1. 22. August 2015 | Veröffentlicht unter Bücher, Bücher schreiben.

    Drei Sätze aus drei Kapiteln

    Von

    Roland hat mich beworfen. Mit einem „Stöckchen“, wie es in Bloggerkreisen so schön heißt. Logisch, dass ich mich dem sofort und ohne zu zögern angenommen habe erst mal lange gezögert, es dann vergessen und es erst nach einigen Wochen aufgegriffen habe. Also quasi jetzt. Und da wir jetzt im Jetzt sind, werde ich euch nun, wie es das gute Stöckchen verlangt, die jeweils ersten Sätze der ersten drei Kapitel meines aktuellen Schreibprojekts vortragen. Wir hatten auf diesem Blog selten so viel Spaß!

    Für mich ist das allerdings wirklich ein kleiner Striptease. Ich kann über mein Leben vloggen, Bilder meiner Katze, meines Lieblingsbieres (Hint: Es ist nicht Alt!) oder meinen Outfits zeigen, aber Sätze meiner schriftstellerischen Ergüsse? Nope. Nope, nope, nope. Es geht so weit, dass ich mir vermutlich ein männliches Pseudonym zulegen werde, damit mich niemand mit meinen Büchern in Verbindung setzen wird. Geschichten schreiben – es ist für mich irgendwie intim. Weil man immer ein Stück von einem selbst mit einbaut und meine Geschichten auch immer ein wenig an der Grenze des guten Geschmacks kratzen oder sogar darüber hinaus gehen. (Ja. Ich mag Grim&Gritty, blutige Geschichten, Gewalt und kontroverse Themen.) Und ganz wahrscheinlich auch deswegen, weil ich es „ganz gut“ machen möchte. Meine Zeichnungen? Drauf geschissen. Dort weiß ich, dass ich damit keinen Cent verdienen kann. Aber hier…

    Schon gemerkt, dass ich um den heißen Brei herum schreibe? Dammit! Dann also hier und ohne weitere Umschweife die jeweils ersten Sätze der ersten drei Kapitel.

    Kapitel 1

    Die Spuren, die sie im Wüstensand hinterlassen hatten, waren längst verweht.

    Unter uns gesagt: Erste Sätze zu schreiben ist grausam. Schrecklich. Niemand will es und dennoch muss man es tun! Ein Roman kann schließlich schlecht mit dem zweiten Satz anfangen, da der zweite ohne vorangegangenen immer der erste sein wird. Verrückt. In der Überarbeitung werde ich die ersten Sätze aber wohl auch ganz rauswerfen.

    Kapitel 2

    Tief schnitt die Klinge durch das Fleisch, zeichnete über dem Herzen einen Ring aus hervorquellenden Blutstropfen.

    Ich mag Blut. Ist so schön rot. Und nein, ich schreibe keinen Vampirroman.

     

    Kapitel 3

    Die Sonnenstrahlen fielen in den Wagen hinein, erleuchteten Spuren aus schwebendem Staub und gaben den Blick frei auf am Rand gestapelte Kisten, ein Fass und etwas, das von einem weißen Laken bedeckt war.

    Btw. der Einstieg in eine meiner Lieblingsszenen! Hihi! 

    Dabei fällt zweifellos auf: Erste Sätze alleine finde ich recht substanzlos. Mir fehlt der Kontext, die Stimmung. Aus reiner Neugierde habe ich mal in Bücher meiner Lieblingsautoren hineingeschnüffelt: Aye. Erste Sätze alleine finde ich doof.

    Aber vielleicht ja nicht die ersten Sätze von euch? Ich fordere Beweise! Vor allen Dingen natürlich von folgenden drei Bloggern, denen ich das Stöckchen nun zuwerfe: Der Möchtegernautorin (trotz Urlaub), die Weltenschmiede (Auch im Urlaub. Gna!) und… tja. Da hört’s bei mir auch schon auf. Ich habe keine Ahnung, ob und wenn ja wer von euch schreibt. Ja, ich habe zu wenige Autoren in meinem engeren Dunstkreis(außer natürlich die Vogts. Aber die habe ich letztens erst behelligt!).  Also falls es jemand tut: Fühl dich getaggt.

    Außerdem rede ich leider sehr selten über dieses Thema, da mir die Gesprächspartner fehlen bzw. ich so wenige aus diesem Bereich kenne. Falls ihr also selber auch schreibt: Quatscht mich ruhig an!

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  2. 19 Kommentare

    1. Stephan sagt:

      Aber wenn du eine Veröffentlichung geheim halten willst, wie soll ich das dann lesen? http://zeitzeugin.net/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/raritycry.png

      • Zeitzeugin Guddy sagt:

        Keine Ahnung. Indem du in jedem neuen Buch von 2016 oder 2017 die ersten Sätze des 2. und 3. Kapitels mit den ersten Sätzen in diesem Artikel vergleichst und das Buch bei Übereinstimmung dann kaufst? *g*

    2. Das Gefühl kenne ich nur zu gut. Selbstgeschriebene Worte jemand anderem zu lesen zu geben ist wohl mit das Intimste, was es gibt. Und egal, was man schreibt, man offenbart damit doch einen Teil der eigenen Gedankenwelt, die Denkprozesse etc. Das ist schon sehr schwierig, und das lässt sich meiner Meinung nach nicht mit jedem machen. Was wiederum paradox ist, denn letztlich will man doch gerade gelesen werden, nicht?
      Aber es gibt eben doch einen Unterschied zwischen einem beliebigen Leser und jemandem, der einen persönlich kennt. Kurz: Ich versteh dich.

      • Zeitzeugin Guddy sagt:

        Ja, genau :)

        Ach, du schreibst auch? Dachte du „liest nur“? Hast du auch schon darüber gebloggt? Dann habe ich die verpasst :/ (nicht, dass man Blogartikel nicht auch noch Jahre später lesen könnte..*g*)

        • Nein, ich schreibe auch, bzw. versuche ich es immer mal wieder. Ich hab einige Ideen – die ich auch ganz gut finde – trau mich aber nie so recht daran, das auch zu Papier zu bringen, weil ich davon ausgehe, befürchte, wieauchimmer, dass auf dem Weg von Hirn zu Hand einiges an Qualität verloren geht. Hatte damals in der Oberstufe einen Kurs kreatives schreiben und auch ganz gut abgeschnitten, auch wenn die Sachen rückblickend schon arg ambitioniert und prätentiös waren. Und in der Folge auch einen Roman angesetzt, der gerade bei 250-300 Seiten gärt, weil ich weiß, dass ich den bisherigen Text noch einmal gehörig berarbeiten müsste, und ebenfalls weiß, dass da noch mindestens dreimal so viel auf mich wartet.Schwierig.

          Darüber gebloggt hab ich noch nicht, nein, also keine Sorge. ;)
          Irgendwie schäme ich mich da auch, eben weil das doch einen sehr tiefen Einblick gibt. Und ich so viel Präsentables jetzt auch nicht hab. Irgendwie ziemlich paradox.

          Hab auch ei paar Jahre lang ein wenig RP betrieben, auf nem Forum halt, und ziemlich amateurhaft, auch wenn der ein oder andere Beitrag ganz gut ankam. Aber das hing auch von unserem Questleiter ab.

          • Zeitzeugin Guddy sagt:

            Schön, dass du auch schreibst :)

            Falls du mal darüber bloggen solltest sag Bescheid, nachher übersehe ich das letztlich wirklich! ;D

    3. Nina sagt:

      Hier, ich schreibe! ^^
      Zumindest habe ich endlich wieder voll diszipliniert (na ja, mehr oder weniger) angefangen, an meinem aktuellen Projekt weiterzuschreiben. Nebenbei habe ich auf meinem Blog eine kleine Reihe zu meinen Schreibanfängen und meiner Schreibblockade, die mich die letzten Jahre im Griff hatte, gestartet.

      Übers Schreiben als intimen Prozess habe ich noch gar nicht sooo weiter nachgedacht, aber das stimmt natürlich. Bei mir überwiegt immer eher die Freude, wenn das Geschriebene bei anderen gut ankommt (und bei mir – zuerst muss es mir natürlich gefallen ;)).

      Erste Sätze wirken echt immer irgendwie zusammenhanglos und komisch … Trotzdem würde ich das Thema irgendwann gern mal aufgreifen :)

      • Zeitzeugin Guddy sagt:

        Ah die Artikelserie kenne ich noch gar nicht! Finde ich cool, dass du auch schreibst!
        SChreibblockaden kenne ich. Die kommen auch immer wieder, diese Biester…. selbst wenn man vor Ideen eigentlich schäumt.

        Greif das Thema gern auf!

    4. Xorron sagt:

      Ich lese lieber als selbst zu schreiben. Ich habe zwar für den RP Bereich von SWOTOR bei meiner Gilde Hintergrundgeschichten für meine Chars geschrieben aber das hat wahnsinnig viel Zeit gekostet und ich war nie so richtig zufrieden. Vielleicht ist es auch ein Problem das ich mich i dieser Welt zugut auskenne und mich dadurch selbst limitiere oder das ich zum Teil durch das Spiel selbst in eine Art Kasten gezwungen werde. Auf der anderen Seite ist es gut wen man etwas eingegrenzt wird weil man sonst vielleicht gar nicht mit einer Geschichte fertig wird da einem immer neue Dinge einfallen und man gar nicht zu Potte kommt :-D. Ich würde auch gerne erfahren wann dein Buch rauskommt, aber das ist im Endeffekt deine Entscheidung.

      • Zeitzeugin Guddy sagt:

        Also, ich kann am besten schreiben, wenn ich mich perfekt in der Welt auskenne – oder beim Schreiben Neues der Welt kreiere, was irgendwie fast aufs gleiche rauskommt für mich ;)

        Abwarten :D

    5. Da kommt man erholt aus dem Urlaub zurück und dann das ^^
      Ich habe ewig nicht mehr an einem Roman gewerkelt, nur noch an Kurzgeschichten. Da werde ich für das Stöckchen wohl erst einmal alte Manuskripte ausgraben müssen :O

    6. Hm, schwierig jetzt, da wir auf der Weltenschmiede zu zweit sind und der werte fruehstuecksflocke an keinem Roman sitzt. Aber die drei ersten Sätze kann ich liefern, mal sehen, ob meine auch so viel oder wenig verraten :D
      Aber ja, erste Sätze ohne Kontext ist immer so eine Sache :O

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