A girl walks into a comic book shop and … nothing happens.

A girl walks into a comic book shop and … nothing happens.

Videos wie dieses und allerlei herumgesprochene Klischees legen den Verdacht nahe, dass man es als Frau im Geekdom nicht leicht hat:  ständig wird man von männlichen Geeks angestarrt und auf die sexuelle Komponente reduziert. Manches Mädchen traut sich kaum mehr in örtliche Comicläden, mindestens jedoch regt sie sich über die Aufmerksamkeit auf, wie aus den Kommentardiskussionen dieses Artikels deutlich wird. Männer sind doch eh alle gleich und weibliche Nerds eine total seltene und anstarrenswürdige Angelegenheit.

… Entweder, ich bin ziemlich hässlich, sehe aus wie ein Mann oder beides zusammen, aber solche Zustände waren mir noch nie aufgefallen.  Natürlich: wenn man einen Raum betritt, wird man nicht selten kurz angesehen und/oder angelächelt. Man will schließlich wissen, wer eintritt und obendrein auch noch höflich sein – was das speziell mit Comicbuchläden zu tun haben soll, erschloss sich mir nicht so ganz.

Also beschloss ich bei meinem letzten Stadtbesuch, einmal aufmerksamer zu sein! Vielleicht übersehe ich die panischen Blicke meiner Mitkunden ja auch einfach nur. Oder meine Ohren sind zu schlecht, als dass ich hören würde, dass hinter mir jemand “Ein Mädchen.. ein Mädchen… ein Mädchen…” vor sich her brabbelt. Ich enterte also mit Minirock, Stiefeln und langen, blonden Haaren ausgestattet (ok, seriously… trage ich jemals etwas anderes? Im Schwimmbad vielleicht!) erst einen Comicladen, dann ein Computerfachgeschäft und schlussendlich einen Rollenspielladen und guckte mir an, was passiert…

… nämlich nichts. Gut, die Verkäufer lächelten mich durchweg freundlich an, ich wurde hin und wieder von Kunden nett gefragt, ob man mir helfen könne und einmal wollte man mir nicht glauben, dass ich tatsächlich aus eigenem Interesse heraus durch das Sortiment stöbere und nicht etwa nach einem Geburtstagsgeschenk für meinen Bruder suche, aber ich konnte ganz im Ernst keinen Unterschied zu ordinären Geschäften feststellen. Dass ich nicht immer aussehe wie der typische Geek, ist mir durchaus bewusst, zumindest wenn ich meine Batmantasche nicht gerade trage oder eines meiner Genre-Shirts, daher hätte ich etwas skeptischere Blicke verstanden. Wenn ein Mann in ein Barbiefachgeschäft ginge, würde sich mein Schubladendenken auch auf den Schlips getreten fühlen.

Manchmal glaube ich einfach, dass sich viele Frauen zu viel auf Freundlichkeiten einbilden und aufgrund einer gewissen Erwartungshaltung Gespenster sehen, wo eigentlich keine sind. Weiterhin fällt mir auf, wie abfällig teilweise über die erteilte Aufmerksamkeit berichtet wird. Ich meine: wir reden hier nicht von Handgreiflichkeiten oder sabbernden Männchen, die sich einem wortwörtlich ans Bein klammern. Sondern von Blicken. Vielleicht fühlt sich mancheine wie ein rohes Stück Antilopensteak, das in ein Gehege voller Löwen geworfen wird, aber hey – auch Geeks haben schonmal Frauen gesehen. Sie werden einen nicht anspringen.

Vielleicht würde ich anders darüber denken, wenn ich wirklich einmal in einen Comicbuchladen hineinspazieren würde, dessen Ureinwohner mich mit ihren Blicken auf Schritt und Tritt verfolgen, während ihnen ein langer Speichelfaden aus dem Mundwinkel hängt. Vielleicht ist es ja überall anders als in den Comicläden Essens, Düsseldorfs oder Bonns (=best comic book shop EVER! – außer der in Seattle.), die ich mit meiner Anwesenheit ab und an mal beehre. Vielleicht ist es auch ein Phänomen aus alten Tagen, in denen die Comicshops noch vornehmlich von “Freaks” besucht worden sind. (auch in früheren Tagen seit 1998 war ich Teil von ihnen!)Wer weiß das schon? Solange verbleibe ich in dem Glauben, dass sich manche einfach mal entspannen sollten.

Oder habt ihr gänzlich konträre Erfahrungen gemacht? Werdet ihr wie Zootiere begafft? Oder gafft ihr gar selber? Es soll schließlich auch Männer geben, die (diesen Artikel) lesen können.

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