbar fachmännisch beantworte, beschließe ich, das schwarze und wohl viel zu seriös wirkende Hemd, das ich trage, in den hintersten Teil meines Kleiderschrankes zu verbannen. Kaum ist der erste, sehr nette Kontakt geknüpft und der Kaffee eingeflößt, widme ich mich der eigentlichen gamescom.

    Eine für meine Greisenhände viel zu schwierige Partie Cuphead verliere ich gemeinsam mit einer Bloggerbekannten – optisch ein unheimlich interessantes Indiespiel, das mich auf der E3 bereits sehr beeindruckt hat, spielerisch jedoch zumindest an der Anspielstation meinem Anspruch nicht gerecht wurde. In der Zwischenzeit ist es merklich voller geworden, ich gehe an meterlangen Schlangen vorbei und falle Thorben in die Hände.

    (frei nach Thorben, Mitte 20) Unverschämt, wirklich unverschämt! Ich stehe schon 20 Minuten hier bei Bethesda an! Dabei bin ich von der Presse! Dass die einen so abspeisen, ist unfassbar! Es ist doch Fachbesuchertag und trotzdem sind so viele Leute da, ist das denn zu fassen?! Was machst du denn hier überhaupt? Ah, du bist Bloggerin? Und wegen sowas bekommt man einen Presseausweis?!“

    Als ich ihn frage, ob er denn Termine mit den Publishern vereinbart hätte, sieht er mich erst verständnislos und nach meiner Erklärung beschämt an. „Ach so“, nuschelt er in seine drei Barthaare, „Das wusste ich nicht.“ Obviously. Ich gebe ihm beschwichtigend lächelnd einen Fastpass von mir und flüchte zu Frank. Der gute Herr Sirius, seines Zeichens Senioren-YouTuber, hat bei Ubisoft einen unfassbar anstrengenden Job zu erledigen. Theroretisch. Praktisch sitzt er twitternd vor dem Stand und grinst mich breit an, als er mich trotz seriösem Hemd endlich erkennt. Kurz zeigt er mir seine Briefmarkensammlung seinen Arbeitsplatz. Diese Begegnung beschafft mir wertvolle Moralpunkte – die ich gar nicht gebraucht hätte, denn schon bald treffe ich meinen Lieblingsnerd Thilo und meinen Lieblings-Conpartykollegen Basti. Videospiele? Nein, im Fokus steht nun erstmal das Zusammentreffen und gutes Bier. Nämlich Kölsch. Gemeinsam hüpfen wir händchenhaltend durch Regenbögen und über die gamescom, Thilo besiegt mich bei meiner ersten Partie Hearthstone und nach einem kleinen Bloggertreffen und Sichtung der Besucherhallen finden wir uns an einem Bierstand wieder. Die Sonne scheint uns in den Nacken, wir plaudern über Videospiele und Satansbraten, genießen unsere seit Jahren währende Confreundschaft (♥)und trennen uns letzten Endes im Guten.

    GamescomBier

    Das Freunde treffen – Freunde, die man nur oder besonders auf Conventions antrifft, da sie viel zu weit entfernt wohnen – ist das, was bei vielen der Hauptgrund ist, zur gamescom zu kommen.

    (frei nach Hasan, Anfang 20) Ja klar, Spiele kann man hier kaum gucken. Da sieht man eh nur Trailer und so. Nein, ich treffe hier meine Battlefield-Community und hoffe, dass ich Gleichgesinnte treffen kann! Man kommt einfach eh sehr gut ins Gespräch, weil alle das gleiche Interesse haben! Und was spielst du so?

    Auch die YouTuber, die ich hier ab Donnerstag treffe, halten kaum nach Spielen Ausschau. Die What’s App-Gruppe ist da im Einklang: „Äh, Podcast über die gamescom? Naja also, ich habe halt kein Spiel gezockt und kann nichts darüber sagen… aber so generell über die gamescom: Kein Thema!“ Sehr verständlich, ist die Messe doch ein wunderbarer Ort, um sich auszutauschen, ein Grund, mehrere hundert Kilometer zu fahren und Hotels zu buchen. Es ist ein Videospiel-Ball, getanzt wird auf dem Gamerparkett, die Luft ist geschwängert von glühenden Pixeln und dem ein oder anderen Eau de Gameu.

    gamescom 2015aDen relativ leeren Mittwoch habe ich genutzt, gamescom-Luft zu schnuppern, mir einen Überblick zu verschaffen und Fotos zu schießen. Nur einen einzigen Termin habe ich mir an dem Tag gesichert: Blizzard. Die folgenden Tage sind deutlich terminlastiger: Daedalic, EA, Warhorse Studio, CCP, um nur ein paar zu nennen. Wie gut klimatisiert diese Räumlichkeiten doch sind, wie entspannt die Leute, die sichtlich aufatmen, sobald sie aus dem Dunstkreis der Entertainment- und in die erfrischende Oase der Business Area treten. Hier treffe ich auf größtenteils gut gelaunte Spieleentwickler, die ihre Spiele anpreisen als handle es sich um frisch geschlüpften Küken. Hier erfahre ich aus erster Hand von dem Kampfsystem von Kingdom Come: Deliverance und erliege bei einer Partie Back to Dinosaur Island meiner Höhenangst. Gestützt durch VR, klettere ich an einer Felswand hoch, lobe in blumigen, lieblichen Worten („Hey! I love that Dinosaur Shit on the rock!“ – „Hehe, that’s the best comment so far!) die detaillierte Grafik des Spiels und stelle am Ende fest, dass ich auch gerne so eine Oculus Rift zu Hause hätte. Mehr zu den ganzen Spielen werde ich im Lauf der nächsten Tage schreiben. Keine Sorge: Ich habe in den Messehallen nicht nur Champagner geschlürft und mich auf Normaltemperatur klimatisieren lassen, sondern werde die Eindrücke von den Spielen tatsächlich im Laufe der Woche auch niederschreiben.

    Es folgen ein sehr interessantes und gesprächiges Bloggertreffen, ein YouTuber-Sehen-und-bei-den-meisten-vor-allem-Gesehen-Werden, sehr viele andere, kleinere Treffen, zu viele Parties, viele, viele Spiele und noch mehr YouTuber.

    (frei nach Luisa, fürimmer20) Ich freue mich so auf Gronkh! Gronkhgronkhgronkh! GRONKH!

    Böse Zungen munkeln, die gamescom verkomme zu einer YouTuber-Show und ziehe kleine Kiddies an, die von Spielen eigentlich keine Ahnung haben. Den Internetstars wird im wahrsten Sinne des Wortes eine Bühne gegeben und viele fordern ihre Fans vorab dazu auf, doch zur Messe zu kommen, um sie dort zu treffen. Ist das verwerflich? Was kann so schlimm daran sein, Menschen die gamescom – und somit Videospiele – näher zu bringen? Es gibt ein festes Kartenkontingent, ist dieses erschöpft, gelangt erstmal niemand mehr auf die Messe. Ob nun Stars anwesend sind, oder nicht.

    Freizeit. Die gamescom bietet neben Trailern und kurzen Anspielsessions auch ein Ambiente, das für sich spricht. Seien es Konzerte wie das von Jan Hegenberg, die Fanaktionen wie Cosplays und Treffen, die vielen Events wie das Last Man Standing oder andere Bühnenshows. Man kann solch eine Messe, die – nicht immer nur auf positive Weise – auf Superlative setzt, nicht auf den reinen Publisheraspekt reduzieren. Nicht mehr. Die Besucher strömen nicht mehr ausschließlich dort hin, um Spiele anzuzocken.

    Mein Fazit

    Mir persönlich geht es sowohl um die Spiele, als auch darum, Freunde, Bekannte und Menschen mit den gleichen Interessen zu treffen. Ich habe unglaublich viele Spiele gesehen und angespielt und mich mit Entwicklern unterhalten. Doch für die breite Masse ist es vermutlich mehr ein Treffen, ein Gamerfestival. Man hat gemeinsam Spaß am Hobby, hier ist man unter Gleichgesinnten und die Stimmung finde ich hervorragend. Wo sonst kommt man so schnell mit Gamern ins Gespräch, in dem beruhigenden Wissen, dass der Gegenüber zumindest eines deiner größten Hobbys teilt? Die Atmosphäre ist entspannt, durchbrochen vielleicht von „Uuh ist das heiß!“ und „Uuh ist die Schlange lang!“-Rufen, doch letztlich hört man auch immer wieder Liebesgeschichten von Männern, die ihren besten Freund in der „Jahrhundertschlange von AAA-TitelXY“ kennengelernt haben.

    Die gamescom schweisst irgendwie zusammen. Manchmal leider auch im wörtlichen Sinne. Aber ich, ich habe in diesem Jahr fast ausschließlich die positiven Aspekte dieser Zusammenkunft erfahren.

    Danke an alle, die ich getroffen habe und für die schöne Zeit, die ich mit euch auf der Con und den Parties hatte! Es waren viele, so viele und ich habe mich über jeden einzelnen sehr gefreut! Doch wenn ich versuchen würde, jeden aufzulisten, würde ich immer Vereinzelte vergessen und das möchte ich auf keinen Fall riskieren! Fühlt euch alle geherzt und gedrückt! :)Gamescom

    Gamescom Tag1


  12. 17. Juni 2015 | Veröffentlicht unter Gaming, Gamingdiskussionen.

    Schwarze Charaktere in Videospielen

    Von

    Schlicht die Darstellung schwarzer Charaktere in Videospielen über die Jahre hinweg. Von den Anfängen als Sport- und Fightcharaktere bis zum heutigen, vielschichtigen Charakter. Welche waren die ersten, welche Diskussionen entstanden jüngst?

    Mir war es wichtig, relativ neutral am Thema zu bleiben und die Dinge beobachtend darzustellen. Diskussionen führen kann und werde ich an anderer Stelle.

    Quellen: http://de.wikipedia.org/wiki/Demografie_Japans
    http://www.laenderdaten.de/bevoelkerung/ethnien.aspx
    http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_black_video_game_characters
    http://www.bpb.de/politik/extremismus/rechtsextremismus/41722/kleiner-formulierungs-ratgeber-fuer-journalisten
    Buch: Ultimate History of Video Games. Affiliate Link: http://amzn.to/1eXBlIb
    Children Now, Fair Play? Violence, Gender and Race in Video Games (2001)
    http://steamed.kotaku.com/rust-chooses-players-race-for-them-things-get-messy-1693426299
    und diverse Websites von Publishern, einige Let’s Plays und eigene Spielerinnerungen

  13. 12. Juni 2015 | Veröffentlicht unter Gaming, Gamingdiskussionen.

    „Fick dich mit deiner Diversität“ – Nope.

    Von

    Es kommt sehr, sehr selten vor, dass ich so etwas wie „Hate“ zu spüren bekomme, doch wenn mir mal eine derartige Nachricht ins Postfach flattert, hat sie es in sich. Diese Nachricht ist bereits ein paar Wochen her, sie hat mich zum Nachdenken verleitet und mich letztlich hier und jetzt dazu bewogen, ein paar Takte dazu zu schreiben. Öffentlich, da es ein Thema ist, das viele interessieren sollte.  Hier ein paar Auszüge aus der Mail, die ich „Schlampe“  ausnahmsweise veröffentliche. Anonym bleibst du dennoch, keine Sorge.

    Was juckt mich die Diversität? (…) Ständig heult ihr jämmerlichen Fotzen deswegen rum, habt ir keine echten Probleme?? Dass sind UNSERE games und die anderen können sich ihre schwulen, schwarzen und tussigen Charas sonstwohinstecken! games haben dunkelblonde Männer und das ist gut so! (…) wegen schlampen wie euch wird nur noch deswegen rum geheult statt an WIRKLICHEN Problemen, die die Games Industry hat, gearbeitet! (…)

    Ich erspare meinem Blog (ach dieses arme Hascherl, es ist doch noch ein Baby und darf solche Wörter noch nicht hören!) jetzt noch die sexistischen und vor allem rassistischen Beleidigungen, die da gefolgt sind und belasse es bei einem: Es wurde nicht netter. Im Gegenteil.

    Das Thema „Diversität in der Popkultur“ halte ich für ein sehr wichtiges Thema. Es ist (mir) wichtiger als das schnelle Posten eines Trailers, die in der Masse der Newsmags ganze Timelines lahm legen, es ist (mir) wichtiger als die Hurra-Rufe, die erklingen, sobald ein Schauspieler einen Zeh in ein Franchise setzt und es ist (mir) wichtiger als jede Diskussion über DLCs,  pay to win und den Sinn und Unsinn von irgendwelchen Youtube-Netzwerken*. Warum? Weil es unsere Gesellschaft betrifft, nicht nur mich oder dich, sondern auch jenen, den du vielleicht gerade nicht siehst. Es ist ein Thema, das nicht so offensichtlich ist wie Gewalt oder das Geld, das man für ein unfertiges Spiel ausgibt und gerade deshalb ist es meines Erachtens nach wichtig, es anzusprechen.

    Seien es schwarze, schwule, hermaphrodite, junge, alte, dicke oder meinetwegen pink-blau karierte Charaktere in Videospielen, Serien und Comics (Ja, Verzeihung, jetzt hätte ich fast den Film vergessen und diskriminiert! Sorry, kommt nicht wieder vor.), viele sind unterrespräsentiert oder in einer Form dargestellt, die nach einer Überarbeitung verlangt. Kaum spricht man über Rassismus, Sexismus und Kariertismus (aka Platzhalter für jegliche andere „-ismen“), werden ringsherum die Augen verdreht oder, wie oben erwähnt, erboste Mails geschrieben. Schreibe ich provokante Mails, weil wieder jeder Gamingjournalist gedankenlos dieselbe News raushaut und meinen Feedreader damit zuspamt?

    Ein Thema anzusprechen, es vielleicht sogar neutral zu besprechen wie ich es damals bei meinem Video über Homosexualität in Videospielen gemacht habe und das dem Mailschreiber wohl mit als Aufhänger diente, ist kein „Rumheulen“. Zumindest nicht automatisch, ich möchte und kann nicht ausschließen, dass deswegen irgendwo „herumgeheult“ wird. Unser Blick ist besänftigt von weißen, heterosexuellen Männern, wir kennen es nicht anders, wir haben genau das jahrelang am Frühstückstisch sitzen gehabt. (Obwohl, nein, ich nicht. Ich bin schon sehr lange Halbwaise. Oder auch: Das „wir“ ist selbstverständlich ein rhetorisches Mittel und kein Fakt.) In Rollenspielen gibt es seit Jahrzehnten Charakterportraits, die uns ähneln. Weiß, blond. Die Nordlandtrilogie kannte keine schwarzen Charaktere. In Aventurien gibt es „Mohas“, es sind „Wilde“. Ich habe es als Kind nie hinterfragt, „der Schwarze“ war für mich weitestgehend fremd und weit entfernt. Nicht nur, weil es in unserem Dorf keine Schwarzen gab. Sondern auch, weil ich selten welche gesehen habe – im Fernsehen, in Computerspielen, in Serien. Und wenn doch, so waren es oftmals Karikaturen, Witzfiguren und flache Stereotypen. Der Schwarze in einer Serie? Es kann nur einen geben! Zumindest oft. Ähnliches gilt natürlich nicht nur für andere Ethnien.

     

    Seitdem hat sich etwas geändert, auch weil darüber gesprochen und debattiert wurde. Der gemeinsame Horizont wurde ein wenig erweitert, nicht durch aktive Gesetzesentschlüsse oder große, einmalige Taten, sondern durch kleine Aktionen, ein Raunen, das durch die Gesellschaft geht oder schlichtweg die Tatsache, dass man „mehr“ sieht. Aber noch längst nicht genug. Dir ist es vielleicht egal, ob sich die lesbische Julia, der Japaner Akiyama oder der Jamaikaner Hubert lieber von lächerlichen Abziehbildchen, oder von Menschen repräsentiert fühlen will. Dir ist es vielleicht egal, ob das Bild einer anderen Gesellschaft falsch dargestellt wird. Aber deine Ignoranz ist ebenso wenig Maßstab wie mein Wunsch nach mehr Vielfalt. Ich klette es dir nicht an die Hauswand, ich bespraye nicht dein Auto und ich wedle auch nicht mit meinen ohnehin nicht existenten Flyern vor deiner Nase herum. Ich bin keine Retterin der armen Schwarzen oder Homosexuellen, das können sie sicher auch selber gut genug. Ich rede nur über die Themen** und hoffe, dass es bald kein Thema mehr sein muss.

    *und natürlich gibt es wiederum auch wichtigere Themen als dieses. Zum Beispiel mein Abendessen jetzt gerade.
    **danke für den Anstoß, lieber Mailschreiber, habe lange nicht mehr so ein Video gemacht. Folgt bald. Bitte, gerne.

     


  14. 2. Mai 2015 | Veröffentlicht unter Gaming, rund um Gaming.

    Great Games 1994 – 2004: Eine Zeitreise

    Von

    Wenn sich neun (Gaming)Youtuber unter 50* zusammentun, um gemeinsam an einem Videoprojekt zu arbeiten, kann das nur eines bedeuten! Seriosität? Unfassbar professionell gestaltete Starfilme mit drölfzig oscarverdächtigen Special Effects? Kekse? Nein! Vielmehr kleine Videos voller alberner Anspielungen, Seitenhieben und Spaß! Und Peniswitzen. Logisch. Worum geht’s überhaupt genau?

    Wir stellen Spieleperlen vergangener Jahre vor, wobei jeder von uns ein Jahr bearbeitet und dabei die Hilfe von zwei Schergen bekommen hat. Ein Spaß für die ganze Familie also! Zumindest zu großen Teilen. Dabei sind neun Videos entstanden, die ich euch in der folgenden Playlist einfach mal nahelegen werde. Beginnen wir mit dem ersten Jahr der Liste, dem Jahr 1994, bei dem ich Regie führen und das Skript erstellen durfte.

    Mit dabei: The Final Stage Show  (zuständig für Recherchen und Arch… Moment. Quatsch. Zuständig für das Intro)| The Gamepad Empire | LetsGameDev (zuständig für die Transitions und den Intro-Jingle) | Just Platinized | Wackiger Zocken (zuständig für den Titel) | Animatiker | Onkel Schubbi | ProNoob2K | und meine Wenigkeit

     

    *Gibt’s eigentlich Gamingyoutuber über 50? Links, ich brauche Links!

  15. 6. April 2015 | Veröffentlicht unter Gaming, rund um Gaming.

    Deutsche Nichtnazis in Videospielen? Come on….!

    Von

    Ursprünglich hatte ich folgenden Plan: Die Repräsentation von Deutschen in Videospielen darzustellen. Schließlich wohne ich hier. Also in Videospielen, nicht in Deutschland, versteht sich. Nur leider wurde das dann ziemlich fad – es werden meines Erachtens nach einfach zu wenige Deutsche in Videospielen dargestellt, als dass ich da groß eine Geschichte der Repräsentation würde herleiten können. Und den typischen Nazibösewicht haben wir alle bereits gesehen. Wobei ich auch per se nichts gegen diesen Stereotyp in der Popkultur habe, solange nicht Überhand nimmt und es so darstellen lässt, als sei jeder Deutsche ein Nazi. Dass ich für Vielfalt und alle möglichen Graustufen bin, sollte mittlerweile bekannt sein.

    Ein paar einsame Videospielseelen aus Deutschland, die nicht diesem Typ entsprechen, gibt es natürlich dennoch. Und die stelle ich im Video kurz vor. Wobei es davon ab einige Beispiele gibt, bei denen die Herkunft nicht geklärt ist. Ein deutsche erscheinender Akzent alleine sagt nichts aus, zumal der Akzent eines Charakters auch gerne einmal je nach Version oder Autor wechselt oder plötzlich nicht mehr vorhanden ist. Andersherum gibt es sicher auch einige Deutsche, die kaum bis keinen Akzent haben und denen man ihre Herkunft nicht an der Nase ablesen kann.

    Und so bin ich mir auch fast sicher, dass ich den ein oder anderen deutschen Charakter auch übersehen habe. Also los! Welche deutschen Charaktere kennt ihr noch?


  16. 19. Januar 2015 | Veröffentlicht unter Gamesvorstellungen, Gaming, P&P-Adaptionen, Rollenspiel.

    Blackguards 2

    Von

    Genre: Strategie-„Rollenspiel“
    Publisher:
    Daedalic Entertainment
    Developer: Daedalic Entertainment
    Plattformen:
    PC, Mac
    Trailer | Weblink
    Releasedatum: 20.01.’15
    Bestellen bei Amazon


    Story

    Nein, leere Versprechungen sind nichts, womit man sich Freunde macht. Das bekommt auch Hexe Cassia zu spüren, die eines weniger schönen Tages von Marwan gefangen genommen und in ein karges Verlies gesteckt wird. Ausgerechnet von Marwan, seines Zeichens nun Herrscher von Aventuriens Süden -und ihr einstiger Ehegatte. Lange, zu lange muss sie im Verlies harren, bar jeden Sonnenstrahls. Der Gefängniswärter bleibt lange Zeit ihr einziger Gesprächspartner, doch zum Glück findet sie im Laufe der Monate einen weiteren: Sich selbst. Nicht nur der mangelnde Luxus, auch die Corapien, die dort hausenden Spinnen, setzen Cassia zu. Deren Gift zieht entweder den Körper, oder den Geist in Mitleidenschaft, allerdings scheinen sie sich bei Cassia nicht so ganz einig darüber zu sein, was von beidem ihr eigentliches Ziel ist.

    Nach den Jahren der Gefangenschaft, mit dem Buch über die Herrschaft von Dexter Nemrod im Gepäck, das sie in den Tiefen des Verlieses gefunden hat, gelingt ihr das schier Unmögliche: Sie bricht aus. Der Wunsch nach Vergeltung und Macht, der Wunsch, selber die Herrschaft an sich zu reissen und auf dem Haifischthron Mengbillas zu sitzen, hat sich mittlerweile in ihren Geist gefressen. Mit Hilfe der letzten Überbleibsel der Bezwinger der Neun Horden macht sie sich auf, Sklaven und Söldner um sich scharend, um Land und Städte zu erobern. Und letzten Endes Marwan zu stürzen und selber de Thron zu besteigen.

    [Wem mehr als 200 Wörter zu viel sind, kann sich auch den Rezensions-Quickie ansehen ;) ]

    Backguards

    Kennt man bereits den ersten Teil, wird man von dem Nachfolger nun nicht überrascht werden. Blackguards 2 ist ein verbessertes Blackguards 1 mit anderer Storyline – was nichts Schlechtes ist. Der Namenlose liegt bekanntlich im Detail und genau an diesen Details wurde gearbeitet. Auf die genauen Unterschiede und Verbesserungen werde ich am Ende nochmal eingehen, die folgenden Absätze gebühren jedoch dem Spiel an sich, sodass auch Neueinsteiger lesen können, worum es geht. (Denn ich bin mir sicher, dass zumindest unter meinen Stammlesern nur die wenigsten Blackguard gespielt haben. Ich kenne doch meine Pappenheimer!) Denn ja, man muss den ersten Teil nicht zwangsläufig gespielt haben, um den zweiten verstehen und mögen zu können. Schaden tut dies jedoch keinen Fall, da das ein oder andere Wiedersehen mit alten Charakteren wie Takate und Zurbaran alles andere als kurz ausfällt, da sie zu den „Vertrauten“ Cassias zählen werden.

    Gameplay

    Von Daedalic erwartet man Point&Click Adventures mit ausgereiften Geschichten. Das bekommt man hier nicht. Rund um die Protagonistin entfaltet sich zwar ein düsteres, schmutziges Abenteuer, in dem man seine Mitstreiter, deren Persönlichkeiten, Stärken und Schwächen kennenlernt, doch das Hauptaugenmerk liegt definitiv auf dem taktischen Kampf. Überraschung, schließlich möchte man Aventuriens Süden kämpfend erobern und nicht bei einer Tasse Tee, indem man mit einer Kombination aus Zucker und der Gartenerde aus der zuletzt besuchten Szenerie den König verführt.

    Das eigentliche Spiel beginnt nach der Zeit im Kerker – dem Tutorial. Rasch hat Cassia ihre Verbündeten beisammen, sodass man sich zwischen kurzen Ruhepausen in Städten oder dem Lager auf das Wesentliche konzentrieren kann. Der Weg führt über die Map, auf der man sein nächstes, zu eroberndes Ziel aussuchen kann, wobei man auf Anhieb sowohl den Schwierigkeitsgrad der jeweiligen Schlacht, als auch die „Beute“ unter dem hübsch drapierten Namen der Stadt ersehen kann. „Beute“: Das sind hier Verbesserungen, die die Söldner durch die Eroberung der Stadt erhalten oder auch bspw. Waren. Nicht jeder Ort muss besucht werden und schon gar nicht in irgendeiner bestimmten Reihenfolge. Doch Vorsicht: Marwan sitzt keineswegs bärtchenzwirbelnd auf seinem Thron, sondern schickt sich auch seinerseits an, die Städte auch zurück zu erobern. Hier gilt es nicht nur, anzugreifen, sondern notfalls auch zu verteidigen, wobei einem in diesem Fall noch mehr Features zur Verfügung stehen, indem man als Verteidiger einige Fallen und Objekte auf das „Schlachtfeld“ stellen kann.

    Blackguards 3

    Der Kampf

    A propos Schlachtfeld: Es gibt nicht „das Schlachtfeld“. Jedes ist nicht nur optisch anders designed, auch Aufgabenstellung und Schwierigkeiten im Gelände wechseln. Wo man bei der Eroberung der einen Stadt vielleicht noch relativ stumpf von A nach B geeilt ist, um die hinter Barrieren hockenden Bogenschützen zu töten und die Map schlussendlich klassisch zu erobern, muss man bei der Übernahme der nächsten Ortschaft möglicherweise weitaus mehr auf die Landschaft an sich, denn auf die Gegner achten. Sich intervallartig auslösende Fallen gilt es, zu umgehen (und sich deren Reihenfolge zu merken) und Schalter im richtigen Moment zu betätigen. Dass unterschiedliche Gegner – Kreaturen wie Menschen – auch unterschiedliche Angriffe, Spezialattacken und auch Taktiken haben, ist dabei schon obligatorisch.

    Mit einigen Objekten, die auf dem Feld verteilt sind, kann man interagieren: Fässer können umgestoßen, Öllachen in Brand gesteckt oder Alarmglocken betätigt werden. Das verschafft einem mitunter zwar Dank der neu gewonnenen Barriere Zeit, kostet allerdings auch eine wertvolle Aktion. Planung ist unglaublich wichtig und für jede Map muss man anders planen, sich eine andere Taktik überlegen. Gehe ich in die Defensive oder den Angriff? Wie viele Hexfelder sollte ich gehen, welchen Helden setze ich vielleicht ab und welche Art von Söldner nehme ich mit? Die Qual der Wahl macht das Spiel so frei und interessant! Der Schwierigkeitsgrad schwankt. Viele Kämpfe finde ich äußerst moderat gehalten (vielleicht habe ich auch einfach zufällig exakt passend geskillt), während andere, gerade jene in denen es um zeitliche Abstimmung, Schalter und Fallen geht, haben mich zum Haareraufen gebracht. Längst nicht jeder Kampf bringt beim ersten Versuch gleich den Sieg! Ich habe bei mindestens zwei Kämpfen geschimpft wie ein Bauarbeiter! Es hat aber auch nur ein einziger Angriff für mich gefehlt! Oder ein Hexfeld! Oder ein… Verdammt nochmal! Aber das ist gut! Es fordert und bei einem letztendlichen Sieg ist man nicht nur froh, sondern auch ein bisschen stolz.

    Faramud

    Die Charaktere

    Nicht nur die einstmals schöne Cassia steht im Fokus, sondern vor allen Dingen auch die drei einstigen Blackguards Zurbaran, Takate und Naurim. Charaktere, die nicht nur interessant aussehen, sondern trotz Schwerpunkt auf den Kampf auch eine Charakterzeichnung erfahren, die nicht so oberflächlich ist, wie man vielleicht erwartet. In den Ruhepausen am Lager erfährt man das ein oder andere aus ihrer Vergangenheit und kann es vielleicht sogar für sich nutzen. Denn das, was man erfährt, erfährt man keinesfalls nur aus Spaß. Nein, erzürnt man einen der Mitstreiter, kann es üble Folgen haben. Etwa dann, wenn einer plötzlich nicht mehr mitkämpfen möchte. Man sollte die Moralvorstellungen des Einzelnen schon im Auge haben, da Cassias Handeln durchaus Konsequenzen hat.

    Das Foltern der Gefangenen kann Informationen entlocken, allerdings auch auf eine komplett falsche Fährte locken. Glaubt man den Worten des Inhaftierten? Oder hakt man lieber nochmal nach? Je nach dem gestaltet sich der Kampf an dem Ort, auf den sich das Verhör bezieht, auch anders. Hintereingänge können entdeckt, auf Waffenarsenale aufmerksam gemacht werden oder man erhält anderweitig Vorteile. Die Interaktion mit den Charakteren lohnt also auf jeden Fall. Zwar kann nicht die Tiefe eines Adventures oder „echten“ Rollenspieles erreicht werden, doch ist es definitiv gut genug, um einen wunderschönen Rahmen für die Kämpfe zu geben. Die Gruppe aus Antihelden ist ganz nach meinem Geschmack, die immer weiter dem Wahnsinn anheim fallende Protagonistin (oder aus Sicht der Bevölkerung sicher auch Antagonistin…) interessant genug, um instant auf meiner persönlichen Rangliste der coolsten Videospielcharaktere auf einen recht hohen Platz zu klettern.

    Letztlich ist natürlich noch das Rollenspielelement zu erwähnen: Natürlich kann man seine Helden auch skillen, wobei seitens Daedalic betont wurde, dass man sich nicht, wie manche am Vorgänger bemängelten, verskillen kann. Cassia an sich ist darüber hinaus zwar eine Hexe, doch kann man sie auch problemlos zur Kämpferin ausbilden. Was ich als Kriegerfan natürlich sofort getan habe! Das Eigenschafts- und talentsystem basiert auf dem des Schwarzen Auges, wurde jedoch vereinfacht und etwas umgeändert, um einen guten Spielfluss auch im Kampf zu gewährleisten. Was, finde ich, erreicht wurde.

    Black

     Grafik und Sound

    Blackguards 2 punktet für mich umso mehr in den Zwischensequenzen. Gerade zu Beginn noch ausformuliert, mit leicht bewegten Bildern ausgestattet, wird sich im Laufe des Spiels zwar auf skizzenartige Einzelbilder beschränkt, doch vermögen sie es Dank des sonoren Erzählers, die Stimmung perfekt einzufangen. So wirken die Kämpfe und das Geschehen um Cassia episodenartig eingebettet in eine Geschichte, deren weitere Verlauf mir absolut nicht egal ist.

    Die Dialoge sind durchweg vertont, wobei die Sprecher einen sehr guten Job erledigen. Teilweise in Nuancen merkt man auch an dem bloßen Tonfall Cassias, wie sich ihr Zustand von Schlacht zu Schlacht verändert. Auch der Soundtrack weiß zu überzeugen, ist weder aufdringlich, noch zu nichtssagend. Die Grafik innerhalb der Kämpfe ist nicht neu, nicht innovativ oder besonders großartig und wohl das Element, das für mich wenigsten Beachtung verdient.

    Vergleich mit Blackguards 1

    Details wurden geändert, vieles, wie auch das Talentsystem, wurde übersichtlicher gestaltet und leicht vereinfacht, im Gesamten setzt man jedoch auf Altbewährtes. Die Entscheidungen spielen mehr in die Geschichte ein, als es zuvor der Fall gewesen war. Auch erscheint es mir mit weniger Bugs ausgestattet zu sein. Wesentliche Neuerung jedoch stelle das Ausdauersystem, sowie die zahlreichen Deckungen dar, hinter denen man sich vor Fernkampfangriffen verstecken kann. Magielosen Helden steht nun die als Astralenergie-Äquivalent Ausdauer zur Verfügung, sodass auch sie mit ihren Spezialfertigkeiten sparsam und taktisch umgehen müssen, statt sie wie wild benutzen zu können. Weitere Änderungen wie jene, dass man die Einheiten vor dem Kampf manuell positionieren kann, machen das ganze rund und auch verdammt viel Sinn! Leider ist es noch immer so, dass man teilweise zehnmal klicken muss, um bestimmte Objekte anvisieren zu können, was mir gerade bei Hebeln und großen Chimären aufgefallen ist.

    Fazit

    Ich sag’s mal so: Ich hatte am Wochenende so viel machen wollen! Das Wohnzimmer sollte aufgeräumt, mein Roman weiter geschrieben und eine Serie zu Ende geguckt werden. Stattdessen habe ich gezockt. Es macht süchtig! Ich will weiter kämpfen. Kämpfen? Ach was! Erobern! Blackguards 2 macht meistens Spaß – nur dann nicht, wenn man an einem Kampf schier verzweifelt und es für „Verfickt nochmal unmöglich das zu schaffen!!!ölf“ hält. Doch hat man den jeweiligen Dreh erst raus und den Sieg am Ende in der Tasche, verfliegt der Ärger sehr schnell. Wie oben bereits geschrieben, fordert es einfach sehr.

    Ich mag die Geschichte sehr, ich favorisiere ohnehin die Antihelden und sympathisiere auch hier mit den Charakteren. Natürlich hat das Spiel auch schwächen. Gerade dann, wenn man den Kampf längst für sich entschieden hat – sprich keine Gegner mehr auf dem Gelände sind – aber dann dennoch noch mit der ganzen Truppe quer über das gesamte Areal laufen muss, um zum Zielfeld zu kommen, ist es doch ziemlich zäh. Da darf der Kampf auch gerne sofort als geschafft gelten. Viel zu bemängeln habe ich davon ab nicht. Kleinere Fehlerchen hier und dort haben sich eingeschlichen wie besagtes Zielfeldproblem.  Zudem finde ich es sehr schade, dass man die Kamera nicht drehen kann, was manche Kämpfe dezent unübersichtlich macht, aber viel schmälern tut dies den Gesamteindruck nicht.

     


  17. 10. Januar 2015 | Veröffentlicht unter Gaming, rund um Gaming.

    Homosexualität in Videospielen

    Von

    Ein kleiner Rundumschlag in den bunten Bereich des Gamings: Den homo- oder bisexuellen Charakteren in Videospielen. Nein, Transgendercharaktere sind für mich ein eigenes Thema, daher habe ich diese außen vor gelassen. Natürlich ist es nicht vollständig – dann wäre das Video keine zehn Minuten, sondern zehn Stunden lang geworden. Gerne dürft ihr natürlich um eure Meinung ergänzen, ich habe versucht, weitesgehend objektiv zu bleiben und in keine allzu ausschweifende Meinungsäußerung bzw. Verurteilung (der Darstellung homosexueller Charaktere in früheren Jahren) zu verfallen.


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  18. 5. Dezember 2014 | Veröffentlicht unter Gamesvorstellungen, Gaming, Rollenspiel.

    DSA? Skilltree Saga

    Von

    Ein neues Spiel in der Welt des Schwarzen Auges!

    Ob man das Spiel nun als Elf, menschlicher Krieger oder zwergischer Geoden-Händler beginnt: Die Story ist stets die selbe. Die holde Maid Emily, ihres Zeichens Tochter des Grafen Greifentreu, wird von natürlicherweise garstigen Orks bzw. dem schwarzen Ritter aus der größten Stadt des Reiches Greifenfurt entführt. Man selber eilt nun, ganz aventurische Heldengestalt, zur Rettung – und prallt am ersten Goblin ab, der einem in den Wege tritt. Zum Glück ist ein hilfsbereiter Elementarritter zur Stelle, der den Helden mit Hilfe eines Göttertrankes zu neuem Leben erweckt und den Geoden/Elfen/Krieger kurzerhand zu einem Elementarritter ausbildet, damit der schwarze Ritter besiegt und Emily gerettet werden kann.

    Diese Elementarritter sind wundersame Gestalten Aventuriens, über deren Fähigkeiten nur die wenigsten wissen. Ja, da dürfte selbst der erfahrenste DSA-Spieler eine Wissenslücke zugeben müssen. Und da dieses Wissen so geheim ist, ist der Lehrmeister gerne bereit, es einem dahergelaufenen Tunichtgut zu vermitteln und dafür sogar Jahre der Knappschaft zu überspringen. Denn wie wir alle wissen, sind die Wälder und Dungeons Aventuriens nur so gespickt von schröcklichen Monstern wie lebendigen Kanonenkugeln, bösartigen Teddybären und Schleimblobs.

    elementarritterAuch sonst wurde viel Wert auf aventurische Authentizität gelegt. Wunderbrunnen, die einen zu heilen vermögen, stehen an jeder dritten Kreuzung, zwielichtige Goblinhändler tauschen Geld gegen Ware und bieten sogar die allseits beliebte Goblinversicherung an, die im Falle eines frühzeitigen Ablebens den Besitz der erbeuteten Wunderwaffen sichert. Dass der Elementarritter hin und wieder Praios anruft, hätte man zur allumfassenden Immersion in das Reich des schwarzen Auges gar nicht mehr benötigt! Hach! Diese unvergleichliche Tiefe in der Erzählung, die wunderbar gezeichneten Charaktere, die liebevoll kreierten Kreaturen…

    Das Gameplay

    Gut, ihr habt es vermutlich bereits vermutet: Nein, mit DSA hat es eigentlich nichts zu tun und es verwundert doch, dass die Lizenz offenbar so einfach vergeben werden kann. Ist es trotzdem ein gutes Spiel? Dazu direkt anknüpfend eine nächste Frage: Mochtet ihr Shakes&Fidget? So ähnlich spielt es sich und reicht auch in Sachen Humor ganz an dieses Browsergame heran. Denn ja: Ich habe mich mitunter köstlich amüsiert! Ob der Humor freiwillig und geplant war, kann ich natürlich nicht sagen, doch wenn der Elementarritter bei der Ausbildung unbeeindruckt von „Skill“ und „Inventar“ spricht und darauf verweist, doch etwas anzuklicken – und das alles in character – hat das schon seinen ganz eigentümlichen Reiz.

    Es gilt, Ausrüstung zu sammeln und durch Areale zu streifen, die in verschiedene Ebenen unterteilt sind. In jeder zehnten Ebene – also nach neun kleinen Kämpfen – erscheint ein Boss, der stärkere und mannigfaltigere Fähigkeiten als ein ordinärer Mob besitzt. Viel tun muss man bei den automatischen Kämpfen nicht. Vor Kampfantritt wählt man die Fähigkeiten und die Reihenfolge derer aus und kann dabei bei gewissen Monstern auch eine Art Taktik wählen. Weiß man etwa, dass sich die Spinne in der zweiten Kampfrunde hochseilt, wählt man im zweiten Slot eine Fähigkeit, die die Spinne trotz ihres Versteckspiels trifft. Stirbt man, verliert man übrigens die in dem Gebiet gesammelte Ausrüstung. Es sei denn – Ha! – man hat die Goblinversicherung abgeschlossen!

    Es ist schwierig, dieses Spiel zu bewerten. Aus DSA-Spielersicht ist es eine Farce und aus PCGamersicht mindestens ein Fragezeichen wert. Spielt man jedoch gerne Browsergames, Spiele, die man neben dem Fernsehen, dem Essen oder während einer Achterbahnfahrt spielen kann, der wird vielleicht seine Freude daran haben. Ich persönlich finde den bei Amazon veranschlagten Preis von fast 20€ absolut nicht gerechtfertigt. Bei Steam bekommt man es derzeit für knapp 9€. Passender allerdings würde ich es als das finden, was es in meinen Augen ist: Ein schlichtes Browsergame. Dann allerdings wäre es nicht schlecht… wenn man das „DSA“ streicht.

    Entwickelt wurde es von Silent Dreams, veröffentlich von Headup Games und den offiziellen Trailer könnt ihr euch hier ansehen.

    skill


  19. 8. November 2014 | Veröffentlicht unter Gamesvorstellungen, Gaming.

    [Rezension] Randal’s Monday

    Von


    Genre: Geek-Adventure
    Publisher:
    Daedalic Entertainment
    Developer: Nexus Game Studios
    Plattformen:
    PC, Mac
    Trailer
    Releasedatum: 12.11.’14
    Amazonlink


    Ein Ring, ihn zu verfluchen, alle Items zu finden, in den Montag zu treiben und dort ewig zu binden. Im Lande der Geeks, wo die Rätsel droh’n.

    Randal ist ein egozentrischer, soziopathischer Kleptomane – ein klassischer Unsympath also, den man in diesem Adventure aus der Bredouille ziehen muss. Er nämlich hat den güldenen Verlobungsring seines besten Freundes gestohlen und anschließend verkauft um endlich seine Miete bezahlen zu können. Daraufhin nimmt sich der bestohlene Freund eines unschönen Montags das Leben. Fortan ist Randal in einer Zeitschleife gefangen, die ihn ausgerechnet den geliebten Montag wieder und wieder erleben lässt, um den Fehler hoffentlich irgendwann wiedergutmachen zu können.

    randals2

     

    Das erste Spiel der spanischen Spieleschmiede Nexus Game Studios ist ein klassisches Adventure, das den Vergleich mit LucasArts nicht scheut, sondern im Gegenteil bewusst forciert – und dabei leider nur verlieren kann.

    Schnell wird deutlich, dass es sich bei Randal’s Monday um ein Spiel handelt, bei dem Gags und Dialoge im Vordergrund stehen. Teilweise so sehr, dass es einen zu erdrücken droht. Die Gespräche sind, obwohl vollgepackt mit zum Teil flachen Witzen und ganzen netten Anekdoten, gerne mal etwas zäh und laden zum Weiterklicken ein. Die Gespräche haben nicht die Tiefe oder den raffinierten Humor eines Monkey Islands und haben zudem im Laufe der Geschichte nichts Neues mehr zu bieten. Alles dreht sich um Randals respektlose Art und die Frotzeleien, mit denen er seinen Mitmenschen begegnet, sowie um Referenzen und Zitate aus dem Geektum speziell der 90er Jahre. Auf Dauer wird es nicht nur zu viel, sondern leider auch etwas langweilig.

    Dieses „zu viel“ gilt leider insbesondere für die Geek-Referenzen. Fast scheint es, als habe irgendwie eine Konfettikanone ausprobiert und statt Konfetti alle möglichen Produkte, Zitate und Personen aus Fantasy, Sci-Fi und Co. hineingestopft. Kaum ein Schauplatz kommt ohne einen Shredderhelm, Gameboy oder irgendein cooles Poster aus. Versteht mich nicht falsch: Ich mag das. Prinzipiell. Doch nicht in dieser schieren Masse. Wenn selbst der Psychiater das Quake-Symbol im Regal stehen hat und die Sci-Fi Convention fast weniger Geekkram vorzuweisen hat als das versiffte Klo einer Kneipe scheint irgendetwas schief gelaufen zu sein. Manchmal ist weniger mehr. Das Spiel ist ein einziger Aha-Moment, der sich auf Dauer abnutzt. Zudem, unter uns gesagt: Raphael (oder Michelangelo… Rot kann schließlich auch verblassen) kämpft nicht mit Katanas.

    Allzu streng möchte ich da aber gar nicht sein. Trotz der Abnutzungserscheinungen sind die ganzen Anspielungen auf Akte X, Zurück in die Zukunft und Konsorten sehr schön anzusehen. Es wirkt schlichtweg ein wenig, als wandle man in einem Paralleluniversum, in dem es die Geeks irgendwie geschafft haben, die Welt zu unterjochen – und das kann ja so schlecht nicht sein!

    8

    Groundhog Day

    Zeitschleifen sind eine wunderbare Sache, können jeoch auch furchtbar schief gehen. Viele Dinge müssen beachtet werden, damit die Story nicht ins Logikloch fällt und gerade bei einem Spiel kann es aufgrund der Items schwierig werden: Verliert man am nächsten Montag das ganze Inventar und muss erneut sammeln gehen?

    Nein, Randal’s Monday löst es simpel und für den Spieler angenehm: Alles, was Randal verändert, bleibt verändert. Auch kann er unter bestimmten Umständen den kommenden Montag sogar verändern, sozusagen in die vergangene Zukunft eingreifen. Einige Dinge ändern sich auch ohne Randals Zutun. So wird eines Montags die Stadt von kleinen, niedlichen Tierchen überschwemmt. Das macht das Spiel nicht unbedingt logisch, aber auf jeden Fall spannend zu spielen. Auch sehr schön sind die verschiedenen Arten, mit denen sich Randals Freund das Leben nimmt. Jeden Tag aufs Neue zum Tatort gerufen zu werden, nur um jedes Mal die gleich zugerichtete Leiche zu sehen und die gleichen Gespräche zu führen, wäre ja auch dezent suboptimal.

    öppöpö

    Gameplay und Rätsel

    Simpel und gut, wie man es von Adventures kennt, zeigt sich das Gameplay. Das Menü ist selbsterklärend und das Inventar… nun, das könnte definitiv aufgeräumter sein und vor allen Dingen wäre es nett gewesen, wenn man ein Objekt nach jedem Kombinationsversuch nicht wieder neu auswählen müsste. Gerade aufgrund dessen, dass die Rätsel und Kombinationen nicht immer logisch sind und man teilweise einige Versuche braucht, um an des Rätsels Lösung zu gelangen, macht das ständige Neuauswählen doch ein wenig träge.

    Wo wir gerade von den Rätseln sprechen: Es geht nicht wirklich um Logik, sondern vielmehr um skurrile Einfälle. Es gibt nur wenige Rätsel, bei denen man auf seine althergebrachte Kombinationsgabe hoffen kann. Man sollte lieber um Ecke denken, sich an Gespräche erinnern und schwarz angehauchten Humor mitbringen. Viele der Rätsel und Gegenstands-Kombinationen sind dabei allerdings immerhin sehr kreativ und es macht Spaß, zu sehen, was mit den Items alles möglich ist und wie Randal letztlich auf die Lösung kommt. Oft sind die Lösungswege allerdings nur über zu viele Ecken zu erreichen. 

    Hilft alles Raten, Kombinieren und Denken nichts, kann man natürlich auch Katzen opfern. Ja, sonderlich tierfreundlich ist weder Randal, noch das Spiel selbst, denn in der integrierten Lösungshilfe bekommt man pro angefragtem Tipp ein Fauchen zu hören: Laut Text hat man irgendwo in der Welt hat man gerade eine Katze getötet. Diese „Tipps“ sind übrigens direkte Lösungen. Schöner wäre es wohl gewesen, hätte man wirklich Hinweise bekommen, statt direkt die Lösung an sich.

    mujmjm

    Grafik und Synchronstimmen

    Wunderschöne Comicgrafik mit klaren Linien, satten Farben und einer unglaublichen Fülle an Details im Hintergrund. Es gibt einiges zu sehen, so viel, dass man einige Minuten nur mit dem Bewundern der Szenerie beschäftigt sein kann. Gerade der Comicladen bietet sich dafür an. Im Hintergrund etwa sind einige real existierende Comics aufgereiht. Wie viele davon werdet ihr wohl erkennen? Leider habe ich es versäumt, einen Screenshot davon zu machen und der Comicladen ist bei meinem Spielstand nicht mehr erreichbar, aber ich kann es gerne mal nachreichen. Erkannt habe ich zwei der Comics nicht.

    In der englischen Tonspur leiht Jeff Anderson (Clerks) Randal seine Stimme, in einer Nebenrolle ist außerdem Jason Mewes zu hören, der, wie auch in mancher Verfilmung, Jay des Duos Jay & Silent Bob spricht. Auch die deutschen Stimme sind längst keine Unbekannten mehr: Assad Schwarz, besser im Ohr als Adam Sandler oder Chris Rock (Randal) und Tobias Meister, der bspw. gerne mal Brad Pitt und Jack seine Stimme verpasst, sind mit von der Partie. Doch was bringen bekannte Namen und Stimmen, wenn sie keine gute Arbeit leisten? Nichts. Zum Glück leisten sie hier jedoch tatsächlich einiges. Die Synchronarbeit ist sehr gekonnt und hochwertig, sowohl in der deutschen, als auch der englischen Spur. Gleiches gilt übrigens für die Musik, auch wenn das latent deprimierte Haupttheme nach ein paar Stunden fast schon etwas traurig stimmt.

    Fazit

    Ja, es ist witzig, ja, die Grafik ist gut und ja, es macht Spaß. Das große Aber ist jedoch: Es ist einfach zu viel. Etwas sparsamer eingestreute Popkultur hätte dem Spiel ebenso gut getan wie weniger Frotzeleien bei gleichzeitigem Anstieg von intelligenterem, feinsinnigeren Humor.

    Kurzweilig ist es in den meisten Teilen dennoch. Es ist beileibe kein Griff ins Klo, allerdings auch keine Offenbarung. Als Spiel für zwischendurch und bei keinen allzu hohen Erwartungen kann ich es auf jeden Fall empfehlen.

     


  20. 18. Oktober 2014 | Veröffentlicht unter Gametrailer, Gaming.

    I am Bread

    Von

     

    Wie mag ein Brainstorming im Hause Bossa Studios wohl aussehen?

    „Ey! Heinz! Nenne mir das verrückteste, das man als Avatar in einem Game so zocken kann!“ – „Hm. Eine Büroklammer!“ – „Ne, das gab’s doch schon bei diesem Windows Word da. Was Abstruseres!“ – „Du bist manchmal so ein Toastbrot, Mann…!“ – „Das ist es!

    Bei „I am Bread“ spielt man ein Toastbrot auf der abenteuerlichen Reise, möglichst deliziös erscheinend auf dem Teller zu landen. Dabei hangelt es sich durch die Wohnung, landet mitunter im Klo (was hoffentlich delicious-Abzüge bringen wird) und bespickt sich mit Haribo. Wir wissen schließlich alle, dass sich Süßigkeiten besonders gut auf Toast machen! Ähnlich wie beim Surgeon Simulator vom selben Studio scheint die Steuerung knusprig zu sein, allzu leicht will man es dem Toast wohl nicht machen, endlich getoastet zu werden und schmackhaft zu sein!

    Ich persönlich finde die Optik ja sehr süß. Schlicht, aber süß. Der Toast ist ein ganz possierliches Gestaltchen, dem ich gut und gerne eine Persönlichkeit zugestehen möchte. Trotz fehlendem Gesicht, doch das lässt sich mit dem passenden Toaster sicher nachholen. Das Brot ist noch ganz frisch, sodass auch abseits vom Trailer noch nichts weiteres bekannt ist. Folgen könnt ihr ihm bei Facebook und Twitter.