1. 15. Januar 2016 | Veröffentlicht unter Bücher, Bücher schreiben.

    „Wir schreiben“ – eine Essaysammlung

    Von

    Das Schreiben: Ventil für die eigenen Träume, Wünsche, Fantasien, aber auch für Ängste und Alpträume. Autor oder Schreiberling zu sein bedeutet mehr, als leere Worte auf das Papier zu kritzeln. Es kann Rettungsanker sein, in fremde Welten entführen oder reines, leidenschaftlich geführtes Hobby sein. Nicht immer steht der Autor im Fluss fideler Kreativität, oftmals hindern Blockaden, die eigenen Ansprüche oder die für einen individuell bestimmte, richtige Art zum Plotten.

    Elf Autoren habe ich gefragt: Was verbindet ihr mit dem Schreiben? Welches Unterthema lässt euer Herz höher schlagen, welche Tipps könnt ihr angehenden Autoren geben und welche kritischen Anmerkungen könnt ihr geben, um das Thema Schreiben facettenreich zu beleuchten? Herausgekommen ist eine kleine Sammlung an fundierten Essays, die jeder für sich lesenswert sind.

    Da es leider ein paar mehr Gastbeiträge geworden sind, als ich eigentlich geplant hatte, muss ich meinen eigenen Beitrag zum Thema auf den morgigen Tag auslagern. Sonst hätte ich Angst, dass mein Blog platzt. Wirklich! Das kann passieren! Habe ich gehört. Oder geträumt. Auf jeden Fall seht ihr hier elf wundervolle Beiträge zum Thema! Bei den anderen zu stöbern ist ausdrücklich erwünscht!

     


    Wolf Awert: Stiefkind Fantasy

    WolfAwert„(…)In einer Fantasywelt kann eine Figur, die ihre Welt nicht versteht, nicht bestehen. Unserer Welt muss man nicht verstehen. Es gibt es andere, die sich um einen kümmern. Organisationen, Menschen, Dinge und Geräte. Wir sind umgeben von Krücken. Das ist bequem, angenehm, aber auch gefährlich. Und deshalb ist es eine schöne Aufgabe, unserer Welt auch einmal eine andere gegenüberzustellen.(…)“

    Spricht man von der Phantastik, ist der Vorwurf des Eskapismus selten weit. Doch ist er haltbar, kann man ihn vielleicht auf andere Genre ausweiten- und wie sehr spiegelt er das reale Leben wider? Denn letztlich leben wir alle in einer Welt, die wir nur zu Teilen fassen, begreifen und erfahren können. Wolf Awert geht diesen und mehr Fragen nach und wagt interessante Ausflüge in die Phantastik unseres Lebens.

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    Mona Seiffert: Lass die Idee schlafen, damit sie träumen kann.

    Mona Nagel„(…) Also ist es wichtig, dass meine schöne glänzende Idee vom Essay über die Inkubationsphase, sich in den Höhlen und Gängen meines Unterbewusstseins herumtreibt, sich dort ein wenig die Hörner abstößt, ein paar Punkerfahrungen aufs Kreuz legt, vielleicht die große Liebe findet und mit ein paar Tätowierungen irgendwann wieder nach Hause kommt. (…)“

    Man kennt es: Man sitzt mit schwirrendem Kopf vor dem leeren Blatt oder Bildschirm und hofft auf die Geburt einer Idee, eine Eingebung, verdammt, den komplett fertigen Roman, der von den Fingerspitzen direkt in das Manuskript fließt! Das passiert nicht. Zumindest nicht so einfach. Mona Seiffert erklärt anhand der „Inkubationsphase“ sehr anschaulich die Wichtigkeit des Ruhenlassens und tritt dabei in den imaginären Dialog mit Erika Landau.

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    Alessandra Reß: Und immer wieder der Idealismus

    U„(…)Und wenn ich mich frage, ob es intelligent ist, einen solchen Text zu veröffentlichen, muss es umso mehr sein. Damit ich das Fremdsein nicht vergesse. Damit ich mir selbst nicht fremd werde. Es ist die kleine Rebellion, die sein muss, die Selbstvergewisserung, sich nicht verloren zu haben zwischen Texten, die nicht zu einem selbst gehören.(…)“

    Vom Schreiben zu leben klingt für Außenstehende im ersten Moment wie ein funkelglitzernder Traum. Dabei ist die Kluft zwischen dem, was man sich erträumt hat und dem, was die Realität bedeutet manchmal größer gedacht – und hin und wieder sind es die eigenen Ideale, die einen stolpern lassen. Alessandra Reß gibt einen kleinen Einblick in ihr Innenleben als Redakteurin und Autorin.

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    Annette Juretzki: Plotten für sprunghafte Grobmotoriker*innen

    augenq„(…)Ihr Name ist Lynn Marella Divana Thana Morina … nein, doch: Thana und sie mag hasst ihre Mutter eigentlich, weil sie Thana gegen ihren Willen verheiraten zu einer verzogenen Adelsfrau erziehen will, wie sie es selbst ist. Dabei will Thana doch einfach nur glücklich sein mit ihrer Magd zusammen sein (nee, zu Klischee) eine Schmiedin sein …(…)“

    Gut. Das war fast ein Heimspiel, denn bei „sprunghafte Grobmotoriker“ hatte ich mich gleich heimisch gefühlt. Annette Juretzki zweckentfremdet alles als Whiteboard, was nicht beim ersten Anzeichen eines Plots das Weite sucht und scheint damit erfolgreich zu sein – ein Grund mehr, Genaueres darüber zu erfahren!

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    Meara Finnegan: Meine Quelle lügt! Hoffentlich.

    Meara Finnegan„(…)Das war dann etwas irritierend, denn er war ein Bastard, angeblich ungebildet und verwildert, bis er zum Hof kam – ich hatte mir nicht ausgemalt, dass da ein solches Verhältnis bestanden hätte. Ein bisschen kam ich mir wie ein Detektiv vor, der immer predigt, man dürfe keine Theorien bilden, ohne alle Fakten zu kennen – und dann feststellt, dass er genau das gemacht hat.(…)“

    Romane mit historischem Bezug kann man einfach ohne Rücksichtnahme der Quellen und historischen Begebenheiten verfassen – man kann sich aber auch auf diese einlassen und, mehr noch, diese für seine eigenen Zwecke benutzen und so auch vermeintlich unpassende Fakten zu seinen Gunsten wenden. Meara Finnegan spricht sich hier unter Zuhilfenahme eigener Erfahrungen gegen Recherche-Kalkül und für geschickte Interpretation aus.

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    Laura Kier: Plotten? Nicht mit mir. Oder?

    Ava_ohneSchatten„(…)War ich damit endlich am Ende meiner Reise angekommen und konnte meine Texte so zum Leben erwecken, wie es meinem Naturell entsprach? Konnte ich den Pflanzen in meinem Ideengarten sagen: „Wachst, wie ihr wollt, ich werde euch nicht zurecht stutzen“? War ich ein Entdecker?(…)“

    Die Ansicht, dass es nur eine wahre Art zu plotten geben würde, ist recht weit verbreitet und kann jene, die nicht auf diese Art plotten können, hemmen oder im schlimmsten Fall ganz zum Aufhören verleiten. Laura Kier hat selbst eine Odyssee durch Schreibratgeber und Internetforen hinter sich und legt hier anschaulich nahe, dass der eigene Weg nicht bereits ausgetrampelte Pfade beinhalten muss.

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    Monica Höfkes: Weltenbau – Wer, wie, was, warum? 

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    „(…)Man beginnt also zu verfremden, hier eine Person, dort eine Stadt, gelegentlich einen ganzen Landstrich. Manchmal ist es den Autoren selbst nicht bewusst, aber in dem Moment, in dem sie die Realität verlassen, sich in Konstrukten ihrer Imagination bewegen, beginnt der Weltenbau.(…)“

    Eine der faszinierendsten Aspekte am Verfassen phantastischer Romane ist sicher der Weltenbau: Das Erschaffen fremder Welten, magischer Orte und spannender Kulturen. Weltenbau ist jedoch keine Erfindung der Phantastik, sondern reicht weit über jene hinaus. Monica Höfkes erzählt hier über ihre eigenen Erfahrungen und Ansichten den Weltenbau betreffend und wagt dabei einen Blick über den Tellerrand hinaus.

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    Sabrina Železný: Von Schreiben, Wind und Stille 

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    „(…)Als ich als Kind das erste Mal »Robinson Crusoe« las, fand ich es faszinierend, was der Kerl auf seiner einsamen Insel alles zu tun fand. Er kam zwar nicht von der Insel fort, aber gelernt hat er dort eine ganze Menge. 2015 war mein Robinson-Crusoe-Jahr.(…)“

    Stillstand: Ein Wort bei Kreativen fast so gefürchtet wie „Tribbles“ bei den Klingonen. Dabei kann Stillstand auch schlicht Ruhe bedeuten, Zeit, in sich zu gehen und sich über einige Dinge klar und bewusst zu werden. Im vergangenen Jahr hat Sabrina Železný den Stillstand schmerzlich kennengelernt und kann nun doch mit positiven Gedanken auf diese Zeit zurückblicken. Warum genau, lest ihr bei ihr.

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    Carmen Capiti: Und wofür genau musst du das wissen?

     

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    „(…)Ein Wissender hätte vielleicht kurz fragend die Augenbrauchen hochgezogen und das wäre es gewesen. Aber er oder sie hätte die Augenbrauen hochgezogen! Und solche Dinge merke ich, wie eine Erschütterung der Macht. Naja fast. (…)“

    Ob ein Tal nun 3 Kilometer oder 3,5 Kilometer breit ist, ist den meisten Lesern wohl egal – allerdings längst nicht jedem Autoren. Denn allein das Gefühl, dass etwas unvollständig, gar falsch ist, kann einem da schon beim Tippen die Fingernägel aufrollen lassen. Es ist außerdem immer schöner, wenn man mehr von der Welt weiß, mehr vielleicht als man am Ende wirklich verwendet! Oder nicht? Carmen Capiti hat da natürlich eine ganz eigene Sicht der Dinge, die sie in ihrem Beitrag erläutert.

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    Sabrina B.: Schreiben und Rollenspiel

    Arandis_Avatar„(…)Und nun? Am besten etwas Kreatives, damit der Tag nicht völlig ungenutzt bleibt. Wie wäre es denn mit Rollenspiel? Gut, auch da trifft man seltsame Leute, die einfach nicht verstehen können, dass es Menschen gibt, die Spaß an Kreativität haben. Aber man kann kreativ sein. Es kommt sogar noch besser. Rollenspiel kann für Autoren wie ein Trainingslager sein. Man merkt das nicht einmal, weil man auch noch Spaß dabei hat.(…)“

    Rollenspiel; der kleine Bruder des Romans. Zumindest sind sie sich in einigen Details und Aspekten nicht unähnlich, verlangen beide doch nach Kreativität und Einfühlungsvermögen, nach Spontaneität und Fantasie. Inwieweit man sich von dem einen oder anderen leiten und schulen lassen kann und inwieweit Prokrastination damit zusammen hängt, erklärt Sabrina aka. Araluen in diesem Beitrag.

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    Tina Skupin: Autor und Ausland

    1553-a493b681-large„(…)Am Anfang habe ich mich dabei jedes Mal gefühlt, als würde mein Hirn durch einen Korkenzieher gedreht. Mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt. Trotzdem merke ich es beim Schreiben. Ganz oft passiert es mir nämlich, dass mir für eine Szene oder für ein Gefühl der perfekte Ausdruck einfällt – auf schwedisch oder englisch, oder an ganz tollen Tagen auf spanisch. Aber auf deutsch? Nada!(…)“

    Das Leben im Ausland, sei es nur für kurze, oder für längere Zeit, ist immer anders, anders als das Gewohnte. Und es hat Auswirkungen auf das Schreiben und das Gefühl, das man als Autor hat. Andersartige Eindrücke prasseln auf einen hernieder, die Natur fühlt sich anders an, alles hat eine andere Intensität. Was genau das bedeuten kann und wie es sich äußert, verrät euch hier Tina Skupin.

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    Ich bedanke mich herzlich bei allen Autoren für ihre Texte und Gedanken zum Thema und wünsche euch Lesern viel Spaß beim Stöbern!

    Ähnlich großartige Postings:

  2. 15 Kommentare

    1. tolle idee! Ich freue mich schon auf deinen! Von den Beiträgen die ich gelesen habe gefallen mir alle gut, aber am schönsten der von Wolfgang? Jetzt muss ich erstmal gucken, was für Bücher sie alle schreiben ^^

    2. Stephan sagt:

      Sehr cool! Habe erst zwei geschafft, den Rest lese ich später!

    3. Nina sagt:

      Wow, tolle Idee! Da werde ich mich gerne reinlesen :)

    4. Anjani sagt:

      So viel zu lesen, schön!
      Kenne keinen der Autoren, aber das kann sich ja ändern :)

    5. Poah. Kannst du mal bitte aufhoeren so fleissig zu sein? Jeden Tag seitenweise Postings von dir. Wer soll denn da noch hinter her kommen?! Man. :D

    6. Mr.T sagt:

      da ist wirklich von jedem Thema etwas dabei! Alle Beiträge waren gut zu lesen ^^

    7. Klasse Idee! Sobald ich etwas Zeit habe, werd ich mich da – und auch in deine anderen Beiträge der letzten Tage – reinlesen. Das Jahr fängt bei dir ja sehr produktiv an, find ich gut! :)

      • Zeitzeugin Guddy sagt:

        Puh ja, einer meiner Neujahrsvorsätze war, jeden tag einen Beitrag veröffentlichen zu können. Hat nicht ganz geklappt, aber ich merke, dass ich eh „im Flow“ bin und das Bloggen so sogar noch mehr Spaß macht, als wenn ich nur so dahin dümpel!

    8. Hasenpower sagt:

      Danke für die tolle Sammlung, hat Spaß gemacht, zu lesen. Schade, dass nicht alle von ihnen einen eigenen Blog haben.

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