#GiveElsaAGirlfriend

#GiveElsaAGirlfriend

Populäre Animationsfilme haben Liebespaare unterschiedlichster Couleur zu bieten: Meerjungfrau/Mensch, Mensch/Biest, Oger/Mensch, Mensch/Biene – da könnte man fast annehmen, dass es auch gleichgeschlechtliche Paare gibt. Das ist jedoch ziemlich selten der Fall. Grund genug für die Teenagerin Alexis Isabel Moncada, den Hashtag #GiveElsaAGirlfriend ins Leben zu rufen, der für mehr Repräsentation in Sachen LGBT steht. Im Fokus: Elsa aus Disneys Frozen, die noch keinen Love Interest zur Seite gestellt bekommen hat und deren Werdegang in der LGBT-Community häufig symbolisch für das Coming-Out verstanden wird.


Für die kommende Fortsetzung wünscht sich Alexis, dass Elsa statt des obligatorischen Prinzen eine Prinzessin bekommt, damit auch jungen Mädchen und Jungs gezeigt wird, dass es OK ist, sich in jemanden des selben Geschlechts zu verlieben. Mittlerweile unterstützen nicht nur Twitterer, sondern auch beispielsweise Elsas englische Stimme und Musical-Darstellerin Idina Menzel dieses Anliegen.

Ich persönlich finde, dass das an sich eine gute Sache wäre: Eine Disneyprinzessin, die nicht der heterosexuellen Norm entspricht. Allerdings würde ich es an dieser Stelle tatsächlich begrüßen, wenn Elsa unabhängig bliebe und nicht durch die Liebe definiert werden würde – wie fast alle anderen Disneyprinzessinnen vor ihr. Stattdessen könnte man auch wunderbar eine neue Hauptfigur eines neuen Films erschaffen, die etwas mehr Diversität in die Geschichten bringt.

Als Antwort auf Alexis‘ Tweet wurde bald der Hashtag #GiveCaptainAmericaABoyfriend eingeführt, der für einen Mann an Captain Americas Seite plädiert. Denn hey: Schwule oder bisexuelle Superhelden haben auch etwas für sich! Gut. Man könnte nun argumentieren, dass Cap ohnehin eifrig um Bucky bemüht ist und in ihm bereits einen Love Interest gefunden hat, doch bleibt das reine Interpretationssache und somit im Reich der Fan Fictions.

Auch diesen Hashtag finde ich an sich sehr nett, denn Caps Sexualität ist nicht ganz so klar definiert wie die vieler anderer Figuren, die manche Fans – für mich unverständlicherweise -gerne umpolen würden. Bei ihm würde es tatsächlich irgendwie Sinn machen. Allerdings würde ich persönlich einen Hashtag a’la #JustFuckingCreateDiverseCharacters auch super finden. Das Thema an der Wurzel packen und nicht auf bereits Bestehendem abstützen.

So oder so: Ich bin gespannt, ob und wenn ja wie Disney reagieren wird.

 

Das Captain America-Bild im Header ist übrigens nicht ganz so eindeutig, wie es scheint. Zum einen liegt Photoshop sehr nahe, zum anderen ist „solid dick“ auch alter Slang für „straight talk“. Und gerade deswegen steht das Bild sinnbildlich für Teile dieser Debatte.

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12 Gedanken zu „#GiveElsaAGirlfriend“

  1. Sehe es ähnlich wie du – gerne in jeder Hinsicht mehr diverse Figuren, aber am liebsten wäre es mir, Elsa würde einfach mal ohne die obligatorische Liebesgeschichte auskommen. Und davon abgesehen … nun, zur sexuellen Diversität gehört auch Asexualität. Just sayin‘.

    Was Cap angeht, sollen sich die Drehbuchautoren ruhig austoben, aber Bucky möge doch bitte einfach sein best bucky buddy bleiben. Ich finde es generell nervig, wenn Figuren, die eine glaubwürdige Freundschaft verbindet, eine unglaubwürdige Beziehung miteinander eingehen. (Ich weiß, du hast nichts davon geschrieben, dass Cap und Bucky außerhalb von Fanfictions was miteinander anfangen könnten, ich beuge nur vor ;)). Freundschaften werden in Geschichten so schnell abgewertet, indem sie in Liebesbeziehungen umgewandelt werden. Das ist einerseits verständlich, andererseits aber auch sehr schade.

    1. Asexualität et.pp. ist gedanklich bei mir immer mitinbegriffen. :)

      Was Freundschaften angeht sagst du was! Da hatte ich auch mal was drüber geschrieben, den Punkt finde ich nämlich auch sehr wichtig. Und: Ich finde platonische Freundschaften oftmals sogar „romantischer“ und rührender als Liebesbeziehungen. ;D
      Daher nochmal schnell betont:

      “ Freundschaften werden in Geschichten so schnell abgewertet, indem sie in Liebesbeziehungen umgewandelt werden“

  2. Ich kann es einfach nicht leiden, wenn Fans den Machern vorschreiben wollen, wie sie ihre Geschichte zu schreiben haben. Dabei ist noch nie etwas gutes herausgekommen. Meinetwegen können sie in Zukunft jede/n Disney Prinzen/ssin Schwul, Bi, Pansexuell oder was auch immer machen. Ich stehe zu 100% dahinter. In meinen Augen können Kinder (und leider auch viele Erwachsene) nicht früh genug lernen, dass Homosexualität normal und alles andere als schimm ist. Aber wenn Elsa (oder ein anderer schon existierender Charakter) nach dieser Aktion jetzt tatsächlich lesbisch werden würde, wäre ihr für immer der Ruf des „durch äußeren Druck geändert“-seins nachhängen, was in meinen Augen die Toleranzbotschaft nicht nur beflecken, sondern auch Öl ins Feuer der Arschlöcher gießen würde, die glauben, dass „soziale Gerechtigkeit“ etwas schlimmes ist und die „PC Polizei“ die Redefreiheit abwürgen will.

    Und ja, volle Zustimmung bei #JustFuckingCreateDiverseCharacters. Das Geschlecht, die Hautfarbe, die Sexualität, etc von bereits existierenden Charakteren zu ändern ist zwar gut gemeint, hat aber auch immer etwas von einem Publicity Stunt. Anstatt Malibu Stacy einen neuen Hut zu geben, sollten sie lieber den Mut haben, Lisa Löwenherz auf den Markt zu bringen.

    1. So sehe ich das auch. Gerade Elsa war für mich auch immer asexuell oder zumindest eine Einzelgängerin. Da würde es mich sehr stören, wenn man sie jetzt absichtlich zurechtbiegen würde und aus ihr eine vegane, linksliberale Homosexuelle machen würde, die sich unsterblich in das farbige Flüchtlingsmädchen Mala verliebt, bloß um damit politischen und gesellschaftlichen Minderheiten etwas Gutes zu tun.

      Allerdings muss ich auch dazu sagen, dass sich Disney trotzdem für meinen Geschmack ruhig etwas weiter aus dem Fenster lehnen kann. Gesellschaftlich oder politisch brisante Themen werden dort nämlich meist nur sehr abstrakt behandelt, wenn überhaupt.

  3. Interessanter Artikel und der Hashtag drückt ein Anliegen aus, dass ich durchaus unterstützenswert finde. Bei Elsa sehe ich es ein wenig wie Holden, dass ihr der Ruf anhaften würde, durch den Druck von außen als lesbischer Charakter gestaltet worden zu sein. ABER würde dieser Ruf nicht jedem Charakter anhaften? Ich fürchte fast, das wäre so. Wenn es nun einen neuen Disneyfilme gäbe, in dem es einen LGBT-Charakter gäbe, würde auch das zu Kritik führen. Ich glaube, viele sind einfach noch nicht so weit. (Wobei ich allerdings die These vertreten würde, dass man gerade deswegen so einen Film machen sollte!)

    CAPTAIN AMERICA SPOILER AHEAD…
    Caps Sexualität schien mir nach „Civil War“ und Sharon Carter aber doch recht eindeutig zu sein!? Klar könnte er auch bisexuell sein, aber da würde ich das doch deutlich erzwungener finden als bei Elsa. Eine romantische Beziehung zu Bucky sehe ich da gar nicht.

    1. Habe ein paar Kommentare zum Thema gelesen, die definitiv zeigen, dass mancher noch nicht bereit für einen Kinderfilm mit LGBT-Figuren ist. Das allein ist schon ein Grund, damit anzufangen ;D

      Ich persönlich sehe das Shipping auch nicht, finde solche Verpärchelungen aber in fast allen Fällen nervig. (Daher lese ich auch keine Fan Fictions)

  4. Catain America und seine sexuelle Ausrichtung: Ahm… dafür hat Cap eine zu lange Vorgeschichte. (In der zu viele Frauen vorkamen.) Von daher wäre das ein weiterer schlag vor den Kopf der Comic-Fans, wenn hier die ganze Figur des Captains für den Film dermaßen Kritisch von der Comicvorlage abweichen würde.
    Schon allein deswegen hoffe ich, dass man in dem Bereich nach möglichkeit nicht künstlich an der ganzen Sache rumdoktort.

    1. Findest du? Ich finde dass gerade bei ihm, der ja auch in einer anderen Zeit aufgewachsen ist, auch Bi- oder pansexualität greifen könnte. Finde das bei einem wie ihm uneindeutiger als zB einem Dean Winchester ;D
      Aber das ist Ansichtssache. Grundsätzlich habe ich es auch lieber, wenn man bestehende Figuren so lässt, wie sie sind und anfangs erdacht wurden!

  5. Ich dachte, Elsa und Olaf? Nein? Niemand? *hust* Na gut.
    Wieder etwas mehr Ernst in die Debatte gebracht: Ich fand und finde gut, wie in Frozen wunderbar dieses „Liebe auf den ersten Blick“-Gedöns mit Elsas Schwester auf den Kopf gestellt wurde – das war mal richtig gut und überfällig. Parallel dazu stand Elsa für mich eher als eine unabhängige Figur, die eben kein Love Interest braucht, um awesome zu sein. Sie ist einfach, Punkt.
    Warum jetzt zwanghaft bei einer Fortsetzung dann doch wieder das ewige, elendige happily ever after bemüht werden muss, das erschließt sich mir nicht.

    Gibt es vergleichsweise zu wenig nicht-heterosexuelle Figuren? Sicherlich (wobei, böse gesagt: Rein mathematisch betrachtet stellt das eh einen recht kleinen Prozentsatz dar, es wäre also schon etwas arg merkwürdig, wenn bei – fiktives Beispiel – 5% LGBT-Anteil an der Bevölkerung 20% aller Filmfiguren LGBT wären, nur mal so angemerkt), und es wäre an der Zeit, dass gerade Disney mal aufhört, ständig nur Prinzessinnen nach Schema F zu produzieren – was, wie ich finde, mit Rapunzel und Elsa gut gelang. Eine lesbische Hauptfigur wäre da sicherlich ein begrüßenswerter Schritt, aber dann wäre mir eine „neue“ Figur lieber.

    Dito zu all dem anderen Gehandwerke, weiblicher Thor, mexikanischer(?) Spidey, etc. pp. Wo bleiben denn da mein afrikanischer Charlie Chaplin und mein nerdiger, blassgesichtiger Wolverine? ;)

  6. #JustFuckingCreateDiverseCharacters
    Yup :) Die erste Frage, die mir durch den Kopf ging, war nämlich: Warum braucht Elsa dann überhaupt einen Partner / eine Partnerin? (Welches Geschlecht ist mir nämlich so was von wurst, solange sie zusammenpassen …).
    Aber mal ganz ehrlich: Elsa ist die Königin. Sie ist diejenige, die das Sagen hat und ich fand es um ehrlich zu sein sehr erfrischend, dass sie eben keinen Partner bekommen hat. Ich denke übrigens auch, das ist es, was meine Tochter an dem Film so fasziniert: Es geht um Schwestern, nicht um diese ominöse »Liebe-und-Heirate-Dingens«, das ist zweitrangig. Geschwisterliebe versteht sie mit ihren vier Jahren schon.
    Und mal ganz ehrlich: Ich habe es lieber, wenn die Heldin meiner Tochter unabhängig bleibt, statt sich nun einen Prinzen, eine Prinzessin, einen Oger oder was auch immer ans Bein zu binden ;) Nein, ich bin – wie Pi – schon froh, dass de Prinzessinnen-Einheitsbrei endlich mal etwas aufgelöst wird. Ich mochte die Disneyfilme zwar immer gerne, aber die Neuen sind sogar lieber, als einige der Alten.

    Und das Captain America angeht, öhm, … unterschwellig Anspielungen verstehe ich nur selten, da muss man mir schon mit dem Holzhammer kommen (wie damals bei Xena zum Beispiel …). Aber auch da denke ich mir, dass mir das völlig egal ist. Aber Cap habe ich zugegebenermaßen auch nicht so als totalen Einzelgänger gesehen, einfach weil der ja schon mal jemanden hatte.
    Aber auch da hätte ich alles andere als ein Problem, wenn es dabei bliebe, dass er alleine bleibt.

    PS: Ich glaube, ich muss morgen im Kino mal mehr auf Anspielungen achten ;)

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